Begriff der Grundrechte

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Begriff der Grundrechte"

Transkript

1 Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes Begriff der Grundrechte Naturrechtliche Vorstellung: dem Staat vorausliegende Rechte des Individuums; Freiheit und Gleichheit als legitimierende Bedingungen für die Entstehung des Staates frühere Sicht in Deutschland: Rechte, die dem Individuum nicht schon als Menschen, sondern erst als Glied des Staates zukommen, die erst vom Staat gewährt werden. Bis 1949 waren in Deutschland nur die Exekutive, nicht aber die Legislative oder Judikative den Grundrechten unterworfen (seither aber Art. 1 II, III GG). Synthese: Rechte des Individuums und zugleich Verpflichtungen des Staates Beschränkungen durch den Staat (durch alle Staatsgewalten) bedürfen der Rechtfertigung GR02/1

2 Arten der Grundrechte 2 1. Bundes- und Landesgrundrechte (vgl. Art. 1 ff. Saarl. Verf.) 2. Grundrechtsgleiche Rechte (Art. 93 I Nr. 4a GG) Art. 142 modifiziert Art. 31 GG; Landesgrundrechte stehen im Rang unter dem Bundesrecht und binden nur die öffentliche Gewalt des jeweiligen Landes Art. 20 IV, Art. 33 I III, V, Art. 38 I 1, II, Art. 101 und 103 GG (Art. 104 GG gilt i.v.m. Art. 2 II 1 GG) 3. Menschen- und Bürgerrechte Menschenrechte = sog. Jedermann-Grundrechte Bürgerrechte = sog. Deutschen-Grundrechte: Art. 8, 9, 11, 12 I, Art. 16 GG; aber: Art. 2 I G = Auffanggrundrecht für Ausländer 4. Freiheits- und Gleichheitsrechte 5. Materielle und prozessuale Grundrechte Hauptfreiheitsrecht: allg. Handlungsfreiheit (Art. 2 I GG) und bes. Freiheitsrechte (Art. 2 II, Art. 4 ff. GG) Hauptgleichheitsrecht: allg. Gleichheitssatz (Art. 3 I GG) und bes. Diskriminierungsverbote (Art. 3 II, III, Art. 6 I, V, Art. 33 I III, Art. 38 I 1 GG) materielle Grundrechte gewährleisten einen bestimmten Freiheits- oder Gleichheitsstandard prozessuale Grundrechte sichern die materiellen Grundrechte ab, verhelfen diesen zur Durchsetzung: prozessuales Hauptgrundrecht: Art. 19 IV GG; sog. Justizgrundrechte: Art. 101, 103, 104 GG GR02/2

3 Dimensionen der Grundrechte 3 Subjektiv-rechtliche Dimension Grundrechte als subjektiv-öffentliche Rechte par excellence begründen für das Individuum einen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen den Staat Berechtigung (Grundrechtsträger, -inhaber): grdsl. jeder Einzelne; Grundrechte als Rechte des Einzelnen, vom Staat ein Tun oder Unterlassen zu verlangen Objektiv-rechtliche Dimension objektive Wertordnung (BVerfGE 7, 198 [205] Lüth; zurückhaltender: BVerfGE 50, 290 [337] Mitbestimmung), insbesondere: Ausstrahlungs- und mittelbare Drittwirkung im Privatrecht Verpflichtung (Grundrechtsadressaten): alle staatliche Gewalt; Grundrechte als Pflichten des Staates, etwas zu tun oder zu unterlassen (unabhängig davon, ob der Einzelne ein Grundrecht geltend macht oder wahrnehmen kann) GR02/3

4 4 Funktionen der Grundrechte 1. Abwehrrechte (status negativus) = Hauptfunktion 2. Leistungsrechte, soziale Grundrechte, Anspruch auf staatlichen Schutz (status positivus) Anspruch auf Abwehr von staatlichen Eingriffen in Freiheit und Eigentum sowie von Ungleichbehandlungen = entsprechende Unterlassungspflichten des Staates Anspruch auf (positives) staatliches Tun = entsprechende Handlungspflichten des Staates: a) kraft Wortlauts: selten, nur Art. 1 I 2, Art. 6 I, IV, Art. 19 IV GG; b) i.ü. Ermittlung durch Auslegung unter Bezugnahme auf die durch die Grundrechte errichtete objektive Wertordnung, ggf. i.v.m. dem Sozialstaatsprinzip (Art. 20 I, Art. 28 I 1 GG) originäre Leistungsrechte: grdsl. ( ), kein Anspruch auf Schaffung von noch nicht Vorhandenem; Ausn. in außergewöhnlichen Fällen, in Notlagen (Schutz vor ernsten Bedrohungen; Recht auf grundrechtlich gebotenen Mindeststandard/Existenzminimum) aber: weiter Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers (BVerfGE 77, 170 [214]) Anspruch nur bei grundlegender und evidenter Verfehlung, insb. bei Art. 2 II 1 GG (Untermaßverbot, BVerfGE 88, 203 [254]) derivative Leistungsrechte (= Teilhaberechte) aus Art. 3 I GG Teilhabe an bereits bestehenden Leistungen: strikte Verteilungsgerechtigkeit (kein Gestaltungsspielraum des Staates); aber: kein Anspruch auf Schaffung von Gleichheit in der Gesellschaft GR02/4

5 zu: Funktionen der Grundrechte 3. Gestaltungsrechte (status activus) 4. Einrichtungsgarantien politische Teilhaberechte: Wahlrecht, Art. 38 I 1 GG; staatsbürgerliche Rechte: Art. 33 I III GG objektive Ordnungsstrukturen für bestimmte Lebensbereiche; Garantie der historischen Kontinuität bestimmter Grundlagen der gesellschaftlichen Ordnung Unterschied zu Nr. 1 bis 3: Einrichtungsgarantien begründen keine subjektiven Rechte für den einzelnen, (fallen indes häufig mit dem Gewährleistungsbereich des jeweiligen Grundrechts zusammen) wichtige Beispiele: Art. 6 I GG: Garantie von Ehe und Familie Art. 7 IV GG: Garantie von Privatschulen Art. 14 I 1 GG: Garantie des Eigentums Art. 33 V GG: Garantie des Berufsbeamtentums vgl. Art. 28 II GG: Garantie der kommunalen Selbstverwaltung (kein Grundrecht, aber: Art. 93 I Nr. 4b GG sog. Kommunalverfassungsbeschwerde) jeweils als Institution 5 GR02/5

