De Morgan sche Regeln
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- Stefanie Graf
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1 De Morgan sche Regeln Durch Auswerten der Wahrheitswertetabelle stellen wir fest, dass allgemeingültig ist; ebenso (p q) p q (p q) p q. Diese beiden Tautologien werden als die De Morgan schen Regeln bezeichnet, benannt nach Augustus de Morgan ( ). Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 62/556
2 Modus Ponens Durch Auswerten der Wahrheitstabelle stellen wir ebenfalls fest, dass ((p q) p) q allgemeingültig ist. Intuitiv bedeutet dies, dass wir, falls wir wissen, dass p q wahr ist (d.h., aus p (aussagenlogisch) stets q folgt) und dass auch p gilt, die Gültigkeit von q folgern können. Dieses Prinzip des Modus Ponens wird in Beweisen sehr häufig verwendet. Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 63/556
3 Wichtige Bemerkung: Ist eine boolesche Formel F (x 1,..., x n ) mit den Variablen x 1,..., x n allgemeingültig, und sind F 1,..., F n boolesche Formeln (mit den Variablen x 1,..., x r ), dann ist auch F (F 1,..., F n ) allgemeingültig (mit den Variablen x 1,..., x r ). Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 64/556
4 Quantoren Sei F (p, q,...) eine boolesche Formel mit den Variablen p, q,.... Manchmal (oder auch öfters) wollen wir (aus F abgeleitete) Eigenschaften G ausdrücken, die aussagen, dass 1 es eine Belegung für p gibt, so dass dann die resultierende Formel gilt, also G(q,...) = F (0, q,...) F (1, q,...) ; 2 für jede Belegung von p dann die resultierende Formel gilt, also H(q,...) = F (0, q,...) F (1, q,...) ; Hierfür verwenden wir die folgende Notation: 1 G(q,...) = ( p)[f (p, q,...)] 2 H(q,...) = ( p)[f (p, q,...)] Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 65/556
5 Prädikatenlogik Oft wollen wir Eigenschaften betrachten, die Elemente über einem anderen Universum als das der booleschen Werte B betreffen. Sei U ein solches Universum. Definition 21 Ein Prädikat P über U ist eine Teilmenge von U n, für ein geeignetes n N 0. Die Formel P (x 1,..., x n ) B ist true gdw (x 1,..., x n ) Element der entsprechenden Teilmenge ist. Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 66/556
6 Beispiel 22 Sei das Universum die Menge N \ {1}, sei P (n) das Prädikat n N \ {1} ist prim, und sei < das Prädikat kleiner als (geschrieben in Infix-Notation), dann bedeutet ( n N \ {1} p N \ {1})[P (p) (p > n)] Es gibt unendlich viele Primzahlen! ( n N \ {1} p, q N \ {1})[p > n P (p) q = p + 2 P (q)] Es gibt unendlich viele Primzahlzwillinge! Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 67/556
7 Bemerkungen: 1 Die Bedeutung von (und damit ) ist klar. wird oft, vor allem in Beweisen, auch als geschrieben (im Englischen: iff, if and only if). 2 Für zwei boolesche Aussagen A und B ist A B falsch genau dann wenn A = t und B = f. 3 A B ist damit äquivalent zu A B. 4 A B ist damit auch äquivalent zu B A. Wichtige Beobachtung: Gilt also (oder beweisen wir korrekt) A f (also: aus der Bedingung/Annahme A folgt ein Widerspruch ), so ist A falsch! Diskrete Strukturen 4.5 Boolesche Ausdrücke und Funktionen, Logiken 68/556
8 4.6 Beweistechniken Die meisten mathematischen Behauptungen sind von der Form A B bzw. (A 1 A k ) B. Um A B zu beweisen, können wir zeigen: 1 Unter der Annahme A können wir B zeigen (direkter Beweis). 2 Unter der Annahme B können wir A zeigen (indirekter Beweis). 3 Unter den Annahmen B und A können wir einen Widerspruch zeigen (Widerspruchsbeweis). Diskrete Strukturen 4.6 Beweistechniken 69/556
9 Beispiel 23 (Direkter Beweis) Satz 24 Sei n N 0 ungerade, dann ist auch n 2 ungerade. Beweis: n N 0 ungerade ( m N 0 ) [n = 2m + 1] n 2 = (2m + 1) 2 = } 4m 2 {{ + 4m } +1 n 2 ungerade. gerade } {{ } ungerade Diskrete Strukturen 4.6 Beweistechniken 70/556
10 Beispiel 25 (Indirekter Beweis) Satz 26 Sei n N 0. Falls n 2 gerade ist, dann ist auch n gerade. Beweis: Zunächst überzeugen wir uns (siehe Hausaufgabe), dass ( n N 0 )[ n gerade n + 1 ungerade ]. Nachdem wir dieses Lemma bewiesen haben, ist die Aussage des Satzes gleichbedeutend mit Falls n N 0 ungerade, dann ist auch n 2 ungerade. Diese Aussage wurde in Satz 24 bewiesen. Diskrete Strukturen 4.6 Beweistechniken 71/556
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Allgemeingültige Aussagen Definition 19 Eine (aussagenlogische) Formel p heißt allgemeingültig (oder auch eine Tautologie), falls p unter jeder Belegung wahr ist. Eine (aussagenlogische) Formel p heißt
aus der Bedingung/Annahme A folgt ein Widerspruch ), so ist A falsch!
Bemerkungen: 1 Die Bedeutung von (und damit ) ist klar. wird oft, vor allem in Beweisen, auch als geschrieben (im Englischen: iff, if and only if). 2 Für zwei boolesche Aussagen A und B ist A B falsch
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