Osnabrücker Gründertag Gut vorbereitet in das Bankgespräch

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1 Osnabr ü ck Osnabrücker Gründertag Gut vorbereitet in das Bankgespräch

2 Osnabrücker Gründertag Vorbereitung der Gründung 2. Finanzierungsunterlagen 3. Kreditsicherheiten 4. Finanzierungsmöglichkeiten 5. Das Bankgespräch 6. Kreditentscheidung Seite 2

3 Gründungen 2013 Anzahl Seite 3

4 Gründungen 2013 Aufteilung nach Branchen Seite 4

5 Abbruchquote von Existenzgründungen 2013 Fast jede dritte Existenzgründung wird innerhalb der ersten drei Jahre beendet. Glücklicherweise enden jedoch nur 4 % der Gründungen in einer Insolvenz. Seite 5

6 Defizite bei der Unternehmensgründung der Gründer/Gründerinnen der IHK Gründungsberatung 48% haben kaufmännische Defizite 48% haben sich zu wenig Gedanken zum Alleinstellungsmerkmal Ihrer Geschäftsidee gemacht 42% schätzen die notwendigen Startinvestitionen/laufende Kosten zu gering ein 36% haben die Finanzierung Ihrer Gründung nicht gründlich genug durchdacht 38% äußern unklare Vorstellungen zu Kundenzielgruppen 29% können Ihre Produktidee nicht klar beschreiben 34% schätzen den erwarteten Umsatz unrealistisch hoch ein 23% haben unzureichende Fach/Branchenkenntnisse Seite 6

7 1. Vorbereitung der Gründung - Zeitfaktor (ausreichend Zeit einkalkulieren) - frühzeitige Einbindung von Beratern - vereinfachte Darstellung (wenig fachchinesisch ) (Stuhl des Bankberaters!) ZIEL = professioneller, gut strukturierter Geschäftsplan Seite 7

8 2. Finanzierungsunterlagen a.) Firmenbereich Geschäftsplan / Businessplan (Baukasten aus 8 Bausteinen!) Seite 8

9 2. Finanzierungsunterlagen Warum ein Geschäftsplan? 1.) Hilfsmittel zur Beurteilung / Planung des wirtschaftlichen Erfolges 2.) Grundlage für zukünftiges Controlling (Soll-Ist-Vergleich) 3.) Erforderlich zur Präsentation der Gründungsidee bei Geldgebern, z. B. der Hausbank Ein strukturierter Geschäftsplan ist ein Muss für den Existenzgründer und den späteren Unternehmer! Seite 9

10 Der Geschäftsplan Ein Baukasten! 8 Bausteine Zusammenfassung Unternehmensform Produkt/ Dienstleistung Branche/ Markt Marketing/ Vertrieb Unternehmensleitung 3-Jahresplanung Kapitalbedarf Seite 10

11 Seite 11

12 Seite 12 06_check.pdf.lnk

13 Kapitalbedarfsplanung/Finanzierungsplanung Kapitalbedarfsplanung: Frage: Wieviel Kapital benötigen Sie zur Unternehmensgründung? Hierfür sind folgende Unterlagen zu erstellen: Investitionsplanung Liquiditätsplanung Seite 13

14 1. Kapitalbedarfsplanung/Finanzierungsplanung Investitionsplanung( = langfristiger Kapitalbedarf): Einmalige Investitionen 1. Anlagevermögen 2. Umlaufvermögen Betriebsmittelbedarf: 3. Gründungskosten 4. Anlaufphase 5. Privatentnahmen = Gesamter Kapitalbedarf Seite 14

15 Kapitalbedarfsplanung/Finanzierungsplanung Liquiditätsplanung (=kurzfristiger Kapitalbedarf) Betriebsmittel: Waren,Vorräte,Rohstoffe, Personalkosten = alle laufenden Betriebsausgaben Zahlungsziele: Wann müssen Sie Ihre Waren, Rohstoffe zahlen? Wann zahlen Ihre Kunden? Resultat: Höhe der Kreditlinie auf Ihrem Geschäftsgirokonto. Seite 15

16 2. Finanzierungsunterlagen b.) Privatbereich - tabellarischer Lebenslauf -> fach. Eignung gegeben? - aktuelle Vermögensaufstellung -> eigene Kreditwürdigkeit? - Nachweis bisherige Einkommenssituation - private Liquiditätsplanung auf Monatsbasis - evtl. Bank- und Schufa-Auskunft Seite 16

17 Exkurs Bankauskunft Seite 17

18 3. Kreditsicherheiten Bürgschaft Grundschulden an Immobilien Sicherungsübereignung (SÜ) - Einzel-SÜ PKW/LKW - Raum-SÜ Waren - Raum-SÜ Inventar Verpfändung von Wertpapieren / Guthaben Abtretung von Lebensversicherungen - Risiko-LV - Kapital-LV Abtretung von Außenständen / Forderungen Seite 18

19 4. Finanzierungsmöglichkeiten Finanzierungsplanung Seite 19

20 Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung Finanzierung Eigenkapital Fremdkapital Einlagen der Gründer Finanzierung aus Gewinn (=Selbstfianzierung) Darlehen der Hausbank Öffentliche Förderung Leasing Öffentliche Förderkredite/ Existenzgründerdarlehen Öffentliche Zuschüsse Seite 20

