PU Positiver Unterricht
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- Gerrit Kopp
- vor 9 Jahren
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1 63. Jahrestagung der DGSPJ - Bielefeld, Workshop Stepping Stones Olaf Hampel, [email protected] PU Positiver Unterricht Dorothea Böhm, [email protected]
2 63. Jahrestagung der DGSPJ - Bielefeld, Workshop Stepping Stones Olaf Hampel, [email protected]
3 Warum Stepping Stones? Über 50% der Kinder mit geistiger Behinderung entwickeln Verhaltensauffälligkeiten (Rutter et al.,1970b) 41% australischer Kinder (4-18 Jahre) mit geistiger Behinderung zeigen schwere emotionale oder Verhaltensprobleme (Einfeld & Tonge, 1996) jedoch nur 14-18% aller Kinder in Australien haben bedeutsame Verhaltensstörungen (Zubrick et al, 1995) Kinder mit geistiger Behinderung entwickeln also 2 bis 3 mal häufiger behandlungsbedürftige Verhaltensauffälligkeiten im Vergleich zu normal entwickelten Kindern
4 Warum Stepping Stones? Viele dieser Probleme sind ernst, langwierig und schwer zu behandeln Sie belasten die Kinder selbst, ihre Eltern und die Gesellschaft Häufige Integrationsprobleme oder sogar Ausschluss von öffentlichen Dienstleistungen, z.b. Schule Erhöhtes Risiko für Kindesmisshandlung Stark erhöhte Stress- und Gesundheitsbelastung der Eltern Notwendigkeit von Fremdunterbringungen Finanzielle Belastungen für Familie und Gesellschaft
5 Warum ein Elterntraining für Familien mit behinderten Kindern? Kinder mit Behinderungen haben die selben Bedürfnisse wie andere Kinder (Bindung, Autonomie und Integration) Sie brauchen jedoch intensivere Unterstützung durch ihre Eltern, um ihre Fähigkeiten zu entfalten Eltern sind durch die Versorgung und Förderung ihrer behinderten Kinder hohen Belastungen ausgesetzt und brauchen Unterstützung und Anleitung Das Stepping Stones-Triple P-Programm ist eine wissenschaftlich evaluierte effektive Hilfe für Eltern von Kindern mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen
6 Konzept von Stepping Stones Baut auf dem originären Triple P-Programm auf und arbeitet mit den gleichen Prinzipien: - Stärkung von Selbstregulation durch die Förderung von Selbstmanagement und Problemlösestrategien Autonomie und Eigenverantwortung Selbstwirksamkeit und Selbstsuffizienz Beinhaltet zusätzliche (nonverbale) Strategien zur Förderung kindlicher Entwicklung, zum Umgang mit Problemverhalten und zur Unterstützung bei der Bewältigung der Behinderung
7 Merkmale des Stepping Stones Gruppentrainings Vielfältige Lehrmethoden Präsentation (Power Point, DVD, Demonstration) Gruppendiskussionen und Partnerübungen Aktives Training von Fertigkeiten Eltern lernen konkrete Erziehungsfertigkeiten kennen und in unterschiedlichen Situationen anzuwenden Die 9 Einheiten des Programms beinhalten: 5 x 2 1/2 Stunden Gruppentraining 3 x 20 Minuten individuelle Telefonkontakte 1x 2 1/2 Stunden Abschlusssitzung in der Gruppe
8 Die 25 Erziehungsfertigkeiten von Stepping Stones Triple P Eine positive Beziehung zum Kind fördern Angemessenes Verhalten fördern Neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen beibringen Umgang mit Problemverhalten
9 Die 25 Erziehungsfertigkeiten von Stepping Stones Triple P Eine positive Beziehung zum Kind fördern - Wertvolle Zeit - Mit Kindern kommunizieren - Zuneigung zeigen
10 Die 25 Erziehungsfertigkeiten von Stepping Stones Triple P Angemessenes Verhalten fördern - Loben - Aufmerksamkeit schenken - Besondere Belohnungen - Anregende Beschäftigungen - Ablaufpläne
11 Die 25 Erziehungsfertigkeiten von Stepping Stones Triple P Neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen beibringen - Ein gutes Vorbild sein - Berührendes Führen - Beiläufiges Lernen - Fragen-Sagen-Tun - Rückwärtslernen - Punktekarten
