Seele und Emotion bei Descartes und Aristoteles

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1 Geisteswissenschaft Anne-Kathrin Mische Seele und Emotion bei Descartes und Aristoteles Studienarbeit

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3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Das Leib-Seele-Verhältnis bei Descartes und Aristoteles Der Dualismus von René Descartes Der Hylemorphismus von Aristoteles Der aristotelische Hylemorphismus und Descartes Dualismus im Vergleich Die Funktionen der Seele und Emotionen bei Descartes und Aristoteles Seele und Emotionen bei Descartes Seele und Emotion bei Aristoteles Descartes und Aristoteles im Vergleich Kritik an Descartes und Aristoteles Literaturverzeichnis:

4 1. Einleitung In der vorliegenden Arbeit möchte ich auf die Begriffe der Seele und der Emotion bei René Descartes und bei Aristoteles eingehen. Dazu möchte ich zunächst die beiden sehr differenten Körper-Geist-Konzeptionen von Descartes und Aristoteles darstellen und auf diese Weise zeigen, welche Vorstellungen von Seele bei beiden Philosophen vorhanden sind. Im Anschluss daran möchte ich auf die Funktionen der Seele in beiden Konzeptionen Bezug nehmen und mich dabei auf den Aspekt der Emotionen beschränken. Diese möchte ich im Verhältnis zum Verstand untersuchen. Abschließend folgt eine Kritik an den beiden Konzeptionen. Die Beschränkung auf Emotionen im Hinblick auf ihr Verhältnis zum Verstand hat zum einen den Grund darin, dass nach heutigem Verständnis der Begriff der Seele meist mit dem der Psyche übersetzt wird. Psyche bezeichnet das, was uns die Fähigkeit gibt, Emotionen zu empfinden. Zum anderen aber wird in der Beschäftigung mit den Aspekten Emotion und Verstand bei Descartes und Aristoteles deutlich, dass diese Funktionen der Seele bei Beiden sehr ähnlich sind, obwohl ihnen sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Körper-Geist- Verhältnis zu Grunde liegen. 2

5 2. Das Leib-Seele-Verhältnis bei Descartes und Aristoteles Im Folgenden sollen die Konzeptionen des Leib-Seele-Verhältnisses bei Descartes und Aristoteles dargestellt und auf ihre Unterschiedlichkeit eingegangen werden. Die differenten Vorstellungen, die Descartes und Aristoteles im Hinblick auf das Verhältnis von Leib und Seele haben, sind für das weitere Verständnis des Begriffes der Seele bei beiden Philosophen von Bedeutung. Zunächst möchte ich auf das dualistische Modell, welches Rene Descartes zur Klärung des Verhältnisses von Leib und Seele anwendet, eingehen. Im Anschluss daran werden die Überlegungen von Aristoteles angeführt, die sich gravierend von den Ausführungen Descartes unterscheiden. 2.1 Der Dualismus von René Descartes René Descartes führt in seiner Schrift Meditationes de Prima Philosophia aus, wie sehr uns unsere Sinneseindrücke täuschen können. Alles nämlich, was ich bis heute als ganz wahr gelten ließ, empfing ich von den Sinnen; diese aber habe ich bisweilen auf Täuschungen ertappt, und es ist eine Klugheitsregel, niemals denen volles Vertrauen zu schenken, die uns auch nur ein einziges Mal getäuscht haben 1 Auch, wenn unsere Sinne uns nur manchmal täuschen, so ist dieses aber keine Garantie dafür, dass sie uns nicht immer täuschen. Descartes geht soweit zu sagen, dass es gut möglich ist, aufgrund von Sinnestäuschungen ein Erlebnis für wahr zu halten, während man dieses in Wirklichkeit lediglich träumt...während ich aufmerksamer hierüber nachdenke, wird mir ganz klar, dass nie durch sichere Merkmale der Schlaf vom Wachen unterschieden werden kann 2 Somit kann auf Sinneseindrücke kein Verlass sein. Auch die Vernunft scheidet als sichere Erkenntnisquelle aus. Wir glauben dass 7+5 = 12 ist, dass es regnet oder nicht regnet. Diese Sachverhalte glauben wir, weil wir zu unserer Vernunft, die uns diese Tatsachen sagt, Vertrauen haben. Dieses Vertrauen in die eigene Vernunft ist nach Descartes aber nichts, was begründet oder gerechtfertigt ist. Es sei nicht auszuschließen, dass uns von einem mächtigen Wesen Vernunft mitgegeben wurde, uns in die Irre führt, uns falsche Tatsachen offenbart und darüber hinaus dazu neigt, diese falschen Erkenntnisse als richtig und überzeugend einzustufen. 1 Descartes, René: Meditationen über die Erste Philosophie, Erste Meditation, Absatz 3, Reclam-Ausgabe, Stuttgart 2008, S.65 2 Ebda, S.67 3

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