Wirtschaft*ohne*Wachstum?!*

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2 Wirtschaft*ohne*Wachstum?* NotwendigkeitundAnsätzeeinerWachstumswende ReiheArbeitsberichtedesInstitutsfürForstökonomie

3 DiesesWerkistentstandenimRahmendesLehrmoduls WirtschaftohneWachstum?, Wintersemester2011/2012amInstitutfürForstökonomie,UniversitätFreiburg. Betreuung Prof.Dr.Dr.h.c.GerhardOesten Dipl.Forstw.BorisWoynowski Herausgeber* Boris Woynowski, Patrick Becker, Alexander Bertram, Sarah Bhandari, Julia Burger, Marilen Haver, Alina Janssen, Josha Lange, Juliana Miyazaki, Golo Peters, Florian Ruf, Julia Schneider, Jörn Sempach und ChienChihWang. Kontakt AlbertULudwigsUUniversitätFreiburg InstitutfürForstökonomie Tennenbacherstrasse4 DU79106FreiburgimBreisgau Tel.:0761/203U3689 Fax:0761/203U3690 TitelbildFotobeitragzuFotowettbewerbaufwww.highspeed.ch(http://tiny.cc/cUcg2b) Lizenzbedingungen*CreativeCommons Herkunft Namensnennung NichtKommerziell KeineBearbeitung 3.0DeutschlandLizenz.DiesesBuchenthältu.a.Textbeiträge,die,mit freundlichergenehmigungderjeweiligenverlage,ausurheberrechtlichgeschütztenwerken auszugsweise und gekürzt entnommen wurden. Eine Vervielfältigung dieser Beiträge außerhalb dieses Buches ist daher nicht gestattet. Die jeweiligen Beiträge sind dementsprechendgekennzeichnet. * * * Druck*Gedrucktaufzu100%recyceltemAltpapier. ISSN1431U8261

4 Inhalt Inhalt Einführung I Anamnese:*Was*ist*hier*los?...*1* Einleitung 1 *Vom*grünen*Wachstumsmythos*zur*Postwachstumsökonomie 2 WarumweitereswirtschaftlichesWachstumkeinezukunftsfähigeOptionist NikoPaech Literaturempfehlungen 11 II Diagnose:*Ursachen*des*Wachstumsparadigmas...12* Einleitung 12 *******************Abhängigkeit*vom*Wirtschaftswachstum*als*Hindernis*für*eine* * 15* **************************************************************************Politik*in*den* Limits*to*growth" PerspektiveneinerPostwachstumsgesellschaft IrmiSeidlundAngelikaZahrnt Geld*geht*auch*anders 30 MargritKennedy Wachstum,*Wachstum*über*alles 34 WelcheRollespieltdasGeld? HelmutCreutz *Wachstumszwang*und*Wachstumsdrang*in*der*modernen*Wirtschaft 45 HansChristophBinswanger Bankgeheimnis*Geldschöpfung 54 DieWeltfinanzkrisewirftvieleFragenauf BerndSenf Der*Arbeitsmarkt*im*Spannungsfeld*von*Wachstum,*Ökologie*und*Verteilung 69 NorbertReuter Mentale*Infrastrukturen 76 WiedasWachstumindieWeltundindieSeelenkam HaraldWelzer

5 Inhalt Konsum:*Der*Kern*des*Wachstumsmotors 96 IngeRøpke Beschleunigung*und*Wachstum 105 ExterneTriebkräftesozialerBeschleunigung HartmutRosa Diskussion 119 Literaturempfehlungen 122 III Therapieansätze:*Alternativen*und*Visionen...124* Einleitung 124 *Die*Geldordnung:*Das*100%YGeld 128 HelgePeukert *Postwachstumsgesellschaft*und*Grundeinkommen 137 RonaldBlaschke Externe*Kosten*als*Treiber*von*Landnutzungsänderungen 152 DirkLöhr Solidarische*Ökonomie*als*Alternative*zur*Wachstumswirtschaft 175 ElisabethVoß Gemeinwohl*ist*Gewinn 187 ChristianFelber Bürgerschaftliches*Engagement*für*eigenes*Geld 192 EvaKoch Wertschätzung*der*Lebensarbeit 201 GerhardScherhorn Gutes*Leben*braucht*andere*Arbeit 211 AndreaBaierundAdelheidBiesecker Gesellschaftliche*Auswege*aus*der*Ökokrise* *Konzepte*im*Überblick 217 FrankAdlerundUlrichSchachtschneider Fortschritt*muss*nachhaltig*werden 231 ErnstUlrichvonWeizsäcker **Ökologische*Modernisierung 237 JosephHuber

6 Inhalt *Kritik*der*Wachstumskritik 244 ZurUnterscheidungzwischenwirtschaftlichemWachstumund wirtschaftlicherentwicklung RainerLand *Stoffkreisläufe* *Von*der*Wiege*zur*Wiege 254 MichaelBraungart Suffizienz*&*Subsistenz 263 WegeineinePostwachstumsökonomieamBeispielvonUrbanGardening ChristaMüllerundNikoPaech Suffizienz*plus*Subsistenz*ergibt*ökonomische*Souveränität 270 BjörnPaechundNikoPaech ÖkoYSozialismus 273 ErgebnismeinerSuchenacheinerAlternative SaralSarkar *Suffizienz*oder*die*Frage*nach*dem*guten*Leben 281 SilkeKleinhückelkotten Suffizienz 285 DieKonsumgesellschaftinderökologischenKrise OliverStengel *Wie*der*Motor*der*Beschleunigung*abgeschaltet*werden*kann 298 FritzReheis Diskussion 307 Literaturempfehlungen 311 IV Stimmen*des*Wandels:*Change*Maker*im*Gespräch...*314* Einleitung 314 **Niko*Paech 316 Postwachstumsökonomie ***Ludwig*Schuster 322 RegionalwährungenundnachhaltigesGeld Ronald*Blaschke 326 ZukunftderArbeitundGrundeinkommen *

