Teil 2: IN DER WETTKAMPFPHASE



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Transkript:

Teil 2: ERNÄHRUNG IN DER WETTKAMPFPHASE Referentin: Apothekerin Silvija Santic April 2007 Annastrasse 5 Attingerpassage

Physiologische Hintergründe nde Energiebereitstellung: 1)Aus dem Magen-Darm-Trakt nach Nahrungsaufnahme 2)Glykogenolyse (aus Glykogen in der Leber, Muskulatur) 3)Fettsäurenoxidation (=Fettverbrennung) 4) Gluconeogenese (Glucoseherstellung in Notzeiten aus Lactat, best.aminosäuren und Glycerol aus Fetten) Insulin: anaboles Hormon: Speicherhormon von Zucker,Eiweiß und Fetten Aktivierung erfolgt durch Zucker Glykogen: (= tierische Stärke ) -Speicherform der KH (=Kohlenhydrate) in der Leber, Muskulatur -Wichtigster Energielieferant! -Max. Speicherkapazität: ca. 550-650g (reicht für ca. zwei Stunden intensive Belastung)

Ernährung vor dem Start Nicht nüchtern n an den Start gehen Letzte große e Mahlzeit 2,5-3 3 Stunden vor dem Start (Energiegehalt bis 500 kcal) Leicht verdaulich Nicht zu fett und eiweißhaltig Bei Distanzen über 2h evtl. 30 Min. vor dem Start noch eine iso-/hypotone Lösung(?) Gründlich kauen Körperwarme Speisen

Ernährung vor dem Start 60-90 min. vor dem Start keine Mono- und Disaccaride wie Glucose (Traubenzucker) hohe Insulinausschüttung drastischer Blutzuckerabfall Leistungsminderung Zittern Schwäche che Schwindel Schwitzen Übelkeit Blutzucker Insulin Nahrungsaufnahme Unterzucker

Beispiele leicht verdaulich Weiß-/Mischbrot mit Magerquark/ fettarmen Käse/ Marmelade/ Honig Haferflocken/Cornflakes mit Joghurt Grieß/Milchreis mit Apfelmuß, Rosinen Obstkuchen aus Hefe- und Bisquitteig Kaffee, Tee, Kakao, Milch,Obstsäfte je nach Verträglichkeit Verträglichkeit immer vorher im Training austesten!

Während dem Wettkampf < 1h: keine Zufuhr notwendig > 1h: leicht hypo-/isotone Getränke alle 15-20 Min. 150-200ml (max. 800 ml/h) > 2h: Feste Nahrung nicht verboten, aber auch nicht notwendig: kleine und leicht verdauliche Portionen z.b. Banane, Reiswaffeln, etc. Powergels : hyperton ausreichend trinken

Schneller regenerieren.. 1) Schon während dem Wettkampf Verluste ausgleichen: v.a.. Wasser, Salz, Kohlenhydrate 2) Beste Aufnahmekapazität t der Glykogenspeicher: in den ersten zwei Stunden nach dem Wettkampf! 3) Verkürzung rzung der vollständigen Glykogenauffüllung llung von 48 auf 24 Stunden durch 70% KH-anteil in der Nahrung 4) Mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt 5) Alkohol verzögert die Regeneration (bis zu 72h)!

Nach dem Wettkampf Ausreichend trinken! Zufuhr leicht verdaulicher KH ca. 40-60 g/h Max. Syntheserate 1,0-1,5 1,5 g KH/kg Körpergewicht/h K über mehrere Mahlzeiten am Tag verteilt Stufenweise in Kombination mit leicht verdaulichem Eiweiß (z.b. Milch- und Sojaeiweiß) Beispiele für f r erste zwei Stunden: Fruchtschorlen 1:1 Milchshakes Obst, Trockenfrüchte chte Puddings, Joghurt Kartoffeln mit Quark

Nach dem Wettkampf danach gemischte vollwertige Mahlzeiten (Wettkampf ist ein kataboler Zustand Verlust an Flüssigkeit, Glykogen,, Verbrauch an Enzymen, Hormonen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Mikroschädigungen der Muskulatur,..) Beispiele Mahlzeiten: Naturreis mit Hühnchen H und Gemüse Fisch mit Kartoffeln und Salat Nachtisch Obst/Käsekuchen/N sekuchen/nüsse sse

Die Woche vor dem Marathon Carbo-loading und Saltindiät / Schwedendiät 1 3-44 Tage vor dem Wettkampf KH-Anteil auf 70% erhöhen hen durch Fett- und Eiweißreduktion Wichtig: Ausreichend trinken! (1g Glykogen bindet 2,7 g Wasser) Ausreichend kaliumhaltiges Obst und Gemüse zuführen (v.a.. in Kartoffeln, Bananen, getrockneten Aprikosen) Auf ausreichende a Ballaststoffzufuhr achten (z.b. in Vollkorn, Trockenobst) 2 4 Tage zuvor eine kurze, aber nicht zu harte Trainingseinheit 3 Vor 2 drei möglichst m kohlenhydratarme Tage low carb, evtl. zusätzlich mit einer erschöpfenden längerenl Trainingseinheit eingeleitet

Beispiele Kohlenhydratgehalt in Nahrungsmitteln Brot 50 g (1 Scheibe, 1Brötchen) Ø 25 2 TL (20 g) Marmelade, Honig Ø 15 Cornflakes 30 g 25 5 EL Grieß (100 g) 70 Apfelsaft 0,2 l 22 1 Banane mittelgroß (125 g) 25 Kuchen (ca.100 g) Ø 30 Trockenobst (100 g)(ca.. 6 Aprikosen) 60 125g Nudeln Rohgewicht 87 100g (5 EL) Reis Rohgewicht 75 300g Pellkartoffeln (4 Stk. mittelgroß) 50 1 Kugel Eis: Ø 17 125 g Pudding: 17 1 EL Zucker 20 g: 20 Gummibärchen 10 Stück (20 g) 20 (in gramm)

low carb Wichtig: Weiterhin mindestens 50g KH täglich! t (ansonsten zu hohe Wasser-und Natriumverluste, Schwindel) Maximal 350 g KH täglich t bei fortgesetztem Training (ca. 1,5 h) Beispiele Nahrungsmittel kohlenhydratarm: Fleisch, Fisch (<1gKH/100g) Käse (<1g KH), Milchprodukte (4gKH/100g) Eier (<1gKH/80g) Gemüse roh, gegart (Ø7g( KH in 100g)(Ausnahme: 15gKH/100g: gekochte Möhren, M Bohnen, Mais, Erbsen, rote Beete) Nüsse (z.b.10stk.mandeln 15g) 2g KH Vorteile: maximale Leerung Glykogendepots = extremer Trainingsreiz Superkompensation = natürliche Überladung der Glykogendepots über den Normalwert Nachteile: kurzzeitige Leistungsminderung psychische Belastung, evtl. Kopfweh, Gefühl des Schlappseins ( Methode tlw. umstritten) Weiterhin zu beachten: Gewichtsverlust (Glykogen( Glykogen- und Wasserverlust):ca.. 1,5-2 2 kg An unwichtigen Wettkämpfen ausprobieren wegen Verträglichkeit für f r Kreislauf und Magen-Darm Darm-Trakt