Norbert Elias. Theorie sozialer Prozesse. Ablauf. 2. Biografie. 1. Anknüpfung. 1. Anknüpfung 2. Biografie. 3. Begriff der Geschichte 4.

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1 Ablauf 1. Anknüpfung 2. Biografie Norbert Elias 3. Begriff der Geschichte 4. Gesellschaft Theorie sozialer Prozesse! Staatsbildung, Zivilisationsprozess Veranstaltung vom Zum Werk Über den Prozess der Zivilisation 8. Zusammenfassend 9. Diskussion / Fragen Anknüpfung 2. Biografie Hegel: Geist als Triebkraft Comte: zielgerichtete Entwicklung zu einem Endpunkt Marx: Befriedigung elementarer Bedürfnisse im Zentrum Spencer: betont Struktur (evolutionstheoretisch) Ogburn: betont Kultur, culture lag Nietzsche: individuelle Ebene Benjamin: starkes Individuum mit eigenem Willen Spengler: Verfall, Geschichte wird nicht berücksichtigt Sorokin: funktionalistisch, Kultur wichtiges Element 1897 Geboren in Breslau, Philosophie-Studium in Breslau, Heidelberg, Freiburg 1924 Promotion in Philosophie Idee und Individuum Habilitation (Soziologie) bei A. Weber in Heidelberg Assistent bei Karl Mannheim (Frankfurt/M) 1933 Emigration nach Paris (1935 nach London) 1939 Erstpublikation Über den Prozess der Zivilisation 1954 Dozent für Soziologie in Leicester Professur in Ghana 1976 Einsetzen der Rezeption seines Hauptwerks 1977 Adorno-Preis (Frankfurt), 1988 Amalfi-Preis für Soziologie 1990 gestorben in Amsterdam Schumpeter: ökonomisch, Innovationen 3 4

2 3. Begriff der Geschichte 3. Begriff der Geschichte Keinen absoluten Anfangs- oder Endpunkt Geschichte und Soziologie nicht getrennt untrennbare Aspekte des gleichen Gegenstandsbereichs Kritik: Soziologische Theorien, die universale Geltung beanspruchen Forderung: langfristige Wandlung von Gesellschafts- und Persönlichkeitsstrukturen ohne vorwegnehmende Dogmatik auf einer neuen Stufe ins Zentrum der menschenwissenschaftlichen Diskussion zu rücken (Elias 1977, S.133) Gesellschaft Summe der Individuen bildet Gesellschaft keine Trennung von Individuum und Gesellschaft Basis des menschlichen Zusammenlebens ist die soziale Interdependenz! Mensch als soziales Wesen Definition: Figurationen sind Beziehungsgeflechte von Menschen. oder Die Verflechtung des Individuums in die Gesellschaft 7 8

3 Angewiesenheit der Mitmenschen Sozialstrukturelle Bedingungen (Arbeitsteilung, Macht) Werte, Affekte Räumliche Verbindung verweisen auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft Strukturformen, die Individuen binden mit wachsender gegenseitiger Abhängigkeit der Menschen untereinander zunehmend komplexer funktionale Bedeutung für die Individuen Macht als Merkmal menschlicher Beziehungsgeflechte 9 10 Figurationen sind labile Machtbalancen dynamische Spannungsgefüge Gesellschaftliche Ereignisse und Wandel hängen mit Willen und Plänen von Menschen zusammen Strukturen und Prozesse durch Verflechtungen verschiedener Willensakte und Plänen von vielen Menschen, die keiner gewollt oder geplant hat

4 Sowohl Ursachen als auch Wirkungen der gesellschaftlichen Ereignisse sind unsere eigenen Bedürfnisse, Ideale, Ziele und Pläne, sowie die Bedürfnisse, Ideale, Ziele und Pläne anderer Menschen. kein geplanter Prozess gesellschaftlicher Prozess, kommt vom Menschen strukturierter, gerichteter Prozess Prozess ohne absoluten Anfangs- und Endpunkt Auslöser Angst vor Prestige- oder Machtverlust Antrieb aus Konkurrenz um Macht Macht als zentrales Schlüsselkonzept bei Analysen von Figurationen: Beispiele für ungeplante Trends : zunehmende Differenzierung von Gesellschaften Strukturmerkmal von menschlichen Beziehungen Macht als Beziehungsbegriff Machtquellen besitzen Wechselseitigkeit von Machtbalance und Machtdifferential Machtspannungen: wesentlicher Impuls für Wandel Integration kleinerer sozialen Einheiten zu immer grösseren! Staatsbildungsprozess Wandlung der Verhaltensmassstäbe, zunehmende Selbstkontrolle! Zivilisationsprozess (Baumgartner/ Eichener 1991) 15 16

5 7. Über den Prozess der Zivilisation 1939 erschienen Übergangsprozess vom mittelalterlichen Feudalsystem zum absolutistischen Nationalstaat und dann darüber hinaus zur Demokratie. 1. Band: Wandel der Persönlichkeitsstruktur in Westeuropa, n.chr. 3 Stadien, die mittelalterliche, die höfische und die neuzeitliche Zivilisation. Untersuchungsgrundlage: Manierbücher 2. Band: Feudalisierung, Monopolisierung von Machtmitteln und Vergesellschaftung dieser Monopole (Soziogenese des Staates, Staatsbildungsprozesse) Band: 7. Über den Prozess der Zivilisation Ausgangssituation: Feudalstruktur Labiles Machtgleichgewicht - Ausscheidungskämpfe Hierarchisierung der Gesellschaft (Gewinner und Verlierer der Ausscheidungskämpfe Machtmonopol (zentralistischer König) Kampf um Herrschaftserhalt Verlust der Herrschaftsmacht Herausbildung von Demokratie fortlaufender Kampf - nun um gesellschaftliche Existenz Zusammenfassend Elias als Begründer der Zivilisationstheorie Ausgerichtet auf sozialen Wandel und Prozesse Begriff der Figurationen! Interdependenzgeflechte Verflechtung der einzelnen menschlichen Plänen und Handlungen, die Wandel herbeiführen, den kein einzelner Mensch geplant oder geschaffen hat. Hohe Bedeutung individueller Interdependenzen für gesellschaftliche Entwicklung Macht als zentrales Konzept Zunehmende Selbstkontrolle! Zivilisationsprozess 9. Fragen / Diskussion Grundannahme Elias: Soziale Prozesse sind ungeplante, gerichtete, erklärbare Prozesse. Ist das Konzept der Macht ausreichend, um den sozialen Wandel zu erklären? Ist also sozialer Wandel letztlich ein Wandel von Machtverhältnissen? Elias kritisiert die geschichtslose Soziologie. Ist die Soziologie wirklich ohne Geschichte? Wieso ist das so? 19 20

6 Literatur Bartels, H.-P. (1995): Menschen in Figurationen. Ein Lesebuch zur Einführung in die Prozess- und Figurationssoziologie von Norbert Elias. Opladen: Leske + Budrich. Baumgart, R.; Eichner, V. (1991): Norbert Elias zur Einführung. Hamburg: Junius Verlag. Elias, N. (1977): Zur Grundlegung einer Theorie sozialer Prozesse. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 6, Heft 2, S Käsler, D. (2002): Klassiker der Soziologie. Band I. von Auguste Comte bis Norbert Elias. 3. Aufl. München: Verlag C. H. Beck. 21

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