Begriffliche Grundlage der Zuschlagsrechnung ist zunächst die Kostendefinition

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1 Begriffliche Grundlage der Zuschlagsrechnung ist zunächst die Kostendefinition Kostenportfolio. Es bildet die Grundlage nahezu aller kostenrechnerischer Verfahren,. Kerngedanke hierbei ist die Unterteilung der Kosten in vier grundlegende Kostenarten. Gemeinkostenzuschlagskalkulation 1

2 Einzelkosten sind alle die Kosten, die einem Kostenträger, also einem Produkt direkt zurechenbar sind. Alle anderen Kostenarten sind stets Gemeinkosten. Im Handel ist beispielsweise in der Regel nur und ausschließlich der Wareneinsatz eine Einzelkostenart, und die wollen wir nicht mit dem Wareneinkauf verwechseln, denn ein Wareneinkauf ist natürlich keine Kostenart, sondern eine Ausgabe (und dann eine Auszahlung). In Produktionsbetrieben ist der Produktivlohn eine Einzelkostenart, also die Summe der Löhne direkt am Werkstück (aber keinesfalls die im Lager oder anderswo) und natürlich auch nicht die Urlaubslöhne und Lohnfortzahlungen. Hinzu kommt der Rohstoffverbrauch als Einzelkostenart. Zudem sind die meisten Vertreterprovisionen Einzelkosten, und Ausgangsfrachten können Einzelkosten sein, wenn ein Produkt einzeln verschickt wird, aber sie sind keine, wenn ein Fahrzeug zu vielen Kunden fährt, die Kosten also nicht einem einzelnen Produkt zurechenbar sind. Dies bedeutet, daß beispielsweise in einer Gaststätte die Kellnerlöhne natürlich keine Einzelkosten sind, weil sie sich dem Produkt (der Leistung am Gast) nicht zurechnen lassen, sondern nur der Einsatz an Speisen und Getränken ist es. In einem Hotel beispielsweise gibt es gar keine Einzelkosten, weil nichts der einzelnen Übernachtung (!) direkt zurechenbar ist. Man muß sich also vor Beginn der Kalkulation für jede einzelne Art von Unternehmen (!) genau darüber Klarheit verschaffen, was Einzelkosten sind und was nicht. Gemeinkostenzuschlagskalkulation 2

3 Der Zuschlagssatz ist aber nichts als das Verhältnis der Einzel- und Gemeinkosten in einer Kostenstelle, Man kann den Zuschlagssatz also nur berechnen, wenn man sich über Einzel- und Gemeinkosten Klarheit verschafft hat. Dann ist die folgende Rechnung möglich: eträgt der Gemeinkostenzuschlagssatz beispielsweise 8%, so müssen die Einzelkosten pro Euro noch 8 Cent Gemeinkosten decken. Auf 200 Euro Einzelkosten kommen also 16 Euro Gemeinkosten. Materialeinzelkosten 200,00 + Materialgemeinkosten 8,00% 16,00 = Materialkosten 216,00 Gemeinkostenzuschlagskalkulation 3

4 Materialeinzelkosten 200,00 + Materialgemeinkosten 8,00% 16,00 = Materialkosten 216,00 Lohneinzelkosten 150,00 + Lohngemeinkosten 175,00% 262,50 = Lohnkosten 412,50 = Herstellkosten 628,50 + Verwaltungsgemeinkosten 10,00% 62,85 + Vertriebsgemeinkosten 6,00% 37,71 = Selbstkosten 729,06 + Gewinn 10,00% 72,91 = Barverkaufspreis 801,97 + Kundenskonto 3,00% 24,80 = Zielverkaufspreis 826,77 + Provision 6,00% 49,61 = Zwischensumme 876,38 + Kundenrabatt 5,00% 46,13 Listenpreis netto 922,50 Gemeinkostenzuschlagskalkulation 4

