Institutional News 2. Quartal 2015

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1 Institutional News 2. Quartal 2015 Editorial Die Suche nach einer Mehrheit bei der Rentenreform 2 Absolute Return Ein geeignetes Mittel gegen die Tiefzinsproblematik 3 Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest Ein Nachhaltigkeitsfonds als Core-Investment 6 Reformpaket Altersvorsorge 2020 Der Spagat zwischen Leistungssicherung und solider Finanzierung 9 Schweizer Pensionskassen Stabile Finanzlage trotz Aufhebung des Euro-Mindestkurses 14

2 Rentenreform auf der Suche nach einer mehrheitsfähigen Lösung Thomas Breitenmoser Leiter Vertrieb Institutionelle Tel Das Reformpaket zur Altersvorsorge ist geschnürt und bereit für die parlamentarischen Beratungen. Die Kunst wird sein, die Angriffsflächen des Gesamtpakets möglichst klein zu halten. So wie es die Kunst sein wird, im aktuellen Marktumfeld positive Renditen mit Obligationen zu erwirtschaften. Für grosse Reformen braucht es auch im Bereich der Altersrenten letztlich politische Mehrheiten. Diese sind aber nicht einfach zu erreichen, wie die Abstimmung vom 7. März 2010 mit dem deutlichen Nein zur Erhöhung des gesetzlichen Mindestumwandlungssatzes gezeigt hat. Dieser Volksentscheid wirkt noch immer nach und hat auch das Vorgehen im Zusammenhang mit der Reform "Altersvorsorge 2020" beeinflusst. Der rein versicherungstechnisch zu hohe Satz ist dabei nur eines von mehreren Elementen, die einer Korrektur bedürfen. Die Tatsache, dass die Finanzmärkte in den vergangenen Jahren den Pensionskassen ordentliche Renditen ermöglichten, darf nicht über die strukturellen Probleme der beruflichen Vorsorge hinwegtäuschen. Die Vorlage des Bundesrats zur soliden Finanzierung der 1. und 2. Säule ist ein Gesamtpaket, welches den Widerstand der verschiedenen Interessengruppen insgesamt in Grenzen halten soll. Die Vorlage enthält Änderungen, die für die berufliche Vorsorge wichtig sind. Zu den wichtigsten Elementen der Reform lesen Sie mehr ab Seite 9. Welche Renditen sind im festverzinslichen Bereich überhaupt noch zu erwarten? Gerade Pensionskassen müssen sich diese Frage angesichts der gegenwärtigen Marktsituation mit rekordtiefen Zinsen immer wieder stellen. Zugegeben, die Aufgabe für einen Asset Manager, mit Obligationen gute Renditen zu erzielen, war auch schon einfacher. Ein Ding der Unmöglichkeit ist es aber nicht, und unsere Absolute- Return-Strategie ist dank ihrer Flexibilität ein geeignetes Mittel gegen den Tiefzinsblues. So schlecht der gegenwärtig tiefe Erdölpreis für den Ölsektor und für ölexportierende Länder ist, so gut ist das für die Länder und Sektoren, welche Öl in ihrem Produktionsprozess benötigen. Günstig ist das auch für die Konsumenten, welche in Form von tieferen Heizöl-, Benzin- und Kerosinpreisen profitieren. Die Lage beim nach wie vor bedeutendsten Rohstoff nehmen wir zum Anlass, in der beigelegten Publikation "Inform" eine Analyse der wichtigsten Rohstoffe vorzunehmen sowie Szenarien zu skizzieren. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre. 2

3 Absolute Return die passende Mischung der besten Anleihensegmente Die Kehrseite der Medaille Wer die Obligationenmärkte intensiv verfolgt, stellt fest, dass einerseits die Zinssensitivität zunimmt und andererseits die Obligationen nur noch teilweise positive Renditen offerieren. Stefan Weber Senior Client Portfolio Manager Fixed Income Tel Viel Flexibilität bei der Titelauswahl ist wichtig, um in jedem Marktumfeld mit Unternehmensanleihen gute Ergebnisse zu erzielen. Der Absolute- Return-Ansatz von Swisscanto hat die Möglichkeit, diesen Freiraum erfolgreich zu nutzen. Obligationeninvestoren durften sich im Durchschnitt der letzten Monate über eine äusserst positive Performance freuen. Im Jahr 2014 konnte