Exzellenter Wirtschaftsstandort Schweiz?

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1 Exzellenter Wirtschaftsstandort Schweiz? Stärken und zukünftige Herausforderungen Peter Grünenfelder 20. Juni 2016, Industriellenvereinigung Vorarlberg 1

2 Inhaltsübersicht Ausgangslage Stärken Herausforderungen Reformen 2

3 Ausgangslage: Erfolgreiche Schweiz Rang Quality of Living Ranking Quality of Life Index World Competitiveness Yearbook 1 Wien Schweiz Hong Kong 2 Zürich Dänemark Schweiz 3 Auckland Neuseeland USA 4 München Deutschland Singapur 5 Vancouver Australien Schweden 6 Düsseldorf Österreich Dänemark 7 Frankfurt Niederlande Irland 8 Genf Norwegen Niederlande 9 Kopenhagen Spanien Norwegen 10 Sydney Schweden Kanada Quelle: Mercer, Numbeo, IMD 3

4 Ausgangslage: Die Welt im Wandel (I/II) Megatrends Demographischer Wandel Alterung im Westen Geburtenboom in Entwicklungsländern Neue politische Weltordnung Aufstieg von China und Indien Krise in westlichen Demokratien Wachsende globale Sicherheitsbedrohung Weltrisikogesellschaft Globaler Terrorismus Auswirkungen 47% der Jobs bis 2030 automatisiert? 60% der neuen Jobs fordern Qualifikationen, die nur 20% der Leute haben % % Steigender Anteil der Wachstumsmärkte am globalen BIP Quelle: Frey und Osborne (2013), Talent Acquisition Forecast

5 Ausgangslage: Die Welt im Wandel (II/II) Wachsende Bedeutung von regionalen Handelsabkommen: USA, EU und asiatische Länder als treibende Kräfte NAFTA CARICOM EU APTA SAFTA TPP ASEAN TPP Mercosur SACU in force to be negotiated / ratified 5

6 Inhaltsübersicht Allgemeine Ausgangslage Stärken Herausforderungen Reformen und Prosperitätspfeiler 6

7 Stärken: Eckwerte des Schweizer Erfolgsmodells Gesetzliche Rahmenbedingungen Föderalismus Halb-direkte Demokratie Arbeitsethos Mehrsprachigkeit Infrastruktur Innovationskraft 7

8 Stärken: Föderaler Staatsaufbau Viel Autonomie für dezentrale Gebietskörperschaften 50 Steuerautonomie, in Prozent der gesamten Steuereinnahmen Gliedstaaten Gemeinden CAN CH USA DEU AUS ITA BEL AUT Quelle: OECD, Daten für

9 Stärken: Halb-direkte Demokratie Politische Mitsprache der Bevölkerung 80 In Prozent der Antworten 70 Deutschland Österreich Schweiz Einfluss der Bürger auf die Politik ist zu gering Zu häufig Politik gegen die Wünsche der Bevölkerung Zufriedenheit mit der Politik Quelle: Reader s Digest (2010) 9

10 Stärken: Rahmenbedingungen Wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung 6 5 Ausmass der Regulierung, Index (0 = wirtschaftsfreundlich, 6 = wirtschaftsfeindlich) Österreich Schweiz Benötigte Lizenzen und Bewilligungen Öffnungszeiten Rechtsbranche Architekturbereich Ingenieurwesen Quelle: OECD 10

11 Stärken: Wirksame finanzpolitische Instrumente Verschuldung des Bundes, in Prozent des BIP 100 AUT CH Einführung Schuldenbremse Schweiz Quelle: OECD 11

12 Stärken: liberaler Arbeitsmarkt «Erfüllt das Bildungssystem die Anforderungen der Wirtschaft?» Schweiz Finnland Deutschland Norwegen UK Frankreich Österreich Italien Spanien Nein Ja Quelle: IMD (2015) 12

13 Stärken: Bildung Exzellenz in der Tertiärbildung Anzahl Universitäten in den Top 100 Anzahl Universitäten in den Top 20 23,3% Anteil Studenten an Top-100-Universität 4,5% 4,5% Keine Schweiz Deutschland Österreich Quelle: shanghairanking.com, Websites der Universitäten, OECD, Avenir Suisse 13

14 Inhaltsübersicht Allgemeine Ausgangslage Stärken Herausforderungen Reformen und Prosperitätspfeiler 14

15 Herausforderungen für die Schweiz Unklares Verhältnis mit der EU Selbstverschuldete Last durch Regulierung Flut von Initiativen und Referenden Bedrohte finanzielle Stabilität Überalternde Gesellschaft Öffentliche Beteiligungen als Risiko für den Staatshaushalt Überlastete Infrastruktur Anpassung an die digitale Entwicklung Starker Franken 15

