Portrait und SWOT-Analyse Informations- und Kommunikationstechnologien

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1 Portrait und SWOT-Analyse Informations- und Kommunikationstechnologien Zusammenstellung der Daten, Zusammenfassung der Informationen und Erstellen des Textes durch das Clustermanagement IKT.NRW 1

2 Vision Im Nordrhein-Westfalen der Zukunft gilt das Land als einer der innovativsten IKT-Standorte weltweit. ist die IKT-Branche Pionier für die Entwicklung neuer Märkte für Anwendungen, Dienstleistungen und digitale Inhalte. hat die IKT-Forschungslandschaft den internationalen Ruf einer Hochburg für Cyber Physikalische Systeme. herrscht eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen IKT-Produzenten, Lösungsanbietern und den Anwenderbranchen. zieht das Land als Innovationsraum junge Gründer, Startups und globale IKT-Unternehmen an. sichern kreative Cross-Innovationen Absatzmärkte für die traditionellen Industrien. findet ein stetiger Austausch zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in Bezug auf die soziologischen, kulturellen, ökologischen, ökonomischen und technologischen Chancen und Risiken statt. entstehen neue Anwendungen und Dienste durch kreatives Ausprobieren und Experimentieren, werden Fehler und Fehlentwicklungen als Teil des Innovations- und Modernisierungsprozesses gesehen. ist die dynamische Entwicklung von IKT-Innovationen Garant für qualifizierte Arbeitsplätze. 2

3 Zielsetzung Die Spitzenstellung Nordrhein-Westfalens im Bereich IKT gilt es zu festigen und auszubauen. Der Cluster IKT.NRW hat folgende Ziele benannt: Nordrhein-Westfalen wird als Zentrum intelligenter IKT- Anwendungen sichtbar. Die Leistungsfähigkeit der Gesamtwirtschaft wird durch Cross-Innovationen gesteigert, die Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen bieten. IKT-Forschung und Entwicklung fokussiert und profiliert sich in zukunftsweisenden Schwerpunkten. Die Innovationsdynamik wird durch Gründungs- und Wachstumsunterstützung beschleunigt. Nordrhein-Westfalen wird als IKT-Standort internationaler. Nordrhein-Westfalen braucht Raum zur breiten Diskussion der gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen, ökonomischen und technologischen Chancen und Risiken von IKT-Innovationen. 3

4 IKT-Markt Laut EITO wächst der weltweite IT-Markt im Jahr 2011 um 4,3 Prozent mit ebenfalls 4,3 Prozent Wachstum liegt Deutschland dabei deutlich über dem EU- Durchschnitt von 2,9 Prozent. Rund ein Viertel der Zunahme des EU- Bruttoinlandprodukts und 40 Prozent des Produktivitätszuwachses werden auf die Produktion und Nutzung von IKT zurückgeführt. Davon ausgehend ergeben sich dank der starken Wirtschaftsfelder insbesondere in folgenden Branchen enorme Wachstumspotenziale durch IKT und Innovationspotenziale für IKT: Maschinenbau, Energie und Automotive. 50% aller Produkte sind durch den Einsatz von IKT möglich 80 % der Innovationen im Automobilbereich sind IKTbasiert Prognostiziertes Beschäftigungswachstum in der dt. Software- und IT-Dienstleistungsbranche um 35 % Laut einer IDC-Studie gleichbleibende oder steigende Investitionsbereitschaft in IKT-Produkte und - Dienstleistungen für das Jahr 2012 bei fast 80% der deutschen Unternehmen Der Anteil der Digitalen Außenseiter liegt in Deutschland bei fast 30 % (Initiative D21) 4

