5 Numerische Iterationsverfahren
|
|
|
- Manfred Geiger
- vor 8 Jahren
- Abrufe
Transkript
1 In diesem Kapitel besprechen wir numerische Iterationsverfahren (insbesondere Fixpunktverfahren) als eine weitere Lösungsmethode zur Lösung von linearen Gleichungssystemen (Kapitel 4) sowie zur Lösung von nicht-linearen Gleichungen (siehe Kapitel 2). Das zentrale Hilfsmittel ist der Banachsche Fixpunktsatz, der als Voraussetzung eine Fixpunktformulierung der Aufgabenstellung verlangt. Alle Resultate dieses Kapitels werden direkt für den höherdimensionalen Fall hergeleitet. 5.1 Der Banachsche Fixpunktsatz In dem ganzen Kapitel betrachten wir Iterationen der Art x R n, x k+1 = g(x k ), k =, 1, 2,..., mit einer Abbildung g( ) : R n R n. Ein Punkt x R n heißt Fixpunkt, falls g(x) = x. Beispiel 5.1 (Newton-Verfahren als Fixpunktiteration). Zur Lösung eines nicht-linearen Gleichungssystems im R n sei oder in kurzer Schreibweise: f i (x 1,..., x n ) =, i = 1,..., n, f(x) = mit f = (f 1,..., f n ) T und (x 1,..., x n ) T. Dann lässt sich das vereinfachte Newton-Verfahren schreiben als x k+1 = x k + C 1 f(x k ), k =, 1, 2,... mit einer Matrix C R n n. Das Standard Verfahren von Newton verlangt die erste Ableitung, so dass C := f (x k ) R n n. Die Berechnung der höherdimensionalen Ableitung zeigen wir später. Im Folgenden sei eine beliebige Vektornorm aufr n und die entsprechende natürliche Matrizennorm. Die ausführliche Diskussion der entsprechenden Eigenschaften findet der aufmerksame Leser in Kapitel 4. Zunächst rekapitulieren wir die bereits aus der Analysis bekannte Lipschitz-Stetigkeit einer Funktion: 187
2 Definition 5.2 (Lipschitz-Stetigkeit, Kontraktion). Es sei G R n eine nichtleere abgeschlossene Menge. Eine Abbildung g : G R n wird Lipschitz-stetig genannt, falls g(x) g(y) q x y, x, y G, mit q >. Falls < q < 1, so nennt man g eine Kontraktion auf G. Zur Rekapitulation: Bemerkung 5.3. Differenzierbarkeit absolute Stetigkeit Lipschitz-Stetigkeit gleichmäßige Stetigkeit Stetigkeit. Zum Beispiel ist die Wurzelfunktion f(x) = x auf [, 1] zwar gleichmäßig stetig aber nicht Lipschitz-stetig. Der Banachsche Fixpunktsatz besagt nun, dass jede Selbstabbildung g : G G, welche eine Kontraktion ist, einen Fixpunkt besitzt: Satz 5.4 (Banach scher Fixpunktsatz). Es sei G R n eine nichtleere und abgeschlossene Punktmenge und g : G G eine Lipschitz-stetige Selbstabbildung, mit Lipschitz-Konstante q < 1 (also eine Kontraktion). Dann existiert genau ein Fixpunkt z G von g und die Iterationsfolge (x k ) k konvergiert für jeden Startpunkt x G, so dass x k z für k. Es gilt die a priori Abschätzung: x k z Es gilt die a posteriori Abschätzung: x k z qk 1 q x1 x. q 1 q xk x k 1. Beweis: (i) Existenz eines Grenzwertes. Da g eine Selbstabbildung in G ist, sind alle Iterierten x k = g(x k 1 ) =... = g k (x ) bei Wahl eines beliebigen Startpunkts x G definiert. Aufgrund der Kontraktionseigenschaft gilt: x k+1 x k = g(x k ) g(x k 1 ) q x k x k 1... q k x 1 x. 188
3 5.1 Der Banachsche Fixpunktsatz Wir zeigen, dass (x k ) k eine Cauchy-Folge ist. Für jedes l m erhalten wir: x l x m x l x l x m+1 x m (q l 1 + q l q m ) x 1 x = q m 1 ql m x 1 x 1 q q m 1 1 q x1 x (l m ). (5.1) D.h., (x l ) l N ist eine Cauchy-Folge. Da alle Folgenglieder in G liegen und G als abgeschlossene Teilmenge des R n vollständig ist, existiert der Grenzwert x l z G. (ii) Fixpunkteigenschaft. Als zweites weisen wir nach, dass z tatsächlich ein Fixpunkt von g ist. Aus der Stetigkeit von g folgt mit x k z auch g(x k ) g(z). Dann gilt für die Iteration x k+1 := g(x k ) bei Grenzübergang z x k+1 = g(x k ) g(z) (k ). (iii) Eindeutigkeit. Die Eindeutigkeit folgt aus der Kontraktionseigenschaft. Es seien z und ẑ zwei Fixpunkte von g. Dann ist z ẑ = g(z) g(ẑ) q z ẑ. Dies kann wegen q < 1 nur dann gültig sein, wenn z ẑ =, d.h. z = ẑ ist. Damit ist der Fixpunkt eindeutig. (iv) A priori Fehlerabschätzung. Es gilt mit (5.1) z x m l xl x m q m 1 1 q x1 x. (v) A posteriori Fehlerabschätzung. Es gilt wieder mit (5.1): x m 1 z q 1 q xm x m 1. Zur Anwendung des Banachschen Fixpunktsatzes auf eine Abbildung g : G R n R n müssen die beiden Voraussetzungen Selbstabbildung sowie Kontraktionseigenschaft nachgewiesen werden. Angenommen, g sei eine Kontraktion. Dann müssen wir die Existenz einer abgeschlossenen und nichtleeren Teilmenge von G nachweisen, welche von der Abbildung g auf sich selbst abgebildet wird. Angenommen, auf der Kugel K ρ (c) := {x R n x c ρ}, ρ >, c R n, sei g eine Kontraktion mit Lipschitz-Konstante q < 1. Dann gilt für x K ρ (c): g(x) c g(x) g(c) + g(c) c, 189
4 wobei g(x) g(c) qρ. Falls zusätzlich gilt: dann ist und g bildet in sich selbst ab. g(c) c (1 q)ρ, g(x) c qρ + (1 q)ρ = ρ Als nächstes rekapitulieren wir den Schrankensatz, der die erste Ableitung (partielle Ableitung) mit der Lipschitz-Stetigkeit verknüpft: Satz 5.5 (Schrankensatz). Die Abbildung g : G R n sei stetig differenzierbar auf der konvexen Menge G. Dann gilt g(x) g(y) sup g (ξ) x y, x, y G, ξ G mit der partiellen Ableitung (Jacobi-Matrix, weiter unten ausführlicher) g (x) = ( ) gi x j i,j=1,...,n R n n. Falls sup ξ G g (ξ) < 1, dann ist g eine Kontraktion auf G. Insbesondere gilt in 1D auf dem Intervall G := [a, b]: q := max ξ [a,b] g (ξ). Beweis: Der 1D-Fall ist ein Spezialfall des höher-dimensionalen Falles. Aufgrund seiner Einfachheit beweisen wir in separat. (i) Der eindimensionale Fall. Es seien x, y [a, b]. Nach dem reellen Mittelwertsatz gibt es ein ξ [a, b], so dass g(x) g(y) = g (ξ)(x y) = g (ξ) x y q x y. (ii) Der n-dimensionale Fall. Es seien x, y G. Wir setzen aus Normierungsgründen für i = 1,..., n: φ i (s) := g i (x + s(y x)), s 1. Dann gilt Für die Ableitung gilt g i (x) g i (y) = φ i (1) φ i () = φ (s) ds. φ i(s) = n j=1 g i x j (x + s(y x))(y x) j. 19
