Ritter Rost und die Räuber

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1 Ritter Rost und die Räuber Wie Kinder die Glücksspielabhängigkeit des Vaters oder der Mutter erleben und verarbeiten

2 Definition Co-Abhängigkeit: Co-Abhängigkeit bezeichnet die Bereitschaft der Angehörigen (Arbeitskollegen), für den Erkrankten etwas Gutes zu tun, zu helfen, seinen Wünschen entgegen zu kommen, Kontrollfunktionen auszuüben und Verantwortung zu übernehmen. Man nennt dies auch die heimliche Unterstützung der Sucht. Bei der Co-Abhängigkeit sind demnach beide abhängig (krank), sowohl der Suchtmittelabhängige wie der Betroffene Co-Abhängige. Co-Abhängigkeit betrifft etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland.

3 Drei Lebensbereiche, in denen sich Co-Abhängigkeit abbildet In Ehe und Partnerschaft In Eltern-Kind-Beziehung Am Arbeitsplatz Drei Phasen der Co-Abhängigkeit Die Beschützer- oder Erklärungsphase Die Kontrollphase Die Anklagephase

4 Kinder in Familien mit einem glücksspielabhängigen Elternteil Ca Kinder leben in einer Familie mit einem glücksspielabhängigen Elternteil Sie haben ein sechsfach erhöhtes Risiko, ebenfalls suchtkrank zu werden Kinder in Suchtfamilien werden parentifiziert Familiengeheimnisse belasten die kindliche Seele

5 In Suchtfamilien Wird gelogen Vereinsamen Kinder Müssen Kinder funktionieren Herrscht oft ein Klima von Angst Ist das Geld knapp

6 In Suchtfamilien erleben Kinder Verleugnung häufige Stimmungsschwankungen bei den Eltern einen häufigen Wechsel von Bezugspersonen Mißbrauch und abnorme Beziehungsmuster Zurückweisung und Vernachlässigung Inkonsequenz und Unberechenbarkeit

7 Exkurs Bindungsformen Sicher: Eltern fordern und fördern, stehen zur Seite, bieten Raum zur Exploration Ambivalent: Eltern sind desinteressiert; Erwachsener fehlt nicht Verstrickt: Eltern überfürsorglich, keine Exploration möglich In Suchtfamilien häufig: Mutter verstrickt, Vater abweisend; Kinder wachsen ängstlich auf; werden häufig zu aggressiven Jugendlichen Nach Prof. Dr. Strauß, Jena

8 Warnsignale Verhaltensauffälligkeiten Rückzug Schlechte schulische Leistungen Suizidale Krisen Emotionale Verflachung und Kontaktstörung Aggressivität,Unruhe,Hyperaktivität, depressiven Rückzug

9 Unterstützung für Kinder aus Suchtfamilien Zuverlässige Bezugspersonen Eltern/Erzieher haben Vorbildfunktion Ein besseres Verständnis der Abhängigkeitserkrankung entwickeln; offener Umgang mit dem Thema in der Familie Wieder miteinander und mit anderen sprechen

10 Unterstützung für Kinder aus Suchtfamilien Übung in Wahrnehmung eigener Gefühle und Impulse Konflikte nicht vermeiden (fördert Nähe!) Akzeptieren, dass das Leid/die Schmerzen zur Sucht und zur Überwindung der Sucht dazu gehören Stärkung des Selbstwertgefühls Pflege von eigenen Lebensbereichen (Hobbys ) Hilfe vom Jugendamt (insbesondere Familienhilfe), Schule, SHG wie Alateen, Beratungsstellen für Suchterkrankungen, Fachkliniken

11 Sieben Regeln gegen Sucht und Gewalt Kinder brauchen seelische Sicherheit Kinder brauchen Anerkennung und Bestätigung Kinder brauchen Freiraum und Beständigkeit Kinder brauchen realistische Vorbilder Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt Kinder brauchen Träume und Lebensziele Aus SuchtHilfe aktuell, 3/12

12 Literatur Aßfalg, R: Die heimliche Unterstützung der Sucht. Co-Abhängigkeit. Neuland, Hamburg 1990 Jörg Hilbert/Felix Janosa: Ritter Rost und die Räuber. Terzio, Möllers &Bellinghausen Verlag GmbH, München 2008 Petry, Jörg (Hg.): Differentielle Behandlungsstrategien bei pathologischen Glücksspielern. Lambertus, Freiburg 2013

13 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit

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