Lieferantenmanagement Lieferantenidentifikation Lieferanteneingrenzung Lieferantenanalyse Lieferantenbewertung Lieferantenauswahl Lieferantencontrolling Steuerung der Lieferantenbeziehung
Lieferantenidentifikation Die Lieferantenidentifikation bildet zusammen mit der Lieferanteneingrenzung die Lieferantenvorauswahl. Ausgehend von einem konkreten Bedarf gilt es im Rahmen der Lieferantenidentifikation, jene Hersteller zu identifizieren, die das benötigte Beschaffungsobjekt anbieten. Hierfür wird zunächst der in Frage kommende Beschaffungsmarkt abgesteckt und nach potentiellen Lieferanten abgesucht, welche das gewünschte Beschaffungsobjekt herstellen bzw. in der Lage sind, es herzustellen. Führt dieser erste Anlauf zu keinem verwertbaren Ergebnis, so ist eine Ausweitung der Suche auf angrenzende Branchen sinnvoll. Bei Spezialprodukten ist die Suche auf Anbieter von ähnlichen Produkten oder auf Anbieter mit spezifischen, auf das benötigte Beschaffungsobjekt anwendbaren Verfahrensfähigkeiten auszudehnen.
Lieferanteneingrenzung Grundsätzlich sind alle Anbieter auf den Beschaffungsmärkten als potentielle Lieferanten anzusehen. Da aber aufgrund des Bewertungsaufwands nicht alle berücksichtigt werden können, ist eine Lieferanteneingrenzung auf einige wenige zwingend notwendig. Hierzu werden detaillierte Informationen über die Anbieter aus der Beschaffungsmarktforschung benötigt. Als geeignete Methoden der Eingrenzung erweisen sich KO-Kriterien, Lieferantenfragebögen sowie Zertifikate und Auszeichnungen. Die sicherste Methode jedoch ist eine aktive Auditierung des oder der Lieferanten zur Ermittlung des Lieferantenpotentials zur Qualitätssicherheit und Liefermöglichkeiten.
Lieferantenanalyse In der Lieferantenanalyse werden die gesammelten Ergebnisse aus der Lieferantenvorauswahl zusammen getragen und strukturiert. Es erfolgt eine Querschnittsbetrachtung der wirtschaftlichen, ökologischen und technischen Leistungsfähigkeit der potentiellen Lieferanten. Dabei wird das gesamte Marktleistungsangebot der Lieferanten sowie die Mittel und Möglichkeiten, dieses zu realisieren, analysiert. Weiterhin muss die zukünftige Beziehung zwischen Lieferant und Abnehmer beleuchtet werden, um eventuell sich ergebende wechselseitige Abhängigkeiten, Konkurrenzbelieferungen, etc. in der Bewertung berücksichtigen zu können.
Lieferantenbewertung Als Ziele der Lieferantenbewertung gelten die Auswahl der besten Lieferanten, die Steuerung der Lieferantenbeziehung, die Pflege und Entwicklung der Lieferantenbeziehung, die objektive und transparente Gestaltung des Entscheidungsprozesses sowie die Erhaltung und Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Basierend auf den Resultaten der Lieferantenanalyse kann nun die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Anbieter systematisiert bewertet werden. Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit des Lieferanten müssen Verfahren herangezogen werden, die für jede Entscheidungssituation aussagekräftige Ergebnisse liefern können. Des weiteren sollten möglichst viele Bewertungskriterien verarbeitet werden. Dabei sollten quantitativ messbare als auch qualitative Kriterien in die Bewertung eingehen.
Lieferantenauswahl Mit der Lieferantenauswahl wird der Entscheidungsprozess abgeschlossen. Im Rahmen einer strategischen Lieferantenauswahl gilt es zunächst, Erfolgspotentiale und damit Lieferanten für das Unternehmen zu erschließen, um anschließend mittels der operativen Lieferantenauswahl aus diesem Lieferantenkreis konkrete Aufträge über bestimmte Beschaffungsobjekte zu vergeben. Bei der Auswahl sollten sowohl die Ergebnisse der Lieferantenbewertung als auch die in der Lieferantenanalyse beschriebenen Beziehungen zwischen Lieferant und Abnehmer in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Lieferantencontrolling Zum Aufgabenspektrum des Lieferantencontrolling gehört die Wareneingangsprüfung bzw. die Überwachung der Leistungserfüllung bei Dienstleistern. Des Weiteren zählt dazu die umfassende Überprüfung der Leistungsfähigkeit, die mit einem hohen Informationsaufwand verbunden ist und demzufolge nicht permanent, sondern nur in bestimmten Intervallen erfolgt. Eine weitere Aufgabe des Lieferantencontrolling ist die Sammlung und Bereitstellung von lieferantenspezifischen Informationen und damit die Schaffung einer Informationsbasis für künftige Auswahlentscheidungen. Da der Controllingaufwand mit Kosten verbunden ist, können nicht alle Lieferanten mit der gleichen Intensität überwacht werden. Mit Hilfe der Lieferantenstrukturanalyse kann man die Zulieferer je nach Aufwand einteilen.
Steuerung der Lieferantenbeziehung Unter der Zielsetzung, die Leistungsstruktur seines Lieferantenstammes fortwährend zu optimieren und den sich ändernden Bedingungen anzupassen, ergibt sich für den Abnehmer die Notwendigkeit, die Leistungsfähigkeit seiner Zulieferer durch gezielte Steuerungsmaßnahmen zu beeinflussen. Damit diese auch zum gewünschten Erfolg führen, ist er auf die Kooperation der Lieferanten und auf deren Akzeptanz hinsichtlich der Art und Weise der Leistungserfassung angewiesen. Dabei gilt es verschiedenes zu beachten. Zum einen sollten Kriterien und Verfahren der Lieferantenbewertung allen Lieferanten bekannt sein. Des Weiteren sollte jeder Lieferant neben den eigenen auch die Ergebnisse der Zulieferkonkurrenz als Anreiz zur Leistungsverbesserung erhalten (Möglichkeit eines Leistungsvergleichs im Sinne eines Benchmarking). Zusätzlich gilt es, die an die Zulieferer gestellten Anforderungen sowie die Qualitätsrichtlinien des Abnehmers in Form eines Lieferantenleitfadens festzuhalten und offenzulegen.