CablOmix. Einleitung. Empfehlungen zum Einblasen

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1 CablOmix Empfehlungen zum Einblasen Einleitung Seit Mitte der 80er-Jahre wurden verschiedene Arten von Glasfasern in Mittel- und Niederspannungs-Verteilkabel integriert, um eine Lösung für die Datenübertragung anzubieten. Diese betrifft die Überwachung des elektrischen Verteilnetzes, Fernsteuerungen oder die Steuerung des Verteilnetzes. Während mehrerer Jahrzehnte blieb dies jedoch ein Nischenmarkt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begannen einige nordeuropäische Länder, diese Technik vor allem in den Mittelspannungsverteilnetzen auf systematischere Weise einzuführen. Unter Anwendung verschiedener Hybridisierungsformen beruhten die neuen Anwendungen hingegen allesamt auf der Einbindung von Mikrorohren in den Aufbau der Mittelspannungskabel, genauer gesagt in die Zwischenräume zwischen den Phasenleitern. In einem zweiten Schritt wurden in diesen Ländern auch verschiedene Aufbauten von Niederspannungs-Verteilkabeln eingeführt. Dies erfolgte jedoch in der Regel mit einem einzigen Mikrorohr pro Kabel. Manchmal war dieses Mikrorohr ausserhalb des NS-Kabels einfach im Mantel in der Form einer 8 oder innerhalb des Kabels neben den Leitern im Dreieck angeordnet, um mit diesen zusammen eine Art Vierer zu bilden. Nach ihrer aktiven Beteiligung am Einsatz von Hybridkabeln in Schweden in den Jahren hat Nexans Schweiz, in Übereinstimmung mit den Schweizer Normen, ein eigenes Sortiment von MS- und NS-Hybridkabeln mit integrierten Mikrorohren entwickelt und dieses mit Erweiterungs- und Anschlusszubehör ergänzt. Bis heute haben rund dreissig Schweizer Elektrizitätsversorgungsunternehmen diese verschiedenen Lösungen gewählt. Hybridkabel Axclight von Nexans Schweden Hybridbündel von Nexans Norwegen NS-Kabel mit anliegendem Mikrorohr Schweizer NS-Kabel mit integriertem Mikrorohr (Cu und Al) Das vorliegende Dokument soll dazu dienen, vollständigere Informationen über die in den letzten drei Jahren durchgeführten Versuche mit solchen Kabeltypen zu liefern. Gleichzeitig sollen unsere Kunden eine vollständige Liste mit Anwendungsempfehlungen erhalten, welche die Techniken zur Installation von Glasfaserkabeln in diesen CablOmix-Kabeln sowie

