Numerische Mathematik
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- Stefanie Voss
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1 Numerische Mathematik Von Dr. sc. math. Hans Rudolf Schwarz o. Professor an der Universität Zürich Mit einem Beitrag von Dr. sc. math. Jörg Waldvogel Titularprofessor an der Eidg. Technischen Hochschule Zürich 3., überarbeitete und erweiterte Auflage Mit 99 Figuren, 138 Beispielen und 106 Aufgaben B. G. Teubner Stuttgart 1993
2 Prof. Dr. sc. math. Hans Rudolf Schwarz Geboren 1930 in Zürich. Von 1949 bis 1953 Studium der Mathematik und Diplom an der ETH Zürich. Von 1953 bis 1957 Mathematiker bei den Flug- und Fahrzeugwerken Altenrhein (Schweiz) Promotion, ab 1957 wiss. Mitarbeiter an der ETH Zürich Visiting Associate Professor an der Brown University in Providence, Rhode Island, USA Habilitation an der ETH Zürich, von 1964 bis 1972 Lehrbeauftragter an der ETH Zürich Assistenzprofessor, 1974 a. o. Professor, seit 1983 ord. Professor für angewandte Mathematik an der Universität Zürich. Prof. Dr. sc. math. ]örg Waldvogel Geboren 1938 in Zürich. Von 1957 bis 1963 Studium der Mathematik und Diplom an der ETH Zürich. Von 1962 bis 1967 Assistent und wiss. Mitarbeiter an der ETH Zürich; 1966 Promotion. Von 1967 bis 1970 Research Scientist bei Lockheed Missiles and Space Company, Huntsville, Alabama und part-time Assistant Professor an der University of Alabama at Huntsville bis 1972 Assistant Professor an der University oftexas at Austin. Ab 1972 Leitung der Numerikgruppe am Seminar für Angewandte Mathematik der ETH und Lehrbeauftragter der ETH Zürich auf dem Gebiet der numerischen und angewandten Mathematik Gastprofessor an der Universite de Paris VI Titularprofessor der ETH Visiting Professor an der University ofsouth Florida in Tampa. Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Schwarz, Hans Rudolf: Numerische Mathematik: mit 138 Beispielen und 106 Aufgaben / von Hans Rudolf Schwarz. Mit einem Beitr. von Jörg Waldvogel. - 3., überarb. und erw. Aufl. - Stuttgart : Teubner, 1993 ISBN ISBN (ebook) DOI / Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt besonders für Vervielfaltigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. B. G. Teubner, Stuttgart 1993 Satz: Elsner & Behrens GmbH, Oftersheim Umschlaggestaltung: M. Koch, Reutlingen
3 Vorwort Das Buch entstand auf den seinerzeitigen ausdrücklichen Wunsch meines verehrten Lehrers, Herrn Prof. Dr. E. Stiefel, der mich im Sinne eines Vermächtnisses beauftragte, sein während vielen Jahren wegweisendes Standardwerk [Sti76] von Grund auf neu zu schreiben und den modernen Erkenntnissen und Bedürfnissen anzupassen. Klarheit und Ausführlichkeit waren stets die Hauptanliegen von Herrn Professor Stiefel. Ich habe versucht, in diesem einführenden Lehrbuch dieser von ihm geprägten Philosophie zu folgen, und so werden die grundlegenden Methoden der numerischen Mathematik in einer ausführlichen Darstellung behandelt. Das Buch ist entstanden aus Vorlesungen, die der Unterzeichnete an der Universität Zürich gehalten hat. Der behandelte Stoffumfaßt im wesentlichen das Wissen, das der Verfasser seinen Studenten in einem viersemestrigen Vorlesungszyklus zu je vier Wochenstunden vermittelt. Sie sollen damit in die Lage versetzt werden, Aufgaben der angewandten Mathematik mit numerischen Methoden erfolgreich zu lösen oder zumindest die Grundlagen für das Studium von weiterführender, spezialisierter Literatur zu haben. Das Buch richtet sich an Mathematiker, Physiker, Ingenieure, Informatiker und Absolventen naturwissenschaftlicher Richtungen. Vorausgesetzt wird diejenige mathematische Vorbildung, die in den unteren Semestern eines Hochschulstudiums oder an Ingenieurschulen vermittelt wird. Die Darstellung des Stoffes ist stark