24.11.2006 Prof. Dr. Niclas Schaper Personalentwicklung durch elearning - Lehrstrategie und Lernziele bestimmen, gliedern, und Felina Antler, Cornelius Czarnecki, Maria Enzensberger, Monique Goepel, Stephanie Schnippering, Verena Schröder
Ziel der Präsentation Am Ende des Vortrags sollt ihr die wesentlichen Planungsschritte zur Entwicklung eines handlungsorientierten e-learning Programms benennen, deren zentrale Aufgaben beschreiben und einzelne Instrumente in die Praxis übertragen können.
Agenda 1) Philosophie und 2) Lernkonzept: Lernziele und 3) 4) 5) 6) 7) Lernwegstruktur Hilfesysteme
Träges Wissen Philosophie und Wissenstransfer Anwendbares Wissen entsteht durch die Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven, die aktive und eigenständige Auseinandersetzung mit den Inhalten, sowie die Anwendung des Erlernten auf praxisrelevante Szenarien. Selbstgesteuertes Lernen
Selbstgesteuertes Lernen Selbständige Bestimmung der Lerneinheiten in Bezug auf ihre Anordnung, ihre Zusammenstellung und die zeitliche Durchführung. Welchen Vorteil hat die selbstständige Auswahl? Unterschiedliche kognitive Strukturen der Menschen persönlicher Lernweg derselbe Stoff, unterschiedliche Perspektive
Handlungs- und erlebnisorientiertes Lernen Interaktion mit dem Computer Effektives Lerngeschehen Entdeckung neuer Zusammenhänge Einblick durch Erleben & Erfahren der Wirkungszusammenhänge ( Aha-Erlebnis ) Lerndialog bestimmt Qualität des Lernens Kontinuierliches Feedback ermöglicht konsequente Reflexion E-Learning!
Einführungsbeispiel: Lern-Software Holzbearbeitung mit Maschinen Konzipiert für Auszubildende im holz- und kunststoff-verarbeitenden Handwerk Vorbereitung auf: praktische und theoretische Abnahme des Tischler- Schreiner-Maschinenscheins Ausgezeichnet mit dem Comenius-Siegel 2002
Übungs-Szenario: Kunstakademie Fotoseminar: Grundlagen zu Fotografie und visueller Darstellung Grundkenntnisse zur Bedienung einer Fotokamera Voraussetzung für Teilnahme Kenntnisstand der Teilnehmer ist uneinheitlich gleiches Niveau soll erreicht werden Fakultät soll ein entsprechendes elearning- Programm entwickeln Kein begleitendes Seminar zum Inhalt des Lernprogramms
Festlegung der und Lernziele 3 Phasen: (1) Sichtung und Strukturierung der (2) Formulierung der Lernziele (3) Aufbau und Entwicklung von Lernmodulen mit Lektionen, Lerneinheiten und Lernschritten
Phase 1: Sichtung und Strukturierung der Ausgangspunkt: Lernthema Holzbearbeitung mit Maschinen Präzise Beschreibung des Lernthemas Auswahl relevanter in Bezug auf das Lernthema Instrument: mind map Erstellung einer hierarchischen Übersicht aus thematischen Schwerpunkten
Phase 2: Formulierung der Lernziele Lernziele: beschreiben das Zielverhalten, das mit dem Erwerb neuen Wissens angestrebt wird Kriterien zur Formulierung der Lernziele Präzise Beschreibung des Zielverhaltens Nur ein Zielverhalten pro Satz Verben verwenden, die ein aktives Verhalten beschreiben Je nach Abstraktionsgrad unterscheidet man Richtziele Grobziele Feinziele Top Down - Analyse Ergebnis ist eine Lernzielpyramide
Entwicklung einer Lernzielpyramide Richtziel Der Anwender ist in der Lage, an den Maschinengruppen zur Holzbearbeitung alle relevanten Einstellungen vorzunehmen, um Produkte aus Holz gemäß Auftrag zu fertigen. Grobziel Der Anwender kann sämtliche Maschinengruppen zur Holzbearbeitung unterscheiden. Grobziel Der Anwender kann sämtlich Einstellungen an den Maschinen vornehmen Feinziel Der Anwender kann die einzelnen Maschinentypen den Maschinengruppen zuordnen. Feinziel Der Anwender kann die Anwendungsbereiche der jeweiligen Maschinen aufzählen. Feinziel Der Anwender kann die einzelnen Maschinenteile benennen. Feinziel Der Anwender kann die einzelnen Maschinenteile zuordnen Lernschritt 1 Lernschritt 1 Lernschritt 1 Lernschritt 1 Lernschritt 2 Lernschritt 2 Lernschritt 2 Lernschritt 2
