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1 2 KLAUSURENTRAINING Steuerwesen (1) Von Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt Reinhard Schweizer, Leverkusen (Bearbeitungszeit: 150 Minuten = 100,0 Punkte) Aufgabe I / ESt, USt, GewSt, AO (57,0 Punkte) Bearbeitungshinweis Diese Aufgabe besteht aus drei zusammenhångenden Teilen. Es ist zunåchst der Teil 1 zu bearbeiten. Teil 1 / Gewinnermittlung, Umsatzsteuer (22,0 Punkte) Sachverhalt Ihr Mandant Guido Laster betreibt in Leverkusen (FA Leverkusen) nebenberuflich einen Computereinzelhandel. 1. Ermitteln Sie anhand der beigefågten Summen- und Saldenliste (Anlage 1) in einer Åbersichtlichen Darstellung die EinkÅnfte aus Gewerbebetrieb får den Veranlagungszeitraum (VZ) Guido Laster ermittelt seinen Gewinn gem. 4 Abs. 3 EStG. 2. Ermitteln Sie in einer Åbersichtlichen Darstellung die USt-Abschlusszahlung bzw. den USt-Erstattungsanspruch får den VZ Bearbeitungshinweise Sowohl bei der Ermittlung der EinkÅnfte aus Gewerbebetrieb als auch bei der Ermittlung der USt-Abschlusszahlung bzw. des USt-Erstattungsanspruchs sind noch die folgenden Angaben zu beråcksichtigen: 1. Eine Lieferantenrechnung vom (= Lieferdatum) Åber Materiallieferungen von 2.000,00 A zzgl. 380,00 A wurde bisher nicht erfasst. Guido Laster hatte diese Rechnung am durch Ûberweisung vom betrieblichen Bankkonto bezahlt. 2. Die angemessenen Bewirtungsaufwendungen (Konto 4650) wurden in voller HÇhe (100 %) erfasst. Die Vorsteuer wurde in voller HÇhe auf dem Konto 1576 erfasst. 3. Das Konto 1780 (USt-Vorauszahlungen) beinhaltet die Vorauszahlungen får das I. bis III. Quartal Die USt-Vorauszahlung får das IV. Quartal 2009 in HÇhe von 1.410,79 A hat Guido Laster am durch Ûberweisung vom betrieblichen Bankkonto bezahlt. 5. Im Ûbrigen sind alle Geschåftsvorfålle vollståndig und zutreffend erfasst worden.

2 3 Teil 2 / Einkommensteuer (27,0 Punkte) Sachverhalt 1. PersÇnliche Verhåltnisse Guido Laster (geb. am ) wohnt mit seiner Ehefrau Manuela (geb. am ) in Erkrath (FA DÅsseldorf-Mettmann). Die Eheleute gehçren keiner Konfession an und beantragen får den VZ 2009 die Zusammenveranlagung. Guido Laster ist schwerbehindert und hat seit Januar 2009 einen Grad der Behinderung von 90 %. Zum Haushalt der Eheleute gehçrt der gemeinsame Sohn Marc (geb. am ). Marc war im VZ 2009 im Kindergarten untergebracht. Die Kindergartenbeitråge belaufen sich auf monatlich 600,00 A. Die Eheleute Laster beschåftigen seit 2007 eine Haushaltshilfe auf der Basis eines geringfågigen Beschåftigungsverhåltnisses. Einschließlich der anfallenden gesetzlichen Abgaben zahlten sie hierfår im VZ 2009 monatlich 250,00 A. 2. Angaben zu den EinkÅnften 2.1. Manuela Laster Manuela Laster war im VZ 2009 Hausfrau und erzielte keine EinkÅnfte. Sie ist Åber ihren Ehemann familienversichert bei der AOK Rheinland/Hamburg Guido Laster a) Guido Laster betreibt in Leverkusen nebenberuflich einen Computereinzelhandel. Die von Ihnen ermittelten EinkÅnfte (vgl. Teil 1) sind entsprechend zu beråcksichtigen. b) Hauptberuflich ist Guido Laster Abteilungsleiter in einem Baumarkt in Hilden. Der Auszug aus der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2009 ist als Anlage 2 beigefågt. An Werbungskosten werden folgende Aufwendungen geltend gemacht: Wege zwischen Wohnung und Arbeitsståtte (230 Tage, einfache Entfernung: 19 km) Fachliteratur: 200,00 A KontofÅhrungsgebÅhren: 16,00 A c) Im VZ 2009 gewåhrte Guido Laster einem bei ihm angestellten Mitarbeiter ein privates Darlehen. Aus diesem Darlehensvertrag erzielte er im VZ 2009 Zinsertråge in HÇhe von 2.000,00 A. 3. Sonstige Ausgaben Eheleute Laster får den VZ 2009 Die Eheleute Laster hatten im VZ 2009 noch folgende Ausgaben: à Private Kranken- und Pflegeversicherungsbeitråge 5.400,00 A à Kfz-Haftpflichtversicherungsbeitråge, jåhrlich 700,00 A à Unfallversicherungsbeitråge, jåhrlich 50,00 A à Spende an eine anerkannte politische Partei 300,00 A à Zahnersatz (Eigenanteil) 3.600,00 A à Behinderungsbedingte Privatfahrten (3.000 km x 0,30 A =) 900,00 A