2 COF calculated from blow ref test das Thema Installationsmaterial betreffen. All dies zielt darauf ab, bei den Jetting -Arbeiten (Kombination von Einblasen mit mechanischem Stossen) bestmögliche Leistungen zu erzielen. Auch wenn in der Praxis bereits Installationsdistanzen von bis zu 1500 Metern erreicht worden sind, hat es sich in bestimmten Situationen gezeigt, dass bei über 200 bis 300 Metern Probleme auftreten können. Die in den Jahren 2013 und 2014 durchgeführten wichtigsten Versuche erfolgten im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit der Firma Plumettaz AG. Dieses weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet der Jetting -Techniken ist Inhaberin zahlreicher einschlägiger Patente. Nexans Schweiz möchte der Plumettaz AG, beziehungsweise Gérard und Denis Plumettaz, Fredy Bosshart, Victor Chaves und André Clément bei dieser Gelegenheit für ihre aktive Mitarbeit bei den Entwicklungen herzlich danken. Der Dank richtet sich insbesondere an den Forschungs- und Entwicklungsdirektor Willem Griffioen, der seit mehr als 25 Jahren als weltweit bedeutendster Spezialist der Jetting -Technik gilt. DYNAF-Tests MS-Kabel CablOmix NS-Kabel CablOmix Ausgespreiztes MS-Kabel CablOmix Der wichtigste Parameter beim Einblasen von Glasfaserkabeln in ein Mikrorohr ist der Reibungskoeffizient zwischen dem Mantel des Kabels und der Innenfläche des verwendeten Mikrorohres. Plumettaz entwickelte vor einigen Jahren eine Prüfbank zur Messung des dynamischen Reibungskoeffizienten. Diese stimmt besser mit den auf den Baustellen erhaltenen praktischen Resultaten überein als alle bis anhin bekannten Messverfahren und Anfang 2014 wurden auf der DYNAF-Prüfbank von Plumettaz in Bex deshalb zahlreiche Versuche durchgeführt, um den COF (Coefficient Of Friction, Reibungskoeffizient) von verschiedenen Kabeltypen und Mikrorohren auf dem Markt genau zu bestimmen. Dies ist notwendig, um die Einblasdistanz berechnen zu können, die in einem in ein Mittelspannungskabel integriertes Mikrorohr umsetzbar ist. DYNAF-Prüfbank von Plumettaz und mit einem Mittelspannungskabel CablOmix MS 0,5 0,4 Analoge Untersuchungen und Messungen wurden schon lange durchgeführt. Sie erfolgten aber immer mit geraden Mikrorohren, die in Glasfaserkabelnetzen anzutreffen sind und vor allem zur Einführung des FTTH dienen. Dies gilt für fast alle europäischen Länder. Beim vorliegenden Versuch wurde der COF jedoch erstmals an Mikrorohren gemessen, die in einem Mittelspannungskabel CablOmix spiralförmig angeordnet sind. Dies stellt eine zusätzliche Schwierigkeit dar, da der COF je nach Steifheit oder Biegsamkeit des Glasfaserkabels stark beeinflusst werden kann. 0,3 0,2 0, ,1 0,2 0,3 0,4 0,5 Measured COF (simulation) Übereinstimmung zwischen der Berechnung und der Messung des COF auf der DYNAF-Prüfbank Getestet wurden Mikrorohre und Kabel verschiedener Hersteller (Mikrorohre von Gabocom, Rehau, Wavin usw. sowie Mikrokabel von Nexans IKO Schweden, Nexans Opticable Belgien, Dätwyler AG und Nexans Schweiz). Die Resultate waren manchmal überraschend, bestätigten jedoch alles in allem die technologischen Auswahlkriterien von Nexans und zeigten Folgendes auf: 1. Alle getesteten Kabel ermöglichen die Gewährleistung einer

3 Einblasdistanz von mehr als 500 Metern, wenn die Mikrorohre bei der Herstellung oder beim Abrollen oder Ziehen des MS-Kabels nicht beschädigt worden sind. 2. Der COF erhöht sich bei den gewählten Mikrorohrtypen infolge der spiralförmigen Anordnung nur leicht, sofern das gewählte Glasfaserkabel hinsichtlich Biegsamkeit bzw. Steifheit einen optimalen Aufbau aufweist. 3. Das optimale Mikrokabel/Mikrorohr-Paar hat in einem geraden Mikrorohr einen COF von 0,06 und in einem Kabel CablOmix MS einen solchen von 0,08. Im Vergleich zur optimalen Lösung mit einem absolut geraden Rohr entspricht dies einer Erhöhung von nur 33 %. Die mit dem DYNAF-Prüfsystem erhaltenen Resultate wurden mit praktischen Versuchen verglichen, die im November 2013 an zwei Abschnitten von MS-Kabeln CablOmix 20 kv 3x1x240mm 2 durchgeführt worden waren. Aufgrund dieser äusserst positiven Resultate erarbeiteten Nexans Schweiz und Plumettaz Empfehlungen, welche die Jetting - Ausrüstung und ihre optimalen Anwendung betreffen. Sie sind am Schluss dieses Dokuments aufgeführt. MS- und NS-Kabel CablOmix Die Produkte von Nexans Schweiz, die den nationalen und internationalen Normen entsprechen, finden sich in unserem elektronischen Katalog unter: 1. Mittelspannungskabel CablOmix: MS-Dreileiterkabel Cablomix 2. Niederspannungskabel CablOmix mit Kupferleitern: Niederspannungskabel CablOmix Cu 3. Niederspannungskabel CablOmix mit Aluminiumleitern: Niederspannunskabel CablOmix Al «Jetting»-Technik- und -Ausrüstung Um beim Jetting die besten Resultate zu erhalten, werden die folgenden Ausrüstungen ausdrücklich empfohlen: a) Jetting -Maschine: Im Lieferprogramm der Jetting - Maschinen von Plumettaz verfügt die Familie MiniJet (P02 und H02, wobei die letztere empfohlen wird, wenn sowohl eingeblasen als auch eingeschwemmt werden soll) über die besten Merkmale für Glasfaserkabel mit einem Durchmesser von 4 bis 8 mm und Mikrorohre mit einem Innendurchmesser zwischen 5 und 10 mm. In Bezug auf den Anwendungskomfort (die Benutzerfreundlichkeit) bietet die neue MiniJet-Maschine das beste Verhalten. b) Schmierung: Die besten Resultate wurden erzielt, wenn

