Lieferantenmanagement White Paper Autor: Sebastian Dogunke 12/2016 Wassermann AG Westendstraße 195 80686 München www.wassermann.de
Ausgangssituation Aufgrund der Tendenz zu einer starken Fokussierung auf die eigenen Kernkompetenzen, der steigenden Anzahl von Lieferanten, sowie kürzere Produktlebenszyklen, wird die Abhängigkeit zwischen OEMs und Lieferanten zunehmend größer. So stehen neben den reinen Lieferbeziehungen immer mehr Entwicklungspartnerschaften im Vordergrund. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Supply Chain stetig, da die Unternehmen zur Abdeckung der individualisierten Kundenbedarfe ein breites Sortiment mit vielen Varianten und neuen Modellen anbieten. Aus diesem Grund sind eng vernetzte und langfristige Partnerschaften zwischen OEMs und Lieferanten für den Unternehmenserfolg ausschlaggebend. Ebenso erfordert die Beschaffung komplexer Baugruppen stabile Beschaffungsprozesse, was ein konsequentes Lieferantenmanagement zum Schlüsselfaktor werden lässt. Entlang der Supply Chain gibt es besonders im Bereich Lieferantenmanagement folgende häufig auftretende Herausforderungen: Produktion» Hohe Liefer- und Produktionsrückstände» Schwankende Bedarfe (Bullwhip-Effekt)» Engpässe (Mensch, Maschine, Material)» Unzuverlässige Produktionsprozesse in der Serienphase» Probleme in der Anlaufphase Produktionsplanung» Unklare Ursache für verspätetes oder fehlendes Material» Unklare Strategie für die Bevorratung» Durchlaufzeit in der Theorie anders als in der Praxis» Fehlende oder lückenhafte Bestandsbuchungen» Über- /Unterschätzung der Flexibilität der Mitarbeiter Schnittstellen» Fehlende Transparenz des Informationsflusses (z. B. Daten, Kommunikation)» Mangelndes Unterlieferantenmanagement» Flexibilisierungspotenzial Kosten» Unklare Kosteneinflüsse aus der Produktion» Hohe Transport- und Logistikkosten» Hohe Transaktionskosten Qualität» Keine Sicherstellung der Qualitätsleistung» Zu hohe Fehlerraten/-laufzeiten» Prozesse werden nicht gelebt Im Rahmen der Optimierung des Lieferantenmanagements werden alle relevanten Prozesse zur Auftragserfüllung ganzheitlich betrachtet. So umfasst es die Etablierung eines Kennzahlensystems sowie die Betrachtung des Informationsflusses und der Lieferantenanbindung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Beseitigung von Engpässen. Letztendlich steht die nachhaltige Steigerung der Produkt- und Prozesssicherheit im Mittelpunkt des Lieferantenmanagements. Diese Optimierungen wiederum erzeugen Wettbewerbsvorteile, sowohl für OEMs als auch die Lieferanten. Seite 2 von 8
Ziel: Schaffung von Transparenz und einer nachhaltigen Versorgungssicherheit Handlungsfelder im Lieferantenmanagement Vorgehensweise Die Handlungsfelder im Lieferantenmanagement werden bei der Wassermann AG in zwei Arbeitspakete aufgeteilt: Troubleshooting und Nachhaltigkeit.. Das Arbeitspaket 1 Troubleshooting wird im Rahmen eines Tandemkonzepts durchgeführt. Hierbei besteht das Beraterteam aus einem Junior Consultant und einem Senior Consultant. Im Rahmen einer vorgeschalteten Analysephase werden die Handlungsfelder durch das Wassermann- Team identifiziert und gemeinsam mit dem Lieferanten Mahnahmen definiert. Die weitere Umsetzung sowie das Projektcontrolling erfolgt durch den Einsatz des Junior Consultants, gemeinsame Regeltermine mit dem Senior Consultant sichern eine stetige Umsetzung der definierten Maßnahmen ab (Abb. 1) Abb. 1: Projektablauf Trouble Shooting Des Weiteren ist die Sicherstellung der Qualität im Projekt durch zusätzliche Maßnahmen garantiert. So unterstützt der Senior Berater das operative Projektmanagement. Zudem wird durch ein koordiniertes Eskalationsmanagement eine kurzfristige Unterstützung des Projektteams vor Ort gewährleistet und der Junior Berater kann jeder Zeit auf die Hotline für fachliche Unterstützung zurückgreifen. Die Absicherung der Versorgungsleistung bzw. die Transparenz wird über ein einheitliches Projektreporting und