Vorlesung Enterprise Resource Planning. WS 2007/2008 Vorlesungseinheit 1: Einführung in ERP

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1 Vorlesung Enterprise Resource Planning WS 2007/2008 Vorlesungseinheit 1: Einführung in ERP

2 Gliederung 1. Struktur der Vorlesung 2. Kurzdarstellung J&M Management Consulting 3. Modulstruktur von ERP-Systemen 4. Organisationseinheiten von ERP-Systemen 2

3 Thema der Vorlesung: ERP-Systeme (1/2) ERP-Systeme = integrierte umfassende betriebswirtschaftliche Standard-Software-Systeme Standard-Software-Systeme: Hersteller von ERP-Systemen sind SAP AG, Oracle, Intentia, Microsoft usw. betriebswirtschaftlich: Ziel von ERP-Systemen ist die Unterstützung von betrieblichen Geschäftsprozessen, insbesondere die Abwicklung und Buchung von Geschäftstransaktionen. umfassend: Ein ERP-System besteht aus einer Vielzahl von Modulen, die in ihrer Gesamtheit die wesentlichen Geschäftsprozesse in einem Industrie- Unternehmen unterstützen. 3

4 Thema der Vorlesung: ERP-Systeme (2/2) integriert: Die Module eines ERP-Systems sind untereinander integriert, so daß ein Geschäftsprozeß, der mehrere funktionale Organisationseinheiten in einer Organisation betrifft, durchgängig durch das ERP-System unterstützt wird. Kunde Anfrage nach ETO-Produkt* *ETO = Engineer-to-Order Auftragserteilung Auftrags- Management Entwicklung Einkauf Produktion Kostenrechnung unterstützt durch ERP-System Annahme der Anfrage technische Prüfung/Entwicklung Verhandlung mit Lieferanten Planung Prod.-Kosten Preiskalkulation Angebot Auftragsbestätigung Produktionsplanung 4

5 1. Vorlesungseinheit: Einführung in ERP Anforderungen an ERP Systeme Modularer Aufbau Architektur Organisationsstrukturen 5

6 2. Vorlesungseinheit: Basistechnologie + Navigation Entwicklungsplattform Kommunikationsschnittstellen Änderungs- und Transport-Management Systemdienste An- und Abmelden am System SAP-Bildschirm SAP Menübaum & Favoriten Aufruf von Transaktionen 6

7 3. Vorlesungseinheit: Materialwirtschaft Physische Bestandsaufnahme (Inventur-Szenarien) Sonderthemen: Chargenverwaltung, Serialnummernverwaltung, Handling Unit Management Lagerabwicklung Lagerstruktur, Besonderheiten der Lagertypen Lagerinterne Abläufe (Transporte) In-/Outbound-Prozesse Ein-/Auslagerungs-Strategien Kommissionierung (einstufig, mehrstufig) 7

8 4. Vorlesungseinheit: Logistikplanung Absatz- und Produktionsgrobplanung Programmplanung Materialbedarfsplanung Planauftragsbearbeitung Planauftragsumsetzung. 8

9 5. Vorlesungseinheit: Verkauf Vorverkaufsaktivitäten Auftragsabwicklung Versand Fakturierung Integration zum Rechnungswesen. 9

10 6. Vorlesungseinheit: Produktion Stammdaten der Produktion Fertigungsauftragsmanagement Anonyme Lagerfertigung Auftragsbezogene (Kundeneinzel-)Fertigung 10

11 7. Vorlesungseinheit: Beschaffung Einkaufsorganisation Anfrage-/Angebotsbearbeitung Bestellabwicklung Preissteuerung Rechnungsprüfung 11

12 8. Vorlesungseinheit: Financials Finanzbuchhaltung Hauptbuchhaltung Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung Anlagenbuchhaltung Integration in die Logistik Beispiel: Erhöhung des Umlaufvermögens nach logistischer Wareneingangsbuchung in der Logistik Controlling Kostenstellenrechung Kostenartenrechnung Integration in die Logistik am Beispiel Leistungsverrechnung im Rahmen von Zeitrückmeldungen zum Fertigungsauftrag 12

