Alterssparlösungen in der 3. Säule

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1 M E D I E N K ON FERENZ 1. OKTOBER 2014 Hintergrundinformationen Alterssparlösungen in der 3. Säule Die private Altersvorsorge ist als 3. Säule Teil des schweizerischen Altersvorsorgesystems. Die verfassungsrechtliche Regelung der Selbstvorsorge wie auch die gesetzliche Regulierung ist sehr knapp gehalten. Die Gestaltung der dritten Säule wird der privaten Initiative überlassen. Bund und Kantonen wird einzig die Pflicht auferlegt, die Selbstvorsorge durch Massnahmen der Steuerund Eigentumspolitik zu fördern. Es wird unterschieden zwischen einer gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a) und eine freie Selbstvorsorge (Säule 3b). Bei der Säule 3a können Beiträge in der Steuererklärung als Abzug geltend gemacht werden. Die Verordnung BVV3 hält fest, dass Unselbständige jährlich maximal 8% des höchsten versicherten Lohnes in der obligatorischen beruflichen Vorsorge an Beiträge für die Säule 3a abziehen dürfen (im Franken). Selbständige ohne berufliche Vorsorge können bis zu 40% des höchsten versicherten Lohnes abziehen (im Franken). Die Gelder der Säule 3a bleiben jedoch bis zum Vorsorgefall (Tod, Invalidität, Alter) gebunden. Vorbezugsmöglichkeiten existieren analog den Regeln zur beruflichen Vorsorge (Wohneigentum, Selbständigkeit etc.). Über die Mittel der freien Vorsorge kann hingegen frei verfügt werden. Rund 64 Prozent aller Erwerbstätigen zwischen 25 und 64/65 Jahren zahlen regelmässig freiwillig in die gebundene Vorsorge ein (SAKE 2012) 1. Vorsorgeformen 3. Säule 3-Säule-Nutzer können in der privaten Vorsorge während der Phase des Kapitalaufbaus zwischen Banklösungen und Versicherungslösungen wählen. 1 Vorsorgelösungen von Banken Gemäss einer Umfrage der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag der Banque CIC wählen in der Schweiz rund 45 Prozent aller 3-Säule-Nutzer eine Banklösung. Bei den Banklösungen wird unterschieden zwischen klassischem Vorsorgekonto, Vorsorgefonds (auch bekannt als Wertschriftenvorsorge) und strukturierten Vorsorgelösungen mit Kapitalschutz. Beim klassischen Vorsorgekonto werden die einbezahlten Beträge angelegt und zu einem fes- 1 Bei der Studie der Fachhochschule Nordwertschweiz, welche im Auftrag der Banque CIC durchgeführt wurde und bei der 1209 Personen in der ganzen Schweiz befragt wurden sind es nur 44 Prozent, die im Rahmen der Säule 3a sparen.

