Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln für den Berichtszeitraum November 1996 bis November 1997

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1 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln für den Berichtszeitraum November 1996 bis November 1997 von Prof. Dr. Hans E. Büschgen 1. Leasingforschung Die Aktivitäten des Forschungsinstituts für Leasing zeichneten sich auch in diesem Berichtszeitraum durch eine große inhaltliche Vielfalt aus. Thematik war unter anderem die Preiskalkulation von Leasingverträgen, die trotz kontinuierlichem Wachstum des Anteils von Leasinggeschäften an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen und als unverzichtbare Grundlage jeglichen marktorientierten leasingspezifischen Handelns erstaunlicherweise bislang in der Literatur nur eine untergeordnete Behandlung erfährt. Schwerpunkt unserer diesbezüglichen Forschung war hierbei die allgemeinen Grundlagen betrieblicher Kalkulation weitgehend voraussetzend eine ausführliche, vornehmlich Mobilienleasing-Verträge fokussierende Diskussion leasingspezifischer Besonderheiten und Problembereiche der Kalkulation, basierend auf dem Prinzip der kostenorientierten Preisbestimmung. Unter Berücksichtigung der konstitutiven Spezifika leasingtypischer Kalkulationen wie der besonderen Relevanz der Gemeinkosten, den umfangreichen Prognosetätigkeiten sowie dem aperiodischen Charakter von Leasingtransaktionen erfolgten in diesem Zusammenhang Untersuchungen spezifischer Kostenarten: Im einzelnen wurden insbesondere die Investitionskosten als zentrale Ausgangsgröße zur Ermittlung der Leasingraten, die aus Fremdkapitalkosten sowie kalkulatorischen Eigenkapitalkosten bestehenden Finanzierungskosten, die insbesondere auf Objekt- und Bonitätsrisiken fokussierenden Risikokosten, die von marktdeterminierten Einflußfaktoren bestimmte Gewinnmarge wie auch die anfänglich überdurchschnittlich belastenden und zudem einen hohen Gemeinkostencharakter aufweisenden Betriebskosten diskutiert und diesbezügliche vielschichtige Problembereiche dargelegt. Darüber hinaus zählte auch die Erstellung einer Art Szenario über die Einführung der Europäischen Währungsunion und die daraus resultierenden Auswirkungen auf

2 Seite 4 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing die Leasingbranche weiterhin zu unserem Forschungsgegenstand. Ziel der Darstellung war es, die Auswirkungen der Umsetzung einer anstehenden Währungsunion auf das Leasinggeschäft in Europa und insbesondere auf den bislang vorwiegend von nationalem Wettbewerb geprägten deutschen Leasingmarkt in ausgewählten Bereichen aufzuzeigen. Hierbei kamen wir zu dem Ergebnis, daß mit der Einführung einer einheitlichen europäischen Währung sowohl Änderungen auf den bislang vorwiegend national dominierten Leasingmärkten als auch auf den für die Leasingbranche indirekte Relevanz aufweisenden Kapital- und Industriegütermärkten einhergehen werden, die trotz der bisher verhaltenen zwischenstaatlichen innereuropäischen Entwicklung im Leasingbereich eine Reihe potentieller Vorteile, aber auch Probleme und Risiken mit sich bringen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden von der Leasingpraxis mit großem Interesse aufgenommen, was neben der Veröffentlichung in den Mitteilungen und Berichten des Instituts zudem Publikationen sowohl in der Zeitschrift Finanzierung, Leasing, Factoring wie auch in der Sonderbeilage Leasing des Handelsblatt bewirkte. Die Kapazitäten des Forschungsinstituts wurden auch in diesem Berichtszeitraum durch Herausgebertätigkeiten zum "Beck'schen Leasing-Handbuch" gebunden. Vor allem die unverändert zögerliche Überarbeitung der Manuskripte hat eine im Hinblick auf den Zeitaufwand effiziente Wahrnehmung der mit der Herausgabe verbundenen Aufgaben wesentlich erschwert. Aufgrund der zeitlichen Verzögerung der Drucklegung bedarf es zudem einer erneuten und aufwendigen Überarbeitung der von mir schon frühzeitig eingebrachten Beiträge. Jedoch ist mit dem Erscheinen des Werkes laut Auskunft des Verlags noch in diesem Jahr zu rechnen. Allerdings erfolgte dieses Versprechen nicht zum ersten Male. Mitte des Jahres ist ein neuer Band der Mitteilungen und Berichte des Instituts als Nr. 25 erschienen, der neben dem letztjährigen Forschungsbericht, unseren Darstellungen zur Preiskalkulation von Leasingverträgen sowie zum Leasing in Verbindung mit der Europäischen Währungsunion Auszüge aus einer von uns betreuten Diplomarbeit zur Thematik internationaler Leasingtransaktionen in Deutschland aus rentabilitäts- und risikoorientierter Sichtweise beinhaltet. Gegenstand der Institutsarbeit ist außerdem die Überarbeitung der als Band Nr. 22 der "Mitteilungen und Berichte" erschienen Leasing-Bibliographie. Dieses, leasingrelevante Veröffentlichungen bis Ende September 1995 erfassende Werk bedarf nunmehr einem