13 9. Vorlesungseinheit: Integrierte Abwicklung von Geschäftsvorfällen Integrierte ERP-Abwicklung eines Kundenauftrags 1. Auftragserfassung im Verkauf 2. Bedarfsübergabe an Disposition 3. Fertigung 4. Wareneingang Lager 5. Kommissionierung 6. Versand 7. Fakturierung 8. Überleitung Rechnungswesen 13

14 10. Vorlesungseinheit: Qualitätsmanagement, Instandhaltung Qualitätsmanagement Integration in Materialbewegungen Beispiel: Prüfloserzeugung im Wareneingang Instandhaltung Störungsbedingte Instandhaltung Planbare Instandhaltung Planmäßige Instandhaltung 14

15 Literaturangaben zur Vorlesung mysap SCM Materialwirtschaft, Andrea Bauer, Gisela Gratzl, Addison-Wesley, 2004 Produktionsplanung und -steuerung mit SAP, Jörg Thomas Dickersbach, Gerhard Keller, Klaus Weihrauch, SAP PRESS, 2006 mysap Einführung, Peter Türk, Gisela Gratzl, Karsten Petri, Michael Vetter, Addison- Wesley, 2003 SAP Prozesse: Planung, Beschaffung und Produktion, Thomas Teufel, Jürgen Röhricht, Peter Willems, Addison-Wesley, 2000 SAP R/3: Einführung mit ASAP, Hartwig Brand, Galileo Press GmbH, 2000 SAP R/3 prozeßorientiert anwenden, 3. Auflage, Gerhard Keller & Partner, Addison- Wesley, 1999 SAP R/3 Business Blueprint: Business Engineering mit den R/3 -Referenzprozessen, Thomas Aidan Curran, Gerhard Keller, Addison-Wesley, 1999 ABAP/4 Die Programmiersprache des SAP-Systems R/3 Bernd Matzke, 3. erweiterte Auflage, Addison-Wesley,

16 Gliederung 1. Struktur der Vorlesung 2. Kurzdarstellung J&M Management Consulting 3. Modulstruktur von ERP-Systemen 4. Organisationseinheiten von ERP-Systemen 16

17 Committed to Success Facts & Figures Founded in 1997 Dusseldorf, Mannheim, Munich, Brussels, Shanghai, Zurich 160 Employees Assignments Global Assignments for European Customers Integrated Consulting Services Management Consulting Process & IT Consulting 17

18 Expertise matters. Experience too. Functional Expertise Business Strategy Financial Management Supply Chain Management Manufacturing & Logistics PLM CRM Business Intelligence Information Technology Industry Experience Chemicals Pharmaceuticals Consumer Products & Retail High-Tech & Electronics Automotive Industrial Machinery & Components 18

19 Industries Selected Customers Chemicals Pharmaceuticals CPG & Retail High-Tech & Electronics Automotive 19

20 Business Networking j&m has been the initiator and a Competence Partner of SCM World since 2003 September 27/28, 2006, Stuttgart, Germany Universities of Mannheim, Karlsruhe, Augsburg and Hamburg Research groups SCM SCM textbook, 3rd edition University of St. Gallen Research group SCM Special Expertise Partner (SEP) Supply Chain Management & APO, LES, SAP NetWeaver Business Intelligence, Pharmaceutical & Chemical Industry, Consumer Products, Automotive 20

21 Gliederung 1. Struktur der Vorlesung 2. Kurzdarstellung j&m Management Consulting 3. Modulstruktur von ERP-Systemen 4. Organisationseinheiten von ERP-Systemen 21

22 Anforderungen an ERP-Systeme (1/3) 1. Abdeckung der wesentlichen betriebswirtschaftlichen Funktionalitäten 2. Hohe Modularität bei gleichzeitiger Integration der Module untereinander 3. Unterstützung internationaler Anforderungen Mehrsprachigkeit Unicode-Fähigkeit (Darstellung asiatischer Schriften) Landesspezifische Funktionalitäten (z.b. Personalabrechnung für verschiedene Länder unter Berücksichtigung der nationalen Gesetzgebung und Steuersätze) 4. Lauffähigkeit auf verschiedenen Rechner- und Betriebssystem-Plattformen 22

23 Anforderungen an ERP-Systeme (2/3) 5. Skalierbarkeit Das ERP-System ist in der Lage, von kleinen Anwendungs-Szenarien auf große und sehr große Szenarien zu skalieren (sich anzupassen). Skalierbarkeit kann durch eine Client-Server-Architektur erreicht werden. Beim SAP R/3-System können für Datenbank, Applikation und Präsentation jeweils eigene Server eingesetzt werden (für Applikation und Präsentation können sogar mehrere Server eingesetzt werden). 23