5 5.1 Der Banachsche Fixpunktsatz Hiermit und den Stetigkeitseigenschaften der Vektornorm (eine Norm ist immer eine stetige Abbildung!) folgt g(y) g(x) = g (x + s(y x)) (y x) ds g (x + s(y x)) ds y x sup g (ξ) y x. ξ G Zusammenfassen der Ergebnisse liefert das wichtige: Korollar 5.6. Zu jedem Fixpunkt z G der Abbildung g mit g (z) < 1 gibt es eine Umgebung K ρ = {x R n x z ρ} G, so das g eine Kontraktion von K ρ (z) in sich selbst ist. Beispiel 5.7 (Konvergenz zur Lösung nicht-linearer Gleichungen). Zu f : R n R n suchen wir eine Nullstelle x R n mit f(x) =. Mit einer Matrix C R n n definieren wir die Iteration: x R n, x k+1 = x k + C 1 f(x k ), k =, 1, 2,... Dieses Verfahren konvergiert, falls f auf einer Kugel K ρ (c) R n stetig differenzierbar ist und sup ζ K ρ(c) I + C 1 f (ζ) =: q < 1, C 1 f(c) (1 q)ρ. Beispiel 5.8 (Lösung linearer Gleichungssysteme). Es seien A R n n und b R n gegeben. Das lineare Gleichungssystem ist äquivalent zur Nullstellenaufgabe f(x) := b Ax =. Die iterative Lösung (im Gegensatz zur direkten Lösung) kann mit einer regulären Matrix C R n n als Fixpunktaufgabe hergeleitet werden: x = g(x) := x + C 1 f(x) = x + C 1 (b Ax) = (I C 1 A)x + C 1 b. Die Matrix B := I C 1 A nennen wir die Iterationsmatrix der zugehörigen Fixpunktiteration (auch sukzessive Approximation genannt): Die Abbildung g ist wegen x k+1 = Bx k + C 1 b, k = 1, 2,.... g(x) g(y) = B(x y) B x y für B < 1 mit B := I C 1 A eine Kontraktion auf ganz R n. Dann konvergiert die Iterationsfolge gegen einen Fixpunkt von g und somit zur Lösung von Ax = b. 191
6 Bemerkung 5.9. Später werden wir mit Hilfe des Banachschen Fixpunktsatzes verschiedene Verfahren zur iterativen Lösung von linearen Gleichungssystemen herleiten. Bemerkung 5.1. Die Konvergenzanalyse der Fixpunktverfahren kann mit Hilfe der bereits diskutieren Techniken in Kapitel 2.6 durchgeführt werden. 5.2 Fixpunkt-Iterationen zum Lösen von nichtlinearen Gleichungen Wir rekapitulieren aus Kapitel 2, dass das klassische Newton-Verfahren in einer Dimension als Fixpunktiteration aufgefasst werden kann. Die Newton-Iteration gehört zur Klasse der Fixpunktiterationen mit der Iterationsfunktion Jeder Fixpunkt z = F(z) ist offenbar eine Nullstelle f(z) =. F(x) := x f(x) f (x). (5.2) Newton-Verfahren im R n Aufgrund seiner herausragenden Bedeutung widmen wir dem Newton-Verfahren für höhere Dimensionen einen eigenen Abschnitt. Die prinzipiellen Aussagen (Existenz, quadratische Konvergenz, gedämpftes Newton-Verfahren, vereinfachtes Newton-Verfahren) sind mit dem 1D-Fall vergleichbar. Es sei f : D R n R n. Zur Lösung von f(x) = (f 1 (x),..., f n (x)) = lautet die Newton-Iteration formal: x R n, x k+1 = x k f (x k ) 1 f(x k ), k =, 1, 2,... (5.3) Die Ableitung f (x) : R n R n n ist die Jacobi-Matrix von f: f (x) ij = f i x j, i, j = 1,..., n. Die Tatsache, dass die Ableitung von f im mehrdimensionalen Fall eine Matrix ist, stellt den wesentlichen Unterschied zum eindimensionalen Newton-Verfahren dar. Anstelle einer Ableitung sind nun n 2 Ableitungen zu berechnen. Und anstelle einer Division durch f (x k ) ist in jedem Schritt der Newton-Iteration ein lineares Gleichungssystem mit Koeffizientenmatrix f (x k ) R n n zu lösen. Wir multiplizieren in (5.3) mit f (x k ) und erhalten x R n, f (x k )x k+1 = f (x k )x k f(x k ), k =, 1, 2,... Das Newton-Verfahren wird als Defektkorrektur-Verfahren durchgeführt. So kann in jedem Schritt der Aufwand einer Matrix-Vektor Multiplikation gespart werden: 192
7 5.2 Fixpunkt-Iterationen zum Lösen von nichtlinearen Gleichungen Definition 5.11 (Newton-Verfahren als Defektkorrektur). Wähle Startwert x R n und iteriere: f (x k )δx = d k, d k := f(x k ), x k+1 = x k + δx, k =, 1, 2,.... Im Folgenden diskutieren wir kurz das Aufstellen der Jacobi-Matrix. Die Funktion f besitzt n Komponentenfunktionen f i und n unterschiedliche Variablen x 1,..., x n. Jede Änderung in einer Komponentenfunktion f i bezüglich der Variablen x j wird durch die partielle Ableitung (Analysis 2) beschrieben: f i x j. Letztendlich erhalten wir somit eine n n Matrix: f 1 f 1 f x 1 x 2... n x 1 f 2 f 2 f f x (x) = 1 x x n f n f n f x 1 x 2... n x n Newton-Kantorovich Die zentrale Konvergenzaussage des Newton-Verfahrens wird im Satz von Newton-Kantorovich zusammengefasst. Hierzu sei f : G R n R n eine differenzierbare Abbildung. Mit bezeichnen wir stets die euklidische Vektornorm und induzierte Matrixnorm, also die Spektralnorm. Wir suchen eine Nullstelle z R n so dass f(z) =. 193