3 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing Seite 5 Nachtrag der Jahre 1995, 1996 und 1997, der Anfang nächsten Jahres als Ergänzung zur 3. Auflage der Leasing-Bibliographie in den Mitteilungen und Berichten publiziert werden wird. Die momentan laufenden diesbezüglichen Literaturrecherchen werden auch weiterhin aufgrund des mittlerweile sehr umfangreichen leasingspezifischen Schrifttums auf ein alphabetisches Register verzichten. Da zugleich aber die Gliederung, nach der die einzelnen Literaturquellen Themenschwerpunkten zugeordnet werden, weiter verfeinert worden ist, kann davon ausgegangen werden, daß die Bibliographie ihre Funktion als praktischer Führer durch die Leasingliteratur auch weiterhin erfüllen kann. Darüber hinaus wird die Leasing-Bibliographie seit Frühjahr letzten Jahres mit großem Erfolg in Diskettenform angeboten, die neben der vorhandenen thematischen Sortierung der Quellen zudem eine alphabetische Arrangierung ermöglicht. Hierbei wurde von unserer Seite auf Kompatibilität mit allen gängigen Anwenderprogrammen geachtet. Auch war die Beobachtung osteuropäischer Leasingmärkte, vornehmlich des tschechischen Leasingmarktes, der mit einer Leasingquote von 20 Prozent einen hohen Anteil der durch Leasing finanzierten Investitionen und zudem stabile steuerliche Rahmenbedingungen aufweist, Thematik des Forschungsinstituts. Verbinden konnten wir unsere Beobachtungen mit dem Besuch einer tschechischen Leasing-Gesellschaft vor Ort, den wir als eine Station der Fachexkursion des Bankseminars nach Prag durchgeführt haben. Unser Besuch galt der CAC Leasing a.s., mit einer Bilanzsumme von 14,5 Mrd. CZK und einem Vertragsvolumen von circa 10 Mrd. CZK das größte Institut des tschechischen Leasingmarktes, auf dem mit rund 300 Instituten ein intensiver Wettbewerb herrscht. Durch den Besuch der als Tochtergesellschaft der österreichischen Creditanstalt Bankverein AG und deren österreichischen Leasingtochter CA Leasing Wien GmbH sowie der Komercní Banka Praha a.s. konzipierten Unternehmung konnten wir einen detaillierten Einblick in die vornehmlich fokussierten Geschäftsfelder, das Kfz-Leasing und das Leasing von Maschinen, Anlagen und Computersystemen wie auch in die für tschechische Leasingtransaktionen relevanten Rahmenbedingungen gewinnen. Bezüglich der Anzahl von an meinem Seminar angefertigten Diplomarbeiten ist im Berichtszeitraum weiterhin eine Konsolidierung auf dem Niveau der Vorjahre zu konstatieren. Diese Tatsache resultiert wie schon in den Vorjahren aus der insgesamt stagnierenden Zahl der eingeschriebenen Studenten an der Kölner wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wie auch aus einer Modifikation des Prüfungsverfahrens, die den Studenten nun die Erstellung der Diplomarbeit auch nach dem Examen ermöglicht. Den

