1 Argument und Logik

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3. Grundlegende Begriffe von Logiken - Aussagenlogik

Transkript:

Seminar: 1/5 1 Argument und Logik Aussagesatz (1): Ein Aussagesatz ist ein Satz im Indikativ, der entweder wahr oder falsch ist. Problem der Indexikalität: Sätze im Indikaitv, die indexikalische Ausdrücke enthalten, sind nicht einfach entweder wahr oder falsch, sondern können manchmal wahr, manchmal falsch sein. Beispiel: Ich habe jetzt Kopfschmerzen. Aussagesatz (2): Ein Aussagesatz ist ein Satz im Indikativ, der entweder wahr oder falsch ist und dessen Wahrheit oder Falschheit nicht mit dem Kontext seiner Äußerung variiert. Im Folgenden wird der Begriff des Aussagesatzes immer in diesem Sinn verstanden.

Seminar: 2/5 (Deduktives) Argument: Ein (deduktives) Argument ist eine Folge von Aussagesätzen, mit der der Anspruch verbunden ist, dass einer der Sätze (die»konklusion«) aus den anderen (die»prämissen«) folgt. (Deduktives) Folgen: In einem Argument folgt die Konklusion aus den Prämissen (deduktiv) genau dann, wenn die Konklusion wahr sein muss, falls die Prämissen es sind; wenn es unmöglich ist, dass die Prämissen wahr sind, die Konklusion aber falsch. (Deduktive) Gültigkeit bzw. Schlüssigkeit: Ein (deduktiv) gültiges bzw. es (engl.: valid) Argument ist eines, bei dem die Konklusion aus den Prämissen folgt. (Deduktive) Korrektheit: Ein (deduktiv) korrektes (engl.: sound) Argument ist ein gültiges bzw. es Argument mit wahren Prämissen.

Seminar: 3/5 Anmerkung zum Sprachgebrauch: Einige deutschsprachige LogikerInnen behalten sich den Ausdruck»«zur Bezeichnung der korrekten Argumente vor und unterscheiden also strikt zwischen Gültigkeit und Schlüssigkeit. Nicht alle englischsprachigen LogikerInnen unterscheiden terminologisch in dieser Weise zwischen»valid«und»sound«. Nicht-deduktive Argumente: Viele Argumente, die wir als korrekte Argumente akzeptieren, sind nicht deduktiv korrekt in dem obigen Sinn, da bei ihnen die Konklusion nicht deduktiv aus den Prämissen folgt, sondern in einer schwächeren Weise von den Prämissen gestützt wird. Beispiel: Viele Anfänger haben Schwierigkeiten mit der Logik. Peter ist ein Anfänger. Also: Peter hat Schwierigkeiten mit der Logik. Nicht-deduktive Gültigkeit bzw. Schlüssigkeit: Ein nicht-deduktives Argument ist bzw. gültig, wenn es rational ist, die Konklusion für wahr zu halten, falls man die Prämissen für wahr hält, obwohl die Konklusion nicht deduktiv aus den Prämissen folgt. (Entsprechend für nicht-deduktive Korrektheit) Literatur: Stephen Toulmin: Der Gebrauch von Argumenten, 2. Aufl., Beltz: Weinheim 1996

Seminar: 4/5 Formale Logik: Der Gegenstand der formalen Logik ist die deduktive Schlüssigkeit von Argumenten bzw. die logische Folgerungsbeziehung die zwischen den Prämissen und der Konklusion bestehen muss, damit ein Argument deduktiv ist insofern es sich hierbei um eine Sache der logischen Form der Aussagesätze des Arguments handelt. Offene Frage: Was ist unter dem Begriff der logischen Form eines Satzes zu verstehen?

Seminar: 5/5 Argument nicht nicht-deduktiv deduktiv material formal Also war Peter nicht immer glücklich. Also ist es nicht der Fall, dass er nicht geschieden ist. Also war Peter verheiratet.