Kants 'guter Wille' in: "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"

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1 Geisteswissenschaft Alina Winkelmann Kants 'guter Wille' in: "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" Studienarbeit

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3 Inhaltsverzeichnis: 1. Vorwort 2. Begriffserklärung 2.1 Was ist gut? 2.2 Was ist ein Wille? 2.3 Was ist folglich der gute Wille? 3. Der bedingte Wert der Natur- und Glücksgaben 4. Die Uneingeschränktheit des guten Willens 5. Abschlussreflexion 6. Literaturverzeichnis 1

4 1. Vorwort Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille. 1 Bei diesem einleitenden Satz, mit dem Immanuel Kant seine Grundlegung zur Metaphysik der Sitten beginnt, stellt sich mir als erstes die Frage, was Kant denn überhaupt unter einem guten Willen versteht und warum nur dieser für uneingeschränkt gut gehalten werden kann. Diese Fragen soll nun Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit sein. Um zu verstehen, was Kant unter diesem Ausdruck versteht, werde ich zunächst versuchen, die Begriffe gut und Wille in Kants Sinne zu erklären um mit deren Hilfe den Begriff des guten Willens erläutern. Um zu verstehen, warum nur er als uneingeschränkt gut gelten kann und was das impliziert, werde ich zunächst den bedingten Wert der Natur- und Glücksgaben untersuchen. Hierbei lege ich besonderen Wert auf den Begriff des Charakters und die mit ihm verbundenen, nicht uneingeschränkt guten Eigenschaften. Die Fragestellung in diesem Abschnitt soll also sein, was es für Charaktereigenschaften gibt, die den guten Willen beeinflussen und ob diese unterschieden werden können in solche, die den guten Willen unterstützen und positiv vorantreiben oder ihm andererseits schaden und seine Wirkung negativ steuern. Außerdem werde ich hier die Frage klären, wie man nach Kant die wahre Glückseligkeit erlangt. Schließlich folgt die Erklärung, was unter dem Begriff des uneingeschränkt Gutem zu verstehen ist, warum das nur bei dem guten Willen der Fall sein kann und ich werde den einleitenden Satz auf mögliche unterschiedliche Lesarten, also unterschiedliche Interpretationsansätze, untersuchen. Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit reflektiere ich abschließend kurz, was unter dem Begriff des uneingeschränkt guten Willens zu verstehen ist und fasse die wichtigsten Antworten der oben genannten Problemfragen zusammen. 1 Kant, GMS

5 2. Begriffserklärung 2.1 Was ist gut? Gibt es wirklich das Gute? Wenn ja, wer oder was legt es fest? Wie wird es definiert? Wo befindet sich dabei die Grenze zum Bösen? Ist es nicht doch eher subjektiv zu betrachten? Wird dabei die Handlung einer Person oder der Mensch selbst beurteilt? Der inflationäre Gebrauch dieses Wort lässt schnell darauf schließen, dass dies keine Frage ist, die in einem Satz beantwortet werden könnte. gut [ ] ist alles auf Werte gerichtete Denken, Wollen und Handeln des Menschen und der Mensch selbst, der sein Denken, Wollen und Handeln auf das Gute richtet. 2 Diese Definition gibt zwar einen ersten Impuls das Wort objektiv und allgemein zu beschreiben, setzt aber wiederum die Definition eines weiteren Wortes voraus, nämlich den Begriff des Guten. Dieses Gute lässt sich aber nicht verallgemeinern und festlegen. Es ist subjektiv und nur in Relation zu einer anderen Sache zu sehen, die als weniger gut oder besser beurteilt werden kann. Solche Dinge sind in ihrer Definition folglich abhängig von anderen, sie sind also nicht intrinsisch gut, sondern werden als Zweck gebraucht um etwas zu erreichen und nicht um ihrer selbst Willen. Man stuft diesen Sachverhalt folglich als außermoralisch ein. Doch genau dieses intrinsisch Gute, das Moralische ist es, was Kant unter dem Begriff gut versteht. Er meint also nicht die Wirkung die eine Handlung mit sich bringt sondern einzig und allein das Gutsein um seiner selbst Willen. Dieses Prädikat können also keine Dinge tragen, die abhängig von anderen sind und nur mit deren Hilfe als gut oder schlecht eingeschätzt werden können. Desweiteren fordert moralisch Gutes zu einem bestimmten, nämlich moralisch richtigem Verhalten auf. Da dieser Soll-Anspruch nur von einem freien, nicht festgelegten Menschen verstanden werden kann, können die in ihrer Natur festgelegten Wesen und Dinge ihn nicht verstehen und somit auch nicht moralisch handeln. Eine 2 Hoffmeister (1993, 295). 3

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