3. Organisation: Gestaltung
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- Heiko Engel
- vor 9 Jahren
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1 Software Management (Schwerpunkt) 3. Organisation: Gestaltung Prof. Dr. K.-P. Fähnrich Prof. Dr. K.-P. Fähnrich 1
2 Übersicht der Vorlesung 1. Grundlagen 2. Planung 3. Organisation: Gestaltung 4. Organisation: Prozess-Modelle 5. Personal 6. Leitung 7. Innovationsmanagement 8. Kontrolle: Metriken, Konfigurations- und Änderungsmanagement 9. CASE 10. Wiederverwendung 11. Sanierung 2
3 Gliederung 1. Einführung 2. Grundlagen der Organisationsgestaltung 2.1. Koordinationsmechanismen 2.2. Die fünf Teile einer Organisation 2.3. Gestaltung von Positionen 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation 2.5. Projektleiter und Matrixstrukturen 2.6. Situative Faktoren 2.7. Die Projektstruktur 2.8. Die Profibürokratie 2.9. Mischstrukturen Kooperation Fachabteilung-Systemanalyse Begleitliteratur: Helmut Balzert, Lehrbuch der Software-Technik Quelle der Grafiken und Tabellen: Helmut Balzert, Lehrbuch der Software-Technik, wenn nicht anders angegeben 3
4 1. Einführung Ziel des Softwaremanagement : Software-Produkte entwickeln lassen. Zwei grundlegende Ziele des SWM in der Organisation: Festlegung des Arbeitsablauf: Ablauforganisation oder Prozess-Modell; Koordination einzelner Aufgaben: Aufbauorganisation. Mit Aufbauorganisation verbunden sind organisatorische Positionen, Verantwortungsbereiche und disziplinarische Vollmachten sowie Qualifikationsprofile. 4
5 2. Grundlagen Gestaltungsparameter Der lateralen Verbindungsstrukturen Des Systems der Entscheidungsfindung Planung und Kontrollsysteme Kontaktinstrumente Vertikale Dezent. Horizontale Dezent. Gegenseitige Abstimmung Alter & Größe Koordinationsmechanismen Persönliche Weisung Spartenstruktur Technisches System Standardisierung der... Einfachstruktur Umwelt Situative Faktoren Profibürokratie Adhokratie (Projektstruktur) Macht Ausbildung & Indoktrinat. Gruppierung v. Einheiten Größe der Einheiten Maschinenbürokratie Mitarbeiterqualifikat. Arbeitsprodukte Arbeitsprozesse Aufgabenspezialisier g Verhaltensformalisierg der Aufbauorganisation von Positionen Gestaltungsparameter 5
6 2. Grundlagen Unterschiede zwischen Software-Management und Management anderer Ingenieurbereiche [Sneed87]: Das Produkt ist immateriell. Der Entwicklungsfortschritt ist objektiv nicht zu ermitteln. Eine Software-Entwicklung verläuft nicht-deterministisch. Es gibt noch kein klares Verständnis vom Entwicklungsprozess. Große Software-Systeme tendieren dazu, einmalige Entwicklungen zu sein. Unteilbarkeit der Arbeit. Die Software-Technik ist keine Naturwissenschaft. Hoher Grad an Abstraktion, bei gleichzeitig niedrigem Grad an Normierung. 6
7 2.1. Koordinationsmechanismen Persönliche Weisung Gegenseitige Abstimmung Koordinationsmechanismen Standardisierung von.. Arbeitsprozessen Mitarbeiterqualifikation Arbeitsprodukten 7
8 2.1. Koordinationsmechanismen A F A F M M Qualifi kation M M Arbeitsprodukte Gegenseitige Abstimmung F Arbeitsprozesse Standardisierung A M M Persönliche Weisung 8
9 2.2. Teile einer Organisation Strategische Spitze Mittellinie Technostruktur Hilfsstab Betrieblicher Kern Die fünf Teile einer Organisation 9