5 IKT-Standort NRW Die folgenden Zahlen verdeutlichen die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien für das Land Nordrhein-Westfalen. Als Querschnittstechnologie nehmen sie erheblichen Einfluss auf fast alle Branchen und damit auf die Gesamtwirtschaft. Der IKT-Standort NRW im Überblick: Mehr als Unternehmen im Land beschäftigten im Jahr 2010 rund Mitarbeiter und erzielten einen Umsatz von 92 Milliarden Euro - dies entspricht 16,9 Prozent des nordrhein-westfälischen Bruttoinlandsproduktes Im Jahr 2011 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gesamten IKT-Sektor um mehr als auf rund Starker TK-Sektor: 86 % des deutschen Mobilfunkmarktes werden von NRW-Unternehmen abgedeckt; mit Vodafone, E-Plus, Ericsson und der Deutschen Telekom sind vier Big Player der TK-Wirtschaft in Nordrhein- Westfalen angesiedelt. Handycity Düsseldorf die Stadt ist ein Telekommunikations- und Mobilfunkstandort mit internationaler Strahlkraft, was die Ansiedlung großer Konzerne beweist. 8 Fraunhofer-Institute mit IKT-Schwerpunkt sind in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. EffizienzCluster LogistikRuhr (vom BMBF gefördert): Das vom BMBF geförderte Spitzencluster zielt auf die Entwicklung von Produkten, Ansätzen und Innovationen, um die bestehenden gesellschaftlichen Herausforderungen unter Einsatz der Logistik bewältigen zu können. Im IKT-Bereich sind in NRW bereits mehrere regionale sowie thematische Netzwerke aktiv, bspw. das stark regional fokussierte IT-Security Netzwerk in der Region Bochum / Gelsenkirchen oder das thematische Geoinformations-Netzwerk mit mehreren regionalen Schwerpunkten in Bonn, Münster und der Ruhrregion. 5

6 Benchmarks Vergleicht man den IKT-Markt in NRW mit anderen Regionen in Deutschland und Europa, so zeigt sich, dass Nordrhein- Westfalen in einigen Bereichen große Stärken hat und durchaus zu den Vorreitern gezählt werden kann. Hervorzuheben ist hier z.b. der Mobilfunk. Aber insbesondere im Vergleich zu Bayern und Baden-Württemberg fällt NRW in einigen wirtschaftlich wichtigen Bereichen ab. 86 % des deutschen Mobilfunkmarktes werden von NRW-Unternehmen abgedeckt. NRW hinter Bayern und Baden-Württemberg bei IKT- Patenten: Im Bereich der IKT-Patentanmeldungen (absolut) zeigt sich, dass NRW zwar hinter Bayern und BW auf Rang 3 rangiert, der Abstand jedoch auffällig groß ist. Insbesondere die privaten Aufwendungen für F&E sind in BW sehr groß im Gegensatz zu den Aufwendungen in NRW (OECD 2012). Laut Innovationsindex 2010 über die Innovationsfähigkeit der Regionen in der EU liegt NRW auf Rang 7 hinter Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Bremen und Hamburg (wenn man nur die deutschen Bundesländer betrachtet). Auch aus einer Studie des HWWI aus dem Jahr 2007 geht hervor, dass NRW bei der Innovationsfähigkeit im Mittelfeld rangiert (http://www.statistik.badenwuerttemberg.de/europa/euinnovindex_0000.asp). Hier besteht somit noch großes Potenzial auch für den IKT- Sektor. Im Jahr 2009 hatte der nordrhein-westfälische IKT-Sektor einen Anteil von 6,3% an allen F&E-Aufwendungen in Deutschland (F&E Datenreport 2011, senschaftsstatistik/publikationen/fue_datenreport/fue_datenreport_2011. pdf). Gemessen am BIP fällt diese Zahl sogar noch schlechter aus. Zum Vergleich: Der Anteil der F&E- Aufwendungen am BIP betrug 2009 in NRW 0,03 % - in Baden-Württemberg lag dieser Anteil bei 0,27 %. Die Gründungsdynamik in IKT-bezogenen Bereichen liegt unter dem deutschen Durchschnitt, die Gründungsintensität ist insgesamt schwach, insbesondere im IKT- Sektor: Bei technologieorientierten Dienstleistungen befindet sich NRW nur auf Platz 10, im Bereich Software erreicht das Land Rang 5. Gründungshemmnis Nr. 1: Mangel an Fremdfinanzierung und Wagniskapitalgebern (Befragung von IHK-Experten aus DIHK Gründungsreport 2010). 6

