Radfahrt durch den Alsergrund
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- Herbert Bader
- vor 9 Jahren
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1 Radfahrt durch den Alsergrund Zeit: Dienstag :30-17:30 Startpunkt: Rossauer Lände # Seegasse, Siemens-Nixdorf-Steg (am Radweg) Veranstaltet von: Radlobby Alsergrund (Markus Straub, Eva Traunmüller) Kontakt: [email protected] Diese Radfahrt soll positive und negative Aspekte der aktuellen Situation für RadfahrerInnen im Alsergrund beleuchten sowie mögliche Lösungs- und Verbesserungsansätze aufzeigen. Exemplarisch wird die wichtige Bezirkstraverse Alserbachstraße Nussdorfer Straße Spitalgasse Lazarettgasse im Detail betrachtet.
2 Rahmenbedingungen für den Radverkehr Radverkehrsplanung ist Angebotsplanung für eine kontinuierlich wachsende Zahl von Rad fahrenden VerkehrsteilnehmerInnen. Um dieser Herausforderung zukunftsfähig gerecht zu werden und die positiven gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Effekte des Radverkehrs weiter zu steigern, müssen verkehrsplanerische und verkehrspolitische Entscheidungen eine hohe Qualität der Radinfrastruktur für alle NutzerInnengruppen zum Ziel haben. Darauf basierend macht die Radlobby Alsergrund Vorschläge für Leitlinien fest, die im Einklang mit dem Masterplan Verkehr Wien 2003 (Zielsetzungen für 2020) sowie dem Stadtentwicklungsplan 2025 stehen. Vorschläge für Leitlinien 1. Die Radverkehrsinfrastruktur soll für alle Alters- und NutzerInnengruppen intuitiv nutzbar und attraktiv sein. 2. Die Radverkehrsinfrastruktur soll Sicherheit, Sicherheitsgefühl und Komfort bieten. 3. Die Radverkehrsinfrastruktur soll die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Radverkehrs fördern und flächendeckend (Netzwirkung!) in hoher Qualität errichtet werden. 4. Die Radverkehrsinfrastruktur soll auf eine Erhöhung des Radverkehrsanteils ausgelegt werden ohne die FußgängerInnen zu benachteiligen. 5. Hauptradrouten sind gegenüber Erschließungsstraßen zu bevorrangen. 6. Konfliktvermeidende und fehlerverzeihende Planungen sind umzusetzen. Radfahren im Alsergrund Auf Basis der generellen Leitlinien betrachtet sind folgende positive und negative Aspekte des Bezirks hervorzuheben: Positiv + Viele für den Radverkehr geöffnete Einbahnen sorgen für eine gute flächige Erschließung + Durch den konsequenten Ausbau von Fahrradabstellanlagen ist die Parkplatzsituation für Fahrräder gut + sichere, baulich getrennte Radinfrastruktur auf Gürtel, Rossauer Lände, Berggasse, Fuchsthallergasse + Viele getrennte Gleiskörper sorgen für die Beschleunigung des ÖV + Große Kfz-Parkgaragen haben Potential zur Verlagerung von Parkplätzen im öffentlichen Raum in Parkgaragen (siehe Anhang 5 Der Alsergrund aus Sicht des MIV ) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
