Die aktuelle Rentenpolitik und -diskussion. Joerg Geuting, Benjamin Rüther

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1 Die aktuelle Rentenpolitik und -diskussion Joerg Geuting, Benjamin Rüther

2 Gliederung 1. Einführung 2. Probleme der Rente in Deutschland 3. Förderung der privaten Vorsorge Riester Rente 4. Änderungen bei der gesetzlichen Rente 5. Zukünftige Reformansätze 6. Fazit 7. Rentendiskussion

3 1. Einführung Quelle: Informationszentrum der deutschen Versicherer Säule 80 % 2. Säule 5 % 3. Säule 15 %

4 1. Einführung betriebliche Altersvorsorge: bis 2001 waren dies freiwillige Leistungen der Arbeitgeber (meist nur von größ ößeren Unternehmen angeboten) seit Einführung der Riester-Rente ( ) haben Arbeitnehmer jetzt einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge und FörderungF meist in Form von Pensionskassen, -fonds und Direktversicherungen

5 1. Einführung private Altersvorsorge: bildet die wichtigste Ergänzung zur staatlichen Rente, um Versorgungslücken zu schließen en die private Vorsorge wird in Form der Riester- Rente gefördert sie ist kapitalgedeckt d.h. jeder gesparte Euro wird zuzüglich von Zinsen an den Beitragszahler zurückgezahlt in Form von Rente oder Einmalbetrag in Form von privaten Rentenversicherungen, Banksparplänen nen und Investmentfonds

6 1. Einführung gesetzliche Altersvorsorge die gesetzliche Rente bildet die wichtigste Säule S der Altersvorsorge sie ist umlagefinanziert ( Generationenvertrag( Generationenvertrag ) finanziert zu 74% aus Beiträgen +Zuschüsse sse vom Bund (2003: 60Mrd. vom Bund) Sie bildet den Lohnersatz für f r Personen die erwerbstätig tig waren der Beitragssatz liegt bei 19,5% des Bruttolohns (seit ) Die Höhe H der staatlichen Rente ermittelt sich hauptsächlich aus den Beitragszeiten und der Beitragshöhe he (ca. 68% des durchschnittlichen Jahreseinkommens) aufgrund vieler Faktoren ist die Finanzierung aber langfristig problematisch, und ein Absinken des Rentenniveaus kaum zu vermeiden

7 2. Probleme der Rente in Deutschland 1. Der Demographische Faktor 2. Die hohe Arbeitslosigkeit 3. Der Generationenvertrag

8 2.1 Der Demographische Faktor sinkende Geburtenrate weniger Kinder weniger Beitragszahler gestiegene Lebenserwartung der Rentner immer mehr Rentenbezieher sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben

9 2.2 Die hohe Arbeitslosigkeit nur Arbeitnehmer zahlen in die Rentenkasse ein negative Verschiebung des Altenquotienten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit Verhältnis zwischen Einzahlern und Beziehern verschiebt sich negativ

10 2.3 Der Generationenvertrag Beitragszahler finanzieren nicht ihre eigene Rente, sondern die der jetzigen Rentner Seine eigene Rente wird dann von der nachfolgenden Generation bezahlt Beitragszahler baut kein finanzielles Vermögen auf Beitragszahler müssen m darauf vertrauen, dass die nachfolgende Generation in der Lage ist, seine Rentenansprüche zu finanzieren

11 2.4 Folge der Probleme steigende Rentenbeiträge und sinkendes Rentenniveau Das Rentenniveau welches derzeit bei ca. 70% liegt wird bis zum Jahre 2030 auf 60% absinken. Versorgungslücken werden größ ößer Die eigene private Vorsorge wird somit immer wichtiger und auch vom Staat gefördert.