7 SWOT-Analyse Stärken Gesamtwirtschaftliche Stärke des IKT-Sektors Großes Know-how im Bereich der Basistechnologien: Embedded Systems, M2M-Kommunikation, Sensornetzwerke, Software-Engineering, CPS KMU-geprägte IKT- Landschaft mit vielseitigem Produktionsspektrum Starke IKT-Regionen mit zukunftsweisenden Schwerpunkten, zahlreiche Branchennetzwerke und Technologiezentren auf lokaler/regionaler Ebene Breites Unterstützungsangebot für Existenzgründer Sehr gute Breitbandinfrastruktur Chancen Rasantes Wachstum des weltweiten IT-Markts, Äußerst positive Wachstumsaussichten für Basistechnologien IKT-Basistechnologien sind Treiber von Innovationen in allen anderen Wirtschaftsfeldern Enorme Nachfrage nach intelligenten Lösungen (Smart Grids, E-Mobilität, Telemedizin, Eingebettetes Systeme in der Produktion usw.) IKT schafft qualifizierte Arbeitsplätze Hohe Investitionsbereitschaft in den starken Wirtschaftsfeldern Großes kreatives Potenzial Schwächen Mangelhafte Kooperationsmentalität Geringe Sichtbarkeit des NRW IKT-Sektors national und international NRW nur im Mittelfeld bei Innovationen Niedrige Gründungsintensität in NRW im High-Tech- Sektor/ wenige Gründungen aus Hochschulen heraus Starre, modernisierungsbedürftige Produktionsstrukturen Intransparenz in der Förderlandschaft und bei den Finanzierungsmöglichkeiten Ausbaufähige Internationalisierungsaktivitäten im nordrhein-westfälischen IKT-Sektor Herausforderungen Mangelnde Anschlussfähigkeit an nationale und internationale IKT- Entwicklungen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise verschärft sich Politische Verschiebungen, Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen Starke Abhängigkeit von Förderprogrammen Wachsende Kluft zwischen der digitalen Avantgarde und den digitalen Außenseitern Steigender Stromverbrauch durch IKT nivelliert den positiven Nutzen in allen Bereichen 7

8 Strategische Handlungsfelder Go-Ahead: Nordrhein-Westfalen muss als Zentrum intelligenter IKT-Anwendungen sichtbar werden. Angesichts der digitalen Revolution und der zu erwartenden Innovationsexplosion im IKT-Bereich muss sich das Land NRW stärker als IKT-Standort profilieren und die besondere Stärke, Produkt- und Prozessinnovationen in zukunftsweisenden Wirtschaftszweigen zu entwickeln und damit einen entscheidenden Beitrag für Lebensqualität und nachhaltigen Wettbewerb zu leisten nach innen und außen kommunizieren. Empfehlung: Best-practices und Highlights in die Öffentlichkeit bringen. Innovationen, Pilot- und Leuchtturmprojekte regional, national und international präsentieren. IKT-Profiling: IKT-Forschung und Entwicklung muss sich in zukunftsweisenden Schwerpunkten fokussieren und profilieren. Nordrhein-Westfalen verfügt mit seinem breit aufgestellten IKT-Sektor über herausragendes Potenzial. Eine Vielzahl national und international sehr gut reputierter wissenschaftlicher Einrichtungen, kleiner und mittelständischer Unternehmen forscht und entwickelt erfolgreich im Bereich der IKT-Basistechnologien. Um NRW wirksamer zu profilieren, fehlt es allerdings an einer besseren Vernetzung im Land selbst, die auf zukunftsweisende Schwerpunkte fokussiert. Für eine Profilierung des Standorts ist eine fortlaufende Evaluation der IKT- Stärken NRWs und ein Abgleich mit den bestehenden Bedarfen erforderlich. Auf dieser Basis müssen Wissenschaft und Wirtschaft in den zukunftsweisenden IKT- Schwerpunkten mit der Zielsetzung vernetzt werden, die technologische Entwicklung in kooperativen Projekten zu forcieren. Mit dieser Profilbildung wird es möglich, national und international sichtbare Kompetenzzentren zu schaffen und so zum Beispiel das u.a. vom VDE geforderte nationale Kompetenzzentrum im Bereich der Embedded Systems, Sensor- und Aktornetzwerke sowie der Cyber-Physical-Systems nach NRW zu holen. Empfehlung: Vernetzung der führenden NRW-Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in einem virtuellen Institut, das die drei Bereiche der IKT-Basistechnologien und übergreifend den Schwerpunkt Cyber Physical Systems (CPS) fokussiert. Ziel ist die Initiierung, Unterstützung und Durchführung von Entwicklungs- und Forschungsprojekten im Bereich IKT-Basistechnologien. Crossinnovation: Die Leistungsfähigkeit der Gesamtwirtschaft muss durch Crossinnovationen ge- 8

