Demenz und Gehörlosigkeit

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1 Demenz und Gehörlosigkeit Herausforderung Kommunikation, Begleitung und Betreuung Fachtagung Leben mit Demenz zu den Themen Menschen mit geistiger Behinderung und gehörlose Menschen Duisburg,

2 Anke Stilgenbauer (h) Dipl.-Heilpädagogin Pflegeberaterin nach 7a SGB XI Seniorenbegleiterin für Menschen mit Demenz seit 2003 im Ev. Seniorenzentrum MARTINEUM (Wohnbereich) : Beratungsstelle für gehörlose Senioren seit 09/2011: Kompetenzzentrum Gehörlose Menschen im Alter Mitglied im Fachausschuss Seniorenarbeit der DAFEG

3 Andrea Huckemeier (gl) Seniorenbegleiterin für Menschen mit Demenz seit 2001 im Ev. Seniorenzentrum MARTINEUM (Wohnbereich) : Beratungsstelle für gehörlose Senioren seit 09/2011: Kompetenzzentrum Gehörlose Menschen im Alter Ansprechperson für das Betreute Wohnen für GL 1. Vorsitzende im Ev. Gehörlosen-Verein Essen 2. Vorsitzende im Fachausschuss Seniorenarbeit der DAFEG

4 Wohnbereich für gehörlose Senioren MARTINEUM Ev. Seniorenzentrum Essen-Steele Kompetenzzentrum Gehörlose Menschen im Alter Betreutes Wohnen für gehörlose Senioren

5 Das Projekt Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend MARTINEUM Universität zu Köln Stadtverband Dresden Kompetenzzentrum Essen Kompetenzzentrum Dresden

6 Die Ziele Schaffen neuer Versorgungsstrukturen, die an die Bedürfnisse dementiell veränderter oder pflegebedürftiger gehörloser Menschen angepasst sind Angemessene Betreuung und Versorgung dementiell veränderter oder pflegebedürftiger gehörloser Menschen Entlastung von Angehörigen, die dementiell veränderte oder pflegebedürftige gehörlose Familienmitglieder zuhause betreuen Sensibilisierung von MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen für die spezifischen Bedürfnisse gl älterer Menschen bez. Kommunikation &Versorgung Teilhabe von gehörlosen Menschen mit Demenz und / oder einer Pflegebedürftigkeit am gesellschaftlichen Leben

7 Die Aufgaben Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzungbestehender Versorgungsangebote in der Region Qualitativ hochwertige Beratung vongehörloser Menschen und ihren Angehörigen unter Einbezug der gesamten sozialen Situation Beratung von Institutionen, die Kontakt mit gehörlosen älteren Menschen haben und Information bzw. Unterstützung benötigen Ausbau des ehrenamtlichen Engagementssowie Qualifizierung von engagierten gehörlosen oder gebärdensprachkompetenten Freiwilligen

8 Gehörlose Menschen im Alter was ist besonders, was macht sie aus?

9 Die Zahlen ca Gehörlose in Deutschland ca Gehörlose ab 65 Jahre in Deutschland 537 Gehörlose in Essen (Stand 2007), davon 259 gehörlose Menschen ab 50 Jahre in Essen (Stand: 2007)

10 Die aktuelle Situation kaum oder keine Angehörigen Nachwirkungen der Zwangssterilisation / weite Entfernung durch Beruf Zugang zu Informationen für Senioren schwierig Umgang mit Medien? / Barrierefreiheit? / Richtigkeit zugetragener Informat.? wenig auf die Bedürfnisse der gl Senioren angepasste Versorgungsangebote Beratung / ambulante und stationäre Versorgung / Krankenhaus hohe Hemmschwelle, Hilfe (von Hörenden) anzunehmen Sozialisation / Lebensprägung soziales Umfeld massiv belastet oder überfordert Angehörige / Freunde / GL-Verein / Nachbarn / Öffentlichkeit

11 Die kommunikative Situation Nutzen von Hausgebärden / eigenen Gebärden / Dialekten Verbot der Gebärdensprache / Flucht und Vertreibung im 2. Weltkrieg Andere Schreib-/Schriftsprachkompetenz Unterschiedliche Grammatik/Syntax in Laut- und Gebärdensprache Anderer Wortschatz Nachwirkungen des Krieges & dem allgemeinen Umgang mit Gebärdensprache Umgang mit Dolmetschern eher ungewohnt Vertrauenspersonen werden für Übersetzung heran gezogen Gehörlosen-Verein bedeutet Sprachgemeinschaft oft einzige soziale Ressource

12 Gehörlosigkeit und Demenz kaum wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse Gehörlose Menschen haben wenig Kenntnis über die Thematik Institutionen im Gesundheitswesen fehlt Wissen über gehörlosenspezifische Kommunikation & Kultur Fast keine spezifischen Beratungs- & Versorgungsangebote Bestehende diagnostische Verfahren nicht ohne Weiteres auf gehörlose Menschen übertragbar

13 Gebärdensprache und Demenz Komplexe Kommunikationsabläufe kognitiv nicht mehr erfassbar Geste, Mimik und Lippenlesen bilden kombiniert eine Gebärde Dialektvielfalt in der Gebärdensprache Kognitive Veränderungen verändern Gebärdensprache Gebärden werden vergessen (Wortfindungsstörungen) Verwenden von Lautsprache Gesten/Hände können die Gedanken nicht mehr in Bilder/Gebärden umsetzen Wertschätzende Kommunikation / Validation? ritualisierte Begegnung Sprichwörter

14 Anforderungen an die Begleiter Hohe Gebärdensprachkompetenz erforderlich nur dann sind Veränderungen in gebärdensprachl. Kommunikation erkennbar Dialektvielfalt in der Gebärdensprache Kenntnis der Gehörlosen-Kultur Gebärdensprache + Rechtsanspruch auf Dolmetscher Ausgeprägte visuelle Wahrnehmung Vereinsstrukturen / Sprachgemeinschaft Informationswege / Medien Qualifizierung zum Thema Demenz

15 Besondere Aspekte in der Arbeit zunehmende Anzahl an dementiellen Erkrankungen zusätzliche psychische Erkrankungen, die im Alter sichtbar werden ertaubte Senioren ohne Gebärdensprache gehörlose Senioren mit Mehrfachbehinderung gehörlose Senioren leben wohnortnah in einer hörenden Einrichtung oder müssen in eine andere Stadt / Bundesland umziehen, um versorgt zu sein

16 Neue Aspekte in der Arbeit zunehmendes Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung der gehörlosen Senioren neue technische / mediale Möglichkeiten der Kommunikation Umgang mit Dolmetschern wird selbstverständlicher Sensibilisierung von Kostenträgern nimmt zu, aber ist immer wieder erforderlich neue Versorgungswege für gehörlose Menschen mit Demenz werden ausprobiert zunehmende Vernetzung hilft über Entfernungen hinweg

17 Versorgungsstrukturen für gehörlose Menschen mit Demenz Anpassung von Diagnoseverfahren Angebot von Qualifizierungsmaßnahmen zur Ausbildung von gehörlosen Demenzbegleitern Pflegekurse für gehörlose pflegende Angehörige Sensibilisierung von Institutionen im Gesundheitswesen Ausbau / Zusatzqualifizierung von ambulanten und stationären Diensten

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