Grundlagen der Unternehmensführung 3. Teil. SS 05 Thomas Sauter Dipl.Ing. (FH) MBA 1

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1 Grundlagen der Unternehmensführung 3. Teil 1

2 Man unterscheidet in der Regel drei Maßnahmen-Gruppen, die je nach Krisenart und Krisenausmaß einzeln oder gemeinsame ergriffen werden. Dabei geht es um eine sachlich abgestufte Prioritätsfolge: Liquidität > Substanz > Kapitalerhaltung > Rentabilität Leistungswirtschaftliche Maßnahmen In allen betrieblichen Bereichen von der Beschaffung über die Produktion, das Personal bis zum Vertrieb Beständeabbau Maschinen und Betriebsstilllegung Kostensenkung Personalabbau Rationalisierung Preis-, Werbungs- und Sortimentsmaßnahmen Räumungsverkauf 2 Finance2000 3/20/99

3 Man unterscheidet in der Regel drei Maßnahmen-Gruppen, die je nach Krisenart und Krisenausmaß einzeln oder gemeinsame ergriffen werden. Dabei geht es um eine sachlich abgestufte Prioritätsfolge: Liquidität > Substanz > Kapitalerhaltung > Rentabilität Finanzwirtschaftliche Maßnahmen (mit erheblichen Wirkungen für alle Formen des Eigen- und Fremdkapital) Im Falle drohender Zahlungsunfähigkeit Aufnahme neuer Kredite (Zuschüsse, Kreditgarantien, Zinsgarantien und Ausfallbürgschaften durch die öffentliche Hand) Verkauf von Beteiligungen Verkauf von Unternehmensteilen Umschuldung durch Umwandlung kurzfristiger in langfristige Kredite 3 Finance2000 3/20/99

4 Man unterscheidet in der Regel drei Maßnahmen-Gruppen, die je nach Krisenart und Krisenausmaß einzeln oder gemeinsame ergriffen werden. Dabei geht es um eine sachlich abgestufte Prioritätsfolge: Liquidität > Substanz > Kapitalerhaltung > Rentabilität Finanzwirtschaftliche Maßnahmen (mit erheblichen Wirkungen für alle Formen des Eigen- und Fremdkapital) Im Falle drohender Überschuldung Erhöhung des Eigenkapitals durch Kapitalherabsetzung mit anschließender Kapitalerhöhung Umwandlung von Forderungen in Haftungskapital Sanierungszuschüsse der Inhaber oder Gesellschafter Kapitalzufuhr durch die Muttergesellschaft Eintritt neuer Gesellschafter 4 Finance2000 3/20/99

5 Man unterscheidet in der Regel drei Maßnahmen-Gruppen, die je nach Krisenart und Krisenausmaß einzeln oder gemeinsame ergriffen werden. Dabei geht es um eine sachlich abgestufte Prioritätsfolge: Liquidität > Substanz > Kapitalerhaltung > Rentabilität Organisatorische Maßnahmen (mit Folgen für die Struktur und die Führungssysteme) Veränderung der Organisationsstruktur Neugliederung der Ressorts Umgestaltung von Funktionsbereichen und Sparten Schaffung von Informationssystemen Verbesserung im Rechnungswesen Erforderlichenfalls strategische Neuausrichtung 5 Finance2000 3/20/99

6 Liquidität > Substanz > Kapitalerhaltung > Rentabilität Prozessuale Maßnahmen (Unternehmenskrisen sind nach Art und Ausmaß und der mutmaßlichen Dynamik nicht leicht abschätzbar, deshalb ist eine Sanierung selbst bei Nutzung eines Frühwarnsystems immer eine komplexe Angelegenheit, die möglichst geordnet ablaufen sollten: Identifikation der Krise und Situationsanalyse Nach Art, Auftrittsbereich, Umfang, Ursachen, absehbaren Wirkungen, potentiellen Maßnahmen und deren Erfolgsaussichten Sofortmaßnahmen der Organisation Dienen der Stabilisierung und des Krisen-Management Problemdiagnose und Krisentherapie(n) Markt- und Unternehmensanalysen sowie Überlegen zu Folgen und Nebenwirkungen Auswahl und Durchsetzung von Maßnahmen Durch Festlegung einzelner und kombinierter Interventionen sowie der Durchsetzung gegen Widerstände, denn Krisen-Management ist i.d.r. unpopulär Krisen-Steuerung und Ergebnisanalyse (Prozeßkoordination und Erfolgskontrolle) 6 Finance2000 3/20/99