6 Adressaten und Wirkungen der Grundrechte 6 Adressat: alle staatlichen Gewalten (Art. 1 III GG); keine Wirkung zwischen Privaten = keine Drittwirkung = keine Horizontalwirkung Abwehrrechte Leistungsrechte (außer Art. 1 I 2, Art. 6 I, IV, Art. 19 IV GG) Erstadressat : Gesetzgeber (BVerfGE 101, 158 [218, 236]) arg.: unmittelbare demokratische Legitimation (Art. 38 I 1 GG) Folgeadressaten : Verwaltung und Rechtsprechung unmittelbare Wirkung gegenüber Gesetzgebung, vollziehender Gewalt und Rechtsprechung unbestritten (sog. normexterne Wirkung der Grundrechte, d.h. Wirkung ohne Vermittlung des einfachen Gesetzes) grdsl. keine unmittelbare Wirkung, keine unmittelbare Anspruchsgrundlage Verwirklichung (Ausgestaltung Beschränkung) in bereichsspezifischen Gesetzen (sog. norminterne Wirkung der Grundrechte); insb. Sozialleistungsgesetze (SGB, BAföG u.a.m.), Eigentumsgarantie (BGB u.a., Art. 14 I 2 GG) daneben Rundfunkrecht (RStV, Art. 5 I 2 GG) u.dgl. weiter Gestaltungsspielraum (Einschätzungsprärogative) Beachtung der Grundrechte vor allem bei der (verfassungskonformen) Auslegung und Anwendung des einfachen Gesetzesrechts (sog. norminterne Wirkung der Grundrechte) Näher dazu: Schmidt-Aßmann, in: Maunz/Dürig, GG-Komm., Art. 19 IV Rn. 123 ff. GR02/6

2: System, Funktionen, Ausgestaltung

2: System, Funktionen, Ausgestaltung 2: System, Funktionen, Ausgestaltung A. Das System der Grundrechte Bedeutung eines Systems für den Grundrechtsschutz # Existenz allgemeiner Lehren für alle Grundrechte # Geschlossenheit des Grundrechtsschutzes

Mehr

GRUNDRECHTE Funktion Gewährleistungen Beschränkungen

GRUNDRECHTE Funktion Gewährleistungen Beschränkungen GRUNDRECHTE Funktion Gewährleistungen Beschränkungen Einführung in das Verfassungsrecht der Bundesrepublik Deutschland (Diritto dei Paesi di Lingua Tedesca) Prof. Dr. Clemens Arzt / Berlin Überblick Grundrechtekatalog

Mehr

I. Allgemeine Grundrechtslehren

I. Allgemeine Grundrechtslehren Arten und Funktionen der Grundrechte Karte 1 Die im Grundgesetz verankerten Grundrechte stellen die vom Staat dem Bürger gegenüber zu gewährenden Individualrechte dar. Sie begrenzen die Ausübung der staatlichen

Mehr

WS 2008/09 GLIEDERUNG

WS 2008/09 GLIEDERUNG Prof. Dr. S. Muckel STAATSRECHT II. GRUNDRECHTE WS 2008/09 GLIEDERUNG Vorbemerkungen A) Bedeutung der Grundrechte für Studium und Examen B) Gang der Vorlesung C) Literaturhinweise 1 Grundbegriffe zu Grundrechten

Mehr

Verfassungsinhalte. Verfassungsprinzipien. Organisationsregeln. Kompetenzen (Art. 44) Grundrechte. (Art. 62) Freiheitsrechte (Art. 1, 2, 4 ff.

Verfassungsinhalte. Verfassungsprinzipien. Organisationsregeln. Kompetenzen (Art. 44) Grundrechte. (Art. 62) Freiheitsrechte (Art. 1, 2, 4 ff. Verfassungsinhalte GG Grundrechte Freiheitsrechte (Art. 1, 2, 4 ff.) Staatsstrukturgrundsätze (Art. 20) Verfassungsprinzipien Organisationsregeln (Art. 62) Kompetenzen (Art. 44) Gleichheitsrechte (Art.

Mehr

Inhaltsverzeichnis. 1. Teil - Allgemeine Grund rechtslehren 1. A. Menschenrechte, Bürgerrechte, Grundrechte 3

Inhaltsverzeichnis. 1. Teil - Allgemeine Grund rechtslehren 1. A. Menschenrechte, Bürgerrechte, Grundrechte 3 Inhaltsverzeichnis 1. Teil - Allgemeine Grund rechtslehren 1 A. Menschenrechte, Bürgerrechte, Grundrechte 3 B. Stellung der Grundrechte in der Rechtsordnung 3 I. Verhältnis zu den Grundrechten der Landesverfassungen

Mehr

Grundrechte. Rechte gegen, durch, im und mit dem Staat Hartmut Vöhringer

Grundrechte. Rechte gegen, durch, im und mit dem Staat Hartmut Vöhringer Grundrechte Rechte gegen, durch, im und mit dem Staat Hartmut Vöhringer Moderne Verfassung Legt rechtliche Grundlagen des Staates fest Enthält Grundwerte und Grundrechte Enthält Leitprinzipien Regelt Staatsorganisation

Mehr

Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein)

Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein) Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein) Meinungsfreiheit,

Mehr

Die Funktionen der Grundrechte

Die Funktionen der Grundrechte Die Funktionen der Grundrechte Status negativus Abwehrrechte gegen den Staat Subjektive Rechte Einrichtungsgarantien Objektive Wertentscheidung Status positivus Status activus Institutsgarantien Institutionelle

Mehr

B. Grundrechte und Grundrechtslehren

B. Grundrechte und Grundrechtslehren B. Grundrechte und Grundrechtslehren 83 I. Arten der Grundrechte im Überblick Menschen- und Bürgerrechte Deutschen- und Jedermanngrundrechte Freiheits- und Gleichheitsgrundrechte Abwehr- und Leistungsgrundrechte

Mehr

Willkommen zur Vorlesung Staatsrecht II - Grundrechte. Wintersemester 2010/11

Willkommen zur Vorlesung Staatsrecht II - Grundrechte. Wintersemester 2010/11 Professor Dr. Friedhelm Hufen Staatsrecht II (Grundrechte) Wintersemester 2010/2011 Willkommen zur Vorlesung Staatsrecht II - Grundrechte Wintersemester 2010/11 Mi 18:00 s.t. 19:30 - Hörsaal RW 1 Do 16:00

Mehr

Grundrechte in Verfassungen- Historischer Überblick

Grundrechte in Verfassungen- Historischer Überblick Folie 01 - Historischer Überblick Öffentliches Recht für Wirtschaftswissenschaftler Grundrechte in Verfassungen- Historischer Überblick Verfassungsentwicklung in England: 1215 Magna Charta libertate 1628