10 2.2. Teile einer Organisation Betrieblicher Kern: Hier befinden sich die ausführenden Mitarbeiter. Strategische Spitze: Auch bekannt als Top Management. Dafür verantwortlich, dass die Organisation ihren Auftrag effektiv erfüllt. 3 Aufgabenbereiche: o Persönliche Weisung, o Vertretung der Organisation nach außen, o Strategische Planung der Organisation. Mittellinie: Verbindet die strategische Spitze mit dem betrieblichen Kern. Verläuft meistens linear von oben nach unten. Technostruktur: Wird gebildet von Analytikern, die für einen Teil der Standardisierung verantwortlich sind. Diese gestalten, planen und verändern den betrieblichen Ablauf. 10
11 2.2. Teile einer Organisation Hilfsstab: Unterstützt mit seinen Diensten die Organisation außerhalb des betrieblichen Arbeitslaufs (Telefonzentrale, Kantine, Rechtsabteilung,...). Mittleres Management : Führungskräfte, die weder zur strategischen Spitze noch zum betrieblichen Kern gehören. Linie : Hierarchie der Führungskräfte von der strategischen Spitze bis zum betrieblichen Kern. Linienpositionen sind üblicherweise mit bestimmten formalen Entscheidungsbefugnissen ausgestattet. Stab : bezieht sich auf die Technostruktur und den Hilfsstab. Stabpositionen sind Leitungshilfestellen mit Unterstützungscharakter. 11
12 2.3. Gestaltung von Positionen Rahmenstruktur Positionen Laterale Verbindungsstruktur Gestaltungsparameter System der Entscheidungsfindung 12
13 2.3. Gestaltung von Positionen Positionsgestaltung hängt von der Aufgabenspezialisierung, der Verhaltensformalisierung bei der Arbeit sowie der dazu erforderlichen Ausbildung und Indoktrination ab. Aufgabenspezialisierung: Vertikale und Horizontale Spezialisierung von Arbeitsbereichen. Formalisierung von Verhaltensweisen: Verhaltensvorschriften zur Einschränkung der Entscheidungsfreiheit von Mitarbeitern. Indoktrination: Erwerb organisatorischer Normen. 13
14 2.3. Gestaltung von Positionen Dimensionen der Aufgabenspezialisierung Horizontal schwach spezialisiert Horizontal stark spezialisiert Eigene Verantwortung Breites Gebiet Alle übrigen Management-Aufgaben Aufsichtsführung auf der untersten Führungsebene Eigenes Gebiet Professionelle Arbeiten (betrieblicher Kern und Stabseinheiten) Ungelernte Arbeiten (betrieblicher Kern und Stabseinheiten) Vertikal schwach spezialisiert Planung,Ausführung, Kontrolle Vertikal stark spezialisiert Nur Ausführung Arbeitsteilung 14
15 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Organigramm Stellt das Ergebnis des Gruppierungsvorgangs als Organisationshierarchie dar. Methodik (kombiniertes top-down und buttom-up Verfahren): 5. Zusammenstellung sämtlicher Aufgaben, die unter Beachtung der übergeordneten organisatorischen Voraussetzungen anfallen. 6. Zuordnung der einzelnen Aufgaben zu den unterschiedlichen Positionen, je nach Grad der gewünschten Spezialisierung. 7. Festlegung der Anzahl der Positionen in den Einheiten auf unterschiedlicher Ebene. 8. Ausbau der Aufbauorganisation und Zuordnung von Entscheidungsbefugnissen. 15
16 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Gruppierungskriterien: Interdependenzen im Hinblick auf... Arbeitsprozesse wirtschaftlich optimale Arbeitsbereiche Arbeitsabläufe soziale Arbeitsbeziehungen Gepoolte Arbeitsabläufe Sequentielle Arbeitsabläufe Reziproke Arbeitsabläufe Zugriff Ressource Arbeitsablauf 16