24 Anforderungen an ERP-Systeme (3/3) 6. Portabilität ERP-Systeme sind auf allen wesentlichen Betriebssystemen und HW- Plattformen einsetzbar. Wichtigste Betriebssysteme: Unix (HP-UX, Solaris, Linux), Windows (NT) Wichtigste HW-Plattformen: Intel-Server, Sun-Sparc, IBM AS/400, IBM Mainframe 7. Offenheit ERP-Systeme ermöglichen durch standardisierte Schnittstellen die Integration mit anderen SW-Systemen (Datenaustausch, Funktionsaufruf) Beispiele für Schnittstellen-Standards: TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol), SQL (Structured Query Language), ODBC (Open Data Base Connectivity), RFC/RPC (Remote Function Call/Remote Procedure Call), OLE (Object Linking and Embedding) 8. Grafische Bedieneroberfläche 24

25 Behandlung konkreter ERP-Systeme in der Vorlesung Die Vorlesung stellt die Grundlagen moderner ERP-Systeme vor. Die Prinzipien von ERP-Systemen werden am Beispiel des ERP-Systems SAP R/3 Enterprise (SAP ERP) dargestellt. Die dargestellten Prinzipien gelten jedoch auch für andere ERP-Systeme, bspw. Oracle Applications, Peoplesoft und Intentia. 25

26 Struktur von ERP-Systemen ERP-Systeme werden i.a. in die Anwendungsbereiche Rechnungswesen, Logistik und Personalwirtschaft strukturiert. Innerhalb dieser Anwendungsbereiche unterscheidet man mehrere Anwendungskomponenten (diese werden auch Module genannt). Komplexe Anwendungskomponenten werden wieder in Unterkomponenten geteilt. Jede Anwendungskomponente bzw. Unterkomponente beinhaltet bestimmte betriebswirtschaftliche Funktionalitäten des Anwendungsbereichs, die logisch zusammengehören. 26

27 SAP R/3 Module Quelle: SAP AG 27

28 Module Überblick Kunden Lieferanten Einkauf Lager Rechnungsprüfung SD Vertrieb Versand Fakturierung MM Informationssystem Absatz- und Produktionsgrobplanung Programm-/ Leitteileplanung Materialbedarfsplanung Kapazitätsplanung Fertigungssteuerung Kalkulation Prozessteuerung PP Projekte Netzpläne PS PM Wartung Reparatur Instandhaltung Service Mgmt. QM Prüfplanung Prüfabwicklung FI Kostenrechnung Finanzwesen CO AM Anlagen HR Personal Quelle: SAP AG 28

29 Betriebswirtschaftliche Anwendungskomponenten von SAP R/3 Enterprise (1/4) Anwendungsbereich Rechnungswesen Anwendungskomponente (Modul) deutsche Bezeichnung Finanzwesen Treasury Investitionsmanagement Controlling Unternehmenscontrolling Anwendungskomponente (Modul) englische Bezeichnung Financial Accounting Treasury Capital Investment Management Controlling Enterprise Controlling Kürzel FI TR IM CO EC 29

30 Betriebswirtschaftliche Anwendungskomponenten von SAP R/3 Enterprise (2/4) Anwendungsbereich Rechnungswesen Anwendungskomponenten Finanzwesen FI (Beispiel) Anwendungsunterkomponente deutsche Bezeichnung Hauptbuchhaltung Debitorenbuchhaltung Kreditorenbuchhaltung Anlagenbuchhaltung Anwendungsunterkomponente englische Bezeichnung General Ledger Accounts Receivable Accounts Payable Asset Accounting Kürzel FI-GL FI-AR FI-AP FI-AA 30

31 Betriebswirtschaftliche Anwendungskomponenten von SAP R/3 Enterprise (3/4) Anwendungsbereich Logistik Anwendungskomponente (Modul) deutsche Bezeichnung Vertrieb Materialwirtschaft Logistics Execution Qualitätsmanagement Instandhaltung Kundenservice Produktionsplanung und steuerung Projektsystem Umweltmanagement Anwendungskomponente (Modul) englische Bezeichnung Sales and Distribution Materials Management Logistics Execution Quality Management Plant Maintenance Customer Service Production Planning and Control Project System Environment Management Kürzel SD MM LE QM PM CS PP PS EHS 31