8 Satz 5.12 (Newton-Kantorovich). Es sei D R n eine offene und konvexe Menge. Weiterhin sei f : D R n R n stetig-differenzierbar. (i) Die Jacobi-Matrix f sei gleichmäßig Lipschitz-stetig für alle x, y D: f (x) f (y) γ x y, x, y D. (5.4) (ii) Weiter habe die Jacobi-Matrix auf D eine gleichmäßig beschränkte Inverse (iii) Es gelte für den Startpunkt x D: (iv) Für r := 2α ist die abgeschlossene Kugel f (x) 1 β, x D. (5.5) q := αβγ < 1 2, α := f (x ) 1 f(x ). (5.6) B r (x ) := {x R n : x x r} in der Menge D enthalten. Dann besitzt die Funktion f eine Nullstelle z B r (x ) und die Newton-Iteration f (x k )δx = d k, d k := f(x k ), x k+1 = x k + δx, k =, 1, 2,.... konvergiert quadratisch gegen diese Nullstelle z. Darüber hinaus gilt die a priori Fehlerabschätzung x k z 2αq 2k 1, k =, 1,.... Beweis: Der Beweis zum Satz ist weitaus aufwändiger als im eindimensionalen Fall, daher geben wir zunächst eine Skizze an: (i) Herleitung von Hilfsabschätzungen. (ii) Alle Iterierten liegen in der Kugel B r (x ) und es gilt die a priori Fehlerabschätzung für x k x (Beweis über vollständige Induktion). (iii) Zeige (x k ) k N ist Cauchy-Folge und hat damit in R n einen eindeutigen Grenzwert z. (iv) Existenz einer Nullstelle: Zeige, dass z eine Nullstelle der Funktion f ist. (v) Eindeutigkeit: Zeige, dass die Nullstelle z eindeutig ist. Nun zum ausführlichen Beweis: (i) Herleitung von Hilfsabschätzungen: Es seien x, y, z D. Da D konvex ist, gilt für alle x, y D: f j (x) f j (y) = d ds f j(sx + (1 s)y) ds, j = 1,..., n. 194
9 5.2 Fixpunkt-Iterationen zum Lösen von nichtlinearen Gleichungen Mit der Kettenregel erhalten wir und damit d ds f j(sx + (1 s)y) = f j (x) f j (y) = n k=1 In kompakter Schreibweise bedeutet dies: f(x) f(y) = n k=1 f j x k ( sx + (1 s) ) (xk y k ) f j x k ( sx + (1 s)y ) (xk y k ) ds. f (sx + (1 s)y)(x y) ds. Unter Hinzunahme von f (z)(y x) folgern wir nun, dass f(x) f(y) f (z)(y x) = ( f (sx + (1 s)y) f (z) ) (x y) ds. Mit Hilfe der Lipschitz-Stetigkeit von f, Bedingung (5.4), folgern wir f(y) f(x) f (z)(y x) γ y x s(x z) + (1 s)(y z) ds Für die Wahl z = x schließen wir damit auf γ 2 y x ( x z + y z ). f(y) f(x) f (x)(y x) γ 2 y x 2, x, y D. (5.7) Und für die die Wahl z = x erhalten wir: f(y) f(x) f (x )(y x) rγ y x, x, y B r (x ). (5.8) (ii) Wir zeigen: alle Iterierten liegen in B r (x ) und es gilt die a priori Fehlerabschätzung für x k x. Wir führen den Beweis über vollständige Induktion und zeigen: x k x r, x k x k 1 αq 2k 1, k = 1, 2,.... (5.9) Wir starten mit k = 1. Es gilt mit Hilfe der Bedingungen (5.5) und (5.6): Die Aussage ist also wahr. x 1 x = f (x ) 1 f(x ) = α = r 2 < r. Induktionsschritt k k + 1. Nach Induktionsvoraussetzung seien die beiden Gleichungen (5.9) wahr für k 1. Das ist aufgrund der Bedingung (5.5) und x k B r (x ) D, die Iterierte x k+1 wohl-definiert. Dann gilt unter Ausnutzung von Bedingung (5.5), der 195
10 Newton-Iteration für x k und Abschätzung (5.7), der Induktionsvoraussetzung (5.9) und der Definition von q folgende Abschätzungskette: Weiter erhalten wir x k+1 x k = f (x k ) 1 f(x k ) β f(x k ) = β f(x k ) f(x k 1 ) f (x k 1 )(x k x k 1 ) βγ 2 xk x k 1 2 βγ [αq ] 2 2k = α 1 2 q2k < αq 2k 1. x k+1 x x k+1 x k x 1 x α ( 1 + q + q 3 + q q 2k 1 ) α 1 q 2α = r. Damit ist der Induktionsschritt von k k + 1 gezeigt, d.h., die beiden Ungleichungen (5.9) sind gültig für k + 1. (iii) Existenz eines Grenzwertes x k z durch Nachweis der Cauchy-Eigenschaft: Es sei m >. Unter Ausnutzung von q < 1 2 (Voraussetzung!) gilt x k x k+m x k x k x k+m 1 x k+m α ( q 2k 1 + q 2k q 2m+k 1 1 ) = αq 2k 1 ( 1 + q 2k (q 2k ) 2m 1 1 ) 2αq 2k 1 (5.1) Damit ist gezeigt, dass (x k ) D eine Cauchy-Folge ist, da q < 1 2. Da D endlichdimensional (hier ist jeder Raum ein Banachraum - also vollständig!), existiert der Limes z = lim k xk Im Grenzübergang k erhalten wir dann in der ersten Ungleichung in (5.9): z x r, so dass z B r (x ). Im Grenzübergang m in (5.1), verifizieren wir die Fehlerabschätzung des Satzes: x k z 2αq 2k 1, k =, 1,
11 5.2 Fixpunkt-Iterationen zum Lösen von nichtlinearen Gleichungen (iv) Zeige, dass z B r (x ) eine Nullstelle von f ist: Die Newton-Iterationsvorschrift sowie Bedingung (5.4) liefern Daher gilt f(x k ) = f (x k )(x k x k 1 ) f (x k ) f (x ) + f (x ) x k+1 x k ( γ x k x + f (x ) ) x k+1 x k, k. f(x k ), k. Die Stetigkeit von f impliziert dann f(z) =. (v) Eindeutigkeit der Nullstelle z B r (x ): Die Eindeutigkeit wird mit Hilfe der Kontraktionseigenschaft und der Formulierung der Newton-Iteration als Fixpunktiteration gezeigt. Die gefundene Nullstelle x k z von f(x) ist auch Fixpunkt der vereinfachten Iteration: ḡ(x) := x f (x ) 1 f(x). Diese Iteration ist eine Kontraktion, denn aus ḡ(x) ḡ(y) = x y f (x ) 1 f(x)+f (x ) 1 f(y) = f (x ) 1 (f(y) f(x) f (x )(y x)), folgt mit den Bedingungen (5.5) und (5.6) sowie (5.8) die Abschätzung: ḡ(x) ḡ(y) ββγr y x 2q y x, x, y B r (x ). Da q < 1 2 ist ḡ eine Kontraktion. Eine Kontraktionsabbildung kann höchstens einen Fixpunkt haben. Da dieser Fixpunkt die Nullstelle von f ist, haben wir die Nullstelle z B r (x ) eindeutig bestimmt. Damit ist alles gezeigt. Bemerkung Der Satz von Newton-Kantorovich unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von Satz 2.1 über das eindimensionale Newton-Verfahren. Der wesentliche Unterschied ist die Regularität von f, welches beim Newton-Kantorovich nur über eine Lipschitz-stetige Jacobi-Matrix anstelle von zweimal stetiger Differenzierbarkeit verfügen muss. Ferner muss die Existenz einer Nullstelle nicht vorausgesetzt werden, sie folgt beim Newton-Kantorovich als Ergebnis des Satzes. Daher nun eine der Hauptanwendungen des vorherigen Satzes 5.12: das folgende lokale Konvergenzresultat: Korollar Es sei D R n offen und f : D R n R n zweimal stetig-differenzierbar. Wir nehmen an, dass z D eine Nullstelle mit regulärer Jacobi-Matrix f (z) ist. Dann ist das Newton-Verfahren lokal konvergent, d.h. es existiert eine Umgebung B um z, so dass das Newton-Verfahren für alle Startwerte x B konvergiert. 197
