Die allgemeine Sinusfunktion

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Transkript:

Die allgemeine Sinusfunktion 1. Die Tageslänge(Zeitdauer zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang) an einem festen Ort verändert sich im Lauf eines Jahres. Die Graphik zeigt diese Veränderung für München. Die Tageslänge T(x) in Stunden am x-ten Tag des Jahres in München kann in guter Näherung durch eine trigonometrische Funktion der Form T(x) = a cos(π x 17 )+c mit a > 0 und c > 0 modelliert werden. (a) Weisen Sie durch Rechnung nach, dass die Funktion T die Periode hat und dass unabhängig von a und c bei x = 17 ein Maximum vorliegt. (b) Entnehmen Sie dem Graphen Näherungswerte für die Parameter a und c. (c) Geben Sie einen Grund dafür an, dass eine entsprechende Modellierung der Tageslänge am Nordpol nicht mit einer Kosinusfunktion möglich ist. Quelle: Handreichung für den Mathematikunterricht am Gymnasium, Das Abitur im Fach Mathematik am achtjährigen Gymnasium, Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung Abteilung Gymnasium, August 008, www.isb.bayern.de Lösung: (a) T(x+k ) = a cos(π x+k 17 )+c = a cos(π x 17 +k π)+c = T(x); Maximum wenn cos(π x 17 ) = 1, dies gilt für x = 17 (b) a = und c = 1. (c) Polarnacht/Polarsommer. Tageslänge 1

Im Verlauf eines Jahres ändert sich aufgrund der geneigten Erdachse die astronomische Sonnenscheindauer, d.h. die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und - untergang. In unseren Breiten ist die Sonne am 1.6. mit ca. 16, 5 Stunden am längsten und am 1.1. mit ca. 8 Stunden am kürzesten zu sehen. (a) Wähle aus den folgenden drei allgemeinen trigonometrischen Funktionen eine aus und stelle mit ihr eine Funktionsgleichung auf, die die Tageslänge im Verlauf eines Jahres angibt (x-achse: Anzahl der Tage / y-achse: Tageslänge). 1. f(x) = a sin(b (x c))+d. g(x) = a cos(b (x c))+d. h(x) = a tan(b (x c))+d (b) Bestimme mithilfe der Gleichung aus Aufgabe (a) die Tageslängen am 10. Juli. (c) In der folgenden Tabelle siehst du exemplarisch für jeden Monat die astronomische Sonnenscheindauer für jeweils einen Tag angegeben. Überprüfe, in welchen Monaten deine Funktion besonders große bzw. besonders kleine Abweichungen von der tatsächlichen astronomischen Sonnenscheindauer hat, und versuche, deine Funktion zu optimieren. Datum 1.01 1.0 1.0 1.04 1.05 1.06 1.07 1.09 1.10 1.1 Taglänge [h] 8, 65 10, 40 1, 4 14, 4 15, 86 16, 60 15, 71 1, 7 10, 5 8, 61 (d) Wann ändert sich von einem auf den anderen Tag die Tageslänge am meisten? Versuche herauszufinden, ob sich dies astronomisch erklären lässt! Quelle: Elemente der Mathematik 11 (000) Lösung: (a) Modellierung durch Sinuskurve f(x) = a sin(b (x c))+d: Periodenlänge beträgt ca. Tage. Damit klar: b = π Maximum wird am 1.6.(17. Tag) und. Minimum am 1.1. (55. Tag) angenommen. Folglich muss die Amplitude a als 16,5 8 = 4, 5 festgesetzt werden. Der Mittelwert von 1,5 wirddabei ungefähr am 1.. (dem 80. Tag) und1.9. angenommen. Damit sind auch c und d klar. Insgesamt erhalten wir: f(x) = 4,5sin( (x 80))+1,5. π (b) Der 10. Juli ist der 191 Kalendertag. Demnach f(191) = 4,5sin( π (191 80))+ 1,5 = 16,6 16. Wir betrachten die Funktion f mit der Gleichung ( ) f(x) = sin 4 x π + (a) Berechne die Periodenlänge λ und die Koordinaten ihres Ansatzpunktes S. Zeichne den Grafen von f im Intervall [0;4π] (π =cm). (b) Für welches x zwischen π und π gilt f(x) =,5? [ ( Lösung: (a) f(x) = sin x 4π 4 )] + = λ = π 4 = 8π und S( 4π ).