7 Strategisch-bilanzielle Maßnahmen Unternehmenskrisen fallen in die Verantwortung des bisherigen Managements (verbunden mit Schuld, Verschulden, Rechtfertigungsdruck und Gefahren für eine (selbst-)kritische objektive Diagnose Sanierungsmaßnahme treffen deshalb auf Widerstände Bisheriges Management sollte aus der Hauptverantwortung der Sanierung herausgenommen werden 7 Finance2000 3/20/99

8 Strategisch-bilanzielle Maßnahmen Beispiel Ausgangslage Sanierung wegen Überschuldung AV = Anlagevermögen UV = Umlaufvermögen EK = Eigenkapital (gezeichnetes Kapital + Rücklagen FK = Fremdkapital Ausangssituation AV EK FK UV Verlust 8 Finance2000 3/20/99

9 Abschreibungsverzicht Durch völliges oder teilweises Aussetzen üblicher Abschreibungen wird das AV künstlich vergrößert. (von 4 auf 5 WE) Die Gefahr ist ist aber nur vorübergehend und betriebswirtschaftlich nicht solide gelöst Abschreibungsverzicht AV EK FK UV Verlust 9 Finance2000 3/20/99

10 Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital sog. Passivtausch Passivtausch AV EK UV FK Verlust 10 Finance2000 3/20/99

11 Kapital Nachschuss der Eigentümer Kapitalnachschuss AV EK sog. Passivtausch UV FK Verlust 11 Finance2000 3/20/99

12 1. Kapital Kürzung falls die zuvor behandelten Maßnahmen nicht realisierbar sind, muss ein Stufenweiser Sanierungs-Prozess in Gang gesetzt werden. I.d.R. nimmt dieser Prozess vor allem die EK-Geberstark und ausschließlich in Anspruch Kapital-Kürzung durch Auflösung von Gewinn- Rücklagen des EK (von 3-2 WE) mit der Folge der Minderung des Verlusts (v. 3-2WE) Die Überschuldung ist damit nicht behoben, jedoch geringer und damit leichter lösbar. Kapitalkürzung AV EK UV FK Verlust 12 Finance2000 3/20/99

13 2. Eigenkapital Erhöhung in einen nächsten Schritt, der Monate später angegangen werden kann oder muss wird das EK (v. 2-4 WE) erhöht. Dem Verlust von 2 WE steht ein EK von 4 WE gegenüber. Die Überschuldung ist behoben, aber es existiert noch ein Verlust, der eine weitere Sanierung nahe legt. Kapitalerhöhung AV EK UV FK Verlust 13 Finance2000 3/20/99

14 3. Erneute Kapital Kürzung es erfolgt ein erneuter Kapital-Schnitt des EK (v. 4-2 WE) zur vollständigen Tilgung des Verlustes. Das Unternehmen ist jetzt überschudung- und verlustfrei, die Sanierung ist damit prinzipiell abgeschlossen Kapitalkürzung AV EK FK UV 14 Finance2000 3/20/99

15 4. Erneute Kapital Erhöhung die EK-Anteil von 15 % = 2 WE ist sehr gering. Zur Sicherung der Bonität könnte das EK um 1 WE = 21% angehoben werden. Das würde zu mehr Finanzmitteln 1WE führen und die Bilanzoptik verbessern Kapitalkürzung AV EK FK UV 15 Finance2000 3/20/99

16 Unternehmens-Auflösung Ob und in welcher Form es zur Auflösung eines Unternehmens kommt, hängt von mehrer Faktoren ab: Sanierbarkeit verstanden als wahrscheinlicher Sanierungserfolg Krisenform, also drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Rechtsform des Unternehmens Gläubiger-Verhalten Die Sanierungsfähigkeit eines Unternehmens und Gläubiger-Interessen sind sehr eng miteinander verbunden. Das zeigt sich deutlich im Falle der Umschuldung, also der Überführung von Fremdkapital in Eigen- und Haftungskapital. Überführung seiner Lieferantenkredite in Unternehmensbeteiligung mit völlig neuen Rechten und Pflichten 16 Finance2000 3/20/99