21 Eigenkapital: Guthaben/Vermögenswerte des Gründers Einbringung von Eigenkapital in Form von vorhandener Betriebs-/Geschäftsausstattung Verwandte und Freunde Unternehmerkapital ERP-Kapital f. Gründung- Partner/Gesellschafter Kapitalbeteiligungsgesellschaften (MBG) Finanzierung aus Gewinn Seite 21

22 4. Finanzierungsmöglichkeiten Fremdkapital: 1.) Langfristige Finanzierungsformen: Hausbankdarlehen Darlehen öffentlicher Mittelgeber: KFW-Mittelstandsbank N-Bank Die Laufzeit sollte der Nutzungsdauer der Anschaffung entsprechen. Die Zinssätze liegen niedriger als bei kurzfristigen Krediten. Häufig wird im Existenzgründungsbereich mit Tilgungsaussetzungen gearbeitet. Seite 22

23 4. Finanzierungsmöglichkeiten 2. Sonderformen der Finanzierung Leasing Das Leasingunternehmen überlässt zeitlich befristet einen bestimmten Gegenstand gegen eine mtl. Leasinggebühr. Nachteil: i.d.r. teurer als Barkauf oder Bankfinanzierung Vorteil: Nur geringer Eigenkapitalanteil notwenig, liquide Mittel bleiben vorhanden. Nach Ende der Laufzeit Rückgabe des Gegenstandes oder Erwerb zum vereinbarten Restwert Seite 23

24 4. Finanzierungsmöglichkeiten 3. Kurzfristige Finanzierung Kontokorrentkredit Kreditlinie auf dem laufenden Geschäftsgirokonto Nur für eine kurzfristige Inanspruchnahme Keine Finanzierung von Anlagegütern Grundlage für die Höhe: Durchschnittlicher Monatsumsatz Alternative: Lieferantenkredit Bezogene Ware/Dienstleistungen werden nicht sofort, sondern erst später bezahlt. (Zahlungsziel!) Seite 24

25 4. Finanzierungsmöglichkeiten 4. Einsatz von öffentlichen Mitteln KFW-Mittelstandsbank ERP-Kapital-für Gründung KFW-Startgelddarlehen KFW-Gründerkredit- Universell N-Bank Niedersachsen-Gründerkredit Seite 25

26 Einsatz von öffentlichen Mitteln Risikoadjustierte Bepreisung - Standard bei KfW Mittelstandsbank/N-Bank - Die Darlehenskonditionen sind von Bonitäts- und Besicherungsklassen abhängig. - Je höher das Risiko für die Bank ist desto höher der Zins für den Kreditnehmer und umgekehrt. - Es ergeben sich neun Preisklassen! - Die mögliche Zinsspanne macht 6,45 % p. a. aus! N-Bank von nominal 1,05 % (1,00 eff.) bis 7,45 % (7,71% eff.) p. a KfW von nominal 1,25 % ( 1,26% eff.) bis 7,65 % ( 7,92% eff.) p. a. Seite 26

27 4. Finanzierungsbeispiel Firmenneugründung im GaLa-Bau Kapitalbedarf TEUR 65 Inventar/Fahrzeug TEUR 40 Warenerstausstattung TEUR 5 Gründungskosten/ Anlauffinanzierung TEUR 10 Betriebsmittelbedarf TEUR 10 Seite 27

28 4. Finanzierungsbeispiel Variante A: TEUR 15 als Eigenkapital Teil-Absicherung durch freie Grundschuld über TEUR 20 am Haus möglich Finanzierung TEUR 65 Eigenkapital TEUR 15 Darlehen N-Bank TEUR 40 Kontokorrentkredit TEUR 10 Seite 28

29 4. Finanzierungsbeispiel Aktuelle Konditionen der NBank für den Gründerkredit (Tilgungsdarlehen) : 1,65 % p. a. für 10 Jahre fest 1,66 % effektiver Jahreszins 3,00 % Bereitstellungszinsen nach 1 Monat 2 tilgungsfreie Anlaufjahre Seite 29

30 4. Finanzierungsbeispiel Die Zinsen und Tilgung sind monatlich zu zahlen Der Zinsaufwand beträgt anfänglich monatlich EUR 55,00. Die Tilgung beträgt monatlich EUR 333,33. Seite 30

31 4. Finanzierungsbeispiel Variante B kein Eigenkapital keine Sicherheiten Finanzierung TEUR 65 KFW-Startgelddarlehen (80% Haftungsfreistellung) TEUR 55 Betriebsmittelkredit TEUR 10 Seite 31

32 4. Finanzierungsbeispiel Aktuelle Konditionen KFW-Startgelddarlehn (Tilgungsdarlehen) : 2,60 % p.a. für 10 Jahre fest 100 % Auszahlung 2,63 % effektiver Jahreszins 3,00 % Bereitstellungszinsen nach 1 Monat 2 tilgungsfreie Anlaufjahre möglich Vorzeitige Rückzahlung nur gegen Vorfälligkeitsentgelt möglich! Seite 32