7 Inhalt Christian*Hiss 329 Bürgeraktiengesellschaft RegionalwertAG **Ulrich*Schachtschneider 333 GesellschaftlicheWegeausderÖkokrise Uwe*Schneidewind 338 TransitionundNachhaltigkeitinUnternehmen **Oliver*Stengel 342 Suffizienz *Saral*Sarkar 347 Ökosozialismus **Michael*Braungart 351 Kreislaufwirtschaft **Chantal*RuppertYWinkel 357 RegionaleSelbstversorgungmitEE ****Norbert*Rost 364 Regionalentwicklung **Luciano*Ibarra 371 SolidarischeLandwirtschaft:GartencoopFreiburg **Nils*Aguilar 378 GlobaleTransitionUInitiativen **Sven*Giegold 389 FinanzpolitikundGlobalisierungskritik **Fritz*Reheis 395 Entschleunigung **Frank*Spilker 397 Band DieSterne Glossar...*407

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9 Einführung Einführung Wirmüssennichtssomachenwiewir`skennen,nurweilwir`skennen,wiewir`skennen. Wirkönnendasvermeiden,indemwirunsandersentscheiden." (DieSterne) Wirtschaft*ohne*Wachstum?* Wirtschaft.Wachstum.Wohlstand. DiesemDreiklangausdenaktuellenZukunftsleitlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) 1, zur Wahrung von Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland, steht ein anderer gegenüber. Klimawandel, Hartz IV und Finanzkrise(n) sind beispielhaft für ökologische, soziale und ökonomische Problemfelderzunennen,welchemitderStrategiedesstetenWirtschaftswachstumsgelöst oderzumindestabgeschwächtwerdensollen.einesteigerungdeswirtschaftswachstumszur Verringerung dieser Krisensymptome klingt zunächst plausibel: Wenn der Kuchen stetig wächst,solltegenugfüralledasein,auchbeisteigendernachfrage. WennderKuchenaberwächstundgleichzeitigdieQualitätsinkt,dieZugangsmöglichkeiten reduziertwerden,globaldiezahlderunterhungerleidendenansteigtundschließlichauch noch die Zutaten knapp werden, gilt es zu evaluieren, ob die Fokussierung auf eine kontinuierliche Steigerung des Wirtschaftswachstums einerseits möglicherweise nur kurzfristigundlokalbegrenztteileinerlösungstrategieist,undandererseitsdiegenannten KrisenundProblemfeldernichtauchmitverursachtsowielangfristigsystemischerhält. Notwendigkeit*und*Ansätze*einer*Wachstumswende* Um Wohlstand und Lebensqualität global und eben nicht nur in Deutschland zu entwickeln und zu wahren, scheint es daher unabdingbar alle Wirtschaftssysteme, das kapitalistischeeingeschlossen,dienebenökonomischemwohlstandgleichzeitigökologische wiesozialeinstabilitätenproduzieren,imsinneeinerkant schen 2 Aufklärungzuhinterfragen und hinsichtlich der Erreichung ihrer Ziele zu erforschen und zu verändern. Oder auf das Eingangszitat bezogen: Die Grenzen bestehender Erfahrungshorizonte können und müssen zuweilenüberschrittenwerden,umdieperspektivezuwechselnundandereentscheidungen treffenzukönnen. AlbertEinsteinzufolge,lassensichdabeiProblemenichtmitderDenkweiselösen,durchdie sieentstandensind.innovativesdenkenistalsogefragt.allerdings:denkenhilftzwar,nützt aber nichts 3, wenn darauf nicht auch Taten folgen. Eine Veränderung der Denkmuster erfordert demnach gleichzeitig die Erprobung und Anwendung neuer Handlungsmuster. 1http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/wirtschaft,did= html 2DerPhilosophImmanuelKant( )giltalswichtigsterVertreterderdeutschenAufklärungim18. Jahrhundert. Sapere aude Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, umfasst die Essenz seineskritischendenkansatzes. 3InAnlehnungandenBuchtitelvonAriely,D.(2010):Denkenhilftzwar,nütztabernichts.KnaurUVerlag.

