emedikation und Arzneimitteltherapie: Welche Prozesse können integrierte IT-Lösungen unterstützen?

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1 Vortrag conhit 2011 emedikation und Arzneimitteltherapie: Welche Prozesse können integrierte IT-Lösungen unterstützen? Dr. Stefan Schwenzer, ID Berlin

2 Grundlagen Warum wird emedikation wichtig? emedikation Folie 1

3 Grundlagen Arzneimittelsicherheit als Risikofaktor Unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE) verursachen ca. 5% der Spital-Einweisungen. Fast die Hälfte davon ist vermeidbar. (Van der Hooft et al. 2008, Trifiro et al. 2005) Die Häufigkeit von UAE im stationären Verlauf ist vergleichbar hoch. (Bordet et al. 2001, Senst et al. 2001, Krahenbuhl-Melcher et al. 2007) Die Häufigkeit potentieller Wechselwirkungen steigt im Verlauf des stationären Aufenthalts (68%=>88%!). Davon 25,7% schwerwiegend. (Straubhaar et al. 2006, ähnlich Egger et al. 2003) Risikofaktoren für Medikationsfehler: fehlender Zugang zu Information / Fehler in der Patientenkurve. (Krahenbuhl-Melcher et al. 2007) emedikation Folie 2

4 Grundlagen Arzneimittelsicherheit als Kostenfaktor UAE verlängern die Verweildauer betroffener Patienten im Mittel um ca. 0,5 Tage und erhöhen die Behandlungskosten. (Oderda et al. 2007, Senst et al. 2001, Bordet et al. 2001) Die Hälfte dieser höheren Kosten entfallen auf vermeidbare UAE. Computergestützte Verordnungssysteme reduzieren die Zahl potentieller und vermeidbarer UAE signifikant um ca. die Hälfte. (Field et al. 2005) (Holdsworth et al. 2007, Dormann et al. 2003) emedikation Folie 3

5 Grundlagen Was ist emedikation? Arzneimittelinformationssystem Arzneimitteldatenbank CPOE / CDSS Expertensystem AMTS-System Medikationstool Verordnungssoftware emedikation emedikation ist die Summe aller IT-gestützten Teilprozesse in der Arzneimitteltherapie emedikation Folie 4

6 Grundlagen Anforderungen an emedikation Informationen über Arzneimittel verbessern Sicherung des Zugriffs auf den aktuellen Stand der Fachinformation und Gebrauchsinformation Sicherung des Zugriffs auf Rote-Hand-Briefe Risiken vermeiden / AMTS erhöhen Regelmäßige Medikations-Überprüfung (z.b. bei KH-Aufnahme) Risikominimierung bei speziellen Patientengruppen (Kinder, Schwangere/Stillende, ältere Patienten, Niereninsuffizienz) Quelle: emedikation Folie 5

7 Grundlagen Anforderungen an emedikation Erfassen der Medikation Umstellung der Medikation Verordnung von Medikamenten bei Visite Medikationsprüfung Erstellen von Standardtherapieplänen Quelle: emedikation Folie 6

8 Grundlagen Anforderungen an emedikation Kommunikation mit der Apotheke Dokumentation der Arzneimittelgabe Verordnung auf GKV-Rezept nach AVWG Unterstützung der Arztbriefschreibung Auswertung / Reporting der Medikation Quelle: emedikation Folie 7

9 Prozessunterstützung Welche Prozesse können integrierte IT- Lösungen unterstützen? Welche Prozesse gibt es denn überhaupt im Bereich Medikation? emedikation Folie 8

10 Prozessunterstützung Prozesslandschaft Medikation Ambulante Versorgung Aufnahme Stationäre Versorgung Entlassung Ambulante Versorgung/Reha Hausarzt Intensivstation Station Hausarzt Facharzt Notaufnahme Ambulanz Rehaklinik Apotheke Krankenhausapotheke Diagnostische Abteilungen Apotheke ambulante Medikation prüfen Eingangsmedikation prüfen Medikation im stationären Verlauf prüfen Entlassmedikation prüfen ambulante Medikation erfassen bewerten erfassen bewerten erfassen bewerten erfassen bewerten Medikationsfehler vermeiden umstellen umstellen umstellen umstellen egk / epa Softwaresysteme für emedikation Expertenwissen Rote Hand Briefe Standardisierte Datenquellen Fachinformationen Arzneimitteldatenbanken emedikation Folie 9

11 Prozessunterstützung emedikation im Krankenhaus Patientenaufnahme mit Medikationsanamnese Erfassen, Prüfen, Umstellen Verordnung auf Station Ansetzen, Absetzen, Umstellen, Prüfen Berücksichtigung spezieller Patientengruppen Ältere, Schwangere, Nieren-/Leberinsuffizienz, Laborwerte Einbindung aller Berufsgruppen Ärzte, Pflegepersonal, Apotheker, Medizincontrolling Entlassung des Patienten / ambulante Behandlung Umstellen, Informieren, Arztbrief, SBG V-Vorgaben Integrierte Lösungen Servicebasiert, bidirektional, Webkomponenten emedikation Folie 10