32 Betriebswirtschaftliche Anwendungskomponenten von SAP R/3 Enterprise (4/4) Anwendungsbereich Personalwirtschaft Anwendungskomponente (Modul) deutsche Bezeichnung Personalmanagement Personalzeitwirtschaft Personalabrechnung Veranstaltungsmanagement Anwendungskomponente (Modul) englische Bezeichnung Personnel Management Personnel Time Management Payroll Training and Event Management Kürzel PA PT PY PE 32

33 Basiskomponenten von SAP R/3 Neben den betriebswirtschaftlichen Anwendungskomponenten besitzt ein ERP- System auch Basiskomponenten. Die Basiskomponenten stellen die technische Infrastruktur für die Anwendungskomponenten bereit. Basiskomponente deutsche Bezeichnung ABAP-Laufzeitumgebung Change & Transport-System Datenbankschnittstelle Frontend Services ABAP-Workbench Dokumentations- und Übersetzungswerkzeuge CATT Computer Aided Test Tool Basiskomponente englische Bezeichnung ABAP Runtime Environment Change & Transport-System Database Interface Frontend Services ABAP Workbench Documentation and Translation Tools CATT Computer Aided Test Tool Kürzel BC-ABA BC-CTS BC-DB BC-FES BC-DWB BC-DOC BC-CAT 33

34 Anwendungsübergreifende Komponenten von SAP R/3 Neben den betriebswirtschaftlichen Anwendungskomponenten besitzt ein ERP- System auch anwendungsübergreifende Komponenten. Anwendungsübergr. Komponente deutsche Bezeichnung Europäische Währungsunion: Euro Dokumentenverwaltung Klassensystem Idoc-Schnittstelle für EDI (Electronic Data Interchange) Arbeitszeitblatt Datenarchivierung Anwendungsübergr. Komponente englische Bezeichnung European Monetary Union: Euro Document Management System Classification System Idoc Interface for EDI (Electronic Data Interchange) Time Sheet Archiving Kürzel CA-EUR CA-DOC CA-CL CA-EDI CA-TS CA-ARC 34

35 Architektur ab Release 4.6C SAP R/3 4.7 Quelle: SAP AG 35

36 mysap Business Suite Quelle: SAP AG 36

37 Technology Client Server Architektur 37

38 Präsentationsschicht - Client Die Präsentationsschicht ist die Kommunikationsschnittstelle zwischen SAP R/3 und den Anwendern. Die SW-Komponente der Präsentationsschicht heißt SAP GUI (Graphical User Interface). Ein SAP GUI wird auf dem PC installiert, über den der Anwender auf das SAP- System zugreift und mit diesem interagiert. 38

39 Applikationsschicht Die Applikationsschicht realisiert die betriebswirtschaftlichen Anwendungskomponenten und ist daher der zentrale Teil eines SAP R/3- Systems. Die Applikationsschicht besteht aus einem oder aus mehreren Applikationsservern. Jeder Applikationsserver erzeugt bei seinem Start eine Menge von Systemprozessen, die in ihrer Gesamtheit die R/3-Applikation bilden. Ein Messageserver dient der Kommunikation zwischen den Applikationsservern. Die R/3-Anwendungsprogramme sind in der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP (Advanced Business Application Programming) erstellt und laufen in der Applikationsschicht. ABAP-Programme kommunizieren mit dem Messageserver, mit der zentralen SAP-Datenbank und mit den SAP-GUIs. 39

40 Datenbankschicht Die Datenbankschicht besteht aus einem einzigen zentralen Datenbanksystem, in dem alle Daten des R/3-Systems verwaltet werden. Pro SAP R/3-System gibt es somit nur ein Datenbanksystem. Sollte die Kapazität eines Datenbanksystems nicht ausreichend für eine große Organisation sein, so muss die Organisation auf mehrere SAP-Systeme aufgeteilt werden, die dann jeweils ein eigenes Datenbanksystem betreiben. SAP R/3 kann mit relationalen Datenbanken verschiedener Hersteller betrieben werden, bspw. Oracle, IBM, MySQL, Microsoft SQL Server. Die Daten von R/3 werden in den Tabellen des Datenbanksystems gespeichert. Die Datenabfragesprache SQL, die von relationalen Datenbanksystemen eingesetzt wird, ist in ABAP integriert. 40

