Skript Sozialpsychologie nach Lernzielen von Sara WS0708 und SS08

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1 Skript Sozialpsychologie nach Lernzielen von Sara WS0708 und SS08 Kapitel 1: Was ist Sozialpsychologie? Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 1 komplett; Vorlesungsfolien; keine Schlüsselstudie. 1.1 Sozialpsychologie definieren und die Elemente dieser Definition erläutern. "Social psychology is the scientific study of the effects of social and cognitive processes on the way individuals perceive, influence, and relate to others." Die Elemente der Definition: Wissenschaftliche Untersuchung Die Erkenntnisse der Sozialpsychologie erfolgen auf wissenschaftlicher Erkenntnissen, die systematisch erworben werden. Diese Methoden helfen, Wissen zu erhalten, dass weniger Voreingenommenheit und Verzerrung hat, wie es oft bei Common-Sense-Wissen der Fall ist der Einflüsse sozialer und kognitiver Prozesse die Anwesenheit anderer, das Wissen und die Meinungen, die sie uns weitergeben und unsere Gefühle über Gruppen zu denen wir gehören beeinflussen uns stark durch soziale Prozesse, egal ob wir unter Menschen oder allein sind. Unsere Wahrnehmungen, Erinnerungen, Emotionen und Motive üben durch kognitive Prozesse pervasiven Einfluss auf uns aus. Auswirkungen von sozialen und kognitiven Prozessen sind nicht getrennt sondern untrennbar in einander verflochten auf die die Art, wie Menschen andere wahrnehmen, beeinflussen und mit ihnen interagieren. Sozialpsychologie fokussiert sich auf die Auswirkungen von sozialen und kognitiven Prozessen im Zusammenhang mit der Art wie Individuen andere wahrnehmen, beeinflussen und beziehen 1.2 Die Entstehung und Entwicklung der modernen Sozialpsychologie anhand historischer Eckdaten erläutern (erste Anzeichen für eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin; Sozialpsychologie und Behaviorismus; Bedeutung des Nationalsozialismus für die Entwicklung der Sozialpsychologie; Entwicklung seit dem 2. Weltkrieg; Verhältnis Grundlagen und Anwendung; Anwendungsfelder der Sozialpsychologie). Spätes 19. Jh.: Entstehung der Sozialpsychologie als empirische Wissenschaft Kurz nach dem aufkommen der wissenschaftlichen Psychologie begannen Wissenschaftler in NordAmerika, Großbritannien und Frankreich zu erwägen, welche sozialen Einflüsse es auf menschliches Handeln und Denken gibt Einer der ersten Sozialpsychologen (oft als DER erste bezeichnet) war Norman Triplett, der 1898 seine erste Studie unter dem Titel der Sozialpsychologie herausbrachte Frühes 20. Jh.: Sozialpsychologie behauptet kognitive Orientierung gegen Behaviorismus Die meiste Zeit des 20. Jahrhunderts wurde die Psychologie in Nordamerika vom Behaviorismus geleitet, aber die Sozialpsychologie behielt immer auch einen Schwerpunkt auf den wichtigen Prozessen von Gedanken und Gefühlen auf das Verhalten. Mitte 20. Jh.: Nationalsozialismus, Emigration, 2. Weltkrieg prägen Sozialpsychologie in den 1930ern und 40ern flüchten viele europäische Sozialpsychologen (die eher einen Gestaltpsychologischen Hintergrund hatten als einen Behavioristischen) nach Nordamerika, wo sie einen großen Einfluss auf die Richtung dieser Wissenschaft hatten. Wichtige Fragen wurden durch den Aufstieg der Nationalsozialisten und dem zweiten Weltkrieg aufgeworfen und gestalteten die Forschungsinteressen während dieser Zeit Spätes 20. Jh.: "Europäische Sozialpsychologie" entsteht neu; Integration und Konsolidierung Während den 1950er und 60er Jahren wuchs und gedieh die Sozialpsychologie und bewegte sich immer mehr in Richtung eines integrierten theoretischen Verständnisses von sozialen und kognitiven Prozessen

2 und außerdem in Richtung weiterer Anwendungen von sozialpsychologischen Theorien auf wichtige anwendungsbezogene Probleme 1.3 Acht Grundprinzipien kennen (2 Axiome, 3 motivationale Prinzipien; 2 Verarbeitungsprinzipien), erläutern und deren Beziehungen zueinander erklären. Axiome: 1. Subjektive Konstruktion der Realität Die Sicht der Realität ist bei jedem eine subjektive Konstruktion, geformt von kognitiven (wie unser Verstand arbeitet) und sozialen Prozessen (der Einfluss anderer, ob anwesend oder vorgestellt) 2. Universalität sozialer Einflüsse Andere Menschen beeinflussen alle Gedanken, Gefühle und das Verhalten von Individuen, ob sie physikalisch anwesend sind oder nicht. Motive: 1. Kontrolle ("mastery") Menschen versuchen die soziale Welt zu verstehen und und vorherzusehen um Belohnungen zu bekommen 2. Verbindung mit anderen Menschen suchen Unterstützung, Gefallen und Akzeptanz von Personen und Gruppen, die sie mögen und wertschätzen 3. Selbstwert Menschen wünschen sich selbst und Personen und Gruppen, denen sie sich zugehörig fühlen, in einem positiven Licht zu sehen Prinzipien der Informationsverarbeitung: 1. Konservatismus die Ansichten von Individuen und Gruppen sind nur sehr langsam zu verändern und neigen dazu, aufrecht erhalten zu bleiben 2. Zugänglichkeit ("accessibility") die Information, die als erstes abrufbar ist, hat generell den größten Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Verhalten 3. Kontinuum der Verarbeitungstiefe Menschen machen sich normalerweise so wenig Aufwand wie möglich, wenn sie Informationen haben, aber manchmal sind sie motiviert eine Information tiefer zu bedenken.

3 Kapitel 2: Methoden der Sozialpsychologie Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 2 komplett; Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Rosenthal & Fode (1963). 2.1 Erläutern, wozu die Methoden der Sozialpsychologie dienen; drei Ebenen wissenschaftlicher Fragestellung kennen und an Beispielen erläutern. Methoden der Sozialpsychologie dienen der systematischen Gewinnung empirischer Daten zur Überprüfung einer Theorie oder zur Untersuchung eines Problems allgemein: zur Beantwortung einer Forschungsfrage. Drei Ebenen der Fragestellung (Rosenthal & Rosnow, 2008): 1. deskriptiv z.b. 2. korrelativ z.b. 3. experimentell z.b. 2.2 Die Begriffe Theorie, Hypothese und Konstrukt kennen, erläutern, aufeinander beziehen. Theorie: System aus abstrakten Begriffen (= Konstrukten), deren Definitionen und Aussagen darüber, wie diese Konstrukte miteinander zusammenhängen. Eine empirische Theorie enthält Aussagen, die sich auf beobachtbare Sachverhalte beziehen, beschreibt kausale Zusammenhänge, ist allgemein (Geltungsbereich) Hypothese: Aussage über einen Zusammenhang zwischen Konstrukten. Kann aus einer Theorie abgeleitet sein. Soll empirisch falsifizierbar sein. Konstrukt: Abstraktes und generalisiertes Konzept das in Theorien benutzt wird, aber nicht direkt beobachtbar ist 2.3 Wissen, wodurch sich ein Experiment von anderen Methoden unterscheidet; erläutern, was ein faktorieller Versuchsplan ist und wozu er dient. Merkmale des sozialpsychologischen Experiments Hauptvorteil: Ermöglicht Kausalanalyse Warum ist Zufallszuweisung der Schlüssel hierzu? Kausalität hat 3 notwendige Bedingungen: 1. dass die AV mit der UV kovariiert, 2. dass die UV der AV zeitlich vorausgeht, und 3. dass eine Verursachung der AV durch alternative Mechanismen ausgeschlossen werden kann Auch nichtexperimentelle Methoden erlauben die Beobachtung von Kovariation und zeitlicher Abfolge sowie die Kontrolle von bekannten Störvariablen. Allein Zufallszuweisung ermöglicht die Kontrolle bisher unbekannter Störvariablen. faktorieller Versuchsplan In einem faktoriellen Versuchsplan werden mehrere UVn miteinander gekreuzt (UV = "Faktor"). Vorteil: Ermöglicht die Überprüfung komplexer Interaktionshypothesen Beispiel: UV1: Qualität der Argumente einer Botschaft (gut, schlecht) UV2: Grad der Ablenkung (gering, stark) AV: Einstellung zur Position der Botschaft Hypothese: Ablenkung reduziert die Überzeugungskraft guter Argumente und erhöht die Überzeugungskraft schlechter Argumente. 2.4 Verschiedene Formen der Validität kennen, die bei der Überprüfung sozialpsychologischer Fragestellungen eine Rolle spielen; wissen, wodurch spezifische Formen der Validität jeweils bedroht sein können; Maßnahmen zur Sicherung der Validität

4 kennen; vorgegebene Studien hinsichtlich verschiedener Validitätskriterien beurteilen können. Validität: Die Messung erfasst, was sie zu messen vorgibt; Vermeidung systematischer Variation, die auf Störvariablen beruht Konstruktvalidität: Wie gut entsprechen UV und AV den zugrunde liegenden theoretischen Konstrukten? Gefährdungen: die AV wird noch von anderen Faktoren beeinflusst, die aber gar nicht Gegenstand des Versuchs sind (z.b. durch soziale Erwünschtheit) Gegenmaßnahmen: die beste/angemessenste Messtechnik wählen, multiple Maßsysteme benutzen Interne Validität: Wie sicher ist die Schlussfolgerung, dass Variationen in der AV durch Variationen in der UV (und nicht durch Störvariablen) verursacht werden? Gefährdungen: andere Faktoren als die gemessenen sind für den Effekt verantwortlich, die man oft nicht komplett eliminieren kann, besonders bei nicht-experimentellen Designs Gegenmaßnahmen: Randomisierung Externe Validität: Grad der Generalisierbarkeit von Forschungsergebnissen auf andere als die untersuchten Personen, Zeitpunkte und Umstände. Gefährdungen: die Versuchsteilnehmer sind nicht repräsentativ Gegenmaßnahmen: Wenn das Ziel ist, etwas über eine bestimmte Gruppe herauszufinden, müssen die Versuchsteilnehmer repräsentativ für diese Gruppe sein, wenn das Ziel ist, etwas generell Gültiges herauszufinden müssen die Versuchsteilnehmer möglichst breit gefächert sein 2.5 Die Begriffe Generalisierung und Replikation erläutern. Generalisierung: Wissenschaftler hoffen, dass ihre Versuche von einer Population, Stichprobe oder Versuchsanordnung auf andere übertragbar sind. Dabei werden die Ergebnisse einer Studie nicht direkt auf eine andere Population oder Situation übertragen, sonder stützen die generelle Theorie, die wiederum Implikationen auf andere Personen und Orte haben Replikation: Die Ausführung neuer Studien mit dem Versuch, neue Belege für die selben theoretisch vorhergesagten Beziehungen zu finden, die schon in anderen Untersuchungen gefunden wurden 2.6 Grundlegende Ethik-Richtlinien kennen und diskutieren; wissen, was die Begriffe informierte Einwilligung ( informed consent ), Täuschung, Aufklärung bedeuten, und diese in den Forschungskontext einordnen können. Die 4 Prinzipien von ethischer Forschung 1. Schutz von TeilnehmerInnen vor psychologischem oder körperlichem Schaden TeilnehmerInnen können auf Stimuli oder experimentelle Settings emotional reagieren. Diese Reaktionen können sich langfristig negativ auswirken (Folgeschäden). 2. TeilnehmerInnen die freie Wahl zur Teilnahme ermöglichen 3. Sich über Machtunterschiede bewusst sein 4. Ehrlich die Hintergründe und den Nutzen der Forschung mitteilen Aufgeklärte Einwilligung/Informed Consent: Potentielle TeilnehmerInnen bekommen ein Formular, welches Information enthält zu der Prozedur des Experiments / der Untersuchung der Person, welche VersuchsleiterIn ist der Weiterverarbeitung der Daten den Inhalten der Studie, d.h. was für Aufgaben bewältigt werden müssen Werden auf ihre Rechte hingewiesen; vor allem darauf, dass sie ohne Angabe von Gründen und ohne negative Konsequenzen jederzeit abbrechen können Dürfen Fragen stellen Unterschreiben das Formular (und geben somit an, dass sie alles gelesen und verstanden haben)

5 Täuschung Findet immer statt, wenn Versuchspersonen nicht vollständig über die (Inhalte und Hypothesen der) Studie aufgeklärt sind. Debriefing / Aufklärung Sollte möglichst direkt nach der Erhebung geschehen und die Hintergründe der Untersuchung möglichst vollständig erläutern 2.7 Die Schlüsselstudie von Rosenthal & Fode (1963) im Detail kennen (insbesondere die Experimente 1 und 2): Wie lautet die Fragestellung? Wie gehen die Autoren methodisch vor? Welche Frage, die in Exp. 1 offen blieb, soll Exp. 2 beantworten? Wie lauten die wesentlichen Befunde? Kritik, Alternativerklärungen? 2.8 Die Lernziele zu 2 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren: Welche der Prinzipien sind zum Verständnis der Methoden der Sozialpsychologie geeignet? Subjektive Konstruktion der Realität Wissenschaftliche Theorien werden entwickelt um beobachtete Verhaltensmuster zu erklären und zusammenzufassen Universalität sozialer Einflüsse Wissenschaftler sind nicht nur durch die Regeln und Gewohntheiten der Wissenschaft geprägt, sondern auch durch ihre persönlichen und kulturellen Werte und Ziele Mastery/Kontrolle Wissenschaftler versuchen die Natur zu verstehen und vorherzusagen

6 Kapitel 3: Personenwahrnehmung Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 3 komplett; Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Gilbert, Pelham & Krull (1988). 3.1 Die Hinweisreize (Cues) kennen, die Personen bei der Bildung eines ersten Eindrucks nutzen. Physisches Erscheinungsbild "Was schön ist, ist auch gut." Attraktivität ist bester Prädiktor für Sympathie und Zufriedenheit in Dating-Studie (Walster et al., 1966). Attraktive Angeklagte erhalten oft mildere Strafen (Stewart, 1980). Auch andere Merkmale als Schönheit: z.b. Todorov et al. (2005): Kurze Darbietung der Gesichter von unbekannten polit. KandidatInnen "Wer ist kompetenter?" Antwort ist guter Prädiktor für tatsächlichen Wahlerfolg. Nonverbale Cues Menschen, die ihre Gefühle bereitwillig nonverbal zeigen, werden oft eher gemocht, also solche, die das nicht tun. Stimmen geben viel Information über einen Menschen (und wie wir ihn beurteilen) Emotionaler Ausdruck ist eine (fast) universale Sprache Lügendetektion im Alltag: V.a. nonverbale Körpersignale sind "verräterisch", aber Menschen nutzen spontan eher Inhalt und Gesichtsausdruck (Zuckerman et al., 1981).e) die besten Indikatoren sind eine hohe Stimme oder ruhelose Bewegungen von Händen oder Füßen unter manchen Umständen ist es einfacher, eine Lüge aufzudecken, je weniger Information man hat (z.b. nur den Körper sieht, statt Körper und Gesicht) Unter Ablenkung ist ein Eindruck oft zutreffender als bei Zuwendung voller Aufmerksamkeit (s.u. Schlüsselstudie) Vertrautheit Andere werden uns sympathischer, je öfter wir sie sehen (auch ohne Interaktion) (Zajonc, 1968). Persönliche Umgebung Einrichtung / Gegenstände in Wohnheim-Zimmer lassen Schlüsse auf Persönlichkeit zu (Gosling et al., 2002). Andere können daraus viel über uns Lernen, weil wir uns eine Umgebung aussuchen und erstellen, die reflektiert und bestätigt, was wir sind. Verhalten Vielleicht wichtigster Hinweisreiz: "Es gibt nichts Gutes, es sei denn man tut es." (Erich Kästner) 3.2 Den Begriff der Augenfälligkeit ("salience") und seine Wirkung erläutern. Definition Die Fähigkeit eines Cues Aufmerksamkeit in seinem Kontext auf sich zu ziehen Was anders ist, fällt auf: Kontrast: Svenja geht gern ins Kino und sammelt lebende Spinnen. Kontext: Ein 2,10 m großer Mann in der Straßenbahn oder auf dem Basketballfeld 3.3 Erläutern, wie Personen Cues interpretieren. Dabei die Rolle von Assoziationen und von kognitiver Zugänglichkeit kennen. Cues haben keine eigene Bedeutung. Statt dessen werden sie interpretiert im Kontext unseres gespeicherten Wissens über Personen, Verhalten, Charaktereigenschaften und soziale Situationen. Gespeichertes Wissen ist zum Cue verlinkt oder leicht ins Gedächtnis zu rufen und hat so die größte Wahrscheinlichkeit genutzt zu werden um Cues zu interpretieren Assoziationen = gelernte Verbindungen zwischen kognitiven Repräsentationen

7 z.b. lügen => Unehrlichkeit helfen => Freundlichkeit oft automatische Aktivierung: "Stefan verirrte sich in seinem eigenen Haus." Ihr Eindruck von Stefan? Kognitive Zugänglichkeit Wichtig bei mehrdeutigen Cues "Tanja beschwert sich lauthals beim Verkäufer über die schlechte Qualität der Ware." Ist Tanja schlecht gelaunt oder berechtigterweise unzufrieden? Einflussfaktoren: Stimmung, Erwartung, Situation 3.4 Den Begriff "Priming" im Zusammenhang mit Personenwahrnehmung anhand eines Forschungsbeispiels erläutern. erhöhte Zugänglichkeit durch kurz zurückliegende Aktivierung Studie von Higgins, Rholes & Jones (1977) Vpn lesen mehrdeutige Personenbeschreibung: "By the way he acted one could readily guess that Donald was well aware of his ability to do many things well." (selbstbewusst / eingebildet) "Donald spent a great amount of his time in search of what he called excitement. perhaps, he would do some skydiving or maybe cross the atlantic in a sailboat." (abenteuerlustig / verantwortungslos) Zuvor Priming: Begriffe versteckt in "Gedächtnisaufgabe", 4 Bedingungen: 1. anwendbar, positiv (selbstbewusst, abenteuerlustig...) 2. anwendbar, negativ (eingebildet, verantwortungslos ) 3. nicht anwendbar, positiv (dankbar, gehorsam ) Ergebnis: Priming beeinflusst soziale Urteile, wenn die dadurch zugänglichen Kategorien auf die Urteilsaufgabe anwendbar sind. Bewusste Wahrnehmung der Primes ist nicht notwendig für derartige Effekte: Auch subliminal präsentierte Primes wirken (Bargh & Pietromonaco, 1982). 3.5 Wissen, wie BeobachterInnen von beobachtetem Verhalten auf Dispositionen der Zielperson schließen. Den Begriff "korrespondierende Schlussfolgerung" erläutern (Forschungsbeispiele!) und die Bedingungen kennen, unter denen solche Schlussfolgerungen zutreffend sind. Den Begriff "Korrespondenzverzerrung" erläutern. wir schließen direkt von beobachtetem Verhalten auf Eigenschaften (= Dispositionen) der Person. Beispiel: finsterer Gesichtsausdruck => Person ist aggressiv -> das nennt man korrespondierende Schlussfolgerung Das kommt besonders vor, wenn wir nicht denken, dass wir nochmal mit der Person zu tun haben werden und es komplettiert den ersten Eindruck Wann gerechtfertigt? Wenn die Person frei entscheiden konnte. Bei kleiner Zahl distinkter Verhaltensfolgen (die eindeutig auf einen bestimmten Faktor zurückgeführt werden können) Wenn das Verhalten unerwartet ist. Korrespondierende Schlussfolgerungen sind häufig nicht gerechtfertigt. Studie: Vpn sollen aus einer Rede über Fidel Castro die Einstellung des Redners erschließen (Jones & Harris, 1967). Versuchsbedingungen: Rede ist pro oder contra Castro Redner hatte Wahlfreiheit oder nicht. Ergebnis: Die Situation (Wahlfreiheit oder nicht) wird nur unzureichend berücksichtigt. Selbst wenn keine Entscheidungsfreiheit vorliegt, schließen wir von Verhalten auf Dispositionen. Dies wird als Korrespondenzverzerrung oder "fundamentaler Attributionsfehler" bezeichnet (s.a. Ross, Amabile & Steinmetz, 1977): die Tendenz, von beobachtbarem Verhalten auf den Charakter zu schließen,

8 selbst wenn eine solche Folgerung ungerechtfertigt ist, weil es andere mögliche Gründe für das Verhalten gibt. Ausmaß des Fehlers hängt vom Aufmerksamkeitsfokus ab und unterliegt kulturellen Einflüssen (stärker in "individualistischen" Kulturen), außerdem ist er nicht so stark, wenn die Versuchsteilnehmer motiviert sind mehr über die Situation zu erfahren (also keine oberflächliche Verarbeitung mehr statt findet) 3.6 Den Begriff der "Kausalattribution" kennen und anhand von Kelleys Kovariationsmodell der Attribution erläutern. In der Lage sein, bestimmte Kombinationen von Konsensus-, Konsistenz- und Distinktheitsinformation bestimmten Kausalattributionen zuzuordnen. Kausalattributionen (Urteile über die Ursachen von Verhalten oder Ereignissen) sind ein Beispiel für mehr oder weniger systematische Verarbeitung. Harold H. Kelley ( ): Kovariationsmodell der Attribution (1973) Kovariation als notwendige Bedingung für Kausalität: Ursache und Wirkung müssen zusammen auftreten. Wenn Experiment unmöglich, verwendet auch die Wissenschaft beobachtete Kovariation als Grundlage für Urteile über Kausalbeziehungen. Kelley: Individuum als "naiver Wissenschaftler" verhält sich ebenso. Frage: Warum zeigt Person P ein bestimmtes Verhalten? Hypothese von Kelley: man schaut nach einem einem potentiellen Grund, der zutrifft, wenn das Verhalten auftritt und abwesend ist, wenn das Verhalten nicht auftritt. Drei Arten von Information bestimmen das Urteil: 1. Konsensus: Reagieren andere Personen in dieser Situation in gleicher Weise? 2. Konsistenz: Reagiert P auf dieses Objekt bei anderen Gelegenheiten in gleicher Weise? 3. Distinktheit: Reagiert P auf andere, unterschiedliche Objekte in gleicher Weise? 3.7 Erklären, wie nach Gilbert Attributionen zur Korrektur erster Eindrücke führen können. Die beiden Experimente der Schlüsselstudie von Gilbert, Pelham und Krull (1988) zu diesem Thema genau kennen, so dass Sie die Fragestellung, die experimentellen Designs, die abhängigen Variablen, die Befunde und deren Interpretation kritisch wiedergeben können. (Was ist an Gilberts Operationalisierungen der "cognitive busyness" besonders pfiffig?) Korrektur erster Eindrücke durch Attributionen Systematische Verarbeitung kann zu Attributionen führen, die den ersten Eindruck revidieren. Dan Gilbert: 3 Stufen der Verarbeitung: 1. Identifikation des Verhaltens (z.b. als "nervös") 2. Dispositionale Schlussfolgerung (z.b. "P ist ängstlich") 3. Ggf. Situative Korrektur (z.b. "P wartet auf eine schwierige Prüfung, da wäre jeder nervös.") Gilberts Hypothese: Stufen 1 und 2 laufen automatisch ab; die dritte Stufe erfordert kognitive Anstrengung (= systematische Verarbeitung). Solange wir nicht darauf angewiesen sind, bleiben wir bei unserem ersten Eindruck, nur wenn es

9 einen Grund gibt, kommt auch die dritte Stufe (-> Konservatismus) Schlüsselstudie 3.8 Erläutern, wie sich BeobachterInnen einen Gesamteindruck von einer Person bilden und welche Urteilsverzerrungen hierbei eine Rolle spielen können. Einen Gesamteindruck bilden Personen erwarten, dass positive bzw. negative Eigenschaften gemeinsam auftreten (implizite Persönlichkeitstheorien) z.b. großzügig => ehrlich => herzlich Integration: Verhaltensweisen einer Person, die auf eine ähnliche Disposition schließen lassen, werden zusammen im Gedächtnis gespeichert. Negative Verhaltensinformation erhält größeres Gewicht. Gesamteindruck kann durch Motive verzerrt sein Wunschdenken / Selbstwertschutz: Vpn beobachten Zielperson beim Lösen von Aufgaben und schätzen seine Fähigkeiten ein. Zwei Erwartungsbedingungen: (a) Zielperson ist später Partner bei ähnlichen Aufgaben, (b) Zielperson ist später Gegner. Ergebnis: Positivere Einschätzung in (a). (Klein & Kunda, 1992) 3.9 Die Effekte erster Eindrücke auf weitere kognitive Prozesse und Entscheidungen kennen und erläutern. Dabei die Rolle oberflächlicher versus systematischer Verarbeitung und die Begriffe "Perseveranzeffekt" und "self-fulfilling prophecy" berücksichtigen. Kommunikation eines ersten Eindrucks kann die Erinnerung nachhaltig beeinflussen (Higgins, 1998). Mitteilungen, die an die Erwartung des Adressaten angepasst sind ("Natürlich ist Ihr Erstgeborener das tollste Baby der Welt!"), beeinflussen die kognitiven Repräsentationen des Senders (der das Baby danach wirklich netter findet). Der erste Eindruck kann Erwartungen erzeugen. Das weitere Verhalten wird im Licht dieser Erwartungen interpretiert. Erste Eindrücke sind resistent ("Perseveranzeffekt"). Anwendungsbeispiel "unzulässige Beweismittel": Wenn ein Beweismittel erst einmal eingeführt ist, gelingt es Juroren nicht, es nachträglich zu ignorieren (Loftus, 1974) Eindrücke als "sich selbst bewahrheitende Prophezeiungen" ("self-fulfilling prophecies") Erster Eindruck von einer Zielperson beeinflusst das eigene Verhalten gegenüber dieser Zielperson. Dadurch werden Reaktionen begünstigt, die den eigenen Eindruck "bestätigen". Studie von Snyder, Tanke & Berscheid (1977): Männer, die glaubten mit einer attraktiven (vs. unattraktiven) Frau zu telefonieren, riefen bei der Gesprächspartnerin Verhalten hervor, das später von unabhängigen Beurteilern als positiver und sympathischer beurteilt wurde. Funktioniert nicht, wenn die Person sich bewusst ist, dass sie Erwartungen hat oder jemand Erwartungen an einen selbst hat oder wenn sich der Beobachter einen akkuraten Eindruck verschaffen will 3.10 Erläutern, wie BeobachterInnen bei der Eindrucksbildung mit inkonsistenter Information umgehen, und welchen Effekt das hat. Umgang mit inkonsistenter Information Erhöhter Verarbeitungsaufwand bei Beobachtung unerwarteten Verhaltens. Erklärungsversuche (Attribution) Beides führt zu besserer Erinnerung an inkonsistentes Verhalten. Eindrücke werden mit der Zeit komplexer (wichtig: verschiedene Kontexte!) Eindrücke können sich auch fundamental ändern Kulturelle Unterschiede: Asiatische Vpn erwarten mehr Veränderungen im Verhalten je nach Kontext. Erste Eindrücke bleiben oft neben neueren, komplexeren Eindrücken im Gedächtnis gespeichert (sind

10 aber weniger zugänglich) Die Lernziele zu 3 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität: Eindrücke sind Konstruktionen, die auf unserer Auswahl und Interpretation von Hinweisreizen (Cues) beruhen. Universalität sozialer Einflüsse: Allgemeines Wissen, das von unserer Kultur und Erfahrung geprägt ist, bestimmt die Eindrucksbildung mit. Motiv der Kontrolle: Ein zutreffender Eindruck von anderen erleichtert den sozialen Umgang. Motiv des Selbstwertschutzes: Eindrücke können in selbstwertdienlicher Richtung verzerrt sein. Konservatismus Einmal gebildete Eindrücke verfestigen sich, indem sie Interpretationen und Interaktionen beeinflussen ("self-fulfilling prophecy"). Zugänglichkeit ("accessibility") Die augenfälligsten Cues und die am leichtesten zugänglichen Wissensbestände tragen am meisten zu unseren Eindrücken bei. Kontinuum der Verarbeitungstiefe Manchmal begnügen wir uns mit ersten Eindrücken und "automatischen" Urteilen; manchmal versuchen wir, andere genauer zu verstehen.