17 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Gruppierung in Einheiten Auswirkungen Gemeinsames Weisungssystem für alle Gruppenmitglieder Gemeinsame Nutzung von Ressourcen Entwicklung gemeinsamer Leistungsmaßstäbe Förderung der gegenseitigen Abstimmung Gruppierung nach Kenntnissen und Qualifikation Gruppierung nach Arbeitsprozess und funktion Gruppierung nach Zeit Gruppierung nach Produkt Gruppierung nach Kunden Gruppierung nach Orten Gruppierungsalternativen Gruppierungs gruppen Gruppierung nach Märkten bzw. Objekten Gruppierung nach Funktionen bzw. Verrichtungen 17
18 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Gruppierung nach Funktionen bzw. Märkten Berücksichtigt die Interdependenzen im Hinblick auf Arbeitsprozesse Berücksichtigt die Interdependenzen im Hinblick auf wirtschaftlich optimale Arbeitsbereiche Gruppierung nach Funktion Vernachlässigt der Interdependenzen beim Arbeitsablauf Fördert die Spezialisierung; Neigen zu großem Bürokratismus. Bildet Einheiten, die alle wichtigen sequentiellen und reziproken Interdependenzen umfassen Weniger geeignet spezialisiert oder repetitive Aufgaben durchzuführen Weniger bürokratisch. Gruppierung nach Märkten 18
19 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Technostruktur Softwareergonom Qualitätssicherer Prozessplaner Prozessplaner Buchhaltung Methodenberater Hilfsstab Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen Mittellinie Marke- System- Konstruk- Vertrieb ting analyse tion Betrieblicher Kern Gruppierung des SW-Hauses nach Funktionen 19
20 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Technostruktur Softwareergonom Qualitätssicherer Prozessplaner Prozessplaner Buchhaltung Methodenberater Hilfsstab Mitarbeiter mit unterschiedlichen Qualifikationen Mittellinie Branche A Branche B Betrieblicher Kern Gruppierung des SW-Hauses nach Märkten 20
21 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Größe der Einheiten Eine Arbeitseinheit kann umso größer sein, je umfassender die Koordinierung durch Standardisierung im Vergleich zur persönlichen Weisung erfolgt. Eine Arbeitseinheit muss umso kleiner sein, je stärker die gegenseitige Abstimmung zur Koordination interdependenter Aufgaben erforderlich ist; Zur Lösung komplexer, verflochtener Aufgaben ist ein hoher Grad an Kommunikation erforderlich. 2 Arten von professioneller Arbeit: Eigenständige (Nach außen hin abgegrenzte Aufgaben), und Interdependente. Entwicklungszeit proportional zu : mit 1 n + k 2 n n = Anzahl der Mitarbeiter, k = Aufwand pro Kommunikationspfad. 2 21
22 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Zeit Minimale Dauer Weniger Arbeitsteilung möglich Entwicklungsdauer Mehr Abstimmung notwendig Produktiver Anteil kommunikativer Anteil Optimale Mitarbeiter Anzahl Anzahl Mitarbeiter Einfluss des Kommunikationsaufwand 22
23 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Brook sches Gesetz : Adding manpower to a late software project makes it later [Brooks 75] Große Einheiten wenn... alle 3 Formen der Standardisierung vorliegen, die auszuführenden Aufgaben in einer Einheit ähnlich geartet sind, die Mitarbeiter selbstständig sind und sich selbst verwirklichen sollen, die Informationsvermittlung von unten nach oben optimal funktioniert. eine persönliche Weisung notwendig ist, komplexe, interdependente Aufgaben eine gegenseitige Abstimmung erfordern, die Führungskraft einer Einheit neben der Kontrollfunktion viele andere Aufgaben wahrzunehmen hat, die Mitglieder einer Einheit häufig Beratung beim Vorgesetzten suchen. Kleine Einheiten wenn... 23
