Der Arbeitsmarkt in Deutschland Altenpflege

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1 Arbeitsmarktberichterstattung, März 2015 Der Arbeitsmarkt in Deutschland Altenpflege

2 Impressum Herausgeber: Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung Regensburger Straße Nürnberg Kontakt für Rückfragen: Ralf Beckmann Christian Mackenrodt Telefon: 0911/ Fax: 0911/ Diese Broschüre ist eine Onlinepublikation und ausschließlich digital verfügbar. Kostenloser Download im Internet unter: Allgemein/Arbeitsmarkt-Allgemein-Nav.html Für weitere Daten wenden Sie sich bitte an das Statistik-Datenzentrum der Bundesagentur für Arbeit Mail: Internet: Stand: März 2015 Zitiervorschlag Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt in Deutschland Altenpflege. Nürnberg Seite 2

3 Inhaltsverzeichnis AUF EINEN BLICK ERWERBSTÄTIGKEIT UND SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIGE BESCHÄFTIGUNG ARBEITSLOSIGKEIT GEMELDETE ARBEITSSTELLEN FACHKRÄFTEENGPÄSSE FÖRDERUNG DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG ZUR ALTENPFLEGEKRAFT DATENTABELLEN Seite 3

4 Auf einen Blick Altenpflegekräfte sind in Deutschland erwerbstätig. Ein Großteil davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte arbeitet in Teilzeit. Die Arbeitslosigkeit von Altenpfleger/inne/n ist im langfristigen Trend rückläufig. Die Nachfrage nach Altenpflegekräften, insbesondere examinierten Fachkräften, ist hoch. Zwischen der Qualifikation Arbeitsloser und den in offenen Stellen geforderten Anforderungen besteht eine Diskrepanz: Während es für examinierte Kräfte mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt, übersteigt die Zahl der arbeitslosen Altenpflegehelfer/innen die der gemeldeten Stellen für diese Personengruppe. Bundesweit besteht ein Fachkräftemangel für examinierte Altenpflegekräfte. Arbeitsmarktpolitik nimmt in der Ausbildung von Altenpflegekräften eine bedeutende Rolle ein: 2013/2014 wurde bundesweit mehr als jede vierte Ausbildung in Form einer geförderten Umschulung begonnen. Seite 4

5 1. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Altenpflegekräfte 1 waren 2013 in Deutschland tätig. Mit einem Frauenanteil von 87 Prozent ist die große Mehrheit der Altenpflegekräfte weiblich. Fast alle Altenpflegekräfte sind abhängig beschäftigt; nur wenige Personen (8.000) üben diesen Beruf selbstständig aus Altenpfleger/innen waren im Juni 2014 sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder 44 Prozent gehen einer Tätigkeit als Altenpflegehelfer/innen 2 nach, für die üblicherweise weniger als zwei Jahre Ausbildung erforderlich sind oder 56 Prozent sind als examinierte Fachkraft 3 tätig. Mehr als die Hälfte der Altenpfleger/innen arbeitet in Teilzeit (55%). 4 Dabei arbeiten nicht nur fast 6 von 10 Frauen, sondern Die große Mehrheit der Pflegekräfte ist weiblich; mehr als die Hälfte arbeitet als Fachkraft und in Teilzeit. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Altenpflege nach Beschäftigungsart, Geschlecht und Anforderungsniveau Deutschland Juni % Männer Teilzeit Frauen 85% Fachkräfte 45% 44% 55% 56% Vollzeit Helfer Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2 Anforderungsniveau 1 auf Basis der Klassifikation der Berufe Unter dem Begriff Fachkraft werden die Anforderungsniveaus 2 bis 4 zusammengefasst, was mindestens eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung oder vergleichbare Kenntnisse voraussetzt. 4 Unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag 1 Daten zur Erwerbstätigkeit auf Basis des Mikrozensus für das Jahr Aktuellere Daten liegen noch nicht vor. die Teilzeitquote am bei 26%, bei den Männern bei 9%.

6 auch mehr als jeder dritte Mann in Teilzeit. 2. Arbeitslosigkeit Im 2015 waren Altenpflegekräfte in Deutschland arbeitslos gemeldet. Das waren oder 3,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei neun von zehn arbeitslosen Altenpflegekräften handelt es sich um Altenpflegehelfer/innen ( Arbeitslose). Jede/r zehnte Arbeitslose in diesem Feld ist als examinierte Fachkraft in die Altenpflege vermittelbar (3.700 Arbeitslose). Innerhalb des letzten Jahres hat sich die Arbeitslosigkeit von Altenpflegekräften wenig verändert. Im langfristigen Trend seit 2007 zeigt sich vor allem bei den examinierten Altenpflegekräften ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit. Langfristig sinkt die Arbeitslosigkeit vor allem für Fachkräfte. Bestand an arbeitslosen Altenpflegekräften nach Anforderungsniveau Deutschland 2007 bis 2015 Altenpflegekräfte insgesamt ggü. Vorjahr ggü. Jan Altenpflegehelfer/innen ggü. Vorjahr -400 ggü. Jan Altenpflegefachkräfte ggü. Vorjahr ggü. Jan Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Seite 6

