Mathematische Strukturen

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Transkript:

Mathematische Strukturen Lineare Algebra I Kapitel 3 18. April 2012

Logistik Dozent: Olga Holtz, MA 378, Sprechstunden Freitag 14-16 Webseite: www.math.tu-berlin.de/ holtz Email: holtz@math.tu-berlin.de Assistent: Sadegh Jokar, MA 620, Sprechstunden??? Tutoren: Cronjäger, Guzy, Kourimska, Rudolf Anmeldung: über MOSES Fragen? Studentische Studienfachberatung, MA 847 Telefon: (030) 314-21097 Email: studber@math.tu-berlin.de Vorlesungen: VL am Dienstag 10-12 im MA004, Mittwoch 8-10 im H0104 Der Kurs gilt mit 50% Punkten für Hausaufgaben als bestanden

Gruppen. Eine Gruppe ist eine Menge G mit einer Operation oder Verknüpfung, die jeweils zwei Elemente von G zu einem neuen Element von G verknüpft und für die die folgenden Regeln (Axiome) erfüllt sind. Es gilt das Assoziativgesetz, d.h. (a b) c = a (b c) für alle a, b, c G. Es gibt ein neutrales Element e G mit den folgenden Eigenschaften: a) e a = a für alle a G. b) für alle a G gibt es a G, so dass a a = e. Das Element a heißt inverses Element von a. Eine Gruppe heißt kommutativ oder abelsch, falls außerdem das Kommutativgesetz gilt, d.h. a b = b a für alle a, b G.

Was ist eigentlich? Die Verknüpfung ist dabei z.b. die Addition +, dann nennen wir die Gruppe additiv oder die Multiplikation, dann nennen wir die Gruppe multiplikativ. Es kann aber auch eine andere Verknüpfung sein.

Was ist eigentlich? Die Verknüpfung ist dabei z.b. die Addition +, dann nennen wir die Gruppe additiv oder die Multiplikation, dann nennen wir die Gruppe multiplikativ. Es kann aber auch eine andere Verknüpfung sein. Beispiele: Die ganzen Zahlen ZZ bilden eine additive kommutative Gruppe.

Was ist eigentlich? Die Verknüpfung ist dabei z.b. die Addition +, dann nennen wir die Gruppe additiv oder die Multiplikation, dann nennen wir die Gruppe multiplikativ. Es kann aber auch eine andere Verknüpfung sein. Beispiele: Die ganzen Zahlen ZZ bilden eine additive kommutative Gruppe. Die rationalen Zahlen Q bilden auch eine additive kommutative Gruppe.

Was ist eigentlich? Die Verknüpfung ist dabei z.b. die Addition +, dann nennen wir die Gruppe additiv oder die Multiplikation, dann nennen wir die Gruppe multiplikativ. Es kann aber auch eine andere Verknüpfung sein. Beispiele: Die ganzen Zahlen ZZ bilden eine additive kommutative Gruppe. Die rationalen Zahlen Q bilden auch eine additive kommutative Gruppe. Aber Q \ {0} bildet auch eine multiplikative kommutative Gruppe. Fragen: Bildet die Menge IN eine additive Gruppe?

Was ist eigentlich? Die Verknüpfung ist dabei z.b. die Addition +, dann nennen wir die Gruppe additiv oder die Multiplikation, dann nennen wir die Gruppe multiplikativ. Es kann aber auch eine andere Verknüpfung sein. Beispiele: Die ganzen Zahlen ZZ bilden eine additive kommutative Gruppe. Die rationalen Zahlen Q bilden auch eine additive kommutative Gruppe. Aber Q \ {0} bildet auch eine multiplikative kommutative Gruppe. Fragen: Bildet die Menge IN eine additive Gruppe? Bildet die Menge IR + = {x IR : x > 0} eine multiplikative Gruppe?

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G.

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G. Beweis. Sei e G ein neutrales Element und sei a G beliebig. Es gibt ein inverses Element a 1 G, so dass a 1 a = e. Sei a 2 G ein inverses Element zu a 1, d.h. a 2 a 1 = e. Dann:

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G. Beweis. Sei e G ein neutrales Element und sei a G beliebig. Es gibt ein inverses Element a 1 G, so dass a 1 a = e. Sei a 2 G ein inverses Element zu a 1, d.h. a 2 a 1 = e. Dann: a a 1 = e (a a 1 ) = (a 2 a 1 ) (a a 1 ) = a 2 (a 1 (a a 1 )) = a 2 ((a 1 a) a 1 ) = a 2 (e a 1 ) = a 2 a 1 = e.

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G. Beweis. Sei e G ein neutrales Element und sei a G beliebig. Es gibt ein inverses Element a 1 G, so dass a 1 a = e. Sei a 2 G ein inverses Element zu a 1, d.h. a 2 a 1 = e. Dann: a a 1 = e (a a 1 ) = (a 2 a 1 ) (a a 1 ) = a 2 (a 1 (a a 1 )) = a 2 ((a 1 a) a 1 ) = a 2 (e a 1 ) = a 2 a 1 = e. Somit a e = a (a 1 a) = (a a 1 ) a = e a = a.