12 Beweis: Den Beweis stellen wir als Übungsaufgabe. Korollar Korollar 5.14 stellt den Zusammenhang zu dem ein-dimensionalen Resultat her: Dazu sei z G eine Nullstelle von f und die Maximumsnorm. Damit können die Konstanten m = 1 β, M = γ bestimmt werden. Dann kann gilt zusätzlich zur a priori Fehlerabschätzung, die a posteriori Schranke: x k z 1 m f(xk ) M 2m xk x k 1 2, k = 1, 2,.... Beispiel Newton im R n Wir suchen die Nullstelle der Funktion ( ) 1 x f(x 1, x 2 ) = 2 y 2, (x 2y)/(1/2 + y) mit der Jacobi-Matrix f (x) = Die Nullstellen von f ist gegeben durch: ( 2x 2y 2 1+2y 4+4x (1+2y) 2 ) x ±( , ). Wir starten die Iteration mit x = (1, 1) T und erhalten die Iterierten: x 1 ( ) ( ) , x , x Nach nur vier Iterationen sind die ersten sechs Stellen exakt.. ( ) , x ( )
Ziel: Iterative Lösung der (nichtlinearen) Gleichung f(x) = 0.
6.4 Fixpunkt-Iteration Ziel: Iterative Lösung der (nichtlinearen) Gleichung f(x) = 0. Möglichkeiten: Bisektionsverfahren (Intervallhalbierung) Newton-Verfahren, x k+1 = x k f(x k) f (x k ) für k = 0, 1,
Kapitel 5. Lösung nichtlinearer Gleichungen
Kapitel 5. Lösung nichtlinearer Gleichungen 5.1 Nullstellen reeller Funktionen, Newton-Verfahren 5.2 Das Konvergenzverhalten iterativer Verfahren 5.3 Methode der sukzessiven Approximation 5.4 Das Newton-Verfahren
KAPITEL 5. Nichtlineare Gleichungssysteme
KAPITEL 5. Nichtlineare Gleichungssysteme Beispiel 5.1. Gravitationskraft zwischen zwei Punktmassen m 1 und m 2 mit gegenseitigem Abstand r: F = G m 1m 2 r 2, wobei G = 6.67 10 11 Nm 2 /kg. Gravitationsfeld
Newton-Verfahren für ein Skalarfunktion
Newton-Verfahren für ein Skalarfunktion Für eine Näherungsberechnung von Nullstellen einer reellen Funktion f(x) : R R benutzt man das Newton-Verfahren: x (n+1) = x (n) f(x (n) )/f (x (n) ). Das Newton-Verfahren
Banach scher Fixpunktsatz. 1) D ist abgeschlossen und konvex; 2) f ist selbstabbildend, d.h. f(d) D;
Institut für Geometrie und Praktische Mathematik Höhere Mathematik IV (für Elektrotechniker und Technische Informatiker) - Numerik - SS 2007 Dr. S. Börm, Dr. M. Larin Banach scher Fixpunktsatz Gegeben
Kapitel 4: Nichtlineare Nullstellenprobleme
Vorlesung Höhere Mathematik: Numerik (für Ingenieure) Kapitel 4: Nichtlineare Nullstellenprobleme Jun.-Prof. Dr. Stephan Trenn AG Technomathematik, TU Kaiserslautern Sommersemester 2015 HM: Numerik (SS
Nichtlineare Gleichungssysteme
Kapitel 5 Nichtlineare Gleichungssysteme 51 Einführung Wir betrachten in diesem Kapitel Verfahren zur Lösung von nichtlinearen Gleichungssystemen Nichtlineares Gleichungssystem: Gesucht ist eine Lösung
6. Iterationsverfahren. Fixpunktiteration. 6.Iterationsverfahren: Fixpunktiteration Numerisches Programmieren, Jürgen Bräckle page 1 of 16
6. Iterationsverfahren Fixpunktiteration Numerisches Programmieren, Jürgen Bräckle page 1 of 16 Beispiel: Ausbreitung eines Grippevirus in einem Kindergarten Zeitpunkt t 0 t 1 t 2 t 3 t 4 t 5 Anteil kranker
Nichtlineare Gleichungssysteme
Nichtlineare Gleichungssysteme Jetzt: Numerische Behandlung nichtlinearer GS f 1 (x 1,..., x n ) =0. f n (x 1,..., x n ) =0 oder kurz f(x) = 0 mit f : R n R n Bemerkung: Neben dem direkten Entstehen bei
18.4 Das Newton-Verfahren
18.4 Das Newton-Verfahren Ziel: Wir suchen die Nullstellen einer Funktion f : D R n, D R n : f(x) = 0 Wir kennen bereits die Fixpunktiteration x k+1 := Φ(x k ) mit Startwert x 0 und Iterationsvorschrift
Zusammenfassung Analysis 2
Zusammenfassung Analysis 2 1.2 Metrische Räume Die Grundlage metrischer Räume bildet der Begriff des Abstandes (Metrik). Definition 1.1 Ein metrischer Raum ist ein Paar (X, d), bestehend aus einer Menge
Kapitel 16 : Differentialrechnung
Kapitel 16 : Differentialrechnung 16.1 Die Ableitung einer Funktion 16.2 Ableitungsregeln 16.3 Mittelwertsätze und Extrema 16.4 Approximation durch Taylor-Polynome 16.5 Zur iterativen Lösung von Gleichungen
Wiederholung von Linearer Algebra und Differentialrechnung im R n
Wiederholung von Linearer Algebra und Differentialrechnung im R n 1 Lineare Algebra 11 Matrizen Notation: Vektor x R n : x = x 1 x n = (x i ) n i=1, mit den Komponenten x i, i {1,, n} zugehörige Indexmenge:
Lösungen der Übungsaufgaben von Kapitel 3
Analysis I Ein Lernbuch für den sanften Wechsel von der Schule zur Uni 1 Lösungen der Übungsaufgaben von Kapitel 3 zu 3.1 3.1.1 Bestimmen Sie den Abschluss, den offenen Kern und den Rand folgender Teilmengen
Inexakte Newton Verfahren
Kapitel 3 Inexakte Newton Verfahren 3.1 Idee inexakter Newton Verfahren Wir betrachten weiterhin das nichtlineare Gleichungssystem F (x) = mit einer zumindest stetig differenzierbaren Funktion F : R n
Vollständigkeit. Andreas Schmitt. Ausarbeitung zum Proseminar zur Topologie im WS 2012/13
Vollständigkeit Andreas Schmitt Ausarbeitung zum Proseminar zur Topologie im WS 2012/13 1 Einleitung Bei der Konvergenz von Folgen im Raum der reellen Zahlen R trifft man schnell auf den Begriff der Cauchy-Folge.