12 3. Die Riester Rente zusätzlich kapitalgedeckte Altersvorsorge Sie entstand im Zuge der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2000/2001 Walter Riester; ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

13 3. Die Riester Rente trat am in Kraft Sie ist eine privatwirtschaftliche staatlich geförderte kapitalgedeckte ersetzende freiwillige Form der Altersvorsorge. Ziel: Förderung F der privaten Altersvorsorge durch staatliche Unterstützung tzung

14 3.1 Vorraussetzungen sie ist als Ergänzung zur staatlichen Rente gedacht steht allen offen die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind darüber hinaus: Festangestellte Arbeitnehmer Beamte Arbeitslose Geringfügig gig Beschäftigte Soldaten, Wehr- und Zivildienstleistenden nicht gefördert werden: Selbständige und Freiberufler

15 3.2 staatliche FörderungF Jahr Jährliche staatliche Investitionsforderung Jährliche Jährliche Grundzulage Grundzulage Zulage des Bruttogehalts für r Singles für r Ehepaare je Kind Beispiel: Familie mit zwei Kindern bis % & % & % ab % Quelle:

16 3.2 staatliche FörderungF Höhe der Förderung F richtet sich nach der Laufzeit der Anzahl der Kinder der Höhe H der eigenen Sparleistung Beispiel Mann: 1968 geboren Verheiratet, zwei Kinder Riester Rente seit 2003 Laufzeit 30 Jahre staatliche FörderungF

17 4. Änderungen bei der gesetzlichen Rente Rentenreform 2001/2002 Ziele: langfristige Stabilisierung des Beitragssatzes bis 2020 (20%) Erhaltung des Rentenniveaus bei ca. 70% Rückkehr zur lohnbezogenen Anpassung der Rente, um die Rentensteigerung zu bremsen (Nettolöhne werden zur Grundlage genommen) Rentensplitting Ausbau der eigenständigen ndigen Alterssicherung von Frauen Einführung einer privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge ( Riester Rente ) Besteuerung der Leistungen aus der kapitalgedeckten Altersvorsorge Rechtsanspruch auf Betriebliche Altersvorsorge Verlängerte Anrechnung von Schulausbildungszeiten (8 Jahre) Einführung einer bedürftigkeitsabh rftigkeitsabhängigen Grundsicherung

18 4. Änderungen bei der gesetzlichen Rente Gesetz zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Nachhaltigkeitsgesetz) wurde am im Bundesgesetzblatt veröffentlicht Modifizierung der Rentenanpassungsformel durch Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors (Altenquotient wird berücksichtigt) Erhalt des Nettorentenniveaus vor Steuern von 46% bis 2020 (bis %) Berichtspflicht der Bundesregierung über die Rahmenbedingungen einer Anhebung der Regelaltersgrenze das gesetzliche Renteneintrittsalter bleibt bei 65 Jahren (bis erst dann gibt es erneute Verhandlungen)

19 5. Zukünftige Reformansätze Frühverrentnung soll erst ab dem 63ten Lebensjahr abschlagsfrei werden ab (ab schrittweiser Anstieg) Beiträge der Beitragszahler sollen nicht mehr besteuert werden schafft finanziellen Spielraum für f r die private Altersvorsorge Das Verfahren zur Riester Rente wird einfacher (keine jährliche Beantragung der steuerlichen Förderung F mehr nötig, Zugangskriterien werden erleichtert) Bei der Betriebsrente soll die Mitnahme der Betriebsrenten- ansprüche vereinfacht werden (im Falle eines Arbeitgeber- wechsels) bei Kapitallebensversicherungen werden die Erträge besteuert (Vertragsabschluss nach )

20 6. Fazit Die Versorgungslücken werden immer größ ößer (sinkendes Rentenniveau) Die deutsche Rentenpolitik muss mit Reformen auf die demographische und wirtschaftliche Entwicklung reagieren. Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, um im Alter ein angemessenes Leben zu führen. Die private Rentenversicherung muss weiter gefördert werden.

21 7. Rentendiskussion Schlagbegriffe Generationenvertrag Altersarmut Witwenrente Mindesteintrittsalter Arbeitszeitverlängerung Kinderlose sollen Zahlen Nullrunde

22 7. Rentendiskussion 7.1 Generationenvertrag

23 7. Rentendiskussion 7.1 Generationenvertrag

24 7. Rentendiskussion 7.1 Generationenvertrag

25 7. Rentendiskussion 7.1 Generationenvertrag Umlagesystem funktioniert mit der zukünftigen Demographie nicht Zahlerdefizit - Nehmerüberhang Anteil der privaten Vorsorge muss für f r eine Alterssicherung ansteigen Künftige Generationen würden w nicht mit Zahlungen (über( ber-) ) belastet werden