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G. Beweis. Sei e G ein neutrales Element und sei a G beliebig. Es gibt ein inverses Element a 1 G, so dass a 1 a = e. Sei a 2 G ein inverses Element zu a 1, d.h. a 2 a 1 = e. Dann: a a 1 = e (a a 1 ) = (a 2 a 1 ) (a a 1 ) = a 2 (a 1 (a a 1 )) = a 2 ((a 1 a) a 1 ) = a 2 (e a 1 ) = a 2 a 1 = e. Somit a e = a (a 1 a) = (a a 1 ) a = e a = a. Ist a 3 G ein weiteres inverses Element zu a, so folgt a 3 = a 3 e = a 3 (a a 1 ) = (a 3 a) a 1 = e a 1 = a 1, also ist das inverse Element zu a eindeutig.

Eindeutigkeit von Inversen / neutralem Element Theorem. Für jede Gruppe (G, ) gelten: (1) Zu jedem a G existiert genau ein inverses Element ã G. Für dieses gilt ã a = a ã = e. (2) G enthält genau ein neutrales Element e. Für dieses gilt e a = a e = a für alle a G. Beweis. Sei e G ein neutrales Element und sei a G beliebig. Es gibt ein inverses Element a 1 G, so dass a 1 a = e. Sei a 2 G ein inverses Element zu a 1, d.h. a 2 a 1 = e. Dann: a a 1 = e (a a 1 ) = (a 2 a 1 ) (a a 1 ) = a 2 (a 1 (a a 1 )) = a 2 ((a 1 a) a 1 ) = a 2 (e a 1 ) = a 2 a 1 = e. Somit a e = a (a 1 a) = (a a 1 ) a = e a = a. Ist a 3 G ein weiteres inverses Element zu a, so folgt a 3 = a 3 e = a 3 (a a 1 ) = (a 3 a) a 1 = e a 1 = a 1, also ist das inverse Element zu a eindeutig. Ist nun ẽ G ein weiteres neutrales Element, dann ẽ = e ẽ = e (die erste Gleichung gilt, weil e ein neutrales Element ist; die zweite Gleichung gilt, weil a ẽ = a für alle a G gilt).

Ringe. Ein kommutativer Ring mit Eins-Element (R, +, ) ist eine Menge R mit zwei Operationen + ( Addition ) und ( Multiplikation ), für die folgende Gesetze gelten: (Ass +) (a + b) + c = a + (b + c) für alle a, b, c R (Assoziativgesetz), (Komm +) a + b = b + a für alle a, b R (Kommutativgesetz), (Null) Es gibt ein e 0 R mit e 0 + a = a + e 0 = a für alle a R (Existenz eines Null-Elements), (Inv +) für alle a R gibt es a R mit a + a = e 0 (Existenz eines inversen Elements, wir schreiben a anstatt a ), (Ass ) (a b) c = a (b c) für alle a, b, c R (Assoziativgesetz), (Komm ) a b = b a für alle a, b R (Kommutativgesetz), (Eins) Es gibt ein e 1 R mit e 1 a = a e 1 = a für alle a R (Existenz eines Eins-Elements), (Distr) (a + b) c = a c + b c für alle a, b, c R (Distributivgesetz).

NB. Wir schreiben 0 für e 0 und 1 für e 1. Beispiel: Die rationalen Zahlen bilden einen solchen kommutativen Ring mit Eins-Element. Dabei haben wir in Q aber noch etwas mehr, nämlich dass auch Inverse bezüglich der Multiplikation (außer für 0) existieren. Damit kommen wir zur dritten Struktur:

NB. Wir schreiben 0 für e 0 und 1 für e 1. Beispiel: Die rationalen Zahlen bilden einen solchen kommutativen Ring mit Eins-Element. Dabei haben wir in Q aber noch etwas mehr, nämlich dass auch Inverse bezüglich der Multiplikation (außer für 0) existieren. Damit kommen wir zur dritten Struktur: Körper. (i) Es sei R ein kommutativer Ring mit Eins-Element und r R. Dann heißt r invertierbar, falls es ein r R mit r r = 1 gibt. Wir schreiben dann r 1 oder 1 r für r. (ii) Ein kommutativer Ring mit Eins-Element heißt Körper, wenn 0 1 und zusätzlich das weitere Gesetz gilt: (Inv ) Jedes Element r R mit r 0 ist invertierbar.

Der kleinste Körper F 2. F 2 = ({0, 1}, +, ), wobei + und wie folgt definiert sind: + 0 1 0 0 1 1 1 0 0 1 0 0 0 1 0 1 Die Multiplikation ist die übliche. Die Addition geht modulo 2, das heißt, man nimmt die übliche Addition und verwendet immer den ganzzahligen Rest nach Division durch 2 als Ergebnis: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 0 (6 : 2 = 3 Rest 0), 1 + 1 + 1 = 1 (3 : 2 = 1 Rest 1).