10 Einführung DieseHerangehensweisewirdinternationalundimdeutschsprachigenRaumvoneinerReihe anorganisationenundinstitutionenaufvielfältigeartundweiseverfolgt 4,nichtzuletztauch von der im Jahr 2011 durch die Bundesregierung eingesetzten EnqueteUKommission zu Wachstum,Wohlstand,Lebensqualität 5. Der Buchtitel Wirtschaft ohne Wachstum? impliziert bezüglich einer Abkehr vom Wachstumsparadigma zweierlei: Frage und Forderung. Wie eine Wirtschaft, ohne die FokussierungaufWachstum,letztendlichaussehenwird,seiesbeispielsweisedemKonzept einer Postwachstumsökonomie (Niko Paech) oder dem einer Postwachstumsgesellschaft (Irmi Seidl und Angelika Zahrnt) folgend, ist nach Auffassung der HerausgeberInnen dieses Buchs eine offene Frage. Dass an einer Abkehr vom Wirtschaftswachstum kein Weg vorbeiführt ist hingegen angesichts ökologischer, sozialer und ökonomischer Krisen sowohl eine empirisch belegbare Feststellung, als auch eine gesamtgesellschaftlich notwendige Herausforderung. In dem Zwischenraum von? und einer Wirtschaft ohne Wachstum? finden dabei letztlich genau im Denken und Handeln die Veränderungsprozesse statt, welche hier nachfolgend als Ansätze einer Wachstumswende bezeichnetunddargestelltwerden. Eine Wachstumswende ist daher als ein sozialuökologischer Transformationsprozess zu verstehen,dersichzudem,jenachgesellschaftlichemundgeographischembezugsrahmen, unterschiedlich gestaltet, um verschiedene zukunftsfähige Optionen und Entwicklungsrichtungen flexibel zu vereinen. Nach Ansicht der HerausgeberInnen sollen Ansätze einer Wachstumswende keine Richtung vorgeben, sondern die Frage von Entwicklung verschiedener Konzepte auf unterschiedlichen Ebenen stellen. Denn natürlich erfordern Probleme in Gesellschaftsmilieus mit niedrigen Einkommen oder sogenannten Entwicklungsländern ausdrücklich Lösungen, die zeitweise wirtschaftliches Wachstum benötigen, um etwa eine selbstbestimmte GesundheitsU und Nahrungsmittelversorgung zu etablieren. Bei materiell überversorgten Gesellschaftsmilieus oder sogenannten Industrieländern treten jedoch eher Fragen nach sozialen und ökologischen Entwicklungen indenvordergrund.wennalsoindiesembucheine WirtschaftohneWachstum gefordert wird, bezieht sich dies primär auf die Debatte und Herausforderungen in sogenannten Industrieländern, da diese sich mitunter auch selbst als Vorreiter für Entwicklungen verstehen,diewiederumoftmalsglobaladaptiertwerden. AndersalsdiestarrelineareVorgabevonentweder Wachstum 6 oder Schrumpfen,wird in diesem Buch die These begründet und vertreten, dass zur langfristigen globalen Entwicklung und Sicherung von Wohlstand und Lebensqualität vielmehr eine dynamische (WachstumsU)Wende des sowohl als auch notwendig ist jedoch weg von der 4 International beispielsweise von der International Society of Ecological Economics (ISEE), der European Society of Ecological Economics (ESEE), dem Sustainable Europe Research Institute (SERI) und dem PostU CarbonUInstitute.InDeutschlandu.a.vonderVereinigungfürökologischeÖkonomie(VÖÖ),derVereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW), dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem WuppertalInstitutfürKlima,Umwelt,Energie(WI),demInstitutfürUmweltUundEnergieforschung(IFEU),dem Institut für solidarische Moderne (ISM), dem globalisierungskritischen Netzwerk ATTAC und dem Netzwerk Wachstumswende(NEWW). 5http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/gremien/enquete/wachstum/index.jsp 6vgl.Paquè,K.H.(2010):WachstumDieZukunftdesglobalenKapitalismus.CarlHanserVerlag.

11 Einführung Fokussierung auf eine kontinuierliche Steigerung des Wirtschaftswachstums und hin zu sozialwieökologischtragfähigenwirtschaftsweisenundlebensstilen. Inhalt*und*Aufbau* VonausgewähltenAutorInnenwerdenauftheoretischerEbene speziellindenbereichen Geld, Zins, Arbeit und Psychologie die Ursachen und Zwänge des Wachstumsparadigmas dargelegt. Neben dieser ausführlichen Problembeschreibung kommen in den gleichen Bereichen auch AutorInnen zu Wort, welche an theoretisch fundierten wie praktisch anwendbarenalternativenundvisioneneinerwachstumswendearbeiten. 7 Umaufzuzeigen, dass diese Ansätze bereits vielfach erfolgreich umgesetzt werden, wurden zusätzlich mit etlichen wichtigen Akteuren aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und GraswurzelU InitiativenvertiefendeInterviewsgeführt. Der Aufbau des Buches folgt in Teilen der Systematik einer klinischen Soziologie 8 : Auf die Problembeschreibung (Anamnese) folgt die Begründung der Ursachen des Wachstumsparadigmas (Diagnose). Anschließend werden Alternativen und Visionen (Therapievorschläge)aufgezeigtundinInterviewsmit ChangeMakern weiterbeleuchtet, um die Notwendigkeit und Ansätze einer Wachstumswende auf theoretischer und praktischerebenedarzulegen. Im ersten Kapitel wird zunächst begründet, warum weiteres wirtschaftliches Wachstum keine zukunftsfähige Option darstellt, bevor die Gründe und Ursachen für das Wachstumsparadigma im zweiten Kapitel ausgeführt werden. Dies geschieht mit Fokus auf diebereichegeld,zins,arbeitundpsychologie.zurveränderungdeswachstumsparadigmas erscheinen umsetzbare Alternativen und Visionen in diesen Bereichen erforderlich, welche schließlichim dritten Kapitel vorgestellt werden. Die notwendigen Veränderungen einer WachstumswendelassensichdabeinichtaufdieÖkonomiealleinbeschränken.Siescheinen vielmehr im Sinne von Oikos als Lehre der HausU und Wirtschaftsgemeinschaft die InitiativeundKooperationvonMenschenausverschiedenenFachUundLebensbereichenzu erfordern.daherkommenimviertenkapitelpersonenzuwort,dieals ChangeMaker mit ganz unterschiedlichen Ansätzen versuchen Veränderungsprozesse anzustoßen und zu gestalten,dieeinsozialwieökologischzukunftsfähigeswirtschaftenermöglichenkönnten. Die Betonung liegt hier auf könnten, da zu einer empirisch geleiteten Evaluierung der langfristigenerfolgswirksamkeitebenoftmalsnochforschungsbedarfbesteht. Zu jedem Kapitel erfolgt jeweils eine kurze Einführung und Diskussion der vorgestellten Inhalte, um Zusammenhänge aufzuzeigen und auch die Wachstumskritik nicht vor einer kritischen Betrachtung zu schonen. Abgeschlossen werden die Kapitel mit LiteraturU empfehlungen, die weitere Informationsquellen aufzeigen und dabei auch versuchen Gegenpositionenzuberücksichtigen. 9 ErgänztwirddasBuchdurcheinGlossar,welcheszu wichtigenbegriffendefinitionenunderklärungenbereithält. 7 Ebenso wurde auf eine hohe inhaltliche wie fachliche Qualität der Beiträge geachtet. Mit Niko Paech, Eva Koch und Oliver Stengel konnten überdies die Gewinner des KAPPUForschungspreises für Ökologische Ökonomiegewonnenwerden. 8vgl.Stengel,O.(2011):Suffizienz.DieKonsumgesellschaftinderökologischenKrise.Oekom,München.S.28f. 9KapitelIVenthältimAnhangandieInterviewskeineDiskussionundLiteraturempfehlungen.

