Metropolregion München geht weitere Schritte hin zu durchgängigem ÖPNV-Tarif für die Region

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1 Pressemitteilung Langversion 16. Juni 2015 Metropolregion München geht weitere Schritte hin zu durchgängigem ÖPNV-Tarif für die Region Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu vertieften Tarifkooperationen in der Metropolregion vorgestellt Außerordentliche Mitgliederversammlung des EMM e.v. beschließt, das Ziel eines durchgängigen ÖPNV-Tarifs für die Metropolregion gemeinsam weiterzuverfolgen München Am 16. Juni 2015 kam die Mitgliedschaft des Europäische Metropolregion München (EMM) e.v. zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen. Ihnen wurden die Ergebnisse einer gemeinsam beauftragten Studie zu den Möglichkeiten eines flächendeckenden ÖPNV-Tarifs in der Metropolregion München vorgestellt. Auf Basis der Studienergebnisse konnten nächste Schritte auf dem Weg zu einem durchgängigen ÖPNV-Tarifsystem für die Region diskutiert werden. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wurden die wichtigsten Studienergebnisse in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Bereits seit Gründung des EMM e.v. ist es ein zentrales Anliegen, an einem Tarifsystem der Öffentlichen Verkehrsangebote zu arbeiten, das die gesamte Metropolregion München umfasst. Daher wurde durch die Facharbeitsgruppe EMM-Tarif und Fahrgastinformation (Trägerschaft: Münchner Verkehrs- und Tarifverbund MVV) die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie initiiert, welche die Möglichkeiten und Bedingungen einheitlicher Tarifangebote untersucht. Durch die Mitgliedsinstitutionen des EMM e.v. wurde die Beauftragung einer solchen Studie im November 2013 beschlossen. Vergeben wurde die Untersuchung im Juni 2014 an das Bieterkonsortium aus civity Management Consultants, Berlin und Intraplan Consult, München. Die Finanzierung der Studie erfolgte durch eine breite Allianz von 36 Mitgliedern des EMM e.v.. Die wichtigsten Studienergebnisse und Empfehlungen Grundlegend wurde im Rahmen der Untersuchung deutlich, dass heute nicht für alle wichtigen Verkehrsverbindungen und Fahrten in der Metropolregion München passende und durchgängige Tarifangebote existieren. Werden öffentliche Verkehrsmittel über die Grenzen 1/6

2 von bestehenden Verbünden hinaus genutzt, müssen häufig mehrere Fahrkarten gelöst werden. Gerade für Landkreise und Kommunen außerhalb der bestehenden Verkehrsverbünde ist ein einheitliches Tarifangebot daher von hoher Bedeutung. Als in Frage kommende Lösungen zur Behebung der festgestellten Tariflücken wurden im Zuge der Untersuchung verschiedene Varianten näher analysiert: Die Möglichkeit eines Dachtarifs, welcher heute bestehende Tarife bzw. Verbünde ergänzen würde, und die Variante eines Vollverbunds, in dem neue Tarife an Stelle der heute bestehenden Tarifangebote bzw. Verbünde eingeführt würden. Die Gutachter kommen nach Untersuchung beider Varianten zu der Empfehlung, in einer ersten Stufe einen gemeinsamen Dachtarif für die Metropolregion München einzuführen, wobei die Option für eine (Weiter-)Entwicklung zu einem Metropolverbund bewusst offen gelassen wurde. Die Umsetzung eines Vollverbundes in einem Schritt wäre jedoch unter anderem mit hohem organisatorischen Aufwand, signifikanten Mehrkosten und einem sehr langen Umsetzungszeitraum verbunden. Kernempfehlungen der Gutachter Für die Metropolregion München wird die Einführung eines Dachtarifes empfohlen, mit der Option einer Weiterentwicklung bis hin zum Verbund. Ein zügig umsetzbarer Dachtarif für die Metropolregion würde die zentralen Anforderungen, insbesondere die Durchlässigkeit des Tarifs aus Kundensicht, erfüllen Der Dachtarif wäre im SPNV (Schienenpersonennahverkehr) und für tarifraumüberschreitende Verkehre gültig; die Verbundtarife und die lokalen Tarife im ÖSPV (Öffentlicher Straßenpersonennahverkehr) blieben erhalten Perspektivisch ist eine Weiterentwicklung des Dachtarifs hin zu einer Tarifkooperation mit erhöhter Integrationstiefe für einzelne Teilräume (z. B. außerhalb der heutigen Verbünde) denkbar. Langfristig bleibt die Weiterentwicklung bis hin zu einem Verkehrsverbund für die Metropolregion München als Option erhalten Die Integration des gesamten Raums der Metropolregion München in einen Vollverbund würde zu erheblichen Veränderungen in den heute funktionierenden Verbünden führen Insbesondere würde die Harmonisierung des Tarifniveaus in diversen Regionen zu signifikanten Mehrkosten für Fahrgäste oder Aufgabenträger führen (hoher Abstimmungsaufwand und sehr langer Umsetzungszeitraum wahrscheinlich) 2/6