2 2 ten Zins verzinst. Dieser Zins ist im Normalfall höher als bei einem normalen Sparkonto. Die Höhe der Verzinsung sowie dem einhergehenden Zinseszins-Effekt spielt eine wichtige Rolle für die zukünftige Höhe der Leistungen. Nichtsdestotrotz hat die Verzinsung in der Optik der Kontoinhaber eine geringere Bedeutung, denn laut aktueller Umfrage kennen nur 74% der Kontoinhaber und inhaberinnen die geltende Verzinsung ihres Sparguthabens der Säule 3a. 2 Aktuell gibt es über 60 Anbieter von 3a Vorsorgekonten, die sehr unterschiedliche Verzinsungen anbieten. Die Bandbreite von 3a-Zinssätzen liegt aktuell zwischen 0.75 (Alternative Bank Schweiz) und 1.85 Prozent (Cornèr Bank SA) (Comparis, Stand ). Ein 3a-Sparer der Cornèr Bank SA erhält somit eine beinahe 2.5 höhere Verzinsung als beim Konkurrenten mit dem tiefsten Zins. Der Median liegt bei 1.25 Prozent. Die Zinssätze für die Vorsorgekonten liegen nur in sehr wenigen Fällen über dem BVG-Mindestzinssatz von Abbildung 1: Aktuelle Zinssätze von 3a-Vorsorgekonti. Quelle: Comparis, Stand Anzahl Anbieter % 1.25% 1.13% 1.38%1.50% 1.10% 1.30%1.35% 0.75% 1.15%1.20% 1.60%1.65% 1.75% 1.85% Der Zins kann von den Anbietern jederzeit nach oben oder unten angepasst werden. Wie die Anbieter bei der Festlegung ihrer Zinsen genau vorgehen, ist dem Kontoinhaber in der Regel nicht bekannt. Die Vertragsformulare der entsprechenden Konten weisen die Modalitäten zur Festlegung der Verzinsung nicht aus. Solange das ordentliche Rentenalter noch nicht erreicht wurde, können Kontoinhaber ohne grösseren Aufwand den Anbieter wechseln, um von einem besseren Zinsangebot zu profitieren. Die Kontoführung ist bei 3a-Vorsorgekonten meistens kostenlos. Der Anleger zahlt indirekt mit seiner tiefen Verzinsung. Der Mittelwert für die Periode des Anbieters mit den höchsten 3a- Vorsorgekono-Zinsen beträgt 2.42 Prozent und ist damit deutlich höher als der durchschnittliche Mittelwert aller von Moneyland untersuchten Anbieter. Dieser beträgt 1.81 Prozent. Bei der Wertschriftenvorsorge wird das Geld zum Teil in Wertpapiere (Aktien, Fonds, Obligationen) investiert. Die Gewichtung beruht auf denselben gesetzlichen Vorschriften wie Anlagen der Pensionskassen. Massgebend ist die Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2). Der Aktienanteil ist auf maximal 50% begrenzt. Die Verzinsung ist nicht garantiert. Ein mögliches Verlustrisiko wird dem Vorsorgenehmer übertragen. Möchte man 2 3 Private Vorsorge 3a in der Schweiz, Banque CIC Suisse, November Vgl. die Zinsübersicht auf:

3 3 zu einer anderen Bank wechseln, müssen die Wertschriften zum aktuellen Kurs verkauft werden, wobei es auch zu einem Verlust kommen kann. Seit wenigen Jahren sind kapitalgeschützte strukturierte Vorsorgeprodukte (3a- Indexprodukte) in der Säule 3a zugelassen. Diese Zwischenlösungen eines Vorsorgekontos und einer Wertschriftenvorsorge zeichnen sich aus durch eine fixe Laufzeit (min. 5 Jahre), einer Mindestverzinsung und einer Partizipation an dem zugrundeliegenden Aktienindex. Die garantierte Rückzahlung muss mindestens 100 Prozent betragen (ausser bei einem frühzeitigen Verkauf, dann kann der Rücknahmepreis auch unter dem Ausgabepreis liegen). Aufgrund der Investition in Aktien und Obligationen sind bei Vorsorgefonds und 3a- Indexprodukten höhere Renditen möglich als beim klassischen Vorsorgekonto. Diese Versprechen nach höheren Renditen wurden aber in letzter Zeit kaum eingehalten. Ihre Bilanz über die letzten 10 Jahre ist mager. 