man am Schweizer Obligationenmarkt über 6 Prozent verdienen, mit globalen Unternehmensanleihen waren sogar 8 Prozent möglich. Wenn man die Resultate jedoch etwas genauer betrachtet, stellt man fest, dass der grösste Anteil der Performance auf das allgemein sinkende Zinsniveau zurückzuführen war. Grafik 1 zeigt diesen Sachverhalt auf, indem die monatliche Durationsveränderung in Prozent kumuliert wird. Die Duration hat sich über den gezeigten Zeitraum um knapp 30 Prozent erhöht und bewegt sich für die untersuchten Anleihenseg mente bei 6,5 bis 7,5 Jahren. Einzelne Märkte haben zudem eine deutlich längere Duration, zu erwähnen wäre da zum Beispiel der Markt für Anleihen in GBP, wo die Duration in der Zwischenzeit bei fast 10 Jahren liegt. Die Emittenten nützen das Tiefzinsniveau und die Risikobereitschaft der Investoren, um ihre Schulden zu verlängern. Für gewisse Inves torengruppen ist diese erhöhte Duration nicht unmittelbar problematisch. Sie muss jedoch in die Anlageentscheide miteinbezogen werden, vor allem wenn es um die Wahl des adäquaten Anlagestils geht. Grafik 2: Mehrheit der Unternehmensanleihen mit Renditen unter 1 Prozent 100% 90% 80% 70% Grafik 1: Deutlicher Anstieg der Duration 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 5% 10% Kumulative Durationsveränderung Globale Staatsanleihen Kumulative Durationsveränderung Globale Unternehmensanleihen Quelle: Barclays Point und eigene Berechnungen 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Anteil mit Rendite über 2.5% Anteil mit Rendite zwischen 2.0 und 2.5% Anteil mit Rendite zwischen 1.5 und 2.0% Anteil mit Rendite zwischen 1.0 und 1.5% Anteil mit Rendite zwischen 0.5 und 1.0% Anteil mit Rendite unter 0.5% Quelle: Barclays Point 3

4 Dass sich die Obligationenrenditen auf nach wie vor tiefem Niveau befinden, ist hinlänglich bekannt. Die Zentralbanken haben diesen Trend eingeläutet und die EZB hat den letzten grossen Paukenschlag mit ihrem Anleihekaufprogramm am 22. Januar 2015 gesetzt. Grafik 2 auf Seite 3 zeigt diese tiefen Renditen über die letzten Monate auf: Das Universum für in EUR denominierte Unternehmensanleihen (ohne nachrangige Titel) bestand also per Ende März aus Obligationen, welche zu 76 Prozent eine Rendite von unter 1 Prozent aufweisen. Wenn wir uns dem CHF-Obligationenuniversum zuwenden, dann sieht es noch weniger er freulich aus. Der Anteil von Obligationen mit einer negativen Rendite liegt hier bei 40 Prozent (er lag schon über 50 Prozent), die durchschnittliche Rendite dieser 40 Prozent beträgt 0,24 Prozent. Die Herausforderungen für Obligationenanleger, noch immer eine positive Rendite zu erzielen, ist dementsprechend gross. Der Schluss liegt nahe, dass die in der Vergangenheit durchaus angebrachten und von Erfolg gekrönten Ansätze wie etwa "Buy and Hold" oder auch passives Investieren in Zukunft mindestens auf ihre Adäquanz überprüft werden müssen. Ausweichmöglichkeiten für Investoren In einer kürzlich publizierten Studie wurden europäische und internationale Investoren darüber befragt, welche Handlungsalternativen sie sich in der aktuellen Zinssituation überlegen. Die meisten Investoren gaben an, dass sie eine Kombination aus längeren Maturitäten und tieferen Investment-Grade- Ratings evaluieren. Viele internationale Investoren überlegen sich, den Währungsraum zu wechseln, weitere Lösungen sieht man bei Hochzinsanleihen oder auch indem die Kapitalstruktur der Unternehmen weiter ausgenützt wird. Immerhin 18 Prozent der Investoren gaben an, keine Veränderung vornehmen zu wollen. Welche Lösungen im Obligationenbereich kann Swisscanto im Wissen um diese Herausforderungen und Wünsche anbieten? Einerseits haben wir verschiedene Produkte, welche die zuvor beschriebenen Handlungsalternativen in einer reinen Form ermöglichen. Zu