Mehr

Gliederung der Vorlesung

Gliederung der Vorlesung Professor Dr. Friedhelm Hufen 1 Einführung Gliederung der Vorlesung Teil 1: Grundlagen I. Zu dieser Vorlesung 1. Ein typischer "Grundrechtsfall" 2. Die Grundbegriffe der juristischen Arbeit mit Grundrechten

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Vorlesung Staatsrecht I Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Christoph Gröpl Vorlesung Staatsrecht I Universität des Saarlandes Prof. Dr. Christoph Gröpl Vorlesung Staatsrecht I Universität des Saarlandes Recht (Arbeitsdefinition i.e. sehr umstr.) = verbindliche Verhaltensregeln, die in den Bedürfnissen des menschlichen Zusammenlebens,

Mehr

Vorlesung Staatsrecht II. Prof. Dr. Dr. Durner

Vorlesung Staatsrecht II. Prof. Dr. Dr. Durner Vorlesung Staatsrecht II Prof. Dr. Dr. Durner Gliederung A. Allgemeine Grundrechtslehren I. Grundbegriffe der Grundrechtsdogmatik II. Geschichtliche Grundlagen III. Standort und Rechtsquellen der Grundrechte

Mehr

Wissens-Check zu den Allgemeinen Grundrechtslehren

Wissens-Check zu den Allgemeinen Grundrechtslehren von Prof. Dr. iur Mike Wienbracke, LL. M. (Edinburgh) * Die in einer juristischen Klausur zu lösende Aufgabe besteht in der Regel darin, eine in Bezug auf einen vorgegebenen Lebenssachverhalt gestellte

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Art. 2 II 1 GG 1. Schutzbereich: a) persönlich: jeder (Nasciturus ab Nidation str.; Ende: Erlöschen der Hirnströme) b) sachlich: Recht auf Leben = biologisch-physische

Mehr

Verfassungsrechtliche Grundlagen

Verfassungsrechtliche Grundlagen Verwaltungsrecht I Wintersemester 2015/16 Verfassungsrechtliche Grundlagen 2. Vorlesung Priv.-Doz. Dr. Ulrich Jan Schröder Programm für heute Verfassungsrechtliche Grundlagen 2 Verfassungsrechtliche Grundlagen

Mehr

Grundkurs Öffentliches Recht III (Grundrechte)

Grundkurs Öffentliches Recht III (Grundrechte) Grundkurs Öffentliches Recht III (Grundrechte) Prof. Dr. Ivo Appel Teil 1 Bedeutung der Grundrechte I. Bedeutung in allen Rechtsgebieten 1. Bedeutung für Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht 2.

Mehr

Baustelle Demokratie

Baustelle Demokratie Baustelle Demokratie Ein Poster-Set zu Politik und Zusammenleben Grundgesetzartikel für den Grundgesetz-Sprint Artikel 1 [Menschenwürde, Menschenrechte, Rechtsverbindlichkeit] (1) Die Würde des Menschen

Mehr

Das Politische System Deutschlands

Das Politische System Deutschlands Das Politische System Deutschlands Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft Geschwister-Scholl-Institut Vierte Sitzung: Die Verfassungsprinzipien des Grundgesetzes Pflichtvorlesung im Wintersemester

Mehr

NORMATIVITÄT DER VERFASSUNG STAATSRECHT II STAATSORGANISATIONSRECHT VERFASSUNGGEBENDE GEWALT DES VOLKES DR. ULRICH PALM

NORMATIVITÄT DER VERFASSUNG STAATSRECHT II STAATSORGANISATIONSRECHT VERFASSUNGGEBENDE GEWALT DES VOLKES DR. ULRICH PALM STAATSRECHT II STAATSORGANISATIONSRECHT DR. ULRICH PALM NORMATIVITÄT DER VERFASSUNG Verfassung ist das erste Gesetz des Staates (nicht bloßer Programmsatz) Vorrang der Verfassung (Art. 20 III, Art. 1 III

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, deutsches und europäisches Finanzund Steuerrecht

Prof. Dr. Christoph Gröpl Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, deutsches und europäisches Finanzund Steuerrecht Prof. Dr. Christoph Gröpl Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, deutsches und europäisches Finanzund Steuerrecht Vorlesung Staatsrecht II (Grundrechte) 1 1.Schutzbereich a) persönlich: jeder (2 I),

Mehr

Zu den Grundrechten in der Weimarer Reichsverfassung

Zu den Grundrechten in der Weimarer Reichsverfassung Zu den Grundrechten in der Weimarer Reichsverfassung - Ausarbeitung - 2008 Deutscher Bundestag WD 3 3000 215/08 Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages Verfasser/in: Zu den Grundrechten in

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht II Grundrechte Universität des Saarlandes Verfassungsrechtliche Rechtfertigung von Grundrechtseingriffen Vorverständnis: Eingriff in den Schutzbereich eines Grundrechts

Mehr

Rechtsquellen werden unterschieden. derivatives Recht (z.b. Verordnungen)

Rechtsquellen werden unterschieden. derivatives Recht (z.b. Verordnungen) Prof. Dr. Christine Langenfeld Folie 1 SS 2006 Rechtsquellen werden unterschieden - in geschriebenes und ungeschriebenes Recht - in originäres Recht (insbes. Gesetze) und derivatives Recht (z.b. Verordnungen)

Mehr

Grundrechte im Umweltrecht Wirkungen und Konstellationen

Grundrechte im Umweltrecht Wirkungen und Konstellationen Grundrechte im Umweltrecht Wirkungen und Konstellationen Art. 20a GG ist kein Grundrecht, vgl. systematische Stellung, sondern ein Rechtsprinzip (ähnlich: Sozialstaatsprinzip) Förderung des Umweltschutzes

Mehr

Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein)

Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein) Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Verhältnis von Meinungsfreiheit zu Allgemeinem Persönlichkeitsrecht (BVerfGE 99, 185 [195 ff.] Helnwein) Meinungsfreiheit,

Mehr

DIE GRUNDRECHTE. I. Einteilung der Grundrechte. 1. Freiheitsgrundrechte schützen den Einzelnen gegen staatliche Eingriffe

DIE GRUNDRECHTE. I. Einteilung der Grundrechte. 1. Freiheitsgrundrechte schützen den Einzelnen gegen staatliche Eingriffe DIE GRUNDRECHTE Fall: Nach der Handwerksordnung kann nur derjenige selbständig ein Handwerk betreiben, der (von wenigen Ausnahmen abgesehen) eine Meisterprüfung ablegt und in ihr auch betriebswirtschaftliche