4 Mit den Beiträgen müssen happige Verwaltungsgebühren finanziert werden. Gemäss einem Beitrag des Konsumentenmagazins K-Geld aus dem Jahr 2010 liegen die durchschnittlichen Gesamtkosten bei Wertschriftenkonten bei knapp 1.5 Prozent pro Jahr. Bei den kapitalgeschützten strukturierten Vorsorgeprodukten liegen sie rund 0.5 Prozent tiefer als bei herkömmlichen Wertschriftenkonten (K-Geld 5/2010). Tatsächlich ziehen 3a-Bankkunden das Sparkonto gegenüber dem Sparen mit Wertschriften vor. Gemäss der bereits zitierten Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz geben 70 Prozent der 3a-Banksparer an, keine Wertschriften zu besitzen. Bei den Banklösungen der gebundenen Vorsorge steht dem Berechtigten beim Erreichen des Rentenalters das Kapital zur Verfügung. Bei der Wertschriftenvorsorge werden bei der Auszahlung des Kapitals je nach Börsenlage Kursgewinne oder Verluste realisiert. Das Kapital aus der gebunden Vorsorge 3a muss aus Steuergründen als Ganzes bezogen werden, weshalb Vermögensberater empfehlen, gleich mehrere Vorsorgekonten oder Vorsorgedepots zu eröffnen, um das Vermögen gestaffelt in verschiedenen Steuerjahren aufzulösen und so den progressiven Steuertarifen zu entgehen. Das Kapital aus der gebundenen Vorsorge 3a wird bei der Auszahlung zu einem privilegierten Satz als Einkommen besteuert. Das angesparte Kapital wird alsdann dem Privatvermögen hinzugerechnet und unterliegt nachher der Vermögenssteuer, die Kapitalerträge teilweise der Einkommenssteuer. Während der Laufzeit ist das Kapital, welches sich im Laufe der Jahre in der Säule 3a aufbaut, von der Vermögenssteuer befreit. Auch die Zinserträge sind während der Laufzeit steuerfrei. 2 Vorsorgelösungen von Versicherungen Versicherungslösungen bieten nebst dem Alterssparprozess einen Versicherungsschutz für Invalidität und Tod. Bei Invalidität wird eine vorher vereinbarte, monatliche Rente ausbezahlt. Bei Tod wird ein vereinbartes Todesfallkapital ausgezahlt. Zusätzlich lässt sich die Prämienbefreiung versichern, falls es im Verlauf der Vertragsfrist zu einer Erwerbsunfähigkeit kommt. Vorsorgepolicen 3a sind laut Umfragen bei rund 37% der Dritte-Säule-Sparer verbreitet vgl. die Auswertung in Private Vorsorge 3a in der Schweiz, Banque CIC Suisse, November 2012

4 4 Zu Beginn des Versicherungsvertrags entscheidet man sich für die Höhe der jährlichen Einzahlung (z.b. maximaler 3a Abzug) als Prämie. Die Prämie setzt sich zusammen aus Spareinlage, Risikoprämie und Kostenanteil. Die Versicherungsgesellschaften weisen aber im Einzellebengeschäft diese 3 Komponenten nicht separat aus. In der beruflichen Vorsorge sind Risikoprämien von 2 bis 7% üblich. In Vollversicherungslösungen sind sogar höhere Risikoprämien üblich. Der Kostenanteil enthält auch die Abschlusskosten, also die Provisionszahlungen an den Versicherungsverkäufen. Diese können sich auf über Franken belaufen und müssen bei einem vorzeitigem Ausstieg zurückbezahlt werden. Daher kann der Rückkaufswert geringer sein als die einbezahlten Prämien. Die versicherten Leistungen der Vorsorgepolice sind in der vereinbarten Höhe garantiert. Das eingezahlte Kapital wird mit einem garantierten Zinssatz verzinst. Dieser Zinssatz wird auch technischer Zinssatz genannt. Die Finma als Aufsichtsbehörde legt den maximal zulässigen technischen Zinssatz in Art. 121 Abs. 1 der Aufsichtsverordnung AVO fest. Dieser darf 60 Prozent des rollenden Zehnjahresmittels der 