12 Einführung Entstehungshintergrund*und*Ziele* Dieses Buch war ursprünglich als Reader zur Einführung in die Debatte um Wirtschaftswachstum konzipiert und wurde von Studierenden der ForstU, UmweltU und Naturwissenschaften in der Lehrveranstaltung Wirtschaft ohne Wachstum? an der Universität Freiburg entwickelt. Die Verortung der Lehrveranstaltung am Institut für Forstökonomie ist nicht zufällig und lässt sich unschwer begründen. Nicht weil die Forstwirtschaft gemeinhin als Erfinderin der Nachhaltigkeit gilt, sondern weil in der nachhaltigen Waldbewirtschaftung die Ansätze einer Wachstumswende bzw. Wirtschaft ohnewachstumbereitsumgesetztwerden. So ist ein Mischwald aus LaubU und Nadelbäumen unter Umständen kurzfristig weniger ökonomisch ertragreich, als beispielsweise eine reine Fichtenmonokultur. Dafür bietet er langfristige Stabilität hinsichtlich sogenannter Nichtholzwaldprodukte, wie Biodiversität, Wasserschutz, Bodenerhalt und Erholungsqualität. Und: Ein nachhaltig bewirtschafteter Mischwaldwächstweiterhin,aberinnerhalbderGrenzen,diefürdenkontinuierlichenErhalt allerfunktionenunddiebefriedigungalleranspruchsgruppenzuberücksichtigensind.der Verzicht auf Maximierung des ökonomischen Outputs bedeutet hier gleichzeitig sowohl den Gewinn der langfristigen Verfügbarkeit der Produkte, als auch den Erhalt einer vielfältigenproduktionsgrundlage. UndähnlichwieeinWaldmehralsdieSummeseinereinzelnenBäumeist,wurdeimVerlauf der ReaderUProjektarbeit die Komplexität des Themas deutlich und eine Anpassung des Publikationskonzeptes notwendig, um sowohl die Notwendigkeit einer Wachstumswende fundiert zu begründen, als auch deren verschiedene Ansätze auf theoretischer und praktischer Ebene ausführlich aufzuzeigen sowie kritisch zu diskutieren. Das Neue bzw. Einzigartige an diesem Buch besteht darum nicht etwa in der Sammlung möglichst vieler neuer Beiträge, sondern in der bedachten Kombination einzelner Elemente einer Wachstumswende, welche in der Zusammenschau eine Einführung in die Debatte ermöglichen sowie theoretische und praktische Lösungsansätze aufzeigen. Die bereits anderweitig publizierten Textbeiträge 10 wurden partiell durch bislang unveröffentlichte Beiträge und Interviews ergänzt, was letztlich dazu geführt hat, dass aus dem Plan eines einfachenreaderseinumfassendesbuchentwickeltwerdenkonnte. Eine ebenso umfassende Wachstumswende wird, nach Auffassung der HerausgeberInnen, auf verschiedenen Ebenen parallel stattfinden müssen, die zwar jeweils unterschiedliche Ansätzevertreten,inihrerRelevanzjedochgleichwertigerscheinen.DiesesBuchrichtetsich deshalb ausdrücklich sowohl an WissenschaftlerInnen, die zu Theorien und Strategien zukunftsfähigerwirtschaftsformenforschen,alsauchanpraktikerinnen,welchebereitsaktiv an der kulturellen Herausforderung einer sozialuökologischen Transformation bestehender Strukturenarbeiten. 10 Diese Textbeiträge stellen gekürzte Auszüge dar und sollen einen Einstieg in die vertiefende AuseinandersetzungmitdenvollständigenWerkenbieten.DiejeweiligenBeiträgesindentsprechendamEnde desartikelsgekennzeichnetunddiekürzungenimtextmit[...]markiert.

13 Einführung Danksagung* ErmöglichtwurdediesesBuchdurchdieUnterstützungdesInstitutsfürForstökonomie.Hier gebührtallenmitarbeiterinnenundbesondersherrnprof.dr.dr.h.c.gerhardoestensowie Frau Marion Triesch großer Dank. Ebenso hervorzuheben ist die zustimmende wie unkompliziertezusammenarbeitmitdenbeteiligtenautorinnenundinterviewpartnerinnen. Das freundliche Entgegenkommen der beteiligten Verlage, die den teilweisen Abdruck bereitspubliziertertextegenehmigten,mussandieserstelleebenfallsbesondershonoriert werden. SchlichtwegunmöglichgewesenwärediesesBuchjedochohnediegroßartigeundweitüber daserforderlichemaßeinerlehrveranstaltunghinausgehendemitarbeitderstudierenden, welchediezusammenarbeitzueinerfreudegemachtundesfertiggebrachthaben,dieses BuchinnerhalbvonnurvierMonatengemeinsamzukonzipierenundzurealisieren. Abschließend möchte ich Ihnen, mit Bezug auf das Eingangszitat, bei der Lektüre dieses BuchesdreiDingewünschen: Erstens: Die Offenheit zu entdecken, wie vielfältig und inspirierend die Ansätze einer Wachstumswendesind,diebereitserforschtundumgesetztwerden. Zweitens:DieMotivationzuerhalten,selbstimeigenenUmfeldetwaszuverändernunddie eigenendenkmusterzuhinterfragen. Drittens: Den Mut zu finden, um den Schritt vom Denken ins Handeln zu wagen und gemeinsammitanderenneuewegeentstehenzulassen,indemmansiegeht. Herzlichst,BorisWoynowski Freiburg,Juli2012