nennen sind beispielsweise der Swisscanto (CH) Bond Fund Corporate H CHF bzw. Swisscanto (LU) Bond Invest Global Corporate H CHF (aktiv verwaltete Unternehmensanleihen mit der Möglichkeit, die Kapitalstruktur bzw. Ratingerweiterungen auszunützen), der Swisscanto (LU) Bond Invest CoCo (aktiv verwaltete nachrangige Finanzanleihen, insbesondere Contingent Convertible Bonds) oder auch der Swisscanto (LU) Bond Invest Grafik 3: Der Swisscanto (LU) Bond Invest Global Absolute Return im Konkurrenzvergleich Performance vom bis % +2% Nov. Nov. Nov. Nov. Nov. Nov. Nov. Nov. Nov. Apr Swisscanto (LU) Bond Invest Global Absolute Return H CHF B Vergleichsgruppe: Lipper Global Absolute Return CHF Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator und keine Garantie für den Erfolg in der Zukunft. Die Performancedaten wurden ohne Berücksichtigung der bei Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten und auf der Basis der Wiederanlage etwaiger Ausschüttungen berechnet. Provisionen, Ge bühren und andere Entgelte wirken sich negativ auf die Performance aus. 4

5 Secured High Yield (aktiv verwaltete besicherte Hochzinsanleihen ohne CCC-Ratings). Diese reinen Alternativen haben den Vorteil, dass ein Investor seine Allokation individuell zusammenstellen kann. Der Nachteil ist, dass man die Allokation dem sich verändernden Umfeld permanent anpassen muss. Swisscanto (LU) Bond Invest Global Absolute Return ein Lösungspaket Der Swisscanto (LU) Bond Invest Global Absolute Return verfolgt zwei Ziele: Einerseits streben wir mit diesem Fonds eine Rendite von 2 Prozent über dem jeweiligen Geldmarktsatz an (wir bieten Währungstranchen in CHF, EUR und USD), und auch der Kapitalerhalt wird angestrebt. Für beide Ziele können wir zwar keine Garantie abgeben, aber unser Performanceausweis verdeutlicht, dass wir in der Lage waren, dies über einen angemessenen Investitionszyklus zu erreichen. Der Vergleich mit unseren Konkurrenten soll das aufzeigen (Grafik 3, Seite 4). Der Absolute-Return-Fonds zeichnet sich durch die nötige Flexibilität in der Anlagepolitik aus, um sich in den unterschiedlichen Marktszenarien effizient positionieren zu können. Das Anlageteam um Blaise Roduit, Head Absolute Return, stützt sich auf unsere hauseigene Expertise im Bereich der Unternehmensanleihen. Unser Ansatz in diesem Bereich welcher die Rolle des Kreditanalysten und des Portfolio Managers kombiniert folgt einem klaren Prozess und zielt auf pragmatische und direkt umsetzbare Anlageideen ab. Dabei sind wir in der Sektorallokation ebenfalls flexibel, können also die Klaviatur der Opportunitäten effizient ausnützen. Neben diesem Hauptrenditetreiber setzen wir aber auch auf ein aktives Management der Zinssensitivität. Im erwähnten Absolute-Return-Bond-Portfolio liegt die neutrale Zinsduration bei zwei Jahren. Falls wir jedoch von steigenden Zinsen ausgehen, können wir mittels negativer Duration auch von dieser Marktbewegung profitieren. Zudem ist es uns erlaubt, in einem beschränkten Mass von Währungsschwankungen zu profitieren. Hier richten wir jedoch ein klares Augenmerk auf das Risikomanagement, und die Abweichungen zur Referenzwährung sind auf +/ 20 Prozent beschränkt. Weitere Möglich keiten eröffnen sich durch den potenziellen Einsatz von Wandelobligationen, was wir in der Vergangenheit jedoch noch nicht ausgenützt haben. Makroökonomische und andere Investmentideen runden das Universum ab. Dieses aktiv verwaltete und diversifizierte Lösungspaket scheint den Bedürfnissen unserer Kunden zu entsprechen, durften wir doch in den letzten Jahren stetig höhere Anlagesummen verwalten (Grafik 4). Für die mittlerweile auf CHF 2,2 Milliarden angestiegenen Assets bedanken wir uns und versichern Ihnen, dass wir alles daransetzen, weiterhin Ihrem Vertrauen gerecht zu werden. Grafik 4: Erfreuliche Volumenentwicklung der Swisscanto Absolute-Return-Fonds Fondsvolumen (in Mio. CHF) Total: CHF 2202 Mio. per Dez. Dez. Dez. Dez. Dez. Dez. Dez. Dez. Dez Swisscanto (LU) Bond Invest Emerging Markets Absolute Return (CHF 42.4 Mio.) Swisscanto (LU) Bond Invest Global Absolute Return (CHF Mio.) 5

