Übungen Finanzwirtschaft

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1 Übungen Finanzwirtschaft Aufgabe 1 Entscheiden Sie bei den folgenden Geschäftsfällen, welche Finanzierungsarten vorliegen. Tragen Sie Ihre Lösung in die Anlage 1 durch Ankreuzen ein. a) Rohstoffeinkauf auf Ziel b) Einstellung des Jahresüberschusses in die Gewinnrücklage c) Aufnahme eines neuen GmbH-Gesellschafters d) Darlehensaufnahme bei der Bank e) Bildung von Pensionsrückstellungen a) b) c) d) e) Innenfinanzierung Außenfinanzierung Eigenfinanzierung Fremdfinanzierung Tabelle 1: Anlage 1 Aufgabe 2 Die Stahl AG beabsichtigt, eine neue Maschine anzuschaffen. Ihr liegen zwei Angebote vor. De Verantwortliche in dem Unternehmen hat folgende Daten ermittelt: Angebot 1 Angebot 2 Anschaffungskosten Nutzungsdauer fünf Jahre fünf Jahre Jahreskapazität Teile Teile sonstige fixe Kosten pro Jahr gesamte variable Kosten bei jeweiliger Vollauslastung Die Stahl AG schreibt linear ab und rechnet mit einem Kalkulationszinssatz von 8 % auf das durch schnittlich eingesetzte Kapital. Der Verkaufspreis für ein Formteil liegt zurzeit bei 14,50. Unterstellen Sie, dass sich Stück zum Verkaufspreis am Markt absetzen lassen. a) Berechnen Sie, für welches Angebot sich die Stahl AG bei Anwendung der Gewinnvergleichsrechnung entscheiden sollte. b) Erläutern Sie, unter welchen Voraussetzungen die Gewinnvergleichsrechnung und die Kostenvergleichsrechnung zum gleichen Ergebnis bei der Beurteilung von Investitionsalternativen führen. Aufgabe 3 Der Geschäftsführer der Maschinenbau GmbH möchte im Rahmen einer Strategiebesprechung zu folgenden Punkten eine Tischvorlage. Im Einzelnen sind folgende Fragen zu beantworten: a) Den Kunden wird regelmäßig ein Lieferantenkredit eingeräumt. Erläutern Sie, welche Art von Kreditsicherheit die Gesellschaft verwenden sollte. BIBU TLBB