9.2. DER SATZ ÜBER IMPLIZITE FUNKTIONEN 83
9.. DER SATZ ÜBER IMPLIZITE FUNKTIONEN 83 Die Grundfrage bei der Anwendung des Satzes über implizite Funktionen betrifft immer die folgende Situation: Wir haben eine Funktion f : V W und eine Stelle x
Näherungsverfahren zur Bestimmung der Nullstelle α sind iterativ, d.h. sie liefern eine Folge {x (k) } k=0 mit α = lim x (k). (3.0.
3 Nullstellenbestimmung von Funktionen Sei x f(x) eine reellwertige Funktion, definiert auf einem Intervall I = [a, b] R. suchen Nullstellen der Funktion f, d.h. Wir finde α R so, das f(α) = 0. (3.0.1)
Übungsblatt 2 - Analysis 2, Prof. G. Hemion
Tutor: Martin Friesen, [email protected] Übungsblatt 2 - Analysis 2, Prof. G. Hemion Um die hier gestellten Aufgaben zu lösen brauchen wir ein wenig Kentnisse über das Infimum bzw. Supremum einer Menge.
6 Iterationsverfahren für lineare und nichtlineare Gleichungssysteme
6 Iterationsverfahren für lineare und nichtlineare Gleichungssysteme 6.1 Nullstellen reeller Funktionen Bemerkung 6.1 (Problemstellung) geg.: f C[a, b] ges.: x [a, b] mit f(x ) = 0 Lösungstheorie f linear
20.4 Gleichmäßige Konvergenz von Folgen und Reihen von Funktionen
20 Gleichmäßige Konvergenz für Folgen und Reihen von Funktionen 20.1 Folgen und Reihen von Funktionen 20.3 Die Supremumsnorm 20.4 Gleichmäßige Konvergenz von Folgen und Reihen von Funktionen 20.7 Das Cauchy-Kriterium
2. Lineare Gleichungssysteme: direkte und iterative Lösungsverfahren
2. Lineare Gleichungssysteme: direkte und iterative Lösungsverfahren Problem (P2): Löse Ax = b, A R n und b R. 2.1 Satz: Die folgenden Aussagen sind äquivalent: (i) Ax = b ist für jedes b eindeutig lösbar;
ist ein n-dimensionaler, reeller Vektorraum (vgl. Lineare Algebra). Wir definieren auf diesem VR ein Skalarprodukt durch i y i i=1
24 14 Metrische Räume 14.1 R n als euklidischer Vektorraum Die Menge R n = {(x 1,..., x n ) x i R} versehen mit der Addition und der skalaren Multiplikation x + y = (x 1 + y 1,..., x n + y n ) λx = (λx
Nichtlineare Gleichungen
Nichtlineare Gleichungen Ein wichtiges Problem in der Praxis ist die Bestimmung einer Lösung ξ der Gleichung f(x) =, () d.h. das Aufsuchen einer Nullstelle ξ einer (nicht notwendig linearen) Funktion f.
9 Metrische und normierte Räume
9 Metrische und normierte Räume Idee: Wir wollen Abstände zwischen Punkten messen. Der Abstand soll eine reelle Zahl 0 sein (ohne Dimensionsangabe wie Meter...). 9.1 Definition Sei X eine Menge. Eine Metrik
Kapitel 3. Konvergenz von Folgen und Reihen
Kapitel 3. Konvergenz von Folgen und Reihen 3.1. Normierte Vektorräume Definition: Sei V ein Vektorraum (oder linearer Raum) über (dem Körper) R. Eine Abbildung : V [0, ) heißt Norm auf V, falls die folgenden
2. Geben Sie für das Jacobi-Verfahren eine scharfe a-priori Abschätzung für den Fehler. x (10) x p
Wiederholungsaufgaben Algorithmische Mathematik Sommersemester Prof. Dr. Beuchler Markus Burkow Übungsaufgaben Aufgabe. (Jacobi-Verfahren) Gegeben sei das lineare Gleichungssystem Ax b = für A =, b = 3.
Nichtlineare Gleichungssysteme
Kapitel 2 Nichtlineare Gleichungssysteme Problem: Für vorgegebene Abbildung f : D R n R n finde R n mit oder ausführlicher f() = 0 (21) f 1 ( 1,, n ) = 0, f n ( 1,, n ) = 0 Einerseits führt die mathematische
Brückenkurs Rechentechniken
Brückenkurs Rechentechniken Dr. Jörg Horst Technische Universität Dortmund Fakultät für Mathematik SS 2014 1 Vollständige Induktion Vollständige Induktion 2 Funktionenfolgen Punktweise Konvergenz Gleichmäßige
Umkehrfunktion. g (y) = f (x) 1, x = g(y), Umkehrfunktion 1-1
Umkehrfunktion Ist für eine stetig differenzierbare n-variate Funktion f : D R n die Jacobi-Matrix f (x ) für einen Punkt x im Innern des Definitionsbereiches D R n nicht singulär, so ist f lokal invertierbar,
Begleitmaterial zur Vorlesung Numerik I
Begleitmaterial zur Vorlesung Numerik I Andreas Meister Universität Kassel, AG Analysis und Angewandte Mathematik Andreas Meister (Universität Kassel) Begleitmaterial Numerik I 1 / 49 Inhalte der Numerik
Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen
Seminar Gewöhnliche Differentialgleichungen Dynamische Systeme I 1 Einleitung 1.1 Nichtlineare Systeme In den vorigen Vorträgen haben wir uns mit linearen Differentialgleichungen beschäftigt. Nun werden
Analysis II. 8. Klausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis II 8. Klausur mit en 1 2 Aufgabe 1. Definiere die folgenden kursiv gedruckten) Begriffe. 1) Eine Metrik auf einer Menge M. 2) Die Kurvenlänge
8 Iterationsverfahren zur Lösung von Gleichungssystemen
Numerische Mathematik 378 8 Iterationsverfahren zur Lösung von Gleichungssystemen Nichtlineare Gleichungssysteme (sogar eine nichtlineare Gleichung in einer Unbekannten) müssen fast immer iterativ gelöst
Iterative Verfahren, Splittingmethoden
Iterative Verfahren, Splittingmethoden Theodor Müller 19. April 2005 Sei ein lineares Gleichungssystem der Form Ax = b b C n, A C n n ( ) gegeben. Es sind direkte Verfahren bekannt, die ein solches Gleichungssystem
(d) das zu Grunde liegende Problem gut konditioniert ist.