10-jährigen Bundesobligationen nicht überschreiten. Aktuell beträgt er 1.25 % 6. Auch bei den Versicherungen sind Fondslösungen möglich. Die Vorsorgepolice ist an einen Wertschriftenfonds gebunden. Auch hier fallen höhere Gebühren an. Bei der (fondsgebundenen) Vorsorgepolice kommt das Alterskapital beim Erreichen des Rentenalters bzw. nach Ablauf vereinbarten Versicherungslaufdauer zur Auszahlung. Allfällige Überschussanteile werden bei der Vorsorgepolice zur Erhöhung des Alterskapitals eingesetzt. Bei der Auszahlung fallen wie bereits bei den Banklösungen Steuern an. Während der Laufzeit müssen keine Steuern bezahlt werden. Ist das Ziel des Sparprozesses die Generierung eines möglichst hohen Kapitals, wird von einer Versicherungslösung in der Regel abgeraten. Eine Versicherungslösung wird gewählt, wenn die Absicherung zusätzlicher Risiken (Erwerbsunfähigkeit, Unfall, Tod) eine wichtige Rolle spielt. 3 Lebenslange Rentenzahlungen aus der Selbstvorsorge Wer im Alter auf garantierte, lebenslange periodische Zahlungen nicht verzichten möchte, kann in der privaten Vorsorge zu einem hohen Preis eine Rentenversicherung abschliessen. Bei der Leibrentenversicherung trägt die Versicherung das Risiko der Langlebigkeit. Die Finanzierung erfolgt in der Regel über eine Einmaleinlage oder weniger verbreitet auch über periodische Prämien. Der Zeitpunkt des Rentenabrufs kann vereinbart werden: Entweder als eine aufgeschobene Rente, in welcher die Einlage früher geleistet wird und dann später als Rentenzahlung abgerufen wird, oder als Sofortrente, bei welcher die Rente unmittelbar nach Einzahlung der Einlage beginnt. Bei der aufgeschobenen Rente wird das investierte Kapital bis zum Beginn der Zahlungen verzinst. Leibrenten setzten sich zusammen aus einem garantiertem Teil und einem Bonusteil. Die Versicherer locken ihre potenziellen Kunden mit Aussicht auf grosszügige Überschussbeteiligungen. In der Offerte ausgewiesenen Überschüsse können jedoch jederzeit gekürzt oder ganz gestrichen werden. 6

5 5 Ob und wie hoch allfällige Überschussbeteiligungen einmal ausfallen werden, ist in der Regel vom Geschäftsergebnis der Versicherungsgesellschaften abhängig. Die Versicherungsgesellschaft bildet einen Überschussfond, aus dem jährlich die Überschussanteile an die Versicherungsnehmer und -nehmerinnern entnommen werden. Für die Versicherten ist es kaum möglich nachzuvollziehen, wann Überschüsse angebracht wären oder nicht. Gemäss der Verordnung über die Beaufsichtigung von privaten Versicherungsunternehmen (Aufsichtsverordnung) müssen die Versicherungsunternehmen die Versicherungsnehmer in den Vertragsgrundlagen lediglich über die Modalitäten der Überschusszuteilung informieren (Art. 130 AVO). Die Höhe der garantierten Rente ergibt sich aus dem Alter der versicherten Person, dem Gesundheitszustand, der Höhe der Einlage und dem Umwandlungssatz. Die Konditionen für eine lebenslange Rente hängen zudem davon ab, ob der Versicherte eine Rente mit oder ohne Rückgewähr vereinbart. Die Umwandlungssätze von Leibrenten mit Rückgewähr sind deutlich tiefer als von solchen ohne. Bei einer Leibrente mit Rückgewähr erhalten die Erben im Todesfall des Versicherten die unverzinsten Einlagen abzüglich bereits bezogener Renten. Leibrenten gibt es auch als Partnerrenten. In einer vom VZ VermögensZentrum durchgeführten Umfrage bei Anbietern von Leibrentenversicherungen ergeben sich Umwandlungssätze von 3.95 Prozent für Renten mit Rückgewähr