3 Die Einführung eines Dachtarifs für die Metropolregion München würde bedeuten, dass bestehende Verkehrsverbünde und Tarife erhalten bleiben. Der Dachtarif würde dennoch die zentralen Anforderungen, die Durchlässigkeit des Tarifs und die Vereinfachung der Handhabung, erfüllen. Fahrgäste könnten tarifraum- und verbundübergreifend mit einer Fahrkarte durch die Metropolregion reisen. Zudem wäre ein Dachtarif nach Einschätzung der Gutachter in einem relativ kurzen Zeitraum von wenigen Jahren umsetzbar. Und für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in der Metropolregion München bestünde die Chance, dass eine entscheidende Tariflücke in absehbarer Zeit geschlossen werden könnte. Die verkehrlichen Gegebenheiten in der Region (Verkehrsangebote und Verkehrsnachfrage) wurden im Gutachten eingehend betrachtet. Ergebnis ist, dass schon aus rein verkehrlicher Perspektive Bedarf besteht, nahezu die gesamte Metropolregion durch einen tariflichen Kooperationsraum abzudecken, der sich idealerweise an den Kreisgrenzen orientieren sollte. Darüber hinaus dürfen auch Zielsetzungen wie gleichwertige Lebensbedingungen und -qualitäten, zu denen ein guter Zugang zum Netz öffentlicher Verkehrsmittel gehört, nicht außer Acht gelassen werden. So werten auch die Gutachter die endgültige Abgrenzung des Raumes als eine politische Entscheidung. Ebenso verweisen die Gutachter darauf, dass Infrastruktur, Verkehrsangebote und Tarife im Gleichklang weiterentwickelt werden müssen, damit die Öffentlichen Verkehrsmittel in der Metropolregion München den wachsenden Anforderungen weiterhin auf hohem Niveau gerecht werden können. Denn die Analysen hätten auch gezeigt, dass Schwachstellen im Hinblick auf die Abdeckung der regionalen Verkehrsbedürfnisse außerhalb der Schienenachsen und der Durchgängigkeit zwischen lokalen Busangeboten und regionalen Schienenverkehren existieren. Hier sollte eine Tarifkooperation durch entsprechende Angebotsanpassungen flankiert werden. Das weitere Vorgehen Mit der vorgelegten Studie wurde die grundsätzliche Machbarkeit einer Weiterentwicklung der Tarifkooperation bestätigt und ein möglicher Umsetzungspfad aufgezeigt. Die Gutachter raten dazu, als nächste Schritte, unter Einbindung der relevanten Akteure der betroffenen Verkehrsbetriebe und verbünde sowie der Aufgabenträger, ein konkretisiertes Grobkonzept abzustimmen und eine institutionelle, entscheidungsfähige Organisationsstruktur vorzubereiten, welche die für einen derartigen Dachtarif notwendigen Beschlüsse der Entscheidungsgremien vor Ort organisiert und zusammenführt. In dieser Phase des Grobkonzepts müssen zudem mit den involvierten Akteuren bereits bearbeitete Themen im Detail abgestimmt werden. Dies betrifft neben der Ausgestaltung des eigentlichen Tarifs Fragen zu Vertrieb, Einnahmenaufteilung, Kommunikation sowie Organisation und 3/6

4 Finanzierung. Am Ende des beschriebenen Prozesses könnte mit Zustimmung der Gremien der betroffenen Aufgabenträger aus den Regionen und Städten der Metropolregion ein Letter of Intent zur Einführung eines Dachtarifs für die Metropolregion München stehen. Im Anschluss an diese Konkretisierungsschritte könnte mit der Ausarbeitung eines Fachfeinkonzeptes und der konkreten Vorbereitung zur Einführung des Dachtarifs begonnen werden. Die Mitgliederversammlung des EMM e.v. folgte der Empfehlung der Gutachter und beschloss, das Thema einheitliches ÖPNV-Tarifsystem für die Metropolregion München weiterzuverfolgen. Hierzu wurde die Geschäftsstelle des EMM e. V. gemeinsam mit der Facharbeitsgruppe EMM- Tarif und Fahrgastinformation beauftragt, das weitere Vorgehen wie von den Gutachtern empfohlen, einzuleiten. Hierzu sollen nach Klärung der Details zum benötigten Finanzierungsumfang der Grobkonzeptphase Finanzierungsabfragen bei Mitgliedern und weiteren Partnern erfolgen. Für diesen nächsten Schritt stellt der EMM e.v gemeinsam mit seinen Mitgliedsinstitutionen den organisatorischen Rahmen bereit, um die Erarbeitung eines derartigen Grobkonzeptes in Angriff zu nehmen. Zur Entstehung der Studie: Hintergrund und Beteiligte Seit Gründung des EMM e.v. ist es ein zentrales Anliegen, Vereinfachungen und Harmonisierungen im ÖPNV für die gesamte Metropolregion zu erreichen. In einem ersten Schritt wurde dafür die AboPlusCard eingeführt, die es Pendlern erlaubt, bis zu drei Verkehrsverbünde in einem Jahresabonnement zu kombinieren. Es fehlen aber weiterhin verbundübergreifende Angebote für den normalen Zeitkartenkunden (z.b. Wochen- und Monatskarten) sowie für den Gelegenheitsverkehr. Daher hat die Facharbeitsgruppe EMM-Tarif und Fahrgastinformation unter Trägerschaft des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds MVV die Beauftragung einer Grundlagenstudie zu möglichen ÖPNV-Kooperationen initiiert. Bestätigt wurde der Vorschlag der Facharbeitsgruppe durch eine sehr breite Mitgliedsbasis des EMM e.v., wie ein einstimmiger Beschluss der Mitglieder für die Beauftragung des Gutachtens im November 2013 zeigte. Zur fachlichen Begleitung der Studienerstellung wurde eine Projektgruppe gegründet, welche sich aus Verkehrsverbünden- und Gesellschaften, Vertretern von Landkreisen, Städten und des Freistaats Bayern sowie der Industrie- und Handelskammern der Metropolregion München zusammensetzte. Im Juni 2014 wurde die Studie an das Bieterkonsortium civity Management Consultants / Intraplan Consult in Auftrag gegeben. Auf Grundlage der Untersuchung sollen in der Folge weitere Schritte sowie Chancen, Möglichkeiten und Risiken intensivier tariflicher 4/6

