Integratives Wissensmanagement nach PAWLOWSKY

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1 Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften (FGSE) Institut Berufs- und Bertriebspädagogik (IBBP) Einführung Wissensmanagement SoSe 2007 Frau Sandra Dengler Integratives Wissensmanagement nach PAWLOWSKY Wie können praktische Erfahrungen und theoretisches Wissen des Wissensmanagements zu einem integrierten Ansatz verbunden werden? Referentinnen: Sonja Glaue und Silvia Zander Datum: 7. Mai 2007

2 Inhalt 1) Was ist Wissensmanagement? Eine mögliche Definition! 2) Warum Wissensmanagement bzw. was ist das Ziel von Wissensmanagement? 3) Modell: Bausteine organisationalen Lernens 4) Modell: Organisationales Lernen als integratives Wissensmanagement 4.1) Identifikation/Generierung von Wissen 4.2) Diffusion organisationalen Wissens 4.3) Integration/Modifikation der Wissensbasis 4.4) Aktion und Nutzung 5) Fazit Einführung Wissensmanagement SoSe

3 1) Definition Wissensmanagement Wissensmanagement bezeichnet den bewussten und systematischen Umgang mit der Ressource Wissen und den zielgerichteten Einsatz von Wissen in der Organisation. Damit umfasst Wissensmanagement die Gesamtheit aller Konzepte, Strategien und Methoden zur Schaffung einer intelligenten, also lernenden Organisation 1. In diesem Sinne bilden Menschen, Organisation und Technik gemeinsam die drei zentralen Standbeine des Wissensmanagements (REINMANN-ROTHMEIER/MANDL/ERLACH/NEUBAUER 2001: 18). 1 Organisationales Lernen = Veränderung organisationaler Wissenssysteme Einführung Wissensmanagement SoSe

4 2) Warum Wissensmanagement? Wissen hat eine zentrale Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit von fortgeschrittenen Unternehmen Wettbewerbsfähigkeit Die Wettbewerbsfähigkeit des Informationszeitalters ist von der optimalen Kombination von Informationen und Wissen abhängig (PAWLOWSKY 1998: 12)! Eine permanente Lernfähigkeit der Organisation und eine damit einhergehende kontinuierliche Überprüfung und Erneuerung des Wissenspotentials ist erforderlich. Klassische Formen der Wissenserneuerung in Unternehmen stoßen an ihre Grenzen a) externe Akquisition b) betriebliche Weiterbildung Einführung Wissensmanagement SoSe

5 Aufgaben eines Wissensmanagements Wissensresourcen identifizieren, erzeugen bzw. entwickeln, Neu gewonnene Einsichten und Erkenntnisse in Verhalten umsetzen, Messung und Überwachung oben genannter Prozesse. Ziel: Die Lernfähigkeit einer Organisation verbessern. Einführung Wissensmanagement SoSe

6 3) Bausteine organisationalen Lernens Individuum (Intrapersonal) Gruppe/Team (Interpersonal) Organisation (Intraorganisational) Netzwerk (Interorganisational) Identifikation/ Generierung Diffusion Integration/ Modifikation Aktion L e r n p h a s e n Lernebene Dimensionen/Bausteine organisationalen Lernens Lerntypen I: Single loop (Adaptiv) L e r n f o r m e n Kognitives Kulturbezogenes Verhaltensbezogenes Lernen II: Double loop (Umweltorientiert) III: Deutero (Problemlösungslernen) Einführung Wissensmanagement SoSe

7 Lernphasen oder 4) Organisationales Lernen als integratives Wissensmanagement Diffusion/ Austausch Identifikation/ Ermittlung Generierung/ Erzeugung Wissen/Kern- kompetenzen Integration/ Hinzufügen Modifikation/ Veränderung Aktion Einführung Wissensmanagement SoSe

8 4.1) Phase 1: Identifikation/ Generierung Identifizierung von relevantem Wissen und relevanten Informationen aus dem Umfeld. Generierung von Wissen innerhalb der Organisation. Kernaufgabe des Wissensmanagements Einführung Wissensmanagement SoSe