6 Der Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest global und nachhaltig keitsfundamentalisten zu erklären sind. Nachhaltige Anlagen ermöglichen es den Investoren einerseits, ihre finanziellen Ziele mit ihren jeweiligen Wertvorstellungen in Einklang zu bringen. Andererseits können sie aber auch ein wichtiger Treiber einer nachhaltigen Entwicklung in der Wirtschaft sein. Dr. Gerhard Wagner Leiter Nachhaltige Anlagen Tel Die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch ist ein zentrales Thema, auf das die Nachhaltigkeitsfonds von Swisscanto setzen. Die sehr tiefen Zinsen begünstigen dabei ein noch stärkeres Wachstum der erneuerbaren Energien. Auch wenn nachhaltiges Investieren anhand von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien in der Wahrnehmung vieler Anleger nicht mehr das brennendste Thema sein mag, sprechen die tatsächlichen Zahlen doch eine andere Sprache. Das starke Wachstum dieser Anlagen über die letzten Jahre (Grafik 1) zeigt, dass Zuflüsse von dieser Grössenordnung kaum nur mit Idealismus einiger weniger Nachhaltig- Grafik 1: Volumen nachhaltiger Anlagen in der Schweiz In Mrd. CHF per Jahresende Investmentfonds Mandate Strukturierte Produkte Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen 0 Bei den meisten nachhaltigen Swisscanto Fonds kommen Ausschlusskriterien zur Anwendung. Dabei wird grundsätzlich nicht in heikle Branchen und Tätigkeiten wie etwa die Rüstungs- und Tabakindustrie, die Förderung fossiler Brennstoffe, die Hersteller von genmodifiziertem Saatgut oder in die Atomenergie investiert. Auch Länder, die durch ihre Politik und ihr Verhalten Grundsätze der Nachhaltigkeit missachten, werden für Investitionen ausgeschlossen. Swisscanto wendet bei verschiedenen Fonds strenge Ausschlusskriterien an, die aus Anlegersicht gut nachvollziehbar sind. Wenn jedoch in bestimmte Branchen von vornherein gar nicht investiert wird, bleibt dies nicht ohne Folgen für das Anlageergebnis. Diese Folgen können positiv oder negativ sein. Wer zum Beispiel grundsätzlich nicht in Firmen aus der Erdölbranche investiert, kann an möglichen Kursgewinnen dieses Sektors nicht teilhaben, wird aber auch von Verlusten verschont, wenn die Kurse jener Firmen unter Druck geraten, wie das im Zusammenhang mit dem markanten Rückgang des Ölpreises der Fall war. In unseren Fonds ersetzen wir den Bereich der fossilen Energien durch Firmen aus dem Sektor der erneuerbaren Energien und aus dem Bereich der Energieeffizienz. Beide Sektoren sollten indirekt auch von steigenden Preisen für fossile Energieträger profitieren. Gesucht: Gewinner einer nachhaltigeren Wirtschaft Beim Management unserer nachhaltigen Portfolios suchen wir nach Unternehmen, die einen Beitrag zur so wichtigen Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum und zum sozialen Frieden leisten können. Dies unter der begründeten Annahme, dass solche Unternehmen im Zuge des Wandels zu einer nachhaltigeren Wirtschaft gefragt und somit auch für Anleger attraktiv sind. Beim gesamten Auswahlprozess, ausgehend vom Universum der zu analysierenden Firmen bis hin zum Portfolio eines Nachhaltigkeitsfonds, sind unsere eigenen sowie externe Nachhaltigkeitsspezialisten sowie die Fachleute des Swisscanto Nachhaltigkeitsbeirats involviert (Grafik 2, Seite 7). Nach diesen Grundsätzen investiert auch der Aktienfonds Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest, der bereits vor 17 Jahren lanciert wurde. Aktien von Unternehmen 6

