Intervention bei Kindern Scheidungsgruppen

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1 Tagung Scheidung Ursachen und Folgen Intervention bei Kindern Scheidungsgruppen 23. August 2013 Lehrstuhl für Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien) Dr. Irina Kammerer 1

2 Inhalt 1. Einführung 2. Scheidungsgruppe für Kinder von 8 bis 12 Jahren 3. Was Kinder belastet - Praxisbeispiele 4. Fazit 2

3 1. Einführung 3

4 Scheidung als kritisches Lebensereignis (im Jahr unmündige Kinder aus geschiedenen Ehen) (Bundesamt für Statistik, 2012, Balscheit von Sauberzweig et al., 2003) 4

5 Historische Entwicklung, Hintergründe und Gruppenangebote für Scheidungskinder Verein Trialog (Gründung im Jahr 2000, Angebot bis 2009) Universität Zürich, Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien) (ab 2009) Andere Anbieter (z.b. KJPD Uster, Im Chreis : Gruppentherapie für Scheidungskinder/Bülach, Erziehungsberatungsstelle des Kantons Bern, Elterbildung, etc.) 5

6 2. Scheidungsgruppe für Kinder von 8 bis 12 Jahren 6

7 2. Scheidungsgruppe für Kinder von 8 bis 12 Jahren Konglomerat aus wissenschaftlich Erprobtem und praktisch Bewährtem 2 Zyklen pro Jahr (Frühling, Herbst) Ca. 8 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren Vorgespräch mit Eltern, Kind, Gruppenleitung 10 Gruppensitzungen à 90 Minuten (gleicher Ablauf, inhaltlicher Schwerpunkt) Nachgespräch mit Eltern, Kind, Gruppenleitung Evaluation (bisher 8 Zyklen) Fthenakis et al. (1995), Jaede (2006), Verein Trialog (2000) 7

8 Ziele der Scheidungsgruppe Akzeptanz der eigenen Geschichte (jede Scheidungsfamilie ist anders) Entstigmatisierung (Isolation, Entlastung) durch das Verbindende neutraler Ort Gefühlswahrnehmung, -erkennung und -regulation Erlernen von Bewältigungs- und Problemlösestrategien Sicherheit, Kompetenz- und Ressourcenförderung, positive Selbstwahrnehmung 8

9 (Balscheit von Sauberzweig et al., 2003) 9

10 (Brown & Brown, 1994) 10

11 Methoden Gespräch Gruppendiskussion Rollenspiele Selbstbeobachtung Gestaltpsychologische Elemente Bilderbücher Malen, Zeichnen, Basteln Spiele 11

12 Ablauf und Themen 1. Sitzung: Kennenlernen, Vertrauensaufbau, Erklärung Training 2. Sitzung: Gruppenidentität, Commitment, Erwartungen und Wünsche 3. Sitzung: Hinführung zum Thema Scheidung, eigene Situation bewusst machen und darstellen 4. Sitzung: Gefühlswahrnehmung und Zuordnung zur eigenen Geschichte 5. Sitzung: Umgang mit schwierigen Gefühlen und Situationen, Bewätligung 6. Sitzung: Familienformen 7. Sitzung: Wahrnehmung von Stärken, Möglichkeiten und Ressourcen 8. Sitzung: Wertschätzung: Expertenrunde/Kongress 9. Sitzung: Meine Zukunft 10. Sitzung: Abschlussfest, Evaluation (Kammerer & Bodenmann, 2009) 12

13 3. Was Kinder belastet Praxisbeispiele Gefühlschaos (emotionale Verunsicherung) Gefühle: Angst, Trauer, Wut, Schuld, Ohnmacht Zerrissenheit zwischen Mutter und Vater, Loyalitätskonflikt, Triangulation Familienformen schwierige Situationen : Coping-/Bewältigungsstrategien 13

14 Gefühlschaos: Wo bin ich? Was passiert? (Balscheit von Sauberzweig et al., 2003) 14

15 Angst, Trauer, Wut, Schuld 15

16 Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien), Dr. Irina Kammerer Was mir Angst macht (Kiss, 2007) 16

17 Was mir Angst macht, mich erschreckt Junge, 9 Jahre 17

18 Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien), Dr. Irina Kammerer Was mir Angst macht (Randerath & Sönnichsen, 2008) 18

19 Was mich traurig macht Junge, 11 Jahre 19

20 Was mich traurig macht Mädchen, 11 Jahre 20

21 Zerrissenheit zwischen Mutter und Vater Loyalitätskonflikt (Büchler & Simoni, 2009) 21

22 Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien), Dr. Irina Kammerer 22

23 4. Einschlägige Themen- Erfahrungsberichte (Brown & Brown, 1994) 23

24 Familienformen (Balscheit von Sauberzweig et al., 2003) 24

25 Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien), Dr. Irina Kammerer (Schössow & Hamann, 1997) 25

26 Klinische Psychologie (Kinder/Jugendliche & Paare/Familien), Dr. Irina Kammerer Ablehnung neuer Partner, neue Partnerin (Kiss, 2007) 26

27 Schwierige Situationen: Coping-/Bewältigungsstrategien (Balscheit von Sauberzweig et al., 2003) 27

28 Kinder wünschen sich......dass die Eltern wieder zusammen kommen und es keinen Streit mehr gibt Verbindliche Absprachen Zuverlässige Regelungen Vorhersehbare Abläufe Erreichbarkeit und Kontaktaufnahmemöglichkeit beider Eltern Keine zu langen Abwesenheiten eines Elternteils Arrangements, die von beiden Eltern verantwortet und getragen werden 28

29 4. Fazit Wünsche der Kinder Eltern in der Pflicht im Blick, im Fokus auf die Kinder das Geschehen zu gestalten niederschwellige Angebote für Eltern und Kinder 29

30 5. Fazit (Randerath & Sönnichsen, 2008) 30

31 (Brown & Brown, 1994) 31

32 Informationen über unsere Scheidungsgruppe Aktuelle Flyer liegen beim Informationstisch auf Liste für Interessierte, um unsere halbjährliche Ausschreibung zu erhalten 32

33 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 33

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