Die Schweizerische Sozialhilfestatistik im Kanton Glarus. Im Kanton Glarus sind ältere Personen zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen

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1 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Statistik BFS Medienmitteilung Sperrfrist: , 9:15 13 Soziale Sicherheit Nr Die Schweizerische Sozialhilfestatistik im Kanton Glarus Im Kanton Glarus sind ältere Personen zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen Neuchâtel, (BFS) Die Sozialhilfequote im Kanton Glarus liegt für das Jahr 2009 bei 2,1 Prozent. Das bedeutet, dass 792 Personen auf Leistungen aus der Sozialhilfe angewiesen waren. Das sind weniger als im Vorjahr, als die Quote bei 2,2 Prozent lag. Entgegen dieser leicht abnehmenden Tendenz, hat die Zahl der älteren Personen in der Sozialhilfe zwischen 56 und 64 Jahren deutlich zugenommen. Diese Altersgruppe weist, erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005, ein überdurchschnittlich hohes Sozialhilferisiko auf. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse der detaillierten Auswertungen der schweizerischen Sozialhilfestatistik des Kantons Glarus für das Jahr Die Ergebnisse der schweizerischen Sozialhilfestatistik zeigen auf, dass die Sozialhilfequote im Kanton Glarus im Vergleich zur ganzen Schweiz weiterhin eher tief liegt. Es bestehen deutliche, wenn auch nicht sehr grosse Unterschiede zwischen den ab dem fusionierten drei Gemeinden. Die leicht tiefere Sozialhilfequote im Vergleich zum Jahr 2008 ist auf einen deutlichen Rückgang in Glarus Mitte zurückzuführen, während sonst die Situation unverändert blieb. Vergleicht man die Situation im Jahr 2009 im Kanton Glarus mit jener vom Jahr 2005, so ist die Veränderung insgesamt sehr klein. Die Sozialhilfequote sank von 2,2 Prozent auf 2,1 Prozent. Beobachtet man aber die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Altersgruppen und Falltypen, so sind markante Veränderungen zu verzeichnen. Personen im Pensionsalter benötigen keine Sozialhilfe mehr Personen im Pensionsalter benötigen 2009 nur noch ganz selten Sozialhilfe. Bei den über 80 Jährigen beträgt die Sozialhilfequote 0 Prozent. Vor fünf Jahren lag die Sozialhilfequote bei dieser Altersgruppe noch bei 1,6 Prozent. Dies dürfte mit den veränderten Bestimmungen zu den Espace de l'europe 10 CH-2010 Neuchâtel

2 Ergänzungsleistungen zur AHV zusammenhängen. Auswirkungen hat dies auch auf die Anzahl Heimfälle. Diese sind von 69 Fällen im Jahr 2005 auf 14 Fälle gesunken. Paare mit Kindern benötigen seltener Sozialhilfe als im Jahr 2005 Ebenfalls abgenommen hat die Sozialhilfequote bei den Kindern, den jungen Erwachsenen und den 36- bis 45-Jährigen. Es sind aber nicht die Alleinerziehenden, die seltener Sozialhilfe benötigen, sondern die Familien mit Kindern. Waren in dieser Kategorie 2005 insgesamt 18 Prozent der Fälle, so sind es 2009 nur noch 12 Prozent. Werden ältere Personen vor der Pensionierung zu einer Risikogruppe? Die grösste Zunahme bei der Sozialhilfequote verzeichnet die Altersgruppe vor der Pensionierung. War die Sozialhilfequote der 56- bis 64-Jährigen 2005 noch bei unterdurchschnittlichen 1,7 Prozent, so liegt sie 2009 mit 2,5 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Noch etwas höher liegt die Quote 2009 bei der nächst jüngeren Altersgruppe, wobei dort die Veränderung im Vergleich zu 2005 weniger gross ist. Diese Entwicklung verdient Aufmerksamkeit. Einerseits ist es kaum möglich, ältere Personen, die längere Zeit nicht gearbeitet haben und die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr jede Arbeit leisten können, im 1. Arbeitsmarkt zu integrieren und andererseits dürfte eine Ablösung durch eine Sozialversicherung schwieriger geworden sein. Wahrscheinlich entsteht hier eine wachsende Gruppe von Langzeitbezügern. Personen sind in den drei Alterkategorien vor dem Pensionsalter bei den Langzeitbezügern sehr viel stärker vertreten, als die jüngeren Alterkategorien. Die Schweizerische Sozialhilfestatistik Die Daten im Kanton Glarus werden seit 2004 im Rahmen der vom Bundesamt für Statistik (BFS) durchgeführten Schweizerischen Sozialhilfestatistik erhoben. Wichtigste Kennzahlen der Sozialhilfestatistik sind die Sozialhilfequote und die Unterstützungsquote. Sie sind die Indikatoren für das Risiko, von Sozialhilfeleistungen abhängig zu werden. Die Sozialhilfequote ist definiert als Anteil der mit Sozialhilfe unterstützten Personen an der ständigen Wohnbevölkerung gemäss dem jährlichen Bevölkerungsstand (ESPOP, definitive Daten des Vorjahres). Die Unterstützungsquote entspricht dem Anteil der Fälle/Unterstützungseinheiten an den Privathaushalten (zivilrechtlicher Wohnsitz) gemäss Eidgenössischer Volkszählung BUNDESAMT FÜR STATISTIK Pressestelle 2/5

3 Auskunft: Norbert Riesen, BFS, Sektion Sozialhilfe, Tel.: Jakob Beglinger, Kantonales Sozialamt Glarus, Tel , Willi Hunziker, Leiter Soziale Dienste, Tel.: , Verena Gerber, Fachstelle Sozialhilfestatistik Zürich und Ostschweiz, Tel.: , Pressestelle BFS, Tel.: ; Fax: , Publikationsbestellungen, Tel.: , Fax: Weiterführende Informationen und Publikationen in elektronischer Form finden Sie auf der Homepage des BFS > Themen > 13 - Soziale Sicherheit Die Medienmitteilungen des BFS können in elektronischer Form (Format pdf) abonniert werden. Anmeldung unter 3/5

4 T1 Sozialhilfe im Kanton Glarus 2009 Sozialhilfe Fälle Personen SH-Quote Total Kanton ,2 2,1 Glarus Nord ,2 2,2 Glarus Mitte ,4 2,0 Glarus Süd ,9 1,9 Sozialhilfequote nach Alter, Kanton Glarus 2005 und 2009 G 1 3% 2% % 0% 0-17 Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre 80+ Jahre Quelle: BFS, Sozialhilfestatistik 2005 und 2009 BFS Antragsteller/innen nach Altersklassen, Kanton Glarus 2009 und Schweiz 2008 G 2 Langzeitbezug 1,3 10,3 20,6 24,2 23,9 18,7 1,0 Glarus Kurzzeitbezug 0,8 3,4 23,5 31,1 10,9 19,3 8,4 2,5 Schweiz Langzeitbezug Kurzzeitbezug 2,6 1,5 1,3 13,9 21,2 26,8 21,1 11,7 1,4 1,6 22,0 25,8 23,4 16,3 7,7 1,7 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Quellen: Sozialhilfestatistik 2008 und 2009 BFS 4/5

5 Vergleich der Verteilung der Falltypen, Kanton Glarus 2005 und 2009 G % 20% 40% 60% 80% 100% Quelle: BFS, Sozialhilfestatistik 2005 und 2009 Einpersonenfälle alleinlebend Einpersonenfälle: nicht-alleinebend Alleinerziehende Paare mit Kindern Paare ohne Kind Andere und ohne Angabe BFS 5/5

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