5 Kooperationen bis hin zu einem metropolregionalen Verkehrsverbund diskutiert werden. Abgeschlossen wurde die Studie im Mai Die Finanzierung erfolgte durch eine breite Allianz von 36 Mitgliedsinstitutionen des EMM e.v.. Einen großen Finanzierungsanteil schulterten die Landeshauptstadt München sowie die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG. Auch DB Regio, Münchner Verkehrsverbund, Augsburger Verkehrsverbund und Rosenheimer Verkehrsgesellschaft beteiligten sich mit maßgeblichen Summen. Detaillierte Zwischenergebnisse wurden den Mitgliedern der Facharbeitsgruppe EMM-Tarif und Fahrgastinformation (u.a. Landeshauptstadt München, Stadt Augsburg, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, DB Regio, MVG, IHK für München und Oberbayern, IHK Schwaben, AVV, INVG, rund 15 Landkreise und Kommunen) durch die Gutachter in mehreren Sitzungen im Herbst 2014 und Frühjahr 2015 vorgestellt. Entscheidende Zwischenschritte wurden in Abstimmung mit der Facharbeitsgruppe durch die Mitglieder des EMM e.v. beschlossen. 5/6

6 Europäische Metropolregion München e.v. Geschäftsstelle Anja Birkle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +49 (0) Europäische Metropolregion München e.v.: Mehr Region. Mehr Möglichkeiten. Die Metropolregion München ist einer der erfolgreichsten Wirtschaftsräume Europas mit weltweiter Bekanntheit. Sie reicht von Eichstätt im Norden bis Garmisch-Partenkirchen im Süden und von Dillingen an der Donau und dem Ostallgäu im Westen bis nach Altötting im Osten und umfasst somit weit mehr als das Münchner Umland. Auf einer Fläche von rund Quadratkilometern leben über 5,6 Millionen Bürger in 32 Landkreisen und Städten etwa jeder 14. Deutsche ist somit in der Metropolregion München zu Hause. Die Metropolregion München bietet ihren Bewohnern dank vielfältiger landschaftlicher und kultureller Angebote beste Freizeitmöglichkeiten und höchste Lebensqualität. Um diese Attraktivität weiter zu stärken, engagieren sich 26 südbayerische Landkreise, die sechs kreisfreien Städte Augsburg, Ingolstadt, Kaufbeuren, Landshut, München und Rosenheim, rund 40 kreisangehörige Städte und Gemeinden, wichtige lokale und internationale Wirtschaftsunternehmen, renommierte Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Verbände im Verein Europäische Metropolregion München (EMM e.v.). Seine Mitglieder greifen über Institutionsgrenzen hinweg Themen auf und initiieren gemeinsame Projekte aus den Bereichen Wissen, Wirtschaft, Umwelt, Mobilität, Kultur und Sport sowie Ländlicher Raum. Der EMM e.v. bietet die Plattform für gezielte Dialoge und organisiert gemeinsame Veranstaltungen sowie internationale Auftritte. Alle Projekte und Initiativen des Vereins stehen im Zeichen einer nachhaltigen Förderung der Wirtschaftskraft in Einklang mit Natur und Umwelt, um die Lebensqualität für die Bevölkerung weiter zu steigern. Von der Vernetzung im EMM e.v. profitieren Unternehmen und Institutionen gleichermaßen wie die Bevölkerung der gesamten Metropolregion München. Daher die Devise: Mehr Region. Mehr Möglichkeiten. 6/6

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