Aufgabe 0: (6 Punkte) Bitte kreuzen Sie die richtige Lösung an. Es ist jeweils genau eine Antwort korrekt. Für jede richtige Antwort erhalten Sie einen Punkt, für jede falsche Antwort wird Ihnen ein Punkt
Gleichungssysteme. 3. Vorlesung Numerische Methoden I. Clemens Brand und Erika Hausenblas. 10. März Montanuniversität Leoben
Gleichungssysteme 3. Vorlesung 170 004 Numerische Methoden I Clemens Brand und Erika Hausenblas Montanuniversität Leoben 10. März 2016 Gleichungssysteme 1 Wiederholung: Vektoren, vektorwertige Funktionen
Nichtlineare Gleichungen, mehrere Unbekannte
Dritte Vorlesung, 6. März 2008, Inhalt Aufarbeiten von Themen der letzten Vorlesung, und Nichtlineare Gleichungen, mehrere Unbekannte Systeme nichtlinearer Gleichungen Vektor- und Matrixnormen Fixpunkt-Iteration,
Rechenoperationen mit Folgen. Rekursion und Iteration.
Rechenoperationen mit Folgen. Die Menge aller Folgen in V bildet einen Vektorraum, V N, für den die Addition und skalare Multiplikation wie folgt definiert sind. (a n ) n N + (b n ) n N := (a n + b n )
KAPITEL 1. Einleitung
KAPITEL 1 Einleitung Wir beschäftigen uns in dieser Vorlesung mit Verfahren aus der Numerischen linearen Algebra und insbesondere dem sogenannten Mehrgitterverfahren zur Lösung linearer Gleichungssysteme
Höhere Mathematik für Physiker II
Universität Heidelberg Sommersemester 2013 Wiederholungsblatt Übungen zur Vorlesung Höhere Mathematik für Physiker II Prof Dr Anna Marciniak-Czochra Dipl Math Alexandra Köthe Fragen Machen Sie sich bei
Fixpunkt-Iterationen
Fixpunkt-Iterationen 2. Vorlesung 170 004 Numerische Methoden I Clemens Brand und Erika Hausenblas Montanuniversität Leoben 27. Februar 2014 Gliederung Wiederholung: Gleichungstypen, Lösungsverfahren Grundprinzip
Musterlösung. Aufgabe 1 a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [0, 1] R, die folgendermaßen definiert ist:
Musterlösung Aufgabe a) Die Aussage ist falsch. Ein Gegenbeispiel ist die Funktion f : [, ] R, die folgendermaßen definiert ist: f(x) := { für x R \ Q für x Q f ist offensichtlich beschränkt. Wir zeigen,
Wir untersuchen in diesem Abschnitt das (lokale) Newton Verfahren zur Lösung eines nichtlinearen Gleichungssystems
Kapitel 2 Newton Verfahren 2.1 Das lokale Newton Verfahren Wir untersuchen in diesem Abschnitt das (lokale) Newton Verfahren zur Lösung eines nichtlinearen Gleichungssystems F (x) = 0 (2.1) mit einer zumindest
Der n-dimensionale Raum
Der n-dimensionale Raum Mittels R kann nur eine Größe beschrieben werden. Um den Ort eines Teilchens im Raum festzulegen, werden schon drei Größen benötigt. Interessiert man sich für den Bewegungszustand
5 Stetigkeit und Differenzierbarkeit
5 Stetigkeit und Differenzierbarkeit 5.1 Stetigkeit und Grenzwerte von Funktionen f(x 0 ) x 0 Graph einer stetigen Funktion. Analysis I TUHH, Winter 2006/2007 Armin Iske 127 Häufungspunkt und Abschluss.
Implizite Funktionen, der Umkehrsatz und Extrema unter Nebenbedingungen
Kapitel XII Implizite Funktionen, der Umkehrsatz und Extrema unter Nebenbedingungen 53 Implizite Funktionen und allgemeine partielle Differenzierbarkeit 54 Der Umkehrsatz 55 Lokale Extrema unter Nebenbedingungen,
Numerische Mathematik für Ingenieure (SoSe 2013)
Numerische Mathematik für Ingenieure (SoSe 2013) PD Dr(USA) Maria Charina Auszüge aus Vorlesungsfolien von Prof Joachim Stöckler werden verwendet Für die Bereitstellung dieses Materials und der Tex-Files
Vektor und Matrixnormen Vorlesung vom
Vektor und Matrixnormen Vorlesung vom 18.12.15 Grundlagen: Matrix Vektor und Matrixprodukt. Lineare Räume. Beispiele. Problem: Berechne die Lösung x von Ax = b zu gegebenem A R n,n und b R n. Ziele: Konditionsanalyse
5.3 Iterative Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme
5.3 Iterative Lösungsverfahren für lineare Gleichungssysteme Als zweite Hauptanwendung des Banachschen Fixpunktsatzes besprechen wir in diesem Kapitel die iterative Lösung linearer Gleichungssysteme. Die
Merkblatt zur Funktionalanalysis
Merkblatt zur Funktionalanalysis Literatur: Hackbusch, W.: Theorie und Numerik elliptischer Differentialgleichungen. Teubner, 986. Knabner, P., Angermann, L.: Numerik partieller Differentialgleichungen.
VF-3: Es seien A R n n beliebig aber regulär, b R n und gesucht sei die Lösung x R n von A x = b.
