Genderreflektierte Coachings zur Stärkung elterlicher bzw. professioneller Präsenz

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1 INSTITUT FÜR GENDERREFLEKTIERTE GEWALTPRÄVENTION Genderreflektierte Coachings zur Stärkung elterlicher bzw. professioneller Präsenz Christiane Quadflieg, Berlin

2 TESYA SYSTEMISCH - LÖSUNGSORIENTIERTES ANTIGEWALTTRAINING für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Gewaltförmige Konflikte innerhalb der Familie Gewalttätigkeit in Schule, Peerskontext, öffentlichem Raum Delinquenz / JGH Weisung

3 BEGLEITENDES ELTERNCOACHING - ANLÄSSE Unterstützung im Veränderungsprozess Elterliche Sorgen um Entwicklung bzw. Zukunft Verunsicherung im Erziehungshandeln Verlust elterlichen Präsenz

4 ELTERNCOACHING - PRÄMISSEN Eltern sind die Expert_innen Eltern wollen das Beste für ihr_e Kind_er Ressourcen- und Lösungsorientierung Wertschätzung, Empathie, Offenheit Transparenz eigener Wertehaltungen intersektionale Perspektive

5 ELTERLICHE & PROFESSIONELLE PRÄSENZ NEUE AUTORITÄT - DAS KONZEPT - H.OMER Autorität durch Beziehung Stärke statt Macht Ankerfunktion elterlicher & professioneller Präsenz Neue Autorität & gewaltloser Widerstand Prof. Haim Omer, Klinische Psychologie, Universität Tel Aviv, Isr. Prof. Arist v.schlippe, Dipl.Psych., Uni Witten, D Veröffentlichungen seit 2000/2002

6 Gesten der Beziehung & Wiedergutmachung Werte/Haltung Pflicht & Verantwortung als Eltern, Pädagog_innen Du kannst mit mir/uns rechnen Selbstkontrolle/ Deeskalation Du bist mir/uns wichtig, du gehörst zu uns! Protest/ Widerstand Wir geben dir nicht nach & wir geben dich nicht auf! Neue Autorität/ Elterliche & professionelle Präsenz Unterstützung/ Netzwerke Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist Transparenz/ Öffentlichkeit Das Schweigen brechen Bündnisse herstellen

7 1. SITZUNG ANKOMMEN, ANLÄSSE UND ANGEBOTE Beziehungsaufbau Anlass und Sorgen würdigend befragen Anliegen und Ziele Elterliche Präsenz - Konzept vorstellen

8 1. SITZUNG ANLIEGEN UND ZIELE In Konflikten gelassener agieren weniger Zukunftssorgen Keine Anrufe von Schule/ Polizei mehr Vertrauen wiedergewinnen Keine tätlichen Angriffe mehr AussagenBeispiel Selbstachtung wiedererlangen sicherer und wirksam im eigenen Erziehungshandeln Mehr Unterstützung in der Erziehung durch Partner_in

9 2. SITZUNG DEESKALATIONSSTRATEGIEN Konfliktanalyse/n Selbstkontrolle Rote Knöpfe Konstruktive Annahmen Aufgaben für den Alltag

10 2. SITZUNG KONFLIKTANALYSEN

11 STRATEGIEN DER DEESKALATION SELBSTKONTROLLE Nicht kontrollieren wollen Ich kann und möchte dich nicht zwingen Nicht hineinziehen lassen Machtkampf zurückweisen nicht siegen wollen Re-Aktionen verzögern, Tempo reduzieren Klärung aufschieben Ich komme darauf zurück Auf Predigen verzichten Weil ich es muss Kraft des Schweigens nutzen Sich mit den positiven Stimmen des_r anderen verbinden

12 KONSTRUKTIVE ANNAHMEN Jede Handlung ist der mehr oder weniger geglückte Versuch ein Bedürfnis zu befriedigen Es gibt immer gute Gründe auch für negatives Verhalten ver_störende Verhaltensweisen können wichtige Botschaften ans System enthalten Machtkämpfe als beidseitige Überprüfung verhandelter Werte (Kontext-, zeitgemäß)

13 3. SITZUNG ERZIEHUNGSSTILE, WERTE UND WIDERSTAND Wie haben Sie ihre eigene Erziehung als Tochter (Sohn) erlebt? Welche Werte, Haltungen, Handlungen erinnern Sie? Loyalitäten, Widerstände und Umbrüche als Ressourcen aus gender-, transkultureller und -generationeller Perspektive

14 3. SITZUNG ERZIEHUNGSSTILE, WERTE UND WIDERSTAND Was ist Ihnen heute in ihrer Erziehung als Eltern besonders wichtig? Worin sehen Sie ihre Aufgaben, Pflichten und ihre Verantwortung in der Rolle als Eltern?