3 Negativ - Viele Fahrradrouten durch den Bezirk entsprechen den Anforderungen an sichere, schnelle und für alle Altersgruppen geeignete Routen nicht fließendem und ruhendem MIV wird so viel Platz bereitgestellt, dass sichere Radwegführung oft nicht möglich ist enge Mehrzweckstreifen neben Parkspuren werden auch subjektiv als unangenehm empfunden (hohe Beschwerderate im Radlobby Kummerkasten) kaum getrennte Radinfrastruktur innerhalb des Bezirks (siehe Anhang 4 Getrennte Radinfrastruktur im Alsergrund ) - Dichtes Netz an Durchzugsstraßen für den motorisierten Verkehr mit geringer Aufenthaltsqualität (siehe Anhang 5 Der Alsergrund aus Sicht des MIV ) Verbesserungsvorschläge Daraus ergibt sich die Forderung nach mittel- und langfristigen Maßnahmen, die nicht nur den Radverkehr im Bezirk fördern, sondern durch Erhöhung der Verkehrssicherheit, Lärmreduktion und Emissionsreduktion und somit Erhöhung der Aufenthaltsqualität den Alsergrund für seine AnrainerInnen als Wohnort attraktiver machen. 1. Schaffung von für den Radverkehr attraktiven Durchzugsrouten, die alle Altersund Nutzungsgruppen zum Umstieg auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Rad motivieren durch hochqualitative getrennte Infrastruktur für stark vom MIV befahrene Straßen oder Verkehrsberuhigung z.b. durch Fahrradstraße mit Vorfahrt bei Querungen und unterbundener Durchfahrt für MIV (Modell Hasnerstraße) Reduktion des vom ruhenden MIV blockierten Raums durch Einführung von Anrainerparken und Nutzung der großen Garagenkapazitäten 2. Reduktion des MIV-Durchzugsverkehrs im Bezirk durch Verlagerung auf das höherrangige Netz (Gürtel, Lände) durch Flächendeckend Tempo 30 auch auf Hauptstraßen im Bezirk Verkehrsberuhigung mit beispielsweise MIV-Durchfahrtsverboten, gegenläufigen Einbahnen, Begegnungs- oder Fußgängerzonen 3. Weiterführung der bisherigen guten Arbeit Öffnung der letzten noch verbliebenen Einbahnen für den Radverkehr Bedarfsorientierter weiterer Ausbau der Radabstellanlagen Radfahrt durch den Alsergrund Um den Zusammenhang zwischen Leitlinien und der Praxis herzustellen werden anhand einer wichtigen Bezirkstraverse für den Radverkehr 1. aktuelle positive wie negative Situationen, 2. potentielle kurzfristig realisierbare Lösungsansätze 3. sowie mittel- und langfristige Visionen aufgezeigt. Radfahrt durch den Alsergrund, /20
4 Kreuzung Rossauer Lände # Seegasse POSITIV: Neue intelligente Ampelschaltung gibt Fuß- und Radübergang nach automatischer Erkennung der Durchfahrt des MIV-Pulks frei (seit ~Anfang 2014). Best practice! VORTEILE: Beschleunigung der Radroute Seegasse; Erleichterung des Zugangs zum Naherholungsgebiet Donaukanal (speziell für AnrainerInnen des Servitenviertels) Plan: Friedensbrücke bis Seegasse Foto: Rossauer Lände bei Kreuzung Seegasse Richtung Norden Rossauer Lände POSITIV: Vom MIV getrennte und daher sichere Radinfrastruktur sowohl unten beim Donaukanal als auch oben PROBLEM: Langsames Vorankommen für den Radverkehr & hohes Konfliktpotential zwischen Rad- und Fußverkehr: der Gehund Radweg direkt neben dem Donaukanal ist Basisroute für den Radverkehr (Priorität 1), weist speziell im Sommer jedoch starken Fußverkehr auf (Naherholungsgebiet, Fairnesszone); auch der Geh- und Radweg im oberen Bereich weist speziell bei der Summerstage bzw. bei den U-Bahn-Ausgängen (Station Rossauer Lände) starken Fußverkehr auf. MASSNAHMEN: Schaffung einer für schnellen Radverkehr attraktiven Radwegführung neben der B227 mit Weiterführung auf der Spittelauer Lände und Richtung Schwedenplatz; z.b. durch Verringerung einer Fahrspur auf der Rossauer / Spittelauer Lände VORTEILE: Konfliktverringerung zwischen Rad- und Fußverkehr, Beschleunigung des Radverkehrs auf einer wichtigen Verbindung; Erschließungsfunktion des Radwegs für das Servitenviertel (im Moment ist die Rossauer Lände eine Barriere zum Donaukanal) Plan: Seegasse bis Rossauer Brücke Radfahrt durch den Alsergrund, /20
