Passivhaus Objektdokumentation Einfamilienhaus in Gerasdorf bei Wien Verantwortlicher Planer und örtliche Bauaufsicht: Arch. Dipl.Ing. Thomas Abendroth Mitarbeit: Dipl.Ing. Andreas Hradil Dieses private Einfamilienhaus in Massivbauweise hat einen klaren, sehr kompakten Baukörper mit zwei Geschossen und darunter eine Vollunterkellerung in der Passivhaushülle. Die Breitseite des Gebäudes ist genau nach Süden ausgerichtet. Besonderheiten: klima:aktiv Passivhaus mit 905 von 1000 Punkten (http://www.klimaaktiv-gebaut.at/) Projekt für den Niederösterreichischen Baupreis 2008 nominiert. U-Wert Außenwand 0,07 W/(m²K) PHPP Jahres- U-Wert erdberührt U-Wert Dach U-Wert Fenster Wärmerückgewinnung 0,09 W/(m²K) 0,07 W/(m²K) 0,80 W/(m²K) 75% Heizwärmebedarf: PHPP Primär Energie Drucktest n50 13 kwh/(m²a) 82 kwh/(m²a) 0,4 h-1 1
2
Kurzbeschreibung: Das Gebäude liegt im Einfamilienhausgebiet, eingangsseitig an einer Straße und an einer Bahnlinie. Der Holzanbau mit Car Port und Sonnendeck schottet den Garten zur Straße hin ab. Die reduzierte Formensprache des Gebäudes grenzt sich deutlich von der Umgebungsbebauung ab, die aus Einzelobjekten mit wenig Bezug zueinander besteht. Die Erschließung und alle Bewegungsströme des Hauses verlaufen an der Nordseite. Die Stiege ins Obergeschoss weist nach Westen, nachmittags geht man der Sonne entgegen. Die Nordfassade ist, bis auf ein Kellerfenster, geschlossen. Die Fassadenöffnungen liegen überwiegend im Süden und im Westen. Nutzererfahrungen: Während der Hitzeperioden im Sommer 2008 mit Spitzentemperaturen von fast 40 C war es im inneren des Hauses angenehm kühl mit 24 C. Der Sonnenschutz bestehend aus Raffstoren wurde von den Bauherren konsequent eingesetzt. Die Jahresenergiekosten für Heizen, Warmwasser und komplettem Haushaltstrom betragen ca. 1.000,Veröffentlichungen: IBO Magazin 3/07 Trend Magazin 4/2009 Der Standard 17.3.2007 Projekt ID Datenbank gebaute Passivhaus Projekte : 1732 Projektbeteiligte: Planung Haustechnik: Ing. Heinrich Kerschbaum und Fa. Lüftung Schmid Planung Bauphysik: Dr. DI Gernot Scherpke Planung Statik: Ing. Schoderbeck Fertigstellung: März 2007 Baukosten 1.650,- m²/nf, Bauwerkskosten 285.000,Materialien: Fenster von Internorm 'edition passiv' und 'edition standard' mit U-Werten von 0,51 bis 0,74 W/(m²K) Mauerwerk mit 25 cm Porotherm Ziegel Wärmedämmverbundsystem mit EPS-F plus mit Stufenfalz 3
Ansichtsfotos: Küche vom Wohnraum aus gesehen. Nordfassade Flur OG nach Westen Ostfassade mit Car Port und Sonnendeck Südwestfassade 4
Längsschnitt mit Darstellung Pumpensumpf und Car Port Grundriss Erdgeschoss mit Darstellung Car Port 5
Grundriss Obergeschoss mit Draufsicht Sonnendeck Grundriss Keller in thermischer Gebäudehülle 6
Detailschnitt durch Bodenplatte und Pumpensumpf Anschluss Trittstufe an Haustüre, Einbau Passivhaushaustüre/Außenwand 7
Detail Einbau SAT Antennenhalterung, Dachaufbau Detail Attika und Flachdachaufbau 8
Einbaudetail Fenster in EG und OG, vertikal und horizontal Einbaudetail Fenstertüren in EG und OG, vertikal mit Raffstorenbefestigung 9
Luftdichtheitskonzept: Die Luftdichte Hülle wurde mit dem Innenputz hergestellt. Mit folgenden Maßnahmen wurde das Drucktestergebnis von n50 = 0,4 h-1 erzielt: Verputz hinter Stiegenlaufplatten an der Außenwand bevor diese betoniert wurden Verputz hinter Vorwandinstallationen an der Außenwand bevor diese hergestellt wurden Kompriband zwischen Wand- und Deckenauflager Hohlkehle zwischen Stahlbetondecke und aufsteigendem Mauerwerk Abdichtung von haustechnischen Durchdringungen der Außenwand mittels RDS Verwendung von luftdichtem Elektroinstallationsmaterial Glattstrich im Fensterlaibungsbereich vor Einbau der Fenster zum Andichten mit Klebeband Sorgfältige Auswahl der Handwerksbetriebe Sorgfältige Bauleitung, Besprechung Luftdichtheitskonzept mit Handwerkerteam Sorgfältige Detailplanung der luftdichten Hülle Erster Luftdichtheitstest nach Fertigstellung Innenputz und Einbau der Fenster 10
Zweiter Luftdichtheitstest nach Fertigstellung Estrich, Außenbeleuchtung und Einbau der Eingangstüre 11
Lüftungsführung EG, Leitungsführung in Nebenräumen über abgehängter Decke Lüftungsführung OG, Leitungsführung in Nebenräumen über abgehängter Decke In Bad, Küche und WC wird abgesaugt. In den Wohnräumen mittels Weitwurfdüsen eingeblasen. Die Innentüren verfügen unten über eine ca. 8 bis 10 mm hohe Überströmöffnung. 12
Lüftungsführung EG, Leitungsführung in Nebenräumen über abgehängter Decke Die Erdwärmetauscherrohre 2 x 160 mm (ca. 30 Meter lang) kommen von der Nordseite in den Haustechnikraum. Das Rohrsystem wurde mit 10 bar geprüft. Das Gefälle verläuft vom Filterkasten zum Gebäude hin. Das Kondensat wird in den Hauskanal eingeleitet. Das Fortluftrohr verlässt das Gebäude über die Nordfassade und mündet in den Lichtschacht. Es kam ein Drexel und Weiss Kompakt Lüftungsgerät Aerosmart L mit integrierter Wärmepunpe und Sommerbox zum Einsatz. Die Zuluft wird mittels Erdwärmetauscher frostfrei gehalten. Wirkungsgrad Erdreichwärmetauscher: 20% Da das Gebäude ausschließlich mit Luft aus der Lüftungsanlage beheizt wird, wurde zur Sicherheit ein Elektroheizeinsatz eingebaut. Im Badezimmer OG gibt es einen elektrisch betriebenen Handtuchheizkörper. Um Schallübertragungen der Räume untereinander zu vermeiden, wurde die Anlage mit Schalldämpfern ausgestattet. Anteil Deckung Heizwärmebedarf = 84% Anteil Deckung Warmwasserbedarf = 100% 13