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15 I Anamnese:Wasisthierlos? I* Anamnese:*Was*ist*hier*los? Einleitung Wirtschaft ohne Wachstum? Notwendigkeit und Ansätze einer Wachstumswende so lautet der Titel dieses Werkes. Bevor die Zwänge, die zu unbegrenztem Wirtschaftswachstum führen dargestellt (Diagnose) und verschiedene Lösungsbausteine vorgestellt(therapieansätze)werden,erscheintesvongrundlegenderbedeutung,zunächst den Stand des Wissens abzubilden und eine Standortbestimmung, in Form einer Problembeschreibung, vorzunehmen (Anamnese). Oder zugespitzt formuliert: Was ist hier los? Warum stellen sich die Fragen nach Wirtschaft ohne Wachstum? und einer Wachstumswende? Im nachfolgenden Artikel liefert Niko Paech hierzu eine analytische Problembeschreibung, von auf unbegrenztem Wachstum angelegten Wirtschaftsstrukturen und deren ökologischen, sozialen und ökonomischen Risiken. Dabei legt er, anhand des Ansatzes der ökologischenmodernisierung,dieentstehungsgeschichtedeswachstumsparadigmasdar.er erörtert weiterhin, gestützt auf Empirie und daraus abgeleiteten Hypothesen, warum unbegrenzteswirtschaftlicheswachstumkeinezukunftsfähigeoptionistundbegründetso in einem ersten Schritt die Notwendigkeit einer Wachstumswende, hin zu sozial wie ökologischzukunftsfähigenwirtschaftsformen. Im weiteren Verlauf dieses Readers werden in Kapitel II die Gründe und Zwänge für unbegrenzteswirtschaftswachstum 1 vertiefenddargestellt,bevorinkapiteliii,informvon Alternativen und Visionen, eine Auswahl an Lösungsansätzen präsentiert wird, um den sozialuökologischen Herausforderungen eines Wirtschaftswachstums ohne Grenzen zu begegnen. Im vierten Kapitel kommen schließlich Menschen zu Wort, die sich in unterschiedlichen LebensU und Fachbereichen sowie auf verschiedenen Handlungsebenen, bereits aktiv mit sozialuökologischen Veränderungsprozessen auseinandersetzen. Als ChangeMaker repräsentierensiegleichermaßenakteurewieinitiativenimkontexteiner Wachstumswende. 1 Der Begriff Wirtschaftswachstum bedeutet in diesem Zusammenhang einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts(BIP).NachJackson(2011)ist dasbipimgrundeeinebuchhalterischegleichung,die einenungefährenmaßstabfürdie Wirtschaftsaktivität ineinerregionliefert.mankannessichvorstellenals gleichzeitige Messung der Summe der gesamten Wirtschaftsleistung (Bruttowertschöpfung), der Summe der gesamten Einkommen (Löhne und Gehälter sowie Dividenden/ Gewinne) und der Summe aller Ausgaben (Konsum und Investitionen). Das Problematische an der aktuellen Verwendung des BIP als Wohlstandsindikatorist,dassauchökologischeundsozialeSchädenzueinemZuwachsbeitragenundfolglich die Wirtschaftsaktivität steigern. So führen beispielsweise Autounfälle zu einer Zunahme des BIP, da Aufräumarbeiten durchgeführt, neue Autos gebaut und verschiedene Dienstleistungen angeboten und nachgefragtwerden.durchdieausschließlichekoppelungdermessunganmateriellezuwächse,kanndasbip jedochkeineodernursehrbeschränkteauskunftdarübergeben,obparameterwiedaslebensglückunddie ZufriedenheitderMenschenebenfallszunehmen,obwohldieseexpliziteTeilzielevonwirtschaftlicherAktivität bzw.gesellschaftlichemwohlstandsind. 1

16 I VomgrünenWachstumsmythoszurPostwachstumsökonomie Vom*grünen*Wachstumsmythos*zur* Postwachstumsökonomie* WarumweitereswirtschaftlichesWachstumkeinezukunftsfähigeOptionist NikoPaech 1.*Ökologische*Modernisierung*als*radikalisierter*Fortschrittsmythos** Multiple Krisenszenarien erschüttern den vielleicht letzten Konsens, der moderne Gesellschaften bei aller Interessenheterogenität noch zusammenhält. Die Rede ist vom Wachstumsdogma. Bis zum ersten Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 Die Grenzen des Wachstums ließ sich gesellschaftlicher Fortschritt in einen bedingungslosen Wachstumsimperativ übersetzen. Unbehelligt von materiellen oder ökologischen Restriktionen mündeten wirtschaftsu und naturwissenschaftliche Bestrebungen in eine Steigerungslogik, die mit Schlüsselkategorien wie Wohlstand, Freiheit, Gerechtigkeit und Friedenassoziiertwerdenkonnte.MitderVerzahnungvonwirtschaftlichemWachstumund technischemfortschrittschieneinebeseitigungallerknappheitenundhindernisse,diedem modernenselbstverwirklichungsgebotinquerekommenkönnten,nureinefragederzeitzu sein. Dabei galt es nicht nur, das Mittelarsenal der individuellen Glückssuche fortwährend qualitativzusteigern,sondernüberquantitativezuwächseeinerimmergrößerenanzahlvon Erdbewohnernzugänglichzumachen,umdemhistorischenGroßvorhabeneinerbefriedeten Menschheitnäherzukommen. SimmelsprichtindiesemZusammenhangvon substanziellemfortschritt :Wennesgelingt, den Bestand an Werten zu vermehren, kann die Menschheitstragödie der Konkurrenz (Simmel 1920: 306) gelindert werden, nämlich in Form einer Ablenkung des Kampfes zwischen Menschen in einen Kampf zwischen Mensch und Natur. In dem Maße, in dem man weitere Substanzen und Kräfte aus dem noch unokkupierten Vorrat der Natur in die menschliche Nutznießung hineinzieht, werden die bereits okkupierten von der Konkurrenz umsieentlastet (ebd.:305). Anknüpfend an die bereits von Bacon und Descartes begründete Fortschrittslogik war folglich davon auszugehen, dass die irdischen Naturgüter ihrer Aneignung und Verwertung harren. Indes wird offenkundig, dass die nach dieser Maßgabe permanent zu steigernden Mittel im Dienst von Freiheit, Wohlergehen und Frieden kein anderes Erscheinungsbild hervorgebracht haben als einen globalen Konsumtempel, der möglichst allen offen stehen soll. Drei Zugänge sind es im Wesentlichen, die jedem Individuum das von sämtlichen Schwerkräften befreite Navigieren im Kosmos der Glückssuche erlauben, nämlich Geld, KerosinunddigitaleKommunikation. Anfang der 1970er Jahre wurde die Party von einem unfreundlichen Zwischenruf gestört. Dieser ging mit der Entdeckung eines Phänomens einher, welches fortan ökologische Lebensgrundlagen genannt wurde. Darauf einsetzende Übungen in kritischer Reflexion konnten den modernen IndustrieUund Konsumkomplex zwar als Verursacher neuer Knappheiten entlarven, den Glauben an die Allmacht von Technik, Wissenschaft und Wachstum aber nicht wirklich erschüttern. Tatsächlich trat sogar das Gegenteil ein. Im Nachhinein betrachtet, kann für das antiquierte Paradigma der Naturbeherrschung immerhin der mildernde Umstand geltend gemacht werden, dass dessen Vertreter die 2