5 Friedensbrücke PROBLEM: sehr enger Mehrzweckstreifen auf der Brücke, speziell in Richtung 9. Bezirk; laut RVS Radverkehr ist bei Tempo 50 und DTV > 9000 Kfz/Tag nur ein Radstreifen oder getrennter Radweg zulässig MASSNAHMEN: Tempo 30, Verbreiterung des Mehrzweckstreifens und Umwandlung in einen Radstreifen oder Radweg; Platz durch Verschmälerung / Reduktion der drei Fahrstreifen schaffen Plan: Friedensbrücke, Spittelauer Lände (von Nordwesten), Rossauer Lände (nach Südosten) VORTEILE: Verkehrssicherheit & Attraktivität der Brücke für den Radverkehr wird verbessert; RVS- Konformität wird hergestellt Anmerkung: liegt im 20. Bezirk Foto: drei Fahrspuren und schmaler Mehrzweckstreifen auf Friedensbrücke (Fahrtrichtung Alsergrund) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
6 Kreuzung Friedensbrücke # Rossauer Lände PROBLEM: vom 20. Bezirk kommend kann man nach der Fahrt über die Brücke nur schlecht nach links auf den Donaukanalradweg einbiegen. In der Praxis ist nur eine Fahrt bei Rot über den Zebrastreifen und anschließend über die Radüberfahrt möglich. Aufstellen für indirektes Linksabbiegen ist nicht möglich (keine Aufstellfläche). MASSNAHMEN: Aufstellfläche für indirektes Linksabbiegen (wie auf der Seite des 20. Bezirks) schaffen Foto: Keine Aufstellfläche zum Linksabbiegen von der Friedensbrücke (Fahrtrichtung Alsergrund) nach links auf den Donaukanalradweg VORTEILE: sicheres und legales Linksabbiegen ohne Behinderung der anderen VerkehrsteilnehmerInnen als Anschluss zur Basisroute (Priorität 1) Fotos: Teilung des Mehrzweckstreifens vor dem Zebrastreifen (links) und Aufstellfläche zum Linksabbiegen nach dem Zebrastreifen (rechts) auf der Friedensbrücke in Fahrtrichtung Brigittenau Radfahrt durch den Alsergrund, /20
7 Alserbachstraße Höhe Friedensbrücke bis Nordbergstraße Foto: Dooring-Gefahr trotz breitem Parkstreifen, weil weit weg vom Randstein geparkt wird auf der Alserbachstraße von der Friedensbrücke kommend auf Höhe ONr. 41 Foto: Kleiner Sicherheitsstreifen zwischen Bushaltestelle und Mehrzweckstreifen vor der Markthalle - so könnte auch der Sicherheitsstreifen zwischen Parkspur und Mehrzweckstreifen realisiert werden POSITIV: Parkspur und Mehrzweckstreifen sind breit, die Dooring-Gefahr ist meist gering PROBLEM: Manche KFZ werden mit viel Platz zum Randstein geparkt und stellen daher eine unnötige Dooring-Gefahr dar MASSNAHMEN: (1) Tempo 30, (2) zusätzliches Abmarkieren der Parkplätze auf das übliche Maß von 1,8m oder 2m unter Beibehaltung der Markierung des Mehrzweckstreifens. So wird de-facto ein Sicherheitsstreifen zwischen Parkspur und Mehrzweckstreifen eingerichtet, der die Dooring-Zone markiert. (3) Die sicherste Lösung wäre ein getrennter Radweg zwischen Gehsteig und Parkspur (wobei die Durchgängigkeit einer Lösung im weiteren Verlauf angestrebt werden sollte). VORTEILE: Erhöhung der Verkehrssicherheit, für (2,3) zusätzlich Verringerung der Dooring-Gefahr, für (2) wäre es die erste Realisierung der z.b. in Deutschland, Belgien,.. üblichen Markierung eines Sicherheitsstreifens in Wien (Pilotversuch mit wissenschaftlicher Begleitung?) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