4 Seite 6 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion für die Leasingbranche folgend wurden weiterhin rentabilitäts- und risikoorientierte Aspekte internationaler Leasingtransaktionen untersucht. Außerdem wählten die Studenten Themen aus den Bereichen des Einsatzes von Derivativen als Refinanzierungsinstrumente von Leasing-Gesellschaften, der betriebswirtschaftlichen Analyse von Mobilienleasing-Fonds wie auch der kommunalen Finanzierungen mittels Leasing zum Gegenstand ihrer Diplomarbeiten. 2. Veröffentlichungen und Öffentlichkeitsarbeit a) Veröffentlichungen Büschgen, Hans E.: Preiskalkulation von Leasingverträgen, in "Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln", Nr. 25 (1997), S Büschgen, Hans E.: Leasing und Europäische Währungsunion, in "Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln", Nr. 25 (1997), S Büschgen, Hans E.: Kosten und Effizienzgewinne durch einheitliche Währung, in Handelsblatt vom , Nr. 74, Sonderbeilage Leasing, S. B2 und B4. Büschgen, Hans E.: Leasing und Europäische Währungsunion, in Finanzierung, Leasing, Factoring, 1997, Nr. 1, S Büschgen, Hans E.: Leasing aus theoretischer Sicht, in: Enzyklopädisches Lexikon für das Geld-, Bank- und Börsenwesen, Fritz Knapp Verlag, Veröffentlichung erfolgt in Kürze. Büschgen, Hans E. (Hrsg.): Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln, Nr. 24 (Ende 1996). Büschgen, Hans E. (Hrsg.): Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln, Nr. 25 (1997). Büschgen, Hans E. und Göttgens, Sabine: Forschungsinstitut für Leasing an der Universität zu Köln, in Finanzierung, Leasing, Factoring, 1997, Nr. 4, S

5 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing Seite 7 b) Sonstige Öffentlichkeitsarbeit Auch in diesem Berichtszeitraum deutet die Vielzahl von Anfragen und Auskunftsersuchen der Praxis sowie seitens der Studenten an meine Mitarbeiter und mich auf einen hohen Bekanntheitsgrad unserer Forschungsinstituts hin. Die geleistete Hilfestellung erfolgte in Form einer Vielzahl von Literaturhinweisen wie auch geführten Gesprächen. Hierbei ist erfreulicherweise weiterhin eine Zunahme der Anzahl von Auskunftsersuchen der Studenten, die an anderen Universitäten und Fachhochschulen mit der Erstellung leasingspezifischer Seminar- oder Diplomarbeiten befaßt sind und im Forschungsinstitut für Leasing eine zentrale Anlaufstelle sehen, zu verzeichnen. Wie bereits im Tätigkeitsbericht der Vorperioden möchte ich aber nochmals darauf hinweisen, daß dem Institut nicht die Aufgabe eines Unternehmensberaters zukommen kann. Gerade letztere haben im Berichtszeitraum bei der Erarbeitung leasingspezifischer Konzepte des häufigeren das Forschungsinstitut kontaktiert. Zwar sind auch in solchen Fällen die Mitarbeiter grundsätzlich zu Fachgesprächen bereit; jedoch kann Beratungsunternehmen und anderen erwerbswirtschaftlich tätigen Unternehmen, die Leistungen des Forschungsinstituts in Anspruch nehmen und ihrerseits die von ihnen geleistete Arbeit den Mandanten in Rechnung stellen, nicht ohne Mitgliedschaft im Förderverein des Forschungsinstituts, das grundsätzlich keine Rechnungen für geleistete Dienste erstellt, unentgeltlich Auskunft erteilt werden. Zudem sei im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit auf den von meiner Mitarbeiterin Frau Göttgens und mir in der Zeitschrift Finanzierung, Leasing, Factoring erschienenen Artikel mit wieder einmal dem Ziel einer Forcierung des Bekanntheitsgrades unseres Forschungsinstitutes hingewiesen, der neben einem Überblick über unsere Struktur und organisatorische Ausgestaltung vornehmlich die Vorstellung der Aktivitäten des Instituts zum Gegenstand hat. Diese Publikation ist auf große Resonanz aus der Praxis sowohl in Form von Literaturersuchen, generellen Kontaktaufnahmen als auch Mitgliedschaftsanfragen gestoßen. Weitere Publizität erlangt das Forschungsinstitut zudem durch seine Präsenz im Internet unter der Adresse die als Präsentationsmedium des Instituts durch Erläuterung der institutsspezifischen Konzeption, Vorstellung der Redaktion sowie mittels der Veröffentlichung neuer Mitteilungen und Berichte fungiert. Auch wird die Internetpräsenz des Institutes