17 I VomgrünenWachstumsmythoszurPostwachstumsökonomie ökologischenfernwirkungenihrerutopienichtimgeringstenantizipierenkonnten.folglich richtete sich der Optimismus allein auf die Effektivität der Aneignung. Verglichen damit mutet die neuerdings Platz greifende Fortschrittszuversicht, welche eng mit der Idee einer nachhaltigen Entwicklung verwoben ist, weitaus naiver an. Was sich als ökologische Aufklärung geriert, lässt aus anderer Perspektive geradezu eine Verschärfung des ökonomischenundtechnischenmachbarkeitswahnserkennen.dennletztererbegnügtsich nichtmehrdamit,diematerialisiertensymbolefürfreiheitundwohlergehenweiterhinzu vermehren, sondern gibt allen Ernstes vor, dies auf ökologisch unschädliche Weise bewältigenzukönnen. Die nunmehr doppelte Glaubensleistung, aus welcher sich der Impetus einer ökologischen Modernisierungspeist,markiertdieGeburtsstundedes qualitativen, nachhaltigen oder decarbonisierten Wachstums. Es geht dabei um nichts weniger als dies: Der in Geld transferierte Output einer weltweit arbeitsteiligen Industrie soll weiterhin unbegrenzt wachsen gleichzeitigsolldiegeschundenebiosphäreentlastetwerden.ausgangspunktist die Unterscheidung zwischen qualitativem und quantitativem Wachstum. Dies suggeriert, dass sich industrielle Wertschöpfung nach Belieben in zwei Dimensionen aufspalten lässt. Bei der einen handelt es sich um die rein qualitativen Werte, genauer: um die nutzenstiftenden Funktionen, um derentwillen Güter überhaupt produziert werden. Diese an sich immateriellen Zwecke sollen von der zweiten Dimension, nämlich der dinglichen, somit ökologisch problematischen Gestalt des Outputs abgeschieden werden. Die solchermaßen sauber herausgelöste Qualität soll weiter wachsen, weil sie ökologisch unbedenklichist,denangestrebtenkonsumnutzenerhöhtundmarktumsätzegeneriert,die dasbruttoinlandsprodukt(bip)erhöhen.erinnerungenanbaconwerdenwach,hattedieser dochmitseinerformel disseccarenaturam diezerstückelungdernaturzurideeerhoben, um die vermeintlich separierbaren Elemente und Einzelwirkungen in einen Baukasten zu verwandeln, mit dem ungeahnte Neuschöpfungen bis hin zu einer passgenauen Welt zu montierenseien. Der Nachhaltigkeitsdiskurs hat zwei solcher Entkopplungsvisionen hervorgebracht, die jeweils beanspruchen, die qualitativen (wünschenswerten) von den quantitativen (unerwünschten) Bestandteilen der industriellen Maschinerie abtrennen zu können. Es handelt sich zum einen um die Erhöhung der Effizienz beziehungsweise Ressourcenproduktivität,zumanderenumdieökologischeKonsistenz. Effizienzmaßnahmen orientieren sich daran, den pro Leistungseinheit erforderlichen Input anenergieundmaterialzuminimieren.sogewährleistetbeispielsweiseeinpassivhausaus SichtseinerBewohnerdieselbenFunktionenwieeinkonventionellesWohnhaus,verbraucht abernureinenbruchteilderwärmeenergie.ähnlichesgiltfürenergiesparbirnen,dreiuliteru Autos oder Kühlschränke, deren Energiebedarf unter Wahrung aller bisherigen Wohlstandsmerkmale reduziert werden kann. Nicht nur technischer Fortschritt, sondern auchverändertearrangementsvonverfügungsrechtenlasseneineentkopplungtheoretisch möglich erscheinen. So versinnbildlicht das viel strapazierte Beispiel des Carsharings ein Nutzungssystem, in welchem Nachfrager auf das Eigentum eines Autos verzichten und stattdessen ein temporäres Verfügungsrecht konsumieren, also den angestrebten Nutzen (Fortbewegung per Auto) in Reinform abrufen. An gefahrenen Kilometern soll indes nicht gespart werden, denn sonst ließe sich das zentrale Versprechen dieser Dienstleistungsstrategienichteinlösen:EntlastungderÖkologieohneWohlstandsverlust. 3