11 Kapitel4: Das Selbst Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 4 ohne Abschnitt "Defending the self" (pp ); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Linville (1985). 4.1 Die Begriffe "Selbstkonzept" und "Selbstwertgefühl" definieren und erläutern. Selbstkonzept Das Wissen einer Person über ihre persönlichen Eigenschaften Selbstwertgefühl Positive oder negative Bewertung der eigenen Person (= Einstellung zum Selbst) 4.2 Quellen des Wissens über das Selbst kennen und diskutieren. eigenes Verhalten "How do I know what I think until I see what I've said?" wichtig: freie Entscheidung; Unterminierung intrinsischer Motivation durch externe Belohnungen (Lepper et al., 1973) Self-percerption-theory: Wir lernen Dinge über uns selbst, indem wir unser eigenes Verhalten beobachten eigene Gedanken und Gefühle Gute Datenquelle, da normative Einflüsse gering sind. Eindrücke von Beobachtern decken sich besser mit dem Selbstkonzept der Zielperson, wenn diese über Gedanken und Gefühle (vs. Verhalten) berichtet hat (Andersen, 1984). Reaktionen anderer Cooley: "The looking-glass self" Die Reaktionen anderer dienen uns als eine Art Spiegel, der uns zeigt, ob das, was wir denken was wir sind, auch wirklich bei anderen so ankommt. Studie von Miller et al. (1975), 3 Schulklassen: (1) "Ihr seid ordentlich." (2) "Ihr sollt ordentlich sein!" (3) Kein Treatment Effekt: Klasse (1) macht am wenigsten Unordnung. Stärkste Einflüsse bei Unsicherheit über das Selbst (Kinder > Erwachsene). Soziale Vergleichsprozesse Self-comparison-theory: Die Theorie, dass man über sich selbst lernt, indem man sich mit anderen verlgeicht (Festinger, s.u.) Festinger (1954): P strebt nach akkurater Einschätzung der eigenen Einstellungen und Fähigkeiten durch Vergleich mit ähnlichen Anderen. Sozialer Vergleich gibt uns die Möglichkeit uns einzigartig zu fühlen Aber: Ähnlichkeit nicht immer nützlich, kann ähnliche Urteilsverzerrungen bedeuten (im Überblick: Suls et al., 2002) Auch andere Motive wichtig. 4.3 Ähnlichkeiten und Unterschiede beim Erwerb von Wissen über Selbst versus Andere erläutern (Wissensmenge, Attribution, Akteur-Beobachter-Verzerrung). Wissen über Selbst und Andere: Ähnlichkeiten und Unterschiede Ähnlichkeiten oft identische Informationsquellen ähnliche Urteilsstrategien oft gleichermaßen (in)akkurat (s. Nisbett & Wilson, 1977) Unterschiede Wissensmenge Mehr und unterschiedlichere Information über das Selbst => wir sehen uns selbst als flexibler und weniger extrem als Andere. Unterschiedliche Attributionen

12 Akteur-Beobachter-Verzerrung: Die Tendenz, eigenes Verhalten auf die Situation zu zurückzuführen, das Verhalten andere auf ihren Charakter. Was unsere Aufmerksamkeit erregt sticht hervor verschiedene Sets von kausalen Alternativen werden für das Selbst und andere in Erwägung gezogen z.b. bei der Frage, ob man ein bestimmtes Buch mag, vergleicht man es mit anderen Büchern, wenn man gefragt wird, warum ein Freund das Buch mag, vergleicht man den Freund mit anderen Menschen das eigene Verhalten wird meist mit den eigenen Überzeugungen und Zielen erklärt, Verhalten anderer mit eher entfernten Gründen dieser Überzeugungen und Ziele z.b. wenn man gefragt wird, warum man Sport macht wäre die Antwort, dass man was für sich tun und fit bleiben möchte, wenn man andere fragt, warum du den Sport machst, sagen sie möglicherweise dass einer Verwandter an einer Herzkrankheit gestorben ist, was dich dazu gebracht hat, deine Fitness zu verbessern 4.4 Wissen, was "multiple selves" sind, und erläutern, wie Personen Aspekte ihres selbstbezogenen Wissens zu einem kohärenten Ganzen zusammenfügen. "Multiple Selves" Je nach Rolle und Situation sind unterschiedliche Selbstaspekte zugänglich (das "dynamische Selbstkonzept": Markus & Wurf, 1987). Personen weisen unterschiedlich ausgeprägte Selbstkomplexität auf (Linville, 1985). Selbstkomplexität = Anzahl und Unterschiedlichkeit der Selbstaspekte, die eine Person für verschiedene Rollen, Aktivitäten und Beziehungen entwickelt. Kohärenz des Selbst: Wie fügen Personen ihre Selbstaspekte zu einem konsistenten Ganzen zusammen? Begrenzte Zugänglichkeit Je nach Rolle oder Situation sind unterschiedliche Aspekte zugänglich, andere unzugänglich => keine Inkonsistenz Selektive Erinnerung Rekonstruktion der Vergangenheit im Einklang mit dem gegenwärtigen Selbstkonzept (Greenwald, 1980: "the totalitarian ego"), inkonsistente Erinnerungen werden vergessen Attribution Situative Erklärungen lassen Unterschiede im Verhalten stimmig erscheinen. Wir erkären unser Verhalten als nachvollziehbare Antworten auf Situationen und nicht als unsere Charaktereigenschaften. Fokus auf wenige Schlüsselmerkmale Markus: Selbst-Schema. Effiziente und selektive Verarbeitung schemarelevanter Information Wir haben einige Merkmale, die wir in allen Situationen beibehalten und als typisch für uns kennzeichnen 4.5 Wissen, was "Selbstwerterhöhung" bedeutet, und erklären, wie sie zu Stande kommt. Selbsterkenntnis und Selbstwerterhöhung Akkurate Selbsteinschätzung ist adaptiv. Aber: Vielfältige Evidenz für positive Verzerrungen Die meisten Personen schätzen sich auf den meisten Dimensionen als überdurchschnittlich ein. Indirekte Effekte der Selbstbewertung auf Dinge, die mit dem Selbst assoziiert sind (z.b. "name-letter effect"; Nuttin, 1985). Wie entstehen positive Verzerrungen bei der Bewertung eigener Erfahrungen? Auswahl geeigneter Situationen und Beziehungen Selektive Wahrnehmung und Erinnerung eigener positiver Beiträge (Ross & Sicoly, 1979) 4.6 Die Rolle sozialer Vergleiche bei der Konstruktion des Selbstwertgefühls erläutern (Tessers Modell des Selbstwerterhalts; unvermeidbare versus gezielte Vergleiche).

13 Soziale Vergleiche dienen auch der Konstruktion des Selbstwertgefühls Wir evaluieren uns selbst unter anderem durch vergleiche mit anderen. Diese Vergleiche sind manchmal verzerrt durch Self-enhancing-bias (der Tendenz, Informationen die das Selbst betreffen in einer Weise zu interpretieren, die zu überdurchschnittlich positiven Ergebnissen führen) Modell des Selbstwerterhalts (Tesser, 1988) : Nähe zur Vergleichsperson und Bedeutsamkeit der Eigenschaft bestimmen das Ergebnis des Vergleichs. Gute Leistungen einer nahestehenden Person führen zu Stolz und positivem Selbstwert, wenn mir die Eigenschaft selbst unwichtig ist, aber zu Neid und negativem Selbstwert, wenn mir die Eigenschaft wichtig ist. Es ist oft härter, wenn eine nahestende Person besser ist, als ein Fremder. Unvermeidbare Vergleiche Richtung des Vergleichs bestimmt das Ergebnis Bronzemedaillengewinner sehen zufriedener aus als Silbermedaillengewinner (Medvec, Madey, & Gilovich, 1995), weil der Zweitplazierte sich mit dem ersten vergleicht ( Noch ein kleines bisschen besser, und ich hätte Erste werden können ), der Drittplatzierte aber mit allen darunter ( Immerhin habe ich im Gegensatz zu den anderen noch eine Medaille bekommen ) Gezielte Vergleiche Menschen vermeiden Aufwärts-Vergleiche und streben Abwärts-Vergleiche an => Selbstwerterhöhung z.b.: KrebspatientInnen berichten meist, dass es ihnen besser geht als anderen KrebspatientInnen (Taylor et al., 1986). 4.7 Den Begriff "Selbstkomplexität" erläutern. Beide Studien der Schlüsseluntersuchung von Linville (1985) zum Thema kennen und im Detail diskutieren: Grundannahmen, zentrale Hypothese, Vorgehensweise, Designs, abhängige Variablen, wesentliche Befunde und deren Interpretation. Schlüsselstudien 4.8 Einflüsse des Selbst auf Denken, Fühlen und Verhalten kennen und erläutern. Dabei wichtige Begriffe / Aspekte: Selbstschema, Selbstreferenz-Effekt, Emotionen, Higgins' Theorie der Selbstdiskrepanz (Forschungsbeispiel!). Ein etabliertes Selbstkonzept ist änderungsresistent und dient als kognitives Schema Wir achten bevorzugt auf selbst-relevante Information und erinnern solche Information besser Wenn wir einmal ein Selbstkonzept entwickelt haben, bleiben wir meistens dabei (-> Konservatismus) und sind weniger offen gegenüber neuen Informationen über das Selbst. Verarbeitung von Information mit Bezug auf das Selbst ("beschreibt mich X?") erleichtert die Speicherung im Gedächtnis (Selbstreferenz-Effekt) Das Selbst und Emotionen: Selbstrelevanz als bedeutende "Appraisal"-Dimension Appraisal: Deutung einer Person von einem selbst-relevanten Fall oder einer Situation, die emotionale Antworten oder Verhalten erfordert. Das Selbst reguliert unser Verhalten Selbstausdruck, Selbst-Präsentation Interne Standards: "Self-Guides" Theorie der Selbstdiskrepanz (Higgins, 1987): Personen orientieren sich an "self-guides": Ideal Self wie ich gerne sein will Ought-Self wie ich glaube, sein zu sollen Actual self wie ich glaube, tatsächlich zu sein Spezifische motivationale und emotionale Konsequenzen bei Selbstdiskrepanzen Selbst-diskrepanz-Theorie: Personen beurteilen sich gegen innere Standads von ideal- und oughtself, was zu bestimmten emotionalen Konsequenzen führt Forschungsbeispiel: Induktion von Selbstdiskrepanzen (Baldwin et al., 1990, Study 2)

14 Vpn: Katholische Studentinnen UV1: Lesen eines Textes über sexuelle Phantasien oder eines neutralen Textes UV2: Wiederholte Aktivierung des "Ought-Self" durch subliminale Präsentation: Papst-Bild oder Bild einer neutralen Person (Kontrollbedingung 1) oder kein Bild (Kontrollbedingung 2) AV: Selbstbewertung auf den Dimensionen Moral, Kompetenz, Ängstlichkeit Ergebnisse: Keine bewusste Wahrnehmung der Bilder Selbstbewertung: Mittelwerte auf Skala von 1 bis 9 Papst: 6.30 neutrale Person: 7.09 kein Bild: 7.02 Effekte stärker ausgeprägt für Vpn, die angeben, den katholischen Glauben zu praktizieren Fazit: Selbstbewertung stellt einen Kompromiss dar aus realistischer Einschätzung und motivierter Verzerrung. 4.9 Die Lernziele zu 4 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Wir nutzen verschiedene Informationsquellen, um unser Selbst zu konstruieren. Universalität sozialer Einflüsse Unsere Wahrnehmung Anderer und deren Reaktionen auf uns formen unser Selbst. Motiv der Kontrolle Die Wahrnehmung, dass wir unsere Umwelt meistern, erhöht unser Selbstwertgefühl. Das Selbstkonzept erleichtert realitätsangemessenes Verhalten. Motiv des Selbstwertschutzes Dem Selbstwerterhalt dienen Verzerrungen, Selektivität und die strategische Auswahl von Vergleichsdimensionen und -standards. Konservatismus Ein einmal gebildetes Selbstkonzept ist änderungsresistent und wird verteidigt. Kognitive Zugänglichkeit Selbstkonzept und Selbstwertgefühl werden durch Inhalte bestimmt, die uns leicht in den Sinn kommen. Zugänglichkeit erklärt Flexibilität des Selbst ("multiple selves").

15 Kapitel 5: Wahrnehmung von Gruppen Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 5 komplett; Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Wilder (1984). 5.1 Die Begriffe Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung definieren und voneinander unterscheiden. Stereotyp = Kognitive Überzeugungen über die Charakteristika einer sozialen Gruppe und ihrer Mitglieder (Schema, assoziative Struktur) Vorurteil ("prejudice")= positive oder negative Einstellung zu einer sozialen Gruppe und ihren Mitgliedern (Stereotyp mit Bewertungskomponente) Diskriminierung = positives oder negatives Verhalten gegenüber einer Gruppe und ihren Mitgliedern (Handeln gemäß von Vorurteilen) 5.2 Eine "soziale Gruppe" aus dem Blickwinkel der Forschung zu sozialer Kategorisierung definieren; Beispiele und Gegenbeispiele nennen. Soziale Gruppe = zwei oder mehr Personen, die mindestens ein Merkmal teilen, das für sie selbst oder andere sozial bedeutsam ist Beispiele: Umweltschützer, sozial Schwache, Katholiken, Mitglieder eines Vereins Gegenbeispiele: Fußgänger, die gerade zufällig an der selben Kreuzung stehen 5.3 Den Prozess der sozialen Kategorisierung erläutern; wissen, welche Merkmale hierfür bedeutsam sind; Vor- und Nachteile sozialer Kategorisierung diskutieren. Soziale Kategorisierung: der Prozess, in dem individuelle Personen als Mitglieder einer sozialen Gruppe identifiziert werden, weil sie eine bestimmte Eigenschaft teilen, die typisch für diese Gruppe ist Welche Merkmale sind bedeutsam für die soziale Kategorisierung (= Identifikation einer Person als Mitglied einer bestimmten Gruppe)? hängt ab von Kultur und Situation einige relativ universell: Geschlecht, Ethnizität, Alter... Vorteile: Wozu dient soziale Kategorisierung? macht die soziale Welt besser verstehbar und leichter vorhersagbar; erleichtert soziale Interaktion erlaubt uns, irrelevante Information zu ignorieren Nachteile sozialer Kategorisierung Homogenisierung von Unterschieden zwischen Mitgliedern derselben Gruppe; Übergeneralisierung ("alle Professoren sind zerstreut") Betonung von Unterschieden zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen "Social categorization brings the world in sharper focus, but the exaggeration of similarities within groups and differences between groups is the price we pay for better resolution" (Smith & Mackie, 2007, S. 145). 5.4 Verschiedene Prozesse der Stereotypenbildung und grundlegende Dimensionen der Inhalte von Stereotypen erläutern; die Frage diskutieren, inwiefern Stereotypen zutreffend oder unzutreffend sind. Ähnlichkeiten mit Eindrucksbildung über Personen Inhalte von Stereotypen: vielfältig (Aussehen, Interessen, Ziele, Persönlickeitseigenschaften...) zwei grundlegende Dimensionen: Kompetenz und emotionale Wärme, abhängig von wahrgenommenem Status und Wettbewerb (Fiske, Cuddy, Glick & Xu, 2002) können positiv oder negativ sein Wo liegt das Problem bei positiven Stereotypen? => Übergeneralisierung, De-Individuierung, unrealistisch hohe Erwartungen => gehen oft Hand in Hand mit negativen Stereotypen und sind weniger gut zu erkennen (Beispiel benevolenter Sexismus) Sind Stereotypen zutreffend oder unzutreffend?

16 schwer zu messen (unscharf; Kriterien?) in der Tendenz dennoch oft in Übereinstimmung mit Forschungsbefunden zu tatsächlichen Eigenschaften (z.t. weil soziale Normen, die auf stereotypen Erwartungen beruhen, sich auf das Verhalten von Menschen auswirken) Fremd- und Selbstwahrnehmung von Gruppen oft ähnlich Aber: Stereotypen sind oft unzutreffend und sogar entgegen-gesetzt zur Realität (z.b. fahren Männer, entgegen einem verbreiteten Stereotyp, laut Unfallstatistik schlechter Auto als Frauen) Und: Übergeneralisierung ist immer unzutreffend (nicht alle Mädchen sind verbal ausdrucksfähiger als Jungen; nicht alle Jungen sind aggressiver als Mädchen) 5.5 Verschiedene Motive kennen und diskutieren, die zur Stereotypenbildung beitragen. Erläutern, wie diese Motive Urteilsverzerrungen (z.b. die illusorische Korrelation) begünstigen. Motive: Woher kommt Stereotypisierung? Wozu dient sie? Autoritäre Persönlichkeit? (Adorno et al., 1950) Psychoanalytischer Ansatz; rigide & überängstliche Erziehung => Aggression, Angst vor deren offenem Ausdruck; Verschiebung auf andere, geeignete Ziele: Minderheiten Zunächst populär, aber kaum vereinbar mit Einflüssen der sozialen Situation und soziokultureller Normen Uniformität von Vorurteilen innerhalb einer Gesellschaft Bessere Erklärung: Grundlegende Motive für soziales Verhalten bestimmen auch Stereotypenbildung und Vorurteile Kontrollmotiv (mastery): Aus dem Versuch, die soziale Welt korrekt einzuschätzen, entstehen (nichtintendierte) Urteilsverzerrungen Erfahrungen mit einzelnen Mitgliedern einer Gruppe beeinflussen die Bewertung der ganzen Gruppe (Henderson-King & Nisbett, 1996) Kognitive Zugänglichkeit positiver Gruppenmitglieder macht Urteile über die Gruppe positiver (Bodenhausen et al., 1995) Warum führt Beobachtung von Einzelpersonen zu Stereotypen? Selektive Aufmerksamkeit auf extremes Verhalten "Illusorische Korrelation" (Hamilton & Gifford, 1976): Wahrnehmung eines Zusammenhangs, wo keiner besteht Gruppe A Gruppe B positiv 18 9 negativ 6 3 Gruppe B wird negativer eingeschätzt, weil es insgesamt weniger Informationen gibt und so die negativen Informationen stärker gewichtet werden, obwohl eigentlich bei beiden Gruppen negative und positive Informationen im gleichen Verhältnis stehen. Soziale Rollen und die Korrespondenzverzerrung z.b. Juden werden durch soziale Zwänge in bestimmte "Nischenberufe" gedrängt, etwa Bankier => später wird diese Rolle zur Grundlage der Inferenz von Persönlichkeitsmerkmalen Geschlechtsrollen Geschlechterstereotype Studie von Hoffman und Hurst (1990): "Orinthianer" und "Ackmianer" auf einem fernen Planeten Auf dem Planeten wohnen beide Gruppen, Orinthianer arbeiteten eher in der Erziehung von Kinder, Ackmianer eher waren eher außerhalb des Hauses angestellt. Alle Erzieher wurden als sanft und liebevoll beschrieben, aller Angestellten als konkurrenzbetont und erhgeizig. Versuchspersonen sahen später diese Rollen als typisch für Orinthianer oder Ackmianer, selbst solche, die im jeweils anderen Beruf arbeiteten. Interaktionen mit Fremdgruppenmitgliedern lösen negative Emotionen aus (Angst, Unsicherheit ).

17 Besonders wenn man in der Minderheit ist, selten bei Mehrheiten. Diese Emotionen färben die Erfahrungen ein und tragen zu Stereotypen bei. Massenmedien verbreiten verzerrte Information über gesellschaftliche Gruppen (z.b. wird mehr über Verbrechen von Einwanderern als von Alteingesessenen berichtet) Motiv der Verbindung mit anderen (connectedness): Wir lernen Stereotypen von anderen in unserer Gruppe (schon im Kindesalter durch Eltern, Lehrer ) Solche "Stereotypen aus zweiter Hand" sind oft stärker als Stereotypen, die aus direkter Interaktion mit Fremdgruppenmitgliedern entstehen (Thompson et al., 2000) Subtile Einflüsse z.b. durch sexistische oder rassistische Witze: Diese signalisieren, dass Stereotypen akzeptabel sind ("man kann ja darüber lachen"; Ford, 2000) Besonders wenn ein Stereotyp der sozialen Norm entspricht, also von einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe als normal angesehen wird. Motiv der Rechtfertigung von Ungleichheit Stereotypen wirken systemstabilisierend (z.b.: Wenn Männer aggressiver und durchsetzungsfähiger sind als Frauen, dann ist es sinnvoll und gut, wenn Machtpositionen in Geselschaft und Industrie den Männern vorbehalten bleiben.) Personen mit hoher "sozialer Dominanzorientierung" (die soziale Hierarchien gutheißen) weisen auch mehr Vorurteile auf als andere Menschen glauben an eine gerechte Welt: Wer in einer schlechten Situation ist, hat selbst Schuld (z.b. Schwarze in Amerika) 5.6 Erläutern, wie man zeigen kann, dass Stereotypen und Gefühle gegenüber Gruppen automatisch aktiviert werden. Automatische Aktivierung durch Augenfälligkeit (z.b. eine Frau in einem Team von Männern) Häufige Nutzung erhöht kognitive Zugänglichkeit Kognitive Zugänglichkeit erhöht Häufigkeit der Nutzung Subliminale Präsentation von "WHITE" und "BLACK" beeinflusst die Reaktionszeit bei der Erkennung stereotyper Begriffe (Wittenbrink et al., 2001) Unwillkürliche Reaktionen der Gesichtsmuskeln auf stereotype Reize (Vanman et al., 1997) 5.7 Den IAT als Beispiel einer Methode zur indirekten Messung von Stereotypen und Vorurteilen erläutern; diskutieren, wie sich Diskrepanzen zwischen explizit und implizit gemessenen Vorurteilen erklären lassen. Direkte, explizite Messung durch Selbstberichtskalen (s. Beispiele zu Kapitel 2) Problem: Willentliche Verzerrungen / Selbstdarstellung Stereotypen und Vorurteile können teilweise unbewusst sein Indirekte Messung durch "implizite Maße" Beispiel: Implicit Association Test (IAT; Greenwald et al., 1998) siehe https://implicit.harvard.edu/implicit/demo/ und Implizite und explizite Maße erfassen unterschiedliche Aspekte von Stereotypen und Vorurteilen Aus implizit gemessenen Vorurteilen lässt sich nonverbales Verhalten besser vorhersagen, aus explizit gemessenen Vorurteilen verbales Verhalten (Dovidio et al., 2002) 5.8 Erläutern, wie und unter welchen Bedingungen sich Stereotypen auf (spontane, aber auch wohlüberlegte) Urteile und Verhalten auswirken; verschiedene Möglichkeiten diskutieren, wie Personen solche Einflüsse von Stereotypen überwinden können. Einfluss von Stereotypen auf Urteile und Verhalten Inferenzen aus automatisch aktivierten Stereotypen (Geschlechterstereotypen: Professorin wird für Sekretärin gehalten) Kausalattributionen (gute Leistung wird je nach Stereotyp auf Fähigkeit oder Glück attribuiert) Stereotypnutzung kann tödliche Folgen haben (z.b. Polizist muss schnell entscheiden, ob

18 Verdächtiger bewaffnet ist oder nicht) Studie von Correll et al. (2002): "shoot" oder "don't shoot" per Tastendruck, je nach dem ob "Verdächtiger" Waffe oder keine Waffe hat. Ergebnis: Unbewaffnete Schwarze wurden häufiger "erschossen" als unbewaffnete Weiße. -> besonders hoher Effekt, weil Zeitdruck Stärkste Einflüsse von Stereotypen bei geringer Verarbeitungskapazität (Bodenhausen, 1990: Morgen- vs. Abendtypen; s Lehrbuch S. 168) bei starken Emotionen (v.a. Ärger) in Machtposition (Fiske, 1993) Wie kann man den Einfluss von Stereotypen überwinden? Unterdrückung stereotyper Gedanken Kann funktionieren, erfordert aber Anstrengung Kann "Rebound"-Effekt bewirken ("Skinhead-Studie"; Macrae et al., 1994) Rebound-Effekt: Wenn man es in einem Moment bewusst unterdrückt, wird es dadurch nur noch zugänglicher und kann später Gedanken oder Gefühle noch stärker beeinflussen Korrektur stereotyper Urteile Automatische Aktivierung und bewusste Korrektur als Regelfall (Devine, 1989) Erfordert (a) Wissen über Richtung und Ausmaß stereotyper Einflüsse und (b) Motivation, um diese zu korrigieren (z.b. Wegener & Petty, 1997) Kann zu Überkorrektur führen (mit negativen Folgen für die Interaktionspartner) Dem Stereotyp widersprechende Information aktivieren z.b. an "starke Frauen" denken => IAT-Werte zu Vorurteilen gegenüber Frauen werden positiver (Blair et al., 2001) "Just say no" (Studie von Kawakami et al., 2000) Versuchspersonen sollten bei typischen Informationen no -Taste drücke, bei untypischen yes -Taste, bei einem späteren Test waren Vorurteile kleiner Stereotyp-Einflüsse auch bei wohlüberlegten Urteilen Selektive Informationssuche und -verarbeitung Stereotyp wirkt als Schema; Information wird "gefiltert" Wir suchen Informationen, die unseren Stereotyp bestätigen und geben dieses Informationen mehr Gewicht, außerdem blenden wir Informationen aus, die das Gegenteil zeigen. Unerwartetes Verhalten einzelner Gruppenmitglieder führt meist nicht zu einer Revision des Stereotyps und wird nicht besser erinnert (Hamilton & Sherman, 1996) Stattdessen Erinnerungsverzerrung in Richtung des Stereotyps Interpretation von Verhalten im Sinne des Stereotyps Mehrdeutige Information wird im Sinne des Stereotyps interpretiert (Darley & Gross, 1983) Identisches Verhalten wird unterschiedlich gedeutet, je nachdem, wer es zeigt Das Stereotyp als Vergleichsstandard verwenden "Ganz gut für einen Mann" (Studie zur Beurteilung von Aufsätzen zu Männer- und Frauenthemen; Biernat & Manis, 1994) Stereotyp-konsistente Reaktionen hervorrufen: Selbsterfüllende Prophezeiungen Interaktion mit Fremdgruppenmitglied auf der Grundlage von Stereotypen 5.9 Die Kontakthypothese kennen und erläutern: Wie können Stereotypen und Vorurteile durch Kontakt mit Fremdgruppenmitgliedern reduziert werden? Welche Hindernisse, die der Stereotypenänderung im Wege stehen, können durch welche Aspekte der Kontaktsituation überwunden werden? Kontakthypothese (Allport, 1954) Unter geeigneten Bedingungen führt Kontakt zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen zur Reduktion von Vorurteilen. Bedingungen:

19 Institutionelle Unterstützung / Norm der Toleranz Möglichkeit des persönlichen Kennenlernens Statusgleichheit Kooperation Ergebnisse in der Empirie belegen die Bedeutung der von Allport beschriebenen Bedingungen; aber: Effekte oft gering und von kurzer Dauer Hauptproblem: Generalisierung Herstellung der "geeigneten Bedingungen" im Alltag oft unmöglich, politisch-historische Situation entscheidend (z.b. Nordirland, Südafrika) Generalisierung der geänderten Einstellungen zu individuellen Fremdgruppenmitgliedern auf die Fremdgruppe als Ganze ist fraglich: Die Personen, mit denen man Kontakt hat, werden oft als "Ausnahmen von der Regel" angesehen Problem der Unterkategorisierung ("subtyping") 5.10 Drei konkurrierende Ansätze kennen, wie durch Kontakt eine Generalisierung positiver Erfahrungen mit einem Fremdgruppenmitglied auf dessen gesamte Gruppe erreicht werden kann. 1. Dekategorisierung Dekategorisierungs-Ansatz (Brewer & Miller, 1984): Augenfälligkeit sozialer Kategorien minimieren! These: Wiederholter kooperativer (etc.) Kontakt mit FG-Mitgliedern auf interpersoneller Ebene unterminiert Relevanz des FG-Stereotyps => andere werden nicht mehr als Gruppenmitglieder, sondern als Individuen beurteilt. Evidenz: Experiment: Personalisierter Kontakt hat Effekte auf Beurteilung anderer Individuen aus der FG (Miller, Brewer & Edwards, 1985) Umfragestudien ("Eurobarometer"): Freundschaften mit FG-Mitgliedern positiv korreliert mit Einstellungen gegenüber ImmigrantInnen aus derselben FG; Generalisierung auf Einstellungen zu Mitgliedern anderer FGn, reduzierter Nationalstolz (Pettigrew: "Deprovinzialisierung") 2. Rekategorisierung Modell der "gemeinsamen Eigengruppen-Identität" (Gaertner & Dovidio, 2000): Aus zwei Gruppen eine machen! These: Schaffung einer neuen, übergeordneten EG-Identität => andere werden nicht mehr als FG-Mitglieder, sondern als EG-Mitglieder beurteilt. Evidenz: Experiment: Betonung einer gemeinsamen Gruppenidentität + Kooperation führt zu positiverer Beurteilung der FG-Mitglieder; Effekt vermittelt über Wahrnehmung als eine Gruppe (Gaertner et al., 1990) Umfragestudien: unterstützende korrelative Befunde u.a. bei SchülerInnen einer multiethnischen Schule; oder bei Bankangestellten nach einer Fusion Problem beider Modelle: Dekategorisierung bzw. Rekategorisierung ist kaum über längere Zeit aufrecht zu erhalten Warum? Personen streben nach "optimaler Distinktheit" ihrer sozialen Identität (Brewer, 1991) => Vorliebe für Selbstkategorisierung auf mittlerer Ebene soziale Struktur unterstützt die alten Kategoriengrenzen (z.b. segregiertes Wohnen) 3. wechselseitige Differenzierung Alternative: Modell der "wechselseitigen Differenzierung" (Hewstone & Brown, 1986): Gestaltung der Kontaktsituation als Intergruppen-Situation! These: Kooperation bei hoher Augenfälligkeit der ursprünglichen Kategorien => Entstehung positiver (statt negativer) Interdependenz; insbesondere Generalisierung wird erleichtert. Evidenz: Brown & Wade (1987): Positivere Effekte einer kooperativen Aufgabe, wenn Mitglieder verschiedener

20 Gruppen auch unterschiedliche Rollen übernehmen / Teilaufgaben bearbeiten Konsistent hiermit auch Wilder (1984): Kontakt erfolgreicher, wenn andere Person als typisches Mitglied der FG angesehen wird 5.11 Die drei Teilstudien der Schlüsseluntersuchung von Wilder (1984) zum Thema "Generalisierung von Kontakterfahrungen" genau kennen und diskutieren: Fragestellungen, Designs, abhängige Variablen, Hypothesen, wesentliche Befunde Die Lernziele zu 5 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Wir konstruieren Eindrücke von sozialen Gruppen auf der Grundlage von Interaktionen mit deren Mitgliedern und durch Lernen von anderen. Universalität sozialer Einflüsse Diese Interaktionen und Lernprozesse werden von Kultur und Gesellschaft geprägt. Motiv der Kontrolle Stereotypen spiegeln soziale Erfahrungen wider. Motiv der Verbindung mit anderen Wir übernehmen die Stereotypen der Mitglieder unserer eigenen Gruppen. Konservatismus Stereotypen festigen sich selbst, indem sie unser Denken und Handeln beeinflussen. Stereotypen sind nur schwer zu ändern. Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Stereotypen üben bei oberflächlicher Verarbeitung einen starken, oft unbewussten Einfluss aus; sie können aber auch wohlüberlegte Urteile durch Selektivität der Verarbeitung verzerren.

21 Kapitel 6: Soziale Identität Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 6 komplett; Vorlesungsfolien; keine Schlüsselstudie. 6.1 Die Begriffe Selbstkategorisierung und soziale Identität definieren; die Grundannahme der Theorie der sozialen Identität erläutern. Selbstkategorisierung: Person sieht sich selbst als Mitglied einer sozialen Gruppe (anstatt als einzigartiges Individuum). Soziale Identität: Aspekte des Selbstkonzepts, die sich aus dem Wissen einer Person über seine Mitgliedschaft in bestimmten sozialen Gruppen und den damit verbundenen Gefühlen und Bewertungen ergeben. Theorie der sozialen Identität (Social Identity Theory = SIT; Tajfel): Personen sind motiviert, aus ihren Gruppenmitgliedschaften positiven Selbstwert zu ziehen. "Valuing me and mine" (mine = meine Gruppe) 6.2 Erläutern, wie Personen Informationen über ihre Eigengruppen lernen und welche Faktoren dazu beitragen, dass eine bestimmte Gruppenmitgliedschaft in einer Situation augenfällig wird und sich auf Denken, Fühlen und Verhalten auswirkt. Lernen über die eigene Gruppe Ähnliche Informationsquellen wie beim Lernen von Stereotypen über Fremdgruppen: Eltern, Lehrer, Medien... Wichtigste Informationsquelle: Andere Gruppenmitglieder und deren Verhalten Gruppenmitgliedschaften definieren bestimmte Rollen; diese beeinflussen über Lernerfahrungen das Selbstbild einer Person. Zugänglichkeit von Gruppenmitgliedschaften Gruppenmitgliedschaft wirkt sich in einer Situation nur aus, wenn sie augenfällig und damit kognitiv zugänglich ist. Quellen der Zugänglichkeit: Direkte Hinweise: Berufsbezeichnungen; Namen; Akzent; Uniformen... Anwesenheit von Fremdgruppenmitgliedern Minoritätsstatus, z.b. Geschlechterverteilung in der Familie (McGuire et al., 1979: Studie mit TenStatements-Test) Konflikt / Rivalität Kultur: Kollektivismus <-> Individualismus Persönlichkeitsunterschiede (= chronische Zugänglichkeit; vgl. Selbstschemata) 6.3 Erläutern, wie sich soziale Kategorisierung der eigenen Person auswirkt auf: (a) die Definition des Selbst, (b) Wahrnehmung, Bewertung und Verhalten gegenüber der Eigengruppe sowie (c) Wahrnehmung und Behandlung der Fremdgruppe. [wichtige Begriffe: BIRG, linguistische Eigengruppen-Favorisierung, Fremdgruppen-Homogenitätseffekt] (a) das Selbst Charakteristika der Gruppe werden zu Standards für eigenes Verhalten Carli (1990): Frauen sprechen bei Anwesenheit von Männern zurückhaltender als in rein weiblichen Gruppen. Soziale Identität -> Selbstwertgefühl / stellvertretende Emotionen Freudenfeste, wenn "wir" bei der Fußballweltmeisterschaft gewinnen Betonung positiver sozialer Identitäten: "BIRGing" (Cialdini et al., 1976) BIRGing: (bask in reflected gloy) gemeinsame positive Identitäten werden genutzt, um den eigenen Selbstwert zu eröhen Individualität vs. Verbundenheit mit anderen Wir wollen beides: Individuell sein und "dazugehören" Gruppenmitgliedschaft kann beide Motive befriedigen: Unterschiede zu Fremdgruppenmitgliedern

22 betonen die eigene Individualität; Ähnlichkeiten mit Eigengruppenmitgliedern betonen Verbundenheit. Relativ kleine Gruppen bieten die beste Balance zwischen den Motiven (Brewer, 1991: "optimal distinctiveness"). (b) Soziale Kategorisierung und die Eigengruppe Wahrnehmung von EG-Mitgliedern Betonung von Ähnlichkeiten Aber auch Gelegenheit zum Kennenlernen individueller Merkmale, denn unsere individuellen Merkmale helfen, einen Platz innerhalb der Gruppe für uns zu finden Sympathie für EG-Mitglieder Positivere Bewertung von Leistungen Der Begriff "Wir" allein weckt positive Assoziationen (z.b. in Priming-Aufgaben: "we" vs. "they" als Primes) Vor allem typische Mitglieder der EG werden gemocht Fairness und Altruismus gegenüber EG-Mitgliedern Individuen bringen individuelle Opfer für die Gruppe Hilfe für Verwandte und andere Mitglieder der EG kann auch biologisch adaptiv sein (s. Archer, 2002). Wenn Menschen die Welt durch ihre Gruppe wahrnehmen, verwischen die Unterschiede zwischen Dingen, die gut für einen selbst sind und Dingen, die gut für die Gruppe sind. (c) Wahrnehmung und Behandlung der Fremdgruppe Linguistische Eigengruppen-Favorisierung ("linguistic ingroup bias") Positive Handlungen der EG / negative Handlungen der FG: abstrakte, interpretierende Sprache (Zustandsverben, Adjektive) Positive Handlungen der FG / negative Handlungen der EG: konkrete, wenig interpretierende Sprache (Handlungsverben) Fremdgruppen-Homogenitätseffekt Wahrnehmung der Fremdgruppe als homogen: "Die sind alle gleich". Weniger Wissen über Fremdgruppenmitglieder. Interaktionen mit FG-Mitgliedern sind weniger variabel. Fokus auf Unterschieden zwischen Selbst und anderen innerhalb der EG. Anwendungsbeispiel: "cross-race identification bias" (Platz & Hosch, 1988) Gesicher von Mitgliedern der eigenen ethnischen Gruppe können besser erinnert werden als von anderen ethnischen Gruppen, außerdem passieren bei anderen Gruppen mehr Fehler bei der Identifikation (wenn ein angeblicher Dieb in einem Geschäft identifiziert werden soll) out-group-homogeneity effect: die Tendenz, Fremdgruppen als wesentlich mehr homogen anzusehen als die Eigengruppe 6.4 Die minimale Intergruppensituation beschreiben, ihre Effekte anhand von Forschungsbeispielen erläutern und die Befunde kritisch diskutieren. Die "minimale Intergruppensituation" (Tajfel et al., 1971) Bildung von 2 "Gruppen" nach willkürlichen Kriterien (z.b. nach angeblichen Präferenzen für abstrakte Maler); tatsächlich nach Zufall keine Interaktion zwischen Vpn; völlige Anonymität AV: Anonym Geld verteilen an anonyme andere, von denen nur die Gruppenzugehörigkeit bekannt ist Aufgabe ist so angelegt, dass relative Favorisierung der EG im Widerspruch steht zu anderen Zielen (z.b. Fairness oder Maximierung des Gesamtgewinns oder Maximierung der absoluten Auszahlung an EG-Mitglieder) Methode: Auszahlungsmatrizen Forschungsbeispiel: Billig & Tajfel (1973) In bisherigen Studien hatte sich EG-Favorisierung gezeigt, sogar auf Kosten der Maximierung absoluter Gewinne. Allerdings waren die Gruppen immer nach Ähnlichkeit gebildet worden. Frage: genügt auch eine völlig willkürliche Kategorisierung ("Gruppe X" und "Gruppe W"), um diesen Effekt zu zeigen?

23 Design: 2 x 2 mit den Faktoren: Kategorisierung (ja / nein): Versuchsleiter erwähnt Einteilung in "Gruppen" oder nicht, Ähnlichkeit (ja / nein): Kriterium sind angebliche Präferenzen für Maler (Klee, Kandinsky) oder explizit der Zufall. Ergebnis: Kategorisierung ist allein hinreichend, um Diskriminierung zu bewirken. (Weiterer Befund: Fairness ist in allen Bedingungen ein bedeutsamer Faktor.) Erklärung nach Tajfel: Motiv zur Herstellung positiver Distinktheit der EG (= "valuing me and mine"; Grundannahme der Social Identity Theory). Auf EG-Favorisierung durch Diskriminierung folgt häufig erhöhtes Selbstwertgefühl (Hewstone, Rubin & Willis, 2002). Effekt besonders deutlich nach Selbstwertbedrohung. Vielleicht ist die "minimale" Intergruppensituation selbst bedrohlich? (Lemyre & Smith, 1985) Effekt ist beschränkt auf Favorisierung der EG bei Zuteilung von Belohnungen; tritt nicht auf bei Zuteilung von negativen Sanktionen (Mummendey & Otten, 1998). Für negative Handlungen gegen eine Fremdgruppe sind offenbar weitere Bedingungen notwendig: Konflikt, wahrgenommene Benachteiligung. 6.5 Bedingungen und Erscheinungsformen intensiverer Fremdgruppendiskriminierung und der Feindseligkeit gegenüber Fremdgruppen kennen. Intensive Aggression, Gewaltverbrechen aus Hass, Völkermord gehen oft einher mit der Wahrnehmung einer Bedrohung der Eigengruppe. Reaktion: Überhöhung der EG-Geschichte, von EG-Symbolen (Flagge; "our way of life") Übertragung von EG-Normen und -Werten auf die FG Deren "Nichteinhaltung" dieser Werte gilt dann als "Beweis" für Minderwertigkeit und als Rechtfertigung für Gewalt. Jüngere historische Beispiele: Jugoslawien, Ruanda, Sudan Moralischer Ausschluss FG-Mitglieder werden als außerhalb der menschlichen Gesellschaft angesehen, so dass Normen der Fairness und Moral für sie nicht gelten. Subjektive Rechtfertigung für extreme Diskriminierung, Ausbeutung, Gewalt, Genozid ("Endlösung"; "ethnische Säuberung"). Persönliche Verantwortung wird auf das Gemeinwohl der Eigengruppe als Quelle höherer moralischer Autorität abgegeben. 6.6 Effekte der Mitgliedschaft in negativ bewerteten Gruppen erläutern: "stereotype threat" und vermindertes Selbstwertgefühl. Mitgliedschaft in stigmatisierter (negativ bewerteter) Gruppe hat negative Effekte. Leistungsverschlechterung Bedrohung des Selbstwertgefühls "Stereotype threat" Leistungsverschlechterung aufgrund des Wissens, dass andere die EG negativ stereotypisieren (Steele & Aronson, 1995) -> aus Angst, die den negativen Stereotyp zu bestätigen: Self-fulfilling-prophecy Bleibt aus, wenn Gruppenmitgliedschaft nicht augenfällig, oder bei möglicher externer Erklärung für Misserfolg. Selbstwertgefühl wird von negativer Bewertung der EG beeinflusst Für Mitglieder stigmatisierter Gruppen ist es oft schwierig, ein positives Selbstbild aufzubauen und zu erhalten. Risikofaktor für Depression bei schwarzen Studierenden: "kollektiver (= gruppenbezogener) Selbstwert; zum Vergleich bei Weißen Studierenden: individueller Selbstwert (Luhtanen & Crocker, 1992).

24 6.7 Erläutern, wie Personen auf solche negativen Gruppenmitgliedschaften reagieren durch: (a) Verteidigung des individuellen Selbstwerts, (b) Strategien der individuellen Mobilität, (c) soziale Krativität oder (d) sozialen Wandel. Bedingungen für die Wahl zwischen diesen Strategien kennen. (a) Verteidigung des individuellen Selbstwerts Misserfolg oder soziale Zurückweisung auf die Vorurteile anderer attribuieren. Nachteil: Verhindert realistische Selbsteinschätzung und -verbesserung nach negativer Rückmeldung. Impliziert Mangel an eigener Kontrolle. Kann dazu führen, dass eine Person auch positiver Rückmeldung nicht mehr glaubt. Intra-Gruppen-Vergleiche eine Person vergleicht sich mit anderen Mitgliedern der stigmatisierten Gruppe anstatt mit Mitgliedern der Mehrheit. Vorteile: höherer Selbstwert, wenn man auch mal erfolgreicher als andere ist und außerdem Freude darüber, wenn jemand aus der EG besonders erfolgreich ist, weil dann die Gruppe als Ganze (und damit auch man selbst) positiver da steht. (b) Individuelle Mobilität Der negativen Gruppenmitgliedschaft entfliehen (entweder physisch oder psychisch) Zwei Strategien: De-Identifizierung (= Erhöhung der psychologischen Distanz zur Gruppe) Symbole der Gruppenmitgliedschaft vermeiden schlechte Leistung anderer Gruppenmitglieder kritisieren ("black sheep effect") sich als untypisches Gruppenmitglied sehen "Obwohl meine Gruppe diskriminiert wird, betrifft mich das nicht persönlich." Alle obigen Strategien präferiert von Personen mit geringer Gruppen-Identifikation. Dissoziation (= tatsächlicher Austritt aus der Gruppe) Gruppenzugehörigkeit verbergen; sich der Mehrheit anpassen z.b. Wechsel des Namens oder der Religion; Vorspielen einer heterosexuellen Orientierung Nachteile: Furcht vor Entdeckung und Aufgabe der Möglichkeit, andere zu beeinflussen (c) Soziale Kreativität Die Gruppen-mitgliedschaft als positiv umdefinieren Betonung alternativer Vergleichsdimensionen, auf denen die stigmatisierte Gruppe glänzen kann. ("Black is beautiful".) Gruppen mit niedrigerem Status werden oft als faul, ungebildet, inkompetent angesehen; sehen sich selbst aber als gastfreundlich, herzlich, gesellig, musikalisch. Wird oft benutzt, wenn die Gruppe fest ist und Zugehörigkeit schwer oder gar nicht geändert werden kann, bzw. offensichtlich ist und nicht verborgen werden kann (z.b. Hautfarbe) Dies kann Selbstwert erhöhen, stellt aber bestehende soziale Hierarchien nicht in Frage oder unterstützt sie sogar. Kann nicht langfristig die Position der Gruppe in der Gesellschaft verändern. (d) Sozialer Wandel: Den Intergruppen-Kontext verändern Versuch, die soziale Situation der EG zu verbessern Bevorzugt von Personen, die sich stark mit ihrer Gruppe identifizieren individuelle Mobilität als schwierig oder unmöglich betrachten Veränderung für möglich halten Sozialer Wettbewerb: Einsatz direkter Aktionen, um die Situation der EG zu verbessern z.b. Arbeiterbewegung; Frauenbewegung Bedroht Vorrechte privilegierter Gruppen; stößt auf Widerstand

25 Rekategorisierung: Die EG neu definieren Neue "Überkreuz-Kategorisierungen" betonen, um den Blick auf die ursprünglichen Gruppenmitgliedschaften zu reduzieren. Nachteil: Führt zu einer Neuausrichtung der Vorurteile gegen Personen mit mehrfachen negativen Gruppen-mitgliedschaften. (Überkreuz-Kategorisierung ist z.b. gut für Männer in untergeordneten Positionen und Frauen in Führungspositionen, aber schlecht für Frauen in untergeordneten Positionen.) Neue, umfassendere Gruppen aus bestehenden bilden. Wie wirksam die verschiedenen Strategien zur Verbesserung der Situation einer stigmatisierten Gruppe sind, hängt von folgenden Bedingungen ab: Gruppengröße Leichtigkeit des Verbergens der Gruppenzugehörigkeit Persönliche Bedeutsamkeit der Gruppenmitgliedschaft Bei hoher Identifikation mit der Gruppe ist individuelle Mobilität weniger wahrscheinlich. Wenn Mobilität möglich, wird diese Strategie normalerweise der sozialen Kreativität oder sozialem Wandel vorgezogen. 6.8 Vor- und Nachteile einer "Strategie der Farbenblindheit" kennen. Ignorieren von Gruppenunterschieden, um ihre Bedeutung zu mindern. Vorteil: Stattdessen "reines Leistungsprinzip" Nicht immer effektiv zur Reduktion von Vorurteilen (Park & Judd, 2005). Nachteile: Behindert den Erwerb von Wissen über bedeutsame kulturelle Unterschiede Leugnet den Wert unterschiedlicher Traditionen, v.a. von Minderheiten und stigmatisierten Gruppen. Kann als Zwang zur Anpassung an die Normen der Mehrheit verstanden werden. 6.9 Die Lernziele zu 6 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Soziale Konstruktion der Realität Wir konstruieren unser Selbstkonzept auf der Grundlage unseres Wissens über die Gruppen, denen wir angehören, und indem wir uns von anderen Gruppen abgrenzen. Universalität sozialer Einflüsse Durch diesen Konstruktionsprozess unterliegt sogar der Kernbereich der Identität sozialen Einflüssen. Motiv der Verbindung mit anderen Gruppenmitgliedschaften, die wir mit anderen teilen, sind für uns wertvoll. Motiv der Selbstwerterhöhung Wir bewerten Gruppen, denen wir angehören, positiv; dies trägt zur Erhöhung unseres Selbstwerts bei. Zugänglichkeit Hinweisreize machen bestimmte Gruppenmitglied-schaften augenfällig. Deren kognitive Zugänglichkeit beeinflusst die Selbstkategorisierung in der jeweiligen Situation. Unterschiede in der Verarbeitungstiefe spielen in der Forschung zur sozialen Identität bisher eine geringe Rolle. Konservatismus Gruppengrenzen sind oft wenig oder gar nicht durchlässig. Dies erschwert soziale Mobilität.

26 Kapitel 7: Einstellungen und Einstellungsänderung Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 7 ohne Abschnitt "Subliminal Persuasion" (pp ); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Petty, Cacioppo & Goldman (1981). 7.1 "Einstellung" definieren und die Bedeutung dieses Konstrukts für die Sozialpsychologie erläutern. Definition: Kognitive Representation, welche die Bewertung eines Gegenstandes zusammenfasst Was wird zusammengefasst? => Fragen nach kognitiver Struktur Was ist ein Einstellungsgegenstand? => prinzipiell alles, was eine Person wahrnimmt oder im Sinn hat, z.b. Personen, Gruppen, Dinge, Sachverhalte... Gordon Allport (1935): "Attitudes are probably the most distinctive and indispensable concept in contemporary social psychology". => Warum? Einstellungen beeinflussen Wahrnehmung, Denken und Verhalten Einstellungen sind wichtig für soziale Interaktion (-> Einstellungs-Funktionen) Einstellungsforschung vielleicht größtes Teilgebiet der Sozialpsychologie. Schwerpunkte: Determinanten und Auswirkungen von Einstellungen (Schema nach Eagly, 1992): 7.2 Verschiedene Funktionen von Einstellungen erläutern; die Matching-Hypothese an einem Beispiel erklären. Eng verknüpft mit grundlegenden Motiven "mastery": Wissensfunktion oder utilitaristische Funktion Verbindung mit anderen: soziale Identitätsfunktion "valuing me and mine": wertexpressive Funktion ("mine" = meine Werte) Multiple Einstellungen zu einem Objekt (je nach aktuell zugänglicher Funktion)? Matching-Hypothese Bei Einflussversuch "passende" Funktion ansprechen Beispiel: kulturelle Einflüsse auf Werbe-Slogans 7.3 Aspekte der Struktur von Einstellungen kennen und erläutern, nach welchen Prinzipien diese zu einer Gesamtbewertung integriert werden. Repräsentation des Einstellungsgegenstandes und seiner Bewertung + unterstützende Wissensstruktur (Pratkanis, 1989) Dreikomponentenmodell (z.b. Breckler, 1984) elementare Kognitionen = "beliefs" Polarität: unipolar oder bipolar? Prinzipien bei der Zusammenfassung von Information zu einer Gesamtbewertung Konsistenz Höhere Gewichtung negativer Information Zugänglichkeit Dreikomponentenmodell

27 7.4 Verschiedene direkte und indirekte Verfahren der Einstellungsmessung beschreiben und deren jeweilige Vor- und Nachteile kennen. Direkte Verfahren oder Selbstberichtskalen Likert-Skalen Semantisches Differential Ein-Item-Skalen Items einer Likert-Skala zur Erfassung sexistischer Einstellungen (Deutsche Fassung (Bohner, 1998) der Neosexism Scale (Tougas et al., 1995)) Die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz ist in der Bundesrepublik kein Problem mehr. lehne völlig ab stimme völlig zu *Meiner Meinung nach benachteiligt die jetzige Beschäftigungspolitik Frauen. Es ist schwierig, für eine weibliche Vorgesetzte zu arbeiten. Frauen sollten sich nicht in Arbeitsbereiche drängen, in denen sie unerwünscht sind. *In einem gerechten Beschäftigungssystem würde das Geschlecht einer Person (z.b. für Einstellung und Beförderung) keine Rolle spielen. Anm.: Items mit * sind bei der Analyse umzupolen. Vorteile direkter Verfahren ökonomisch inhaltsvalide Nachteile direkter Verfahren motivierte Verzerrungen möglich ("guten Eindruck machen"; "konsistent erscheinen") Person ist nicht immer in der Lage, ihre Einstellung zu berichten (unbewusste Einstellungen) Indirekte Verfahren (nonreaktive, implizite Maße) "Verdeckte" Selbstberichtverfahren (z.b. "name-letter effect"; Nuttin, 1985; Hodson & Olson, 2005) Priming und Reaktionslatenz (z.b. Fazio et al., 1986) Physiologische Verfahren (z.b. EMG; Cacioppo et al., 1994) Implicit Association Test (IAT; Greenwald et al., 1998) Vorteile indirekter Verfahren besser abgesichert gegen willentliche Verfälschung geeignet zur Erfassung unbewusster (Anteile von) Einstellungen Nachteile indirekter Verfahren oft hoher apparativer Aufwand Validität? Was genau wird gemessen? (Kritik v.a. am IAT und verwandten Verfahren) Gibt es die eine "wahre" Einstellung? Nein: Implizite und explizite Maße erfassen unterschied-liche Aspekte einer Einstellung; ergänzen einander. 7.5 Den Begriff der Persuasion erläutern; verschiedene Persuasionsprozesse nennen, die oberflächliche bzw. systematische Verarbeitung erfordern, und jeweils anhand von Forschungsbeispielen erläutern. Persuasion = Einstellungsänderung als Folge von Informationsverarbeitung, meist in Reaktion auf eine Botschaft Persuasion kann durch oberflächliche oder intensive Verarbeitung erfolgen. Prozesse, die geringen Aufwand erfordern: Konditionierung (z.b. Walther, 2002) Stimmungen als Informationsquelle (z.b. Schwarz & Clore, 1983) Heuristische Verarbeitung (Effekte von Vertrautheit, Sympathie, sozialem Konsens ) Prozesse, die hohen Aufwand erfordern: systematische Verarbeitung

28 Verarbeitungsschritte: Auf die Botschaft aufmerksam werden den Inhalt verstehen sich eigene Gedanken machen (= Elaboration die Position der Botschaft übernehmen 7.6 Die Verarbeitungsschritte und Konsequenzen systematischer Verarbeitung kennen. 7.7 Grundannahmen der Zweiprozessmodelle der Persuasion darstellen: Verarbeitungskontinuum; zwei idealtypische Prozesse; Variablentypen; Faktoren, welche den Verarbeitungsaufwand beeinflussen (Motivation, Kapazität, Persönlichkeit). Zweiprozessmodelle integrieren Prozesse mit geringem Aufwand und solche mit hohem Aufwand: Elaboration Likelihood Model (Richard Petty) Heuristic-Systematic Model (Shelly Chaiken) Grundannahmen in ELM-Terminologie: Kontinuum der der "Elaborationswahrscheinlichkeit" (EL) mit zwei idealtypischen Prozessen: periphere und zentrale Route EL hängt ab von: Motivation und Kapazität. Bei peripherer Verarbeitung bestimmen einfache Hinweisreize die Einstellung; bei zentraler Verarbeitung die Qualität der präsentierten Argumente. Zentrale Verarbeitung ist über kognitive Reaktionen vermittelt. Heuristic-Systematic-Model 7.8 Die Schlüsselstudie von Petty, Cacioppo und Goldman (1981) zum ELM genau kennen: Hypothesen, Design, abhängige Variablen, Versuchsablauf, wesentliche Befunde.