8 Kreuzung Alserbachstraße # Nordbergstraße POSITIV: Rad- und Fußverbindung von Nordbergstraße und Rotenlöwengasse PROBLEM: Die umgekehrte Richtung wurde nicht komplett berücksichtigt. Der Radverkehr ist zwar vom Rechtsabbiegegebot aus der Rotenlöwengasse ausgenommen, die Ampel zeigt aber nur ein Fußgängersymbol und der kurze Radweg an der Ecke Nordbergstraße Alserbachstraße ist ein Einrichtungsradweg Plan: Alserbachstraße und Querung Nordbergstraße - Rotenlöwengasse im Süden MASSNAHMEN: Anpassung der Ampelsymbole und Umwandlung des Einrichtungsradwegs in einen Zweirichtungsradweg VORTEILE: Durchfahrt von Rotenlöwengasse in Nordbergstraße in einer Ampelphase möglich, zusätzlich ist das Abbiegen von der Alserbachstraße in die Nordbergstraße ampelfrei möglich Foto: Einrichtungsradweg von Nordbergstraße zum Rad- und Fußübergang zur Rotenlöwengasse Radfahrt durch den Alsergrund, /20
9 Alserbachstraße Höhe Palais Liechtenstein POSITIV: Richtung Friedensbrücke (bergab) keine Parkspur neben dem Mehrzweckstreifen VORTEILE: keine Dooring-Gefahr Alserbachstraße Höhe Julius Tandler Platz bis Kreuzung Nussdorfer Straße # Währinger Straße Fotos: Akute Dooring-Gefahr auf Alserbachstraße (Höhe ONr. 31) und Nussdorfer Straße (Höhe ONr. 9) bei Fahrt Richtung Südwesten zur Spitalgasse PROBLEM: Alserbachstraße und Nussdorfer Straße sind eine Radroute im Grundnetz (Priorität 2) mit Tempo 50 und einer DTV, die vermutlich über Kfz/Tag liegt. Laut RVS Radverkehr müssten Radverkehr und MIV getrennt werden. Bestand ist Großteils ein Mehrzweckstreifen ohne Sicherheitsabstand zu einer ~2m breiten Parkspur (Kfz ragen teilweise sogar leicht in den Mehrzweckstreifen). Es herrscht akute Dooring-Gefahr. Der Überholabstand durch MIV ist aufgrund der Stuttgarter Schwellen als Begrenzung zur Straßenbahn gering (speziell auf der Nussdorfer Straße). Teilweise wird der Mehrzweckstreifen zwischen zwei Fahrspuren geführt. Subjektive wie objektive Sicherheit für den Radverkehr sind nicht ausreichend. Martin Blum auf Facebook: Radwege, Nebenstraßen, alles kein Problem. Aber Alserbachstraße mit sechsjährigem selbstradelndem Kind in den Kindergarten fahren ist...stressig. MASSNAHMEN: Trennung von Radverkehr und MIV, speziell dort wo im Bestand jetzt Dooring-Gefahr herrscht, z.b. durch Reduktion der Parkplätze (z.b. Einrichtung von Anrainerparken und stärkerer Nutzung der Garagenkapazitäten Parkplätze in Franz- Josefs-Garage); Alternativ starke Reduktion der MIV-Verkehrsstärke durch Verkehrsberuhigung und Tempo 30. VORTEILE: Massive Aufwertung einer wichtigen Radroute durch den Bezirk mit großem Potential zur Steigerung des Radverkehrs auf dieser Strecke; im Falle einer Verkehrsberuhigung zusätzlich starke Aufwertung als Wohngebiet und Geschäftsstraße Radfahrt durch den Alsergrund, /20