Der kleinste Körper F 2. F 2 = ({0, 1}, +, ), wobei + und wie folgt definiert sind: + 0 1 0 0 1 1 1 0 0 1 0 0 0 1 0 1 Die Multiplikation ist die übliche. Die Addition geht modulo 2, das heißt, man nimmt die übliche Addition und verwendet immer den ganzzahligen Rest nach Division durch 2 als Ergebnis: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 0 (6 : 2 = 3 Rest 0), 1 + 1 + 1 = 1 (3 : 2 = 1 Rest 1). Frage 1. Warum ist das ein Körper?

Der kleinste Körper F 2. F 2 = ({0, 1}, +, ), wobei + und wie folgt definiert sind: + 0 1 0 0 1 1 1 0 0 1 0 0 0 1 0 1 Die Multiplikation ist die übliche. Die Addition geht modulo 2, das heißt, man nimmt die übliche Addition und verwendet immer den ganzzahligen Rest nach Division durch 2 als Ergebnis: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 0 (6 : 2 = 3 Rest 0), 1 + 1 + 1 = 1 (3 : 2 = 1 Rest 1). Frage 1. Warum ist das ein Körper? Frage 2. Gibt es Körper mit weniger als 2 Elementen?

Weitere Beispiele. Sei V = {v = a + 2 b a, b Q}, v 1 + v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) + (a 2 + 2 b 2 ) = (a 1 + a 2 ) + 2 (b 1 + b 2 ), v 1 v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) (a 2 + 2 b 2 ) = a 1 a 2 + 2 a 1 b 2 + 2 a 2 b 1 + 2b 1 b 2 = (a 1 a 2 + 2b 1 b 2 ) + 2 (a 1 b 2 + a 2 b 1 ). Ist {V, +, } ein Körper (oder nur ein Ring )?

Weitere Beispiele. Sei V = {v = a + 2 b a, b Q}, v 1 + v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) + (a 2 + 2 b 2 ) = (a 1 + a 2 ) + 2 (b 1 + b 2 ), v 1 v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) (a 2 + 2 b 2 ) = a 1 a 2 + 2 a 1 b 2 + 2 a 2 b 1 + 2b 1 b 2 = (a 1 a 2 + 2b 1 b 2 ) + 2 (a 1 b 2 + a 2 b 1 ). Ist {V, +, } ein Körper (oder nur ein Ring )? 1 v = 1 a + 2 b = a 2 b a 2 2b 2 = a a 2 2b 2 2 b a 2 2b 2.

Weitere Beispiele. Sei V = {v = a + 2 b a, b Q}, v 1 + v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) + (a 2 + 2 b 2 ) = (a 1 + a 2 ) + 2 (b 1 + b 2 ), v 1 v 2 = (a 1 + 2 b 1 ) (a 2 + 2 b 2 ) = a 1 a 2 + 2 a 1 b 2 + 2 a 2 b 1 + 2b 1 b 2 = (a 1 a 2 + 2b 1 b 2 ) + 2 (a 1 b 2 + a 2 b 1 ). Ist {V, +, } ein Körper (oder nur ein Ring )? 1 v = 1 a + 2 b = a 2 b a 2 2b 2 = a a 2 2b 2 2 b a 2 2b 2. Da 2 Q, ist a 2 2b 2 0 für alle v V, v 0. Damit ist 1 v V für alle v V, v 0. Damit folgt, dass {V, +, } ein Körper ist!

Komplexe Zahlen. Sei C = {z = a + ib a, b IR}, wobei i = 1 die imaginäre Einheit ist, mit den Operationen z 1 + z 2 = (a 1 + ib 1 ) + (a 2 + ib 2 ) = (a 1 + a 2 ) + i(b 1 + b 2 ), z 1 z 2 = (a 1 + ib 1 ) (a 2 + ib 2 ) = (a 1 a 2 b 1 b 2 ) + i(a 1 b 2 + b 1 a 2 ).

Komplexe Zahlen. Sei C = {z = a + ib a, b IR}, wobei i = 1 die imaginäre Einheit ist, mit den Operationen z 1 + z 2 = (a 1 + ib 1 ) + (a 2 + ib 2 ) = (a 1 + a 2 ) + i(b 1 + b 2 ), z 1 z 2 = (a 1 + ib 1 ) (a 2 + ib 2 ) = (a 1 a 2 b 1 b 2 ) + i(a 1 b 2 + b 1 a 2 ). Für z = a + ib heißt a Realteil und b Imaginärteil von z. Null-Element 0 = 0 + i0 (0, 0) Eins-Element 1 = 1 + i0 (1, 0) imaginäre Einheit i = 0 + i1 (0, 1)

Die konjugiert komplexe Zahl zu z = a + ib ist die Zahl z = a ib.

Die konjugiert komplexe Zahl zu z = a + ib ist die Zahl z = a ib. C ist ein Körper, denn das inverse Element zu z 0 ist 1 z = 1 a + ib = a ib (a + ib)(a ib) = z z z = a ib a 2 + b 2 = a a 2 + b 2 i b a 2 + b 2 C, da a 2 + b 2 > 0 für (a, b) (0, 0).