24 2.4. Gestaltung der Aufbauorganisation Größe der Einheiten bezogen auf Organisationsteile Die größten Einheiten findet man im betrieblichen Kern. Nur wenige funktionsorientierte Einheiten lassen sich in einer übergeordneten Einheit zusammenfassen. Die gesamte Führungshierarchie wird zur Spitze hin immer steiler. Bei umfangreicher Technostruktur und vielen Hilfsstabeinheiten sind in der mittleren Ebene kleine Einheiten zu bilden. Bei professioneller Stabseinheiten sind ebenfalls kleine Gruppen zu bilden. 24
25 2.5. Projektleiter und Matrixstrukturen Einführung Ergänzung der Aufbauorganisation durch laterale Strukturen Zur Standardisierung der Arbeitsprodukte bei Planungs- und Kontrollsysteme Kontaktposition bei erhöhter Kommunikation zwischen 2 Einheiten Bildung eines anschließend aufzulösenden Arbeitskreises bei der Durchführung einer bestimmten Aufgabe Permanenter Ausschuss bei regelmäßigen Diskussionen gemeinsamer Probleme Projektleiter bei erhöhtem Maß an gegenseitiger Abstimmung Sicherstellung einer gegenseitigen Abstimmung durch Kontaktinstrumente 25
26 2.5. Projektleiter und Matrixstrukturen Projektleiter Zunächst unbeteiligte Führungskraft, die Teile übernimmt, die zuvor von den verschiedenen Einheiten wahrgenommen wurden. Erhält formale Machtbefugnisse (meist fachliche Entscheidung). Marktorientierte Projektleiter können funktionsorientierte Strukturen vorangestellt werden und umgekehrt. Geschäftsführung Funktionsorientierte Struktur ergänzt um marktorientierte Projektleiter Marke- System- Konstruk Vertrieb ting analyse tion Projektleiter A Projektleiter B 26
27 2.5. Projektleiter und Matrixstrukturen Matrixstruktur Behält beide Gruppierungsalternativen (funktions- und marktorientiert) bei. Zwei Arten von Matrixstrukturen: Permanente Matrixstrukturen Projektorientierte Matrixstrukturen Geschäftsführung Permanente oder projektorientierte Matrixstruktur Marke- System- Konstruk Vertrieb ting analyse tion Branche A (Projekt A) Branche B (Projekt B) 27
28 2.6. Situative Faktoren Einflüsse auf die Organisation Alter: Je älter einer Organisation desto formalisierter ist das Verhalten. Größe: Je größer einer Organisation desto formalisierter ist das Verhalten. Technisches System: Menge aller Verfahren, Methoden, und Werkzeuge, die im betrieblichen Kern eingesetzt werden. 3 Arten von Produktionssystemen: Einzelfertigung Massenfertigung Prozessfertigung Umwelt: Faktoren Stabilität, Komplexität und Marktdiversität haben einen staren Einfluss auf die Organisation. 28
29 2.6. Situative Faktoren Stabile Umwelt Dynamische Umwelt Komplexe Umwelt Einfache Umwelt Dezentralisiert Bürokratisch Bsp. Universität Zentralisiert Bürokratisch Dezentralisiert Organisch Zentralisiert Organisch Auswirkungen der Komplexität und Stabilität 29
30 2.7.Projektstruktur Einfachstruktur Stabile Konfigurationen Maschinenbürokratie Spartenstruktur Projektstruktur Profibürokratie 30
31 2.7. Projektstruktur Struktur Entwickelt mit Projektteams. Projektteams werden von einem Projektmanager geleitet. Charakteristika Administrative und betriebliche sind Aufgaben kaum zu trennen. Keine Technostruktur da keine Standardisierung. Lebt von Projekt zu Projekt. Einzige Struktur, die eine komplexen und dynamische Umwelt gerecht ist. Je älter eine Projektstruktur, desto höher der Grad an Bürokratie. Erfordert die Unterordnung der eigenen Ziele den der Gruppe. Nicht effizient wegen dem hohen Kommunikationsgrad und der ungleichmäßigen Arbeitsauslastung. 31
