Informationsrepräsentation und Multimediales Lernen
Multimedia Der Begriff "Multimedia" wird häufig verwendet, ist jedoch nur ungenau definiert. Allgemein versteht man darunter die Integration von Text, Graphik, Video, Audio usw. Aus psychologischer und medienwissenschaftlicher Sicht ist dieses Verständnis jedoch inkonsistent und theorielos.
Codes bzw. Symbolsysteme: Botschaften lassen sich in verschiedenen Formaten und Symbolsystemen codieren und präsentieren. Zahlen und Buchstaben sind beispielsweise uns gängige Symbolsysteme.
Sinnesmodalität, Sinneskanal: Mediale Angebote werden über Sinnesorgane wahrgenommen und verarbeitet.
Mentale Repräsentation, mentales Format, Verarbeitungssystem: (= interne Medien). Kennzeichnend ist die Qualität der Wahrnehmung in Speicherung, Wissenserwerb und Sinnentnahme, also die Art und Weise, wie jemand etwas intern verarbeitet.
Medium: Im technischen Sinne handelt es sich hierbei um ein Vehikel kommunikativer Inhalte. Der Begriff Medium beinhaltet folglich: * das technische Medium (z. B. ein Buch) * die Codierungsart (Graphiken, Zeichen etc.) * die entsprechende Modalität (visuelles, auditives System usw.)
Mediales Angebot: Botschaften, Codierungen und Strukturierungen werden in Form von Medien kommuniziert.
Übersicht
Differenzierungen: Multimedial: Angebote werden in unterschiedlichen Speicher - und Präsentationstechnologien, aber integriert (z.b. auf einem Bildschirm) dargeboten. Multicodal: Angebote weisen unterschiedliche Symbolsysteme bzw. Codierungen auf (Tabellen, Graphiken etc.). Multimodal: Angebote sprechen unterschiedliche Sinnesmodalitäten an (z.b. das visuelle und auditive System).
Einfluss von Multicodierung und Multimodalität auf den Wissenserwerb
Populäre (unrealistische) Darstellung: Behaltensleistung
Empirische Befunde für und gegen die Verwendung von Multimedia
Positive Wirkung von Illustrationen auf das Behalten von Text. Ursache: referentielle Verknüpfungen, die im Gedächtnis zwischen verbalen und visuellen Elementen zu einem mentalen "mapping" führen (Mentale Integration und Verknüpfung dieser Elemente).
Empirisch nicht belegt: Kategorisierung von Lernern in auditive oder visuelle Typen, die nach Ausrichtung ihrer Verschaltungen im Hirn auditive bzw. visuelle Informationen besser und schneller verarbeiten.
Sinne sind anfällig für Überlastung: Diesem Problem kann eine geeignete multimodale Präsentation entgegenwirken Einer Versuchsgruppe wurde ein Text visuell und akustisch dargeboten (multimodal, unicodal), ein anderer Text nur visuell (unimodal, unicodal). Die bimodale Darbietung erwies sich als weniger anstrengend und verständlicher.
Bilder werden länger betrachtet, wenn Zusatzinformationen akustisch dargeboten werden. Entscheidend bei der Verwendung multimedialer und multicodaler Medien ist die funktionelle Synchronisation der Informationen.
Motivationale Bedeutung von Multicodierung und Multimodalität
1. Die investierte mentale Anstrengung eines Lerners bezüglich des Lernmaterials korreliert positiv mit dem Lernerfolg.
2. Positiver Zusammenhang zwischen der investierten mentalen Anstrengung und der Einstellung des Lerners gegenüber den verwendeten Medien und medialen Präsentationsweisen.
3. Mit steigendem Grad an Abwechslung hinsichtlich multicodaler und multimodaler Angebote wird eine intensivere Verarbeitung behindert. Einfaches Lernmaterial wird intensiver verarbeitet und besser erinnert, wenn es multicodal und multimodal dargeboten wird, bei komplexem Material kommt es jedoch eher zu überlastungsbedingten Unterbrechungen. Multicodale und multimodale Lernangebote werden als interessant und angenehm erlebt, jedoch auch eher als "leicht" wahrgenommen: Berieselungseffekt.
Konstruktivistische Lernprinzipien
1. "Authentizität und Situiertheit": Lerninhalt in anregenden Episoden und möglichst authentisch darstellen. Das Medium hat lediglich eine Verstärkerfunktion, da es eine angemessene Perzeption (z.b. durch Originalgeräusche ) erleichtern kann.
2. "Multiple Kontexte und Perspektiven und Situiertheit Ziel dieses Prinzips ist es, das Gelernte in vielfältiger Weise kognitiv zu speichern und zu repräsentieren. Kognitive Flexibilität", die sich durch vielfältige Verknüpfungen des Gelernten mit anderen Wissensinhalten auszeichnet: Das Wissen ist strukturierter, klarer definiert und vielfältiger verwendbar und erleichtert somit den Transfer.
3. "Lernen im sozialen Kontext": Durch neue Medien ergeben sich vielfältigere Kommunikationsmöglichkeiten.