17 Unternehmens-Auflösung Die Formen und Verfahren der Unternehmensauflösung werden im weiteren nach ihrer Strenge und Unausweichlichkeit geordnet dargestellt. Außergerichtlicher Vergleich < Gerichtlicher Vergleich < Freiwilliger Liquidation < Konkurs Der außergerichtliche Vergleich Ist vergleichbar mit der Umschuldung aber schon erheblich schwieriger Der außergerichtliche Vergleich erfolgt früh, schnell und still außerhalb des Insolvenzverfahrens Nachteil ist, dass der Vergleich mit jedem Gläubiger einzeln geschlossen werden muss 17 Finance2000 3/20/99

18 Unternehmens-Auflösung Die Formen und Verfahren der Unternehmensauflösung werden im weiteren nach ihrer Strenge und Unausweichlichkeit geordnet dargestellt. Außergerichtlicher Vergleich < Gerichtlicher Vergleich < Freiwilliger Liquidation < Konkurs Der gerichtliche Vergleich Kann vom Schuldner beantragt werden solange noch kein Konkursantrag vorliegt bzw. es kann damit auch ein Konkursantrag eines Gläubigers verhindert werden Ziel ist die Abwendung eines Konkurses und die Verhinderung der persönlichen Haftung bei Personengesellschaften Mehrheit der Gläubiger müssen dem Vergleich zustimmen und die Gesamtsumme der Forderungen der zustimmenden Gläubiger muss mindestens 75% der Forderungen aller stimmberechtigten Gläubiger betragen. Als Mindestvergleichsquote müssen 35 % aller Verbindlichkeiten innerhalb 12 Monaten oder 40 % innerhalb von 18 Monaten bar gezahlt werden 18 Finance2000 3/20/99

19 Unternehmens-Auflösung Die Formen und Verfahren der Unternehmensauflösung werden im weiteren nach ihrer Strenge und Unausweichlichkeit geordnet dargestellt. Außergerichtlicher Vergleich < Gerichtlicher Vergleich < Freiwilliger Liquidation < Konkurs Die freiwillige Liquidation Erfolgt in 3 Schritten Auflösung der Unternehmung durch Eintrag ins Handelsregister bzw. Umwandlung von einem Erwerbsunternehmen in ein Liquidationsunternehmen, Die Firmierung erhält den Zusatz i.l. und stellt ihre Geschäfte ein Das Vermögen der Gesellschaft wird in Geld umgesetzt also veräußert und liquidiert Verpflichtungen werden erfüllt, Überschüsse gehen an die Gesellschafter und die Firma wird im Handelsregister gelöscht. 19 Finance2000 3/20/99

20 Unternehmens-Auflösung Die Formen und Verfahren der Unternehmensauflösung werden im weiteren nach ihrer Strenge und Unausweichlichkeit geordnet dargestellt. Außergerichtlicher Vergleich < Gerichtlicher Vergleich < Freiwilliger Liquidation < Konkurs Der Konkurs Kann sich aus Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit ergeben Bei Überschuldung deckt das Vermögen die Verbindlichkeiten nicht mehr, d.h. die Summe aus AV und UV ist kleiner als das FK bzw. der Verlust ist größer als das EK Die Feststellung der Überschuldung erfolgt A.) Bewertung des Vermögens zu Liquidationspreisen und des FK zu Nominalwerten für den Fall, dass keine Sanierung zu gelingen scheint B.) Bewertung des Vermögens und FK zu Nominalwerten wenn ein Sanierung und damit Fortführung des Unternehmens möglich erscheint. Zahlungsunfähigkeit besteht, wenn ein Unternehmen wesentliche Zahlungsverpflichtungen nachhaltig nicht mehr erfüllen kann. 20 Finance2000 3/20/99

Inhaltsverzeichnis VII

Inhaltsverzeichnis VII Vorwort... V I. Die Errichtung der GmbH... 1 A. Gründung der GmbH... 1 B. Gesellschaftsvertrag... 1 C. Aufbringung des Stammkapitals... 3 D. Bareinlagen, Bank... 4 E. Sacheinlagen... 5 F. Gründungsprivilegierung...

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