29 7.9 Die verschiedenen Arten kennen, in denen Stimmungen und Emotionen die Verarbeitung persuasiver Botschaften beeinflussen kann. positive Emotionen: wenn man sich gut fühlt, wird oft eher oberflächlich verarbeitet eine gute Stimmung lässt Menschen selbstsicher fühlen was ihnen sagt, das eine Situation keine Gefahren für sie birgt und sie anscheinend einen guten Job machen mit dem Prozess den sie gerade ausführen (hier also oberflächlich) Schwarz, Bless & Bohner 1991 man kann Leute aber bei positiven Emotionen auch zu tieferer Verarbeitung bringen: z.b. wenn man sie glauben lässt dass ihre gute Laune zeigt, wie sehr sie eine Aufgabe genießen (anstatt sich nur ok mit ihr zu fühlen) oder wenn sie denken, dass eine bestimmte Information sie in eine gute Laune bringen oder diese Aufrecht erhalten kann, denken sie über das Material mehr nach negative Emotionen: der entscheidende Faktor hier ist vor allem Angst als negative Emotion: entscheidend für die Verarbeitungstiefe ist der Grad von Angst, der induziert oder angesprochen wird. Die richtige Menge Angst kann Motivation (mastery, connectedness und valuing me and mine) anregen damit Leute Aufmerksamkeit zeigen, zu viel oder zu wenig führt allerdings zum Gegenteil Ängstlichkeit führt also dazu das Menschen tiefer verarbeiten solange die Angst nich zu groß wird und es den Leuten zu schwer fällt sich noch auf etwas zu konzentrieren Beispiele sind hier verschiedene Ansätze in der Werbung, z.b. mit dem Rauchen aufzuhören andere Emotionen, die Einfluss auf die Verarbeitungstiefe haben sind Schuld: ein mittlerer Level von Schuld kann dazu führen, dass wir eher Botschaften akzeptieren die Idenn produzieren oder Lösungen dagegen anbieten, allerdings kommt es auch hier wieder auf die richtige Dosierung an: wenn eine Werbung zu stark auf Schuld anspielt, kann die Stimmung in Wut oder Ärger umschlagen und das Gegenteil des intendierten Effekts bewirken. sowohl positive als auch negative Stimmungen könnten mit Einstellungen und deren Änderungen interferieren, abhängig von den motivationalen und kapazitären Konsequenzen in den jeweiligen Umständen 7.10 Verschiedene Prozesse erläutern, die zum Widerstand gegen Persuasion beitragen: Selektive Aufmerksamkeit, verzerrte Verarbeitung (Studie von Lord, Ross & Lepper, 1979), McGuires "Inoculation"-Ansatz. zwei verschiedene Prozesse tragen dazu bei, dass wir Persuasion widerstehen, denn wenn wir erstmal unsere Einstellung zu etwas haben ist es schwer, diese wieder zu ändern (Konservatismus) wir versuchen Informationen zu ignorieren, die unsere Einstellung in Frage stellen und nur Informationen zu beachten, die unsere Einstellung unterstützen. Einstelleung erzeugen eine Voreingenommenheit, die Verzerrung hervorruft und uns einstellungskonforme Meinungen favorisieren und ihr widersprechende kritisieren lässt. ein Weg davon ist assimilation: Information, die der eigenen Einstellung ähnelt wird oft so gesehen, dass sie ihr genau entspricht das Gegenteil davon ist Kontrast: Information, die der eingenen Einstellung widerspricht wird oft noch unterschiedlicher von der eigenen Meinung gesehen als es schon ist 4. Einstellungen können außerdem Verzerrung hervorrufen indem sie die Verarbeitungstiefe beeinflussen. Wir denken mehr darüber nach, wenn wir Argumente für die gegenteilige Position bekommen, um sie möglicherweise widerlegen zu können. Wenn wir also verschiedene Informationen für und gegen unsere Einstellung bekommen, merken wir uns vor allem die starken Argumente unserer eigenen Einstellung und die schwachen Argumente der gegenüberliegenden Meinung. Diesen Ansatz bestätigten Lord, Ross & Lepper in einer Studie: Sie ließen Studierende, die entweder für oder gegen die Todesstrafe waren zwei Studien lesen, von denen eine zeigte, dass die Todesstrafe die Raten von Verbrechen senkt und die andere der ersten widersprach und zeigte, das warum Todesstrafe nicht sinnvoll ist. Beide Studien hatte einige starke Punkte aber auch einige Schwachstellen. Im Ergebnis zeigte sich, dass beide Gruppen die Studie, die ihre

30 eigene Einstellung wiederspiegelte als überzeugender bewerteten. Sie bevorzugten unterstützende Informationen, indem sie sie uneingeschränkt glaubten während sie durch eigenes Nachdenken die gegenteilige Studie kritisierten und hinterfragten. Wenn wir zusätzlich noch erwarten, dass wir möglicherweise in unserer Einstellung herausgefordert werden und wissen, dass andere sie in Frage stellen werden, so dass wir uns darauf vorbereiten können ist es noch schwerer uns zu überzeugen McGuires Inoculation-Ansatz Willam McGuire stellte 1964 die Theorie auf, dass der beste Weg um Persuasion zu widerstehen regelmäßiges Üben von Widerstand gegen mögliche Angriffe auf die Einstellung ist. Dabei zog er einen Vergleich zu medizinischer Impfung (auf Englisch: Inoculation). Dabei zog er eine Analogie von der schwachen Dosis des Erregers, der im Blut Antikörper hervorruft zu Persuasion: laut McGuire kann Immunität gegen Argumente auf die gleiche Weise erlangt werden. In einer Studie (von McAlister et al.) wurden deshalb Schüler mit Rollenspielen in der siebten und achten Klasse gegenüber älteren Schülern dazu gebracht zu üben, Gegenargumente gegen Rauchen anzubringen, wenn dies älteren sie davon überzeugen wollten mit ihnen zu Rauchen (group pressure). In den nächsten Jahren fingen diese Schüler tatsächlich seltener an zu Rauchen als Schüler in der Kontrollgruppe ohne das Training Die Lernziele zu 7 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Wir konstruieren Einstellungen aus kognitiven Überzeugungen, Gefühlen und Verhaltenserfahrungen. Universalität sozialer Einflüsse Bei der Einstellungsbildung und -änderung spielen persuasive Botschaften von anderen eine entscheidende Rolle. Motiv der Kontrolle Einstellungen helfen uns, die Welt zu interpretieren und positive Handlungsergebnisse zu erreichen. Motiv der Verbindung mit anderen Einstellungen helfen uns dabei, unsere Werte und unsere Zugehörigkeit zu Gruppen auszudrücken. Konservatismus Einstellungen beeinflussen unsere Interpretation neuer Information -> Bestätigung der Einstellung. Tiefgreifende und dauerhafte Einstellungsänderung (zentral bzw. systematisch) erfordert hohen Aufwand und ist daher eher selten. Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Kernannahme der Zweiprozesstheorien: Persuasion erfolgt aufgrund oberflächlicher oder systematischer Verarbeitung. Zugänglichkeit Zentrales Prinzip, wenn geringer Verarbeitungsaufwand vorherrscht (z.b. bei der Aktivierung von Heuristiken oder von Einstellungen).

31 Lernziele Sozialpsychologie Teil 2 Smith & Mackie (2007) 8. Einstellungen und Verhalten Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 8 ohne Abschnitte "The Processing Payoff: Justifying Inconsistent Actions Creates Persistent Attitudes", Dissonance Processes and Resisting Media Influence (pp ) und Cultural Differences and Dissonance (pp ); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Linder, Cooper & Jones (1967). 8.1 Beispiele dafür anführen, wie Verhalten bei oberflächlicher und bei systematischer Verarbeitung Einstellungen beeinflussen kann. Einfluss bei oberflächlicher Verarbeitung Einfache Muskelbewegungen "färben ab" auf Einstellungen Hebel ziehen => positivere Bewertung Hebel drücken => negativere Bewertung (z.b. Priester et al., 1996) mit dem Kopf nicken => positivere Bewertung Kopf schütteln => negativere Bewertung (z.b. Wells & Petty, 1980) Leider habe ich nirgendwo im Buch oder den Folien Informationen bei systematischer Verarbeitung gefunden. 8.2 Die Grundidee der Selbstwahrnehmungstheorie kennen. P beobachtet das eigene Verhalten und die Umstände, in denen es ausgeführt wird => P erschließt daraus die eigene Einstellung (Bem, 1967) z.b.: Wer freiwillig eine Warenprobe akzeptiert, kommt zu dem Schluss, dass er das Produkt mag Umstände sind wichtig: Wenn ich jede Woche ins italienische Restaurant gehe, weil mein Chef dort Besprechungen abhält, erschließe ich nicht, dass ich italienisches Essen mag Ähnlicher Prozess bei Selbstwahrnehmung wie bei Fremdwahrnehmung (vgl. Attributionstheorie) 8.3 Die foot-in-the-door -Technik anhand von Beispielen erläutern; erklären, warum und unter welchen Bedingungen die Technik wirkt. Bringe die Zielperson dazu, eine kleine positive Handlung gegenüber einem Einstellungsobjekt auszuführen => Einstellung wird positiver und Bereitschaft für aufwändigere Handlungen nimmt zu Freedman & Fraser (1966) Petition für "sicheres Autofahren" unterschreiben Erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein großes, hässliches Schild im eigenen Vorgarten aufstellen zu lassen Warum funktioniert das? Selbstwahrnehmung der eigenen Einstellung aufgrund der ersten, kleinen Handlung Erste Handlung muss "bedeutsam" sein Explizite Schlussfolgerung erhöht den Effekt Mindestmaß an Aufwand Erste Handlung muss als freiwillig wahrgenommen werden sonst externe Attribution Wann funktioniert es? Besser unter Bedingungen schneller, oberflächlicher Verarbeitung => Assoziation zwischen Handlung und Einstellung Besser bei der Bildung neuer als bei der Änderung gut etablierter Einstellungen Taylor (1975) Studentinnen erhalten falsches Feedback über Herzrate beim Betrachten der Bilder möglicher DatingPartner Höhere Herzrate => mehr Sympathie... außer wenn die Versuchsperson annahm, die Männer tatsächlich zu treffen (was zu systematischer

32 Verarbeitung motivierte) 8.4 Die Grundannahmen der Theorie der kognitiven Dissonanz kennen; diese anhand einer klassischen Studie von Festinger und Carlsmith (1959) illustrieren; vier Bedingungen für das Auftreten von Dissonanz erläutern. Kognitive Dissonanz: Einstellungsänderung als Rechtfertigung für Verhalten Theorie von Leon Festinger (1957): Wenn Handlungen wichtigen Einstellungen widersprechen, entsteht Kognitive Dissonanz: Unangenehmer Zustand; Bewusstsein, dass "Kognitionen" (Überzeugungen, Einstellungen, Handlungen) einander widersprechen Erzeugt eine Motivation, die Dissonanz zu reduzieren Ergebnis kann Einstellungsänderung sein Dissonanzreduktion Rechtfertigung inkonsistenten Verhaltens Aufwandsrechtfertigung ("effort justification") Rechtfertigung von Entscheidungen Rechtfertigung inkonsistenten Verhaltens Einstellungsänderung, so dass Einstellung und Verhalten wieder zusammenpassen Festinger & Carlsmith (1959): Langweilige Aufgabe. Vp wird angehalten zu lügen, indem sie der "nächsten Vp" erzählt, die Aufgabe sei spannend und lehrreich Vp erhält dafür $1 oder $20 Hohe Bezahlung als externe Rechtfertigung sollte Entstehung von Dissonanz verhindern AV: Bewertung der Aufgabe 4 Bedingungen für Dissonanz eine Person nimmt Inkonsistenz zwischen Einstellung und Handlung wahr v.a. bei wichtigen, selbstrelevanten Einstellungen eine Person fühlt sich persönlich für Handlung verantwortlich keine Attribution der Handlung auf externe Ursachen eine Person empfindet unangenehmen Erregungszustand eine Person attribuiert diesen Erregungszustand auf die Inkonsistenz keine Attribution der Erregung auf externe Ursachen 8.5 Die Schlüsselstudie von Linder und Kollegen zur Rolle der Entscheidungsfreiheit bei der Entstehung von Dissonanz im Detail kennen (Ausgangsfrage, Hypothesen, Design, abhängige Variable, Befunde). 8.6 Die Phänomene der Aufwandsrechtfertigung und der Rechtfertigung von Entscheidungen dissonanztheoretisch interpretieren. Aufwandsrechtfertigung Wenn wir für eine Sache leiden müssen, mögen wir sie danach um so mehr Wenn wir für etwas Wertloses leiden müssten, würde Dissonanz entstehen Beispiel Initiationsrituale (Aronson & Mills, 1959) Jede Art von persönlichem Aufwand, nicht nur Leiden, kann Einstellung positiver machen Beispiel "Schlank durch Denksport" (Axsom & Cooper, 1985) Rechtfertigung von Entscheidungen Schwierige Entscheidung zwischen ähnlichen Alternativen Folge: Positive Aspekte der nichtgewählten Alternative und negative Aspekte der gewählten Alternative sind dissonant mit der Entscheidung Dissonanzreduktion durch Umbewertung der Alternativen Gewählte Alternative wird positiver, nicht gewählte Alternative wird negativer

33 Beispiel: Ist Bielefeld nicht ein viel schönerer Studienort als z.b. Münster? 8.7 Alternativen zur Einstellungsänderung nach einstellungsdiskrepantem Verhalten kennen (bezogen auf die Entstehung von Dissonanz und auf Alternativen zur Dissonanzreduktion). Oft ist Einstellungsänderung der einfachste Weg zur Dissonanzreduktion, aber nicht immer. Dissonanz entsteht erst gar nicht, wenn P die Verhaltenskonsequenzen herunterspielt andere Überzeugungen stärkt, die mit dem Verhalten konsistent sind keine persönliche Verantwortung übernimmt Erregung auf andere Ursachen attribuiert Auch wenn Dissonanz schon entstanden ist, kann sie manchmal ohne Einstellungsänderung abgebaut werden Steele (1988): "Self-affirmation theory" Bekräftigung wichtiger eigener Werte statt Einstellungsänderung führt zu Dissonanzreduktion P wählt i.a. die am leichtesten zugängliche Route zur Dissonanzreduktion 8.8 Anhand von Forschungsbeispielen erläutern, wie Einstellungen bei oberflächlicher und bei systematischer Verarbeitung Verhalten beeinflussen. Wie steuern Einstellungen das Verhalten? Oberflächliche Verarbeitung: Leicht zugängliche Einstellungen werden bei Wahrnehmung des Einstellungsobjekts automatisch aktiviert (Fazio, 1986) Effekt auf Wahlverhalten, z.b. bei Konsumprodukten Je leichter zugänglich, desto höher die Übereinstimmung von Einstellung und Verhalten Verzerrte Wahrnehmung des Objekts im Sinne der Einstellung (Fazio et al., 2000) Fokus auf positive versus negative Aspekte Forschungsbeispiel von Fazio: Studierende sahen eine Reihe von Fotos und sollten dort in einer Bedingung Einstellungen dazu entwickeln und wiederholen, in der anderen nicht. Hinterher wurden ihnen die selben Fotos nochmal gezeigt, aber sie waren leicht verändert: Diejenigen, die eine Einstellung zu den Fotos hatten brauchten länger und bemerkten weniger Unterschiede und hielten diese auch für kleiner als die Personen ohne Einstellung. Anscheinend lässt einen die Einstellung zu einem Objekt mit einem bestimmten Blick auf ein Objekt sehen Systematische Verarbeitung: Einstellung führt zur Bildung von Intentionen Intention: Entscheidung und Plan, eine bestimmte Handlung auszuführen Theorie des überlegten Handelns ("Theory of reasoned action"; Fishbein & Ajzen, 1975) Einstellung führt zu Intention Intention versursacht Verhalten Je spezifischer die Intention, desto stärker der E-V-Zusammenhang Nach einer gewissen Zeit geht bewusst intendiertes und geplantes Verhalten über in gewohnheitsmäßiges Verhalten ("habit"). 8.9 Bedingungen kennen, unter denen die Einstellungs-Verhaltens-Korrelation hoch ausgeprägt ist, und erläutern, warum das der Fall ist. Einstellung muss zugänglich sein Aktiv an relevante Einstellung denken Selbstaufmerksamkeit (Duval & Wicklund, 1972) Spiegel, Kamera, Publikum etc. erhöhen Selbstaufmerksamkeit und E-V-Konsistenz Automatische Aktivierung der Einstellung, wenn häufig abgerufen; direkte Erfahrung mit dem Einstellungsobjekt (statt Erfahrung "vom Hörensagen" Einstellung muss mit Verhalten "kompatibel" sein spezifische Einstellung sagt spezifisches Verhalten vorher

34 Davidson & Jaccard (1979): Vorhersage der Einnahme der Anti-Baby-Pille in den nächsten 2 Jahren durch Einstellungen zur... "Empfängnisverhütung": r =.08 "Einnahme der Anti-Baby-Pille in den nächsten 2 Jahren": r =.57 Zielobjekt des Verhaltens muss als typisch für das Einstellungsobjekt wahrgenommen werden Einstellung gegenüber schwulen Männern beeinflusste das Verhalten von Studierenden gegenüber einem schwulen Mann nur dann, wenn sie diesen als typisch wahrnahmen (Lord et al., 1984) 8.10 Den jeweiligen Beitrag expliziter und impliziter Einstellungen zur Vorhersage von Verhalten erläutern. Beeinflussen verschiedene Arten von Verhalten Implizite Einstellungen: Weniger kontrollierbare, automatische Verhaltensaspekte Explizite Einstellungen: Kontrollierbare, wohlüberlegte Verhaltensaspekte Beispiel: Coke vs. Pepsi (Karpinski et al., 2005) Explizite Einstellung (Fragebogenskala) guter Prädiktor für bewusste Wahl zwischen den Produkten Implizite Einstellung (Coke-Pepsi-IAT) guter Prädiktor für Präferenz bei Blindverkostung 8.11 Die Lernziele zu 8 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Wir passen unsere Einstellungen den Gegebenheiten an (Dissonanzreduktion) Andererseits beeinflussen subjektiv konstruierte Einstellungen unser Handeln Universalität sozialer Einflüsse Einstellungen und Verhalten werden durch unsere soziale Umgebung geprägt Motiv der positiven Selbstbewertung Dissonanz ist eng mit dem Selbstkonzept verknüpft. Einstellungsänderung oder "self-affirmation" dienen der Wiedererlangung einer positiven Selbstsicht. Zugänglichkeit Einstellungen beeinflussen Handeln nur dann, wenn sie leicht zugänglich sind Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Effekte von Verhalten auf Einstellungen und Effekte von Einstellungen auf Verhalten können durch oberflächliche oder systematische Verarbeitung vermittelt sein. 9. Gruppen, Normen und Konformität Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 9 ohne Abschnitt "Minority Influence in the Courtroom" (p. 343); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Nemeth, Mayseless, Sherman & Brown (1990). 9.1 Die Begriffe Konformität sowie Norm definieren. "Konformität" oft synonym mit Mehrheitseinfluss allgemeiner: Anpassung an die Position anderer nach Smith & Mackie: Das Konvergieren der Gedanken, Gefühle oder des Verhaltens von Individuen auf eine soziale Norm hin "Norm" allgemein anerkannter Standard (präskriptive Norm) oder allgemein zu beobachtende Praxis (deskriptive Norm) beides oft deckungsgleich: das, was die meisten tun, wird als angemessen betrachtet 9.2 Anhand von Forschungsbeispielen (z.b. Sherif; Asch) erläutern, wie Gruppennormen entstehen und wie Gruppenkonsens die Urteile Einzelner beeinflusst. Konformität bei Beurteilung der physikalischen Welt: Schätzung der scheinbaren Bewegung eines Lichtpunkts (Sherif, 1936)

35 autokinetischer Effekt: ein fester Lichtpunkt in einer stationären Umgebung scheint sich oft zu Bewegen, diesen Effekt nutzte Sherif für sein Experiment. Fragestellung: Kann in so einer unklaren Situation Konformität entwickeln? Die Versuchspersonen sollten jeweils den Abstand schätzen, um den sich der Punkt bewegt hat. Bedingung 1: erst mehrmals allein, dann in Gruppe. Persönliche Normen konvergieren in Richtung einer gemeinsamen Gruppennorm. Selbst nach längerer Zeit (halbes Jahr) wurde immer noch die konforme Meinung gehalten (allein) Bedingung 2: erst in Gruppe, dann allein. Früh herausgebildete Gruppennorm bleibt auch in den Einzelsitzungen erhalten. Interpretation: Bei mehrdeutiger Reizsituation werden die Urteile der anderen als Bezugsrahmen verwendet. Ergebnisse: Ist sozialer Einfluss auch dann zu beobachten, wenn die Reizsituation eindeutig ist? => Experimente von Asch (z.b. 1956): Angebliches Wahrnehmungsexperiment: Welche der Vergleichslinien (B1, B2 oder B3) hat dieselbe Länge wie Referenzlinie A? Konformitätsbedingung: Mehrere Personen antworten nacheinander mündlich; eine echte Vp, alle anderen sind Konfidenten, die in 12 (von 18) Durchgängen übereinstimmend falsch antworten. Kontrollbedingung: Vpn urteilen allein. Ergebnisse bei Asch (1956): % Vpn, die Fehler machten* Experimentalbedingung Kontrollbedingung * mindestens einen Fehler gemacht Mittlere Fehlerquote in % ,7 Vorläufiges Fazit: Konformität mit Gruppennorm / sozialer Einfluss durch die Gruppe zeigt sich bei mehrdeutigen und bei scheinbar eindeutigen Urteilsaufgaben. 9.3 Private und öffentliche Konformität unterscheiden; diese Unterscheidung am Beispiel falscher Geständnisse erläutern private Konformität: Akzeptieren der Gruppennorm als korrekt öffentliche Konformität: Anpassung an Gruppennormen, die P nicht wirklich akzeptiert Anwendungsbeispiel: falsche Geständnisse als Ergebnis von Konformität (Lehrbuch S. 313) Unsicherheit macht uns besonders verletzlich für sozialen Einfluss Befragungstechniken können Konformität erhöhen, sogar ohne physische Drohungen (z.b. wenn dem müden, hungrigen, einsamen Befragten immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden) Experiment von Kassin & Kiechel (1996): Studenten sollen Buchstaben eintippen in einem angeblichen Versuch zur Reaktionsgeschwindigkeit. Eine Gruppe soll so schnell wie möglich die Eingaben machen, eine andere gemütlich. Alle wurden vorher ausdrücklich gewarnt auf keinen Fall die ALT-Taste zu drücken, da diese den Computer zum Absturz bringen würde. Kurz nach Beginn des Versuchs hab der Computer eine Fehlermeldung und stürzte ab, worauf der Versuchsleiter den Versuchsteilnehmer beschuldigte, die ALT-Taste gedrückt zu haben. Dann wurde ein anderen Anwesender gefragt, ob er denn Vorfall gesehen habe, wobei er in einer Bedingung behauptete, gesehen zu haben, wie der Versuchsteilnehmer die ALT-Taste gedrückt habe. An diesem Punkt verlangte der Versuchsleiter, dass der Versuchsteilnehmer ein handgeschriebenes Geständnis unterschreibt ( I hit the ALT key and caused the computer to crash. Data were lost. ), was 96% tatsächlich unterschrieben! Außerdem zeigten die Versuchsteilnehmer nicht nur öffentliche Konformität: 28% zeigten private Konformität, z.b. meinten, dass sie die Taste möglicherweise aus versehen gedrückt hätten. Diese Zahl erhöhte sich, wenn die Versuchsteilnehmer in der Bedingung waren, in der sie möglichst schnell tippen sollten.