y 4 S 1 0 π π π 4π x ( ) ( ) (b) sin 4 x π + =,5 = sin 4 x π = 0,5 x liegt also 1 von einem Viertel der Periodenlänge rechts vom Startpunkt, d.h. x = 4π + 1 1 8π = 14π 9 4. Zeichnen Sie eine volle Periode des Graphen der Funktion mit der Gleichung ( 1 y = sin x+ π ) 1,5 (Längeneinheit: 1 cm) 4 und berechnen Sie die exakten Werte der Schnittstellen des Graphen mit der x-achse im Intervall [ π; π]. Lösung: Schnittstellen bei 1 6 π, 7 6 π 5. (a) Leiten Sie eine Formel zur Berechnung der Nullstellen x n (n Z) der Funktion her! f(x) = sin ( x) (b) Berechnen Sie alle Nullstellen im Intervall [1;4] mit einer Genauigkeit von drei geltenden Ziffern! (c) Wie viele Nullstellen gibt es im Intervall [1;10]? (d) Skizzieren Sie den Graphen von f im Intervall [-4;4]. Lösung: (a) x n = lg(nπ) lg (c) 5NS ; (b) n 1 4 5 x n 1,65,65,4,65,97

6. (a) Leiten Sie eine Formel zur Berechnung der Nullstellen x n (n Z) der Funktion her! f(x) = sin(log x) (b) Berechnen Sie alle Nullstellen von f im Intervall [0,01;1000] mit einer Genauigkeit von drei geltenden Ziffern! (c) Wie viele Nullstellen von f gibt es im Intervall [1;10 100 ]? (d) Skizzieren Sie den Graphen von f im Intervall [0,1;10]. Lösung: (a) x n = nπ ; (b) (c) 106NS n 1 0 1 x n 0,018 0,11 1 8,8 77,9 687 y 7. Nebenstehende Abbildung zeigt den Graphen einer Sinus-Funktion f(x). Ermittlen Sie die Gleichung von f. Übertragen Sie dazu den Graphen auf Ihr Blatt und zeichnen Sie die für die Rechnung wichtigen Größen ein. Das Ergebnis soll Brüche (keine Dezimalbrüche) enthalten! Lösung: f(x) = Asin(kx+a)+v y = Asin[k(x v x )]+v y 1 0 π 0 π x Amplitude: A = 0,5 = 4, Verschiebung in y-richtung: v y = 0,5+A = 5 4 ( π Periodenlänge: p = 4 π ) = 4π = k = π 1 p = Verschiebung in x-richtung: v x = 5π 1 f(x) = ( ) 4 sin 5π x + 5 8 4 = a = kv x = 5π 8 8. Nebenstehende Abbildung zeigt den Graphen einer Sinus-Funktion f(x). Ermittlen Sie die Gleichung von f. Übertragen Sie dazu den Graphen auf Ihr Blatt und zeichnen Sie die für die Rechnung wichtigen Größen ein. y.. 1,4 1,0. 0,.. 0 x π π Das Ergebnis soll Brüche (keine Dezimalbrüche) enthalten! 4

Lösung: f(x) = ( ) 6 5 sin 7π x + 4 5 10 5 9. Wir betrachten die Funktion f(x) = sin 4 x cos 4 x. (a) Zerlegen Sie den Funktionsterm von f in Faktoren und vereinfachen Sie ihn! Berechnen Sie die Nullstellen von f und zeichnen Sie den Graphen von f im Intervall [0; π] (x = π =cm)! (b) Der Graph von f könnte auch der Graph einer Kosinusfunktion g(x) = A cos kx sein. Berechne A und k und beweise, dass f(x) = g(x) gilt! Lösung: f(x) = sin x cos x = cosx ; Nullstellen: π 4 ; π 4 ; 5π 4 ; 7π 4 ; 10. A und B seien die Endpunkte eines Kreisbogens zum Mittelpunktswinkel ϕ. (a) Für welchen Winkel ϕ = ϕ 1 halbiert die Sehne [AB] die Sektorfläche A S? Stellen Sie zunächst eine Gleichung für ϕ 1 auf und vereinfachen Sie diese soweit wie möglich. Zeichnen Sie dann die Graphen der linken und rechten Gleichungsseite zur Bestimmung einer Näherungslösung für ϕ 1! Verbessern Sie den graphisch gefundenen Wert durch Probieren mit dem Taschenrechner auf eine Genauigkeit von vier geltenden Ziffern! (b) Für welchen Winkel ϕ = ϕ ist die Länge des Kreisbogens AB doppelt so groß wie die Sehnenlänge AB? Stellen Sie zunächst eine Gleichung für ϕ auf und vereinfachen Sie diese soweit wie möglich. Drücken Sie ϕ durch ϕ 1 aus Teilaufgabe (a) aus! Lösung: (a) sinϕ 1 = ϕ 1 ; ϕ 1 = 1,8955 = 108,6 (b) sin ϕ = ϕ ; ϕ = ϕ 1 =,7910 = 17, 11. Betrachtet wird die für alle x R erklärte allgemeine Sinusfunktion x y = a sin(b x+c) mit a,b,c R; a 0, b 0. (a) Geben Sie die Nullstellen dieser Funktion sowie deren gegenseitigen Abstand an! (b) Wie ändern sich Amplitude (betragsmäßig größter Funktionswert), Lage und gegenseitiger Abstand der Nullstellen dieser Funktion, falls (α) die Parameter a und b verdoppelt werden (bei konstantem c), (β) die Parameter a und c halbiert werden (bei konstantem b), (γ) die Parameter b und c halbiert werden (bei konstantem a)? (c) Wann findet in der Situation von Teilaufgabe b) eine Stauchung, wann eine Dehnung des Funktionsgraphen in Richtung der x-achse statt? 5

