Inhaltsverzeichnis 1 Komponenten einer gelungenen Kommunikation 2 Störungen der Kommunikation 2.1 a) wenn die Botschaft primär mit nur einem Ohr empfangen wird: 2.2 b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: Komponenten einer gelungenen Kommunikation Einfach ausgedrückt ist die Kommunikation gelungen, wenn die Nachricht des Senders genau mit dem verfolgten Ziel beim Empfänger ankommt. Damit dies gelingt, ist auf folgendes zu achten: Verständlichkeit Diese ist abhängig von Einfachheit Gliederung und Übersichtlichkeit Kürze, Prägnanz zusätzliche Stimulanz Kongruenz und Authenzität Authentizität bzw. Kongruenz bedeutet "Sei du selbst, gib dich nach außen hin so, wie dir innerlich zumute ist. Und als Voraussetzung dafür: Versuche dir selbst klar zu werden, wie dir innerlich zumute ist (offenbare dich dir selbst, erkenne dich selbst)!" (Schulz von Thun, F. Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 48. Auflage. Hamburg: Rowohlt Verlag 1981. Seite 116 f.) Laut Carl Rogers sind hier die drei Bereiche der Persönlichkeit gemeint: inneres Erleben (= was fühle ich) Bewusstsein (= was bekommt man davon bewusst mit) Kommunikation (= was teile ich davon den anderen mit, was lasse ich sichtbar werden) Je kongruenter der Sender kommuniziert, desto zufriedener ist der Empfänger, weil er sich akzeptiert fühlt. Das wiederum unterstützt ihn dabei seinerseits komgruenter zu kommunizieren. Stimmigkeit Zur Stimmigkeit gehört nicht nur die eigene innere Verfassung, sondern auch der Charakter der Beziehung, die innere Verfassung des Empfängers. Ein weitere Aspekt, der für eine gelungene Kommunikation vonnöten ist, ist das vierseitge Kommunikationsmodell. Inhaltsverzeichnis 1
Es verlangt die "Vierohrigkeit" von Sender und Empfänger. Wenn ich ein persönliches Statement von mir gebe bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede Äußerung meinerseits (positiv, negativ oder sachlich) enthält, ob ich es will oder nicht, vier Botschaften. Wir kennen dieses Kommunikationsmodell unter dem Namen "Vier Seiten einer Nachricht bzw. Das Kommunikationsquadrat". Es besteht aus folgenden Komponenten: Sach-Ohr - Worüber ich informiere Beziehungs-Ohr - Was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen Selbsoffenbarungs-Ohr - Was ich von mir selber kundgebe Appel-Ohr - Was ich gerne hätte, das du tust Die vier Ebenen der Kommunikation sind nicht nur für die Gemeinschaft von Bedeutung, sondern auch für den beruflichen und schulischen Bereich. Friedrich Schulz von Thun hat das Vier-Ohren-Modell in Form eines Quadrates gestaltet. Wenn wir miteinander kommunizieren besteht unser Gespräch aus einem/r Sender/in und einem/r Empfänger/in - wobei der/die Sender/in mit vier Schnäbeln die Botschaft sendet und der/die Empfänger/in die Botschaft mit vier Ohren empfängt. Die Qualität eines Gespräches jedoch hängt immer davon ab, in welcher Weise all diese Komponenten zusammenspielen. Die Sachebene: Hier befinden sich die Sachinformationen (Daten, Fakten, Sachverhalten) und stehen bei dieser Ebene im Vordergund. Hier sind die foldenden drei Punkte von großer Wichtigkeit: Wahrheitskriterium - richtig/falsch Relevanz - Wichtig/nicht wichtig Hinlänglichkeit - Sachhinweise ausreichend/nicht ausreichend Die Beziehungsebene: Die Beziehungsebene ist jene Ebene, wie man zueinander steht. Wenn ein Gespräch geführt wird, gibt man durch z.b. Tonfall, Mimik, etc. zu erkennen wie man zu dieser Person steht und was man von ihr hält. Komponenten einer gelungenen Kommunikation 2
Die Selbstoffenbahrung: Wie Schulz von Thun schon in seinem Buch meinte - sobald ich etwas von mir gebe, gebe ich etwas von mir. Das heißt, jede Formulierung, Statement, Äußerung etc. vom mir enthält, ob ich es möchte oder nicht, Hinweise wie es mir geht und wofür ich stehe. Das kann sowohl "impliziet" (innerlich) als auch expliziet (äußerlich) geschehen. Die Appellseite: Die Appellseite soll bewirken, dass wenn eine Person das Wort ergreift, dieses auch beim Empfänger/bei der Empfängerin Einfluss haben soll, d.h. sie möchte nicht nur die andere Person erreichen, sondern auch etwas bewirken. Hier geht es oft um verdeckte Appelle, Wünsche, Handlungsweisen etc. Weiters sind folgende Regeln für eine freundliche Gesprächsführung vonnöten: ausreden lassen sachlich bleiben Fragen stellen ehrlich sein konstruktives Feedback geben andere Meinungen gelten lassen aktives Zuhören positive Formulierungen Fazit: Die vier Seiten der Kommunikation zu beachten und sich deren bewusst zu werden, kann und soll helfen Konflikte und Störungen in der Kommunikation zu erkennen und zu beseitigen. Störungen der Kommunikation a) wenn die Botschaft primär mit nur einem Ohr empfangen wird: 1. Decodierung der Botschaft vorwiegend mit dem "Sachohr" (Wie ist das zu verstehen?): eine Störung liegt in der Kommunikation vor, wenn das Problem aber auf der Beziehungsebene liegt (Beziehungsprobleme und Machtverhältnisse können nicht mit einem Sachdialog bewältigt werden). Störungen der Kommunikation 3
