Der Neorealismus von K.Waltz zur Erklärung der Geschehnisse des Kalten Krieges

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1 Politik Manuel Stein Der Neorealismus von K.Waltz zur Erklärung der Geschehnisse des Kalten Krieges Studienarbeit

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3 Inhalt 1. Einleitung 1 2. Der Neorealismus nach Kenneth Waltz 2 3. Der Kalte Krieg Beginn des Ost-West Konflikts Blockbildung und Akteure Ende des Kalten Kriegs 6 4. Neorealismus während des Ost-West-Konflikts Neorealismus am Ende des Ost-West-Konflikts Schwächen des Neorealismus 9 5. Fazit 10 Literaturhinweise

4 1. Einleitung Es ist für die Regierung der Vereinigten Staaten nicht möglich, die gegenwärtigen Machthaber in Russland als eine Regierung anzuerkennen, mit der Beziehungen wie zu anderen befreundeten Regierungen fortgesetzt werden können. [ ] Entgegen seinem Willen ist die Regierung der Vereinigten Staaten davon überzeugt worden, dass das gegenwärtige Regime in Russland auf der Negation aller Prinzipien von Ehre und gutem Glauben aufbaut. (Stöver 2007: 30) Dieses Zitat, aus einem vom amerikanischen Präsidenten Wilson 1920 unterzeichneten Memorandum, stellt die Gründe der Skepsis der USA gegenüber der Sowjetunion dar. Obwohl das Memorandum über 20 Jahre vor der Anti-Hitlerkoalition angefertigt wurde, ist dieses Zitat dennoch sinnbildlich für das Verhältnis der beiden Staaten und ihrer Verbündeten zwischen 1947 und 1991, die Zeit des Kalten Kriegs. Die Bevölkerung der nördlichen Hemisphäre lebte in dieser Zeit zwar ein friedliches Leben, jedoch im Schatten der drohenden atomaren Weltvernichtung. (Greiner/Müller/Walter 2006: 7/8). Auf der einen Seite standen die USA zusammen mit dem westalliierten Militärbündnis NATO, auf der anderen Seite die Sowjetunion in Verbindung mit den verbündeten Staaten des Warschauer Paktes. Es begann ein Rüstungswettlauf, für den in den letzten Jahren des Kalten Kriegs von beiden Nationen jährlich rund 700 Milliarden US-Dollar ausgegeben wurden (Stöver 2007, 145). Hieraus hätte sich ein an Größe nicht zu überbietender militärischer Konflikt entwickeln können. Letzten Endes blieb die Lage zwischen den Kernmächten der beiden Blöcke aber weitgehend ruhig und stabil. Der Kalte Krieg fand 1991, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, sein Ende. Wie aber lässt sich das Ende dieses Konflikts erklären? Warum wurde der bestehende Status nach über 40 Jahren geändert und der Konflikt, in den soviel Geld investiert wurde, friedlich beigelegt? Ich möchte in dieser Hausarbeit untersuchen, inwiefern die neorealistische Theorie von Kenneth Waltz einen Erklärungsansatz für die gestellte Problematik liefert. Welche Geschehnisse kann man mit dem Neorealismus erklären, bei welchen Vorgängen scheitert diese Theorie und bringt somit keine verwertbaren Erkenntnisse? Dazu werde ich im ersten Teil der Arbeit die Kernthesen von Waltz herausarbeiten, um sie in einem späteren Teil konkret auf den Kalten Krieg anzuwenden. Im zweiten Abschnitt schildere ich wie es zum Ausbruch des Ost-West-Konflikts gekommen ist 1

5 und lege dar, wie sich die beiden Blöcke gebildet haben. Diese Ausarbeitungen sind wichtig, um die darauf folgende Passage der Hausarbeit, das Ende des Kalten Kriegs, im Zusammenhang zu verstehen. Im weiteren Verlauf werde ich mittels der Theorien von Waltz Ereignisse des Kalten Kriegs, explizit das Ende des Ost-West- Konflikts, erklären. Damit einhergehend werde ich auch untersuchen, wo der Neorealismus keine Erklärungsansätze bietet. Abschließend folgt ein persönliches Fazit. Auf die Aufarbeitung diverser Stellvertreterkriege in der Dritten Welt sowie spezieller Krisen (z.b. Kubakrise) wird bewusst verzichtet. 2. Der Neorealismus nach Kenneth Waltz Kenneth Waltz hat in seinem Hauptwerk Theory of International Politics von 1979 eine Theorie der internationalen Politik aufgestellt. Seiner Auffassung nach sind Theorien keine Beschreibungen der realen Welt, sondern Instrumente die entwickelt werden um Teile der realen Welt zu erklären (Masala 2005: 37). Sein Anliegen war es systematische Aussagen über die strukturellen Bedingungen zu formulieren unter denen Staaten in der internationalen Politik agieren und interagieren (Masala 2005: 74). Er lehnt seine Theorie des Neorealismus an den Realismus von Hans J. Morgenthau an und versucht diesen auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen (Masala 2005: 73). Es existieren mehrere Grundsätze die für den Neorealismus von zentraler Bedeutung sind. Alle Staaten sind Akteure der internationalen Politik und nehmen somit Einfluss auf diese. Jeder Staat ist dabei souverän, was bedeutet, dass er selbst entscheiden kann, [ ] wie auf interne und externe Herausforderungen reagiert wird, einschließlich der Entscheidung ob man zur Bewältigung dieser Herausforderungen mit anderen Staaten zusammenarbeitet oder nicht (Masala 2005: 41). Waltz bezeichnet in seinem Werk security als the highest end (Waltz 1979: 126). Das oberste Ziel eines Staates ist also das Streben nach Sicherheit beziehungsweise die Sicherung seiner Existenz. Dabei ist zu beachten, dass Staaten als rationale Akteure anzusehen sind, die mit den vorhanden Ressourcen versuchen, ihre Ziele zu erreichen (Masala 2005: 44/73). Des Weiteren ist festzuhalten, dass Staaten in Form einer black box auftreten. Demnach wird in der neorealistischen Theorie nicht die Struktur eines 2

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