18 I VomgrünenWachstumsmythoszurPostwachstumsökonomie Mit exakt derselben Beteuerung wartet das zweite Entkopplungsszenario auf, nämlich die ökologische Konsistenz. Sie bezweckt im Unterschied zur Effizienz keine quantitative ReduktionmateriellerInputs,sondernsetztamindustriellenStoffwechselan.Sosollennach dem Vorbild der Natur alle materiellen Kreisläufe geschlossen, insbesondere die verwendetensubstanzen,energieträgerundumwandlungsprozesseperfektindieökologie eingebettetwerden.wasbiologischabbaubarist,zerfälltnachseinernutzungbuchstäblich zu neuer Nahrung für die Ökologie. Auch jenseits organischer Systeme soll dieses Prinzip angewandt werden, nämlich als technische Rezyklierung. Wenn das Design aller Produkte, TechnologienundInfrastrukturenderenrückstandsloseDemontageundWiederverwendung ermöglichen würde, entfiele nicht nur jede ökologische Belastung, sondern es entstünde sogarindustriellenahrungfürneuewertschöpfung. Ein derart futuristisches Ressourcenkarussell, das sich schnell genug drehen muss, weil andernfalls kein Wirtschaftswachstum denkbar wäre, schluckt viel Energie. Kein Problem, sagen deren Protagonisten, denn Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie sind reichlich vorhandenundökologischkonsistent,weilemissionsfrei. Die Vermeidung unerwünschter Nebenfolgen weiterer Expansionsschübe wird so an einen technischenundinstitutionellenfortschrittdelegiert,dermitentsprechendeninnovationen aufwartet,umdieentkopplungzuermöglichen.unddadieseinnovationenselbstbesonders effektive Wachstumstreiber sind, wie spätestens seit Schumpeters Darlegungen zum InnovationswettbewerbalsWesenszugmodernerMarktwirtschaftenbekanntist,gelingtso die magische Wandlung eines vormals problematischen in ein nunmehr problemlösendes Wachstum (Lehner/SchmidtUBleek 1990: 10). Der damit eröffnete Erwartungshorizont findet sich in verheißungsvollen Begriffen wie doppelte Dividende (vgl. Bovenberg/Mooij 1994; Coulder 1995), Doppelter Wohlstand halber Naturverbrauch (von Weizäcker/Lovins/Lovins 1995), Dritte (oder etwa schon vierte?) Industrielle Revolution (Machnig2007)oder GreenNewDeal (Giegold2009)wieder. 2.*Wachstumsdämmerung** Allerdings scheint sich diese Entkopplungseuphorie seit neuestem nicht mehr der gewohnten Einhelligkeit zu erfreuen. Spätestens mit einer sich zum Krisendreigestirn gemauserten Gemengelage der Klimawandel dramatisiert sich, der Ressourcenbasis des Wohlstandsmodells droht ein Peak Everything (Heinberg 2007) und die Finanzwelt durchlebt ein nie da gewesenes Chaos polarisiert sich der Diskurs um eine nachhaltige Zukunftsperspektive. Während eine Seite die Flucht nach vorn antritt und sich in der Beschwörungsrhetorik einer Wachstumsbeschleunigung übt, mehren sich andernorts die Anzeichen für eine neue Wachstumsdiskussion. Längst ist die Rede von einer Wirtschaft jenseits von Wachstum (Daly 1999), La decrescita felice (Pallante 2005), Décroissance (Latouche2006),einer Postwachstumsökonomie (Paech2008,2009), Degrowth (Jackson 2009), einem Vorwärts zur Mäßigung (Binswanger 2009), einer Kulturrevolution des Alltags (Leggewie/Welzer 2009), einem Exit (Miegel 2010) aus dem Wachstumsdogma oder gar einer Postwachstumsgesellschaft (Seidel/Zahrnt 2010). Was spricht für eine ÜberwindungdesWachstumsdogmas? 4

19 I VomgrünenWachstumsmythoszurPostwachstumsökonomie 2.1*Der*geplatzte*Traum*vom*entkoppelten*Wachstums** Leider lassen sich die Axiome der Thermodynamik auch in einer noch so ausgeklügelten DienstleistungsUoderKreislaufwirtschaftnichteinfachauszutricksen.Besondersanschaulich wird dies anhand des Klimawandels. Trotz enormer technischer Fortschritte sowohl zur SteigerungderEnergieeffizienzalsauchzurNutzungregenerativerEnergiequellennimmtdie globaleco2ubelastungrasantzu.diesbelegtunteranderemeinestudiedes GlobalCarbon Project (vgl. Raupach u.a. 2007). Hier zeigt sich, dass sowohl die Abnahme der Emissionsintensität einer Primärenergieeinheit (ökologische Konsistenz), als auch die Abnahme des Primärenergiebedarfs pro Wertschöpfungseinheit (ökologische Effizienz) ins Stockengeratensind.AnstelleeinerEntkopplungistvielmehrdasgenaueGegenteil,nämlich eine ReUMaterialisierung zu beobachten. Aber selbst während vorangegangener Phasen, in deneneinentkopplungseffektfeststellbarwar,hatdiesernichtannähernddendramatischen AnstiegderCO2UEmissionenverhindernkönnen.DieklimapolitischnotwendigeVerringerung derproukopfuemissionaufmittelfristigzweibisdreitonnenprojahrscheintinweiteferne gerücktzusein. Zuweilenwirdbehauptet,dasszumindestinTeilbereicheneineCO2USenkunggelungensei. Übersehen werden darf jedoch nicht, dass die im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung möglich gewordene Verlagerung CO2Uintensiver Wertschöpfungsstufen zu einer optischen Täuschung führt: Über den Konsum von Produkten und Dienstleistungen, deren teilweiser Ursprung in Indien, China etc. liegt, werden CO2UMengen und Ressourcenverbräuche verursacht, die in der umweltökonomischen Gesamtrechnung schwer zu berücksichtigen sind. Selbst erneuerbare Energien sind für sich genommen noch kein Beitrag zur Nachhaltigkeit, wenn sich der absolute Energieverbrauch nicht zugleich deutlich reduziert, alsofossilekraftwerkeabgeschaltetwerden. Bislang wurden Einsparerfolge durch Wachstumseffekte kompensiert. Effiziente Geräte findenzwarverbreitung,dochzugleichwerdenbeständiggrößereundzusätzlicheapparate angeschafft.dietheoretischeundempirischebearbeitungallerinzwischenaufgedecktenso genannten ReboundUEffekte sprengt angesichts seiner Komplexität und zunehmenden Brisanz den Rahmen des vorliegenden Beitrags. Hier kristallisiert sich bereits eine eigene Theorie des systematischen Scheiterns der Entkopplungsidee heraus (vgl. Paech 2005, 2005a,2009a). 2.2*Glück*und*Gerechtigkeit*wachsen*nicht*mit*der*Ökonomie** Die so genannte Glücksforschung nährt die Einsicht, dass eine Erhöhung des ProUKopfU Einkommens ab einem bestimmten Niveau keinen weiteren Zuwachs an subjektiv empfundenem Wohlbefinden stiftet. Eine theoretische Begründung dieses Befundes, der sichfürallemodernenkonsumgesellschaftenempirischverifizierenlässt(vgl.layard2005), lieferte bereits der amerikanische Ökonom Hirsch (1980). Demnach ist der Konsumnutzen vieler Güter symbolischer oder demonstrativer Art, beruht also auf sozialem Prestige, Distinktion (vgl. Bourdieu 1987) oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe. Derartige positionale Güter sind von einem Wettbewerb geprägt, in dem es grundsätzlich um einen höheren Platz innerhalb einer expliziten oder impliziten Hierarchie geht und somit Gewinne für einzelne nur durch die Verluste von anderen möglich sind (Hirsch1980:84). 5