4 sowohl das Mikrorohr als auch das Mikrokabel geschmiert wurden. Das Mikrorohr wurde mit der Schmierflüssigkeit MicroJetting Lube von Plumettaz geschmiert. Dieselbe Flüssigkeit wurde während des Einblasens mit Hilfe des patentierten Lubricators L9 von Plumettaz auf das Kabel aufgebracht. c) Luftkühler: Der Kühler Plumettaz AC-12 ist ein Zubehör, das empfohlen wird, wenn die Kompressoren über keinen integrierten Kühler verfügen und nicht mit einem Wasserabscheider ausgerüstet sind, wenn die Umgebungstemperatur während der Installation des Mikrokabels mittels Jetting mehr als 20 C beträgt. d) Sonischer Mikrokopf für Mikrorohre mit einem Innendurchmesser zwischen 7,6 mm und 10 mm (neu). Selbst wenn die oben genannten Ausrüstungen verwendet und die für die Schmierung genannten Prinzipien eingehalten werden, können (für einen Druck von 10 bar) die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten maximalen Einblasdistanzen erwartet werden. Kabel Kabel- Ø [mm] COF Reibungskoeffizient Maximale theoretische Einblasdistanz [m] Kabel XSD Grün 24 bis 72 Fasern Kabel XSD Schwarz 24 bis 72 Fasern Kabel XSD Nano 24 Fasern Zusätzliche Empfehlungen für den Einblasvorgang Um bei den Einblasarbeiten von Glasfaser-Mikrokabeln in Mikrorohre Komplikationen zu vermeiden, empfehlen wir zudem Folgendes: Der Biegeradius des Kabels darf auf keinen Fall kleiner sein als im Datenblatt angegeben. Zwischen-Einblasschächte, wenn das Verlegungstrassee Biegeradien von weniger als 10 m aufweist, damit die grösste Einblaslänge nicht mehr als 600 m beträgt. Bei einem geraden Trasseeverlauf sollte die Einblaslänge von 1000 m nicht überschritten werden. Abdichtung der leeren Röhrchen Eine Grundregel für das Einblasen: Der Durchmesser des Kabels darf 75 % des Innendurchmessers des Rohres nicht übersteigen. Für das Einblasen empfohlene Maschine: siehe unter

5 Plumettaz MiniJet P02. Das Mikrorohr sollte vorher systematisch mit MicroJetting Lube von Plumettaz geschmiert werden: siehe unter MicroJetting. Das Glasfaser-Mikrokabel sollte während des Blasvorgangs mit Hilfe des Lubricators Typ L9 von Plumettaz systematisch mit MicroJetting Lube von Plumettaz geschmiert werden: siehe unter Lubricator. Die oben stehenden Informationen bilden die theoretischen Grundlagen, wobei die praktischen Resultate je nach Typ des CablOmix-Kabels und der Einblasverhältnisse (kombinierte Stossund Ziehtechnik, horizontale und vertikale Richtungsänderungen, starke Höhenunterschiede usw.) leicht variieren können. Nexans kann Sie auch in Bezug auf die besten Kombinationen beraten, um die optimale Resultate zu erhalten.

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