9 steigert werden, die Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen bieten. Insbesondere die Herausforderungen in den Bereichen Produktion, Gesundheit, Energie und Nachhaltigkeit, Mobilität und Bildung sind nur mit IKT-basierten Innovationen zu bewältigen. NRW muss dieses Potenzial sowie die bestehende Stärke in den starken Industrien nutzen, um Innovationen an der Schnittstelle mit IKT zu generieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und sich gleichzeitig als Land der intelligenten IKT-Anwendungen zu profilieren. Empfehlung: Partner aus Industrie, Forschung und wichtigen Leitmärkten themenzentriert mit der Zielsetzung zusammenbringen, Innovationsprozesse initiieren und beschleunigen sowie Crossinnovations-Initiativen durchführen. Business-Support: Die Innovationsdynamik muss durch Gründungs- und Wachstumsunterstützung beschleunigt werden. Die dynamische Entwicklung der IKT und der scharfe internationale Wettbewerb stellt auch Gründer, Start-ups, kleine und mittelständische Unternehmen der Branche vor große Herausforderungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es ein gut ausgebautes Unterstützungssystem für junge Gründer (Transfereinrichtungen an Hochschulen, Technologiezentren, Gründungsinitiativen etc.) aber nicht immer ist in den entsprechenden Einrichtungen das notwendige Know-how und Engagement gegeben, um aussichtsreiche Innovationspotenziale zu erkennen und ihre Umsetzung in Markterfolge effektiv zu begleiten. Diese Lücken, die insbesondere IKT-Gründungen betreffen, müssen geschlossen und die Zahl der neuen Unternehmen nachhaltig gesteigert werden. Empfehlung: Entwicklung und Umsetzung eines Unterstützungskonzepts zur Förderung junger und innovativer IKT-Unternehmen. Internationalisierung: Nordrhein-Westfalen muss als IKT-Standort internationaler werden. Großes Wachstumspotenzial für die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche liegt in der Internationalisierung. Insbesondere kleine und mittelständische IKT-Unternehmen, die hoch spezialisiert sind, schöpfen aber ihre Exportmöglichkeiten häufig nicht aus. Das Outgoing und Incoming von Unternehmen muss dadurch unterstützt werden, dass Aktivitäten für Partnerschaften in neuen Märkten initiiert und realisiert, Internationalisie- 9