Mehr

Prüfe dein Wissen: PdW 31. Staatsrecht. von Prof. Dr. Christian Starck, PD Dr. Thorsten Ingo Schmidt, Dr. Rolf Blechschmidt. 2., überarbeitete Auflage

Prüfe dein Wissen: PdW 31. Staatsrecht. von Prof. Dr. Christian Starck, PD Dr. Thorsten Ingo Schmidt, Dr. Rolf Blechschmidt. 2., überarbeitete Auflage Prüfe dein Wissen: PdW 31 Staatsrecht von Prof. Dr. Christian Starck, PD Dr. Thorsten Ingo Schmidt, Dr. Rolf Blechschmidt 2., überarbeitete Auflage Staatsrecht Starck / Schmidt / Blechschmidt schnell und

Mehr

Modul 55104: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht

Modul 55104: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht Modul 55104: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht Besprechung der Klausur vom 22.03.2012 WS 2011/12 Sachverhalt Frage: Hat eine Verfassungsbeschwerde des Z Aussicht auf Erfolg? Folie 2 Erfolgsaussichten

Mehr

19 Allgemeiner Gleichheitssatz und spezielle Gleichheitsrechte. 1. Warum wird Art. 3 Abs. 1 GG als allgemeiner Gleichheitssatz bezeichnet?

19 Allgemeiner Gleichheitssatz und spezielle Gleichheitsrechte. 1. Warum wird Art. 3 Abs. 1 GG als allgemeiner Gleichheitssatz bezeichnet? 19 Allgemeiner Gleichheitssatz und spezielle Gleichheitsrechte 1. Warum wird Art. 3 Abs. 1 GG als allgemeiner Gleichheitssatz bezeichnet? Weil es neben diesem allgemeinen eine Reihe spezieller Gleichheitssätze

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Seite

Inhaltsverzeichnis. Seite Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort zur 3. Auflage... V Vorwort zur 1. Auflage...VII Inhaltsverzeichnis... IX Verzeichnis der allgemeinen Grundrechtslehren... XIII Bibliografie und Recherche... XV Kapitel

Mehr

Rechtswissenschaften und Verwaltung - Studienbücher. Staatsrecht II. Grundrechte. Bearbeitet von Ingo von Münch, Ute Mager

Rechtswissenschaften und Verwaltung - Studienbücher. Staatsrecht II. Grundrechte. Bearbeitet von Ingo von Münch, Ute Mager Rechtswissenschaften und Verwaltung - Studienbücher Staatsrecht II Grundrechte Bearbeitet von Ingo von Münch, Ute Mager 6., völlig neu bearbeitete Auflage 2014. Buch. XXVI, 384 S. Kartoniert ISBN 978 3

Mehr

Objektive Grundrechtsgehalte

Objektive Grundrechtsgehalte Objektive Grundrechtsgehalte Von Michael Dolderer Duncker & Humblot Berlin Inhaltsverzeichnis Einführung und Problemstellung 17 1. Teil Die Fundierung der objektiven Grundrechtsgehalte im Verfassungsgesetz

Mehr

2.2.1 Bund und Länder im deutschen Föderalismus

2.2.1 Bund und Länder im deutschen Föderalismus Bildungsrecht und Föderalismus 31 Die wichtigste Konkretisierung des Sozialstaatsprinzips ist durch das Sozialgesetzbuch (SGB) erfolgt (Kap. 4.1). Zum Sozialstaatsprinzip existiert eine umfangreiche Rechtsprechung

Mehr

Kapitel 1: Geschichte, Funktionen und Quellen der Grundrechte

Kapitel 1: Geschichte, Funktionen und Quellen der Grundrechte Kapitel 1: Geschichte, Funktionen und Quellen der Grundrechte Literatur: Zur Geschichte der Grundrechte: Hammer, Felix, Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919 die Weimarer Reichsverfassung,

Mehr

Soziale Grundrechte. Ziele. Ziele des Sozialstaates. Staatsrecht I. Vorlesung vom 17. Nov

Soziale Grundrechte. Ziele. Ziele des Sozialstaates. Staatsrecht I. Vorlesung vom 17. Nov Soziale Grundrechte ember 2009 Herbstsemester 2009 Prof. Christine Kaufmann Ziele Unterschied zwischen sozialen Grundrechten und Sozialzielen verstehen Schutzbereich der sozialen Grundrechte kennen Problematik

Mehr

Einführung in das Staatsrecht Grundrechte

Einführung in das Staatsrecht Grundrechte Einführung in das Staatsrecht Grundrechte Universität Trier Wintersemester 2014/15 Einführung Staatsrecht (Grundrechte) Der EinsMeg 2» Ein kleines Beispiel Einführung Staatsrecht (Grundrechte) Der EinsMeg

Mehr

Prof.. Dr. Christoph Gusy SoSe 2014. Examinatorium Staatsrecht. - Übersicht -

Prof.. Dr. Christoph Gusy SoSe 2014. Examinatorium Staatsrecht. - Übersicht - Prof.. Dr. Christoph Gusy SoSe 2014 Examinatorium Staatsrecht - Übersicht - 1. Grundrechte: Quellen, Träger (natürliche Personen), Schutzrichtungen, Auslegung. Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 GG). BVerfGE

Mehr

Art. 28 Abs. 1 UAbs. 2 der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995

Art. 28 Abs. 1 UAbs. 2 der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 Fall 3 Demokratische Legitimation Die unabhängige Aufsichtsbehörde Im Gegensatz zum Bereich der Datenverarbeitung der öffentlichen Stellen (Verwaltung) unterliegen bzw. unterlagen die Datenschutzbeauftragten

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht I Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht I Universität des Saarlandes Prof. Dr. Christoph Gröpl Staatsrecht I Universität des Saarlandes Begriff Bundesstaatsprinzip (Gesamt-)Staat, der sich aus mehreren (Glied-)Staaten zusammensetzt doppelte Staatlichkeit (Staatsorganisation

Mehr

Gesetzmäßigkeit der Besteuerung

Gesetzmäßigkeit der Besteuerung Leitentscheidung: BVerfGE 13, 318 (328) Rechtsstaatsprinzip, Art. 20 III GG Legalitätsprinzip, 38, 85 S.1 AO Ermessensfeindlichkeit insb. der Steuerfestsetzung, arg.: strikte Gleichbehandlung, Art. 3 I

Mehr

Die Grundrechte Freiheits rechte

Die Grundrechte Freiheits rechte Versammlungsfreiheit (Art. 8 I GG) (1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln. (2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses

Mehr

Vorlesung Staatsrecht II

Vorlesung Staatsrecht II Vorlesung Staatsrecht II Prof. Dr. Dr. Durner Gliederung A. Allgemeine Grundrechtslehren B. Einzelne Grundrechte I. Die Gewährleistung der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) II. Die freie Entfaltung der

Mehr

Die Deutschenrechte des Grundgesetzes

Die Deutschenrechte des Grundgesetzes Die Deutschenrechte des Grundgesetzes Bürgerrechte im Spannungsfeld von Menschenrechtsidee und Staatsmitgliedschaft Von Angelika Siehr Duncker & Humblot Berlin Inhaltsverzeichnis /. Teil Die Deutschenrechte

Mehr

Musterlösung. Der Oberbürgermeister ist für mich der größte Dilettant! Er verscheuert das Tafelsilber der Stadt!