2. Decodierung der Botschaft vorwiegend mit dem "Beziehungsohr" (Wen glaubt er, vor sich zu haben?): Empfänger bricht Sachbotschaften auf die Beziehungsebene runter und bezieht somit alles rein auf sich; fühlt sich dadurch eventuell angegriffen. 3. Docodierung der Botschaft vorwiegend mit dem "Selbstoffenbarungsohr" (Was ist das für einer?): Empfänger beginnt zu werten und zu etikettieren a) wenn die Botschaft primär mit nur einem Ohr empfangen wird: 4
4. Decodierung der Botschaft vorwiegend mit dem "Appellohr" (Was sollte ich am besten tun?): Empfänger ist versucht, es allen recht machen zu wollen b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: Komliziertheit, Unstrukturiertheit, Weitschweifigkeit, keine zusätzliche Stimulanz Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Beziehungsseite Die unten angeführten Punkte sind unerlässlich um Gespräche konflikt- und störungsfrei zu halten: Geringschätzung b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: 5
Der Empfänger fühlt sich vom Sender minderwertig behandelt. Der Sender ist für sein Gegenüber arrogant, hochnäsig, abweisend, kalt und behandelt den Empfänger von oben herab. Projektion Man projeziert Gefühle oder Impulse, die man sich selber nicht eingestehen mag und nicht in das eigene Bild passen. Dieses endeckt man beim Empfänger und reagiert übersensibel. Übertragung: Ist der Projektion sehr ähnlich! Die fehlgeleitete Wahrnehmung kommt nicht von der eigenen Person sondern stammt von anderen beteiligeten Personen, sogenannten "Dritten". Bevormundung: Die Bevormundung ist ein Verhaltensstil, der versucht dem Empfänger in den Einfluss des eigenen Denkens und Handelns zu bringen. Beispiele dafür wären: spezielle Anweisungen geben, Vorschriften, Regeln, Verbote, etc. Du-Botschaften: So werden Sätze mit Aussagen bezeichnet. Sie werden vom Empfänger häufig als abwertend, provozierend und herablasend empfunden. Dadurch können sie beim Empfänger anstelle von Bereitschaft eher Widerspruch und Zorn hervorrufen. Häufig verwendete Du-Sätze sind z.b: Ich rate dir... Ratschlagen Lass das ja sein... Befehlen Wenn du so weiter... Drohen Du bist... Urteilen Warum musst du immer... Verhören, etc. Vermeidung: Durch Misserfolge wird die Selbstkompetenz angekratzt. Dadurch meiden Personen Situtionen, denen sie sich nicht gewachsen fühlen. Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Apellseite Schulz von Thun unterscheidet in seinem Buch "Miteinander reden 1" zwischen: Heimlichen oder versteckten Appellen b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: 6
Versteckte Appelle sind z.b: Selbstmordversuche Angstzustände Schwächen Hilflosigkeit Unfähigkeit Für heimliche oder versteckte Appelle liegt die Verantwortung nicht beim Sender. Sie haben oft größeren Erfolg als offen geäußerten Appellen, weil der Empfänger häufig emotional stimuliert wird und er dadurch oft eher bereit ist auf diese Appelle zu reagieren. Paradoxe Appelle Paradoxe Appelle sind z.b: Sei doch nicht immer so nachgiebig. Du machst immer genau das Gegenteil von dem was ich dir sage. Paradoxe Appelle sollen durch das Anbefehlen des Gegenteils den Empfänger auf den richtigen Weg bringen. Auch versucht der paradoxe Appell die Spuren seiner eigenen Absicht zu verwischen. Offene Appelle Offenen Appelle sind der direkte Ausdruck von Wünschen und Aufforderungen. Gründe für die Vermeidung von offenen Appellen: Selbstoffenbarungsangst Angst vor Zurückweisung Kinder mit eigenem Willen Unklares Ausmaß an "Zumutung" Ermöglichung von "Freiwilligkeit" Befürchtung, dass dem Empfänger der Mut zum "Nein" fehlt Romantische Vorstellung von "Liebe" Vermeidung von Verantwortung Unterschiede zwischen den Sprachencodes Auf der Welt existiert nicht nur eine Sprache. Damit eine Kommunikation bzw. ein Gespräch optimal funktionieren kann, ist es Voraussetzung, dass Sender/in und Empfänger/in dieselbe Sprache sprechen bzw. den gleichen Sprachcode beherrschen. Das gilt nicht nur bei normalen Alltagsgesprächen, sondern auch bei Fremdsprachen, Fachsprachen oder Sprachen zwischen verschiedenen sozialen Schichten. Auch darf man natürlich die Sprache der Jugendlichen auch nicht vergessen, bei der Erwachsene heute schon erhebliche Schwierigkeiten haben die verschiedensten Abkürzungen oder Ausdrucksweisen zu verstehen (z.b. SMS - cu, b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: 7
glg,...) b) fehlende Sachlichkeit und Unverständlichkeit: 8