10 rungsprozesse beratend begleitet, Exporthilfen organisiert und Ansiedlungsunterstützung geboten wird. Zielsetzung sollte es dabei sein, mit den bereits im Land arbeitenden Institutionen eng zu kooperieren und IKTspezifische Maßnahmen gemeinsam durchzuführen. Empfehlung: Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts zur Unterstützung der Internationalisierung von KMU des NRW IKT-Sektors sowie zur Ansiedlung von Unternehmen, die die vorhandenen IKT-relevanten Wertschöpfungsketten in NRW ergänzen. Sandbox: Nordrhein-Westfalen braucht Raum zur breiten Diskussion der gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen, ökonomischen und technologischen Chancen und Risiken von IKT-Innovationen. Um als IKT-Standort für Unternehmen und Persönlichkeiten attraktiv zu sein, braucht es ein gewisses Maß an Toleranz und Offenheit für Einflüsse von außen. Der IKT- Standort Nordrhein- Westfalen sollte als lernende Region verstanden werden, in der man bereit ist, neue Anregungen aufzunehmen und andere Wege einzuschlagen, wenn dies viel versprechend erscheint. Begeisterung für das digitale Leben zu schaffen, stellt einen wichtigen Schritt in Richtung eines Innovationsraums NRW dar und bildet damit eine Basis für die Entstehung von Ideen und Innovationen. Empfehlung: Die Stärken und Schwächen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedarfe sowie die technologische Entwicklung sollten im kontinuierlichen Austausch aller gesellschaftlichen Gruppen reflektiert werden, um die Akzeptanz des Innovationsraums NRW aufrechtzuerhalten und den Spalt zwischen der digitalen Avantgarde und den digitalen Außenseitern zu überwinden. 10

11 Investitionsprioritäten Chancen für die Wirtschaft und besonderer Investitions- und Forschungsbedarf werden vor allen Dingen bei den folgenden IKT-Themen gesehen: Embedded Systems (mit einem Umsatz von 19 Milliarden Euro im Jahr 2010 die Hidden Champions der deutschen Industrie ) Maschine-zu-Maschine-Kommunikation Sensornetzwerke Software-Engineering Cyber Physical Systems (CPS) Diese Technologien gelten als Basistechnologien, von denen die Zukunft der IKT und aller anderen wichtigen Anwenderbranchen abhängt. Insbesondere gilt es, die Entwicklung der Embedded Systems und ihre Weiterentwicklung hin zu Cyber Physical Systems zu fokussieren, da sie wirtschaftlich besonders viel versprechend erscheinen und Nordrhein- Westfalen eine Vorreiterrolle einnehmen kann, wenn rechtzeitig mit der Ausweitung von Forschungsaktivitäten in diesem Bereich begonnen wird. Das Clustermanagement IKT.NRW unterstützt daher die Vernetzung der führenden NRW-Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in einem virtuellen Institut, das die drei Bereiche der IKT- Basistechnologien und übergreifend den Schwerpunkt Cyber Physical Systems (CPS) fokussiert. Ziel ist die Bündelung der vorhandenen Kompetenzen und die Initiierung, Unterstützung und Durchführung von Entwicklungs- und Forschungsprojekten im Bereich IKT-Basistechnologien. 11

12 Cross- Innovationen NRW ist ein Land mit starken Industrien. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssen sie sich im globalen Innovationswettlauf frühzeitig und kontinuierlich positionieren - IKT als Querschnittstechnologie spielt eine entscheidende Rolle. Ziel der Cross-Innovations-Aktivitäten ist es, die Herausforderungen insbesondere in den Bereichen Produktion, Gesundheit und Medizintechnik, Energie und Nachhaltigkeit, Mobilität und Bildung mit IKTbasierten Innovationen zu bewältigen und gleichzeitig NRW als Land der intelligenten IKT-Anwendungen zu profilieren. Partner aus Industrie, Forschung und wichtigen Leitmärkten kommen zusammen, initiieren und beschleunigen Innovationsprozesse. Ausbau Intelligenter Energienetze NRW ist Energieland Nr. 1. In den kommenden 10 Jahren werden die mehr als 800 Stromnetzbetreiber und über 700 Gasnetzbetreiber in Deutschland ca. 40 Milliarden Euro in den intelligenten Ausbau der Energie- Infrastruktur zu investieren. Fast 30 Prozent des in Deutschland benötigten Stroms werden hier erzeugt, der Anteil der Beschäftigten in der Energiewirtschaft liegt bei 25 Prozent gemessen an der Gesamtbeschäftigung in Deutschland in diesem Bereich. Mit RWE ist einer der Big Player dieser Branche in NRW angesiedelt (einer der größten Wachstumstreiber in Europa). Energieeffizienz steigern Der Energieverbrauch durch den IKT-Einsatz wird bis 2020 auf über 400 Gigawatt ansteigen (zum Vergleich: Große Energiekraftwerke haben eine Leistung zwischen einem und vier Gigawatt (Prof. Wolff, Jahreswirtschaftsbericht NRW 2012)). Im Mobilfunkbereich machen Energiekosten 50 % der Gesamtkosten aus. 12

