Arbeitszeitverlängerung als Wettbewerbsstrategie?

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1 IG Metall-Betriebsrätekonferenz für Sachsen-Anhalt 30. November 2004 in Magdeburg Arbeitszeitverlängerung als Wettbewerbsstrategie? 1.) Dauer der Arbeitszeit in Europa 2.) Längere Arbeitszeit und Beschäftigung 3.) Schlussforderung für Arbeitszeitpolitik

2 41,0 Durchschnittliche tarifliche Wochenarbeitszeit in Westdeutschland ( ) 40,5 40,3 (1975) 40,1 (1980) (1985) 39,5 39,0 38,5 38,3 (1990) 38,0 37,5 37,5 (1995) 37,4 (2003) 37, Quelle: WSI-Tarifarchiv

3 41,0 Durchschnittl. tarifliche und effektive Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland 40,5 (2001) 39,9 (2001) 39,5 39,0 39,0 (2003) 38,5 38,0 37,5 37,4 (2003) 37, Tarifliche Arbeitszeit (West) Effektive Arbeitszeit (West) Tarifliche Arbeitszeit (Ost) Effektive Arbeitszeit (Ost) Quelle: WSI-Tarifarchiv, Eurostat: Europäische Arbeitskräfteerhebung

4 Tarifvertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeiten in der EU (2003) Griechenland Irland 39,0 Estland Luxemburg Portugal 39,0 39,0 Lettland Schweden 38,8 Malta Österreich Spanien 38,5 38,5 Polen Belgien Italien 38,0 38,0 Slowenien Deutschland 37,7 Tschechien Finnland Norwegen 37,5 37,5 Ungarn Großbritannien Dänemark 37,2 37,0 Slowakei 38,5 Niederlande Frankreich 35,0 37,0 Zypen 38,0 EU 15 38,0 EU 25 38,6 32,0 33,0 34,0 35,0 36,0 37,0 38,0 39,0 41,0 36,0 37,0 38,0 39,0 41,0 Quelle: European Industrial Relations Observatory (EIRO)

5 Effektive Wochenarbeitszeiten von Vollzeitbeschäftigten in der EU (2003) Großbritannien Griechenland 41,0 43,1 Lettland 43,3 Spanien 40,3 Polen 41,5 Portugal 40,1 Österreich Slowenien 41,4 Schweden Luxemburg 39,9 39,8 Tschechien 41,4 Deutschland 39,6 Estland 41,1 Irland 39,5 Dänemark 33 39,2 Ungarn 41,0 Finnland Belgien 39,2 39,0 Malta 40,8 Niederlande 38,8 Slowakei 40,5 Frankreich 38,8 Italien 38,7 Zypern Norwegen EU 15 38,6 EU 25 40,2 36,0 37,0 38,0 39,0 41,0 42,0 43,0 44, Quelle: EUROSTAT, Europäische Arbeitskräfteerhebung

6 Unbezahlte Zeitelemente 2,2 Urlaubstage verfallen ca. 1 Stunde unbezahlte Mehrarbeit Verfall Zeitguthaben: 21 % Betriebe

7 Dauer der Arbeitszeit sämtlicher Beschäftigter und Arbeitslosenquoten in den Ländern der EU ES ALO-Quote 9 6 FR DK FI IT DE EU-15 GR BE y = 0,5207x - 12,142 R 2 = 0,1579 t = 1,62 SE E UK IE AT PT 3 NL LU Durchschnittliche Arbeitszeitdauer in Stunden Quelle: Eurostat

8 Arbeitszeit und Arbeitsproduktivität Durchschnittliche tatsächliche Arbeitszeit von Vollzeit-Arbeitnehmern y = -0,0419x + 43,918 R 2 = 0,383 PT GR ES UK SE FI AT Arbeitsproduktivität je Arbeitsstunde DE DK IE IT NL FR BE Quelle: Eurostat.

9 130 Nominale Lohnstückkosten in nationaler Währung (1995=100) Quelle: Europäische Kommission 2004 EU-15 D F GB USA J

10 Schicht-, Nacht- oder Wochenendarbeit 1991 und 2003 Anteil der abhängig Beschäftigten in % Samstagsarbeit Sonntagsarbeit Nachtarbeit Wechselschicht Alle Formen zusammen Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus; eigene Berechnungen.

11 in % Betriebe mit Arbeitszeitkonten - nach Wirtschaftsbereichen Prod. Gewerbe Verkehr und Nachrich. Insgesamt Banken und Versich. Baugewerbe Unternehmensdienstl. Handel Sonstige Branche Sonstige Dienstl. Quelle: WSI-BR-Befragung 2002/03.

12 Zeitkonten und Zeitelemente Überstunden 86 Gleitzeit 70 Korridorreg. 35 Guthaben AZV Zuschl. Nacht-/Sonntagsarb betriebl. Weiterbildg. 13 Tarifurlaub 8 Sonst. Zeitelemente in % Quelle: WSI-BR-Befragung 2002/03.

13 Familienfreundlicher Betrieb: Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf nach Geschlecht Familienfreundliche Arbeitszeiten 27,7 35,6 Finanzielle Unterstützung 14,0 21,7 Freistellungsmöglichkeit für Pflegeaufgaben 13,4 16,5 Vermittlung von Betreuungsangeboten Familienfreundliches Betriebsklima 6,7 11,4 10,7 11,6 Angebote während der Elternzeit nichts davon ist wichtig 7,6 9,1 7,3 6,7 Frauen Männer in % n = (Rest keine Angabe) Quelle: ArbeitnehmerInnenbefragung "Familienfreundlicher Betrieb" ( ).

14 Differenz der gewünschten zur tatsächlichen Arbeitszeit von ArbeitnehmerInnen mit Kindern oder Pflegeaufgaben Männer Frauen Arbeitszeitreduzierung gewünscht 76,9 Erhöhung der Arbeitszeit gewünscht 4,3 Arbeitszeit entspricht der gewünschten 18,8 Arbeitszeitreduzierung gewünscht 54,3 Erhöhung der Arbeitszeit gewünscht 24,2 Arbeitszeit entspricht der gewünschten 21,5 n = Quelle: ArbeitnehmerInnenbefragung "Familienfreundlicher Betrieb" ( ). Anmerkung: Verglichen wurden die tatsächliche und die gewünschte wöchentliche Arbeitszeit. Bei Abweichungen +/- 1 Stunde wurde der Arbeitszeit-Wunsch als realisiert angesehen.

15 rbeitszeitpolitische Handlungsperspektiven Dauer: Wahlrechte / Rückkehrrechte Sabbaticals Zeitausgleich Überstunden Anspruch Lernzeiten Lage: Zeitausgleich für belastende Arbeitszeiten Verteilung Vetorechte bei Zeitkonten Gestaltungsrechte bei Zeitkonten

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