20 I VomgrünenWachstumsmythoszurPostwachstumsökonomie FolglichisteinimmerhöhererKonsumaufwandvonnöten,umeinbestimmtes,keineswegs steigerbares Glücksempfinden zu behaupten: Mit jedem Wachstumsschub können bestimmte Konsumenten ihren Status verbessern. Insoweit dies zwangsläufig zulasten der relativen Position anderer geschieht, wird weiteres Wachstum stimuliert, um der gesteigerten Konsumnachfrage der zuvor ins Hintertreffen Geratenen zu entsprechen, die ihren Status Quo bewahren wollen. Diese Rückkoppelung Wachstum erzeugt die Notwendigkeit neuen Wachstums hat weitere Wirkungen, insoweit die Lebenszufriedenheit auch auf zwischenmenschlichen Beziehungen, der Integrität des sozialen Umfeldes, Erfolg und Anerkennung auf Basis eigener Fähigkeiten, Gesundheit, Sicherheit und einer als intakt empfundenen Umwelt gründet. Eine Glück stiftende AusschöpfungderartigerAspekteerfordertkeinGeld,sonderneinenanderenInput,nämlich Zeit. Andererseits bedeutet die Finanzierung eines immer höheren materiellen LebensstandardseineMaximierungderErwerbsarbeit.Dieszeigtsichunteranderemander EtablierungdoppelterwerbstätigerHaushalte.FolglichverbleibtwenigerZeitfürbislangin Eigenarbeit ausgeführte Tätigkeiten, wie etwa Kindererziehung, Nahrungszubereitung, die Pflege des Haushalts oder eines Gartens, die nun ebenfalls in Fremdversorgungsleistungen umgewandelt und finanziert werden müssen, was wiederum abermals den Bedarf an monetärentgoltenerarbeiterhöht. Wenn Wachstum nicht ohne ökologischen Substanzverzehr zu haben ist und obendrein zumindest in prosperierenden Konsumgesellschaften kein Zuwachs dessen beschert, was gemeinhin Glück genanntwird,sorgtesdannwenigstensfüreinemilderungvonarmut(in Entwicklungsländern)undGerechtigkeitslücken? Ökonomisches Wachstum ist eng mit den Effizienzvorteilen des Freihandels verbunden. Durch internationale Arbeitsteilung jedes Land spezialisiert sich auf das, was es am kostengünstigstenherstellenkannundimportiertumgekehrtdiedinge,welcheinanderen Ländernbilligerproduziertwerdenkönnen kanninsgesamtmehrproduziertwerden,alsin einerwelt,derenländerundregionensichnurmitdemversorgen,wassieselbsterzeugen können. Allerdings bedarf die überregionale Spezialisierung eines Strukturwandels. Dieser bringt innerhalb der daran beteiligten Regionen notwendigerweise immer Verlierer und Gewinnerhervor(vgl.Stolper/Samuelson1941).Dasauszugleichengelängenurmittelseiner Umverteilungspolitik, um deren Vermeidung willen die Wachstumsstrategie jedoch gerade propagiertwird.genaudeshalbfindeteineumverteilungderhandelsgewinnepraktischnie statt. Es stellt also nicht den geringsten Widerspruch dar, dass der Reichtum bestimmter GruppensystematischmiteinerVerschlechterungderLebensverhältnisseandererGruppen erkauftwird beigleichzeitigersteigerungdesbruttoinlandsproduktes. Wenn etwa der Handel mit Indien intensiviert wird, begünstigt dies einen Strukturwandel, der dazu führt, dass die Ressourcen des Landes verstärkt in jene Branchen transferiert werden,diebesonderskonkurrenzfähigaufdemweltmarktsind.indendavonbetroffenen Branchen steigen die Gewinne und Arbeitnehmereinkommen. Aber durch diese SpezialisierungverlierendieBranchen,welchewenigerkonkurrenzfähigsind,anBedeutung. Hier werden tendenziell Ressourcen abgezogen, die Produktion eingeschränkt, Arbeitnehmer freigesetzt. Wenn nun diese sozialen Effekte nicht dadurch aufgefangen werden, dass die freigesetzten Arbeitnehmer in den boomenden, meistens modernen und tendenziell wissensintensiven Branchen eine Beschäftigung finden wie sollen Reisbauern kurzfristigzuprogrammierernwerden? oderdurcheinhalbwegsfunktionsfähigessoziales Sicherungssystemgestütztwerden,drohenVerwerfungen. 6

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