10 Kreuzung Spitalgasse # Lazarettgasse POSITIV: von der Alser Straße kommend wurde (2014?) aus dem Rechtsabbiegestreifen in die Sensengasse ein Mehrzweckstreifen PROBLEM: kurz vor der Kreuzung endet der Mehrzweckstreifen auf der Spitalgasse, es gibt danach 2 Fahrspuren (1x geradeaus, 1x Rechtsabbieger mit separater Ampelschaltung). Zum Geradeausfahren muss man sich in zweiter Spur einordnen, was nicht anfängertauglich ist. Foto: Mehrzweckstreifen auf Spitalgasse Richtung Süden endet vor der Kreuzung mit der Lazarettgasse MASSNAHMEN: wenn die getrennte Phase zum Rechtsabbiegen entfernt werden kann, ist ein breiter Radstreifen anstatt der zweiten Fahrspur möglich (wie auf der anderen Seite der Kreuzung) VORTEILE: Erhöhung der Sicherheit für den Radverkehr Lazarettgasse Fotos Lazarettgasse: links: parkende Kfz ragen z.b. kurz vor ONr. 16 in den Mehrzweckstreifen, rechts: Dooring-Gefahr z.b. auf Höhe ONr. 16 PROBLEM: der Mehrzweckstreifen ist zum Nachteil des Radverkehrs mit vielen Verschwenkungen und zu nahe an den Parkplätzen markiert, vor allem von ONr. 1-27, wo die Straße sehr breit ist; Kfz auf den Schrägparkplätzen ragen teilweise weit in den Mehrzweckstreifen (speziell auf Seite des AKH), Teile des Mehrzweckstreifens verlaufen neben Längsparkern mit hoher Dooring-Gefahr (z.b: ONr ); Tempo 30 wird nicht immer eingehalten, Schleichweg für MIV durch den Bezirk Radfahrt durch den Alsergrund, /20
11 MASSNAHMEN: Einrichtung einer verkehrsberuhigten Fahrradstraße mit Durchfahrtsverbot für MIV (außer Krankentransporte); Alternativ Umwandlung der Schrägparker in Längsparker sowie Begradigung und Verrückung des Mehrzweckstreifens, so dass parkende Kfz nicht in den Mehrzweckstreifen ragen. Wegfall von Parkplätzen wird durch Überkapazitäten der Parkgaragen AKH, Zimmermanngasse, und Sensengasse kompensiert. VORTEILE: Im Fall einer verkehrsberuhigten Fahrradstraße: starke Erhöhung der Verkehrssicherheit, starke Erhöhung der Aufenthaltsqualität für RadfahrerInnen und FußgängerInnen sowie AnrainerInnen (weniger Lärm am AKH-Gelände); ansonsten Erhöhung der Verkehrssicherheit Brünnlbadgasse POSITIV: im 9. Bezirk sind bereits seit Jahren sehr viele Einbahnstraßen für Radfahren gegen die Fahrtrichtung geöffnet PROBLEM: Die Brünnlbadgasse zwischen Lazarettgasse und Borschkegasse ist noch nicht geöffnet MASSNAHMEN: öffnen, wenn notwendig Schrägparkplätze in Längsparkplätze umwandeln VORTEILE: bessere Erreichbarkeit der Mariannengasse; bessere flächige Erschließung Foto: nicht geöffnete Einbahn in der Brünnlbadgasse Borschkegasse Höhe Meynertgasse PROBLEM: Vom Gürtel kommend haben RadfahrerInnen auf der Borschkegasse (Erweitertes Grundnetz, Priorität 3) bei der Kreuzung mit der Meynertgasse Nachrang. MASSNAHMEN: Einrichtung einer Fahrradstraße mit Vorrang gegenüber der Meynertgasse VORTEILE: flüssigeres Vorankommen für RadfahrerInnen, hohe Qualität dieses Stücks im Radverkehrsnetz (durch erlaubtes Nebeneinanderfahren) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
12 Kreuzung Borschkegasse # Gürtel PROBLEM: Aus der Borschkegasse kommend müssen bei der Weiterfahrt in die Leo-Slezak-Gasse oder Richtung U6 Michelbeuern 3 bzw. 2 Ampeln überquert werden. Wo man als Radfahrer fahren soll ist durch die Aufweitung auf zwei Fahrspuren im Kreuzungsbereich nicht klar, direktes Rechtsabbiegen auf den Gürtelradweg steht in Konflikt mit dem MIV von unter dem Gürtelbogen. Die Radüberfahrt auf der südlichen Seite ist nur für den Radverkehr von unter dem Gürtelbogen gedacht. Eine nördliche Radüberfahrt wie im Plan verzeichnet ist nicht existent. Der Linksverkehr unter dem Gürtelbogen verkompliziert die Situation. Plan: Mündung Borschkegasse in Gürtel MASSNAHMEN: Kurzfristig wären (1) eine Reduktion der zwei Fahrspuren auf eine Spur