33 4. Finanzierungsbeispiel Für die ersten 2 tilgungsfreien Jahre sind nur die Zinsen monatlich zu zahlen Monatliche Zinsbelastung anfänglich EUR 119,17 Nach 2 Jahren sind mtl. Zins- und Tilgungsaufwand zu zahlen: Tilgung mtl. EUR 458,33 Seite 33

34 Ergebnisse Finanzierungsbeispiel Ergebnisse aus Variante A Zinsaufwand p.m. = EUR 55,00 Tilgung p.m. = EUR 333,33 Gesamtrate p.m. = EUR 388,33 Ergebnisse aus Variante B Zinsaufwand p.m. = EUR 119,17 Tilgung p.m. = EUR 458,33 Gesamtrate p.m. = EUR 577,50 Differenz = EUR 200,63 p.m. ( EUR 2.407,56 p.a.! ) Seite 34

35 5. Das Bankgespräch Seite 35

36 Bankgespräch: Darauf kommt es an! Nachvollziehbarer Businessplan Enthält mein Businessplan u.a.aussagen zu - meinem Vorhaben? - dem Alleinstellungsmerkmal meines Angebotes? - meinen fachlichen und unternehmerischen Fähigkeiten? - Markt, Branche, Wettbewerbern und den sich ergebenden Marketing- und Vertriebsmaßnahmen? - der Unternehmensorganisation einschließlich Rechtsform? - Enthält mein Businessplan einen Finanzplan mit Zahlen zu Kapitalbedarf, Liquidität, Rentabilität und Finanzierung? - Kann ich meine Kreditwürdigkeit deutlich machen? - Enthält mein Businessplan eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Aussagen? - Ist mein Businessplan für Dritte gut verständlich? - Sind alle Zahlen und Daten nachvollziehbar und realistisch? Osnabrück Seite 36

37 Bankgespräch: Darauf kommt es an! Überzeugendes Auftreten -Bin ich in der Lage, überzeugend und kompetent aufzutreten? -Drücke ich mich klar und verständlich aus? -Kann ich alle Inhalte meines Businessplans schlüssig erläutern? -Kann ich meine Kompetenz sowie zukünftige Kunden, Kooperationen oder Kosten durch entsprechende Unterlagen nachweisen? -Kann ich auf eventuelle Bedenken meine Gesprächspartners angemessen reagieren? Osnabrück Seite 37

38 5. Das Bankgespräch 1. Vorbereitung des Gesprächs Überlegen Sie was bzw. wie viel Sie von Ihrem Kapitalgeber benötigen Überlegen Sie ob, bzw. welche Sicherheiten Sie bieten können. Bereiten Sie alle notwendigen Unterlagen vor und reichen Sie diese bei Ihrem Kundenberater ein! vor dem vereinbarten Termin Seite 38

39 Bankgespräch: Benötige Unterlagen Zusammenfassung Businessplan inklusive Zusammenfassung Angebotsbeschreibung Beschreibung Gründerperson/Gründungsteam Marketing- und Vertriebskonzept Kapitalbedarfsplan Rentabilitätsvorschau Liquiditätsplan Finanzierungsplan Sicherheitenplan Vermögensübersicht Zeugnisse Lebenslauf mit Nachweis der erlangten Qualifikationen ggf. Teilnahmebescheinigung Existenzgründungskurs ggf. Vertragsentwürfe Osnabrück Seite 39

40 5. Das Bankgespräch 2. Während des Gespräches Treten Sie sicher und überzeugt auf. ggf. Ihren Berater mitnehmen Zeigen Sie, dass Sie mit Kraft und Begeisterung hinter Ihrer Geschäftsidee stehen. Geben Sie notwendige Informationen zu Ihrem Vorhaben. Legen Sie die Rentabilität Ihres Unternehmens dar. Fragen Sie Ihren Gesprächspartner nach seiner Meinung. Seite 40

41 5. Das Bankgespräch 3. Nach dem Gespräch Geben Sie dem Kreditgeber ausreichend Zeit, Ihr Vorhaben zu prüfen. Lassen Sie sich bei einer Ablehnung die Gründe erklären. Achtung: Beim möglichen Einsatz von Fördermitteln: Fristen einhalten und keine Verträge unterzeichnen vor der Finanzierungszusage! Seite 41

42 5. Das Bankgespräch 4. In der Gründungsphase und später Lassen Sie den Kontakt nicht abreißen. Informieren Sie Ihre Kapitalgeber rechtzeitig über alle Veränderungen. Geben Sie nie zu optimistische Planungen vor. Sprechen Sie rechtzeitig weiteren Finanzierungsbedarf mit Ihrem Berater ab. Seite 42

43 6. Kreditentscheidung positive Kreditentscheidung (eine evtl. Absage sollte immer erläutert werden) persönliche Kreditwürdigkeit Konzept Durchführbarkeit Marktreife Rentabilität Kredit-Absicherungsmöglichkeiten Seite 43

44 6. Kreditentscheidung Seite 44

45 Osnabrücker Gründertag am Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Seite 45

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