36 9.4 Die Motive und Ursachen dafür kennen, dass Personen dem Einfluss anderer folgen. In diesem Zusammenhang die Begriffe "false consensus effect", "informationaler Einfluss", "normativer Einfluss" und "Bezugsgruppe" einordnen können. Erwartung von hohem Konsens: Wir erwarten, dass andere die Welt genauso sehen wie wir selbst: "false consensus effect" (Gilovich, 1990) Beispiel: Versuchspersonen werden gefragt, ob sie lieber deutsche oder japanische Autos mögen. Danach sollen sie schätzen (in %), wie viele andere diese Meinung mit ihnen teilen: meist wird die Marke, die der eigenen Meinung entspricht höher geschätzt, als sie wirklich ist. und umgekehrt: wir erwarten, dass wir selbst die Welt so sehen wie die meisten anderen, und erfüllen diese Erwartung durch Konformität. Konformität erfüllt zwei Funktionen/Motive: "mastery" / Kontrolle "connectedness" / Verbindung mit anderen Mastery: Hoher Konsens sagt etwas über die Realität aus Beispiel: Wenn alle die Musik der Rolling Stones mögen, dann bedeutet das, dass die Rolling Stones gute Musiker sind. vgl. Kelleys Attributionstheorie: Hoher Konsens macht Attributionen auf "externe Realität" wahrscheinlicher, geringer Konsens hingegen legt Attribution auf Besonderheiten der Person nahe Deutsch und Gerard (1955) nennen diese Art von Einfluss durch hohen Konsens "informationalen Einfluss" Das Motiv, korrekt zu urteilen, kann Konformität verstärken sogar dann, wenn die anderen objektiv falsch liegen (Baron et al., 1996) z.b. wenn gesagt wird, es sei jetzt besonders wichtig, korrekte Werte zu bekommen oder es einen Geldgewinn für richtige Antworten gibt, erhöht sich die Konformität Die Anzahl der anderen bestimmt die Stärke der Konformität Maximaler Einfluss im Asch-Paradigma bei etwa 3 Personen (Kritik von Herrn Bohner: der maximale Einfluss belegt nur bedingt den informationalen Einfluss, bei mehr Personen erhöht sich auch der Druck, sich anzupassen.) Connectedness: Normen und Konformität führen zu Zugehörigkeit und stärken die soziale Identität normativer Einfluss Beispiel: Religiöse Initiationsrituale Anwesenheit der Gruppe verstärkt relevante Normen (z.b. Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Schuld in Geschworenengremien; Tindale & Davis, 1983 Geschworene sollen in fiktiven Fällen ihre Urteile entweder einzeln oder vor der Gruppe sagen: wenn sie vor der Gruppe sagen, glauben mehr an die Unschuld des Täters, wenn das Gegenteil nicht bewiesen werden kann, weil dies eigentlich so vorgegeben ist: Keiner will vor den anderen gegen die Richtlinien sein.) Deutsch und Gerard (1955) nennen diese Art von sozialem Einfluss "normativen Einfluss" Mastery, Connectedness oder beides? Hängt z.t. von der Aufgabe ab: objektiv richtige Lösung ("intellective task") oder subjektives Urteil ("judgmental task")? Meist spielen beide Motive eine Rolle Bezugsgruppen Mit wem wollen wir übereinstimmen? Wir erwarten nicht, mit beliebigen anderen über alles Mögliche übereinzustimmen Bezugsgruppen sind Gruppen, mit denen wir urteilsrelevante Merkmale teilen. V.a. bei subjektiven Urteilen dienen ähnliche Andere als Bezugsgruppe (Gleichaltrige, Familie, Parteifreunde etc.) Einfluss über oberflächliches Akzeptieren oder systematische Verarbeitung, je nach Bedeutsamkeit des Themas Studie von Ziegler & Diehl (2003): Vpn lassen sich von identischen mittelmäßigen Argumenten eines Politikers dann eher überzeugen, wenn er ihrer präferierten Partei angehört (Stoiber vs. Schröder)

37 9.5 Im Zusammenhang mit Entscheidungsprozessen in Gruppen zwischen Kompromissbildung und Gruppenpolarisierung unterscheiden können. Kompromissbildung Manchmal konvergieren Gruppen bei Meinungsdifferenzen auf eine mittlere Position hin Kompromiss zwischen den Ausgangspositionen der Mitglieder, v.a. bei gleicher Verteilung der Ausgangspositionen (pro contra) Beispiel: Sherifs Studie zum autokinetischen Effekt (1936) s.o. 5. Gruppenpolarisierung 1. Häufiger: Position der Gruppe wird als Ergebnis von Diskussion und sozialem Einfluss noch extremer als die Ausgangspositionen der Mitglieder häufiger als Kompromiss, besonders wenn es am Anfang schon eine leichte Tendenz zu einer Seite gibt Beispiel: Personalentscheidungen Gruppenpolarisierung erstmals untersucht von Stoner (1961) Vpn geben Urteile über riskante Entscheidungen ab bei höherem Risiko gibt es z.b. größere Gewinne Diskutieren darüber in der Gruppe Abschließende Gruppenentscheidung ist riskanter als der Durchschnitt der ursprünglichen individuellen Entscheidungen ( risky shift ) Aber: einige Entscheidungen bewegten sich in Richtung geringeren Risikos Das Phänomen ist allgemeiner: Polarisierung tritt immer dann auf, wenn Personen mit ähnlichen Ausgangs-positionen interagieren und einander beeinflussen Beispiel: Polarisierung in Geschworenengremien; die Position der Mehrheit wird meistens zur Konsensentscheidung 9.6 Erläutern, durch welche Prozesse Gruppenpolarisierung bei oberflächlicher und bei systematischer Verarbeitung zu Stande kommt. Mehrere Prozesse: Wenn eine Mehrheit zu Beginn eine bestimmte Position favorisiert, entsteht Polarisierung als Resultat von oberflächlicher Verarbeitung (man übernimmt die Meinung der anderen) systematischer Verarbeitung (man denkt intensiv über die Argumente der anderen nach) Oberflächliche Verarbeitung: Mehrheitsposition als Heuristik Wenn zunächst unentschiedene Mitglieder der Mehrheit anschließen, wird die Gruppenposition insgesamt extremer Bewegung auf extreme Position hin kann auch durch den Wunsch motiviert sein, ein besonders guter Repräsentant der Gruppenmeinung zu sein Systematische Verarbeitung: Gruppendiskussion enthüllt nicht nur die Positionen der anderen, sondern auch deren Beweggründe und Argumente Die Mehrheit ist auch bei systematischer Verarbeitung im Vorteil, denn ihre Argumente...sind zahlreicher...werden intensiver diskutiert (Vorteil von "shared information" gegenüber "unshared information": Stasser, Taylor, & Hanna, 1989)...erscheinen überzeugender (unabhängige Quellen)...werden kraftvoller und mit mehr Überzeugung vorgetragen (Bassili, 2003: "minority slowness effect")

38 9.7 Problematische Arten der Konsensbildung (ohne Nachdenken, ohne Unabhängigkeit, ohne privates Akzeptieren) diskutieren; den Begriff "groupthink" anhand von Beispielen und möglichen Gegenmaßnahmen erläutern. Vertrauen auf Konsens... erlaubt uns normalerweise, zutreffende Urteile zu bilden (mastery) und Beziehungen aufrechtzuerhalten (connectedness), kann aber auch zu verzerrten und fehlerhaften Urteilen führen. Konsens muss auf die richtige Art und Weise erreicht werden. Problematisch: Konsens ohne Nachdenken Wenn Personen sich gedankenlos einem Konsens anschließen (diesen als Heuristik nutzen), dann fehlt ihnen die Sicherheit, die sich aus der Abwägung unterschiedlicher Standpunkte ergibt. Studie von Axsom, Yates & Chaiken (1987): Studierende, denen das Thema einer Rede (Nutzen von Bewährungsstrafen) nicht wichtig ist, bilden ihre Einstellung zum Thema aufgrund von Reaktionen des Publikums (Beifall oder Buhrufe) ignorieren die Qualität der vorgebrachten Argumente Bedingungen des Experiments: Faktor 1: Argumente gut/schlecht, Faktor 2: Reaktion des Publikums positiv/negativ, Faktor 3: Betroffenheit stark/schwach -> für hier wichtig: Gruppe mit niedriger Betroffenheit orientiert sich am Publikum (= Mehrheit) Alltagsbeispiel: manipulierte "Umfrageergebnisse" Konsens ohne Unabhängigkeit dieselbe Urteilsverzerrung (z.b. gleiche Partei) Lösung: Ähnlichkeit auch bei Fähigkeiten (gute) Entscheidungen zu treffen (s.u.) Konsens ist dann aussagekräftig, wenn vielfältige unabhängige Sichtweisen konvergieren. Wenn aber viele Gruppenmitglieder derselben Urteilsverzerrung unterliegen, wird Konsens bedeutungslos. Paradox: Wir erwarten mit anderen übereinzustimmen, die uns ähnlich sind, aber Konsens ist dann am aussagekräftigsten, wenn verschiedene Personen übereinstimmen.

39 Lösung: Wir nehmen Mitglieder der Eigengruppe (im Vergleich zu Mitgliedern einer Fremdgruppe) als uns selbst ähnlich wahr, aber auch eher als unterschiedliche Individuen (Wilder, 1990). Experiment von Wilder: hat Personen Statements von Eigen- oder Fremdgruppenmitgliedern vorgespielt (mit Bild und Namen), hinterher sollten die Statements den verschiedenen Personen wieder zugeordnet werden: Es gelang den Vpn eher, den Mitgliedern der Eigengruppe die jeweiligen Statements wieder zuzuordnen erscheinen unabhängiger als Fremdgruppe, welche als alle gleich wahrgenommen werden Konsens ohne privates Akzeptieren Wenn Konsens nur aus öffentlicher Konformität besteht, dann repräsentiert er nicht die Konvergenz unabhängiger Sichtweisen. Öffentliche Konformität kommt häufig vor, weil Gruppen Abweichler schlecht behandeln (Schachter, 1951). Experiment: hat in Diskussionsgruppen Abweichler eingeführt, der andere umstimmen sollte: wird anfangs versucht, von der Gruppenmeinung überzeugt zu werden, da dies nicht klappt wird er später ausgeschlossen: pluralistic ignorance Kollektiver Fehlschluss ("pluralistic ignorance"): Alle stimmen öffentlich mit einer Position überein, die keiner privat akzeptiert. Aber alle glauben, nur sie selbst würden abweichen, da sie die Konformität der anderen mit privater Akzeptanz gleichsetzen. Beispiel: Studierende nehmen Normen zum Alkoholkonsum als extremer wahr, als diese wirklich sind. Jeder einzelne denkt, andere finden Alkohol-Exzesse gut und trinken deshalb viel, so dass es häufige Exzesse gibt, private Konformität findet aber nicht statt Erfolgreiche Interventionen: siehe Website der University of Virgina (National Social Norms Institute): Alkohol-Exzesse gehen über mehrere Jahre erfolgreich zurück durch Kommunikation tatsächlicher Normen (leider ist der letzte Stand der Website von 2000, bis dahin wurden das Projekt an 10 Universities/Colleges und 2 High Schools durchgeführt, das längste 10 Jahre, das neueste 2 Jahre) Streben nach Konsens mit schlimmen Folgen: "Groupthink" Konsens um jeden Preis, ohne das Ziel die beste Lösung finden zu wollen Der Wunsch, um jeden Preis Konsens zu erreichen, führt oft zu katastrophalen Fehlentscheidungen. Das geschieht in hoch kohäsiven Gruppen, die unter Entscheidungsdruck stehen. kohäsive Gruppen: starker Zusammenhalt und Abschottung von außen "A mode of thinking that people engage in when they are deeply involved in a cohesive in-group, when the members' strivings for unanimity override their motivation to realistically appraise alternative courses of action." (Janis, 1972, p. 9) Beispiele: Schweinebuchtaffäre; Challenger-Explosion Schweinebucht-Affäre: kohäsive Gruppe um Präsident Kennedy: Exilkubaner sollten Castro stürzen, aber bei dem Versuch wurden alle wurden geötet/gefangen: war von vornherein zum Scheitern verurteilt, aber Kennedy und seine Berater brachten alle auf Linie und drängten auf einen einstimmigen Beschluss, so dass es am Ende keine abweichenden Meinungen mehr gab Challenger: die Probleme (aufgrund ungünstiger Witterung) waren bekannt, aber es wurden bei der Entscheidungsfindung keine Gegenmeinungen zugelassen Ursachen / Symptome von Groupthink Nach neueren Forschungsergebnissen sind die von Janis angenommenen Ursachen (Kohäsion, Entscheidungsdruck) nicht hinreichend. Weitere Randbedingungen / Symptome: Konsens wird erzielt, ohne alle relevanten Fakten zu berücksichtigen (Selbstzensur; "mindguards"). mindguards : rufen andere zur Ordnung, lassen keine abweichenden Meinungen zu Konsens ist "kontaminiert" durch den gemeinsamen Hintergrund der Gruppenmitglieder. (Keine unabhängigen Standpunkte.) Konsens wird erzielt durch öffentliche Konformität anstatt private Akzeptanz (besonders dann, wenn mächtige Gruppenmitglieder ihre Meinung sagen, noch bevor eine Diskussion beginnt). Maßnahmen gegen Groupthink "Advocatus diaboli" einsetzen

40 wird vorher für alle deutlich festgelegt, so dass er gegen pluralistic ignorance geschützt ist, durch seinen vorgegebene Rolle Heterogene Zusammensetzung der Gruppe Öffentlichen Konformitätsdruck minimieren (z.b. durch geheime Abstimmungen) Führungsposition abschwächen All diese Maßnahmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Minderheitspositionen berücksichtigt werden Beispiel: US-Präsident Kennedy hat nach dem Schweinebucht-Desaster die obigen Maßnahmen bei Beratungen zur Kubakrise eingesetzt. 9.8 Grundannahmen von Moscovici zum Minderheiteneinfluss kennen und anhand von Forschung illustrieren; Moscovicis Annahmen zu Unterschieden zwischen Minderheits- und Mehrheitseinfluss kennen (Konfliktarten, Prozesse, Ergebnisse, Einflussebenen). Ergebnisse zur sozialen Unterstützung zeigen, dass Widerstand gegen Mehrheitseinfluss möglich ist. Umkehrung insgesamt möglich: führt zu Minderheitseinfluss Kann die Richtung des Einflusses auch umgekehrt werden? Historische Ereignisse sprechen dafür Innovation sonst kaum möglich Forschungsprogramm zum Minderheitseinfluss (Serge Moscovici) Moscovici: Soziologe, beeinflusst von der französischer Studentenbewegung, sein wichtigstes Werk: Sozialer Wandel durch Minoritäten (1969) Grundthese: Da Minderheiten wenig Macht besitzen und kaum normativen Druck ausüben können, müssen sie die Mehrheit zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen. Smith & Mackie: Minderheit muss alternativen Konsens anbieten Entscheidend: Konsistenter Verhaltensstil Frühe Studie: "Umkehrung" des Asch-Paradigmas (Moscovici, Lage & Naffrechoux, 1969) durch Konsistenz andere dazu bringen, nachzudenken Cover Story: Studie zur "Farbwahrnehmung"; Beurteilung der Farbe und Helligkeit von 36 Dias; alle Dias sind blau 4 echte Vpn und 2 Konfidentinnen (die Minderheit); Kontrollbedingung ohne sozialen Einfluss Die Minderheit bezeichnet die Farbe der Dias als "grün" Variation im Verhaltensstil: konsistent: "Grün" bei allen 36 Dias (Exp. 1 und 2) inkonsistent: "Grün" bei 24 Dias, sonst "blau" (Exp. 3) Abhängige Variablen: öffentliche Urteile über die Farbe der Dias (Exp. 1 und 3) privater Test der Farbdiskriminierung bei neuen Stimuli im Grenzebereich zwischen Grün und Blau (nur Exp. 2) Ergebnisse von Moscovici, Lage & Naffrechoux (1969) Direktes Urteil: in der inkonsistenten und der Kontrollgruppe gab es keine signifikanten Unterschiede Indirektes Urteil: Verschiebung der Diskriminations-schwelle zugunsten "grün" Tendenziell ist der indirekte Effekt größer in solchen Gruppen, die keinen direkten Einfluss zeigen Weitere Ergebnisse Kognitive Aktivität: Vpn versuchen, die Sichtweise der Minderheit zu übernehmen; Suche nach grünen Farbnuancen; kein bloßes "Nachgeben" Wahrnehmung der Mitglieder der Minderheit als weniger kompetent hinsichtlich Farbwahrnehmung aber: ihrer Sache sicherer Moscovicis Interpretation Konsistenz als entscheidende Variable bestätigt

41 Minderheitseinfluss nicht nur auf der öffentlichen Ebene, sondern private "Änderung der Norm" Neue Interpretation von Befunden im Asch-Paradigma zur sozialen Unterstützung: auch dort Konsistenz bedeutsamer als numerische Stärke Fazit: es kann eine sinnvolle Strategie sein, die Inkonsistenz einer Minderheitsgruppe aufzuzeigen, wenn man nicht will, dass sie ihre Meinung weiter verbreiten (z.b. bei Neo-Nazis) kognitive Aktivität: es wird zum Nachdenken angeregt (d.h. die Meinung der Minderheit wird nicht einfach so übernommen, oft kommt man durch die Anregung auch auf eigene alternative Lösungsvorschläge, die nicht von der Minderheit vorgegeben wurden) 9.9 Die Schlüsselstudie von Nemeth et al. (1990) genau kennen (Grundthese, Designs, abhängige Variablen, Ausschluss von Alternativerklärung durch Exp. 2, Interpretation) Die Lernziele zu 9 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Individuen und Gruppen konstruieren Konsens darüber, was wahr und gut ist. Universalität sozialer Einflüsse Diese Konstruktion schließt Konformitätsprozesse und wechselseitigen Einfluss zwischen Gruppenmitgliedern ein. Motiv der Kontrolle (Mastery) Konformität hilft uns, angemessene Urteile zu bilden, weil die Konvergenz vieler Meinungen oft deren Korrektheit anzeigt. Motiv der Verbindung mit anderen (connectedness) Konformität hilft uns dabei, uns anderen nahe und von anderen geschätzt zu fühlen. Konservatismus Positionen, die von einer Mehrheit vertreten werden, ziehen oft noch mehr Unterstützung an und sind schwer zu ändern. (Ein Grund, warum Minderheitseinfluss erst sehr spät auf die Forschungsagenda kam.) Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Wir schließen uns manchmal gedankenlos der Mehrheit an (heuristische Verarbeitung), nutzen aber auch oft systematische Verarbeitung, um aus den Meinungen anderer ein Urteil zu bilden. 10. Normen und Verhalten Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 10 ohne Abschnitt "Obedience in the Workplace (p. 372); Vorlesungsfolien; keine Schlüsselstudie Erläutern, wie Normen das Verhalten beeinflussen und warum Normen so effektive Leitlinien für Verhalten bilden. Wie steuern Normen das Verhalten? Nachdem Normen im Gruppenkonsens gebildet wurden, dienen sie als Standards für Verhalten Stärkster Einfluss, wenn kognitiv zugänglich Direkte Hinweise z.b. Seid bitte leise Beobachtung anderer, die die Norm befolgen Priming von normbezogenen Konzepten (auch unbewusst Hertel & Kerr, 2001). Experiment von Hertel & Kerr: unbewusstes Priming auf Fairness führte dazu, dass hinterher in einer (angeblich unabhängigen Aufgabe) gerechter zwischen Eigen- und Fremdgruppe verteilt wurden Das Verhalten der anderen aktiviert Normen (Cialdini et al., 1990) Hypothese: die entscheidende Größe ist der Kontext: 1. Bedingung: Umwelt sauber/dreckig, 2. Bedingung: Konfident geht vorbei/wirft seinen Flyer ordentlich in den Müll interessant: wenn in einer weiteren Bedingung der Konfident seinen Müll auf eine saubere Fläche wirft, entsteht der Gegeneffekt: die Norm wird aktiviert

42 -> Verhalten anderer als Faktor Warum sind Normen als Leitlinien für Verhalten so effektiv? Manchmal wird die Einhaltung einer Norm explizit überwacht Aber die Norm wird nur öffentlich befolgt (Motiv: Verbindung mit anderen, s. Kap. 9) z.b. an der Einfahrt zum Frauenparkplatz der Uni steht ein Sicherheitsbeamter, also fährt man nicht drauf, steht er nicht da, fahren doch Männer auf den Parkplatz Oft sind Normen internalisiert Menschen befolgen die Norm auch privat, weil sie sie für richtig und angemessen halten (Motiv: Mastery, s. Kap. 9) Normen werden durch das Verhalten der anderen unterstützt Anwesenheit anderer erinnert uns an die Norm Kooperation der anderen erleichtert Einhaltung der Norm ist mein Gegenüber fair, möchte auch ich ihn nicht übers Ohr hauen anderes Beispiel: Wahlverhalten von Männern und Frauen ist unterschiedlich: Frauen wählen eher wie andere Frauen, Männer eher wie andere Männer Häufige Aktivierung macht Normen kognitiv zugänglich Anwesenheit anderer Gruppenmitglieder aktiviert Normen, auch wenn deren Verhalten nicht sichtbar Beispiel: mock jurors: innocent till proven guilty (siehe Kap. 9) 10.2 Den Begriff Deindividuierung erläutern und anhand von Beispielen (Forschung, Alltag) erklären, wie Deindividuierung im Zusammenspiel mit Gruppennormen das Verhalten beeinflusst. Deindividuierung macht Gruppennormen augenfälliger Deindividuierung = Zustand, in dem die individuelle Identität "in der Menge (oder Gruppe) untergeht" und die Gruppenidentität dominiert. ausgelöst durch: Uniformierung, Anonymität, Menschenmengen Effekte: reduzierte Zugänglichkeit persönlicher Standards reduzierte Selbstaufmerksamkeit: Verhaltenskonsequenzen werden weniger bedacht erhöhte Zugänglichkeit von Gruppennormen Ursprüngliche Vermutung: Deindividuierung hat negative Auswirkungen auf das Verhalten Forschungsbeispiele: Vpn, die Uniformen und Kapuzen tragen, verhalten sich aggressiver als normal gekleidete Vpn (Zimbardo, 1970). "Stanford Prison Experiment" (Zimbardo; Beispiele aus dem "wirklichen Leben": Verhalten von Fußball-Hooligans; "ethnische Säuberungen"; Folter Aber: Deindividuierung kann auch positive Effekte haben Normen der Gruppe werden durch Deindividuierung verstärkt Wenn die Normen positiv sind, wird das Verhalten positiver (Reicher, Spears & Postmes, 1995) Studie von Johnson & Downing (1979): ähnliches Experiment wie das Stanford-Prison-Experiment, mit der Erweiterung, dass die Versuchsteilnehmer unterschiedliche Uniformen bekamen, woraus sie verschiedene Effekte ableiten ließen: "Ku-Klux-Klan"-Uniformen erhöhen Aggressionsbereitschaft "Krankenpfleger"- Uniformen senken Aggressionsbereitschaft Effekte besonders ausgeprägt bei Anonymität (Gesicht verdeckt) 5. Deindividuierung kann positive oder negative Effekte haben (Johnson & Downing, 1979) 3 Die Norm der Gegenseitigkeit anhand von Beispielen erläutern. Norm der Gegenseitigkeit = Eine Norm, die besagt, dass wir Geschenke, Gefälligkeiten, Zugeständnisse, die wir von anderen erhalten haben, erwidern sollen. Grundlegend in fast allen Kulturen (oft ritualisiert, z.b. bei Heirats-Ritualen) Nützlich für Individuen: Fairness

43 Nützlich für die Gruppe: Zusammenhalt wird gestärkt kann auch instrumentell eingesetzt werden: Ich tue jemandem einen Gefallen, um etwas zu bekommen Studie von Regan (1971): Einen Gefallen erwidern UV1: Gegenseitigkeit Konfident erweist der Vp eine kleine Gefälligkeit (kauft ihr ein Getränk) oder tut dies nicht UV2: Sympathie Konfident freundlich oder unhöflich AV: Wie viele Lotterielose kauft die Vp dem Konfidenten ab? Norm der Gegenseitigkeit ist stärker als Sympathie (Regan, 1971) (Lose sind teurer als Softdrink: bekommt mehr zurück als investiert) 10.4 Die "door-in-the-face"-technik anhand von Anwendungsbeispielen erläutern; diese von der "foot-in-the-door-technik" abgrenzen. Norm der Gegenseitigkeit bei Zugeständnissen: "Door-in-the-face"-Technik Erst große Forderung stellen, die zurückgewiesen wird dann Zugeständnis machen, das die Norm der Gegenseitigkeit aktiviert Forschungsbeispiel: Miller et al. (1976) Fragte auf dem Cmapus Personen, ob sie für 2h mit straffälligen Jugendlichen in den Zoo gehen könnten 85% leisteten 2 Stunden freiwillige Arbeit, nachdem sie eine größere Anfrage abgelehnt hatten Nur 50%, wenn die Anfrage sich gleich auf 2 Stunden bezog (Kontrollgruppe) Anwendungsbeispiele im Verkauf: Mit dem Topmodell anfangen ("selling the top of the line") "Das ist noch nicht alles!" "Door-in-the-face"-Technik am effektivsten, wenn erste Forderung nicht zu groß (sonst Verdacht, s. Calvin-Cartoon, Lehrbuch S. 363) zweite Forderung mit der ersten im Zusammenhang steht und von derselben Person kommt Unterschiede / Gemeinsamkeiten bestehen zur "Foot-in-the-door"-Technik? Unterschiede: Foot in the Door -Technik fängt klein an, fragt dann nach großem gefallen, Door in the face -Technik ist andersrum, bei der Foot in the Door -Technik stellen 2 verschiedene Personen die Forderungen mit einigen Tagen Abstand, bei der Door in the face -Technik die gleiche Person in unmittelbarem Abstand Gemeinsamkeiten: normativer Einfluss, bei beiden ist das Verhalten normgesteuert 10.5 Die Norm der Verpflichtung erläutern und anhand der "low-ball"-technik illustrieren. Norm der Verpflichtung = Eine Norm, die besagt, dass wir Vereinbarungen, Versprechen, Verpflichtungen etc. einhalten sollen. Stärker in kollektivistischen Kulturen Aber auch in westlichen Kulturen verbreitet Studie: Aufgaben sind leichter zu bewältigen, wenn sie in einen sozialen Kontext eingebunden sind (z.b. wenn ich der einzige bin, der nichts in die Kaffeekasse tut) Kann zu Verkaufszwecken missbraucht werden: "Low-balling" "Low-Ball"-Technik: Verkäufer muss Zusage des Kunden zu einem Handel erlangen (= Verpflichtung) Danach enthüllt der Verkäufer eine Tatsache, durch die sich die Kosten für den Kunden erhöhen (z.b. dass ein versprochener Rabatt nun doch nicht gegeben werden kann) Viele Kunden fühlen sich dennoch an ihre Kaufzusage gebunden und kaufen, obwohl sich die Bedingungen geändert haben. Forschungsbeispiel: Wie bringt man Studierende dazu, an einer Studie teilzunehmen, die für 7 Uhr morgens angesetzt ist? (Cialdini et al., 1978) Antwort: Cialdini fragte erst, ob sie an einer Studie teilnehmen wollten, wenn sie zugestimmt hatten erwähnte er nebenbei die Uhrzeit, so kamen mehr als wenn er gleich die Uhrzeit erwähnte, bevor die Studierenden schon zugestimmt hatten. "Bolstering" hält ursprüngliche Verpflichtung aufrecht: Bolstering : Entscheidung wird duch zusätzliche Punkte gefüttert/ gepolstert

44 10.6 Die Norm des Gehorsams anhand der Studien von Milgram erläutern. Variationen des Versuchsaufbaus und damit einhergehende Unterschiede in den Befunden kennen. Mögliche Wirkmechanismen in diesen Experimenten diskutieren. Norm des Gehorsams: Eine Norm, die besagt, dass wir den Befehlen legitimer Autoritäten gehorchen sollen Legitimität ist letztlich ein Ergebnis von Konsens Gehorsam wird manchmal formell durchgesetzt, ist aber meist privat akzeptiert Hinweise auf Autorität verstärken Gehorsam z.b. Polizeiuniformen, weiße Kittel etc. weiteres Beispiel: der Hauptmann von Köpenick ;-) Gehorsam kann extrem negative Folgen haben: Warum begehen Menschen auf Befehl schreckliche Verbrechen? Beispiele: Abu Graib Massenermordungen von Juden im 3. Reich: Adolf Eichmann verteidigte sich, wie viele andere, mit der Aussage, er habe "nur Befehle befolgt". Milgrams Experimente zum Gehorsam Milgram war Schüler von Asch, wurde für seine Experimente angeregt durch den Eichmann-Prozess (s.o.) Seine erste Studie war eigentlich als Kontrollbedingung gedacht, in der Erwartung, dass kaum jemand über die ersten Stufen den Generators hinausgeheb würde. Dann wollte er nach und nach weitere Faktoren hinzufügen (wie z.b. Gruppendruck, Androhung von Gewalt) um zu schauen, wann Gehorsam blind erfolgt Zwei Personen kommen zu einem Versuch ins Labor der Yale University (eine davon ist ein Konfident) Studie über "Bestrafung und Lernen" Rollenverteilung: "Lehrer" / "Schüler" (manipulierte "Auslosung") Lehrer soll dem Schüler bei falschen Antworten Elektroschocks verabreichen, bis dieser alles gelernt hat Ansteigende Schockintensität, Volt Lehrer erhält Beispielschock von 45 V Schüler im Nebenraum: Gegensprechanlage Reaktionen des Kofidenten auf die Schocks: 75 V: Stöhnen 120 V: Schmerzensschrei 150 V: "Ich weigere mich, weiter am Experiment teilzunehmen!" 180 V: "Ich halte die Schmerzen nicht mehr aus!" 270 V: Sehr heftiger Schmerzensschrei 300 V: "Ich werde nicht länger antworten!" ab 330 V: Stille keine Antwort muss auch als falsch bewertet werden Jedesmal, wenn ein Teilnehmer Einwände erhebt und aufhören will, antwortet der Versuchsleiter mit vier abgestuften Aufforderungen: 1. "Bitte machen Sie weiter." 2. "Das Experiment erfordert es, dass Sie weitermachen." 3. "Es ist absolut notwendig, dass Sie weitermachen." 4. "Sie haben keine andere Wahl, Sie müssen weitermachen der Versuchsleiter bleibt außerdem die ganze Zeit sehr sachlich und gelassen wichtigste Erkenntnis aus dem Experiment: Situation ist stärker als Persönlichkeit Fragen zu Variationen in Milgrams Design Erklärungen Situationismus: Verhalten ist nicht allein von der Persönlichkeit abhängig, sondern noch viel mehr von der Situation. Folgende Mechanismen wirkten in Milgrams Experiment:

