Sanierungsplanung in Deutschland

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1 Sanierungsplanung in Deutschland

2 Abb. 1: Regulatorische Vorgaben im Überblick International (G20, FSB) Europäische Union Deutschland Key Attributes of Effective Resolution Regimes for Financial Institutions Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Instituten und Finanzgruppen (SAG) Leitlinien des Financial Stability Boards Leitlinien und technische Standards der EBA Rundschreiben der BaFin Gilt für global systemrelevante Institute Gilt für alle von den zuständigen Aufsichtsbehörden zur Sanierungsplanung aufgeforderten Institute Quelle: eigene Darstellung 2

3 Prozessablauf aus Sicht eines Institutes Schriftliche Aufforderung durch die EZB bzw. BaFin Abgabe Sanierungsplan innerhalb von 6 Monaten Bei Bedarf Antrag auf Fristverlängerung um höchstens weitere 6 Monate Prüfung Sanierungsplan durch Aufsichtsbehörden Keine Beanstandungen Sanierungsplan weist Mängel auf Nachbesserung innerhalb von 2 Monaten Bei Bedarf Antrag auf Fristverlängerung um höchstens 1 Monat Prüfung des überarbeiteten Plans durch Aufsichtsbehörden Keine weiteren Beanstandungen Unzureichende Mängelbehebung bzw. Sanierungshindernisse Zuständige Aufsichtsbehörde weist Änderungen am Sanierungsplan an Institut setzt zufriedenstellend um weiterhin Unzulänglichkeiten oder Sanierungshindernisse Institut sendet Vorschläge zu Änderungen der Geschäftstätigkeit an zuständige Aufsichtsbehörde Zuständige Aufsichtsbehörde prüft Vorschläge Vorschläge ausreichend Vorschläge unzureichend Anordnung von Maßnahmen durch zuständige Aufsichtsbehörde Umsetzung der vorgeschlagenen oder angeordneten Änderungen Regelmäßige Aktualisierung des Sanierungsplans Quelle: Eigene Darstellung 3

4 Abb. 2: Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung Übergeordnete Unternehmensgruppe GL GL GL Gesamtverantwortung der Geschäftsleiter für Erstellung, Implementierung und Aktualisierung des Gruppensanierungsplanes sowie Umsetzung im Krisenfall Beteiligung im besonderen Maße Grenze: Gesellschaftsrecht nachgeordnete potenziell systemgefährdende Gruppengesellschaft GL GL GL Gesamtverantwortung der Geschäftsleiter für Beteiligung an der Sanierungsplanung, sofern es die nachgeordnete Gesellschaft betrifft GL: Geschäftsleiter Quelle: eigene Darstellung 4

5 Abb. 3: Sanierungsplan im Überblick Sanierungsplan im engeren Sinn Ziel: finanzielle Solidität nachhaltig sicher- bzw. wiederherstellen Allgemeine Handlungsoptionen Belastungsanalyse Prüfung der Anwendbarkeit Belastungsszenario 1 Belastungsszenario 2 Belastungsszenario 3 Governance und Kommunikation Indikatorensystem Belastungsszenario 4 Belastungsszenario m Strategische Analyse Unternehmensstruktur Geschäftsaktivitäten Vernetzung Zusammenfassung Erkenntnisse/Ergebnisse/Hindernisse Änderungen Organisatorische/Prozessuale Anpassungen Zeitplan Quelle: Dr. Andreas Igl, 1 PLUS i GmbH Sanierungsplan im weiteren Sinn 5

6 Abb. 4: Strategische Analyse Aufbauorganisation Organigramm mit Beteiligungsquoten Beherrschungs-, Gewinnabführungsverträge Unternehmensstruktur Geschäftsaktivitäten Geschäftsmodell mit Kernaussagen zur Geschäfts- und Risikostrategie Identifikation der wesentlichen und kritischen Geschäftsaktivitäten sowie Märkte Zuordnung der Geschäftsaktivitäten zu juristischen Personen und Niederlassungen ( Mapping ) Vernetzung Intern: Vernetzung der wesentlichen gruppenangehörigen Gesellschaften und Niederlassungen (ökonomisch, rechtlich, organisatorisch und operational) Extern: Analyse der wesentlichen Vertragspartner und der zu erbringenden bzw. zu erwerbenden Dienstleistungen Quelle: eigene Darstellung auf Grundlage der MaSan 6