12 Die 25 Erziehungsfertigkeiten von Stepping Stones Triple P Umgang mit Problemverhalten - Kinder mit einer anderen Beschäftigung ablenken - Familienregeln aufstellen u. Direktes Ansprechen - Absichtliches Ignorieren - Klare, ruhige Anweisungen - Kindern beibringen, mitzuteilen, was sie möchten - Logische Konsequenzen - Stoppen, Kurze Unterbrechung - Stille Zeit, Auszeit
13 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Sitzung 1 Prinzipien der Positive Erziehung - Als Gruppe arbeiten - Was ist Positive Erziehung? - Faktoren, die das Verhalten von Kindern beeinflussen - Ziele für Veränderungen - Verhalten von Kindern systematisch beobachten - Übungen für die Zeit zwischen den Sitzungen
14 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Sitzung 2 Entwicklung einer positiven Beziehung Förderung angemessenen Verhaltens
15 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Angemessenes Verhalten fördern Ihr Kind loben Ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken Ihr Kind mit besonderen Belohnungen motivieren Für anregende Beschäftigungen sorgen Ablaufpläne einsetzen Punktekarte gebrauchen
16 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Sitzung 3 Beibringen neuer Fertigkeiten und Verhaltensweisen Umgang mit Problemverhalten (Teil I)
17 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen beibringen Ein gutes Vorbild sein Berührendes Führen Beiläufiges Lernen Fragen-Sagen-Tun Rückwärtslernen
18 Inhalte der Stepping Stones Gruppensitzungen im Überblick Sitzung 4 Umgang mit Problemverhalten (Teil II) Sitzung 5 Vorausplanen Sitzung 9(10): Programmabschluss mit Rück- und Ausblick
19 Grundlegende Ziele Stepping Stones zielt auf die Steigerung elterlicher Kompetenz und des Selbstvertrauens in der Erziehung behinderter Kinder Förderung der Entwicklung und des Verhaltens Verbesserung der Eltern-Kind Interaktion Verbesserung elterlicher Kommunikation untereinander Reduktion von elterlichem Stress und ungünstigen Erziehungsmethoden
20 Evaluation von Stepping Stones 6 australische Studien (Effektivität bei Autismus, Asperger Syndrom, Cerebralparesen, Entwicklungsverzögerungen, gemischte Störungsgruppen) 1 Deutsche Studie über die externe Validität der DVD 1 Deutsche Studie (SPZ-Multicenter-Studie) über die Effektivität des Stepping Stones Triple P Elterngruppentrainings In Australien, Belgien, Großbritannien und den Niederlanden werden aktuell Studien durchgeführt
21 Effektstärken der Hauptfragebögen aller (N=114) Patienten versus Patienten ohne (63%)/ mit (37%) psychosozialen Belastungen T1-T2 T1-T3 T1-T2 T1-T3 T1-T2 T1-T3 EFB-K: ,98** 0,66** 0,55 0,55* 0,67*** 0,62*** Reduktion von dysfunktionalem Erziehungsverhalten (Eltern) DASS ,55** 0,40** 0,34 0,58* 0,49*** 0,42** Reduktion von emotionalen Stressbelastungen (Eltern): DBC ,35** 0,37** 0,07 0,28 0,27** 0,36* Reduktion von störendem antisozialem Verhalten (Kinder): T1: Messung vor Stepping Stones Elterntraining T2: Messung direkt nach Ende des Stepping Stones Elterntrainings T3: Messung 6 Monate nach Ende des Stepping Stones Elterntrainings * p<0.05 ** p<0.01 *** p<0.001
22 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht Überblick über die PU-Gruppensitzungen Sitzung 1: Sitzung 2: Sitzung 3: Grundbedingungenfür Unterricht, Selbstorganisation, Selbstevaluation Verbesserung der Lehrer-Schüler-Beziehung, Förderung von unterrichtskonformem Verhalten Schüler-Selbstständigkeit anheben / Reduktion von Problemverhalten (Teil 1) Sitzung 4: Reduktion von Problemverhalten (Teil 2) Sitzung 5: Zukunftsorientierte Planung der Verhaltensziele
23 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht Überblick über die PU-Gruppensitzungen Abschluss Sitzung 9: 3 Individualtermine, je ca min Programmabschluss, Resümee, Weiterführung
24 63. Jahrestagung der DGSPJ - Bielefeld, SSTP: Verhaltenstagebuch 2.2 PU: Ungünstige Überzeugungen 2.3 SSTP: Beschreibendes Lob 2.4 PU: Pos. Feedback Klassenkontext 2.5 SSTP: Rückwärtslernen 2.6 PU: Vitale Pause
25 Stepping Stones 2.1 Verhaltensbeobachtung