NumaMB F14 Verständnisfragen-Teil (24 Punkte) Es gibt zu jeder der 12 Aufgaben vier Teilaufgaben. Diese sind mit wahr bzw. falsch zu kennzeichnen (hinschreiben). Bewertung: Vier Fragen richtig beantwortet
Numerische Methoden 6. Übungsblatt
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) SS 202 Institut für Analysis Prof. Dr. Michael Plu Dipl.-Math.techn. Rainer Mandel Nuerische Methoden 6. Übungsblatt Aufgabe 3: Newton-Verfahren I Ziel dieser
Mathematik II für Studierende der Informatik. Wirtschaftsinformatik (Analysis und lineare Algebra) im Sommersemester 2016
und Wirtschaftsinformatik (Analysis und lineare Algebra) im Sommersemester 2016 25. April 2016 Die Dimensionsformel Definition 3.9 Sei f : V W eine lineare Abbildung zwischen zwei K-Vektorräumen. Der Kern
Analysis I. Guofang Wang Universität Freiburg
Universität Freiburg 30.11.2016 5. Teilmengen von R und von R n Der R n ist eine mathematische Verallgemeinerung: R n = {x = (x 1,..., x n ) : x i R} = } R. {{.. R }. n mal Für x R ist x der Abstand zum
Modulprüfung Numerische Mathematik 1
Prof. Dr. Klaus Höllig 18. März 2011 Modulprüfung Numerische Mathematik 1 Lösungen Aufgabe 1 Geben Sie (ohne Beweis an, welche der folgenden Aussagen richtig und welche falsch sind. 1. Die Trapezregel
Ferienkurs Analysis 3. Ari Wugalter März 2011
Ari Wugalter 07. - 08. März 2011 1 1 Hilberträume Im ersten Kapitel wollen wir uns mit den grundlegenden Eigenschaften von Hilberträumen beschäfitgen. Hilberträume habe die herausragende Eigenschaft, dass
10 Der Satz über implizite Funktionen und Umkehrfunktionen
Vorlesung SS 9 Analsis Prof. Dr. Siegfried Echterhoff SATZ ÜBER IMPLIZITE FKT UND UMKEHRFKT Der Satz über implizite Funktionen und Umkehrfunktionen Motivation: Sei F : U R R eine differenzierbare Funktion
Nullstellenberechnung von nichtlinearen Funktionen
Kapitel 3 Nullstellenberechnung von nichtlinearen Funktionen In dieser Vorlesung wird nur die Nullstellenberechnung reeller Funktionen einer reellen Variablen f : R R betrachtet. Man nennt die Nullstellen
3 Nichtlineare Gleichungssysteme
3 Nichtlineare Gleichungsssteme 3.1 Eine Gleichung in einer Unbekannten Problemstellung: Gegeben sei die stetige Funktion f(). Gesucht ist die Lösung der Gleichung f() = 0. f() f() a) f ( ) 0 b) f ( )
Kapitel 2. Zahlenbereiche
Kapitel 2. Zahlenbereiche 2.3. Reelle Zahlen Erweiterung des Zahlenbereichs der natürlichen Zahlen Ganze Zahlen Z := {..., 3, 2, 1, 0, 1, 2, 3,... } = N {0} N. Rationale Zahlen Q := { m n m Z, n N }. Beachte:
Lösungsvorschlag zur Übungsklausur zur Analysis I
Prof. Dr. H. Garcke, Dr. H. Farshbaf-Shaker, D. Depner WS 8/9 NWF I - Mathematik 9..9 Universität Regensburg Lösungsvorschlag zur Übungsklausur zur Analysis I Frage 1 Vervollständigen Sie die folgenden
Stetige Funktionen. Definition. Seien (X, d) und (Y, D) metrische Räume und f : X Y eine Abbildung. i) f heißt stetig in x 0 (x 0 D(f)), wenn
Stetige Funktionen Eine zentrale Rolle in der Analysis spielen Abbildungen f : X Y, wobei X und Y strukturierte Mengen sind (wie z.b. Vektorräume oder metrische Räume). Dabei sind i.a. nicht beliebige
Übungen zum Ferienkurs Analysis II
Übungen zum Ferienkurs Analysis II Differenzierbarkeit und Taylor-Entwicklung Übungen, die mit einem Stern markiert sind, werden als besonders wichtig erachtet.. Jacobi-Matrix Man bestimme die Jacobi-Matrix
Vektor und Matrixnormen Vorlesung vom
Vektor und Matrixnormen Vorlesung vom 20.12.13 Grundlagen: Matrix Vektor und Matrixprodukt. Lineare Räume. Beispiele. Problem: Berechne die Lösung x von Ax = b zu gegebenem A R n,n und b R n. Ziele: Konditionsanalyse
Kapitel 1. Holomorphe Funktionen
Kapitel 1 Holomorphe Funktionen Zur Erinnerung: I IR sei ein offenes Intervall, und sei z 0 I. Eine Funktion f : I IR heißt differenzierbar in z 0, falls der Limes fz fz 0 lim =: f z 0 z z 0 z z 0 existiert.
7. Übungs-/Wiederholungsblatt zu Einführung in die Numerik (SS 2012)
Technische Universität München Zentrum Mathematik, M1 Prof. Dr. Boris Vexler Dr. Ira Neitzel Dipl.-Math. Alana Kirchner 7. Übungs-/Wiederholungsblatt zu Einführung in die Numerik (SS 2012) Diese Auswahl
Anleitung zu Blatt 1, Analysis II
Fachbereich Mathematik der Universität Hamburg Dr. H. P. Kiani Anleitung zu Blatt, Analysis II SoSe 0 Banachscher Fixpunktsatz Die ins Netz gestellten Kopien der Anleitungsfolien sollen nur die Mitarbeit
Höhere Mathematik I für die Fachrichtung Informatik. Lösungsvorschläge zum 10. Übungsblatt. < 0 für alle t > 1. tan(x) tan(0) x 0
KARLSRUHER INSTITUT FÜR TECHNOLOGIE INSTITUT FÜR ANALYSIS Dr. Christoph Schmoeger Heiko Hoffmann WS 03/4 Höhere Mathematik I für die Fachrichtung Informatik Lösungsvorschläge zum 0. Übungsblatt Aufgabe
Lösungen zur Probeklausur zur Vorlesung Analysis I, WS08/09, Samstag, (Version A)
Lösungen zur Probeklausur zur Vorlesung Analysis I, WS08/09, Samstag, 10.1.009 (Version A) Kennwort: Übungsgruppe: (Sie können ein beliebiges Kennwort wählen, um Ihre Anonymität zu wahren! Da die Probeklausur
Totale Ableitung und Jacobi-Matrix
Totale Ableitung und Jacobi-Matrix Eine reelle Funktion f : R n R m ist in einem Punkt x differenzierbar, wenn f (x + h) = f (x) + f (x)h + o( h ) für h 0. Totale Ableitung 1-1 Totale Ableitung und Jacobi-Matrix
Topologische Begriffe
Kapitel 3 Topologische Begriffe 3.1 Inneres, Rand und Abschluss von Mengen Definition (innerer Punkt und Inneres). Sei (V, ) ein normierter Raum über K, und sei M V eine Menge. Ein Vektor v M heißt innerer
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück SS Analysis II. Vorlesung 50. Hinreichende Kriterien für lokale Extrema
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück SS 205 Analysis II Vorlesung 50 Hinreichende Kriterien für lokale Extrema Wir kommen jetzt zu hinreichenden Kriterien für die Existenz von lokalen Extrema einer Funktion
Konvexe Optimierungsprobleme
von: Veronika Kühl 1 Konvexe Optimierungsprobleme Betrachtet werden Probleme der Form (P) min x C f(x) wobei f : C R eine auf C konvexe, aber nicht notwendigerweise differenzierbare Funktion ist. Ziel
Grundlagen Kondition Demo. Numerisches Rechnen. (für Informatiker) M. Grepl P. Esser & G. Welper & L. Zhang
Numerisches Rechnen (für Informatiker) M. Grepl P. Esser & G. Welper & L. Zhang Institut für Geometrie und Praktische Mathematik RWTH Aachen Wintersemester 2011/12 IGPM, RWTH Aachen Numerisches Rechnen
SS 2016 Höhere Mathematik für s Studium der Physik 21. Juli Probeklausur. Die Antworten zu den jeweiligen Fragen sind in blauer Farbe notiert.