5 Kerngedanke ist die Zurechnung der Gemeinkosten durch prozentuale Schlüsselung. Das passiert hier einfach mehrfach. Für jede Hauptkostenstelle des Betriebsabrechnungsbogens gibt es einen eigenen Rechenschritt. Fangen wir mal von oben an: Zunächst werden den 200 Euro Materialeinzelkosten 8% Gemeinkosten zugeschlagen. Das kennen wir ja schon aus dem vorigen Artikel. Die 8% sind natürlich zustandegekommen, indem die Gemeinkosten einer relevanten Vergleichsperiode mit den Einzelkosten derselben Vergleichsperiode verglichen werden. Sie sind, wie alle weiteren Zuschlagssätze in diesem Schema, ein Normzuschlag. Genauso wird mit den Lohneinzelkosten verfahren. Die 150 Euro tragen die anteiligen Lohngemeinkosten der Produktivkostenstelle. Die Summe der Kosten in der Material- und in der Produktivkostenstelle heißt Herstellkosten. Sie ist der Betrag, der zur Herstellung des Produktes erforderlich ist. Auf die Herstellkosten i.h.v. 628,50 Euro werden die Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) und die Vertriebsgemeinkosten (VtGK) zugeschlagen. Dies entspricht der zugrundeliegenden Rechenmethode im Betriebsabrechnungsbogen. Die entstehende Summe heißt Selbstkosten. Sie repräsentiert die Summe aller von dem geplanten Auftrag verursachten Einzel- und Gemeinkosten und muß insgesamt erlöst werden, um kostendeckend zu sein. Der Sebstkostenwert entsteht in der Vorkalkulation durch Normzuschlagssätze, die aus vergleichbaren Vorperioden ermittelt werden, und prognostiziert die Verhältnisse in der Periode der Auftragsdurchführung. Die Rechnung ist daher eine Vorkalkulation. Jenseits der Selbstkostensumme, die nicht mit einem Deckungsbeitrag verwechselt werden darf, beginnt die "Rentabilität", also der Gewinn. Diesen plant die Zuschlagsrechnung durch Aufschlag eines (willkürlichen) Plangewinnes, im Beispiel 10%. Die Summe ist der Barverkaufspreis. Gemeinkostenzuschlagskalkulation 5

6 Auf den Barverkaufspreis schlagen wir zunächst das Kundenskonto auf, um es hernach wieder werbewirksam abziehen zu können. Das aber geschieht, anders als im bisherigen Rechengang, im-hundert (statt vom-hundert): Bei den bisherigen Rechnungen war die Ausgangsgröße die 100%-Basis. Beispielsweise sind ganz oben die 200 Euro = 100%. Die aufgeschlagenen 8% basieren auf diesem Wert. Eine einfachere Rechnung wäre also auch, die 200 Euro gleich mit 1,08 zu multiplizieren. In der Kundenskonto- Rechnung aber ist der resultierende Zielverkaufspreis erst die 100%-Basis. Der Barverkaufspreis i.h.v. 801,97 Euro entspricht nur 97%, auf die die 3% Kundenskonto aufgeschlagen werden, in dem der Barverkaufspreis durch 0,97 dividiert (anstatt mit 1,03 multipliziert) wird. Erst von dem resultierenden Zielverkaufspreis i.h.v. 826,77 Euro darf das Kundenskonto vom-hundert durch Multiplikation mit 0,03 berechnet werden. Gemeinkostenzuschlagskalkulation 6

7 Anders ist dies beim Aufschlag der Verkäuferprovision: da diese Provision (im Beispiel 6%) auf der Basis des Zielverkaufspreises berechnet wird, ist dies wieder eine vom-hundert-rechnung (826,77 Euro = 100%). Im letzten Schritt wird der Kundenrabatt wiederum im-hundert aufgeschlagen, d.h. die 876,38 Euro Zwischensumme entsprechen 95%, wenn 5% Provision hinzugerechnet werden sollen. Es müssen also erst die 876,38 Euro durch 0,95 dividiert (und keinesfalls mit 1,05 multipliziert) werden, um zum Listenverkaufspreis i.h.v. 922,50 Euro zu kommen. Von dieser Zahl dürfen dann die 5% Kundenrabatt berechnet werden. Bisweilen entstehen Debatten über die richtige Reihenfolge: Das Skonto muß stets zuerst aufgeschlagen werden, weil es zuletzt abgezogen wird. Schließlich weiß der Verkäufer bei Vertragschluß ja nicht, ob der Kunde mit Skontoabzug schnell oder ohne Skontoabzug später zahlt. Die Provision darf nicht auf den Bar-, sondern muß auf den Zielverkaufspreis berechnet werden, weil der Verkäufer nichts dafür kann, ob der Kunde mit oder ohne Skontoabzug zahlt. Schließlich wird als letztes der Kundenrabatt aufgeschlagen, weil dieser als erstes subtrahiert wird: der Abzug eines Rabattes ist ja, anders als die Skontominderung, von Anfang an gewiß. Gemeinkostenzuschlagskalkulation 7

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