26 7. Rentendiskussion 7.2 Altersarmut v.a. diejenigen, die sich in den letzten Jahrzehnten auf die gesetzliche Rente verlassen haben sind bedroht 1,4 % der fast 20 Mio. Rentner erhalten Sozialhilfe (2003) Schätzungen geben aber 5-10 % mit Anspruch darauf an (Schätzung der BfA) Gründe: Unkenntnis, Scham, Angst vor Unterhaltsrückgriff auf Verwandte Besonders Frauen sind davon betroffen (nicht Berufstätige) tige)

27 7. Rentendiskussion 7.3 Witwenrente

28 7. Rentendiskussion 7.3 Witwenrente Durch geringe Erwerbsbeteiligung und niedrige Einkünfte nfte haben Frauen schlechtere individuelle Rentenanwartschaften Wahrscheinliche Verbesserung der Situation für f r die heute berufstätigen tigen Frauen Dennoch sollten sie weiter im Arbeitsmarkt gefördert und die Löhne angeglichen werden Zusätzlich: Rentenanwartschaften für f r Kindererziehungszeiten und durch abgeleitete Leistungen (Hinterbliebenenrenten)

29 7. Rentendiskussion 7.4 Mindesteintrittsalter

30 7. Rentendiskussion 7.4 Mindesteintrittsalter Kaum ein anderes Land hat eine so frühe Verrentung wie Deutschland Im Jahr 2002 waren nur rund 36 Prozent der 55- bis 64-jährigen erwerbstätig tig Der OECD Durchschnitt liegt bei ca. 50 %

31 7. Rentendiskussion 7.4 Mindesteintrittsalter Quelle: DIA 2005

32 7. Rentendiskussion 7.5 Arbeitszeitverlängerung Arbeitszeitverlängerung würde w die Sparquote der Rentner niedrig halten Angestrebtes Ziel: mit Abschlag frühstm hstmögliche Renteneintritt mit Vollendung des 63. Lebensjahres Ab schrittweise monatliche Erhöhung hung der Altersgrenze 2008 soll entschieden werden, ob die Regelaltersgrenze auf 67 Jahre erhöht ht werden soll Contra: Arbeitszeitverlängerung kostet wichtige Arbeitsplätze tze

33 7. Rentendiskussion "Rente ab 70 darf kein Tabu sein" Philipp Mißfelder (Bundesvorsitzender der Jungen Union) Mai 2005

34 7. Rentendiskussion 7.6 Kinderlose sollen Zahlen z.b. Familienpolitische Vorschläge der FDP im November 2003: steuerlicher Grundfreibetrag für f r 4-köpfige 4 Familie bei / anno Kindererziehungszeiten für f r Alterssicherung berücksichtigen + Kindergelderhöhung hung (Quelle FDP-Fraktion, Fraktion, Pressemitteilungen Internetpräsenz)

35 7. Rentendiskussion 7.6 Kinderlose sollen Zahlen Kinderlose Paare verfügen im Durchschnitt über ein höheres h heres Nettoeinkommen als Familien Dennoch zahlen z.b. Familienväter genauso Beiträge, wie kinderlose Männer M Je nach Quelle : ,- bis ,-, die Eltern bis zur Volljährigkeit eines Kindes tragen müssen m Erwerbstätigkeit tigkeit der Frau: Mütter müssen m häufig h auf Einkommen verzichten, um Familie und Beruf zu bewerkstelligen

36 7. Rentendiskussion 7.8 Nullrunde Da die Entwicklung der Bruttoverdienste 2004 lediglich 0,12 % (West) und 0,21 % (Ost) ausmachten, fahren die Rentner wieder eine Nullrunde Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung lagen im Februar 2 % unter dem Vorjahreswert 2006 wieder Nullrunde?

37 7. Rentendiskussion Fazit und Überlegungen Das Umlagefinanzierungssystem muss mehr in ein Kapitalgestütztes tztes System übergehen Regelaltersgrenze und Mindesteintrittsalter sind oft erwähnte Streitpunkte Benachteiligt der Generationenvertrag doppelt? Kinderlose sorgen selbst vor und kassieren von den Kindern? Ist es gut das Rentensystem mit einer Ökosteuer zu finanzieren? Ist es gerecht, wenn die Rentner Nullnummern fahren?

38 Vielen Dank für f r Eure Aufmerksamkeit Die Präsentation und das Thesenpapier sind unter abrufbar.

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