12 Prozessunterstützung Vernetzte Kommunikation / Workflowdefinition Intensivsystem Aufnahme Anamnese Informieren Arzt/Station Verordnen Prüfen Anpassen Anfrage Umstellung Pharmazeutische Beratung Sonderanforderung Apotheke Beraten Versorgen KIS Vorschlag Umstellung / Rückmeldung Klin. Pharmakologie Beraten Materialwirtschaft / Unit Dose Informieren Visite / Spontanmedikation Pflege Pflegedokumentation Stellen Verabreichen Dokumentieren Informieren Laborsystem emedikation Folie 11 Medizincontrolling Analysieren Planen Abrechnen

13 Prozessunterstützung Medikationsprozesse sind komplex und vielfältig Medikationsprozesse sind stark an Fachwissen gebunden Medikationsprozesse sind schnittstellenlastig Herausforderung an die Hersteller: schaffe prozessorientierte und schnittstellenfähige Lösungen Herausforderung an die Anwender: definiere deine Prozesse/Einsatzszenarien emedikation Folie 12

14 Prozessorientierte Lösungen - Webkomponenten Visualisierte Services auf Basis einer Containerarchitektur KIS Medikationsdaten Diagnosen Patientenparameter Laborwerte Softwaresystem emedikation / AMTS-Prüfmodul epa Container emedikation Folie 13

15 Prozessorientierte Lösungen - Webkomponenten Visualisierte Services auf Basis einer Containerarchitektur KIS Medikationsdaten Diagnosen Patientenparameter Laborwerte Softwaresystem emedikation / AMTS-Prüfmodul epa Container emedikation Folie 14

16 Prozessorientierte Lösungen Szenario 1: Wir brauchen eine Lösung für die Medikationsanamnese und die Umstellung auf die Hausliste Schnelle Anamnese Abgleich mit Diagnosen Prüfung der Eingangsmedikation Umstellen mit Wirkstoffalternative Ausdruck eines Medikationsplans für die Stationsakte Einstellen von Suchkriterien Suchergebnisse geeigneter Hauspräparate Dosisumrechnung emedikation Folie 15

17 Prozessorientierte Lösungen Szenario 2: Ich brauche einen Arbeitsplatz für die schnelle und unkomplizierte stationäre Medikationsanordnung Aufruf aus dem KIS Hohe Performance Schnelle Suche in Hauskatalog Fehlertolerant Intelligent Freie Eingabe eines Dosierschemas Prüfung der Dosierung bei Eingabe Übergabe der Medikation an das KIS Freitexteingaben automatisch in strukturierte Daten übertragen emedikation Folie 16

18 Prozessorientierte Lösungen Szenario 3: Ich brauche eine Möglichkeit, die in meinem System (KIS/PVS/PDMS) erfasste Medikation auf Risiken zu prüfen und diese anzuzeigen Aufruf bei Bedarf Übergabe von Medikation, Diagnosen und Laborwerten an der Schnittstelle Ergebnisse übersichtlich darstellen Filterung relevanter Meldungen emedikation Folie 17

19 Prozessorientierte Lösungen Szenario 4: Unsere Klinikambulanzen brauchen einen Arbeitsplatz für die gesetzeskonforme ambulante Rezeptschreibung Aufruf aus dem KIS Suche in einer zertifizierten Datenbank Darstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Information Prüfung der Verordnung auf mögliche Risiken Übergabe an die Rezeptschreibung emedikation Folie 18

20 Prozessorientierte Lösungen Szenario 5: Gesucht wird eine EDV-Lösung für die Unterstützung und Dokumentation der patientenbezogenen pharmazeutischen Betreuung Schnittstelle für Patientendaten aus KIS Erfassen der Medikation Prüfung der Medikation Ausdruck von Patienteninformationen Complianceprüfung über Packungsreichweite Dokumentation von Problemen und Interventionen (PIE-Doc) emedikation Folie 19

21 Servicebasierte Lösungen Ich möchte in meinen klinischen Arbeitsplatz eine Möglichkeit integrieren, in einer Arzneimitteldatenbank zu suchen Ich möchte an jedem Punkt meines Medikationsworkflows zu jedem Medikament wichtige Informationen anzeigen können (z.b. Indikationstexte, Kontraindikationen und Zusammensetzung, Rote-Hand-Briefe) Ich möchte an verschiedenen Stellen meines Medikationsprozesses gezielt einzelne Prüfungen der Medikation durchführen (z.b. Allergiecheck, Dosisprüfung, Laborwert-Abgleich) emedikation Folie 20

22 Herausforderungen für emedikation Regelmäßig aktualisiertes Fachwissen Integration von Medikation, Diagnosen und Labordaten Hohe Flexibilität der Integration in den Prozess Anpassung an vorhandene IT-Strukturen Skalierbare Lösungen anbieten Schnittstellen müssen vorhanden sein (Bidirektionale Schnittstelle, Webservices, HL7) Technisch ausgereifte Lösung (Online-Update, Proxyserver-Konzept, Cloud-Computing) emedikation Folie 21

23 Herausforderungen für Anwender Medikationsprozesse analysieren Wer macht was an welcher Stelle? relevante Medikationsworkflows definieren Welche Punkte sind kritisch? Wo können wir den höchsten Nutzen erzielen? Prioritäten in der Einführung von emedikation setzen Wo wollen wir sinnvoll anfangen? Skalierbare Lösungen nutzen Müssen wir alles auf einmal machen? emedikation Folie 22

24 Danke! Kontakt: emedikation Folie 23

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