3 4 KLAUSURENTRAINING Ermitteln Sie får den VZ 2009 in einer Åbersichtlichen Darstellung får die Eheleute Laster 1. das zu versteuernde Einkommen, das so niedrig wie mçglich sein soll. 2. die HÇhe der zu erwartenden Einkommensteuererstattung bzw. -nachzahlung. Gehen Sie dabei aus VereinfachungsgrÅnden von einem ESt-Satz von 20 % aus. Auf den Solidaritåtszuschlag ist aus VereinfachungsgrÅnden nicht einzugehen. Bearbeitungshinweise 1. Såmtliche Antråge gelten als gestellt und die dazu erforderlichen Nachweise als erbracht. 2. FÅr den VZ 2009 haben die Eheleute ESt-Vorauszahlungen in HÇhe von insgesamt 1.200,00 A geleistet. 3. Gehen Sie bei der LÇsung davon aus, dass die BerÅcksichtigung von Kindergeld gånstiger ist als die Gewåhrung von Freibetrågen i. S. des 32 Abs. 6 EStG. Eine GÅnstigerberechnung i. S. des 31 EStG ist deshalb nicht erforderlich. 4. Die Ermittlung der Sonderausgaben ist rechnerisch darzustellen. 10 Abs. 4a EStG (Vergleichsberechnung får Vorsorgeaufwendungen) ist nicht zu beråcksichtigen. Die Vorsorgepauschale ist nicht zu berechnen. Teil 3 / Gewerbesteuer, Abgabenordnung (8,0 Punkte) Die nachfolgenden beziehen sich ebenfalls auf den Mandanten Guido Laster (vgl. Teil 1 und Teil 2). 1. PrÅfen und begrånden Sie, ob Guido Laster får den Erhebungszeitraum 2009 eine Gewerbesteuererklårung abgeben muss. 2. Welche Steuererklårungen hat Guido Laster får den VZ 2009 bei welchem Çrtlich zuståndigen Finanzamt (Angabe der Åblichen Bezeichnung erforderlich!) abzugeben? Verwenden Sie får Ihre LÇsung das nachfolgende LÇsungsschema! LÇsungsschema Art der Steuererklårung Zuståndiges Finanzamt

4 KLAUSURENTRAINING 31 Rechnungswesen (2) Von Studienråtin Dipl.-Hdl. Inge Koll, Solingen (Bearbeitungszeit: 120 Minuten = 100,0 Punkte) 1. teil (33,0 Punkte) Allgemeine Angaben Wolfgang Gebhardt (W. G.) betreibt in Solingen ein Rundfunk- und Fernsehfachgeschåft. Er ermittelt seinen Gewinn gem. 5 EStG und versteuert seine Umsåtze nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes, ist uneingeschrånkt zum Vorsteuerabzug berechtigt und erstellt monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Die Einzelunternehmung stellt jeweils zum eines Kalenderjahres den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der steuerrechtlichen Vorschriften auf und legt den Jahresabschluss unveråndert der steuerlichen Gewinnermittlung zu Grunde. Sachverhalt 1 (12,0 Punkte) Die Hotelkette Sonnenschein erhålt får an sie gelieferte Rundfunk- und Fernsehgeråte jeweils am Ende eines Monats von W. G. einen umsatzabhångigen Bonus gemåß folgender Staffel: Nettoumsatz je Monat Bonus (%) unter 2.500,00 A ,00 A ,00 A ,00 A ,00 A ,00 A ,99 A ,00 A ,99 A 4 ab ,00 A 5 Das Debitorenkonto der Hotelkette Sonnenschein wies zum folgende Werte aus: Datum Bemerkungen Soll Haben Ausgangsrechnung ,50 A Ausgangsrechnung ,00 A Zahlungseingang 5.057,50 A Ausgangsrechnung ,70 A RÅcksendung 2.290,75 A Ausgangsrechnung ,50 A Zahlungseingang 1.617,65 A Ausgangsrechnung ,00 A Zahlungseingang 2.796,50 A