algorithmisch ausgerichtet, um der Tatsache Rechnung zu tragen, daß elektronische Rechengeräte weit verbreitet und leicht zugänglich sind. Zur Begründung einer numerischen Methode werden zuerst die theoretischen Grundlagen vermittelt, soweit sie erforderlich sind, um anschließend das Verfahren so zu formulieren, daß seine Realisierung als Rechenprogramm einfach ist. Die algorithmische Beschreibung erfolgt in einer Form, die sich mit Leichtigkeit in irgendeine der gängigen Programmiersprachen übersetzten läßt. Dem Leser soll damit die Möglichkeit geboten werden, nach Vervollständigung der Algorithmen durch Ein- und Ausgabe-Anweisungen sowie durch Vereinbarungsteile die Arbeitsweise der Methoden auf dem ihm verfügbaren Rechner kennen zu lernen. Zusätzliche Übungsaufgaben findet man etwa in [CoA 72, Hai83]. Um die speziellen Kenntnisse auf dem Gebiet der numerischen Integralberechnung, die Herr Dr. J. Waldvogel an der ETH Zürich erarbeitet hat, in das Buch einfließen zu lassen, hat er die Abschnitte 8.1 und 8.2 sowie die zugehörigen Aufgaben verfaßt. Für diese wertvolle Mitarbeit danke ich ihm hiermit bestens. Meinen beiden Assistenten, den Herren Dipl.-Math. W. Businger und H. P. Märchy verdanke ich viele Anregungen und die kritische Durchsicht des Manuskripts, was dazu beigetragen hat, die Darstellung zu verbessern. Schließlich danke ich dem Verlag B. G. Teubner für die Herausgabe des Buches und für die stets freundliche und entgegenkommende Zusammenarbeit.
4 4 Vorwort Die Neuauflage des Buches ist zum Anlaß genommen worden, einmal die bekannt gewordenen Druckfehler zu korrigieren, an einigen Stellen die Darstellung sowohl textlich als auch sachlich zu verbessern, aber auch um einige unwichtigere Dinge und Hinweise wegzulassen. Neben diesen mehr untergeordneten Änderungen wurde die Methode von Householder in der Methode der kleinsten Quadrate neu dargestellt, und das Kapitel über die Behandlung von gewöhnlichen Differentialgleichungen ist teilweise überarbeitet und leicht erweitert worden. Schließlich hat das Buch eine wesentliche Erweiterung durch die Aufnahme eines ergänzenden Kapitels über die iterative Lösung von großen linearen Gleichungssystemen erfahren, wie sie bei der Diskretisierung von partiellen Differentialgleichungen auftreten, um auf diese Weise den Stoff abzurunden. An dieser Stelle sei allen Kollegen, Lesern und aufmerksamen Studierenden bestens gedankt für Hinweise auf Fehler und für kritische Anregungen. Zürich, im Sommer 1991 H. R. Schwarz
5 Inhalt 1 Lineare Gleichungssysteme, direkte Methoden 1.1 Gaußscher Algorithmus Der fundamentale Rechenprozeß Pivotstrategien Ergänzungen Genauigkeitsfragen, Fehlerabschätzungen Normen Fehlerabschätzungen, Kondition Systeme mit speziellen Eigenschaften Symmetrische, positiv definite Systeme Bandgleichungen Tridiagonale Gleichungssysteme Austausch-Schritt und Inversion von Matrizen Lineare Funktionen, Austausch Matrizeninversion Aufgaben Lineare Optimierung 2.1 Einführungsbeispiele, graphische Lösung Der Simplex-Algorithmus Ergänzungen zum Simplex-Algorithmus Degeneration Mehrdeutige Lösung Nichtbeschränkte Zielfunktion Allgemeine lineare Programme Behandlung von freien Variablen Methode der Koordinatenverschiebung Die Zweiphasenmethode Diskrete Tschebyscheff-Approximation Aufgaben Interpolation 3.1 Existenz und Eindeutigkeit der Polynominterpolation Lagrange-Interpolation Rechentechnik Anwendungen Fehlerabschätzung