Kennzahlenwissen erzeugt. Ziel ist die weiterführende Industrialisierung der Tools und Methoden, um eine effektive Projektumsetzung zu garantieren. Weiterhin nimmt eine kontinuierliche Methodenentwicklung Anforderungen aus den laufenden Projekten auf und unterstützt das Beraterteam. Im Rahmen des Arbeitspakets 2, Nachhaltigkeit, werden zusammen mit dem Lieferanten Maßnahmen definiert und umgesetzt, um die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens an sich ändernde Marktbedingungen anzupassen. Die Themenbereiche erstrecken sich entlang der gesamten Prozesslandschaft im Unternehmen unter Berücksichtigung von Best-Practice-Methoden sowie des Operational-Excellence-Ansatzes. Seite 3 von 8
Qualitätssicherung» Im Fokus steht die Umsetzung der Kundenanforderungen innerhalb der Lieferkette» Die Qualitätssicherungsprozesse werden auf ihre Effizienz überprüft» Optimierung des reaktiven Qualitätsmanagements» Implementierung eines proaktiven Qualitätsprozesses, zur Vermeidung von Nacharbeiten oder hohen Ausschussraten» Definition und Implementierung von Prozessen, um bei Abweichungen zukünftig kurzfristige Problemlösungen zu erzielen Störungsbeseitigung» Risikoeinstufung der Prozesse und Lieferanten sowie vorbeugende Ableitung von Befähigungsmaßnahmen» Absicherung der Versorgungsleistung durch proaktive Problemlösungsprozesse im Serienbetrieb Planung & Steuerung» Optimierung der IT-gestützten Planungs- und Steuerungskomponenten unter Einbeziehung des Shopfloormanagements» Kennzahlengestütztes Prozessmanagement, um frühzeitig Abweichungen zu erkennen» Aufbau eines Unterlieferantenmanagements Wertstrommanagement» Weiterentwicklung des bestehenden Produktionssystems sowie Implementierung von LEAN-Prinzipien sowie Qualifikation der Mitarbeiter in der Fertigung» Implementierung von Problemlösungsprozessen sowie Schulung der Mitarbeiter und Coaching in der Umsetzung Performance Management» Etablierung eines ganzheitlichen Projektmanagement-Ansatzes zur Koordination der Leistungserstellungsprozesse» Gestaltung und Begleitung unternehmensübergreifender Qualitäts- und Kostenoptimierungsprogramme» Coaching bei der Implementierung von spezifischen OEM-Prozessstandards (PEP/PPAP, Reifegradmanagement, Bemusterung, Änderungsmanagement) Warum wir die Richtigen sind : Das Lieferantenmanagement der Wassermann AG unterstützt bei der kurzfristen und langfristigen Versorgungssicherheit der Serienproduktion. Die langfristigen Erfahrungen der Lieferantenmanager und deren Marktkenntnisse, bieten eine wesentliche Grundlage für die Beratung. Durch präventive Produkt- und Prozesssicherung können bereits im Anlaufmanagement Fehler vermieden werden. Darüber hinaus bietet die Wassermann AG nicht nur Lösungen im Bereich Lieferantenmanagement an, sondern bei besonders komplexen Themen ein Netzwerk von Spezialisten, wie zum Beispiel aus dem Bereich der IT. Seite 4 von 8
Die Umsetzung veränderter Prozesse in den Kundenunternehmen unterstützt die Wassermann AG mit einem umfangreichen Schulungs- und Workshopprogramm. Da es eine breite Lösungsvielfalt gibt, hängt dies mit der individuellen Kundenlösung zusammen. Mehrwert für den OEM: Stabilisierung» Kompetenter Ansprechpartner im Einsatz vor Ort» Entlastung des OEM: Konzentration auf das Kerngeschäft» Sofortmaßnahmen garantieren kurzfristige Erfolge und die Stabilisierung der Versorgungssituation» IST- und SOLL-Analyse mit Umsetzung Alles in einem Paket Absicherung der Nachhaltigkeit» Absicherung der Kundenanforderungen» Lieferanten werden nachhaltig entwickelt und zur Erreichung von Versorgungssicherheit, Standards oder Qualitätsanforderungen» Effektive Steigerung der Konkurrenzfähigkeit.» Im Eskalationsfall sorgen definierte Kommunikationsbeziehungen für eine effiziente Problemlösung Kontinuierliche Verbesserung» Relevante Faktoren sind vor allem Qualität, Zeit und Kosten, z. B. Reduzierung von Ausschuss und Fehlteilen» Sie reduzieren Ihre Lieferrisiken» Optimierungspotenziale