16 Unklares Verhältnis mit der EU Masseneinwanderungsinitiative vs. Personenfreizügigkeit Verfassungsartikel 121a Höchstzahlen und Kontingente Vorrang für Schweizer Einbezug von Grenzgängern Keine neuen Staatsverträge Personenfreizügigkeit Keine Höchstzahlen Nichtdiskriminierung Grenzgänger unbeschränkt Kroatien-Protokoll 16

17 Herausforderungen: Flut von Initiativen und Referenden 50 Anzahl Volksbegehren 40 Initiativen Referenden Quelle: Année Politique Suisse 17

18 Herausforderungen: Gefährdete Altersvorsorge Immer längerer Ruhestand Jahre 85 Lebenserwartung in der Schweiz Lebenserwartung in Österreich Effektives Rentenalter in Österreich Effektives Rentenalter in der Schweiz * Daten für Männer verwendet. Lebenserwartung für 60-Jährige Quelle: OECD 18

19 Herausforderungen: Riskante öffentliche Beteiligungen Verluste der öffentlichen Hand im Energiesektor Aktienkurse, indexiert (Januar 2008 = 100) SMI Romande Energie BKW Alpiq Quelle: six-swiss-exchange.com 19

20 Herausforderungen: Überlastete Infrastruktur 20'000 Staus auf Nationalstrassen, in Stunden 15'000 10'000 5' Quelle: BFS 20

21 Herausforderungen: Digitale Schweiz im Rückstand Die Schweiz ist als Markt wenig attraktiv Singapur Grossbritannien USA Schweiz E-Government: Die Schweiz ist ein Entwicklungsland Singapur USA Grossbritannien Finnland Luxemburg Schweiz aufsteigend konkurrenzfähig führend Quelle: EPFL 21

22 Inhaltsübersicht Allgemeine Ausgangslage Stärken Herausforderungen Reformen und Prosperitätspfeiler 22

23 Liberale Reformagenda Prosperitätstreiber der Schweiz Offene Schweiz Leistungsfähige Infrastruktur und Märkte Finanzierbarer Sozialstaat Smart Government Chancengesellschaft Querschnittsthemen (z.b. Digitalisierung) 23

24 Reformelemente zur Erhaltung der Prosperität (Auszug) Smart Government Verstärkung diskretionäre Finanzpolitik Reduktion und Neuausrichtung des öffentlichen Sektors Stärkung des Wettbewerbsföderalismus und des Autonomiegrads der nachgelagerten Körperschaften Finanzierbares Sozialsystem Flexibilisierung Rentenalter Schuldenbremse Leistungsfähige Infrastruktur und Märkte Deregulierungspaket und weitergehende Liberalisierungen Offene Schweiz Faktenbasierte Aussenwirtschaftspolitik 24

25 Stärkung des Wettbewerbsföderalismus Durchschnittliche kantonale Besteuerung JU VS NE FR GE VD TI AI SG AR BE OW GL LU BS UR SH AG TG GR BL ZH NW SZ ZG SO Finanzreferendumsrecht (6 = stark ausgeprägt) Quelle: Freitag/Vatter/Müller 25

26 Konsequente Neuausrichtung der Alterspolitik Rentenalter mit grosser Hebelwirkung 65 Rentenalter Frauen Rentenalter 63 (2001) Rentenalter 64 (2005) 62 Gesetzliches Rentenalter Effektives Rentenalter Jahrgang der jeweiligen Kohorte Quelle: SAKE, Selbstdeklaration, BFS

27 Deregulierungspaket Bei Akteuren Bewusstsein für Regulierungslast schaffen Regierungen, Parlamente, Verwaltung, Aufsichtsbehörden (Regulatoren) Verhinderung von Regulierungen Bspw. Programm Hosowaka-Regierung (JPN) zur Deregulierung Wirkungsanalysen und Regulierungsfolgeabschätzungen (RFA) Unabhängige Stelle zur Prüfung der RFA Regulierungsbremse «One-in, one-out» «Opting-out»Bestimmung, Ablaufdatum 27

28 Weitergehende Liberalisierungsschritte 29

29 Faktenbasierte Aussen(wirtschafts)politik Die wichtigsten Handelspartner 2014 Deutschland Italien Frankreich Vereinigtes Königreich Österreich Niederlande Spanien USA China Japan 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Einfuhr Ausfuhr Quelle: BFS 29

30 Folgerung Kulturwandel auslösen Dinge tun, die bisher noch nicht getan worden sind Ziele erreichen wollen, die noch nie angestrebt worden sind Ergebnisse verbessern, die bislang befriedigten Hindernisse übersteigen, die selbst errichtet worden sind Den Ist-Zustand verlassen, auch wenn dies Unsicherheit auslöst Quelle: in Anlehnung an Treasury NZL / EB 30

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