5 32 KLAUSURENTRAINING 1. Ermitteln Sie får W. G. får den Monat Oktober 2010 a) den mit der Hotelkette Sonnenschein getåtigten Nettoumsatz, b) den zu gewåhrenden Bonussatz in %, c) den zu gewåhrenden Bonus in B, d) die auf dem Debitorenkonto zu buchende Gutschrift! (auf zwei Stellen nach dem Komma runden!) 2. Buchen Sie får W. G. die Bonusgewåhrung! 3. Nennen Sie die HÇhe (B-Angabe) der Gewinnauswirkung (Gewinn erhçhend, Gewinn mindernd oder Gewinn neutral), die sich aus der Buchung zu 2. ergibt! Sachverhalt 2 (21,0 Punkte) W. G. beschåftigt seit Jahren den in Erkrath wohnenden BÅrokaufmann Stefan Hetzenegger. FÅr diesen Mitarbeiter ist får den Monat Oktober 2010 die Gehaltsabrechnung durchzufåhren. BerÅcksichtigen Sie dabei die folgenden Angaben: à monatliches Bruttogehalt 2.838,00 A à Arbeitgeberzuschuss in HÇhe von 20,00 A à zur vermçgenswirksamen Anlage in HÇhe von insgesamt W. G. gewåhrte seinem Arbeitnehmer Stefan Hetzenegger am ein Darlehen Åber ,00 A zum Bau seines Einfamilienhauses. Das Darlehen ist effektiv mit 5,0 % p. a. zu verzinsen. Die erste Tilgungsrate in HÇhe von monatlich 200,00 A ist am fållig gewesen. Der Effektivzinssatz der Deutschen Bundesbank betrågt 7,29 % p. a. 40,00 A à Verrechnung Gehaltsvorschuss 125,00 A à Lohnsteuer 20,0 % à Kirchensteuer 9,0 % à Solidaritåtszuschlag 5,5 % à Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung insgesamt 600,90 A à Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung insgesamt 574,65 A 1. Ermitteln Sie in einer Åbersichtlichen Darstellung den får die Gehaltsabrechnung zu beråcksichtigenden geldwerten Vorteil får den Monat Oktober 2010! BMF v , BStBl 2008 I S. 892 Bei Arbeitgeberdarlehen bemisst sich der geldwerte Vorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem marktåblichen Zins und dem Zins, den der Arbeitnehmer im konkreten Einzelfall zahlt.... Aus VereinfachungsgrÅnden kçnnen får die Feststellung der marktåblichen Zinsen die Effektivzinssåtze der Deutschen Bundesbank herangezogen werden.... Von dem sich danach ergebenden Effektivzinssatz kann ein Abschlag von 4 % vorgenommen werden. Aus der Differenz zwischen diesem Maßstabszinssatz und dem Effektivzinssatz des Arbeitgeberdarlehens sind die Zinsverbilligung und der geldwerte Vorteil zu berechnen,....

6 33 2. Ermitteln Sie in einer Åbersichtlichen Darstellung den an Stefan Hetzenegger auszuzahlenden Nettobetrag får den Monat Oktober 2010! 3. Buchen Sie unter Angabe der entsprechenden Euro-Betråge a) die komplette Gehaltsabrechnung bereits Mitte Oktober 2010, b) die Ûberweisung der Sozialversicherungsbeitråge vom betrieblichen Bankkonto am , c) die Ûberweisung des Gehalts an Stefan Hetzenegger vom betrieblichen Bankkonto am Nennen Sie die HÇhe (Euro-Angabe) der Gewinnauswirkung (Gewinn erhçhend, Gewinn mindernd oder Gewinn neutral), die sich aus den Buchungen zu 3. insgesamt ergibt! 2. teil (51,0 Punkte) Bearbeitungshinweis Die nachfolgenden Sachverhalte betreffen ebenfalls den Rundfunk- und Fernsehhåndler Wolfgang Gebhardt (vgl. 1. teil, Allgemeine Angaben). Es soll der niedrigst mçgliche Gewinn ausgewiesen werden. Sachverhalt 1 (28,0 Punkte) In den Bilanzposten Grund und Boden sowie Gebåude ist zum ein Zugang får ein bebautes GrundstÅck enthalten, das W. G. ausschließlich als Werkstatt nutzt. Das in 1998 errichtete Gebåude erwarb W. G. mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom Besitz, Nutzungen und Lasten sind ab dem auf W. G. Åbergegangen; die Eintragung ins Grundbuch erfolgte am % der Anschaffungskosten entfallen unstrittig auf den Wert des Grund und Bodens und 70 % auf das Gebåude. Entwicklung des Kontos Gebåude Der Kaufpreis in HÇhe von ,00 A wurde durch Ûberweisung vom betrieblichen Bankkonto des W. G. beglichen und von ihm wie folgt gebucht: Gebåude ,00 D an Bank ,00 D ,00 A Die Grunderwerbsteuer in HÇhe von 8.400,00 A bezahlte W. G. in HÇhe von 4.000,00 A durch Abbuchung vom betrieblichen Bankkonto. Buchung des W. G.: Gebåude 4.000,00 D an Bank 4.000,00 D 4.000,00 A Der Restbetrag in HÇhe von 4.400,00 A wurde mit einem ESt-Erstattungsanspruch verrechnet und bisher noch nicht gebucht. Die Notarrechnung får die Beurkundung des Kaufvertrages Åber 2.000,00 A zzgl. 380,00 A offen ausgewiesener Umsatzsteuer bezahlte W. G. durch Gegenlieferung eines Fernsehgeråts zum Ladenpreis von 2.380,00 A (inkl. 19 % USt). Buchungen erfolgten hierzu bislang nicht.

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