und einen Umwandlungssatz von 4.37 Prozent für solche ohne (Umwandlungssatz für den garantierten Teil der Rente ohne allfällige Überschüsse. Die Konditionen gelten für einen 65-jährigen Mann mit einer Einmaleinlage von Franken). Die Lebensversicherer sind für die Festsetzung ihres Umwandlungssatzes an den maximalen technischen Zinssatz von aktuell 1.25% der Finma gebunden. Für Leibrenten gelten, je nachdem ob sie zum Bereich der gebundenen oder der freien Vorsorge gehören, unterschiedliche Bestimmungen. Die meisten Produkte, die im Umlauf sind, gehören zum Bereich der freien Vorsorge. Es ist jedoch auch möglich innerhalb der gebundenen Vorsorge 3a eine Leibrentenversicherung abzuschliessen. Diese muss jedoch bereits vor 59/60 Jahren abgeschlossen werden, da in diesem Alter bereits ein ordentlicher Bezug von 3a-Geldner möglich ist. Ab 59/60 Jahren können Mittel der gebundenen Vorsorge nicht mehr steuerneutral von einem Gefäss der gebundenen Vorsorge, in ein anderes Gefäss der gebundenen Vorsorge investiert werden. Leibrenten ab Rentenalter sind heute nicht mehr beliebt. Alle gängigen Ratgeber über die Pensionierung raten davon ab. Eine Leibrente ist nur dann sinnvoll, wenn die garantierten Rentenzahlungen deutlich höher liegen, als wenn man das verfügbare Kapital durch die erwarteten Lebensjahre teilt. Im Vergleich zu weiteren Produkte der freien Vorsorge (z.b. Auszahlungspläne) sind Leibrenten steuerlich nicht attraktiv. Der garantierte Teil der Leibrente wird bei Leibrenten aus der freien Vorsorge zu 40 Prozent als Einkommen versteuert. Dies weil sie mit Geld, dass bereits einmal versteuert wurde, finanziert werden (entweder mit Kapital aus der 2. oder 3. Säule, das bei der Auszahlung besteuert wurde, oder mit privatem Vermögen, dass bei der Entstehung als Einkommen und danach regelmässig als Vermögen besteuert wurde). Bei Leibrenten aus der gebundenen Vorsorge werden die Leibrenten zu 100 Prozent als Einkommen versteuert. Bei Leibrenten mit Rückgewähr finanziert mit einer Einmalprämie fällt zudem noch eine Stempelsteuer von 2.5 Prozent beim Abschluss der Versicherung an. Je nach Kanton muss zudem der Rückkaufswert als Vermögen versteuert werden.

6 6 Nichtsdestotrotz bieten die Versicherungen Leibrentenversicherungen weiterhin an und überreden Rentner und Rentnerinnen zu solchen ungünstigen Verträgen. Die dahinter steckenden horrenden Provisionen führen zu Vertragsabschlüssen die für die Versicherungsnehmer sehr ungünstig ausfallen. Das Sicherheitsbedürfnis und die mangelnden Finanz-Kenntnisse vieler künftiger Rentner und Rentnerinnen nützt die Versicherungsbranche unverfroren aus. 4 Wie der Vergleich AHV und Privatevorsorge berechnet wurde Für den Vergleich wurden für Haushalte mit dem Jahrgang 1948 zunächst die Lebensarbeitseinkommen nach Geschlecht, Haushaltstyp und Lohnklassen geschätzt. Die Schätzung stützt sich auf empirische Daten zur Lohnentwicklung in der Schweiz. Dabei wurde angenommen, dass in Haushalten mit Kindern die Frauen ihre Erwerbstätigkeit um 50% reduzieren, bis das Jüngste das 5. Lebensjahr vollendet hat. Nachdem berechnet wurde, wie viel die Haushalte seit ihrem 20. Lebensjahr an Lohn bezogen haben, konnten für jedes Erwerbsjahr die AHV-Abzüge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf den Löhnen berechnet werden, genauso wie die Beiträge, die über die Direkte Bundessteuer, Mehrwertsteuer sowie Tabak- und Alkoholsteuer an die AHV flossen. Diese Berechnungen