Hat Niedriglohn ein Geschlecht? Entwicklung des Niedriglohnsektors und der geringfügigen Beschäftigung

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1 Hat Niedriglohn ein Geschlecht? Entwicklung des Niedriglohnsektors und der geringfügigen Beschäftigung Veranstaltung Einfach nicht genug zum Leben unfreiwillige Teilzeitarbeit und MiniJobs! am 27. Mai 2009 in Berlin Dr. Claudia Weinkopf Forschungsabteilung Flexibilität und Sicherheit (FLEX)

2 Inhalt Vorbemerkung Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland Geringfügige Beschäftigung Fazit und Herausforderungen

3 Vorbemerkungen Hat Niedriglohn ein Geschlecht? Sprachlich: DER Niedriglohn?! DIE Niedriglohnarbeit?! Faktisch: Mehr als zwei Drittel der Niedriglohnbeschäftigten sind Frauen Dies ist auch eine der Ursachen für die besonders großen geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede in Deutschland Was ist eigentlich freiwillig, was unfreiwillig im Kontext von Niedriglohn, Teilzeitarbeit und Minijobs? Welche Rolle spielen individuelle Wünsche? Welche Rolle spielen strukturelle Rahmenbedingungen, Institutionen, Macht- und Geschlechterverhältnisse?

4 Niedriglöhne in Deutschland Deutschland galt lange als ein Land mit einer geringen Lohnspreizung Bis vor wenigen Jahren hieß es oft, man müsse Niedriglöhne erst noch einführen Tatsächlich ist der Niedriglohnsektor aber deutlich gewachsen Die genauen Zahlen weichen im Detail voneinander ab je nach Definition von Niedriglöhnen, Datensatz und Grundgesamtheit

5 Was ist ein Niedriglohn? OECD-Definition: Lohn in Höhe von bis zu zwei Dritteln des gesamtwirtschaftlichen Medians IAQ-Berechnungen mit zwei Datensätzen SOEP (Stundenlohn): alle abhängig Beschäftigten* (einschließlich Teilzeit- und Minijobs) BA-Daten (Monatslohn): Vollzeitbeschäftigte * Ohne Auszubildende, Praktikant/innen, Selbständige, Mithelfende Familienangehörige, Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Beschäftigte in Behindertenwerkstätten, Wehr- und Zivildienstleistende, Beschäftigte in Altersteilzeit Ebenfalls ausgeschlossen: Schüler/innen, Studierende, Rentner/innen

6 Niedriglohnschwellen und -anteile (alle Beschäftigten, 2006) Niedriglohnschwelle (brutto pro Stunde) Niedriglohnanteil Zahl der Betroffenen Getrennte Niedriglohnschwellen für Ost und West Einheitliche Niedriglohnschwelle 9,61 (West) 6,81 (Ost) 9,13 Westdeutschland 22,2% 19,1% Ostdeutschland 22,1% 41,1% Deutschland 22,2% 22,6% Deutschland 6,5 Millionen 6,6 Millionen Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

7 Niedriglohnanteile (alle abhängig Beschäftigten, Ost-West-differenzierte Niedriglohnschwellen, in %) 25% 20% Westdeutschland Ostdeutschland Deutschland 17,5 17,4 17,8 17,5 19,7 21,9 22,2 22,1 20,1 22,2 15% 14,4 15,0 10% 5% 0% Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

8 Ausweitung des Niedriglohnsektors Starker Anstieg zwischen 1995 und 2006 um rund 43% (Zahl der Betroffenen) um rund 48% (gemessen am prozentualen Anteil) Zahl der Betroffenen ist allein zwischen 2004 und 2006 um rund gestiegen Obwohl gleichzeitig Niedriglohnschwellen und Durchschnittslöhne im Niedriglohnsektor gesunken sind

9 Die Lohnschere geht auseinander Lohnentwicklung (inflationsbereinigt) Insgesamt: +0,2% Unteres Quartil: -13,7% Zweites Quartil: -3,2% Drittes Quartil: +4,8% Oberes Quartil: +3,5%

10 Struktur der Niedriglohnbeschäftigten (2006) Knapp drei Viertel (73,6 %) haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschluss Gut zwei Drittel sind Frauen (68,1%) Rund drei Viertel sind im mittleren Alter (25 bis 54 Jahre) Ähnliche Verteilung auch bei Vollzeitbeschäftigten mit Niedriglohn Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

11 Branchen mit hohen Niedriglohnanteilen (2006) Gastgewerbe: 63% Landwirtschaft: 47% Einzelhandel: 40% Ernährungsgewerbe: 37% Unternehmensbezogene Dienstleistungen: 36% Gesundheits- und Sozialwesen: 24% Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

12 Niedriglohnanteile nach Beschäftigungsform (in % aller Beschäftigten der jeweiligen Kategorie) Vollzeitbeschäftigte 11,0 14,3 Svp Teilzeitbeschäftigte 22,2 23,4 Minijobber/innen 86,0 91,7 Insgesamt 15,0 22,2 Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

13 Niedriglohnbeschäftigte nach Beschäftigungsformen Vollzeitbeschäftigte 57,9 46,2 Svp Teilzeitbeschäftigte 27,2 24,0 Minijobber/innen 14,9 29,7 Gesamt Teilzeitbeschäftigte sind nunmehr in der Mehrheit, aber auch Vollzeitbeschäftigte arbeiten zunehmend für Niedriglöhne Quelle: IAQ-Berechnungen auf der Basis des SOEP

14 Frauen sind von Niedriglöhnen besonders betroffen Zwei von drei Niedriglohnbeschäftigten sind weiblich Deutliche Ost-West-Unterschiede (70% vs. 57% Frauen) Fast jede dritte erwerbstätige Frau arbeitet für Niedriglohn Bei Frauen kommen besonders häufig niedrige Stundenlöhne und kurze Arbeitszeiten zusammen Rund 60% der weiblichen Niedriglohnbeschäftigten arbeiten in Teilzeit oder Minijobs (Männer: nur gut 20%) Strittig: Spricht das für oder gegen Mindestlöhne?