und eine breitere Markierung der südlichen Radüberfahrt für beide Fahrtrichtungen sowie (2) die Einrichtung einer Radüberfahrt und eines Zebrastreifens auf der nördlichen Kreuzungsseite (wie am Plan eingezeichnet) sinnvoll. (3) Längerfristig wäre der Entfall einer MIV-Gürtelquerung anzustreben. VORTEILE: intuitiveres, schnelleres, sicheres Überqueren der Kreuzung für den Radverkehr, (3) ermöglicht die Errichtung einer hochqualitativen Radwegführung des Gürtelradwegs inklusive guter Anbindung von Borschkegasse und AKH. Foto: Zwei Fahrstreifen bei Einmündung Borschkegasse in Gürtel Radfahrt durch den Alsergrund, /20
13 Kreuzung Borschkegasse # Gürtel - AKH-Einfahrt Foto: Einfahrt zum AKH ist auch per Rad nur über die Gürtelhauptfahrbahn möglich PROBLEM: Radverkehr mit Zielen im AKH muss mit dem MIV auf den Gürtel auffahren, um anschließend rechts zum AKH abzubiegen. Dies ist sehr unattraktiv, bei der Alternative innerhalb des AKH-Geländes (am Kindergarten vorbei) ist Rad fahren verboten. MASSNAHMEN: (1) Aufheben des Radfahrverbots am Fußgängerweg (zumindest bergauf); oder (2) Einrichtung einer Gürtelquerung, kurzem Radweg auf der jetzt überbreiten Abbiegespur und anschließend Radüberfahrt über die Einfahrt zur Parkgarage VORTEILE: sichere Erschließung des AKH für den Radverkehr vom Gürtelradweg Gürtelradweg Höhe U-Bahnausgang Fotos: Gute Trennung von Gürtelradweg und Gürtel durch Grünstreifen und Bäume (links), Eintiefungen bei der U6-Station Michelbeuern (Mitte, rechts) POSITIV: Schützender Grünstreifen zwischen Radweg und Hauptfahrbahn, kreuzungsfrei, ausreichend breit dimensioniert Radfahrt durch den Alsergrund, /20
14 PROBLEM: zu geringe Kurvenradien beim U-Bahnausgang & Engstellen führen zu tiefen Löchern im Rasen und Verschmutzungen des Radwegs (verursacht durch Fahrzeuge der Schneeräumung, MA42,..) MASSNAHMEN: Asphaltierung der eingetieften Stellen VORTEILE: keine Verschmutzung des Radwegs, Entschärfung der Engstellen Gürtelradweg Höhe AKH-Ausfahrt POSITIV: Neues Abbiegeverbot von Gürtel auf Nebenfahrbahn VORTEILE: Gefahrenstelle beseitigt: ohne Abbiegeverbot konnten Fahrzeuge vom Gürtel sowie Radfahrer bei Grün gleichzeitig in die Nebenfahrbahn einfahren, Fahrzeuge vom Gürtel hatten de jure Vorrang Gürtelradweg Höhe Severingasse POSITIV: geplanter Rad- und Fußübergang zur Severingasse sowie geplante Verschmälerung der Nebenfahrbahn VORTEILE: Starke Verbesserung des Grätzel-Anschlusses für aktive Mobilität durch den Übergang; die Verschmälerung der Nebenfahrbahn wird die Anzahl der Falschparker senken (im Moment wird die baulich gestaltete Parkbucht trotz Halteund Parkverbot gerne zum Parken genützt) Plan: Gürtelradweg auf der Nebenfahrbahn (Höhe Severingasse) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
15 Gürtelradweg Höhe Nepomukkapelle Fotos: Schmaler und uneinsichtiger Gehsteigradweg vorher (links), Verlagerung des Radverkehrs auf die verkehrsberuhigte Nebenfahrbahn (rechts) (Foto links: Margit Palman) POSITIV: Neugestaltung des Gürtelradwegs in diesem Bereich Ende 2014: Parkverbot und Verkehrsberuhigung durch gegenläufige Einbahn (und teilweise Zufahrt nur für Lieferverkehr) für den MIV in der Nebenfahrbahn. Dadurch wurde der enge Geh- und Radweg wieder zum Gehsteig umgewandelt, der Radverkehr fließt auf der Nebenfahrbahn; geradlinige Führung des Radverkehrs über die Kreuzung mit der Währingerstraße VORTEILE: Konfliktvermeidung und Erhöhung der Sicherheit für Rad- und Fußverkehr durch bessere Trennung und mehr Platz für beide Modi Radfahrt durch den Alsergrund, /20