7 Grafik 2: Anlageprozess der Swisscanto Green-Invest-Fonds ca Titel Universum Aktien (inkl. Ergänzungen durch Swisscanto) und Unternehmensanleihen Umwelt Positivkriterien Gesellschaft Positivkriterien Nachhaltigkeitsanalyse Arbeitsbedingungen Positivkriterien Governance Positivkriterien Produktanalyse Positivkriterien Analyse & Datenlieferung Kontroversen Kontroversen Kontroversen Kontroversen Kontroversen Daten zu Ausschlusskriterien / Kontinuierliches Screening (Medien, NGOs) ca Titel Selektionsanforderungen: 1. Best-in-Class & 2. Keine Verletzung der Ausschlusskriterien Impact Entkopplung Sozialer Frieden Nachhaltiges Anlageuniversum Finanzanalyse Wertpapierselektion Portfoliokonstruktion Swisscanto Nachhaltigkeitsresearch Swisscanto Nachhaltigkeitsbeirat Titel Nachhaltige Anlageprodukte Quelle: Swisscanto, Inrate aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sind denn auch seit Jahren ein fester Bestandteil dieses Fonds. Obwohl die Bedeutung von Solar- und Windenergie nach wie vor steigt und somit die produzierte Menge an Strom aus diesen Quellen wächst, müssen sich Anleger auch spezifischer Risiken bewusst sein. So hat zum Beispiel China in den letzten Jahren seine Kapazität zur Produktion von Solarenergieanlagen (z.b. Solarpanels) enorm stark ausgebaut und dadurch die Preise auf dem Weltmarkt ge drückt. Während der Finanzkrise bekamen zudem viele Firmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, die in der Regel stark fremdfinanziert sind, die viel restriktiver gewordene Kreditvergabe der Banken zu spüren. Tiefe Zinsen gut für die "Erneuerbaren" Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld ist für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien viel günstiger. Der Grund: Die Zinsen können als "Brennstoffkosten" der erneuerbaren Energien bezeichnet werden, denn die Kosten für den weiteren Ausbau der Kapazitäten bestehen zu einem wesentlichen Teil aus den Zinskosten für die Kredite, und beim Betrieb fallen im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken kaum Kosten an, denn Sonne oder Wind sind umsonst. Die zurzeit sehr tiefen Zinsen machen den Bau von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien sehr attraktiv. Parallel zum deutlichen Ausbau der Kapazitäten fallen die Kosten für die erneuerbaren Energien aufgrund von Skaleneffekten. So sind die Preise für Solaranlagen seit dem Jahr 2008 um rund 80 Prozent gesunken, was natürlich den Solarstrom preislich viel konkurrenzfähiger gemacht hat. Ein Wermutstropfen ist hingegen der gegenwärtig tiefe Preis für Erdöl, Erdgas und Kohle, denn bei fallenden Preisen für diese Energieträger sinkt der finanzielle Druck, auf saubere Energien umzustellen. Core-Anlage mit Ausschlusskriterien Aufgrund der strengen Ausschlusskriterien kommen beim Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest rund ein Viertel aller Unternehmen im MSCI-World-Index nicht in Frage. Der Fonds investiert in Unternehmen, die einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Dieser Ansatz führte zu einer durchschnittlichen Jahresrendite von sieben Prozent und ist somit vergleichbar mit den Weltaktienindex (Grafik 3, Seite 8). Die wichtigsten Renditetreiber sind Nachhaltigkeitsexpertise Profunde Finanzanalyse Disziplinierte Portfoliokonstruktion 7