Musterlösung. Der Oberbürgermeister ist für mich der größte Dilettant! Er verscheuert das Tafelsilber der Stadt! 1 Sachverhalt A ist Mieter eines Geschäftshauses in der Innenstadt von H, einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Dort betreibt er eine große Gaststätte. Aus Verärgerung über den Plan der bürgerlichen

Mehr

Vorlesung: Sozialrecht

Vorlesung: Sozialrecht PROF. DR. HANS MICHAEL HEINIG Sommersemester 2011 Vorlesung: Sozialrecht Termine: 14. April, 21. April, 28. April, 12. Mai, 19. Mai, 9. Juni, 16. Juni, 23. Juni, 30. Juni, 7. Juli, 14. Juli. Keine Veranstaltung

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes

Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes 1. Allgemeine Gesetze i.s.v. Art. 5 II GG Prüfungsschritte: 2. Jugend- und Ehrenschutz (JuSchG u.a.) Schranken der Kommunikationsgrundrechte

Mehr

Vorlesung Staatsrecht II. Prof. Dr. Dr. Durner LL.M.

Vorlesung Staatsrecht II. Prof. Dr. Dr. Durner LL.M. Vorlesung Staatsrecht II Prof. Dr. Dr. Durner LL.M. Gliederung A. Allgemeine Grundrechtslehren B. Einzelne Grundrechte I. Die Gewährleistung der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) II. Die freie Entfaltung

Mehr

Einführung in die Datenerfassung und in den Datenschutz

Einführung in die Datenerfassung und in den Datenschutz Dr. Thomas Petri Einführung in die Datenerfassung und in den Datenschutz Hochschule für Politik, Sommersemester 2011, Foliensatz 1 1 Hinweise Erforderliche Arbeitsmittel: Grundgesetz, Bayerische Verfassung

Mehr

Critical Parts. Teilvorhaben: Rechtliche Fragestellungen. Prof. Dr. iur. Elmar Giemulla Ass. iur. Juliane Holtz

Critical Parts. Teilvorhaben: Rechtliche Fragestellungen. Prof. Dr. iur. Elmar Giemulla Ass. iur. Juliane Holtz Critical Parts Teilvorhaben: Rechtliche Fragestellungen Prof. Dr. iur. Elmar Giemulla Ass. iur. Juliane Holtz Ziel Optimierung der Sicherheitsprozesse beim Zugang zu sicherheitsempfindlichen Bereichen

Mehr

Rechtmäßigkeit der Maßnahmen des BKA und seiner Beamten im Zusammenhang mit der Verhaftung und Haft des A.

Rechtmäßigkeit der Maßnahmen des BKA und seiner Beamten im Zusammenhang mit der Verhaftung und Haft des A. Juristische Fakultät Universitätsrepetitorium - Sommersemester 2010 Bezüge zum Völker- und Europarecht Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbes. Verfassungsrecht, und Rechtsphilosophie Prof. Dr. Christoph

Mehr

Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Privater Rundfunk: Zulassung Präventivkontrolle Gegenstand 20 I 1 RStV

Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Privater Rundfunk: Zulassung Präventivkontrolle Gegenstand 20 I 1 RStV Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Privater Rundfunk: Zulassung Präventivkontrolle: Zulassung erforderlich (BVerfGE 57, 295 [326 f.] FRAG) Gegenstand sämtliche

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Die Grundrechte

Inhaltsverzeichnis. Die Grundrechte Zehntes Hauptstück Die Grundrechte 41. Kapitel. Allgemeine Lehren... 1 I. Entwicklung der Grundrechte... 1 A. Begriff und Funktion... 1 B. Geschichtliche Entwicklung in Österreich... 5 II. Literatur und

Mehr

Rechtsstaat. Verfas s ungs prinzipien Rechtsstaatsprinzip

Rechtsstaat. Verfas s ungs prinzipien Rechtsstaatsprinzip Rechtsstaatsprinzip Rechtsstaat 131 Fragen Ist der Ausschluss gerichtlicher Kontrolle von Abhörmaßnahmen in Art. 10 II 2 GG verfassungsgemäß? Durfte die Rechtschreibreform durch Beschluss der Kultusminister

Mehr

Inhaltsverzeichnis. A. Einleitung 1. I. Problemdarstellung 1. II. Ziel der Untersuchung 2. B. Formen der Internetnutzung für Veröffentlichungen 4

Inhaltsverzeichnis. A. Einleitung 1. I. Problemdarstellung 1. II. Ziel der Untersuchung 2. B. Formen der Internetnutzung für Veröffentlichungen 4 Inhaltsverzeichnis A. Einleitung 1 I. Problemdarstellung 1 II. Ziel der Untersuchung 2 B. Formen der Internetnutzung für Veröffentlichungen 4 I. Eigene Plattformen 4 1. Funktionsweise 4 2. Bedeutung der

Mehr

6: Schutz von Beruf, Arbeit und Eigentum

6: Schutz von Beruf, Arbeit und Eigentum 6: Schutz von Beruf, Arbeit und Eigentum A. Der Schutz der Berufsfreiheit (Art. 12 GG) I. Allgemeine Bedeutung und Struktur des Grundrechts II. Schutzbereich Persönlicher Schutzbereich: alle Deutschen

Mehr

Spannungsfeld. Regelungsbedarf. Regelungsrahmen. Anwendungsbereich. Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes

Spannungsfeld. Regelungsbedarf. Regelungsrahmen. Anwendungsbereich. Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Prof. Dr. Christoph Gröpl Presse- u. Rundfunkrecht Universität des Saarlandes Spannungsfeld Regelungsbedarf Regelungsrahmen Anwendungsbereich Werbung im Rundfunk Erforderlichkeit von Werbeeinnahmen (BVerfGE