15 Vor allem Teilzeitbeschäftigte = kein Problem?! Teilzeit- und Minijobs sind (..) nicht auf Existenzsicherung angelegt, sondern stellen meist eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit dar. (DIW-Stellungnahme von Februar 2008) Nur ein Zuverdienst?! Fraglich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind zwei von drei TZ-Beschäftigten auf ihren Verdienst angewiesen (in Ostdeutschland sogar drei Viertel) Außerdem ist die Absicherung im Haushaltskontext nicht zwingend stabil

16 Andere Sichtweise Eigenständige Existenzsicherung von Frauen ist besonders schwierig (bis unmöglich), wenn kurze Arbeitszeiten und niedrige Stundenlöhne zusammen kommen Negative Auswirkungen auch auf die Absicherung im Alter und bei Arbeitslosigkeit Insbesondere bei Minijobs werden von Arbeitgebern häufig (rechtswidrig) Lohnabschläge vorgenommen und weitere Ansprüche vorenthalten Dies setzt auch die Löhne insgesamt unter Druck

17 Regulierung geringfügiger Beschäftigung ein Schritt vor und zwei zurück Ziel der Reform 1999: (begrenzte) Eindämmung Steuer- und Sozialversicherungspflicht für Nebenjobs Ziel der Reform 2003: Ausweitung kleiner Jobs und Legalisierung von Schwarzarbeit Erhöhung der Verdienstgrenze auf 400 und Abschaffung der Arbeitszeitgrenze (max. 15 Stunden pro Woche) Sonderregeln für Privathaushalte als Arbeitgeber Erneute Befreiung der Nebenjobs Einführung einer Gleitzone bei Monatsverdienst bis 800

18 Entwicklung der geringfügigen Beschäftigung Ausschließlich geringfügig Beschäftigte Zunahme zwischen 1999 und 2008: +33,5% Minijob als Nebenjob Zunahme zwischen 2003 und 2008: +89,7% Frauenanteil bei Minijobs: 64% insgesamt (September 2008) Bei ausschließlich geringfügig Beschäftigten: 67,7% im Nebenjob: 56,4%

19 Zahl der Minijobs (jeweils Ende Juni) Quelle: Eigene Darstellung nach BA-Daten; Angaben zu Nebenjobs erst ab 2003

20 Minijobs = Einladung zum Lohndumping? Aber Unternehmen brauchen die Kostenund Flexibilitätsvorteile von Minijobs (oftmals zu hören) bei legalem Verhalten der Arbeitgeber sind Minijobs nicht billiger, sondern teurer als andere Arbeitsverhältnisse Diskriminierungsverbot im TzBfG gilt auch für Beschäftigte in Minijobs; Lohnabschläge sind illegal Oft werden nur tatsächlich geleistete Arbeitsstunden bezahlt (kein bezahlter Urlaub und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder an Feiertagen) Ungleichbehandlung wird stillschweigend geduldet

21 Fazit und Herausforderungen (1) Frauen sind von Niedrig- und Niedrigstlöhnen besonders häufig betroffen Niedrige Stundenlöhne und kurze Arbeitszeiten kommen oft zusammen Minijobber/innen werden fast immer schlecht bezahlt brutto für netto gleicht dies nicht aus, weil es zahlreiche weitere Benachteiligungen gibt (und maximal 400 pro Monat verdient werden können) Aufhebung der Arbeitszeitbeschränkung hat Schleusen für Niedrigstlöhne weiter geöffnet Mehr als 30% der Beschäftigten in Minijobs verdienen weniger als 5 pro Stunde!

22 Fazit und Herausforderungen (2) Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland geht einher mit sinkenden durchschnittlichen Arbeitszeiten Anders als in anderen Ländern wird bezahlte Arbeit innerhalb der Frauen umverteilt, nicht zwischen Männern und Frauen Gleichzeitig sinkt der Anteil der Haushalte, in denen der Mann der Familienernährer ist Wichtige Herausforderung: Förderung der Aufstiegsmobilität im doppelten Sinne In besser bezahlte Beschäftigung In längere Teilzeit- oder Vollzeitarbeit

23 Fazit und Herausforderungen (3) Wie lässt sich die Abwärtsspirale bei den Löhnen vor allem im unteren Einkommensbereich stoppen? Einführung verbindlicher Lohnuntergrenzen für alle Branchen Wie kann die weitere Fragmentierung von Arbeitsverhältnissen aufgehalten werden? Aufhebung des Sonderstatus von Minijobs Mögliche Sofortmaßnahme: Equal Pay und Equal Treatment nicht nur bei Leiharbeit einfordern, sondern auch und insbesondere bei Minijobs durchsetzen!

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