32 2.8. Profibürokratie Eigenschaften Erledigt mit professionellen Mitarbeitern im betrieblichen Kern komplexe Aufgaben. Koordination durch Standardisierung der Qualifikationen. Charakteristika Betrieblicher Kern als wichtigster Organisationsteil. Selbständigkeit der Mitarbeiter. Horizontale Spezialisierung der Aufgaben, aber vertikale Erweiterung. Komplexe aber stabile Umwelt. Funktions- oder Marktorientierte Struktur. der betriebliche Kern überwiegend aus hochqualifizierten Mitarbeitern besteht; die Umwelt so komplex ist, dass schwierige Verfahren erforderlich sind; die Umwelt so stabil ist, dass die von den Mitarbeitern zu erwartenden Qualifikationen gut zu definieren sind. Sinnvoll wenn... 32
33 2.8. Profibürokratie Charakteristika Software-Entwicklung Projektstruktur Profibürokratie Vorrangiger Koordinationsmechanis mus Gegenseitige Abstimmung und Standardisierung der Qualifikationen und Arbeitsprozesse Gegenseite Abstimmung Standardisierung der Qualifikationen Wichtigster Organisationsteil Betrieblicher Kern und Hilfsstab sowie Technostruktur Betrieblicher Kern und Hilfsstab Betrieblicher Kern Gestaltungsparameter Aufgabenspez. Hor. Spez., Ver. Erweiterg Hor. Spez., Ver. Erweiterg Hor. Spez., Ver. Erweiterg Ausbildung Viel Ausbildung Viel Ausbildung Viel Ausbildung Verhaltensformalisierg Gruppierung Beschränkte Formalisierung Organisch & bürokratisch Funktional und marktor. Kaum Formalisierung Organisch Funktional und marktor. Kaum Formalisierung Bürokratisch Funktional und marktor. Größe der Einheiten Kontaktinstrumente Eher klein Überall klein Überall & viel Groß unten, sonst klein In der Administration Funktionen Strategische Spitze Betrieblicher Kern Qualifizierte, grob standardisierte Arbeit im Team mit innovativen, repetitiven und routinehaften Aspekten Externe Kontakte Konfliktlösung Gleichm. Arbeitsauslastg Projektüberprüfung Qualifizierte, innovativen Arbeit, multidisziplinäre Arbeit im Team Externe Kontakte Konfliktlösung Qualifizierte, standardisierte Arbeit, viel individuelle Autonomie, weitgehend Einzelarbeit. 33
34 2.8. Profibürokratie Charakteristika Software-Entwicklung Projektstruktur Profibürokratie Funktionen Mittellinie Umfassend, Trenng vom Stab verwirklicht; Beteiligung an Projektarbeit Kontrolliert durch professionelle Mitarbeiter, viel gegenseitige Abstimmung Technostruktur Hilfsstab Methodenberater, Prozessplaner, Qualitätsplaner z.b. Software-Ergonom Klein und mitten in der Projektarbeit verwischt Ausgebaut, aber in Projektarbeit verwischt Kaum Ausgebaut zur Unterstützung der Profi-Mitarbeiter Situative Faktoren Technisches System Regulativ, kompliziert, teilweise automatisiert (standardisierte Einzelfertigg) Nicht regulativ, Unkompliziert (individuelle Einzelfertigg) Nicht regulativ, unkompliziert (standardisierte Einzelfertigg) Umwelt Komplex aber semi-stabil Komplex und dynamisch Komplex und Stabil Macht oder semi-dynamisch Kontrolle durch Kontrolle durch Experten Kontrolle durch Technostruktur, Experte und externe Rollen professionellen betrieblichen Kern Beispiel Einzelfertigungsbetrieb Anwaltsbüros Charakteristika verschiedener Struktur im Vergleich 34
35 2.9. Mischstrukturen Eigenschaften Haben Charakteristika von Projektstruktur und Profibürokratie. Eigenschaften einer optimalen Mischstruktur für die Software- Entwicklung: horizontal spezialisierte, vertikale Aufgaben; definierte Prozessmodelle mit Zuordnung der durchzuführenden Aufgaben; Computerunterstützung der Prozessmodelle; ausgebaute Technostruktur sowie Hilfsstab als Kompetenzzentrum für spezielle Aufgaben. Effektive Strukturierung bei konsistenter Kombination von Gestaltungsparamatern und situativen Faktoren. 35