8 Grafik 3: Kein Verzicht auf Performance Indexierte Performance in CHF Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest MSCI World in CHF Quelle: Lipper Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator und keine Garantie für den Erfolg in der Zukunft. Die Wertentwick lung wurde ohne Berücksichtigung der bei Ausgabe und Rück nahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten berechnet. Firmenbeispiel Entkopplung Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch Das US-Unternehmen A.O. Smith produziert energieeffiziente Warmwasserboiler für Industrie und Haushalte, verfügt aber auch über Technologien zur dezentralen Wasserendaufbereitung direkt bei den Haushalten. Im chinesischen Markt mit seiner grossen Nachfrage nach sauberem Wasser ist A.O. Smith sehr gut positioniert und leistet einen wichtigen Beitrag in den Bereichen Energieeffizienz und Wasserversorgung. Firmenbeispiel sozialer Friede Die Versorgung mit sicheren und bezahlbaren Medikamenten trägt letztlich zum sozialen Frieden in einem Land bei. Das Pharma-Unternehmen Novo Nordisk setzt einen Schwerpunkt im Bereich der Bekämpfung von Diabetes und verfügt über eine entsprechende Produktpalette. Da Zivilisationskrankheiten wie Diabetes in den Schwellenländern auf dem Vormarsch sind, ist die Nachfrage nach wirksamen Medikamenten enorm. Auch in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente, Wachstumshormontherapie und Hormonersatztherapie ist das Unternehmen vertreten. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsanalyse wird auch die Corporate Governance der Unternehmen geprüft. Dazu gehören unter anderem die Vergütungen an den Verwaltungsrat und das Topmanagement. Fragen, denen Analysten in diesem Zusammenhang nachgehen, sind zum Beispiel "Wie ist die Entwicklung der Saläre und Boni im Verhält nis zur Gewinn entwicklung?" oder "Stellt das Unternehmen klar, wer über welche Vergütungen entscheidet?". Auch weltpolitische Ereignisse können einen direkten Einfluss auf nachhaltige Anlagen haben. An der nächsten grossen Klimakonferenz im Dezember dieses Jahres in Paris wird über die Nachfolgebeschlüsse zum Kyoto-Protokoll verhandelt. Konkret geht es um die Formulierung der Klimaschutzziele für die Zeit nach dem Jahr 2020, die sich auf den CO 2 -Preis auswirken werden. Die Finanzmärkte, die auch in diesem Bereich ein Stimmungsbarometer sind, gehen davon aus, dass es keinen Durchbruch mit griffigen Klimaschutzmassnahmen geben und es somit zu keinem signifikanten Anstieg des CO 2 -Preises kommen wird. Sollten die Verhandlungsergebnisse jedoch überraschend gut sein, wäre der Effekt für den Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest sehr positiv. Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest Produktangebot Benchmark MSCI World Net Return Tranchen A: Retail R: Retail mit Vertrag I: Institutionelle P: Institutionelle mit Vertrag Währung CHF CHF CHF CHF PMF (Pauschale Management Fee) 1.80% 0.90% 1.13% 0.83% Valor ISIN CH CH CH CH Lancierung Zulassung CHF, FL CHF, FL CHF, FL CHF, FL 8

9 Altersvorsorge 2020: Gratwanderung auf politischem Parkett Der Bundesrat geht provisorisch vom Inkrafttreten der neuen Gesetzesbestimmungen per aus, was angesichts des umfangreichen Pakets eher optimistisch erscheint. Falls das Referendum ergriffen wird, hat das Stimmvolk das letzte Wort. Niklaus Jung Personalvorsorgeberatung Zürich Tel Die vom Bundesrat vorgeschlagene Rentenreform soll das Leistungsniveau sichern und eine solide Finanzierung garantieren. Die Vorlage enthält gute und wichtige Elemente. An den Details gilt es aber noch zu arbeiten, damit die Vorlage mehrheitsfähig wird. Der Bundesrat hat die Botschaft zur Reform der Altersvorsorge am ans Parlament überwiesen. Das Ziel der Reform ist insbesondere: der Erhalt des Leistungsniveaus in 1. und 2. Säule, die Sicherung des finanziellen Gleichgewichts der 1. und 2. Säule sowie mehr Flexibilität beim Übergang in den Ruhestand. Bei der 1. Säule stehen die Erhöhung des Referenzalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre sowie die Erhöhung der Mehrwertsteuer um maximal 1,5% im Vordergrund. Diese Massnahmen sind notwendig, um das finanzielle Gleichgewicht der AHV zu stabilisieren. Zudem sieht die Reform bei der AHV eine flexible und individuelle