16 Anhang 1: Glossar Mischen oder Trennen Laut Stand der Technik in der RVS Radverkehr ist eine Trennung des Radverkehrs durch Radfahrstreifen oder Radwege unter folgenden Bedingungen empfohlen: bei Tempo 30 für DTV > 14k bei Tempo 50 für DTV > 9k Quelle: RVS Radverkehr (RVS ) Dooring-Gefahr: Gefahr, dass unachtsame Kfz-InsassInnen eine Fahrzeugtüre ohne den vorgeschriebenen Blick zurück öffnen und eine Rad fahrende Person diesem Hindernis nicht rechtzeitig ausweichen kann. DTV: durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (des MIV) MIV: motorisierter Individualverkehr ONr.: Ordnungsnummer (Hausnummer) RgE: Radfahren gegen die Einbahn RVS: Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen Quellen Fotos: Radlobby Wien (Markus Straub) Planausschnitte: Radverkehrszählung: Verkehrszählung MIV 2010: Hauptradverkehrsnetz Wien: verkehrsplanung/radwege/hauptnetzplaene.html Radfahrt durch den Alsergrund, /20
17 Anhang 2: Hauptradverkehrsnetz Wien Priorität 1 (Basisnetz): Alser Straße, Währinger Straße, Gürtelradweg, Donaukanalradweg, Berggasse, Schwarzspanierstraße Priorität 2 (Grundnetz): Alserbachstraße, Lazarettgasse, Spitalgasse, Nussdorferstraße, Sensengasse, Boltzmanngasse, Fuchsthallergasse, Porzellangasse (Süd), Liechtensteinstraße, Schlickgasse, Schlickplatz Priorität 3 (Erweitertes Grundnetz): Althanstraße, Seegasse, Porzellangasse (Nord), Bauernfeldplatz, Fürstengasse, Borschkegasse Grafik: Hauptradverkehrsnetz Wien, Stand November Die Strichstärke steht für die Priorität, die Farbe für den Grad der Realisierung (blau = realisiert, rot/grün/braun = noch nicht realisiert) Radfahrt durch den Alsergrund, /20
18 Anhang 3: Alltagsradverkehr im Alsergrund In der Kampagne Radelt zur Arbeit der Radlobby Österreich werden mittels Smartphone optional GPS-Trajektorien der TeilnehmerInnen aufgezeichnet. In den Jahren 2013 und 2014 wurden für den Großraum Wien insgesamt GPS-Trajektorien von 840 FahrerInnen aufgezeichnet. Aus diesen Daten lässt sich flächendeckend für das gesamte Straßennetz eine relative Befahrungshäufigkeit berechnen. Dabei wurden mehrmalige Befahrungen einer Strecke durch eine Person normalisiert. Grafik: Darstellung der relativen Befahrungshäufigkeiten der TeilnehmerInnen der Kampagne Radelt zur Arbeit. Auswertung: Markus Straub, Austrian Institute of Technology GmbH Radfahrt durch den Alsergrund, /20
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20 Anhang 5: Der Alsergrund aus Sicht des MIV Durchzugsstraßen, Verkehrsstärken & Parkgaragen Stand: Juni 2015 Legende DTV MIV Parkgaragen Straßen Hochrangig Niederrangig Fußwege, Zufahrten,.. Der Alsergrund weist eine sehr hohe Dichte an für den MIV-Durchzugsverkehr geöffneten Straßen auf - speziell im Vergleich mit den kürzlich stark verkehrsberuhigten Bezirken Neubau und Mariahilf. Mehrere Parkgaragen mit hohen Kapazitäten haben Potential den Parkdruck auf der Straße zu verringern. Die DTV-Zahlen sind der Straßenverkehrszählung Wien 2010 entnommen.
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