26 Verhalten systematisch beobachten Verhaltensmuster Häufigkeit des Verhaltens Konsequenz eigener Reaktionen auf das Verhalten Risikoreiche Zeiten und Situationen Mögliche Auslöser und Gründe Zufällige Belohnungen Verhaltensveränderungen Zielerreichung
27 Beispiel Häufigkeitsbogen Beispiel
28 Beispiel Zeitdauerprotokoll
29 Beispiel Zeitabschnittbogen
30 Beispiel Verhaltenskurve
31 Beispiel Verhaltenstagebuch
32 Übung 2.1 Verhaltensbeobachtung
33 Übung Verhaltensbeobachtung
34 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht 2.2 Ungünstige Überzeugungen
35 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.2 Ungünstige Überzeugungen Es ist die 6. Stunde, da sind die Schüler immer unruhig Das sollte er eigentlich besser wissen! Pünktlichkeit ist selbstverständlich
36 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.2 Ungünstige Überzeugungen
37 Stepping Stones 2.3 Beschreibendes Lob
38 2.3. Beschreibendes Lob ist eindeutig und konkret beschreibt das Verhalten, das Sie mögen wirkt am besten, wenn es begeistert ist soll ehrlich gemeint sein
39 2.3. Beschreibendes Lob
40 2.3. Übung Beschreibendes Lob 1. Kind befolgt Anweisung, Bausteine wegzuräumen 2. Kind sitzt unruhig am Tisch, bleibt aber sitzen 3. Kind zieht sich selbstständig an 4. Kind beginnt unaufgefordert mit den Hausaufgaben 5. Kind beruhigt sich schneller als sonst
41 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht 2.4 Positives Feedback im Klassenkontext
42 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.4. Positives Feedback im Klassenkontext Herausforderung: Wertschätzung dessen, was geklappt hat, auch wenn es nicht auf die gesamte Klasse zutrifft.
43 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.4. Übung Positives Feedback im Klassenkontext 1. Die Schüler werden rasch leise 2. Die meisten Schüler haben aufgepasst und mitgearbeitet. 3. Drei Schüler haben ihre Bücher vergessen. 4. Zwei Schüler kamen zu spät
44 Stepping Stones 2.5 Rückwärtslernen
45 2.5 Rückwärtslernen Alternative zur Strategie Fragen-Sagen-Tun Tätigkeit in Teilschritte zerlegen Dem Kind bei den Teilschritten zunächst bis zum letzten helfen, den das Kind alleine durchführen soll. Wenn das Kind den letzten Schritt beherrscht, wird beim nächsten Mal der vorletzte Schritt geübt. So können Sie die Unterstützung schrittweise reduzieren, bis das Kind die Tätigkeit erlernt hat.
46 2.5 Rückwärtslernen Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4 Schritt 5 Beispiel Hose anziehen : Hose richtig herum hinlegen Rechten Fuß ins rechte Hosenbein Linken Fuß ins linke Hosenbein Hosenbund greifen Hose hochziehen Berührendes Führen bei den ersten Schritten anwenden Das Kind den letzten Schritt oder die letzten Schritte selbstständig machen lassen und dafür loben
47 2.5 Rückwärtslernen
48 Übung 2.5 Rückwärtslernen Tisch decken Tisch abräumen Toilette benutzen Duschen Spielzeug aufräumen Zu Fuß zur Schule gehen
49 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht 2.5 Vitale Pause
50 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.6. Vitale Pause Kernaspekt: Unterrichtsklima verbessern oder wiederherstellen
51 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.6. Vitale Pause Beruhigend Aktivierend
52 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht 2.6. Vitale Pause 1. Beschreibung: was 2. Erklärung: warum 3. Begrenzung: wie lange 4. Ablauf: wie 5. Beenden: Stopp und Dank
53 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht Übung 2.6 Vitale Pause
54 Stepping Stones Fragen, Anmerkungen.
55 Dr. Dorothea Böhm - [email protected] - PU Positiver Unterricht PU Positiver Unterricht Fragen, Anmerkungen.
56 63. Jahrestagung der DGSPJ - Bielefeld, Vielen Dank für Ihre Teilnahme Stepping Stones Olaf Hampel, [email protected] PU Positiver Unterricht Dorothea Böhm, [email protected]
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