6 6 Inhalt 3.4 Newton-Interpolation Interpolation nach Aitken-Neville Die Algorithmen von Aitken und Neville Extrapolation und Romberg-Schema Inverse Interpolation Rationale Interpolation Problemstellung und Problematik Spezielle Interpolationsaufgabe, Thielescher Kettenbruch Spline-Interpolation Charakterisierung der Spline-Funktion Berechnung der kubischen Spline-Interpolierenden Allgemeine kubische Spline-Interpolation Periodische kubische Spline-Interpolation Glatte zweidimensionale Kurvendarstellung Aufgaben Funktionsapproximation 4.1 Fourierreihen Effiziente Berechnung der Fourierkoeffizienten Der Algorithmus von Runge Die schnelle Fouriertransformation Orthogonale Polynome Die Tschebyscheff-Polynome Tschebyscheffsche Interpolation Die Legendre-Polynome Aufgaben Nichtlineare Gleichungen 5.1 Banachscher Fixpunktsatz Konvergenzverhalten und Konvergenzordnung Gleichungen in einer Unbekannten Intervallschachtelung, Regula falsi, Sekantenmethode Verfahren von Newton Interpolationsmethoden Gleichungen in mehreren Unbekannten Fixpunktiteration und Konvergenz Verfahren von Newton Nullstellen von Polynomen Aufgaben Eigenwertprobleme 6.1 Das charakteristische Polynom, Problematik Jacobi-Verfahren
7 Inhalt Elementare Rotationsmatrizen Das klassische Jacobi-Verfahren Zyklisches Jacobi-Verfahren Transformationsmethoden Transformation auf Hessenbergform Transformation auf tridiagonale Form Schnelle Givens-Transformation Methode von Hyman QR-Algorithmus Grundlagen zur QR-Transformation Praktische Durchführung, reelle Eigenwerte QR-Doppelschritt, komplexe Eigenwerte QR-Algorithmus für tridiagonale Matrizen Zur Berechnung der Eigenvektoren Aufgaben Ausgleichsprobleme, Methode der kleinsten Quadrate 7.1 Lineare Ausgleichsprobleme, Normalgleichungen Methoden der Orthogonaltransformation Givens-Transformation Spezielle Rechentechniken Householder-Transformation Singulärwertzerlegung Nichtlineare Ausgleichsprobleme Gauß-Newton-Methode Minimierungsverfahren Aufgaben Integralberechnung 8.1 Die Trapezmethode Problemstellung und Begriffe Definition der Trapezmethode und Verfeinerung Die Euler-Maclaurinsche Summenformel Das Romberg-Verfahren Adaptive Quadraturverfahren Transformationsmethoden Periodische Integranden Integrale über IR Transformationsmethoden Interpolatorische Quadraturformeln Newton-Cotes Quadraturformeln Gaußsche Quadraturformeln Aufgaben
8 8 Inhalt 9 Gewöhnliche Differentialgleichungen 9.1 Einschrittmethoden Die Methode von Euler und der Taylorreihe Diskretisationsfehler, Fehlerordnung Verbesserte Polygonzugmethode, Trapezmethode, Verfahren von Heun Runge-Kutta-Verfahren Implizite Runge-Kutta-Verfahren Differentialgleichungen höherer Ordnung und Systeme Mehrschrittverfahren Die Methoden von Adams-Bashforth Die Methoden von Adams-Moulton Allgemeine Mehrschrittverfahren Stabilität Inhärente Instabilität Absolute Stabilität Steife Differentialgleichungen Aufgaben Partielle Differentialgleichungen 10.1 Elliptische Randwertaufgaben, Differenzenmethode Problemstellung Diskretisation der Aufgabe Randnahe Gitterpunkte, allgemeine Randbedingungen Diskretisationsfehler Ergänzungen Parabolische Anfangsrandwertaufgaben Eindimensionale Probleme, explizite Methode Eindimensionale Probleme, implizite Methode Diffusionsgleichung mit variablen Koeffizienten Zweidimensionale Probleme Methode der finiten Elemente Grundlagen Prinzip der Methode der finiten Elemente Elementweise Bearbeitung Aufbau und Behandlung der linearen Gleichungen Beispiele Aufgaben Lineare Gleichungssysteme, iterative Verfahren 11.1 Gesamtschritt- und Einzelschrittverfahren Konstruktion der Iterationsverfahren Einige Konvergenzsätze
9 Inhalt Optimaler Relaxationsfaktor der Überrelaxation Methode der konjugierten Gradienten Herleitung des Algorithmus Eigenschaften der Methode der konjugierten Gradienten Konvergenzabschätzung Vorkonditionierung Methode der verallgemeinerten minimierten Residuen Grundlagen des Verfahrens Algorithmische Beschreibung und Eigenschaften Speicherung schwach besetzter Matrizen Aufgaben Literatur Sachverzeichnis
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