Gestaltung der Pensionierung zwischen 62 und 70 Jahren vor. Ein Leistungsabbau ist bei den Hinterlassenenrenten geplant. Gemäss dem Prinzip des "Versorgerschadens" sollen Witwenrenten künftig nur noch gewährt werden, wenn Waisen oder pflegebedürftige Kinder vorhanden sind. Umfangreiche Änderungen im BVG Im BVG soll der Koordinationsabzug (heute CHF ) aufgehoben werden, womit neu der volle AHV-Lohn (bis zum oberen Grenzbetrag von CHF ) in der beruflichen Vorsorge zu versichern wäre (Grafik 1). Gleichzeitig sollen die Altersgutschriften in % des versicherten Lohns gesenkt werden. 1 Unter dem Strich resultieren dadurch höhere Altersgutschriften. Die Eintrittsschwelle für die Aufnahme ins BVG soll von heute CHF auf CHF sinken, wodurch rund Grafik 1: Versicherter Lohn ohne und mit Reform Infolge Abschaffung Koordinationsabzug und Reduktion Eintrittsschwelle Versicherter Lohn in CHF +41% % % % % AHV-Lohn in CHF Versicherter BVG-Lohn bisher Versicherter BVG-Lohn gemäss Reform Quelle: Informationstage BVS

10 Personen neu Zugang zur beruflichen Vorsorge erhalten. Durch diese Massnahmen erhöhen sich die Gesamtkosten für die berufliche Vorsorge gemäss Botschaft des Bundesrats um jährlich gut CHF 2,3 Milliarden. Bessere Leistungen höhere Beiträge Dank der Abschaffung des Koordinationsabzugs und der Reduktion der Eintrittsschwelle würden vor allem Versicherte mit tieferen Löhnen deutlich bessere Leistungen aus der 2. Säule erhalten, was aus sozialpolitischer Sicht zu begrüssen wäre. Vorausgesetzt, dass diese zusätzlichen Altersleistungen in Rentenform bezogen werden, würde dies eine Entlastung bei den Ergänzungsleistungen bedeuten. Der Rentensatz drückt aus, wie hoch die zu erwartende BVG-Altersrente in % des letzten AHV-Jahreslohns ist (vorausgesetzt, dass keine Beitragslücken bestehen). Mit der Reform soll der Rentensatz für alle Einkommen zwischen CHF und CHF auf einheitlich 24% angehoben werden (Grafik 2). Diese Leistungsverbesserung speziell für tiefere Einkommen hat allerdings ihren Preis in Form höherer Pensionskassenbeiträge. Es ist fraglich, ob sich die Wirtschaft im aktuellen Umfeld diese hohen Mehrkosten leisten kann und ob die betreffenden Personen dies auch wollen. Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) schätzt, dass die Arbeitskosten um 2,6% des AHV-Lohns ansteigen werden. Gemäss einem Forschungsbericht des BSV führen diese Mehrkosten zu einer Reduktion der Anzahl Beschäftigter um rund 3000 Vollzeitstellen. Davon sind ein Drittel auf die Senkung der Eintrittsschwelle sowie zwei Drittel auf die Erhöhung der Altersgutschriften zurückzuführen. Bei den Teilzeitbeschäftigten sowie bei den Frauen gingen die meisten Arbeitsplätze verloren. Umfangreiche Übergangsregelung Zurzeit schreibt das Gesetz einen BVG-Umwandlungssatz im AHV-Rücktrittsalter von 6,8% vor, was aus versicherungstechnischer Sicht zu hoch ist. Umhüllende Vor sorgeeinrichtungen können einen tieferen Umwandlungssatz anwenden, sofern sie die Einhaltung des BVG mittels Schatten rechnung nachweisen (Anrechnungsprinzip). Von dieser Möglichkeit machen die meisten umhüllenden Kassen heute schon Gebrauch, was daran ersichtlich ist, dass der durchschnittliche Umwandlungssatz bereits per bei 6,25% (für Männer mit Rücktrittsalter 65, Beitragsprimatkasse) lag und bestimmt noch weiter sinken wird. 2 1 Altersgutschriften neu: 5% (25 34), 9% (35 44), 13% (45 65) auf dem vollen Lohn; bisher: 7% (25 34), 10% (35 44), 15% (45 54), 18% (55 65) auf dem koordinierten Lohn 2 Swisscanto: Schweizer Pensionskassen Grafik 2: BVG-Altersrente bisher und neu Annahme: keine Beitragslücken BVG-Altersrente in % AHV-Lohn Für Löhne von CHF bis CHF konstanter Rentensatz von 24% Leistungsverbesserung BVG-Maximum CHF BVG-Altersrente neu BVG-Altersrente bisher Keine Veränderung im BVG-Bereich für Löhne ab CHF AHV-Lohn Quelle: Informationstage BVS