9 Phase 1: Identifikation/ Generierung Probleme: Selektion von relevanten Umfeldern und die Identifikation von Ereignissen, die für die Lernprozesse im Unternehmen relevant sind. Nach welchen Kriterien wählen einzelne Personen relevantes Wissen aus? Einführung Wissensmanagement SoSe

10 4.2) Phase 2: Diffusion Verteilung und Verbreitung von Informationen und Wissenselementen zwischen verschiedenen Wissenssystemen. Unternehmen muss infrastrukturelle und sozialpsychologisch- kulturelle Voraussetzungen schaffen. Einführung Wissensmanagement SoSe

11 Phase 2: Diffusion Bedingungen für Austausch und Bereitschaft zur Kommunikation: gute Vertrauensbasis und kooperatives Organisationsklima Kommunikationsqualität Kommunikationskompetenz Einführung Wissensmanagement SoSe

12 Phase 2: Diffusion Kommunikation: = Bindeglied zwischen individuellem Lernen und organisationalem Lernen Privates Wissen öffentliches Wissen des Unternehmens Implizites Wissen von Individuen explizites Wissen der Organisation Einführung Wissensmanagement SoSe

13 4.3) Phase 3: Integration/ Modifikation Entscheidung, welche Konsequenzen der Umgang mit neuen Wissenselementen für die einzelnen Wissenssysteme hat. Möglichkeiten im Umgang mit Elementen: 1.Ignorieren 2.Integrieren 3.Anlass zur Modifikation des gesamten Wissenssystem Einführung Wissensmanagement SoSe

14 Phase 3: Integration/ Modifikation Probleme: Zweifel an Gültigkeit des Wissens entsteht erst, wenn eine tiefergehende Verunsicherung eingetreten ist. Resistenz von Wissenssystem gegenüber Veränderungen Einführung Wissensmanagement SoSe

15 4.4) Phase 4: Aktion Entscheidung, ob bzw. welche Verhaltenskonsequenzen die integrierten bzw. modifizierten Wissenssysteme aus dem neuen Wissen ziehen. Wissen in Handeln überführen ist Voraussetzung für organisationale Lernfähigkeit und Veränderungsprozesse. Einführung Wissensmanagement SoSe

16 5) Fazit PAWLOWSKY verbindet durch sein Modell der Bausteine des organisationalen Lernens die einzelnen Dimensionen gleichbedeutend einer hierarchischen Wertung. PAWLOWSKY erkennt die Problematik, dass vorhandenes Wissen oder Wissen aus dem Umfeld in Organisationen oft gar nicht erkannt und dadurch nicht genutzt wird. Das Modell des integrativen Wissensmanagements bietet einen Ansatz für die umfassende Forcierung organisationalen Lernens. Einführung Wissensmanagement SoSe

17 Literatur AL-LAHAM, Andreas (2003): Organisationales Wissensmanagement. München: Verlag Franz Mahlen PAWLOWSKY, P. (1992): Betriebliche Qualifikationsstrategien und organisationales Lernen. In: Staehle, W.; Conrad, P. (Hrsg.): Managementforschung 2. Berlin: Walter der Gruyter: PAWLOWSKY, P.; REINHARDT, R. (1997): Wissensmanagement Ein integrativer Ansatz zur Gestaltung organisationaler Lernprozesse. In: Dr. Wieselhuber und Partner (Hrsg.): Handbuch Lernende Organisationen. Wiesbaden: Gabler: PAWLOWSKY, P. (1998): Integratives Wissensmanagement. In: Pawlowsky, P. (Hrsg.): Wissensmanagement - Erfahrungen und Perspektiven. Wiesbaden: Gabler: PAWLOWSKY, P.; REINHARDT, R. (2000): Instrumente Organisationalen Lernens Die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. In: PAWLOWSKY, P.; REINHARDT, R. (Hrsg.): Wissensmanagement für die Praxis: Methoden und Instrumente zur erfolgreichen Umsetzung. Neuwied/Kriftel: Luchterhand: REINMANN-ROTHMEIER, G./MANDL, H.; ERLACH, Ch.;NEUBAUER, A. (2001): Wissensmanagement lernen. Weinheim, Basel: Beltz Einführung Wissensmanagement SoSe

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