7 Abb. 5: Sanierungs-Handlungsoptionen Darstellung der für das Kreditinstitut bzw. die Finanzgruppe in Betracht kommenden Handlungsoptionen, die grundsätzlich dazubeitragen könnten, die finanzielle Solidität im Falle einer Krise sicher- bzw. wiederherzustellen. Rekapitalisierungsmaßnahmen Kapitalerhaltungsmaßnahmen Sicherstellung der Refinanzierung Liquiditätsmaßnahmen Abbau risikogewichteter Aktiva Neustrukturierung/freiwillige Reorganisation von Verbindlichkeiten Verbesserung der Ertragssituation Quelle: eigene Darstellung gemäß MaSan 7

8 Abb. 6: Überblick über alle Handlungsoptionen Auswirkungsanalyse je Handlungsoption Umsetzbarkeitsanalyse je Handlungsoption a) finanzielle, liquiditätmäßige und operationalen Auswirkungen auf Kapital (untergliedert), Liquidität (nach Fristigkeiten), Ertragslage, Risikoprofil, Fortführung des Geschäftsbetriebs, Arbeitnehmer und ihre Vertretungen Bewertung der Realisierbarkeit jeder Handlungsoption, insbesondere Bewertung der Erfolgsaussichten, Darstellung der Hindernisse sowie ihrer Überwindung, Sicherstellung des operativen Geschäftsbetriebs b) externen Auswirkungen auf Fortführung von systemrelevanten Geschäftsaktivitäten, andere Marktteilnehmer, Gläubiger und Anteilsinhaber. Beschreibung der Annahmen und Bewertungsmethoden Darstellung Zeitplan für Umsetzung jeder Handlungsoption Festlegung eines internen Prozesses und hochrangiger Verantwortlichkeiten für die Umsetzung jeder Handlungsoption Quelle: eigene Darstellung 8

9 Abb. 7: Definition zahlreicher qualitativer und quantitativer Frühwarnindikatoren Erhöhte Mitarbeiterfluktuation Negative Presseberichterstattung Schwierigkeiten bei Wertpapieremissionen CET 1- Quote NSFR LCR Gesamtkapitalkennziffer Ertragsquoten Zinsüberschuss Betriebsergebnis Auslastungsgrad Risikotragfähigkeit Auswahl einiger geeigneter Sanierungsindikatoren Quelle: eigene Darstellung 9

10 Abb. 8: Belastungsszenarien Plötzlich eintretend Langsam eintretend Idiosynkratisches Szenario Marktweites Szenario Definition von Belastungsszenarien, die die wesentlichen Risiken des Instituts abbilden Kombination aus idiosynkratisch und marktweit Quelle: Eigene Darstellung Analyse der Auswirkungen auf Kapital, Risikotragfähigkeit, Liquidität, Ertragskraft, Risikoprofil, Fortführung der Geschäftstätigkeit 10

11 Abb. 9: Anwendung des Indikatorensystems Kapital - Sanierungsindikatoren Frühwarnindikatoren z.b. CET 1-Quote < 9 % Ertrag Risikotragfähigkeit Liquidität Quelle: eigene Darstellung nach Dr. Andreas Igl, 1 PLUS i GmbH - 1 beginnende Krise Frühwarnindikator CET1-Quote schlägt an 2 Erhöhung des Eigenkapitals führt zurück in Normalzustand 11

12 Herausgeber: Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e. V. Lennéstraße 11, Berlin Telefon (0 30) Telefax (0 30) Internet: Autorin: Susanne Wegner Titelbild: EZB-Tower Kristan Fotolia.com Herstellung: DCM Druck Center Meckenheim GmbH Redaktionsschluss: Dezember 2014

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