41 Technology Enterprise SOA Quelle: SAP AG 41

42 SAP-Systemlandschaften (1/3) Große Organisationen betreiben in der Regel mehrere produktive SAP-Systeme. Die Siemens AG bspw. betreibt ca. 200 produktive SAP-Systeme. Derzeit besteht ein Trend in der Industrie, die Anzahl der Systeme zu reduzieren. Dies wird als SAP-Systemkonsolidierung bezeichnet. Ziel bei der SAP-Systemkonsolidierung ist a) die Reduktion der Betriebskosten für das SAP-System b) die bessere Ausnutzung der von SAP standardmäßig vorgegebenen Integration zwischen den Anwendungskomponenten, ohne eigene Schnittstellen zwischen Systemen programmieren zu müssen. 42

43 SAP-Systemlandschaften (2/3) Neben den produktiven SAP-Systemen in einer SAP-Systemlandschaft gibt es auch Systeme, die für Entwicklungs- und Qualitätssicherungsaufgaben vorgesehen sind. Produktivsystem (P-System) wird für die Abwicklung betriebswirtschaftlicher Vorgänge (Transaktionen) und die Speicherung der produktiven Stamm- und Bewegungsdaten genutzt. Qualitätssicherungssystem (Q-System) wird zum Durchspielen von Testfällen genutzt, um die Qualität neuer Einstellungen im SAP-System bzw. neuer Anwendungsprogramme vor der produktiven Nutzung zu testen. Das Q- System ist normalerweise eine Kopie eines P-Systems, die zu einem bestimmten Stichtag erstellt wurde, und die die Anwendungsdaten zu diesem Stichtag enthält. Entwicklungssystem (E-System) wird für die Entwicklung neuer Anwendungsprogramme und für die Anpassung der Einstellungen des SAP- Systems genutzt. Ein E-System enthält i.a. nur wenige Daten, die für Testzwecke vorgesehen sind. 43

44 SAP-Systemlandschaften (3/3) Typischer Verlauf von Entwicklungen und Einstellungen in einer SAP- Systemlandschaft: Transport der neuen Entwicklungen und Einstellungen P-System 1 E-System Q-System P-System n neue Entwicklungen und Einstellungen Test der neuen Entwicklungen und Einstellungen produktive Nutzung der neuen Entwicklungen und Einstellungen 44

45 Gliederung 1. Struktur der Vorlesung 2. Kurzdarstellung j&m Management Consulting 3. Modulstruktur von ERP-Systemen 4. Organisationsstrukturen von ERP-Systemen 45

46 Organisationsstrukturen Bei der Einführung eines SAP R/3-Systems für einen Konzern oder ein Unternehmen muss der rechtliche und organisatorische Aufbau des Konzerns bzw. des Unternehmens mit Hilfe von Organisationsstrukturen im SAP-System abgebildet werden. Organisationsstrukturen dienen der Steuerung betriebswirtschaftlicher Vorgänge im R/3-System der Strukturierung der Anwendungsdaten im R/3-System der Verwendung im Berichtswesen Die Organisationsstrukturen in einem R/3-System bilden eine Hierarchie. Oberste Stufe in der Hierarchie bildet der Mandant. 46

47 Bildung von Organisationseinheiten im SAP R/3 SAP Organisationseinheiten Unternehmen Mandant Firma Fabrik Werk Tochtergesellschaft Verkaufsorganisation Buchungskreis Verkaufsorganisation Abteilung Sparte Geschäftsbereich Sparte Lager Lagerort 47

48 Zuordnung von Organisationseinheiten Unternehmen Mandant 10 Buchhaltung / Vertrieb Buchungskreis 1000 Verkaufsorganisation 1000 Kostenrechnung Kostenrechnungskreis 1000 Produktion / Distribution Werk 1000 Werk 1100 Vertriebsweg 10 Bestandsführung Lagerort 0001 Lagerort 0002 Lagerort