6 Seite 8 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing zunehmend von Studenten wie auch von der Praxis als Kontaktstelle für spezifische Fragen und Anforderungen von Mitteilungen und Berichten genutzt. 3. Leasing und universitärer Lehrbetrieb a) Universitäre Rahmenbedingungen An der Universität zu Köln studieren gegenwärtig insgesamt ca Studenten, davon an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, an der Juristischen und an der Philosophischen Fakultät. Im letzten Examenstermin sind von den Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern 130 Kandidaten im Fach Bankbetriebslehre angetreten; dies entspricht einem jährlichen Aufkommen von ca. 260 Examenskandidaten für das Fach Bankbetriebslehre. An meinem Seminar und Institut beschäftige ich gegenwärtig zehn wissenschaftliche Mitarbeiter; einen bereits promovierten Mitarbeiter mit dem Ziel der Habilitation sowie neun Doktoranden. Ferner sind an unserem Seminar zehn studentische Hilfskräfte mit je acht Wochenstunden tätig, deren Mitarbeit für bank- und leasingspezifische Tätigkeiten wie auch für die Aufrechterhaltung unserer institutseigenen Bibliothek unentbehrlich ist. Aus Mitteln des Forschungsinstituts für Leasing konnten hiervon zwei studentische Hilfskräfte sowie ein wissenschaftlicher Mitarbeiter (3/4-Stelle) bezahlt werden. Weitere Mittel des Forschungsinstituts für Leasing konnten für Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen in unserem Computerbereich wie auch für unsere über regionale Grenzen hinweg Bekanntheit genießende Leasing-Bibliothek eingesetzt werden; in letzterer sind aus Institutsmitteln Neuerscheinungen für ca DM eingestellt worden. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen für die bereitgestellten Mittel herzlich bedanken; sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Forschung und Lehre. Konkret konnte die aus Mitteln des Instituts finanzierte Leasing-Bibliothek im Berichtszeitraum um 41 Exemplare erweitert werden, so daß nunmehr ein Bestand von 737 Quellen existiert, davon 433 verschiedene zu leasingspezifischen Fragestellungen. Nicht unerwähnt bleiben sollen zudem aus unserer Institutsarbeit erzielte Einnahmen, die mit dem Verkauf institutseigener Veröffentlichungen erzielt werden (MuB Nr. 21 Leasingverfahren im Hochschulbau sowie MuB Nr. 22 Leasing-Bibliographie). Sie

7 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing Seite 9 beliefen sich im Berichtszeitraum auf über 3.000,-- DM und stehen für die Belange des Leasing-Instituts zur Verfügung. b) Lehrveranstaltungen Bei unserer letztjährigen Jahrestagung hat Herr Rechtsanwalt Rüdiger von Voss, Bundesgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums des Wirtschaftsrates der CDU, in einer auch den Studenten und anderen Interessierten zugänglichen Veranstaltung zum Thema "Hat der Industriestandort Deutschland Zukunft?" referiert und sich einer anschließenden Diskussion gestellt. Gegenstand des Vortrages bildeten die Diskussion und Ursachenerörterung der der deutschen Wirtschaft vornehmlich immanenten Problembereiche und den daraus resultierenden Konsequenzen, so bspw. der anhaltenden Kapitalflucht, der bestehenden Beschäftigungslücke wie auch der relativ schlechten Zahlen der Investitionsbilanz. Hieran anschließend wurden entsprechende Lösungsansätze dieser Problembereiche aufgezeigt, die hervorgehen aus dem Aktionsplan Standort Deutschland sowie dem Reformplan Sozialstaat und vornehmlich die Fortsetzung des Spar- und Konsolidierungskurses der Bundesregierung sowie steuerliche Änderungen und tarifpolitische Flexibilisierungen vorsehen. Im Wintersemester 1996/1997 hat Herr Dr. Uwe Kayser, Geschäftsführer der GEFA- Leasing GmbH, Wuppertal, und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Leasing- Gesellschaften e.v., Bonn, im Rahmen seines im Bank- und Börsenseminar gehaltenen Vortrages Risikopolitik von Leasing-Gesellschaften die bei Leasingtransaktionen anfallenden Risiken wie auch die den Leasing-Gesellschaften in diesem Rahmen zur Verfügung stehenden risikopolitischen Instrumente erläutert und sich anschließend als Diskussionspartner vielfältigen Fragen gestellt. Unter dem Fokus der Vermeidung von Schäden durch Insolvenzen hatten die Ausführungen von Herrn Dr. Kayser neben der Erläuterung grundlegender gesetzlicher Rahmenbedingungen personelle wie auch instrumentelle und technikinduzierte Fragestellungen zum Gegenstand, die über konkrete Darlegungen leasingtransaktionsspezifischer Entscheidungsprozesse, unter besonderer Berücksichtigung der Objektbedeutung, zur Überwachung der Leasingverträge und der Problematik zahlungsgestörter Engagements führten. In einer gut besuchten Veranstaltung des Bank- und Börsenseminars hat zudem im Sommersemester 1997 Herr Dipl.-Kfm. Klaus Feinen, Präsident der Leaseurope, Brüssel,