45 "Entrapment" / langsame Eskalation (=> Norm der Verpflichtung) Autoritätsstrukturen Legitimität: Wissenschaftlichkeit / Setting Versuchsleiter übernimmt die Verantwortung Anwesenheit des Versuchsleiters erhöht die Zugänglichkeit der Norm des Gehorsams Unterdrückung alternativer Normen Milgram und die Ethik des Experimentierens Milgram hat Diskussionen über die Ethik der experimentellen Forschung ausgelöst. Heutzutage würden derartige Studien von Ethikkommissionen nicht mehr genehmigt. Milgrams Argumente für die Vertretbarkeit seiner Forschung: Keine anhaltenden negativen Effekte für die Vpn (auch lt. Nachuntersuchungen) Stress, dem die Vpn ausgesetzt waren, wird durch Erkenntnisgewinn aufgewogen. Keine einzige Vp hat sich über die Behandlung beschwert Drei Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen kennen und erläutern. (In diesem Zusammenhang den Begriff "Reaktanz" definieren.) Manchmal widerstehen Menschen normativem Einfluss Gamson, Fireman & Rytina (1982): Autoritätsperson weist Gruppenmitglieder an, öffentlich Aussagen zum Schaden eines Dritten zu machen Fast alle Gruppen leisten Widerstand, sind ungehorsam Studie von Gamsen & al: Ähnlich wie Milgram, aber andere Ergebnisse: angebliche Marketingagentur wollte Leute filmen, die über Tankstellenwächter berichten wollte, dazu Gruppendiskussionen für Gerichtsprozess, Animation wie in Rollenspiel Ölfirma-Leute spielen: öffentlich Aussagen zum Schaden einer Person machen (unmoralisch) bis alle diese Meinung haben: fast alle Gruppen leisteten Widerstand, stellten Rechtmäßigkeit und Moral in Frage Wie lässt sich dieser Unterschied zu Milgrams Befunden erklären? Erste Erklärung: Reaktanz Reaktanz = Motiv, eine bedrohte Freiheit wiederherzustellen (Brehm, 1972) Kann zur Vermeidung von Situationen führen, in denen Normen unsere Freiheit einengen Beispiel: Wir nehmen eine "kostenlose Warenprobe" nicht an (um nicht die Verpflichtung einzugehen, später etwas zu kaufen) Wenn jemand Entscheidungsfreiheit erwartet (z.b. seine eigene Meinung sagen) und diese verhindert wird, nimmt diese Freiheit einen noch größeren Wert ein. Gegenteil von Festinger: F: nach Wahl wird getroffene Entscheidung aufgewertet, aber dann frei gewählt anderes Beispiel: Anhänger der Hare Krishna Sekte verschenken Bücher und wollen dann Spende dafür Notwendige Bedingungen für Reaktanz: Entscheidungsfreiheit ist für die Person wichtig Freiheitseinengung wird als absichtlich und illegitim wahrgenommen Nicht so bei Milgram dort wurde die Autoritätsperson als legitim angesehen Illegitim bei Gamsen: handelt in Eigentinteresse, im Gegensatz zu Milgram, dessen Ziel Wissenschaft war: Möglichkeit frei zu handeln war bei Gamsen viel höher Zweite Erklärung: Systematische Verarbeitung Die Situation analysieren: Ist eine aktivierte Norm tatsächlich angemessen? Die Strategie des anderen offen legen und in Frage stellen Wenn man die Chance hat, die Situation zu reflektieren ist die Wahrscheinlichkeit von Widerstand wesentlich höher Die sozialen Beziehungen hinterfragen es werden uns oft soziale Beziehungen vorgespielt, die gar nicht da sind Beispiel Low-Balling: Ist der Händler wirklich mein Verbündeter, der bei seinem Chef einen niedrigen Preis für mich durchsetzen will? Die Definition der Situation hinterfragen z.b.: Erfülle ich eine legitime Verpflichtung oder ist die Anweisung der Autoritätsperson moralisch fragwürdig?

46 soziale Situation: Beispiel Milgram (Diene ich wirklich der Wissenschaft?) Systematische Verarbeitung erfordert Zeit und freie Kapazität Aber: Einfluss-Situationen zeichnen sich oft durch Stress und Zeitdruck aus (z.b. bei Milgram; weniger bei Gamson et al.) Dritte Erklärung: Normen mit Normen bekämpfen Schlüssel zum erfolgreichen Widerstand bei Gamson et al. war Gruppendiskussion ohne Versuchsleiter Erleichterte die Bildung einer alternativen Norm Gruppenmitglieder identifizierten sich mit der Gruppe und deren "Gegen-Norm" => soziale Unterstützung siehe auch Varianten der Milgram-Studie Gruppendiskussion ohne Gruppenleiter führt zu stärken eigener Normen duch Identifizierung mit Gruppe auch Asch: sobald ein anderer auch andere Antwort gibt, trauen sich auch andere (soziale Unterstützung) Sizilianischer Unternehmerverband startet Gegennorm: scheint zu funktionieren Beispiel: Schlagzeile in der FR vom 14. Mai 2008: Mafia unter Druck: "Wer Schutzgeld zahlt, fliegt raus" Weil die Mafia die Wirtschaft hemmt, sagt Siziliens Unternehmerverband ihr den Kampf an Das Zusammenspiel von Normen und Einstellungen bei der Erklärung von Verhalten erläutern. Dabei zwischen oberflächlicher und systematischer Verarbeitung unterscheiden. Auf den Fall eingehen, dass Norm und Einstellung einander widersprechen. Verhalten hängt oft von Einstellungen und Normen ab (s. Kapitel 8, 9 und 10). Bei oberflächlicher Verarbeitung können Einstellungen oder Normen direkt handlungsleitend wirken Bei systematischer Verarbeitung werden Einstellungen und Verhalten bewusst zur Bildung von Absichten herangezogen Einstellungen und Normen beeinflussen geplantes Verhalten besser bei komplexeren Sachen, z.b. Bei Andre Agassi im Tennis schlagen, mache ich nicht, selbst wenn Freunde der Meinung sind ich sollte positive und negative Faktoren werden alle zusammengerechnet 10.9 Die wesentlichen Elemente und Aussagen der Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen) kennen. Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen & Fishbein, 1980): Drei Faktoren beeinflussen die Bildung einer Absicht ("behavioral intention"): Einstellung zum Verhalten subjektive Norm wahrgenommene Verhaltenskontrolle Theorie des geplanten Verhaltens in der Praxis gut bewährt (Armitage & Conner, 2001) Metaanalyse von 185 Studien, mittlere Effektstärke bei Erklärung von Verhalten: R =.51 Vielzahl von Anwendungsbereichen: Verkehrsmittelwahl, Studierverhalten, Kondombenutzung, Gesundheitsvorsorge etc. Bezugsgruppe, Korrelation gut: gute Verhaltensvorhersage, eine der am meistens angewandten Vorhersagen in der Sozialpsychologie Verhalten, das wichtig ist und gut geplant werden muss wird von Einstellungen und Normen gleich beeinflusst Wenn Einstellungen und Normen einander widersprechen: Relative Zugänglichkeit kann entscheidend sein Elemente, die in einer Situation vorkommen, können dann entscheidender Faktor sein Etwas, das Smith & Mackie nicht so betonen: negativ und positiv werden einfach miteinander verrechnet: mittelmäßige Einstellung ergibt sich bei hohem Widerstand Publikum aktiviert soziale Normen Eigenes Spiegelbild erhöht Selbstaufmerksamkeit, aktiviert private Einstellungen VP vor Spiegel: stärkere eigene Einflüsse -> Aktivierung von individuellen Einstellungen Kollektivistische / individualistische Kulturen betonen soziale Normen bzw. private Einstellungen

47 Persönlichkeitsmerkmale: "Self-monitoring" und chronische Selbstaufmerksamkeit ("selfconsciousness") Persönliche Entsprechung von Spiegel: self-consciousness (eher Ausrichtung nach Persönlichkeit) self-monitoring eher nach normativen Einflüssen Die Lernziele zu 10 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Jede Situation kann verschieden interpretiert werden, so dass unterschiedliche Normen anwendbar sind. Universalität sozialer Einflüsse Soziale Normen beeinflussen unsere Handlungen auch dann, wenn die Einflussgruppe nicht anwesend ist. Motiv der Kontrolle (Mastery) Indem wir Normen befolgen, zeigen wir in sozialen Situationen meist angemessenes Verhalten, das von anderen belohnt wird. Motiv der Verbindung mit anderen (connectedness) Wenn wir Normen befolgen, können wir uns als gute Gruppenmitglieder sehen. Wichtige Motive für Anwendung der Theorien: Stärkung der sozialen Identität, beide können Hand in Hand gehen Kognitive Zugänglichkeit Je leichter eine Norm kognitiv zugänglich ist, desto größer ist ihr Einfluss auf das Verhalten. Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Widerstand gegen normative Einflüsse erfordert oft systematische Verarbeitung. Einstellungen und Normen beeinflussen Verhalten automatisch oder vermittelt über bewusstes Nachdenken. Ähnlich wie bei Einstellungen 11. Freundschaft und Liebe Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 11 ohne Abschnitt "When Relationships Go Wrong (pp ); Vorlesungsfolien; keine Schlüsselstudie Erläutern, wie Beziehungen zwischen Menschen entstehen. Dabei die Aspekte der physischen Attraktivität, der Interaktion / Nähe und der Ähnlichkeit diskutieren. Wie entstehen Beziehungen zwischen Menschen? In Kulturen, die freiwillige Beziehungen betonen: Interpersonelle Anziehung als Folge von drei Faktoren: Physische Attraktivität Wir mögen Personen, die gut aussehen. Wie wirkt physische Attraktivität? Das Attraktivitäts-Stereotyp: Attraktiven Menschen werden positive Eigenschaften zugeschrieben: freundlich, herzlich, selbstbewusst, sozial kompetent (s. Kapitel 3) Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Telefongespräch mit "attraktiver" oder "unattraktiver" Partnerin beeinflusst deren Verhalten (Snyder, Tanke & Berscheid, 1977). haben wir schon vorher mal ausführlich besprochen... Wer achtet auf Attraktivität? Personen mit hohem "self-monitoring" also die, die mehr auf soziale Normen achten Männer mehr als Frauen unabhängig vom Geschlecht des Partners/der Partnerin Frauen in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus um den Eisprung wird das Aussehen des Partners wichtiger Hinweis auf biologische Dimension Interaktion / Nähe Wir mögen die, mit denen wir zusammen sind und interagieren. Nähe bedingt häufige Interaktion z.b. mit meinem Nachbar interagiere ich mehr als mit jemandem in einer anderen Straße

48 Personen, die uns nah sind, helfen uns, Probleme zu bewältigen, liefern Information, bieten soziale Vergleichsmöglichkeiten (Motiv der Kontrolle) lassen uns emotionale Wärme und Akzeptanz erleben (Motiv der Verbindung mit anderen) Vertrautheit allein (ohne Interaktion) führt zu positiveren Einstellungen "mere exposure effect" Interaktionen können auch negativ sein dann führen Nähe und Interaktion zu weniger Sympathie wenn Abneigung schon da und ich muss mit demjeniger interagieren: Häufigkeit fördert dann Abneigung kommt aber seltener vor Ähnlichkeit Wir mögen Personen, die uns ähnlich sind. Freunde sind einander ähnlicher als Nichtfreunde (hinsichtlich Alter, Familienstand, Intelligenz usw.; Hays, 1988). Einstellungsähnlichkeit ist besonders wichtig (Byrne, 1971). Wie wirkt Ähnlichkeit auf Anziehung? Ähnlichkeit der Einstellungen fördert Interaktion; wir meiden die Interaktion mit unähnlichen Anderen (Rosenbaum, 1986). Erwartung: Wir erwarten, dass ähnliche andere uns mögen. Soziale Validierung unserer eigenen Einstellungen Einstellungsähnlichkeit ruft positive Gefühle hervor, die auf den Träger der Einstellung übertragen werden. Dryer & Horowitz: Interessanter Befund: Die komplementären Paare nehmen sich als ähnlicher wahr, wenn sie mit der Interaktion zufriedener sind. Siehe auch matching principle 11.2 Den begriff "mere exposure effect" kennen und erläutern. Vertrautheit allein (ohne Interaktion) führt zu positiveren Einstellungen "mere exposure effect" (Zajonc, 1980; Moreland & Beach, 1992) Studie von Moreland & Beach: im Hörsaal Konfidenten eingeschleust, die nie was sagten, zu spät kamen (damit alle sie sahen), Häufigkeit variiert: je häufiger sie da waren, desto sympathischer wurden sie eingeschätzt Wenn wir also jemanden häufig sehen, finden wir ihn sympathischer als jemand völlig Neues. Dies kann auch auf Objekte, Produkte, Aussagen oder Meinungen zutreffen 11.3 Das Matching-Prinzip erläutern. Suchen Menschen gezielt nach ähnlichen Partnern für Freundschaften und Beziehungen? "Ja" sagen Vertreter des "matching principle". Unattraktive Vpn wählen weniger attraktive PartnerInnen bei "Computer-Dating" sogar dann, wenn keine Möglichkeit der Zurückweisung besteht (Berscheid et al., 1971). Effekt selbst wenn Zusicherung, dass ausgesuchtes Date auch statt finden wird: keine Angst, dass jemand einem von vornherein keine Chance geben und nicht kommen wird "Nein" sagen Kritiker. Gegenhypothese: Personen suchen maximal attraktive PartnerInnen; "matching" resultiert nur, weil weniger attraktive Personen von attraktiveren Zielpersonen eher zurückgewiesen werden. Kritik an Berscheid: alle suchen maximal attraktiv/freundlich/reich... Machting ist nicht als Motiv handlungsleitend: erst attraktive Menschen weg, bleiben mittlere übrig, am Ende nur noch wenig attraktive da, die sich dann nehmen müssen Evidenz aus Computersimulationen (Kalick & Hamilton, 1986) "Pairing Game" (Ellis & Kelley, 1999) 11.4 Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Interaktion, Ähnlichkeit und Sympathie skizzieren. Kreislauf: Leute, die wir mehr mögen, halten wir für uns ähnlicher, so dass mehr mehr mit ihnen interagieren und so weiter... Andersrum: mit Leute, mit denen wir interagieren stellen wir eher Ähnlichkeiten fest, wodurch wir sie mehr mögen...

49 11.5 Beschreiben, wie sich die Art der Beziehung von der Bekanntschaft zur Freundschaft verändert. Dabei die Begriffe "Austauschbeziehung" und "freundschaftliche Beziehung" ("communal relationship") einordnen können. Übergang von Sympathie, die sich auf individuelle Merkmale (wie z.b. Attraktivität) gründet, zu Freundschaft, die sich auf die spezifische Geschichte der Interaktion zwischen zwei Personen d.h. deren Beziehung gründet. gegenseitige Sympathie Faktoren, die allgemein Anziehung bewirken, treten bei Beziehungen in den Hintergrund in frühen Phasen ist Sympathie nicht immer gegenseitig: keine Freundschaft/Beziehung entsteht Faktoren von erstem Eindruck unwichtig (siehe erstes Semester) Art der Beziehung ändert sich im Verlauf zu Beginn: Austauschbeziehung ("exchange relationship") Ertrag soll proportional zur Investition sein (Equity-Theorie); bei "Inequity" sind beide Partner weniger zufrieden als bei Equity (Walster et al., 1978) Motiv der Kontrolle Austauschbeziehung: Nicht mehr investiert als zurückbekommen, bei Inequity auch der unzufrieden, der mehr bekommt (Schuldgefühle...) später: Übergang zu freundschaftlicher Beziehung ("communal relationship") Hilfe für den Freund als Ausdruck der Wertschätzung ohne Erwartung von Gegenleistung 11.6 Den Begriff "self-disclosure" erläutern und dabei auf Geschlechtsunterschiede eingehen. "Self-Disclosure" (SD) als Merkmal von Freundschaften Definition: SD ist Kommunikation über intime Themen wie eigene Gefühle, Probleme Übersetzung in etwa Selbst-Enthüllung nimmt im Verlauf einer Beziehung zu Effekte: SD erhöht Sympathie (solange nicht überzogen); regt Partner seinerseits zu SD an (Derlega, Wilson & Chaikin, 1976) Norm der Gegenseitigkeit Geschlechtsunterschiede: SD bei Freundschaften zwischen Frauen und in heterosexuellen Beziehungen stärker ausgeprägt als bei Freundschaften zwischen Männern (Reis, 1986). Aber: Männer setzen in frühen Phasen einer heterosexuellen Beziehung SD gezielt ein, um größere Intimität zu erreichen (Derlega et al., 1985) Drei Formen der Interdependenz in engen Beziehungen kennen und anhand von Beispielen aus Forschung oder Alltag erläutern.

50 Interdependenz = Gedanken, Gefühle, Verhalten des einen Partners beeinflussen den anderen (kognitive, affektive, Verhaltens-Interdependenz) Wechselseitige Abhängigkeit Enge Beziehungen sind definiert durch ausgeprägte und häufige Interdependenz in verschiedenen Lebensbereichen nicht definiert durch positive Gefühle Konflikte in engen Beziehungen können intensive negative Gefühle hervorrufen Liebe = "die Gedanken, Gefühle und Handlungen, die mit dem Wunsch verbunden sind, eine enge Beziehung mit einer bestimmten Person einzugehen oder aufrecht zu erhalten" (Aron & Aron, 1991) Diese Definition schließt enge Freundschaften und verwandtschaftliche Beziehungen ebenso ein wie langfristige sexuelle Beziehungen kognitive, gefühlsmäßige Verhaltensbeziehung, Motivation (Beziehung zu erhalten) Forschung über enge Beziehungen Meist nicht-experimentell Ursache-Wirkung nicht immer gut zu trennen Gelegenheitsstichproben meist nicht repräsentativ USA / Studierende / verheiratete Paare weniger Forschung über gleichgeschlechtliche Beziehungen wenig zu kulturellen Unterschieden Forschung zu drei Aspekten der Interdependenz: kognitiv, verhaltensbezogen, affektiv Kognitive Interdependenz Partner wird "Teil des Selbst" die üblichen Selbst-Fremd-Unterschiede in der sozialen Wahrnehmung verschwinden (vgl. Kapitel 3 und 4) Self-Disclosure: Man kennt die Gedanken und Gefühle des Partners so gut wie seine eigenen Wissensmenge: Man beobachtet den Partner in vielfältigen Situationen Perspektive: Man denkt über Ereignisse vom Standpunkt des Partners aus nach Kontrolle: Man kann (aufgrund der Interdepen-denz) Handlungen des Partners fast ebenso gut beeinflussen und steuern wie die eigenen Einschränkung von Herrn Bohner: nicht so gut wie beim selbst, aber besser als bei allen anderen Kognitive "Verwechslungen" (Aron et al., 1991): Vpn sollen am PC angeben, ob bestimmte Eigenschaften auf sie selbst zutreffen Antworten langsamer bei Eigenschaften, die sie nicht mit ihrem Partner gemeinsam haben Verschmelzen: Bin das jetzt ich oder ist das mein Partner? Kognitive Verzerrungen ("valuing me and mine") (Agnew et al., 2001) Die beiden Partner stimmen zwar gut überein, sind aber weniger akkurat als Außenstehende FreundInnen eines der Partner konnten die Dauerhaftigkeit einer Beziehung besser vorhersagen als das Paar selbst Verhaltensbezogene Interdependenz "Transformation" im Austausch von Belohnungen Je enger die Beziehung, desto weniger steht der eigene individuelle Nutzen im Vordergrund Entscheidungen auch im Interesse des Partners Studie von Aron et al. (1991): Vp teilt Geldbetrag zwischen sich und Freund oder zwischen sich und fremder Person auf; entweder anonym oder nicht Der "gute Wille" zählt Tatsächliches Verhalten des Partners weniger wichtig als Attributionen hinsichtlich seiner Motive z.b. furchtbares Geschenk wird übergesehen, weil das Motiv wichtiger ist und die Beziehung fördert Attributionen in engen Beziehungen sind oft positiv verzerrt ("valuing me and mine") Negatives Verhalten des Partners wird mit situativen Einflüssen "wegerklärt" Positives Verhalten des Partners wird auf stabile und interne Ursachen (wie Liebe und Verständnis) zurückgeführt (Fletcher & Fincham, 1991) Paare mit solchen Verzerrungen sind meist glücklicher

51 Affektive Interdependenz Gefühle der Vertrautheit ("intimacy") und der Festlegung ("commitment") Intimität = positive emotionale Bindung, die Verständnis und Unterstützung einschließt zentrale Belohnung in engen Beziehungen wächst mit der Zeit über positive Interaktionen (v.a. Self-Disclosure) Festlegung = Wunsch, die Beziehung lange aufrechtzuerhalten, und Stärke der emotionalen Bindung an den Partner wächst ebenfalls mit der Zeit beinhaltet Vertrauen, sich auf den Partner verlassen zu können Festlegung hängt nach Rusbult (1983) ab von: Zufriedenheit mit der Beziehung (aktuelle Belohnungen) wahrgenommenen Alternativen (potentielle Belohnungen in anderen Beziehungen) in schlechter Beziehung glücklicher wenn wahrgenommene Alternativen noch schlechter Hindernissen, die Beziehung zu verlassen (z.b. bisher investierte Zeit, Geld, gemeinsame Freunde) Kognitive Verzerrungen tragen zu Festlegung bei Simpson et al. (1990): Studierende in fester Beziehung schätzen alternative Partner als weniger attraktiv ein Festlegung ist guter Prädiktor für die Dauer einer Beziehung Individuelle Unterschiede und Beziehungstypen Personen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Strebens nach Intimität und ihres Vertrauens in den Partner 11.8 Den Begriff "Bindungsstil" erläutern; die ungefähre Verteilung der erwachsenen Bevölkerung auf die vier Bindungsstile nach Bartholomew und Horowitz kennen; Zusammenhänge zwischen Bindungsstil und Interaktionen der Partner in bedrohlicher Situation beschreiben. Bindungsstile (Bowlby, 1969) = Grundlegende Orientierungen in engen Beziehungen. Basieren auf allgemeinen Vorstellungen von sich selbst und anderen mentale Modelle von sich selbst und anderen Ursprünge in der Kindheit, in frühen Beziehungen zu Pflegepersonen Relativ stabil, aber Erfahrungen im Erwachsenenalter können Bindungsstil noch beeinflussen Stile als Persönlichkeitsmerkmale Stile: Positive view of self Negative view of self Positive view of others Secure: sense of self as lovable an Preoccupied: sense of self as of others as accpecting unworthy, leading to striving for acceptance by valued others Negative view of others Dismissing: sense of self as lovable but doubts about others, leading to avoidance of close relationships secure Fearful: sense of unworthyness combined with expectations that others will be untrustworthy and rejecting = sicher am besten, zeigt beste Beziehungen preoccupied = ängstlich-ambivalent ( auch "besitznehmend") oft überbehütete Kindheit, anhängliche Verhaltensweisen, verliebt sich am häufigsten immer wieder neu dismissing = gleichgültig-vermeidend (auch "ablehnend") fearful = ängstlich-vermeidend dismissing und fearful im ursprünglichen Modell noch eine gemeinsame Kategorie Verteilung der Bindungsstile bei Erwachsenen Deutsche Stichprobe (Doll, Mentz & Witte, 1995)

52 erhoben von der Zeitschrift Brigitte, keine signifikanten Unterschiede zur US-Stichprobe 42 % sicher 28 % ängstlich-ambivalent 20 % gleichgültig-vermeidend 11 % ängstlich-vermeidend US-Stichprobe (Hazan & Shaver, 1990) 50 % sicher 19 % ängstlich-ambivalent 30 % vermeidend (nicht weiter unterteilt) Effekte des Bindungsstils auf Interaktionen mit dem Partner (Simpson et al., 1992) Untersuchung: experimentell, Paare kommen gemeinsam zur Studie, Frauen wird Angst gemacht, anschließend Wartesituation mit versteckter Kamera In bedrohlicher Situation suchten Frauen mit sicherem und ängstlich-ambivalentem BS eher soziale Unterstützung durch ihren Partner als Frauen mit vermeidendem BS Männer mit sicherem BS boten am meisten Unterstützung an z.b. durch Einnahme ihrer Perspektive, Angebot von Hilfe Wenn Unterstützung angeboten wurde, dann war sie auch generell hilfreich, selbst wenn die Frau sie nicht aktiv gesucht hatte 11.9 Effekte sozialer Unterstützung auf Gesundheit und Langlebigkeit kennen. Enge Beziehungen sind Quellen sozialer Unterstützung (= Ressourcen zur Bewältigung von Stress und kritischen Lebensereignissen) Trägt deutlich zu physischer Gesundheit bei Soziale Unterstützung und Lebensdauer von Berkmann: Unterstützung z.b. Anspreckpartner bei Stress, etc. Versuchspersonen bei Beginn zwischen 30 und 45, neun Jahre später Erhebung der Lebensdauer Die Lebenserwartung derjenigen Personen mit der meisten sozialen Unterstützung war am höchsten Am wichtigsten: Emotionale Unterstützung (wichtiger als konkrete Problemlösungen) Frauen bieten mehr emotional Unterstützung an als Männer Interaktionen mit Frauen sind daher der Gesundheit eher förderlich Soziale Unterstützung verstärkt auch die Effekte positiver Erlebnisse Erläutern, wie sich "Liebe" wissenschaftlich definieren lässt. Geschlechtsunterschiede in und kulturelle Einflüsse auf Einstellungen zu Liebe und Sexualität kennen (u.a. Einstellungen zu unverbindlichem Sex; Auslöser von Eifersucht). "Liebe" im Alltagsverständnis breites Konzept (Mutterliebe, freundschaftliche Liebe, platonische Liebe, Geschwisterliebe...) Leidenschaftliche Liebe = Beziehung, die (Wunsch nach) Sexualität beinhaltet (engl.: "romantic love") Liebe als Emotion: physiologische Erregung + situative Hinweise, dass Liebe die angemessene Interpretation ist (Berscheid & Walster, 1974) z.b. Freude, die geliebte Person zu sehen Befunde zum Erregungstransfer stützen dieses Modell Studie: Interview von Männern mit attraktiver Frau auf sicherer und gefährlicher Brücke: in gefährlicher Situation wurde die Erregung durch die Gefahr missverständlich als Erregung durch die Frau wahrgenommen: Männer haben eher geflirtet und nach Telefonnummer gefragt Geschlechtsunterschiede Männer verlieben sich leichter als Frauen Kulturelle Einflüsse "Romantische Liebe" wird in individualistischen Kulturen höher bewertet diese wird in kollektivistischen Kulturen oft als sozial störend angesehen Einstellungen zur Sexualität Umfragen in USA zeigen allgemein negative Einstellungen zu außerehelichem Sex und zu Homosexualität Akzeptanz von außerehelichem Sex nimmt zu