Phase 3: Aufbau und Entwicklung von Lernmodulen Richtziel Grobziel Maschinengruppen unterscheiden Lektion Fräs-, Säge-, Hobelmaschine Feinziel Maschinentypen zuordnen Lerneinheit Hobelmaschine: Abrichthobelmaschine Lernschritt Umsetzung der Feinziele
Selbstlernkonzept Tutorielle e (geführte Unterweisung) Explorative e (entdeckendes Lernen bzw. Lernen durch Erfahrung) freies Lernen Trainings- und Testprogramme tutorielle Systeme intelligente tutorielle Systeme Mikrowelten Simulationen Plan- und Lernspiele Lernabenteuer
Selbstlernkonzept Eignung: Zielgruppe mit und ohne Vorkenntnisse keine Unterstützung im Lernprozess durch das Programm stattdessen offene Struktur mit multimedial aufbereiteten Informationen und Lernbausteinen Grundidee des es: schneller und auf den persönlichen Bedarf ausgerichteter Zugriff auf Informationen und gängige Bezeichnungen: Informationssystem, Wissensdatenbank und Expertensystem
Tutorielle e Eignung: Zielgruppe ohne Vorkenntnisse schrittweise Heranführung an die neuen Begleitung des Anwenders durch den gesamten Lernstoff Unterscheidung in drei Programmtypen: 1. Trainings- und Testprogramme 2. Tutorielle Systeme 3. Intelligente tutorielle Systeme
Tutorielles
Explorative e Eignung: Zielgruppe mit Vorkenntnissen Verständnis für Funktionsweisen und Wirkungsprinzipien von dynamischen Abläufen und Prozessen Produktives Problemlösen in komplexen Zusammenhängen Vorbereitung auf die Wirklichkeit Unterscheidung in vier Programmtypen: 1. Mikrowelt 2. Simulation 3. Plan- und Lernspiele 4. Lernabenteuer
Differenzierung explorativer Programmtypen Mikrowelt: Abbildung eines komplexen Systems aus der realen Welt zur Modell(re-)konstruktion Simulation: realitätsnahe Abbildung von Funktionsprinzipien komplexer Gesamtzusammenhänge Plan- und Lernspiele: Verknüpfung von Szenariotechnik und Rollenspiel Lernabenteuer: Konstruktion einer Spielhandlung mit entsprechendem Spannungsbogen
Wissensvermittlung Rahmenbedingungen Wissensstrukturen Strategie 1: Faktenwissen Strategie 2: Intellektuelle Fähigkeiten Strategie 3: Verhaltensweisen Strategie 4: Praktische Fähigkeiten
Lehrstrategie 1: Faktenwissen Start Grundschema Lernzielpräsentation Wissenspräsentation Aufgabe/ Abfrage Rückmeldung Feedback Lernzielpräsentation Wissenspräsentation Aufgabe/ Abfrage Rückmeldung Feedback Lernzielpräsentation Wissenspräsentation Aufgabe/ Abfrage Rückmeldung Feedback Test
Lehrstrategie 1: Faktenwissen Kognitive Fähigkeiten linear aufgebaute Lernsequenzen nach dem tutoriellen Ansatz Trainingsprogramme Tutorielle Systeme Lernabenteuer Offene Lernwegstruktur ( vorgegebene Lernwegstruktur)
Lehrstrategie 1: Faktenwissen
Lehrstrategie 2: Intellektuelle Fähigkeiten Kontextübergreifende Problemlösestrategien und Handlungskompetenzen Authentisches Szenario Fallbeispiel Vernetztes Denken Konfrontation mit Auswirkung Ereignis Produktives Problemlösen Feedback Teilaufgabe Demonstration Entscheidung Handlung Feedback Gesamtaufgabe
Lehrstrategie 2: Intellektuelle Fähigkeiten Kontextübergreifende Problemlösestrategien und Handlungskompetenzen Fallbeispiel oder Szenario mit Problemlösung und Handlung durch den Lernenden Mikrowelt Simulation Plan-/ Lernspiel Lernabenteuer