36 2.10. Kooperation Fachabteilung-Systemanalyse Aufgaben Aufstellung der Anforderungen ans Produkt. Fachabteilung Festlegung des Funktions-, Daten-, Leistungs-, und Qualitätsumfangs des Produkts. Angabe der mit dem Produkt ausgeführten Arbeitsabläufe. Festlegung der Standardvoreinstellungen. Aufstellung der Wünsche und Anforderungen an die Benutzungsoberfläche. Vorgabe von Prioritäten. Erstellung des Benutzerhandbuches in Zusammenarbeit mit der Systemanalyse. Überprüfung der von der Systemanalyse erstellten Modelle und Benutzungsoberflächen des Produkts. Erstellung einer Produktdefinition. Verständliche Präsentation des Produktmodells. Bereitstellung von Prototypen zum Ausprobieren der Konzepte. Darstellung der Auswirkungen der Anforderungen auf die Benutzeroberfläche. Systemanalyse 36
37 2.10. Kooperation Fachabteilung-Systemanalyse Zusammenarbeit Systemanalytiker sollte die Projektleitung einer Software- Entwicklung übernehmen. Mitarbeiter der Fachabteilung tragen die Verantwortung für ihre eigenen Anforderungen. Mitarbeiter aus der Fachabteilung sollten in den von der Systemanalyse für die Modellierung der Anforderungen verwendeten Konzepten ausgebildet werden. Diese Ausbildung sollte sich auf das Lesen und Verstehen von Modellen beschränken. Oft ist es angebracht, ein oder zwei Mitarbeiter zu qualifizieren und sie als Software-Koordinatoren innerhalb der Fachabteilung heranzuziehen. 37
38 Zusammenfassung Eine Organisationsstruktur besteht aus einer Aufbauorganisation und einer Ablauforganisation (Prozess-Modell). Die Aufbauorganisation zeigt, wie die fünf Teile einer Organisation ausgeprägt sind: strategische spitze, Mittellinie, betrieblicher Kern, Technostruktur und Hilfsstab.Die grafische Darstellung dieser Struktur erfolgt durch ein Organigramm. Die Aufteilung der durchzuführenden Arbeiten und ihre Zuordnung zu Positionen hängt wesentlich von der Aufgabenspezialisierung ab. Komplexe, eng begrenzte Aufgaben, die eigenverantwortlich ausgeführt werden, machen eine professionelle Arbeit aus. Ist das Verhalten der Mitarbeiter durch Vorschriften und Regeln stark festgelegt, dann liegt eine bürokratische Struktur, sonst eine organische Struktur vor. Organisatorische Positionen können nach zwei Prinzipien zu Einheiten gruppiert werden: Gruppierung nach Funktionen und Gruppierung nach Märkten. Eine Matrixstruktur kombiniert beide Gruppierungsalternativen, wobei das Prinzip der Alleinverantwortung aufgegeben wird. 38
39 Zusammenfassung Man unterscheidet eine permanente und eine projektorientierte Matrixstruktur.Projektleiter koordinieren Einheiten in einer Matrixstruktur, Projektmanager leiten ein Projektteam in einer projektorientierten Matrixstruktur. Eine Projektstruktur und eine Profibürokratie sind stabile organisatorische Konfigurationen, die viele Charakteristika einer Software-Entwicklung berücksichtigen und daher in erster Annäherung geeignete Modelle für die Aufbauorganisation einer Software-Abteilung sind. In beiden Fällen sind jedoch Anpassungen an das technische System der Software-Entwicklung erforderlich. Wichtig für eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und Systemanalyse ist eine klare Aufgabenaufteilung und eine genaue Festlegung der jeweiligen Verantwortlichkeiten. 39
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