Lösung: (a): Nullstellen bei x = 1 b (k π c) k Z; gegenseitiger Abstand: π b (b): (α): doppelte Amplitude, Nullstellen bei x = 1 b (k π c), Nullstellenabstand wird halbiert (β): halbe Amplitude, Nullstellen bei x = 1 b (k π c ), Nullstellenabstand bleibt konstant (γ): Amplitude bleibt konstant, Nullstellen bei x = 1 b (k π c), Nullstellenabstand wird verdoppelt (c): Stauchung in der Situation (α), Dehnung in der Situation (γ) 1. Gegeben sind die Funktionsvorschriften ( ) 1 f 0 : x tan x, f 1 : x tan x, f : x +tan ( ) 1 x. (a) Bestimmen Sie die maximale Definitionsmenge von f 1 und untersuchen Sie diese Funktion rechnerisch auf Symmetrie. (b) Beschreiben Sie knapp, wie der Graph von f aus dem Graphen von f 0 über den Graphen von f 1 hervorgeht. Skizzieren Sie den Graphen von f im Bereich x [ π;π]. Lösung: (a): D f1 = R\{(k +1) π/k Z}; f 1 ist ungerade. (b): Dehnung des Graphen von f 0 um den Faktor in x-richtung liefert den Graphen von f 1. Eine anschließende Verschiebung um in y-richtung nach oben ergibt den Graphen von f. Lösung: 1. (a) Zeichnen Sie den Graphen der Funktion x sin(x) für x [ π;π]. (Längeneinheit: cm) (b) Zeigen Sie mit Hilfe der in (a) angefertigten Zeichnung, dass für x π die folgende Ungleichung gilt: x sin(x) π 14. (a) Welche Wertemenge und welche Periode hat die Funktion f(x) = 1+sin( 1 x) D = R? (b) ZeichnenSiedenGraphenG f derfunktionfimintervall[0;4π]!(längeneinheit 1cm; π bei cm) Lösung: W f = [0;]; Periode: 4π 15. Gegeben ist die Funktion f(x) = 1,5 sin[( (x π )] mit x R. 6

(a) Bestimmen Sie die Periodenlänge und die Wertemenge von f. (b) Bestimmen Sie alle Nullstellen und die x-werte aller Hochpunkte der Funktion. (c) Zeichnen Sie den Graphen von f im Intervall [ π; π] mit Hilfe der Ergebnisse von a) und b) (Längeneinheit: 1cm, π ). Lösung: Periode π; W = [ 1,5;1,5]; Nullstellen bei x = π +k π 7 ; Hochpunkte bei x = 1 π+k π mit k Z 16. (a) Zeichnen Sie in dasselbe Koordinatensystem mit verschiedenen Farben im Intervall [0; 4π] die Graphen der angegebenen Funktionen. (Längeneinheit: 1cm, π ) i. y = sin(x+) ii. y = sin[0,5 (x+)] iii. y = 0,5cosx (b) Bestimmen Sie die x-werte aller Tiefpunkte der drei Funktionen. Lösung: i) x = π +k π ; k Z ii) x = π +k 4π ; k Z iii)x = π +k π; k Z 17. Wieviele Nullstellen besitzt die Funktion f : x sinx cosx zwischen 50 und 6? Lösung: Nullstellen kπ und kπ + π für k {16,17,18,19}. 18. Gegeben sind die folgenden drei Funktionsterme f(x) = 4 cos(x), g(x) = sin(x+1), h(x) = sin(x) tan x jeweils mit maximalem Definitionsbereich. (a) Geben Sie die Definitionsbereiche D f, D g und D h an! (b) Geben Sie die Nullstellenmengen dieser drei Funktionen an! (c) Geben Sie das Symmetrieverhalten dieser drei Funktionen an! Lösung: D f = D g = R; D h = R\{ π (1+k)}, k Z f und h sind gerade Funktionen, der Graph von g ist punktsymmetrisch zum Punkt ( 1 0) eines Koordinatensystems. 7