Lehrstrategie 2: Intellektuelle Fähigkeiten Arbeitsauftrag
Lehrstrategie 2: Intellektuelle Fähigkeiten Einstellungen vornehmen
Lehrstrategie 3: Verhaltensweisen Rollen und Verhaltensweisen Fallbeispiel oder Szenario mit Auswahl bestimmten Verhaltens
Lehrstrategie 3: Verhaltensweisen Authentisches Szenario Fallbeispiel Ereignis Demonstration Einschätzung Verschiedene Verhaltensweisen Handlung Konfrontation mit Auswirkung Feedback Einsicht/ Erkenntnis Integration/ Ablehnung
Lehrstrategie 3: Verhaltensweisen Rollen und Verhaltensweisen Fallbeispiel oder Szenario mit Auswahl bestimmten Verhaltens Plan-/ Lernspiel Simulation Einsatz des CBT eingeschränkt
Lehrstrategie 4: Praktische Fähigkeiten Verbindung kognitiver und motorischer Fähigkeiten Mikrowelt Simulation
Elaborationstheorie nach Reigeluth Segmentierung = Einteilung des Lehrstoffes in Abschnitte durch die Bildung von Lernobjekten = Lernobjekte in eine zeitliche Abfolge bringen Zwei grundlegende smuster Linear sukzessive Struktur Spiralstruktur
Elaborationstheorie nach Reigeluth (2) Linear sukzessive Struktur - Spiralstruktur Thema A Thema B Thema C Thema A Thema B Thema C + Intensive Auseinandersetzung mit einem Thema - Verständnis für Zusammenhänge - Vergesslichkeit + Zusammenfassung + Zusammenhänge erkennbar - Unterbrechung des Themas
Elaborationstheorie nach Reigeluth (3) Aufgabenkompetenz - Domänenkompetenz Experte für eine spezielle Aufgabe Umgang mit der Fräsmaschine Experte in einem Wissensbereich Holzbearbeitung Die drei smethoden: (1) Begriffliche Elaborationssequenz (2) Theoretische Elaborationssequenz (3) auf der Grundlage vereinfachter Bedingungen
bei E-Learningprogrammen Aus den vorherigen Planungen lässt sich abschließend ein Programmkonzept mit individuellen Elementen entwickeln.
Bei den Elementen handelt es sich um: Intro Sequenz Hauptmenü Eingangstest Trainingsmodul Ein tutoriell ausgerichtetes Modul zur schrittweisen Lernvermittlung Ein Modul zur praktischen Erprobung des Wissens Ein Modul zur Lernerfolgskontrolle Ein Lernmanagementmodul Hilfesysteme
= genaue Anleitung für die Umsetzung der ion in eine Software Festlegung aller Standards der Produktion: Screen-Layout Anordnung der Bedienelemente Standardschriften Farben Entwicklungstools... Powerpoint empfehlenswert
Beispiel Szene: Hauptmenü Datei: Hauptmenü Funktion: nach dem Intro beginnt die Einführung in das Hauptmenü Größe: Dauer: Format: 560Kb 5 sec. 320x240 Pixel Beschreibung Medien Start/Ende Bild Übersicht am Bildschirm Sprecherin spricht Text Dann erscheint das Bild der Formatkreissäge Logoanimation Sprecherin 00:00 00:05............ Verantwortlich: XY Fertig bis: 25.11.2006 Grafik:... Abnahme (Datum):... Abnahme Fertigung (Datum):... Text:... Musik:...
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit! Fragen?
Welche Inhalte sollten den Auszubildenden vermittelt werden, um Holz mit Maschinen bearbeiten zu können?
Beispiel: Mind map Holzbearbeitung mit Maschinen Maschinengruppen benennen Fräsmaschine Sägemaschine Hobelmaschine Abrichthobelmaschine Holzbearbeitung mit Maschinen Funktionsweise der Maschinen Maschinenteile benennen Einstellungen an der Maschine vornehmen Ergebnis: Definition der zentralen inhaltlichen Schwerpunkte für das Lernsystem Holzbearbeitung mit Maschinen
Lernerfolgskontrolle Der Lernende erhält direktes Feedback, ob das Erlernte verstanden wurde
Hilfesysteme Allgemeine Hilfen Technisch Inhaltlich Kontextbezogene Hilfen Technische Inhaltliche