7 3. Gemeldete Arbeitsstellen Stellen für Arbeitskräfte im Bereich der Altenpflege waren im 2015 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Die Nachfragestruktur unterscheidet sich jedoch deutlich von der Qualifikationsstruktur der Arbeitslosen: Zwei Drittel der Stellen richten sich an examinierte Altenpflegefachkräfte ( Stellen), lediglich ein Drittel sind Stellen für Altenpflegehelfer /innen (5.600). Gegenüber dem Vorjahr ist die Nachfrage nach Altenpfleger/inne/n gestiegen. Von 2014 auf 2015 hat sich innerhalb eines Jahres die Zahl der BA zur Vermittlung gemeldeten Stellen um 28 Prozent erhöht (+3.600). Deutliche Diskrepanz zwischen der Qualifikation Arbeitsloser und den Anforderungen gemeldeten Stellen Bestand an arbeitslosen Altenpflegekräfte und gemeldete Arbeitsstellen nach Anforderungsniveau Deutschland Fachkräfte Helfer Arbeitslose Stellen Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Seite 7

8 4. Fachkräfteengpässe Die Relation von Arbeitslosen und gemeldeten Stellen ist ein Indikator der Fachkräfteenpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Nach diesen Analysen ist im Bereich der Altenpflegefachkräfte eine deutliche Fachkräftemangelsituation erkennbar (rechte Landkarte). Bei Altenpflegehelfer/inne/n zeigt sich hingegen kein Engpass. 5 So übersteigt die Zahl der gemeldeten Stellen für examinierte Altenpflegefachkräfte die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen deutlich. Im Schnitt der letzten 12 Monate kamen auf 100 gemeldete Stellen lediglich 39 arbeitslose Altenpflegefachkräfte. Diese Situation stellt sich dabei in allen Bundesländern ähnlich dar. 6 Arbeitslose Altenpflegehelfer/innen gibt es hingegen deutlich mehr als gemeldete Stellen. So kommen auf 100 Stellen für Altenpflegehelfer/innen bundesweit rechnerisch 715 Arbeitslose. Auch die Höhe der Vakanzzeit weist auf Schwierigkeiten bei der Besetzung von gemeldeten Stellen für examinierte Altenpfleger/innen hin. So waren gemeldete Stellen für examinierte Altenpflegekräfte im 2015 (gleitender Jahresdurchschnitt) 122 Tage vakant. Die Vakanzzeit bei Altenpflegehelfer/inne/n fiel mit 73 Tagen unterdurchschnittlich aus. 7 Im Vergleich zu anderen Gesundheits- und Pflegeberufen ist ein Fachkräftemangel für examinierte Altenpfleger/innen bundesweit beobachtbar. Fachkräftemangel in Gesundheits- und Pflegeberufen Spezialisten bzw. Experten Deutschland nach Ländern Dezember 2014 Humanmedizin (Experten) Gesundheits- und Krankenpflege Altenpflege Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Bremen Bremen Bremen Niedersachsen Berlin Brandenburg Niedersachsen Berlin Brandenburg Niedersachsen Berlin Brandenburg Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Thüringen Sachsen Thüringen Sachsen Thüringen Sachsen Hessen Hessen Hessen Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Saarland Saarland Saarland Bayern Bayern Bayern Baden-Württemberg Baden-Württemberg Baden-Württemberg = Fachkräftemangel = Anzeichen für Fachkräfteengpässe = keine Engpässe = Keine Daten aufgrund kleiner Größenordnungen Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 5 Vgl. Bundesagentur für Arbeit. Fachkräfteengpassanalyse. Nürnberg. Dezember Die Tatsache, dass es überhaupt arbeitslose Altenpflegefachkräfte gibt, lässt sich durch ein auch bei sehr guter Arbeitsmarktlage vorhandenes Grundniveau an Sucharbeitslosigkeit erklären. 7 Die gesamtwirtschaftliche Vakanzzeit über alle Anforderungsniveaus betrug im gleitenden Jahresdurchschnitt von Februar 2014 bis Tage Seite 8