2 b) Für den beantragten Investitionskredit verlangt die Bank die Bereitstellung von Sicherheiten. Erläutern Sie, wie bei Sicherungsübereignung und Verpfändung die Besitz- und Eigentumsverhältnisse zwischen der Bank und dem Kreditnehmer geregelt sind, und geben Sie an, welche Teile des Anlagevermögens für eine eventuelle Verpfändung geeignet sind. Aufgabe 4 Die Motoren GmbH beabsichtigt, zum 1. Januar des nächsten Jahres einen neuen Standort für Produktion und Vertrieb in der Slowakei aufzubauen. Es soll der Finanzplan für die ersten sechs Monate des nächsten Jahres aufgestellt werden. Dem Unternehmen steht für eine eventuelle Inanspruchnahme von Fremdmitteln auf dem Kontokorrentkonto eine bisher nicht in Anspruch genommene Kreditlinie von zu einem Zinssatz von 14 % p. a. bei der Hausbank zur Verfügung. Zusätzlich liegt ein Angebot der Hausbank über einen kurzfristigen sechsmonatigen Sonderkredit Kreditsumme zu einem Zinssatz von 7 % p. a. vor. Mit folgenden Plandaten wird gerechnet: Für den Aufbau des Standortes stehen eigene Mittel in Höhe von zur Verfügung; der Zufluss erfolgt Anfang Januar. Die Anschaffung einer benötigten Produktionsanlage erzeugt auszahlungswirksame Kosten (inkl. Nebenkosten) in Höhe von ; die Hälfte der Zahlung ist sofort im Januar fällig, der Rest in drei gleichmäßigen Raten über einen Zeitraum von drei Monaten. Die Beschaffung der Betriebs- und Geschäftsausstattung erfordert die im Januar sofort bar fällig sind. Die Personalkosten betragen monatlich und führen jeweils im gleichen Monat zu Auszahlungen. Die monatliche Miete für das Gewerbeobjekt beträgt pro Monat und ist im gleichen Monat im Voraus zu zahlen. Die benötigten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden jeden Monat für beschafft und sofort bezahlt; zu Beginn wird das Lager mit zusätzlichen Material zur Reserve ausgestattet und führt zusätzlich in dieser Höhe zu einer Auszahlung. Die produzierten Motoren werden ab Februar verkauft, der Verkaufserlös beträgt monatlich Die Hälfte der Kunden zahlt sofort, vom Rest zahlt die Hälfte nach einem Monat, die weitere Hälfte nach zwei Monaten. Neben den Elektromotoren verkauft das Unternehmen zusätzlich Handelswaren, die ab Januar monatlich für je eingekauft und jeweils im gleichen Monat bezahlt werden. Die Handelswaren werden mit einem Aufschlag von 50 % verkauft. Es wird damit gerechnet, dass ab dem zweiten Monat 40 % eines Monatseinkaufes, im dritten Monat 70 % eines Monatseinkaufes und erst ab dem vierten Monat ständig zu 100 % eines Monatseinkaufes verkauft werden können. Die Handelswaren werden zur Hälfte im Monat des Verkaufes bezahlt, die restliche Zahlung erfolgt jeweils im Folgemonat. a) Erstellen Sie einen Finanzplan für die ersten sechs Monate und ermitteln Sie den jeweiligen monatlichen Saldo. Nutzen Sie dazu die Tabelle in Anlage 2. Hinweis für den Prüfungsteilnehmer: Umsatzsteuer und eventuelle Finanzierungskosten sind nicht zu berücksichtigen. b) Schlagen Sie für die jeweiligen Salden eine sinnvolle Finanzierung (oder Anlage) vor und gehen Sie dabei auf die einzelnen Monatssalden ein. Beschreiben Sie die Auswirkung auf den Finanzplan. BIBU TLBB

3 Monat Januar Februar März April Mai Juni AB; Saldo kumulierter Fehlbetrag/Überschuss /+ Einzahlung eigene Mittel Verkauf Motoren Verkauf Handelswaren Summe Einzahlungen Personalaufwand Kauf Produktionsanlage Miete Kauf Betriebs- und Geschäftsausstattung Einkauf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Kauf Handelswaren Summe Auszahlungen monatlicher Überschuss (+) Fehlbetrag ( ) kumulierter Überschuss (+) Fehlbetrag ( ) Tabelle 2: Anlage 2 - Finanzplan

4 Aufgabe 5 Für das Geschäftsjahr 2013 liegen die folgenden (durchschnittlichen) Werte aus der Strukturbilanz der BAU- MA AG vor: Aktiva Angaben in Tsd. Passiva Anlagevermögen Eigenkapital Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Umlaufvermögen Fremdkapital langfristiges Fremdkapital kurzfristiges Fremdkapital Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die BAUMA AG einen Jahresüberschuss von Tsd. ; für das verzinsliche Fremdkapital zahlte das Unternehmen Zinsen in Höhe von Tsd., das entsprach einem durchschnittlichen Zinssatz von ca. 6 % p. a. Die Verwendung des Jahresüberschusses wurde bereits berücksichtigt. a) Ermitteln Sie anhand der vorliegenden Daten die Eigenkapitalrentabilität und die Gesamtkapitalrentabilität für das Jahr b) Die Eigenkapitalrentabilität kann durch Ausnutzen des Leverage-Effektes erhöht werden. Erläutern Sie die Aussage des Leverage-Effektes und entwickeln Sie in diesem Zusammenhang einen entsprechenden Finanzierungsvorschlag für eine geplante größere Investition. c) Beurteilen Sie unter Bezugnahme auf die vorliegenden Zahlen die möglichen Gefahren, die sich daraus ergeben können. Aufgabe 6 Die Bau GmbH plant die Errichtung eines Gewerbeobjektes. Das Gewerbeobjekt soll zu Beginn des Jahres 2015 fertiggestellt und vermietet werden. Die Bau GmbH rechnet mit Erschließungskosten von , die zu Beginn des Jahres 2014 zu einer Auszahlung führen werden. Außerdem wird mit Baukosten von 3,2 Mio. gerechnet, die bei Fertigstellung zu Beginn des Jahres 2015 in dieser Höhe zu einer Auszahlung führen werden. Das Objekt soll ab Beginn des Jahres 2015 an die BAUMA AG für zehn Jahre fest vermietet werden. Die Jahresmiete soll betragen und ist jeweils jährlich nachschüssig zu zahlen. Sie führt in dieser Höhe zu einer Einzahlung bei der Bau GmbH. (Umsatzsteuer soll nicht berücksichtigt werden.) Die Bau GmbH unterstellt bei ihrer Planung einen Kalkulationszinssatz von 8 % p. a. a) Entscheiden Sie mithilfe der Kapitalwertmethode, ob sich die Investition für die Bau GmbH lohnt, und begründen Sie Ihre Entscheidung. b) Prüfen Sie rechnerisch, ob sich bei einem geänderten Kalkulationszinssatz von 10 % p. a. (z. B. wegen der Erwartung steigender Zinsen) die gleiche Entscheidung ergeben wird, und nehmen Sie dazu Stellung. c) Erklären Sie die möglichen Auswirkungen eines zu hohen Kalkulationszinssatzes auf die zu treffende Investitionsentscheidung. d) Erläutern Sie, welche Aussage über die Höhe des internen Zinsfußes dieser Investition aufgrund der Ergebnisse der Berechnungen aus a) und b) gemacht werden kann (keine neue Berechnung erforderlich). BIBU TLBB