hinsichtlich der Beschaffungskosten und Qualitätsaufwendungen» Stabile und transparente Prozesse entlang der Wertschöpfungskette» Ausbau Ihrer Wettbewerbsfähigkeit als Grundlage für weiteres Wachstum Mehrwert für die Lieferanten: Stabilisierung» Entlastung der Lieferanten durch den Einsatz der Wassermann-Berater» Geregelte Kommunikation zwischen OEM und Lieferanten» Sofortmaßnahmen garantieren Ihnen kurzfristige Erfolge und die Stabilisierung der internen Prozesse.» Unterstützung bei der Umsetzung sowie coachen bzw. schulen der Mitarbeiter» Sicht von außen mit breiter Erfahrung» Langfristige Bindung zum OEM Absicherung der Nachhaltigkeit» Langfristige Prozessoptimierung» Nachhaltige Entwicklung der Lieferanten zur Sicherstellung der Kundenanforderungen hinsichtlich Versorgungssicherheit, Standards und Qualitätsanforderungen» Begleitende Befähigung der Mitarbeiter trägt zu einer nachhaltigen Verbesserung bei» Im Eskalationsfall sorgen definierte Kommunikationsbeziehungen für eine effiziente Problemlösung Seite 5 von 8
Kontinuierliche Verbesserung» Qualität, Zeit und Kosten praktische Belege für eine Verbesserung der internen Prozesse sind z. B. die Reduzierung von Ausschuss sowie Fehlteilen, Nacharbeit und Sonderfahrten» Sie reduzieren Ihre Lieferrisiken und können Optimierungspotenziale hinsichtlich der Beschaffungskosten und Qualitätsaufwendungen realisieren» Stabile und transparente Prozesse entlang der Wertschöpfungskette für den Ausbau Ihrer Wettbewerbsfähigkeit zur Grundlage für weiteres Wachstum Lieferantenmanagement Toolbox: Die Wassermann AG verfügt über eine Vielzahl von Tools im Bereich des Lieferantenmanagements. Diese werden bei unseren Kunden erfolgreich und individuell eingesetzt. Im Folgenden werden drei Lieferantenmanagement-Tools als exemplarisches Beispiel beschrieben: 1. Kettenbestandsmonitoring Das Kettenbestandsmonitoring dient der Überwachung der Versorgungssicherheit von kritischen Komponenten. Nach einer Auswahl von kritischen Komponenten oder Materialnummern an bestimmten Messpunkten entlang einer mehrstufigen Versorgungskette, können die Bestände und daraus abgeleitet die Reichweiten ermittelt werden. Diese Reichweiten bilden die Grundlage für ein standardisiertes Reporting. Somit schafft dieses Tool eine Transparenz entlang der Supply Chain, mit einem einfachen Bedarfs- und Bestandsabgleich und erleichtern die Kommunikation in Form von Managementreports. Die Transparenz über mehrere Wertschöpfungsschritte bietet Ihnen dabei ein geeignetes Frühwarnsystem, um Versorgungsrisiken proaktiv zu erkennen. Seite 6 von 8
2. Rückstandsreporting / Rückstandsabbauplan Im Rahmen des Rückstandsreportings werden die Leistungskennzahlen bzw. der aktuelle Rückstand tagesaktuell erfasst und transparent dargestellt. Ziel ist eine einfache Übersicht über den derzeitigen Versorgungsstatus pro Material/Produktgruppe/Kundenprogramm oder Ablieferstelle. Diese Daten werden ebenfalls für die Erstellung eines strukturierten Rückstandabbauplans verwendet: Maßnahmen und deren Einfluss werden mit dem Lieferanten definiert und an den Kunden weitergegeben. Abgestimmte, transparente Rückstandsabbaupläne erzeugen für die beteiligten Parteien ein aktuelles Bild der Versorgungssituation und bieten darüber hinaus eine Verifizierung der eingeleiteten Maßnahmen. 3. Engpassmonitoring Nach der Identifizierung von Kapazitätsengpässen und Abweichungen in der Fertigung, kann das Engpassmonitoring zur Ermittlung der Ursachen und Lösungsfindung beitragen. Hierzu werden täglich die Produktionsmengen samt Zielabweichungen im Zeitlauf strukturiert dokumentiert. Mit Hilfe strukturierter Methoden (A3-, 8D-Report, gängigen Qualitätstools) werden die Kernprobleme kurzfristig identifiziert und Maßnahmen eingeleitet, um die Leistung bzw. OEE (Gesamtanlageneffektivität) im Engpass zu erhöhen. Seite 7 von 8
Lieferantenmanagement in der Praxis: Projektbeispiel 1 Projektbeispiel 2 Seite 8 von 8