Mehr

Recht für Wirtschaftswissenschaftler. Musterlösung. PD Dr. Ulrich Jan Schröder / PD Dr. Jens Eisfeld WS 15/16

Recht für Wirtschaftswissenschaftler. Musterlösung. PD Dr. Ulrich Jan Schröder / PD Dr. Jens Eisfeld WS 15/16 PD Dr. Ulrich Jan Schröder / PD Dr. Jens Eisfeld WS 15/16 Recht für Wirtschaftswissenschaftler Musterlösung Frage 1. Was ist der Inhalt der sogenannten Radbruch schen Formel? Nennen Sie ein Beispiel aus

Mehr

Staatsrecht II. Grundrechte. Dr. Gerrit Manssen. von. o. Professor an der Universität Regensburg. 6. Auflage

Staatsrecht II. Grundrechte. Dr. Gerrit Manssen. von. o. Professor an der Universität Regensburg. 6. Auflage Staatsrecht II Grundrechte von Dr. Gerrit Manssen o. Professor an der Universität Regensburg 6. Auflage \B) Verlag C. H. Beck München 2009 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis XXI Teil I. Grundlagen

Mehr

ALLGEMEINE STAATSLEHRE. X. Rechte des Einzelnen gegenüber dem Staat und deren Begründung. A. Historische Entwicklung der Grund- und Menschenrechte

ALLGEMEINE STAATSLEHRE. X. Rechte des Einzelnen gegenüber dem Staat und deren Begründung. A. Historische Entwicklung der Grund- und Menschenrechte Prof. Dr. Nele Matz-Lück WS 2011/2012 ALLGEMEINE STAATSLEHRE X. Rechte des Einzelnen gegenüber dem Staat und deren Begründung A. Historische Entwicklung der Grund- und Menschenrechte 1. im Völkerrecht

Mehr

Die Menschenwürde in der Verfassungsordnung

Die Menschenwürde in der Verfassungsordnung Christoph Enders Die Menschenwürde in der Verfassungsordnung Zur Dogmatik des Art. 1 GG Mohr Siebeck Inhaltsverzeichnis Vorwort V Einleitung 1 Erster Teil Die Proklamation der Menschenwürde - Das Würdekonzept

Mehr

Grundkurs Öffentliches Recht II im Wintersemester 2016/17

Grundkurs Öffentliches Recht II im Wintersemester 2016/17 Professor Dr. Barbara Remmert Grundkurs Öffentliches Recht II im Wintersemester 2016/17 1. Termin Gegenstand der Vorlesung -> vorrangig die Grundrechte des GG = Art. 1 bis Art. 19 GG ergänzend: - grundrechtsgleiche

Mehr

Inhaltsverzeichnis. A. Grundlagen 9. Einleitung... 1 1. Problemstellung... 1 2. Zielstellung und Gang der Untersuchung... 4 3. Terminologie...

Inhaltsverzeichnis. A. Grundlagen 9. Einleitung... 1 1. Problemstellung... 1 2. Zielstellung und Gang der Untersuchung... 4 3. Terminologie... Inhaltsverzeichnis Einleitung... 1 1. Problemstellung... 1 2. Zielstellung und Gang der Untersuchung... 4 3. Terminologie... 7 A. Grundlagen 9 I. Historisches Verständnis von den Menschen- und Grundrechten...

Mehr

Solidarisches Bürgergeld und Grundgesetz

Solidarisches Bürgergeld und Grundgesetz Prof. Dr. Michael Brenner Solidarisches Bürgergeld und Grundgesetz unter Mitarbeit von Dennis Seifarth und Ulrike Hennig Nomos Inhaltsverzeichnis I. Das Solidarische Bürgergeld im Verfassungsstaat (Brenner/Seifarth)

Mehr

Fall 3. Sachverhalt: Auch in letzter Instanz unterlag E vor Gericht.

Fall 3. Sachverhalt: Auch in letzter Instanz unterlag E vor Gericht. Sachverhalt 1 Fall 3 Sachverhalt: E ist Alleineigentümer eines Mehrfamilienhauses, in dem er sechs Wohnungen vermietet hat. Nur im Dachgeschoss ist noch eine 40 qm-wohnung frei. Nachdem das kleine Bauernhaus,

Mehr

Der staatliche Schutzauftrag an öffentlichen Schulen

Der staatliche Schutzauftrag an öffentlichen Schulen Europäische Hochschulschriften / European University Studies / Publications Universitaires Européennes 5626 Der staatliche Schutzauftrag an öffentlichen Schulen Eine verfassungs- und verwaltungsrechtliche

Mehr

ÖFFENTLICHES RECHT I. Kontrollfragen zu 1: System und Grundbegriffe der deutschen Rechtsordnung

ÖFFENTLICHES RECHT I. Kontrollfragen zu 1: System und Grundbegriffe der deutschen Rechtsordnung Kontrollfragen zu 1: System und Grundbegriffe der deutschen Rechtsordnung 1) Wodurch unterscheiden sich Rechtsnormen von sonstigen (sozialen) Verhaltensregeln? 2) Nennen Sie Beispiele dafür, dass sich

Mehr

Die tierliche Person Rechte für Tiere?

Die tierliche Person Rechte für Tiere? Die tierliche Person Rechte für Tiere? 1. PETA Tierrechtskonferenz 2016 28. Mai 2016 Dr. Carolin Raspé, Rechtsanwältin, Berlin 1 Gliederung Tiere zwischen Objekt- und Subjektstatus Tierliche Rechtsgüter

Mehr

Fragen zur mündlichen PoWi-Prüfung Ext. HASA 2012

Fragen zur mündlichen PoWi-Prüfung Ext. HASA 2012 Fragen zur mündlichen PoWi-Prüfung Ext. HASA 2012 worgtsone.scienceontheweb.com - mailto: worgtsone @ hush.com 2012-06-12 12. Juni 2012 Inhaltsverzeichnis 1 Prüfung 1 2 1.1 Geografie.............................................

Mehr

Akkreditierung in Deutschland Was bedeutet die Entscheidung des BVerfG? Prof. Dr. Andreas Musil Vizepräsident für Lehre und Studium Universität

Akkreditierung in Deutschland Was bedeutet die Entscheidung des BVerfG? Prof. Dr. Andreas Musil Vizepräsident für Lehre und Studium Universität Akkreditierung in Deutschland Was bedeutet die Entscheidung des BVerfG? Vizepräsident für Lehre und Studium Universität Potsdam Gliederung I. Einleitung II. Organisation und Rechtsgrundlagen der Akkreditierung

Mehr

Feuerwehrabgabe mögliche Lösung. Die Verfassungsbeschwerde des S ist begründet, wenn dieser tatsächlich in seinen Grundrechten verletzt ist.

