Betriebliche Erfahrungen aus hessischen Krankenhaus-Privatisierungen - Studie. zur Personalsituation. 01. März Nils Böhlke

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1 Betriebliche Erfahrungen aus hessischen Krankenhaus-Privatisierungen - Studie zur Personalsituation Nils Böhlke 01. März 2012

2 2 Inhalt Privatisierungen in Deutschland und in Hessen ein Überblick Auswirkungen auf die Belastungssituation der Beschäftigten bei unterschiedlichen Trägern Fallbeispiel Uniklinikum Marburg/Gießen Ausblick

3 3 Privatisierung in Deutschland

4 4 Trägerschaft von Krankenhäusern in Deutschland (in %)

5 5 Trägerschaft von Krankenhäusern in Deutschland (in %)

6 6 Privatisierung von Krankenhäusern 1. Welle (ab 1991) vorwiegend in Ostdeutschland 2. Welle (ab 2000) Ost- und Westdeutschland Privatisierung von großen Häusern Übernahmen/Fusionen von privaten Krankenhäusern Zukunft??? bis zu 50% aller Krankenhäuser in privater Hand???

7 7 Marktanteil privater Krankenhäuser nach Betten (in %)

8 8 Trägerschaft von Krankenhäusern in Hessen (in %)

9 9 Trägerschaft von Krankenhäusern in Hessen (in %)

10 10 Inhalt Privatisierungen in Deutschland und in Hessen ein Überblick Auswirkungen auf die Belastungssituation der Beschäftigten bei unterschiedlichen Trägern Fallbeispiel Uniklinikum Marburg/Gießen Ausblick

11 11 Tarifbindung von Krankenhäusern in Deutschland* Öffentlich Freigemeinnützig Privat Öffentlicher Dienst (TVÖD/TV L) 85,7% 8,1% 14,1% Haustarifverträge 3,1% - 20,3% Sonstige Tarifverträge** 10,7% 17,3% 41,6% *bezogen auf alle Beschäftigten mi Ausnahme der Ärzte Sonderregelungen in kirchlichen Krankenhäusern - 73,6% - **einschließlich des Branchentarifvertrages mit einer christlichen Gewerkschaft. Kein Tarifvertrag 0,5% 1,0% 24,0% Quelle: Blum/Offermanns et al. 2007:

12 12 Anzahl der durchschnittlich pro Vollkraft zu versorgenden Belegungstage in Intensivbehandlung in Hessen (2010)

13 13 Inhalt Privatisierungen in Deutschland und in Hessen ein Überblick Auswirkungen auf die Belastungssituation der Beschäftigten bei unterschiedlichen Trägern Fallbeispiel Uniklinikum Marburg/Gießen Ausblick

14 14 Folgen der Privatisierung für die Beschäftigten Erste Veränderungen im Oktober 2006 durch die Bekanntgabe der Benchmarkzahlen Personalabbau bei Benchmarküberschreitungen (ohne Strukturveränderungen) Abbau vor allem in den patientenfernen Bereichen Von 2006 bis 2008 Abbau über das Auslaufen befristeter Verträge oder Verrentungen (im Rahmen von Betriebsvereinbarungen) Keine Kündigungen

15 15 Folgen der Privatisierung für die Beschäftigten Erheblich steigendes Arbeitsvolumen Überlastungsanzeigen Massive Zunahme der Überstunden Einstellung von Peronalservicekräften und Arzt-Patienten- Manager bei größeren Engpässen Ersetzung teurer durch billigere Arbeitskräfte Beispiel Arzt-Assistent-Patientenmanager zur Kodierung der DRGs (werden auf den Ärzteschlüssel angerechnet) Problem: Anrechnung der schlechter ausgebildeten Kräfte auf den Personalschlüssel

16 16 Folgen der Privatisierung für die Beschäftigten Rhön schließt ausschließlich Haustarifverträge ab Tarifniveau ist nur durch Arbeitskampfmaßnahmen zu halten gewesen Servicebereiche wurden ausgegliedert Schlechtere Tarife für Altbeschäftigte Arbeiter- und Servicebereiche werden geringer geschätzt Kritische Medienberichte führen zu Reaktionen des Arbeitgebers

17 17 Inhalt Privatisierungen in Deutschland und in Hessen ein Überblick Auswirkungen auf die Belastungssituation der Beschäftigten bei unterschiedlichen Trägern Fallbeispiel Uniklinikum Marburg/Gießen Ausblick

18 18 Ausblick Wirtschaftskrise Schlechtere Finanzlage der Länder und Kommunen (-17 Mrd. ) Schlechtere Finanzlage der Krankenkassen (Arbeitslosigkeit) Private Krankenhauskonzerne gehen von Übernahmeschlachten aus Rhön hat eine Kapitalaufstockung über 500 Mio. Euro vorgenommen Im Rhein-Main-Gebiet gibt es viele große Kliniken. Die meisten haben alte Gebäude und Ausstattungen, die den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Auf jeden Fall haben die Kommunen zu wenig Geld für die notwendigen Investitionen - die privaten Träger können hingegen einfach einen Kredit aufnehmen und zu bauen anfangen. Trotz der Zinslasten gelingt es den Privaten regelmäßig nach wenigen Jahren, die Kliniken mit Gewinn zu betreiben. Rainer Greunke, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft

19 19 Ausblick Privatisierungsskepsis Bereits vor der Krise 63% gegen Privatisierung von Krankenhäusern Fast 90% gegen Privatisierung in einem Bürgerentscheid im Rottal-Inn- Kreis (Gegen CSU, FDP, FWG, Grüne) 84 % gegen die Umwandlung der städtischen Eigenbetriebe in eine GmbH in Dresden (gegen CDU, FDP und Grüne) Bürgerbegehren Wiesbaden Ver.di: Gleiche Bedingungen herstellen Tariflich (Flächentarifverträge oder TVÖD-ähnlich) Der Deckel muss weg! Investitionsstau aufheben (Konjunkturprogramm)

20 20

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