15 ELTERLICHE PRÄSENZ - ANKÜNDIGUNG Welche Verhaltensweise_n ihres Kindes, sind für Sie als Eltern /Mutter nicht (länger) duldbar? Was können Sie in Ihrer Haltung und Ihren Handlungen verändern damit das Verhalten aufhört?

16 3 KÖRBE - ÜBUNG Akzeptanz Kompromiss Limit

17 GEWALTFREIER PROTEST /WIDERSTAND Präsenz und Beharrlichkeit Ankündigung Dienstleistungsstreik Sit-in Nachgehen und Aufsuchen Dokumentieren Telefonkette

18 DIE ANKÜNDIGUNG Wir sind in Sorge um Dich! Wir nehmen wahr: gewalttätiges Verhalten, Schuldistanz, Delinquenz Wir werden das nicht länger hinnehmen Wir werden folgendes machen: Kontakt auf nehmen zu und informieren von... Darauf achten dokumentieren von.. Protest zeigen durch Dich wiederholt ansprechen auf, Präsent sein durch UND wir können und werden dich NICHT zwingen! Du bist uns wichtig,.du bist unser Kind... wir lieben dich!

19 3. SITZUNG (ALTERNATIV) BIOGRAPHIEARBEIT Erlebnisse und Erfahrungen in der Mutterrolle Vermächtnisse Glaubensätze gegenderte Zuschreibungen Selbstbilder Lichtblicke

20 3. SITZUNG (ALTERNATIV) BIOGRAPHIEARBEIT Ressourcenbezogenes Re-telling Wie haben sie es damals geschafft, trotz...? Welche guten Gründe mögen Sie gehabt haben sich nicht körperlich zu wehren...? Angenommen, sie würden mit den abwertenden Stimmen ihrer Familie in Kontakt treten, was würden sie gerne sagen? Wofür könnte es gut gewesen sein, an ihrem Schuldgefühl gegenüber ihrer Tochter so lange festzuhalten?

21 BIOGRAPHIEARBEIT AUSSAGEN IM KONTEXT VON SCHULD UND SCHAM Meine Tochter verachtet mich, sie hat mich damals gegenüber meinem schlagende Ex-Partner, als schwach erlebt Meine Tochter greift mich an und sagt dann, ich solle mich endlich auch mal wehren In meiner Tochter sehe ich immer meinen gewalttätigen Ex-Mann, ihren Vater Meine Tochter nennt mich du Opfer und ich denke es stimmt ja auch Meine Tochter markiert vor mir die Starke und lässt sich doch genauso von ihrem Freund schlagen Meine Tochter boykottiert meinen neuen Partner, kein Wunder eigentlich

22 ÜBUNG: WAS NEHMEN SIE WAHR WAS FRAGEN SIE? Wählen Sie eine der Aussagen und tauschen Sie sich bitte kurz mit ihrer Nachbarin aus: Welche Gefühle nehmen sie (bei sich) wahr? Welche Hypothesen/Gedanken kommen ihnen in den Sinn? Welche ressourcenorientierten Fragen, Angebote, Kommentare könnten zur Weiterarbeit mit der Mutter hilfreich sein?

23 SELBSTFÜRSORGE (NICHT NUR) ALS ELTERN / MUTTER Kraftquellen Leidenschaften Lüste Entspannung Achtsamkeit...im hier und jetzt und ganz konkret!!!

24 4. SITZUNG BEZIEHUNGSGESTALTUNG UND ADOLESZENZ Ressourcen & Verbindendes benennen Beziehungsgesten anbieten Unterschiedliche Interessen wahrnehmen und würdigen Für Herausforderungen der Adoleszenz sensibilisieren Umgangsweisen miteinander neu verhandeln

25 TEILEARBEIT BEZIEHUNGSGESTALTUNG I Welche (An)Teile melden sich, wenn Sie an Sorgen und Konflikte mit Ihrer Tochter denken? Identifizieren Würdigen Funktionen und Fähigkeiten befragen Unterstützungswünsche an das Selbst befragen

26 TEILEARBEIT BEZIEHUNGSGESTALTUNG II Lösungsbilder ausprobieren

27 5. SITZUNG EVALUATION UND AUSBLICK Schritte der Veränderung Bewährtes, neue Sichtweisen und Strategien Vor- und Rückfälle Rituale der Selbstfürsorge Zukunftsklänge

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