Feuerwehrabgabe mögliche Lösung. Die Verfassungsbeschwerde des S ist begründet, wenn dieser tatsächlich in seinen Grundrechten verletzt ist. AG GRUNDRECHTE SS 2015 10. Termin, 8.7.2015 Art. 3 GG A. Zulässigkeit B. Begründetheit Feuerwehrabgabe mögliche Lösung Die Verfassungsbeschwerde des S ist begründet, wenn dieser tatsächlich in seinen Grundrechten

Mehr

Vereinbarkeit gesetzlicher Öffnungsklauseln mit der Koalitionsfreiheit aus Art. 9 Abs. 3 GG

Vereinbarkeit gesetzlicher Öffnungsklauseln mit der Koalitionsfreiheit aus Art. 9 Abs. 3 GG Vereinbarkeit gesetzlicher Öffnungsklauseln mit der Koalitionsfreiheit aus Art. 9 Abs. 3 GG Von Franziska Drohsei Duncker & Humblot Berlin Inhaltsverzeichnis A. Einleitung 15 I. Die Debatte über gesetzliche

Mehr

Semester: -- Workload: 300 h ECTS Punkte: 10

Semester: -- Workload: 300 h ECTS Punkte: 10 Modulbezeichnung: Modulnummer: DLROFR Öffentliches Recht Semester: -- Dauer: Minimaldauer 1 Semester Modultyp: Pflicht Regulär angeboten im: WS, SS Workload: 300 h ECTS Punkte: 10 Zugangsvoraussetzungen:

Mehr

Moderner Text zum Verfassungsstaat?

Moderner Text zum Verfassungsstaat? Mderner Text zum Verfassungsstaat? Um plitische Gewalt richtig zu verstehen und sie vn ihrem Ursprung abzuleiten, müssen wir betrachten, in welchem Zustand sich die Menschen vn Natur aus befinden. Dies

Mehr

Abkürzungsverzeichnis... 15. Einleitung... 21 A. Einführung... 21 B. Gang der Untersuchung... 29

Abkürzungsverzeichnis... 15. Einleitung... 21 A. Einführung... 21 B. Gang der Untersuchung... 29 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis... 15 Einleitung... 21 A. Einführung... 21 B. Gang der Untersuchung... 29 Erster Teil: Grundlagen... 31 A. Die Relevanz der Grundrechte für den Drittschutz... 31

Mehr

Demokratieprinzip. (Art. 20 Abs. 1; Abs. 2 S. 1 GG; s.a. Art. 79 Abs. 3 GG) Abstimmungen: Entscheidung des Volkes über Sachfragen, zu unterscheiden

Demokratieprinzip. (Art. 20 Abs. 1; Abs. 2 S. 1 GG; s.a. Art. 79 Abs. 3 GG) Abstimmungen: Entscheidung des Volkes über Sachfragen, zu unterscheiden Demokratieprinzip (Art. 20 Abs. 1; Abs. 2 S. 1 GG; s.a. Art. 79 Abs. 3 GG) Wahlen und Abstimmungen: Abstimmungen: Entscheidung des Volkes über Sachfragen, zu unterscheiden sind: o Bürgerbegehren => Antrag

Mehr

Inhaltsübersicht. Abkürzungsverzeichnis 15. I. Einführung 21

Inhaltsübersicht. Abkürzungsverzeichnis 15. I. Einführung 21 Inhaltsübersicht Abkürzungsverzeichnis 15 I. Einführung 21 II. Die EMRK im deutschen Rechtssystem 23 1. Die EMRK in der deutschen Normenhierarchie 23 2. Drittwirkung der EMRK 26 3. Allgemeine Wirkungen

Mehr

Grundrechte. von. DR. GERRIT MANSSEN o. Professor an der Universität Regensburg

Grundrechte. von. DR. GERRIT MANSSEN o. Professor an der Universität Regensburg Grundrechte von DR. GERRIT MANSSEN o. Professor an der Universität Regensburg C.H. BECK'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG MÜNCHEN 2000 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis XXIII Teil I. Grundlagen 1. Geschichte

Mehr

BESONDERES VERWALTUNGSRECHT II (KOMMUNALRECHT, BAURECHT)

BESONDERES VERWALTUNGSRECHT II (KOMMUNALRECHT, BAURECHT) BESONDERES VERWALTUNGSRECHT II (KOMMUNALRECHT, BAURECHT) PD Dr. Andreas Funke Sommersemester 2011 Institut für Staatsrecht, Verfassungslehre und Rechtsphilosophie Email: Funke@jurs.uni-heidelberg.de 2

Mehr

Die Grundrechte der nordrhein- westfälischen Landesverfassung im Verhältnis zu den Grundrechten des Grundgesetzes

Die Grundrechte der nordrhein- westfälischen Landesverfassung im Verhältnis zu den Grundrechten des Grundgesetzes Die Grundrechte der nordrhein- westfälischen Landesverfassung im Verhältnis zu den Grundrechten des Grundgesetzes Dr. Dietmar Martina Verlag Franz Vahlen München Inhaltsübersicht Einleitung 1 I. Aktualität

Mehr

Rechtsprechung und Bundesverfassungsgericht

Rechtsprechung und Bundesverfassungsgericht Rechtsprechung und Bundesverfassungsgericht Einführung in das Verfassungsrecht der Bundesrepublik Deutschland (Diritto dei Paesi di Lingua Tedesca) Prof. Dr. Clemens Arzt / Berlin Prof. Clemens Arzt -

Mehr

B. Die Prüfung von Gleichheitsrechten

B. Die Prüfung von Gleichheitsrechten B. Die Prüfung von Gleichheitsrechten I. Allgemeines Neben den Freiheitsgrundrechten finden sich im Grundgesetz auch noch Gleichheitsgrundrechte. Im Mittelpunkt der Gleichheitsgrundrechte steht Art. 3

Mehr

GRUNDRECHTE SKRIPT. Grundkurs Staatsrecht II

GRUNDRECHTE SKRIPT. Grundkurs Staatsrecht II GRUNDRECHTE SKRIPT Grundkurs Staatsrecht II PROF. DR. OTFRIED SEEWALD UNIVERSITÄT PASSAU Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, insbesondere Sozialrecht Innstraße 40 / Nikolakloster Zi. 428 * 94032

Mehr

Universität Würzburg Wintersemester 2007/2008. Konversatorium zum Grundkurs Öffentliches Recht I. Lösungsskizze der 1. Klausur vom 6.12.