53 Geschlechtsunterschiede in Verhalten und Einstellungen Männer als Initiatoren, Frauen als "gatekeepers" Einstellungen zu unverbindlichem Sex (= Soziosexualität; Schmitt, 2005) Soziosexualität: entweder kurzfristige oder langfristige Orientierung Unterschiedliche Auslöser von Eifersucht (Buss et al., 1992) Evolutionäre und soziokulturelle Erklärungen Einstellung zu unverbindlichem Sex: Studie von Clark & Hatfield (1989): Studierende werden von einer fremden Person des anderen Geschlechts angesprochen und um eine Verabredung gebeten Konfidenten auf einem Uni-Campus Experimentelle Variation der "Direktheit" während es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Frage gibt, ob sie mit dem Konfidenten ausgehen, gibt es goße Unterschiede bei den Fragen ob die VP mit in die Wohnung oder inst Bett geht: Frauen sagen so gut wie gar nicht zu, Männer zu ca. 70 jeweils Auslöser von Eifersucht: Studie von Buss, Larsen, Westen & Semmelroth (1992) Evolutionspsychologie : Anpassungsproblem für Männer: Unsicherheit der Vaterschaft Anpassungsproblem für Frauen: Sicherung von Ressourcen des Partners für ihre Nachkommen Hypothesen: Männliche Eifersucht wird v.a. durch Hinweise auf sexuelle Beziehungen der Partnerin zu einem anderen Mann ausgelöst Weibliche Eifersucht wird v.a. durch Hinweise auf emotionale Bindung des Mannes an eine andere Frau ausgelöst Studie von Busse et al (1992) mit Fragebogenstudie: Robuster Geschlechtsunterschied; inzwischen vielfach repliziert Befunde auch im Einklang mit soziokulturellen Erklärungen (Wood & Eagly, 2002) Einflüsse von Biologie und Kultur oft schwer zu trennen Sexualität im Kontext enger Beziehungen Sexuelle Aktivität positiv korreliert mit Zufriedenheit in Beziehung aber: Kausalrichtung unklar Zusammenhang nicht spezifisch für Sex: Zufriedene Paare tun auch viele andere positive Dinge häufiger gemeinsam Geschlechtsunterschied: Für Frauen sind Intimität und emotionale Wärme wichtiger, für Männer abwechslungsreiche und häufige sexuelle Aktivität Unterschiede nehmen mit zunehmendem Alter ab; aber die Mehrheit der über 80-jährigen ist sexuell aktiv Die Lernziele zu 11 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Verzerrte Attributionen führen zu idealisiertem Bild vom Partner. Universalität sozialer Einflüsse Partner wird Teil des Selbst, beeinflusst Gedanken, Gefühle und Verhalten. Motiv der Kontrolle (Mastery) Beziehungen helfen uns, Belohnungen zu erhalten und Zufriedenheit zu erreichen (=> soziale Unterstützung). Motiv der Verbindung mit anderen (connectedness) Beziehungen erzeugen Gefühle der Verbundenheit und Zugehörigkeit. ganz zentrales Motiv für Beziehungen... Motiv des Selbstwerterhalts (valuing me and mine) Wir sehen Partner und Beziehung in positivem Licht. 12. Interaktion in Gruppen Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 12 ohne Abschnitt "How Groups Change: Stages of Group

54 Development" (pp ); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Diehl & Stroebe (1987) Erläutern, wie die bloße Anwesenheit anderer "soziale Erleichterung bewirkt und welche Prozesse daran beteiligt sind. Welche Auswirkungen hat die bloße Gegenwart anderer Menschen? Social Facilitation Theory (Zajonc, 1965): Verbesserung und Verschlechterung der Leistung möglich durch Arousal als angeborene Reaktion auf Andere Theorie der sozialen Erleichterung Vermittelnde Prozesse statt angeboren: Angst vor Bewertung (Cottrell et al., 1968) => Arousal Verbesserung bei gut gelernten, einfachen Aufgaben Verschlechterung bei neuen, komplexen Aufgaben Ablenkung (Sanders, 1981) => Arousal Arousal als Ablenkung: unangenehmes Gefühl, wenn andere da sind ( Sitzen meine Haare richtig? ) Verschlechterung durch Doppelbelastung Social Facilitation: Erhöhung der Wahrscheinlichkeit hoch zugänglicher Reaktionen, Verringerung der Wahrscheinlichkeit weniger zugänglicher Reaktionen, hervorgerufen durch die Gegenwart Anderer Hoch zugänglich = dominant Wenn korrekt, Verbesserung Weniger zugänglich = nondominant Wenn nicht korrekt, Verschlechterung 12.2 Den Begriff "Crowding" erläutern. Bloße Anwesenheit einer Menge anderer Menschen, kulturabhängige Definition Arousal Beispiel für kulturabhängige Unterschiede: U-Bahn-Schubser in Tokyo (für uns wäre das normal) fürchterlich, dort ist es Verbesserung bei einfachen, Verschlechterung bei schwierigen Aufgaben (z.b. Hillery & Fugita, 1975, Paulus et al., 1976) Kritische Auswirkungen bei Überfüllung: Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Aggressivität, Mortalität (z.b. Karlin, Rosen & Epstein, 1979) Gegenmittel: Gefühl der Kontrolle (z.b. J. Rodin, Solomon & Metcalf, 1978) ab einer bestimmten Menge gibt es generell negative Auswirkungen (weniger negativ, je mehr Kontrolle man hat: Beispiel überfüllter Fahrstuhl bei allen geht der Blutdruck hoch, aber am wenigsten bei der Person an den Schaltern -> größte Kontrolle 12.3 Im Kontext von Gruppenleistung verschiedene Aufgabentypen kennen und anhand

55 von Beispielen illustrieren. Begriffsklärungen Arten von Gruppeninterdependenz: Aufgabenbezogene Interdependenz = zur Zielerreichung braucht man Andere Secondary Groups Soziale Interdependenz = für Gefühle von Verbindung, soziale und emotionale Belohnungen und eine positive soziale Identität braucht man Andere Primary/Intimacy Groups Erfolgreiche Etablierung von beiden Formen nötig für Erreichen von Produktivitätszielen (Mastery Goals) und sozialen Zielen (Connectedness Goals) Aufgabenarten beeinflussen Art der Interdependenz: Additiv (z.b. Tauziehen oder Klatschen) die Endleistung ist die Summe der Anstrenung aller Disjunktiv (z.b. Werbeslogan entwickeln) die Leisung ist gemessen am Besten der Gruppe (Limit) Konjunktiv (z.b. Fließbandarbeit) die Leistung ist gemessen am Schlechtesten der Gruppe (Limit) Komplex (z.b. Europameisterschaft gewinnen) Je komplexer, desto überragender kann das Endergebnis im Vergleich zu Individualleistungen sein Mischung aus den drei oberen Faktoren 12.4 Verschiedene Arten von Prozessverlusten bei der Gruppenarbeit kennen und erläutern. Potenzielle Leistung minus Prozessverluste plus Prozessgewinne = Gruppenleistung Gründe für Prozessverluste: Motivationsverluste Koordinationsverluste Systematische Untersuchung bei Schreiaufgabe (Latané, Williams & Harkins, 1979): Prozessverluste nehmen mit Gruppengröße zu Beliebter Untersuchungsgegenstand: Brain Storming Aufgaben (Osborn, 1953) Belege für massive Prozessverluste (z.b. Mullen et al., 1991), ungebrochene Popularität Nominal-/Pseudogruppen (Einzelleistungen aufsummiert) kommen zu mehr (Quantität) und besseren (Qualität) Ideen als echte/natürliche Gruppen Motivationsverlust: Social Loafing 1 Trittbrettfahrer Tendenz, sich weniger anzustrengen, als man es allein tun würde, wenn die individuellen Anteile an der Gruppenleistung nicht identifizierbar sind Abhängig von Aufgabenart Wichtigkeit, Involviertheit, Grad der Interessantheit Grad der Interdependenz und der individuellen Verantwortung je größer die Gruppe, desto mehr Social Loafing Bewertungsstandard bei klaren Standards wird das Ergebnis besser Motivationsgrad der Anderen wenn andere motiviert sind, kann das mitreißen Identifikation mit der Gruppe, Connectedness bei geteilten Werten, niemand will das schwarze Schaf sein Kultur kollektivistische Kulturen sind eher an der Gruppenleistung orientiert Geschlecht bei Frauen gibt es weniger Social Loafing als bei Männern Motivationsverlust: Social Loafing 2 Illusion der Gruppenproduktivität : Überschätzung der Gruppenleistung, daher zurückfahren der

56 eigenen Leistung (z.b. Paulus et al., 1993) Möglicher gegenläufiger Effekt: Soziale Kompensation Bei hoher Aufgaben- und Sozialer Interdependenz strengen sich Gruppenmitglieder extra an, um Faulheit Einzelner zu kompensieren (z.b. Karau & Williams, 1997) Motivationsverlust 2: Emotionen (z.b. Barsade, 2002) Ansteckungsgefahr bei schlechter Laune von Individuen Mehr Konflikt Weniger Kooperation Weniger wahrgenommene aufgabenbezogene Leistung Koordinationsverluste Koordination essentiell für Gruppenleistung: Klarheit über individuelle Rollen und Bedeutung für Gruppenziel Klarheit über verfügbare Ressourcen Klarheit über Fähigkeiten und Schwächen Anderer Nähreres dazu bei Diehl & Stroebe (1987): Warum ist Brain Storming in Gruppen weniger effektiv als Brain Storming allein? 12.5 Diehl und Stroebes Serie von Schlüsselstudien zu Prozessverlusten beim Brainstorming im Detail kennen und diskutieren (Fragestellung, Prüfung bestimmter Erklärungsansätze in den einzelnen Studien, Versuchsaufbauten, abhängige Variablen, Befunde, Interpretation) Zusammenhänge zwischen Aufgabenart, Persönlichkeit und Situation bei Führungsverhalten diskutieren. Dabei Fred Fiedlers Kontingenzmodell der Führung kritisch erläutern. Auf Geschlechtsstereotypen im Zusammenhang mit Führung eingehen. Führung = Prozess, in dem einem oder mehreren Gruppenmitglied(ern) erlaubt wird, andere zu beeinflussen und zu motivieren um Gruppenziele zu erreichen => Gruppe weist Führungsperson(en) die Autorität zu Führungsaufgaben: Aufgabenorientiert (Mastery): Anweisungen geben, schlechte Leistungen kritisieren, Koordinieren Beziehungsorientiert (Connectedness): offen, freundlich und zugänglich sein, Mitglieder gleichberechtigt behandeln, Meinungen berücksichtigen Führung = Person oder Situation? Person: Charismatische, Transaktionale Führungspersönlichkeiten z.b. Jesus, Mohammed, Buddha, Mahatma Gandhi, Barak Obama (?) Situation: Ein- und dieselbe Person kann in einer Situation eine tolle Führungskraft sein, in anderen eine fürchterliche Beziehungsorientiertes Führungsverhalten verbessert konsistent Gruppen moral, Motivation, Arbeitszufriedenheit Aufgabenorientiertes Führungsverhalten weniger konsistent: Starke Variation über Gruppenund Aufgabentypen Orientierung weg von charismatischen Persönlichkeiten: Fiedlers Kontingenztheorie (Fiedler, 1964) Führung: Fiedlers Kontingenztheorie Annahme: Führungspersonen sind entweder aufgaben- oder beziehungsorientiert, Aufgaben erfordern entweder aufgaben- oder beziehungsorientierten Führungsstil Notwendig: Passung (Kontingenz) zwischen Führungsstil der Person und Anforderungen der Situation an die Führungsaufgabe -> der richtigen Person muss die richtige Aufgabe zugewiesen werden Probleme mit Fiedlers Kontingenztheorie: Komplexe Aufgaben erfordern beide Führungsstile

57 Unterschiedliche Gruppen erfordern beide Führungsstile zu unterschiedlichen Zeiten Zentrales Merkmal einer guten Führungsperson: Flexible Fähigkeit, beide Führungsstile zum genau passenden Zeitpunkt gegenüber den richtigen Personen und den richtigen Gruppen bei den richtigen Aufgaben einzusetzen Stereotype und Führung: Einfluss des Geschlechts Männer und maskuline Personen werden eher als Führungspersonen behandelt (z.b. Judge & Cable, 2004) für Führungspositionen eingestellt und für effektiver gehalten (z.b. Sczesny & Kühnen, 2004) Aber: Frauen haben mindestens gleichen, häufig größeren, nur beim Militär geringeren Führungserfolg auf den Dimensionen connectedness, Kohäsion, Mastery, Aufgabenbewältigung (z.b. Eagly, Makhijani & Klonsky, 1992) Dennoch: Wahrnehmung weiblicher Führungskräfte durch Andere immer noch schlechter, selbst bei identischem Verhalten (z.b. Eagly & Carli, 2003) => Verluste für Wirtschaft, Arbeitszufriedenheit, Chancengleichheit 12.7 Kommunikation in Gruppen diskutieren hinsichtlich ihrer Inhalte, der Kommunikationswege und -medien. Notwendiges Mittel zum Erreichen von Gruppenleistung aufgabenbezogene und soziale Kommunikation Formelle und informelle Kommunikationswege Einfache Aufgaben Komplexe Aufgaben Kommunikationsströme Gute Nachrichten steigen schnell nach oben, schlechte nicht potenziell hoch problematisch; Wissen über Gefahren erreicht Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen nicht Wenn formelle Kommunikationswege den Bedürfnissen der Beteiligten nicht genügen => informelle Kommunikationswege Technologie und Kommunikation Vorteile der Kommunikation mit elektronischen Medien: Meist aufgabenzentrierte, effektive Kommunikation Statusproblematik taucht nicht auf, wenn Status nicht kenntlich Bei einfachen Aufgaben geeignet Vorteile der traditionellen (face-to-face) Kommunikation: Fördert Vertrauen Fördert Connectedness Fördert Solidarität

58 Küchengespräche und Flurfunk sind unschätzbare Quelle von Informationen Neu: Computer als Gruppenmitglied 12.8 Die Lernziele zu 12 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Soziale Konstruktion der Realität: Gruppen definieren für ihre Mitglieder Aufgaben und Ausführungsregeln. Universalität sozialer Einflüsse: Interaktion und Interdependenz in Gruppen beeinflussen die Leistung bei vielfältigen Aufgaben. Motive: Gruppen helfen dem Individuum bei der Aufgabenbewältigung (Kontrolle), bieten Gefühl der Zusammengehörigkeit (Verbindung mit anderen, Connectedness) und Identität (Selbstwert); Mitglieder handeln im Interesse der Gruppe (kollektiver Selbstwert). 13. Aggression und Konflikt Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 13 komplett; Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Berkowitz & LePage (1967) Die Begriffe Aggression und Konflikt definieren. Aggression = Verhalten, das in der unmittelbaren Absicht ausgeführt wird, jemandem zu schaden langfristiges, übergeordnetes Ziel kann ein anderes sein Beispiel: Foul beim Fußball: Auswirkung (unmittelbar): Aggression, Ziel (übergeordnet): Tor verhindern Aggression oft Folge von Konflikt Konflikt = wahrgenommene Unvereinbarkeit der Ziele zweier oder mehrerer Parteien Oft um Kontrolle über materielle oder soziale Ressourcen manchmal ist der Konflikt nur der subjektiv wahrgenommene: zwei Mitbewohner wollen die letzte Orange und teilen sie in der Hälfte, dabei wollte der eine den Saft und der andere die Schale und jeder hätte alles haben können 13.2 Instrumentelle Aggression und feindselige Aggression voneinander abgrenzen; erklären, wie jede dieser Formen interpersoneller Aggression entsteht (Motive; Umweltbedingungen; Normen). instrumentelle Aggression = Aggression als "Mittel zum Zweck", um Belohnungen zu erhalten Motiv: Kontrolle (mastery) feindselige Aggression (auch: "emotionale Aggression", "Ärger-Aggression") = Aggression, die durch Ärger über Provokation ausgelöst ist Motive: Selbstwertschutz (valuing me and mine), Verbindung mit anderen (connectedness) Nicht immer scharf zu unterscheiden Beispiele Schlägerei in einer Kneipe (Provokation etc. aber auch in der Öffentlichkeit Ehre verteidigen ), häusliche Gewalt, körperliche Züchtigung, Vandalismus auch bei feindseliger Aggression findet man hinterher oft eine Erklärung z.b. um vor Gericht mildernde Umstände zu bekommen etc. Methoden der Aggressionsforschung Beobachtungsstudien, meist mit Kindern Laborexperimente -> besser für Ursache-Wirkung-Zusammenhänge Vpn setzen im Rahmen einer Coverstory andere (KonfidentInnen) einer negativen Behandlung aus (Elektroschocks, Lärm etc.) Konstruktvalidität? durch Coverstory Erklärung, deshalb wird oft versucht Labor und Feld miteinander zu verbinden Gute Übereinstimmung zwischen Labor und Feld Wodurch wird Aggression ausgelöst?

59 Instrumentelle Aggression: Wahrgenommenes Verhältnis von Nutzen und Kosten (mastery) Persönliche Fähigkeiten (Körperkraft) reduzieren Kosten Kosten geringer für Männer als für Frauen (weil sie weniger körperliche Kraft aufwenden müssen gegenüber Frauen) "Gelegenheit macht Diebe" (oder Räuber) Wahrgenommene Alternativen Wer nichts mehr zu verlieren hat, handelt eher aggressiv Beispiele: Gewalt gegen Minderheiten in Südafrika, Geiselnahmen (hier möglichst keine Zugeständnisse machen, um die Kosten größer darzustellen als den Nutzen -> scheint langfristig besser zu wirken) Ein Filmplot, der das alles hervorragend illustriert: "Ransom" (1996) Feindselige Aggression: Emotionale Reaktion auf Provokation oder auf Bedrohung des Selbstwertgefühls (valuing me and mine) oder einer Gruppenidentität (connectedness) Extreme Emotion kann zu völliger Missachtung offensichtlicher Risiken und Kosten führen -> führt zu Aggression, selbst wenn mögliche Strafen sehr hoch sind Ärger als Reaktion auf Mangel an Respekt oder auf Beleidigung besonders, wenn öffentlich Untersuchung von Morden: Wahrscheinlichkeit höher, wenn Zeugen anwesend sind Individuelle Differenzen: Personen mit geringem Selbstwertgefühl und Personen mit narzisstischer Persönlichkeit (= hohem, aber instabilem Selbstwertgefühl) reagieren auf soziale Zurückweisung besonders häufig mit Aggression Nicht nur Ärger, sondern auch andere negative Gefühle verursachen feindselige Aggression: We re nasty when we feel bad (Berkowitz, 1993) Berkowitz: jegliche negative Befindlichkeit kann zu Aggression führen, auch z.b. Unwohlsein bei hohen Temperaturen) Frustration Schmerz Furcht Gereiztheit (z.b. ausgelöst durch hohe Außentemperatur:) Normen können Aggression fördern oder einschränken Fast alle Gesellschaften regulieren Aggression durch Normen Manche Normen lassen Aggression als angemessenes Verhalten erscheinen oder senken die mit Aggression verbundenen Kosten: auch wenn dies gar nicht ihre ursprüngliche Intention ist Schutz der Privatsphäre der Familie macht Gewalt gegen Partnerin oder Kinder zur "Privatangelegenheit" In USA: das Recht, Schusswaffen zu tragen Kultur der Ehre, z.b. in Teilen der amerikan. Südstaaten (Cohen & Nisbett, 1997) Collegestudie mit Beleidigung auf dem Campus einer Uni: höhere Wertung von Ehre in den Südstaaten der USA, möglicherweise Korrelation von Größe der Weidefläche und Anzahl der Morde eines Countys (aber auch Einfluss durch hohe soziale Unterschiede) -> WICHTIG: Südstaaten der USA, nicht Südamerika! (in dieser Studie von Cohen & Nisbett) 13.3 Erläutern, was man unter dem "Waffeneffekt" versteht; die zugehörige Schlüsselstudie von Berkowitz und LePage (1967) im Detail kennen und diskutieren (theoretischer Hintergrund, Hypothesen, Design, Versuchsablauf, abhängige Variablen, Befunde, Interpretation). Kulturell vermittelte Hinweisreize machen aggressive Gedanken und Handlungen kognitiv zugänglicher "Waffeneffekt" (Berkowitz & LePage, 1967) Beispiel USA: Gesellschaft macht Waffen kognitiv zugänglich Ethnische Vorurteile können zur fälschlichen Wahrnehmung von Waffen beitragen (Payne, 2001) bei schwarzen Personen werden Werkzeuge eher als Waffen identifiziert und Shoot/Don't Shoot -Experiment z.t. mit tödlichen Konsequenzen, wie im Fall von Amadou Diallo 1999 Amadou Diallo: Farbiger, der erschossen wurde, als er vor seiner Haustür von der Polizei überrascht wurde und in

60 seine Tasche griff (vermutlich nur, um seinen Ausweis zu zeigen, hatte keine Waffe bei sich), es wurde von der Polizei 41-Mal auf ihn geschossen, Bundesstaat New York 13.4 Die Rolle von Vorbildern bei der Entstehung von Aggression diskutieren; dabei insbesondere auf Banduras Soziale Lerntheorie eingehen (Annahmen, empirische Belege, Geschlechtsunterschiede; Anwendung auf das Thema "Gewalt in den Medien"). (e) Vorbilder für Aggression Andere, die sich aggressiv verhalten, aktivieren aggressive Gedanken Aggressive Vorbilder vermitteln auch, dass Aggression angemessen und erfolgreich ist (oder zumindest straflos bleibt) Mediengewalt Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt Soziale Lerntheorie (Bandura): Lernen durch Beobachtung ("observational learning") als Abfolge von 4 Schritten, die kognitives und operantes Lernen kombinieren. Aufmerksamkeit P nimmt Handlung eines anderen wahr Behalten P speichert das Wahrgenommene im Gedächtnis Reproduktion P führt eine Handlung aus, die das Wahrgenommene kopiert Motivation Konsequenzen bestimmen die Wahrscheinlichkeit, dass P Handlung erneut ausführt Experimente zum Beobachtungslernen aggressiven Verhaltens ("Bobo doll studies"): Kinder (3 bis 6 Jahre alt) ändern durch die Beobachtung anderer ihr Verhalten. z.b. Bandura (1965): 3 Versuchsbedingungen Modellperson wird für aggressives Verhalten gelobt Modellperson wird für aggressives Verhalten bestraft Verhalten der Modellperson hat keine Konsequenzen AV: Verhalten der Vp gegenüber "Bobo" Fazit: Lernen am Modell spielt wichtige Rolle beim Erwerb aggressiven Verhaltens Beobachtung positiver Konsequenzen nicht notwendig (Selbstverstärkung?) Lernen am Modell im Alltag: Familie, Gleichaltrige, Medien. Geschlechtsunterschiede erklärbar durch unterschiedliche Verfügbarkeit männlicher und weiblicher Vorbilder geschlechtstypische Normen und Verstärkungsmuster Mediengewalt und Aggression Gewalt ist in den Medien allgegenwärtig Besteht ein Zusammenhang zwischen Konsum von Mediengewalt und Aggressionsbereitschaft? Wenn ja, was ist Ursache, was Wirkung? Befund: Positive Korrelation zwischen Konsum von Mediengewalt und Gewaltbereitschaft (Metaanalyse: Comstock & Paik, 1991). Erleichternde Bedingungen: Wirksamkeit ("efficacy") Aggression stärker, wenn Aggression im Film Wirksam war Normativität ("normativity") wenn auch die Guten im Film Gewalt nutzen Relevanz ("pertinence") wie gut kann man sich in die Personen im Film hineinversetzen Empfänglichkeit ("susceptibility")

61 Emotionalität Problem bei korrelativen Studien: Selbstselektion (Kausalrichtung!) Kausaler Einfluss belegt durch Meta-Analysen über experimentelle Befunde, z.b. Wood, Wong & Chachere (1991) zu Studien mit Verhalten in unstrukturierten Situationen: Mittlere Effektstärke: Cohen's d = 0.40 Experiment mit Randomisierung (kurzfristige Messung, Vorher-Nachher) Längsschnittstudien, z.b. Huesmann (1986): Präferenz für gewalthaltige Fernsehprogramme im Alter von 8 Jahren guter Prädiktor für Aggressivität und Gewaltkriminalität im Alter von 30 Jahren. Längsschnittstudie, erste Messung mit acht Jahren, zweite Messung mit 30 Jahren nur bei Jungen/Männern getestet 13.5 Erläutern, was geschieht, wenn aggressive Handlungstendenzen einer Person und anwendbare Normen einander widersprechen (bei oberflächlicher vs. systematischer Verarbeitung). Aggressive Handlungstendenzen und Normen können einander widersprechen Oberflächliche Verarbeitung: Die am leichtesten zugängliche Einstellung oder Norm bestimmt das Verhalten Systematische Verarbeitung: P versucht herauszufinden, was das angemessenste Verhalten ist Verarbeitungsmotivation und -kapazität beeinflusst von: Ärger, emotionaler Erregung Alkohol Zeitdruck kognitiven und sozialen Fertigkeiten Interpersonelle Aggression: Einflussfaktoren 13.6 Erklärungen dafür diskutieren, dass Gruppen oft aggressiver sind als Individuen; dabei die Theorien des realistischen Konflikts und der relativen Deprivation erläutern. Kampf um materielle Ressourcen und um Respekt Theorie des realistischen Konflikts: Feindseligkeit zwischen Gruppen als Folge von Konflikt um objektiv knappe Ressourcen (Motiv: mastery) z.b. Konflikte um Wasser oder Öl: Gruppenzugehörigkeit erhöht den Konflikt Konflikt kann aber auch entstehen, wenn die Ressourcen insgesamt reichhaltig sind Theorie der relativen Deprivation: Gruppen stellen soziale Vergleiche an um fest-zustellen, ob sie "genug" haben Weniger zu haben als die Fremdgruppe führt zu Konflikt z.b. Beklagen auf hohem Niveau : es geht der deutschen Bevölkerung nicht schlecht, aber eben schlechter als noch vor 20 Jahren; Forderungen der Schwarzen in den 60er Jahren in den USA: nicht nur ideelle Forderungen, sondern auch materielle Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung Konflikte um Respekt und Wertschätzung oft schwieriger beizulegen als Konflikte um materielle Ressourcen Wenn beide die "Nummer 1 sein" wollen, ist Kompromiss nicht möglich z.b. Rivalitäten von Straßengangs Motiv: Soziale Identität (siehe auch Kapitel 6): minimale Intergruppensituation (Tajfel: Vorliebe für Maler) relatives Darstehen ist wichtiger, es gibt keine objektiven/logischen Werte Gruppen oft besonders kompetitiv, weil sie Respekt höher bewerten als materielle Güter 13.7 Prozesse diskutieren, die zur Aufrechterhaltung oder Eskalation von Konflikten beitragen können (Kommunikation, Koalitionsbildung, kognitive Prozesse, Emotionen). Konflikt-Eskalation: Kommunikation kann Konflikte verschärfen