13 Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und internationale Vernetzung Neben den Aktivitäten im strategischen Handlungsfeld Internationalisierung werden verschiedene Projekte und Aktivitäten von IKT-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen in Europa durch das Clustermanagement unterstützt. In den letzten Jahren gab es Kooperationen mit Partnern aus Irland, Spanien, Frankreich, Schweden, Lettland, Belgien und den Niederlanden. Aktuelle internationale Projekte sind: BORDWIIS+ Am 1. Januar 2012 ist das Interreg IVC Projekt BORDWIIS+ (Boosting Regional Development with ICT- Innovation-Strategies) gestartet. 10 Partner aus 8 europäischen Regionen haben sich in einem Projektkonsortium zusammengefunden, um gemeinsam smarte Spezialisierungsstrategien im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien für die beteiligten Regionen zu entwickeln und damit eine ideale Umwelt für die Entstehung von Innovationen im IKT-Bereich zu schaffen. Nordrhein-Westfalen ist eine der Partnerregionen. Das Clustermanagement IKT.NRW unterstützt dieses Projekt mit beratenden Maßnahmen, indem es seine langjährige Erfahrung im Bereich der IKT-Strategieentwicklung einbringt und die Partner dabei unterstützt, eine sinnvolle Politikstrategie für ihre Regionen zu generieren. RAAS RFID Jetzt Das Clustermanagement IKT.NRW unterstützt aktiv das niederländisch-deutsche Interreg IVA Projekt "RAAS RFID Jetzt" (RFID Applications and Support). Das Projekt will kleinen und mittelständischen Unternehmen in der euregio rhein-maas-nord und der Euregio Rhein-Waal den Einstieg in die RFID-Technologie ermöglichen und die Euregio zu einer der führenden RFID-Regionen entwickeln. 13

14 Ziele und Aufgaben des Clustermanagements Der Cluster IKT.NRW ist der Informations- und Kommunikationsmittelpunkt für alle nordrhein-westfälischen Akteure in der Wachstumsbranche IKT. Ziel des Clusters ist es, die Stärken der Branche, die Synergiepotenziale und Trends sowie Entwicklungen in den Informations- und Kommunikationstechnologien frühzeitig zu identifizieren und weiter zu entwickeln. IKT.NRW vernetzt die Partner, die in den verschiedenen IKT- Bereichen arbeiten oder die Querschnittstechnologien in ihren Anwendungsfeldern nutzen und setzt sich für eine aktive Förderung von Innovationsprozessen ein. Neben der Kooperation mit einer Vielzahl von kleinen und großen Unternehmen aus dem Land arbeitet das Clustermanagement eng mit den regionalen und thematischen Netzwerken im Bereich Informations- und Kommunikationswirtschaft zusammen, sowie mit Wirtschaftsförderungseinrichtungen und Industrieund Handelskammern. Der Cluster IKT.NRW nimmt eine strategische Orientierung an den Zukunftsmärkten und Wachstumsthemen vor, die für die Entwicklung der IKT-Wirtschaft und die Steigerung der Attraktivität des IKT-Standortes Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren entscheidend sind. Der Trend der Clustertätigkeiten geht weiterhin in Richtung einer intensiveren Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen der Wachstumsbranche IKT sowie einer Fokussierung wichtiger Anwenderbranchen, in denen Informationsund Kommunikationstechnologien als Querschnittstechnologien eine existenzielle Rolle als Innovationstreiber für die Stärkung der vielversprechenden Zukunftsmärkte Nordrhein- Westfalens einnehmen. 14

15 Governanceprozess des Leitmarkts IKT 15

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