SS 6 Höhere Mathematik für s Studium der Physik. Juli 6 Probeklausur Die Antworten zu den jeweiligen Fragen sind in blauer Farbe notiert. Fragen Sei (X, d) ein metrischer Raum. Beantworten Sie die nachfolgenden
Mathematische Grundlagen für die Vorlesung. Differentialgeometrie
Mathematische Grundlagen für die Vorlesung Differentialgeometrie Dr. Gabriele Link 13.10.2010 In diesem Text sammeln wir die nötigen mathematischen Grundlagen, die wir in der Vorlesung Differentialgeometrie
4 Differenzierbarkeit einer konjugierten Funktion
4 Differenzierbarkeit einer konjugierten Funktion (Eingereicht von Corinna Vits) 4.1 Differenzierbarkeit 1.Ordnung Theorem 4.1.1: Sei f ConvR n strikt konvex. Dann ist int dom und f ist stetig differenzierbar
18.2 Implizit definierte Funktionen
18.2 Implizit definierte Funktionen Ziel: Untersuche Lösungsmengen von nichtlinearen Gleichungssystemen g(x) = 0 mit g : D R m, D R n, d.h. betrachte m Gleichungen für n Unbekannte mit m < n, d.h. wir
Analysis I - Stetige Funktionen
Kompaktheit und January 13, 2009 Kompaktheit und Funktionengrenzwert Definition Seien X, d X ) und Y, d Y ) metrische Räume. Desweiteren seien E eine Teilmenge von X, f : E Y eine Funktion und p ein Häufungspunkt
Proseminar Analysis Vollständigkeit der reellen Zahlen
Proseminar Analysis Vollständigkeit der reellen Zahlen Axel Wagner 18. Juli 2009 1 Voraussetzungen Zunächst wollen wir festhalten, was wir als bekannt voraussetzen: Es sei (Q, +, ) der Körper der rationalen
Rückblick auf die letzte Vorlesung. Bemerkung
Bemerkung 1) Die Bedingung grad f (x 0 ) = 0 T definiert gewöhnlich ein nichtlineares Gleichungssystem zur Berechnung von x = x 0, wobei n Gleichungen für n Unbekannte gegeben sind. 2) Die Punkte x 0 D
Analysis I. 6. Beispielklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis I 6. Beispielklausur mit en Aufgabe. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. () Eine Relation zwischen den Mengen X und Y.
x, y 2 f(x)g(x) dµ(x). Es ist leicht nachzuprüfen, dass die x 2 setzen. Dann liefert (5.1) n=1 x ny n bzw. f, g = Ω
5. Hilberträume Definition 5.1. Sei H ein komplexer Vektorraum. Eine Abbildung, : H H C heißt Skalarprodukt (oder inneres Produkt) auf H, wenn für alle x, y, z H, α C 1) x, x 0 und x, x = 0 x = 0; ) x,
Analysis II (FS 2015): Vektorfelder und Flüsse
Analysis II (FS 215): Vektorfelder und Flüsse Dietmar A. Salamon ETH-Zürich 7. April 215 1 Der Fluss eines Vektorfeldes Sei U R n eine offene Menge und sei f : U R n eine lokal Lipschitz-stetige Abbildung.
Analysis I. 4. Beispielklausur mit Lösungen
Fachbereich Mathematik/Informatik Prof. Dr. H. Brenner Analysis I 4. Beispielklausur mit en Aufgabe 1. Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe. (1) Eine bijektive Abbildung f: M N. () Ein
Klausur zur Höheren Mathematik IV
Düll Höhere Mathematik IV 8. 1. 1 Klausur zur Höheren Mathematik IV für Fachrichtung: kyb Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise: Bearbeitungszeit: 1 Minuten Erlaubte Hilfsmittel: 1 eigenhändig beschriebene
Kap. 6: Iterative Lösung von Gleichungssystemen
Kap. 6: Iterative Lösung von Gleichungssystemen 6.1 Einleitung In vielen Anwendungen sind Gleichungssysteme zu lösen, in denen die Unbekannten nichtlinear auftreten. Beispiel: Der Betrag der Gravitationskraft
Elemente der Analysis II
Elemente der Analysis II Kapitel 5: Differentialrechnung im R n Informationen zur Vorlesung: http://www.mathematik.uni-trier.de/ wengenroth/ J. Wengenroth () 17. Juni 2009 1 / 31 5.1 Erinnerung Kapitel
35 Stetige lineare Abbildungen
171 35 Stetige lineare Abbildungen Lernziele: Konzepte: Lineare Operatoren und ihre Normen Resultate: Abschätzungen für Matrizennormen Kompetenzen: Abschätzung von Operatornormen 35.1 Lineare Abbildungen.
22 KAPITEL 1. GRUNDLAGEN. Um zu zeigen, dass diese Folge nicht konvergent ist, betrachten wir den punktweisen Limes und erhalten die Funktion
KAPITEL 1. GRUNDLAGEN Um zu zeigen, dass diese Folge nicht konvergent ist, betrachten wir den punktweisen Limes und erhalten die Funktion 1 für 0 x < 1 g 0 (x) = 1 1 für < x 1. Natürlich gibt dies von
Verallgemeinerte Funktionen
Verallgemeinerte Funktionen. Der Raum der Grundfunktionen Für den Vektorraum R n, n N, über R betrachten wir die Euklidische Norm kk W R n! R; v x 7! p ux x > x WD t n und bezeichnen eine Menge A R n als
f(x, y) = 0 Anschaulich bedeutet das, dass der im Rechteck I J = {(x, y) x I, y J}
9 Der Satz über implizite Funktionen 41 9 Der Satz über implizite Funktionen Wir haben bisher Funktionen g( von einer reellen Variablen immer durch Formelausdrücke g( dargestellt Der Zusammenhang zwischen
heißt Exponentialreihe. Die durch = exp(1) = e (Eulersche Zahl). n! + R m+1(x) R m+1 (x) = n! m m + 2
9 DIE EXPONENTIALREIHE 48 absolut konvergent. Beweis. Wegen x n+ n! n + )!x n = x n + < 2 für n 2 x folgt dies aus dem Quotientenkriterium 8.9). Definition. Die Reihe x n heißt Exponentialreihe. Die durch
49 Differenzierbarkeit, Richtungsableitung und partielle Differenzierbarkeit
49 Differenzierbarkeit, Richtungsableitung und partielle Differenzierbarkeit 49.1 Differenzierbarkeit 49.2 Eindeutigkeit des Differentials; Unabhängigkeit der Differenzierbarkeit von den gewählten Normen
(c) (a) X ist abgeschlossen. X = A,wobeiderDurchschnittüberalleabgeschlossenenMengengebildet wird, die X enthalten. (d) (e)
27 15. Metrische Räume Mit Hilfe einer Norm können wir den Abstand x y zweier Punkte x, y messen. Eine Metrik ist eine Verallgemeinerung dieses Konzepts: 15.1. Metriken. Es sei M eine beliebige Menge.