62 Kommunikation innerhalb jeder Eigengruppe führt zu polarisierten und verfestigten Standpunkten Konflikt intensiviert die Identifikation mit der Eigengruppe und stabilisiert Führungspositionen Kommunikation zwischen Gruppen oft negativ und kontraproduktiv wechselseitiges Hochschaukeln (z.b. im Kalten Krieg mit Atomwaffen) Gruppen setzen Drohungen ein in der Annahme, damit ihr Ziel zu erreichen Drohungen verfestigen aber die Position der anderen Gruppe Besonders schädlich: Wechselseitige Drohpotentiale Koalitionsbildung: In einem Konflikt versuchen Gruppen (v.a. die schwächere Partei) Hilfe von außen zu erhalten weitere Parteien/Gruppen steigen in den Konflikt ein, was von der anderen Gruppe (ohne Verbündeteten) als Bedrohung gesehen wird, wodurch sie sich auch Verbündetete suchen Mehrere Parteien polarisieren in zwei entgegengesetzte Lager Hilfe von außen sichert der Gruppe zu, im Recht zu sein Beispiel: erster Weltkrieg: erst ein Konflikt zwischen Österreich und Serbien, dann steigen Russland und Deutschland ein... Soziale Wahrnehmung in Konflikten: Eigengruppe wird wahrgenommen als moralisch vollkommen und unfähig, Unrecht zu tun (Motiv: valuing me and mine) mächtig, stark, gerecht, siegessicher z.b. USA im Vietnamkrieg Fremdgruppe wird gesehen als böse, oft sogar weniger menschlich z.b. Religionskriege: Eigengruppe ist gut heilige Krieger, Fremdgruppe/Gegner werden dämonisiert Attributionen für Verhalten Attributionen für Verhalten der Eigengruppe sind positiv verzerrt (Motiv: valuing me and mine) Unsere aggressiven Handlungen sind vernünftige Reaktionen auf schwierige Umstände Studie: Studierenden in den USA wurden verschiedene Szenarien dargestellt und entweder den USA oder der UdSSR zugeschrieben z.b. Flugzeugträger vor der jeweils anderen Küste postieren, Versuchsteilnehmer sollten Verhalten beurteilen: Eigengruppe (USA) wurde gut bewertet, Fremdgruppe schlecht Attributionen für Verhalten der Fremdgruppe sind negativ verzerrt Deren aggressive Handlungen reflektieren ihre natürliche Bosheit und verwerflichen Ziele Furcht als Motiv der anderen Seite wird nicht erkannt Intensive negative Emotionen verschlimmern diese kognitiven Verzerrungen Stresspegel steigt Vereinfachtes Denken oft zu beobachten kurz bevor ein Konflikt eskaliert (Suedfeld & Tetlock, 1977, s. S&M Figure 13.4) Suedfeld und Tetlock: Untersuchung von Äußerungen von israelischen und palästinensischen Führungskräften: in Zeiten von Konflikt gab es mehr Vereinfachung und schwarz/weiß Erwartungen: Wir erwarten von Gruppen, dass sie kompetitiv sind Versuch: Außerirdische in Unterschiedlichen Farben und verschiedenen Anordnungen, Versuchsteilnehmer sollten beantworten, wie sie sich gegenüber anderen Gruppen verhalten: je mehr sie als Gruppe dargestellt waren (z.b. in der gleichen Farbe, dicht zusammen), desto mehr Aggressivität wurde ihnen zugeschrieben "self-fulfilling prophecy" "Lieber die Fremdgruppe angreifen, bevor sie uns angreift" Prozesse, die zur Konflikteskalation beitragen Das Extrem der Konflikteskalation: Vernichtung der Fremdgruppe, Völkermord Machtunterschied ermöglicht es einer der Gruppen, ihren Willen durchzusetzen Moralische Exklusion / Dehumanisierung der Fremdgruppe rechtfertigt Misshandlungen Desensibilisierung durch "Routine" Routine durch Befehl und Gehorsam, Grausames erscheint als normale Routine und verhindert so Widerstand durch langsame Gewöhnung vgl. Milgram-Studie zum Gehorsam Beispiele aus der Geschichte: Deutschland Ruanda 1994

63 Sudan (Darfur-Region) ? 13.8 Anhand der Studien zum "Trucking Game" von Deutsch und Krauss erläutern, wie sich wechselseitige Drohpotenziale auf das Verhalten in Konflikten auswirken; diese Erkenntnisse auf Konflikte in der realen Welt übertragen. Studie von Deutsch & Krauss zwei Versuchsteilnehmer wurden je einer Firma zugewiesen, entweder Acme oder Bolt. Dann sollten sie in einem Spielplan versuchen, möglichst schnell von ihrem Startpunkt zum Ziel zu kommen. Ihr Startkapital waren 60 cent. Wenn sie weniger als 60 Sekunden brauchten, machten sie Gewinn, bei mehr Verlust. Die kurze Strecke ist Einspurig, also kann sie immer nur einer zur Zeit befahren. Drohpotentiale: Tore, die von den Firmen kontrolliert werden konnten, um die Strecke abzuriegeln, Bedingungen ohne Tore, je einen mit Kontrolle über das Tor, mit beiden Versuchsteilnehmern mit Kontrolle über je ein Tor Ergebnis: größte Konflikte/Verluste wenn beide je ein Tor haben, größter Gewinn wenn beide keins haben (weil sie sich dann einfach immer abwechselnd gegenseitig durchlassen: 20 Durchgänge) weitere Bedingung mit Kommunikation: ändert nichts, verschärft eher noch die Situation, weil es wichtiger ist, das Gesicht zu behalten, als Gewinn zu machen/verlust zu vermeiden Fazit zu Deutsch & Krauss (1960): Wenn eine Partei die Möglichkeit hat, Drohungen einzusetzen, macht sie hiervon meist Gebrauch In Situationen, die ohne Drohpotential schnell zu naheliegenden kooperativen Lösungen führen, verhindern v.a. bilaterale Drohpotentiale eine Lösung und bewirken Verluste für beide Parteien Kommunikation allein hebt die negativen Wirkungen von Drohpotentialen nicht auf 13.9 Maßnahmen diskutieren, die zur Konfliktlösung und Aggressionsminderung beitragen. In diesem Zusammenhang insbesondere auf Verhandlungen, auf Interventionen durch Dritte und auf Kooperation zwischen Gruppen eingehen. Dieselben Prozesse, die zur Konflikteskalation beitragen, können umgekehrt werden, um De-Eskalation zu erreichen Wahrnehmungen und Reaktionen verändern Aggressive Hinweisreize entfernen weniger aggressive Vorbilder, Verfügbarkeit von Waffen z.b. Verschärfung der Waffengesetze in einzelnen Staaten der USA lassen Aggression zurückgehen (und verlagert sich nicht auf andere Waffen) Alternative Interpretationen fördern (systematische Verarbeitung) besonders bei zwei einzelnen Personen (das sprichwörtliche bis 10 zählen Empathie fördern (z.b. Feshbach & Feshbach, 1982) erfolgreiche Umsetzung in schulischen Trainingsprogrammen Konflikte durch Verhandlungen lösen Verhandlung = Wechselseitige Kommunikation zwischen Konfliktparteien mit dem Ziel, eine Vereinbarung zu erreichen Verschiedene Arten der Konfliktlösung:

64 Auferlegte Lösung ("win-lose") einer (normalerweise der Sieger) diktiert die Lösung Verteilungslösung (Kompromiss "split the difference") der klassische Kompromiss, man trifft sich in der Mitte Integrative Lösung ("win-win") beide Parteien sehen sich als Sieger, z.b. wenn man nach dem schaut, was dem Einzelnen besonders wichtig ist (subjektive Einschätzung von Sieg), manchmal aber einfach nicht möglich Parteien sind zufriedener bei Verteilungs- und integrativen Lösungen Integrative Lösung zu finden erfordert Zeit und ausgiebige Kommunikation Hindernisse: Zeitdruck, verzerrte Wahrnehmung der Ziele der Gegenpartei ("reaktive Abwertung") Wenn der andere es sagt, muss es schlecht sein, er will mit sowieso Böses, manchmal sind sich beide einig, erkennen es aber nicht Aufbau von Vertrauen notwendig Konflikt in handhabbare Teilprobleme aufgliedern; Erfolg bei Teilvereinbarung erhöht Vertrauen und macht weitere Einigungen wahrscheinlicher Norm der Gegenseitigkeit: GRIT-Strategie wechselseitiger Konzessionen (Osgood, 1962) Osgood: GRIT-Strategie kleine Konzessionen werden wieder mit Konzessionen beantwortet: Reziprozität, z.b. Ägypten und Jerusalem: erster Schritt zum Camp David Abkommen Intervention durch Dritte "Mediation" = Dritte als Vermittler helfen Kommunikationsprobleme zu überwinden "Arbitration" = Dritte als Schiedsrichter oder Schlichter entscheiden oder schlagen Lösung vor oft bei Tarifkonflikten eingesetzt oft kreative Lösungen, da keine Verzerrung durch Eigeninteresse; von beiden Parteien leichter zu akzeptieren Vermittler haben oft ein weniger verzerrtes Bild der Situation Kooperation zwischen Gruppen: die soziale Identität verändern (vgl. Allports Kontakt-hypothese; S&M Kapitel 5) Kontakthypothese: wenn unter bestimmten (günstigen) Bedingungen Gruppen zusammengebracht werden, kann sich die Wahrnehmung der Fremdgruppe verändern Bedingungen für Konfliktlösung durch Kooperation (Pettigrew & Tropp, 2006): übergeordnetes Ziel, das nur durch Kooperation beider Parteien erreicht werden kann z.b. Studie mit Kindern im Feriencamp: erst durch Kompetition Herbeiführung eines Gruppenkonflikts, später Aufgabe, die sie nur alle gemeinsam schaffen können (Bus aus dem Schlamm ziehen) wiederholte Gelegenheit zur Widerlegung negativer Stereotypen Kooperation muss erfolgreich sein sonst Rückfall in die alte Situation, Attribution von Versagen auf die Fremdgruppe gleicher Status der beiden Gruppen Unterstützung durch institutionalisierte Normen Metaanalyse von Feld- und Laborstudien (Pettigrew & Tropp): Kooperartion ist immer besser als gar keine, selbst wenn am Ende negativ Diese Bedingungen tragen zur Bildung einer neuen, positiv bewerteten gemeinsamen sozialen Identität bei (Motiv: valuing me and mine) Nützlich, wenn die ursprünglichen Gruppen weiter als Quellen sozialer Identität dienen können (vgl. Modell der wechselseitigen Differenzierung S&M Kapitel 5) z.b. unterschiedliche Rollen / Teilaufgaben für die beiden Gruppen Bewertung der Beiträge sowohl insgesamt als auch auf der Ebene der Teilgruppen Die Lernziele zu 13 im Licht der acht Grundprinzipien reflektieren. Subjektive Konstruktion der Realität Aggression und Konflikt oft Folge der subjektiven Wahrnehmung anderer. Universalität sozialer Einflüsse Soziale Normen und Gruppenzugehörigkeiten beeinflussen Aggression und Konflikt. Motiv der Kontrolle (Mastery) Aussicht auf objektive Belohnungen führt oft zu instrumenteller Aggression oder Konflikten zwischen

65 Gruppen. Motiv der Verbindung mit anderen (connectedness) Mangelnder Respekt und Bedrohung der Gruppen-identität lösen feindselige Aggression und Konflikte zwischen Gruppen aus. Motiv des Selbstwerterhalts (valuing me and mine) Positive Bewertung der Eigengruppe verbunden mit Abwertung anderer Gruppen, was Konflikte verschärft. Konservatismus Konflikte haben sich selbst aufrecht erhaltende Merkmale. Unterschiede in der Verarbeitungstiefe Systematische Verarbeitung kann Aggression reduzieren, indem es alternative Lösungen aufzeigt. 14. Hilfe und Kooperation Prüfungsrelevant: S&M Kapitel 14 ohne Abschnitt "Volunteering in the AIDS Epidemic" (pp ); Vorlesungsfolien; Schlüsselstudie: Darley & Latané (1968) Den Begriff prosoziales Verhalten definieren; Unterschiede zwischen Altruismus und Egoismus als Motive für prosoziales Verhalten erläutern. Prosoziales Verhalten = Verhalten, das in der unmittelbaren Absicht ausgeführt wird, jemand anderem zu helfen oder zu nützen weitere Ziele können eine Rolle spielen Verschiedene Motive für prosoziales Verhalten Altruismus = Prosoziales Verhalten motiviert allein durch den Wunsch, der anderen Person zu helfen, nicht für eigenen Nutzen Egoismus = Prosoziales Verhalten zumindest teilweise motiviert durch den Wunsch, den eigenen Nutzen zu erhöhen (mastery) Nutzen schließt positive Emotionen als Ergebnis des Helfens ein Gibt es reinen Altruismus? Kontinuum: egoistisch < > altruistisch 14.2 Die Entscheidungsprozesse und -schritte erläutern, die Hilfeverhalten bzw. dem Ausbleiben von Hilfeverhalten zugrunde liegen. Drei Entscheidungen Wird Hilfe benötigt? Hat die Zielperson Hilfe verdient? Sollte ich helfen? Wird Hilfe benötigt? Umweltreize können verhindern, dass wir eine Notlage wahrnehmen Großstadt versus ländliche Gegend Gute Stimmung erhöht die Aufmerksamkeit für Bedürfnisse anderer z.b. Experiment von Isen & Levin (1972) Reaktionen anderer beeinflussen Interpretation der Situation (Universalität sozialer Einflüsse) "pluralistic ignorance" (vgl. Kap. 9) Experiment von Latané & Darley (1968): Rauch aus der Klimaanlage wie verhält sich der Konfident? Hat die Zielperson Hilfe verdient? Norm der sozialen Verantwortung: "Hilf denen, die hilflos oder hilfebedürftig sind" d.h. alten Menschen, Kindern, Kranken etc. Attributionen hinsichtlich der Beeinflussbarkeit: "selbst schuld?" z.b. "Ist die bewusstlose Person krank oder betrunken?" Attributionsmuster beeinflussen Einstellungen zu sozialpolitischen Maßnahmen (Kluegel & Smith, 1986)

66 Sollte ich helfen? Bin ich derjenige, der helfen sollte? Forschungsprogramm zu "bystander nonintervention" angeregt durch spektakulären Mordfall "Kitty Genovese", New York 1964 (http://www.crimelibrary.com/serial_killers/predators/kitty_genovese/) 38 Zeugen, keiner leistet Hilfe oder ruft die Polizei Je mehr andere anwesend sind, desto weniger fühlt sich jeder Einzelne zur Hilfe verpflichtet: "Verantwortungsdiffusion" 14.3 Den Begriff "Verantwortungsdiffusion" erläutern; die zugehörige Schlüsselstudie von Darley und Latané (1968) im Detail kennen (Anlass, Fragestellung, Erklärungen für den Einfluss weiterer Anwesender, Hypothesen, Design, Ablauf, abhängige Variablen, Befunde, Interpretation) Erläutern, wie soziale Normen Hilfeverhalten fördern, aber auch hemmen können. Normen können Hilfeverhalten fördern oder hemmen Normen, die Hilfe fördern Personen in Führungspositionen oder mit spezieller Verantwortung helfen eher Sobald jemand hilft, nehmen andere dieses Verhalten als normativ wahr und helfen ebenfalls Lernen am Modell (vgl. Kap. 13) Persönliche Normen werden über Sozialisation erworben (Vorbild der Eltern, Religiosität) Normen, die Hilfe hemmen Norm der Privatheit: Fremde intervenieren selten in "Familienangelegenheiten" Studie von Shotland & Straw (1976): Mann greift Frau tätlich an, Reaktion der Frau: "I don't know you!" / "I don't know why I ever married you!" 14.5 Evolutionäre Erklärungen für Hilfeverhalten skizzieren. Biologische Grundlagen: Ist prosoziales Verhalten genetisch determiniert? Eine interpretation der Evolutionstheorie: Tendenz anderen zu helfen, die Kosten für den Helfer beinhaltet, kann nicht durch natürliche Auslese entstehen Aber: Hilfe kann auch dem Helfer nützen Hilfe für Verwandte (die Kopien der eigenen Gene besitzen) erhöht die "inclusive fitness" Hilfe für Gruppenmitglieder nützt dem Überleben und der Fortpflanzung der Gruppe (die mit dem Helfer verwandte Personen enthält) Studie zur Hilfsbereitschaft in hypothetischen Situationen (Burnstein, Crandall & Kitayama, 1994) Hypothesen: Hilfe richtet sich selektiv auf verwandte Individuen. Je höher der Verwandtschaftskoeffizient, desto wahrscheinlicher wird Hilfe geleistet. Verwandtschaftskoeffizient: 0.50 Bruder, Schwester, Vater, Mutter 0.25 Onkel, Tante, Neffe, Nichte, Großvater, Großmutter Cousin, Cousine, Urgroßvater, Urgroßmutter etc. Beispielsituation: "Drei Personen schlafen in verschiedenen Räumen eines brennenden Hauses. Es sind Ihre 7-jährige Cousine, Ihr 75-jähriger Großvater und ein 21-jähriger entfernter Bekannter. Sie können nur eine Person retten." Wie bei der Aggression sind auch Tendenzen zu helfen nicht "fest verdrahtet"

67 Verhalten abhängig von flexibler Interpretation der Situation (subjektive Konstruktion der Realität) Motiv zu helfen wird durch Hinweisreize aktiviert, wie z.b. Verwandtschaft oder emotionale Nähe der hilfebedürftigen Person 14.6 Erläutern, inwiefern das Mastery-Motiv Hilfeverhalten zugrunde liegt, und welche Rolle dabei Stimmungen und Emotionen spielen. Motiv "mastery": Individueller Nutzen und individuelle Kosten des Helfens Helfen kann abhängig sein von Nutzen und Kosten des Verhaltens Studie: Helfen tatsächlich abhängig von Nutzen und Kosten (Batson, 1998) Nutzen z.b.: Dankbarkeit des Opfers, Hilfe als Gegenleistung, Bewunderung der Zuschauer Kosten z.b.: Zeitaufwand, Gefahr für eigene Gesundheit, Risiko, sich zu blamieren oder etwas falsch zu machen Fähigkeiten des Helfenden beeinflussen Kosten und Nutzen z.b. Ausbildung in Erster Hilfe In vielen Notfällen schreiben sich Männer größere Fähigkeit zu helfen zu (Metaanalyse von Eagly & Crowley, 1986) Nutzen des Helfens oft emotional: Wir fühlen uns gut, wenn wir helfen Gute Stimmung => mehr Hilfe außer wenn wenn durch das Helfen die Stimmung beeinträchtigt wird (Isen & Simmonds, 1978) Auch negative Emotionen können zu mehr Hilfe führen eher dann, wenn P durch die Hilfe der negativen Stimmung entkommen kann Schuldgefühle => mehr Hilfe (Katholiken spenden häufiger, wenn sie auf dem Weg zur Beichte angesprochen werden, als wenn sie gerade von der Beichte kommen; Harris et al., 1975) Ist Hilfe rein egoistisch motiviert? Wenn Nutzen auch nicht-beobachtbare emotionale Zustände einschließt, kann man als Motiv für Hilfe immer persönlichen Nutzen (mastery) unterstellen "Negative-state relief model" (Schaller & Cialdini, 1988): Andere leiden zu sehen verursacht negative Emotionen beim Beobachter, die dieser durch Hilfe abbauen kann Aber auch Flucht oder Ablenkung als alternative Reaktionen möglich Nicht jede negative Emotion fördert Hilfeverhalten: Traurige Personen helfen oft weniger Ursache: Ablenkung durch auf das Selbst gerichtete Aufmerksamkeit Studie von Thompson et al. (1980): Vpn stellen sich vor, dass Freund / Freundin todkrank ist UV: Fokus dabei entweder auf eigenen Gefühlen oder Gefühlen des Freundes / der Freundin AV: Hilfe in neuer Situation Ergebnis: 25% Hilfe bei Selbst-Fokus, 83% bei Fokus auf Freund / Freundin

68 Fazit: Multiple Effekte der Stimmung 14.7 Erläutern, inwiefern das Connectedness-Motiv Hilfeverhalten zugrunde liegt, und welche Rolle dabei Empathie und soziale Identifikation spielen. Motiv "connectedness": Empathie und Altruismus Empathie-Altruismus-Hypothese (Batson): Zwei emotionale Reaktionen auf das Leiden anderer Persönliches Leiden ("personal distress") Empathische Sorge ("empathic concern") Persönliches Leiden motiviert zu egoistischem Helfen oder zur Flucht Empathische Sorge motiviert zu altruistischem Helfen Studie von Batson et al. (1981) eine Versuchsperson beobachten Konfidentin (Elaine), die scheinbar Elektroschocks erhält UV1: Ähnlichkeit mit Elaine (niedrig vs. hoch) soll Empathie erschweren vs. erleichtern UV2: Fluchtmöglichkeit (gegeben vs. nicht gegeben) AV: Ist die Versuchsperson bereit, mit Elaine zu tauschen? Ergebnis: Empathie bewirkt Hilfe sogar dann, wenn Flucht möglich Viele bestätigende Befunde zur Empathie-Altruismus-Hypothese Auch bekannt aus Forschung zu Freundschaft und engen Beziehungen (s. Kap. 11), dass die Sorge um das Wohlergehen anderer von Empathie (connectedness) und persönlichem Nutzen (mastery) abhängt Schon minimale Hinweise auf Verbundenheit (z.b. Verhaltens-Mimikry) können Hilfe-verhalten fördern 14.8 Den Begriff soziales Dilemma definieren und erläutern, wie kooperatives Verhalten in solchen Dilemmata gefördert werden kann. Wir helfen Mitgliedern der Eigengruppe mehr als anderen (valuing me and mine) Soziale Identifikation verwandelt Nutzen für die Gruppe in Nutzen für das Individuum Was passiert, wenn Nutzen für das Individuum und Nutzen für die Gruppe im Gegensatz zueinander stehen? Soziales Dilemma = Situation, in der eine Handlungsalternative, die für das Individuum den größten Nutzen bringt, der Gruppe schadet, wenn sie von vielen Individuen gewählt wird Es besteht also ein Konflikt zwischen individuellem und kollektivem Interesse: Jedes einzelne Gruppenmitglied ist besser dran, wenn es nicht kooperiert egal, was die anderen tun Alle Gruppenmitglieder zusammen sind besser dran, wenn alle kooperieren Beispiel: Das Gefangenendilemma Merkmale: Das individuelle Ergebnis ist bei unkooperativem Handeln immer positiver als bei kooperativem Handeln

69 Das gemeinsame Ergebnis ist am positivsten, wenn beide Partner kooperativ handeln (= leugnen) Ein N-Personen-Gefangenendilemma (am Beispiel der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft): Individueller Nutzen ist für "unkooperative" Nichtmitglieder höher als für "kooperative" Mitglieder; Gesamtnutzen ist für alle höher, je mehr Personen kooperativ sind. Dilemma der Erschöpfung begrenzter Ressourcen Beispiel: Fischteich-Dilemma: Jede Versuchsperson ist motiviert, so viel zu fangen wie möglich Aber: Überfischung erschöpft die Ressource niemand mehr hat einen Nutzen Dilemma öffentlicher Güter Öffentliches Gut gibt es nur für alle (auch für die, die nichts beitragen) oder überhaupt nicht z.b. öffentlich-rechtliches Fernsehen, saubere Luft Individuum ist motiviert, das Gut zu nutzen ohne zu zahlen ( Trittbrettfahren, vgl. Kap. 12) Aber wenn niemand zahlt, verschwindet das Gut Verhalten in sozialen Dilemmata Normalerweise handeln Menschen nach ihrem individuellen Interesse => Ressource geht verloren Verhalten oft verstärkt durch Normen (man sieht oder erwartet, dass andere das Gleiche tun) Individuelle Habgier ist stärkeres Motiv als die Furcht, eigenen Einsatz zu verlieren (Caporael et al., 1989) Strukturelle Lösungen: (a) die Ergebnisstruktur verändern bei begrenzten Ressourcen: Quoten setzen (z.b. Höchstmengen beim Fischfang) bei öffentlichen Gütern: allgemeine Gebühren erheben (z.b. Steuern; Rundfunkgebühren) Kooperation belohnen (z.b. Extrafahrstreifen für Busse oder Fahrgemeinschaften) Wirkungsweise: Konflikt wird abgeschwächt oder sogar aufgelöst (b) die Entscheidungsstruktur verändern z.b. Entscheidungen an Gruppenleiter delegieren Nachteil: strukturelle Lösungen erfordern Kontrolle Interindividuelle Unterschiede Frauen kooperieren mehr als Männer Menschen aus kollektivistischen Kulturen kooperieren mehr als Menschen aus individualistischen Kulturen Jeweils erklärbar durch unterschiedliche Betonung von connectedness Soziale Wertorientierungen: manche Menschen tendieren generell mehr zu Kooperation, andere mehr zu Wettbewerb oder individueller Nutzenmaximierung Soziale Identifikation mit der Gruppe fördert Kooperation Individuen übernehmen Gruppenziele als ihre eigenen erwarten, dass andere Gruppenmitglieder ebenfalls kooperieren Gruppennormen, die Koopperation fördern, sind kognitiv zugängliche Leitbilder für Verhalten Personen, die sich in einer Gruppendiskussion verpflichten zu kooperieren, tun dies später auch in einer Dilemma-Situation (Hopthrow & Hulbert, 2005) Gruppenidentifikation wird gefördert durch Kommunikation zwischen Gruppenmitgliedern fördert Norm der Kooperation funktioniert beser in kleineren Gruppen Gleichheit der Gruppenmitglieder in Bezug auf Nutzung der Ressource ungleiche Nutzung erhöht Unsicherheit in Bezug auf Verhalten der anderen kognitive Zugänglichkeit von Gruppennormen

70 Wahrnehmung eines Zusammenhangs zwischen eigenem Handeln und dem Wohlergehen der Gruppe Feedback über Effektivität => Motiv: mastery Probleme und Lösungen in sozialen Dilemmata 14.9 Erläutern, welche Faktoren zu spontanem und geplantem Hilfeverhalten beitragen. Spontanes Helfen, oberflächliche Verarbeitung Notfälle: reduzierte Verarbeitungskapazität (Zeitdruck, starke Emotionen) kognitiv zugängliche Gefühle (z.b. Empathie) oder Normen bestimmen das Handeln Anwesenheit anderer reduziert Hilfe (die bloße Vorstellung vieler Menschen genügt "implicit bystander effect", Garcia et al., 2002) Geplantes Helfen, systematische Verarbeitung langfristige Verpflichtungen erlauben ausführliches Nachdenken und Planung (z.b. ehrenamtliche Tätigkeiten) Wiederholtes Helfen trägt zu stabiler Selbstwahrnehmung bei ("ich bin ein hilfsbereiter Mensch") fördert zukünftiges Helfen, z.b. regelmäßige Spenden (vgl. "foot-in-the-door"-effekt) "Organizational citizenship behaviors" = KollegInnen helfen, auch wenn es nicht formal "zum Job gehört" bei Notfällen einspringen; Neulingen Ratschläge geben Korreliert mit Identifikation mit der Organisation Langfristiges Helfen kann mehreren Zielen dienen Egoistische Motive (mastery: neue Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen; soziale Anerkennung) Altruistische Motive (connectedness: Empathie; humanitäre Werte) Identifikation mit der Gruppe (valuing me and mine: Mitgliedern der eigenen Gruppe helfen) Strategien beschreiben, durch die sich Hilfeverhalten in der Gesellschaft fördern lässt. Problem beim Annehmen von Hilfe: vermittelt zwei gegensätzliche Botschaften selbst-unterstützende Aspekte z.b. Erfüllung von Bedürfnissen, Erfahren von Wertschätzung selbst-bedrohliche Aspekte z.b. Gefühl der Inkompetenz oder Machtlosigkeit; Erwartung, Hilfe erwidern zu müssen Beispiele: Programme zur Förderung von Minderheiten Männer, die nicht nach dem Weg fragen

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