5 Aufgabe 7 Die kurz gefasste Bilanz der BAUMA AG weist folgende Daten auf: Aktiva Bilanz (gekürzt) Passiva Anlagevermögen Tsd. Eigenkapital Tsd. Umlaufvermögen Tsd. Rückstellungen 200 Tsd. Verbindlichkeiten Tsd Tsd Tsd. Das Unternehmen plant die Anschaffung eines Fertigungsautomaten. Die Anschaffungskosten dieses Automaten, der eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von acht Jahren hat, betragen Die Hausbank ist bereit, ein endfälliges Darlehen von mit einer Laufzeit von acht Jahren zu einem Nominalzinssatz von 9 % p. a. gegen Sicherungsübereignung des Automaten zu gewähren. Mit Beginn der Kreditlaufzeit wird ein Disagio von 3,5 % fällig. Die Zinszahlungen sind jeweils am Jahresende zu entrichten. Drei ältere Maschinen werden bei Realisierung des Investitionsvorhabens überflüssig und könnten zum Buchwert von insgesamt verkauft werden. Der Jahresüberschuss des Berichtsjahres beträgt Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung hieraus eine Gewinnausschüttung von vorzuschlagen. Gemäß Gewinn- und Verlustrechnung betrugen die Zinsaufwendungen der BAUMA AG im Berichtsjahr insgesamt a) Stellen Sie zunächst rechnerisch fest, wie hoch der verbleibende Kapitalbedarf (Fehlbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Automaten und dem Investitionsdarlehen) ist und wie dieser durch Innenfinanzierung gedeckt werden kann. b) Ermitteln Sie für die BAUMA AG, ob es unter dem Aspekt der Eigenkapitalrentabilität und unter Be - rücksichtigung der oben gemachten Angaben sinnvoll wäre, die geplante Erweiterung mit weiterem Fremdkapital zu finanzieren. Beziehen Sie in Ihre Überlegung auch den Effektivzinssatz des neuen Darlehens ein. Das Unternehmen geht von einer gleichbleibenden Gesamtkapitalrentabilität wie im Berichtsjahr aus. c) Ermitteln Sie die derzeitige Eigenkapitalquote und den Verschuldungsgrad (jeweils vor der geplanten Investition). Stellen Sie verbal dar, wie sich die beiden Kennzahlen durch die Fremdfinanzierung der Investition verändern würden (ohne Berechnung). d) Erläutern Sie, ob Sie der BAUMA AG die Finanzierung der Investition durch weiteres Fremdkapital empfehlen würden, und nennen Sie zwei Risiken. BIBU TLBB

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