Universität Würzburg Wintersemester 2007/2008. Konversatorium zum Grundkurs Öffentliches Recht I. Lösungsskizze der 1. Klausur vom 6.12. Universität Würzburg Wintersemester 2007/2008 Konversatorium zum Grundkurs Öffentliches Recht I Lösungsskizze der 1. Klausur vom 6.12.2007 Die abstrakte Normenkontrolle hat Aussicht auf Erfolg, falls sie

Mehr

AG Staatsrecht II - Grundrechte

AG Staatsrecht II - Grundrechte AG Staatsrecht II - Grundrechte FALL 7 DAS UMSTRITTENE PFLICHTEXEMPLAR (NACH BVERFGE 58, 137 FF.) Die Verfassungsbeschwerde der KS-GmbH hat Aussicht auf Erfolg, soweit sie zulässig und begründet ist. A./

Mehr

Einführung in die. 2. Vorlesung

Einführung in die. 2. Vorlesung Einführung in die Rechtswissenschaft 2. Vorlesung I. Einteilungendes Rechtsund damit derrechtsdogmatik Öffentliches Recht und Privatrecht Materielles und formelles Recht Fallrecht und Gesetzesrecht einzelne

Mehr

ON! Reihe Deutschland politisch Arbeitsmaterialien Seite 1 DVD Das Grundgesetz

ON! Reihe Deutschland politisch Arbeitsmaterialien Seite 1 DVD Das Grundgesetz ON! Reihe Deutschland politisch Arbeitsmaterialien Seite 1 Mein Grundgesetz? Einstieg Im Verlauf der Einheit erfassen die SchülerInnen, was das Grundgesetz konkret für sie bedeutet was es ihnen ermöglicht

Mehr

Juliane Pätzold. Die gemeinschaftliche Adoption Minderjähriger durch eingetragene Lebenspartner. Verlag Dr. KovaE

Juliane Pätzold. Die gemeinschaftliche Adoption Minderjähriger durch eingetragene Lebenspartner. Verlag Dr. KovaE Juliane Pätzold Die gemeinschaftliche Adoption Minderjähriger durch eingetragene Lebenspartner Verlag Dr. KovaE Hamburg 2006 Inhaltsverzeichnis Erstes Kapitel Einleitung A. Aktuelle Situation 1 I. Ausgangspunkt

Mehr

Kinderschutz im Gesundheitswesen Fachveranstaltung Ärztekammer Schleswig-Holstein Bad Segeberg, 10. September 2014

Kinderschutz im Gesundheitswesen Fachveranstaltung Ärztekammer Schleswig-Holstein Bad Segeberg, 10. September 2014 Kinderschutz im Gesundheitswesen Fachveranstaltung Ärztekammer Schleswig-Holstein Bad Segeberg, 10. September 2014 Workshop 2: Das Jugendamt: Handeln ohne Not oder mal wieder nichts unternommen Möglichkeiten

Mehr

Lösung Fall 1 Die verlängerte Legislaturperiode. Frage 1: Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes

Lösung Fall 1 Die verlängerte Legislaturperiode. Frage 1: Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes Lösung Fall 1 Die verlängerte Legislaturperiode Frage 1: Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes Das Gesetz ist verfassungsgemäß, wenn es formell und materiell verfassungsgemäß zustande gekommen ist. I. Verfassungsmäßigkeit

Mehr

Vorlesungsskript: 1. Modulseminar Teil 1

Vorlesungsskript: 1. Modulseminar Teil 1 1 Vorlesungsskript: 1. Modulseminar Teil 1 A. Literaturhinweise (zum 1. Modulseminar) und nützliche Links Creifelds, Carl u.a.: Rechtswörterbuch, 19. Auflage 2007 Falterbaum, Johannes: Rechtliche Grundlagen

Mehr

Fall 7: Eigentumsgrundrecht (Art. 14 I GG)

Fall 7: Eigentumsgrundrecht (Art. 14 I GG) StaatsR Kapitel I: Grundrechte 37 Fall 7: Eigentumsgrundrecht (Art. 14 I GG) Sachverhalt: E ist Eigentümer eines Grundstücks im Außenbereich, das nicht bebaut ist und auch nicht landwirtschaftlich genutzt

Mehr

E. Die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde

E. Die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde E. Die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde I. Zuständigkeit/Rechtswegeröffnung, Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, 13 Nr. 8a, 90 ff. BVerfGG II. Ordnungsgemäßer Antrag, 23 BVerfGG III. Antragsberechtigung/Beschwerdefähigkeit,

Mehr

Vorlesung Staatsrecht I Staatsorganisationrecht. 16. Januar 2013

Vorlesung Staatsrecht I Staatsorganisationrecht. 16. Januar 2013 Vorlesung Staatsrecht I Staatsorganisationrecht 16. Januar 2013 4. Teil: Bundesstaat C. Gesetzgebung im Bundesstaat V. Ungeschriebene Gesetzgebungszuständigkeiten des Bundes VI. Landesgesetzgebungszuständigkeit

Mehr

Das Recht auf Bildung im Spannungsfeld von UN- Behindertenrechtskonvention und Grundgesetz

Das Recht auf Bildung im Spannungsfeld von UN- Behindertenrechtskonvention und Grundgesetz MAX-PLANCK-INSTITUT FÜR AUSLÄNDISCHES UND INTERNATIONALES SOZIALRECHT MAX PLANCK INSTITUTE FOR FOREIGN AND INTERNATIONAL SOCIAL LAW Das Recht auf Bildung im Spannungsfeld von UN- Behindertenrechtskonvention

Mehr

STAATSRECHT III. TEIL 2: Völkerrecht und Außenverfassungsrecht

STAATSRECHT III. TEIL 2: Völkerrecht und Außenverfassungsrecht Prof. Dr. Nele Matz-Lück WS 2011/2012 STAATSRECHT III TEIL 2: Völkerrecht und Außenverfassungsrecht V. Europäische Menschenrechtskonvention und deutsches Recht 1. Europäische Menschenrechtskonvention a)

Mehr

Übungsfall 2. Übung im Öffentlichen Recht Prof. Dr. Alexander Proelß

Übungsfall 2. Übung im Öffentlichen Recht Prof. Dr. Alexander Proelß Sachverhalt Der Bundestag verabschiedet gegen die Stimmen der Opposition ein Änderungsgesetz zum Bundeswahlgesetz, durch das 12 BWahlG um einen Absatz 2a erweitert wird, der wie folgt lautet: Wahlberechtigt

Mehr