11 Die Reform sieht eine Senkung des BVG-Umwandlungssatzes von 6,8% auf 6,0% in vier Jahresschritten vor. Für Versicher te, die am Beginn der Erwerbslaufbahn stehen, wird die Reduktion des Umwandlungssatzes durch die höheren Altersgutschriften wettgemacht. Bei Personen, die bereits näher beim Pensionierungsalter stehen, ist dies nicht immer der Fall. Deshalb sieht der Gesetzesentwurf eine umfangreiche Besitzstandsregelung vor. Personen über 40 sollen eine Besitzstandsgarantie auf den bisherigen Altersleistungen erhalten. Demnach haben die Vorsorgeeinrichtungen während 25 Jahren neben der bereits bestehenden BVG-Schattenrechnung eine zweite (doppelte) Schattenrechnung zu führen. Dort werden die bisherigen Leistungen nachgeführt, um sie zum Pensionierungszeitpunkt mit den neuen Leistungen vergleichen zu können. Fallen die reglementarischen Altersleistungen tiefer aus als die bisherigen BVG-Mindestleistungen, so tätigt der Sicherheitsfonds BVG eine Einlage in die Pensionskasse, um die entsprechende Lücke zu schliessen. Keine Einlage erfolgt jedoch bei einem Bezug des Alterskapitals sowie im Fall einer vorzeitigen Pensionierung. Diese Umverteilung führt zu jährlichen Kosten von bis zu CHF 390 Millionen, die durch zusätzliche Beiträge der Vorsorgeeinrichtungen an den Sicherheitsfonds zu finanzieren sind. Diese Kosten müssen solidarisch von allen Versicherten erbracht werden, auch wenn ihre Pensionskasse stark umhüllend ist, sodass deren Versicherte gar nicht in den Genuss einer Einmaleinlage gelangen werden. Von den Einlagen des Sicherheitsfonds profitieren in erster Linie Gutverdiener in BVG-nahen Kassen. Für Versicherte mit tieferen Löhnen erhöhen sich die Leistungen durch den Wegfall des Koordinationsabzugs so stark, dass trotz des tieferen Umwandlungssatzes keine Einlage benötigt wird, ausser bei Personen, die kurz vor der Pensionierung stehen. Diese Finanzierung nach dem Umlageverfahren gehört an sich nicht in den Bereich der 2. Säule, die auf dem Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens basiert. Zudem wird für Kassen, welche nur leicht umhüllende Leistungen erbringen, ein Anreiz geschaffen, ihre Leistungen auf das Niveau des BVG-Minimums herunterzufahren, um von den Einlagen des Sicherheitsfonds profitieren zu können. Die weiteren vorgeschlagenen Änderungen sind in der Box am Schluss dieses Artikels zusammengefasst. Umwandlungssatz 6,0% versicherungs technisch bereits überholt Ein Nebeneffekt der vorgeschlagenen Übergangsregelung ist, dass der BVG-Umwandlungssatz von 6,0% faktisch für die nächsten 25 Jahre eingefroren wird. Eine Anpassung wäre nur mit einem enormen Aufwand durchführbar (d.h. Einführung einer dritten Schattenrechnung) und ist somit praktisch ausgeschlossen. Derzeit liegt der versicherungstechnisch korrekte Umwandlungssatz, gerechnet mit Generationentafeln und einem technischen Zins von 3,0%, bei 5,60%. Ein Umwandlungssatz von 6,0% ist deshalb aus versiche rungstechnischer Sicht überholt. Berücksichtigt man zudem, dass die Lebenserwartung in der Vergangenheit alle zehn Jahre um rund ein Jahr gestiegen ist, sowie die Tatsache, dass ein technischer Zinssatz von 3,0% aus heutiger Sicht nicht mehr als vorsich tig bezeichnet werden kann (der Trend geht in Richtung 2,0%), so müsste ein realistischer Umwandlungssatz für die kommenden 25 Jahre noch deutlich tiefer liegen. Was ist, wenn sich herausstellen sollte, dass der technisch korrekte Umwandlungssatz über die kommenden Jahrzehnte bei 5,0% und nicht mehr bei 6,0% liegt? Da ein Eingreifen in die Übergangsordnung praktisch unmöglich ist, bliebe der zu hohe Umwandlungssatz von 6,0% bis ins Jahr 2045 so gut wie verankert. 11

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