ermöglichten es herauszufinden, wie hoch die AHV-Rente eines Einzel- o- der eines Paar-Haushalts ausfällt, sowie wie viel diese Personen für ihre AHV-Rente via Lohn- und Steuerbeiträge bezahlt haben. Auf dieser Grundlage wurde anschliessend berechnet, wie viel dieselbe Person jährlich auf ein Zinskonto der gebundenen 3. Säule hätte einzahlen müssen, um bei der Pensionierung von einer entsprechenden lebenslänglichen Leibrente profitieren zu können. Für die Verzinsung auf dem Vorsorgekonto wird für die Jahre mit den historischen 3a- Zinssätzen eines bekannten Anbieters gearbeitet. Für die Periode vor 1987 muss der Zinssatz modelliert werden. Den Zinssätzen eines 3a-Produktes am nächsten kommt die Rendite der 10- jährigen Bundesobligationen. 7. Als historischer Zinssatz, mit dem das Ersparte bei der privaten Vorsorge vor 1987 aufgezinst wird, wird deshalb für jedes Jahr vor 1987 der dreijährige Durchschnitt der 10 Jährigen Bundesobligationen verwendet. Über den gesamten Sparprozess ergibt dies einen durchschnittlichen Zinssatz von 3.77Prozent. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei einem Vorsorgekonto der Wechsel des Anbieters jederzeit möglich ist, der Kunde also theoretisch jedes Jahr zur Bank mit dem attraktivsten Zins wechseln kann, wurde auch noch ein zweites Szenario gerechnet, bei dem zu den Zinsen aus dem ersten Szenario jedes Jahres 50 Basispunkte dazugerechnet wurden. Über den gesamten Sparprozess ergibt sich so ein durchschnittlicher Zinssatz von 4.32Prozent. Um die AHV-Renten mit angespartem Kapital in der privaten Vorsorge vergleichen zu können wurde der Barwert der AHV-Rente berechnet. Dazu wurde angenommen, dass die Lebenserwartung nach Renteneintritt 20 Jahre (Männer) bzw. 21 Jahre (Frauen) beträgt, und die AHV-Rente alle zwei Jahre an den Mischindex angepasst wird. Die Annahmen über den zukünftigen Verlauf 7 Ein Vergleich von historischen Zinssätzen eines bekannten Vorsorgeanbieters mit der Rendite von 10. Jährigen Bundesobligationen über die Jahre Während dem der durchschnittliche Zinssatz für diese Periode bei dem 3a- Vorsorgekonto-Anbieter 3.55 Prozent betrug, betrug die durchschnittliche Rendite der 10. Jährigen Bundesobligationen im selben Zeitraum 3.58 Prozent.

7 7 des Mischindexes beruhen auf den Prognosen des BSV (1.23 Prozent Inflation und 1.9 Prozent nominales Lohnwachstum für die Periode bis 2032). Das Sparguthaben aus dem Vorsorgekonto der 3. Säule wurde beim Erreichen des ordentlichen Rentenalters in eine lebenslange Rente umgewandelt. Dabei wurde von einem Umwandlungssatz von 5 Prozent ausgegangen. Damit liegt dieser Parameter über den aktuell gängigen Umwandlungssätzen mit prognostizierten Überschüssen der Branche. Tabelle 1: Aktuelle Konditionen für eine Leibrente ohne Rückgewähr für einen 65-Jährigen Mann und einer Einmaleinlage von Franken. Quelle: Leibrentenrechner des VZ VermögensZentrums. Stand Juli Anbieter Garantierte jährliche Zahlung Jahresrente inkl. prognostizierte Überschüsse Umwandlungssatz garantiert Umwandlungssatz mit prognostizierten Überschüssen Nationale Suisse 14'080 15' % 5.07% Helvetia 13'319 15' % 5.06% Basler 13'292 14' % 4.76% Vaudoise 13'157 14' % 4.69% Swiss Life 13'136 15' % 5.17% Zurich 12'748 13' % 4.55% Axa Winterthur 12'051 12' % 4.24% Mittelwert 13'112 14' % 4.79% Tabelle 2: Annahmen wirtschaftliche Entwicklung, in % ab 2019 Ø Lohnindex Preisindex Mischindex

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