8 Seite 10 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing und Sprecher der Geschäftsführung der Deutsche Immobilien Leasing GmbH, Düsseldorf, den Themenkomplex Leasing im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsund Währungsunion eingehend erläutert. Nach einleitenden Bemerkungen zur Entwicklung des Leasing in Europa wie auch des EURO beleuchtete Herr Feinen potentielle Auswirkungen auf die einzelnen Leasing-Gesellschaften, so neben direkten Auswirkungen wie der Doppelfakturierung in der Übergangsphase und der Sicherstellung von Vertragskontinuitäten zudem organisatorische Konsequenzen vornehmlich EDVtechnischer Art und strategische Auswirkungen bspw. in Form einer vereinfachten Zusammenstellung europaweiter Konsortien bei größeren Investitionssummen. Hieran schlossen sich zudem Prognosen über die Entwicklung der europäischen Leasingbranche nach Einführung des EURO an, die vornehmlich die Konkurrenzsituation in den Teilnehmerstaaten, aber auch die Entwicklung einzelner Leasingausprägungen, so bspw. des Cross-border-Leasing, zum Gegenstand hatten. Zudem sind leasingspezifische Fragestellungen Gegenstand meiner Vorlesung Bankbetriebslehre, so bspw. im Vorlesungszyklus Banken und Bankensysteme, wo ich eine differenzierte Abgrenzung der Leasinggeschäfte gegenüber Bankgeschäften aufzeige wie auch die Grundlagen von Leasingtransaktionen eingehend erörtere. Die lebhafte Diskussionsteilnahme der Studenten in den Vorlesungen und den Bank und Börsenseminaren ist hierbei Indiz für das studentische Interesse an leasingspezifischen Themenstellungen. c) Diplomarbeiten Die Konsolidierung der Diplomarbeiten auf dem Niveau der Vorjahre wurde bereits an anderer Stelle angeführt. Es zeigt sich, daß derzeit vor allem Fragestellungen im Bereich internationaler Leasingtransaktionen, der Refinanzierung von Leasing-Gesellschaften, der kommunalen Leasingfinanzierung wie auch der Mobilienleasing-Fonds bei den Studierenden auf großes Interesse stoßen. Als problematisch erweist sich insbesondere bei den internationalen Themenstellungen, daß Arbeiten, die den zuvor genannten Problemkreis aufgreifen, aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen schnell an Aktualität verlieren. Deshalb möchte ich an die Praxis appellieren, meine Mitarbeiter oder mich über aufkommende Entwicklungsströmungen, die von nicht unmittelbar in das Marktgeschehen Involvierten nur mit zeitlicher Verzögerung erkannt werden können, zu informieren, damit auf dieser Basis eine möglichst auch den Praxisbelangen gerecht werdende Leasingforschung betrieben werden kann. Diese Aufforderung bezieht sich

9 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing Seite 11 selbstverständlich nicht nur auf Fragen des internationalen Leasing, sondern auch auf weitere, von der Praxis als relevant erachtete Themenkreise. 4. Verschiedenes An dieser Stelle ist es mir ein besonderes Anliegen, meinen Mitarbeitern für ihre im Interesse des Forschungsinstituts für Leasing stehende Arbeit zu danken; Frau Dipl.-Kff. Sabine Göttgens, die sich um die Belange des Forschungsinstituts besonders engagiert kümmert, bin ich in diesem Zusammenhang zu außerordentlichem Dank verpflichtet. Ihr Engagement war mir auch in diesem Berichtszeitraum unentbehrlich. Mein besonderer Dank gilt wie stets den Mitgliedern des Fördervereins für die Unterstützung unserer Arbeit in Forschung und Lehre. Ihre finanziellen Zuwendungen kommen insbesondere auch in einer Zeit immer weiter gekürzter öffentlicher Mittel insbesondere den Studierenden meines Lehrstuhls zugute.

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