9 5. Förderung der beruflichen Weiterbildung zur Altenpflegekraft Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in diesem Beruf unterstützen die Arbeitsagenturen und die Jobcenter die Qualifizierung von Altenpflegekräften begannen Personen eine berufliche Weiterbildung zur Altenpflegekraft. Neun von zehn Personen, die eine Weiterbildung zum Altenpflegekraft aufnahmen, strebten eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft an, lediglich ein Zehntel die Weiterbildung zum/r Altenpflegehelfer/in. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich der Schwerpunkt der Förderung von Altenpflegekräften deutlich verändert: Die Zahl der geförderten Fachkräfte hat sich fast verdoppelt; die Zahl der Eintritte in Förderungen zum/r Altenpflegehelfer/in mehr als halbiert. Rund Personen beendeten 2014 ihre Weiterbildung zur Altenpflegekraft erfolgreich. Ein gutes Fünftel der Absolventen/innen waren Altenpflegehelfer/innen. Vier Fünftel schlossen die Weiterbildung erfolgreich als examinierte Altenpflegefachkräfte ab. 9 Qualifizierung von Altenpflegefachkräften nimmt zu. Eintritte in Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung mit Abschluss gleitende Jahressummen Deutschland 2012 bis Oktober 2014 Altenpflegefachkräfte Altenpflegehelfer/innen Oktober Oktober 2014 Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit 8 Berichtet wird die gleitende Jahressumme von November 2013 bis Oktober 2014, da endgültige Werte für November und Dezember 2014 noch nicht vorliegen. 9 Die unterschiedlichen Relationen von Altenpflegefachkräften und -helfer/inne/n in den Eintritts- und Austrittszahlen resultieren v. a. aus der verstärkten Förderung der (i. R. dreijährigen) Ausbildung zur Altenpflegfachkraft und rückläufigen Zahlen bei der kürzeren Ausbildung zum/r Altenpflegehelfer/in. Seite 9

10 Die Weiterbildung zur Altenpflegefachkraft erweist sich oft als Sprungbrett ins Erwerbsleben: So waren mehr als 4 von 5 Personen, die 2013 eine Qualifizierung zur Fachkraft in der Altenpflege abschlossen, ein halbes Jahr nach Ende der Maßnahme sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Förderung der beruflichen Weiterbildung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Altenpflegefachkräften. Im Schuljahr 2013/14 10 wurde mehr als jede vierte neu begonnene Ausbildung zur examinierten Altenpflegefachkraft durch eine Agentur für Arbeit oder ein Jobcenter gefördert. Mehr als jede vierte Ausbildung zur Altenpflegefachkraft wird als Umschulung gefördert. Anteil Maßnahmeeintritte in Förderung der beruflichen Weiterbildung mit Abschluss mit dem Schulungsziel Altenpflege Fachkraft an Eintritten in Ausbildung nach Altenpflegegesetz Deutschland August Juli % Umschulungen zur Altenpflegefachkraft Ausbildungen Altenpflegschüler/innen ohne Förderung nach SGB III oder SGB II 72% Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (gleitende Jahressummen August Juli) Altenpflege (o.s.) - Fachkraft 82102; Engelhard/ Wappenschmidt-Krommus 2014: Zwischenbericht zur Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege ( ), S. 19, 10 In Relation gesetzt werden die Maßnahmeeintritte August Juli 2014 zu den vom BMFSFJ veröffentlichten Daten zu Altenpflegeschüler/innen/n: Engelhard/ Wappenschmidt-Krommus 2014: Zwischenbericht zur Ausbildungsund Qualifizierungsoffensive Altenpflege ( ), S. 19, html Seite 10

11 6. Datentabellen Arbeitsmarkt in Zahlen Arbeitsmarkt Altenpflege (Arbeitslose, gemeldete Arbeitsstellen, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) Deutschland gleitende Jahresdurchschnitte jew eils Februar des Vorjahres bis bzw. Stichtag (Beschäftigte) Datenrevisionen können zu Abw eichungen gegenüber Ausw ertungen mit früherem Erstellungsdatum führen. Jahr Arbeitslosigkeit Helfer Experten Gemeldete Stellen Helfer Experten sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Arbeitsort) Helfer Experten Statistik der Bundesagentur für Arbeit Seite 11

12 Arbeitsmarkt in Zahlen Arbeitsmarkt Altenpflege (Arbeitslose, gemeldete Arbeitsstellen, Vakanzzeit in der Berufsgruppe Altenpflege, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Förderung der beruflichen Weiterbildung zur Altenpflegefachkraft) Deutschland, Bundesländer Datenrevisionen können zu Abw eichungen gegenüber Ausw ertungen mit früherem Erstellungsdatum führen. Arbeitslose Jan Helfer Experten Helfer Gemeldete Stellen Jan Experten Helfer durchschnittliche Vakanzzeit bei Experten Helfer sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Arbeitsort) Experten Deutschland Schlesw ig-holstein Hamburg Niedersachsen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Bayern Saarland Berlin Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen ) gleitender Jahresdurchschnitt Februar ) November Oktober 2014 (gleitender Jahresdurchschnitt bzw. -summe) Eintritte in Förderung der beruflichen Weiterbildung inkl. Reha-aMW mit Abschluss (KldB ) Qualifizierung zur Statistik der Bundesagentur für Arbeit Abgang in Tagen Jan ) Altenpflegefachkraft 2) Seite 12

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