49 Mandant Ein Mandant (engl. Client) ist eine organisatorisch und datentechnisch abgeschlossene Einheit innerhalb eines R/3-Systems (mit getrennten Stammsätzen und einem eigenständigen Satz von Datenbanktabellen). Jedes R/3-System kann mehrere Mandaten enthalten. Das Mandantenkonzept ermöglicht es, mehrere juristisch (handelsrechtlich) und organisatorisch eigenständige Unternehmen in einem einzigen SAP R/3- System zu betreiben, z.b. Bereiche/Unternehmensteile/Tochtergesellschaften eines Konzerns wie Siemens oder Bayer Kunden eines Application Service Providers, der ein SAP-System für mehrere seiner Kunden bereitstellt und für diese betreibt. Benutzer von SAP R/3 melden sich immer in einem System an einem Mandanten an, und können dann nur mit den Anwendungsdaten dieses Mandanten arbeiten. 49

50 Buchungskreis Der Buchungskreis (abgk. BuKr) ist das Organisationselement der Finanzbuchhaltung. Ein BuKr stellt eine selbstständig bilanzierende Einheit dar, bspw. eine Firma innerhalb eines Konzerns. Auf der Ebene BuKr werden die Bilanz und die GuV erstellt, wie vom Gesetzgeber gefordert. Alle Geschäftsvorfälle im externen Rechnungswesen werden mit Bezug zu einem BuKr erfaßt. Im BuKr sind die Hauswährung und das Inland festgelegt (alle anderen Länder sind Ausland ). Durch die Zuordnung eines Kontenplans zum BuKr werden die Konten für die Finanzbuchhaltung festgelegt. Einem BuKr können weitere Organisationseinheiten zugeordnet werden, bspw. Werke, Vertriebsorganisationen und Einkaufsorganisationen. 50

51 Werk Das Werk ist eine organisatorische Einheit der Logistik, die das Unternehmen aus Sicht der Produktion, der Bestandsführung, der Instandhaltung und der Disposition gliedert. Im Werk werden Materialien produziert und Leistungen bereitgestellt. Weitere Aspekte von Werken: Materialaustausch zwischen Werken: Umlagerungsbestellung oder klassische Bestell/Rechnungsabwicklung Art der Materialbewertung Logistikplanung: auf Werksebene oder detaillierter Produktion: Werksübergreifend? Bestände in der Produktion? Anbindung des Vertriebs: Definition der Vertriebsorganisationen und Vertriebswege pro Werk Organisation der Beschaffung: Zuordnung von Einkaufsorganisationen zu Werken Werksreporting: Dispositionslisten, Bestandslisten, Transportpapiere, etc. 51

52 Einkaufsorganisation Eine Einkaufsorganisation ist eine organisatorische Einheit der Materialwirtschaft, die nach außen rechtlich für alle Einkaufsvorgänge für das Unternehmen verantwortlich ist. Sie kommuniziert mit Lieferanten, beschafft Materialien, Dienstleistungen und handelt Einkaufskonditionen aus. Einkaufsorganisationen können hierarchisch strukturiert sein, so daß die untergeordneten Einkaufsorganisationen von der übergeordneten Organisation Konditionen oder Kontrakte übernehmen können. Eine Einkaufsorganisation kann in Einkäufergruppen gegliedert sein, die für die operativen Tätigkeiten zuständig sind. Eine EK-Gruppe kann auch mehreren EK-Orgs. zugeordnet sein. 52

53 Verkaufsorganisation Die Verkaufsorganisation ist eine organisatorische Einheit der Logistik, die das Unternehmen nach den Erfordernissen des Vertriebs gliedert. Eine Verkaufsorganisation steht für eine verkaufende Einheit im rechtlichen Sinne. Sie ist z.b. verantwortlich für die Produkthaftung und andere Regreßansprüche der Kunden. Mit Hilfe von Verkaufsorganisationen kann auch eine regionale Unterteilung des Marktes erfolgen. Geschäftsvorfälle werden jeweils innerhalb einer Verkaufsorganisation abgewickelt. In allen Verkaufsbelegen ist die Eingabe der Verkaufsorganisation obligatorisch. Sie steht somit allen Grundfunktionen des Vertriebs, wie z.b. der Preisfindung, als Einflußfaktor zur Verfügung. 53

54 Überblick über wichtige Organisationsstrukturen Geschäftsbereich Buchungskreis Werk Lagerort Einkaufsorganisation 1:n-Beziehung n:m-beziehung 54

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