in der Kurzintervention

Ähnliche Dokumente
VERÄNDERUNG RISKANTEN GESUNDHEITSVERHALTENS

Motivierende Gesprächsführung Motivational Interviewing (Miller & Rollnick) Dr. phil. Anja Frei Psychologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin IHAMZ

Motivierung. Strategien der Gesprächsführung mit unzureichend motivierten Patienten. Umgang mit Widerstand. Juni 2010 Christoph B.

Motivational Interviewing im Kinderschutz? Change talk und lösungsorientierte Fragen in der Beratung

Beratung zum Rauchstopp in der Praxis

Motivierende Gesprächsführung. Input. Renate Zingerle. Clearing / Jugendcoaching Fachtage Mai 2012

Motivation von Jugendlichen zum Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung

Motivational Interviewing movin ein Zugang zu riskant konsumierenden Jugendlichen. BAS Fachtage 2015

Motivational Interviewing - Alles eine Frage der Motivation. Dr. Elisabeth Ottel-Gattringer

Und wenn einer einfach nicht will? Möglichkeiten einer motivierenden Gesprächsführung?!

Fachtagung BAG Wohnungslosenhilfe

soll motivieren, kann ermutigen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinander zusetzen

Herzlich Willkommen!

Fehlervermeidung in der Onkologie den Patienten zum Partner machen

Beratung zum Rauchstopp in der Praxis

Motivierende Gesprächsführung (nach Miller & Rollnick, 2004)

Mit Respekt Veränderungen begleiten

Ärztefortbildungskurse. Rauchstoppberatung

Grundlagen und Wirksamkeit von Motivierender Gesprächsführung (MI) Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie

Fachklinik Freudenholm Ruhleben

Motivierendes Interview: Motivation zu mehr Bewegung bei Diabetes

Inhaltsübersicht. Vorwort

MOTIVATIONSAUFBAU MIT KINDERN UND ELTERN

Referentin: Ute Pegel-Rimpl Beratung und Training, Hannover

MOVE MOtivierende KurzinterVEntion - bei konsumierenden Menschen

Symposium Unabhängige Beratung für Menschen mit Behinderung Anspruch und Erwartungen. Peer Counseling

Pflegenden Angehörigen helfen, die Auswirkungen von Krebs zu bewältigen. Laurel Northouse PhD, RN, FAAN University of Michigan

Kurzintervention bei Tabakkonsum (5 A Projekt) Danksagung


Motivierende Gesprächsführung Motivational Interviewing (MI) Kommunikation auf gleicher Augenhöhe

Motivational Interviewing in der Arbeit mit/für Menschen mit geistiger Behinderung ( Gute Praxis am Beispiel TRAJECTUM, Niederlande)

Effektivität von Therapien und ihre Folgerungen für die betriebliche Suchtprävention

Das schwierige Gespräch

Prof. Dr. Dr. Martin HärterH

Für Führungskräfte, Fachpersonen, Personal- und Sicherheitsverantwortliche Coachings, Referate und Weiterbildungen

In einer Spirale nach oben Ein Einstieg in den Ausstieg aus problematischem Glücksspielverhalten

Digitalisierte Medizin - Wie ist die Evidenz und die Akzeptanz bei den Nutzern?

Elternabend Kinderkrippe Frohheim

Healthy ageing und Prävention

Fortbildung zum Thema Motivierende Gesprächsführung am der Fachstelle Sucht Wiesloch

Motivation und Ziele in der Kognitiven Verhaltenstherapie bei Essstörungen

Prädiktoren für den Nachsorgeerfolg bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas im Rahmen einer Telefonberatung: Eine qualitative Studie

Abhängigkeitslinie. Klinik für Psychose und Abhängigkeit Spezialisiert auf die Therapie von Sucht mit Komorbidität

Beeinflusst Short-Loop Rückmeldung die Händehygiene-Performance? Matthias Schlegel Infektiologie/Spitalhygiene Kantonsspital St.

Patientenorientierung als pflegerische Haltung: Der aktualisierte Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

Bevölkerungsbasierte Kurzinterventionen bei Frauen postpartum die Vorstellung eines Beratungskonzepts

Mag. Werner Massinger

Was nutzen Patientenschulungen bei MS?

MOVE Motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen

Motivierende Kurzintervention oder einfach Miteinander reden? Gallinat

Ambulante Behandlung hoch rückfallgefährdeter Alkoholiker Prof. Dr. med. Ulrich Zimmermann

Edukation Beratung und Schulung mit Betroffenen und Angehörigen als Auftrag professioneller Pflege

HERBSTTAGUNG 2013 Menschen zur Veränderung motivieren - Wege aus der Hoffnungslosigkeit mit Hilfe des Motivational Interviewing (MI)

Motivierende Gesprächsförderung für Rückenschullehrer

Beratung für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil

Online Befragung "Substanzkonsum bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren: Einschätzungen und Vorgehensweisen von medizinischen Fachpersonen"

Evidenzbasierte Pflegegespräche in der Frührehabilitation- Erfahrungen aus der Praxis

Strategien der Verhaltensänderung aus gesundheitspsychologischer Perspektive

Ansatzpunkte zur Stärkung der Gesundheitskompetenz

Pflege - Spagat zwischen Faszination und Alltag?

Selbstmanagement und Gesundheitskompetenz

Das Intensivtagebuch als Instrument der Angehörigenarbeit auf der Intensivstation

Wie sage ich es dem Rehabilitanden? oder Was will der Rehabilitand von mir wissen?

Referat Psychiatrie Pflege in der Ausbildung heute

Migrationssensitive Palliative Care: Leitlinien, Anamnese Tool und Erfahrungen in der Praxis

Welche Rolle spielt die Ergotherapie in Public Health? Julie Page & Birgit Stüve Zürcher Hochschule Winterthur Forschung & Entwicklung

Wie viel Gesundheitskompetenz brauchen Gesundheitsberufe?

Gesundheitsregionen: Welche Überlegungen dahinter stecken

Was macht Kinder stark?

IHK Netzwerk BGM: Gesund im Betrieb

Individuelles Gesundheitsmanagement (IGM)

Kollegiale Beratung für Pflegeberufe

Familienfolgen von Flucht und Trauma Synthese

Rauchfrei nach Hause!? Das Rauchfrei Programm für die Klinik

Gesundheitskompetenz in der Schweiz:

Inhaltsverzeichnis. Vorwort Definition und Grundlagen klinischpsychologischer

Kinder im seelischen Gleichgewicht (KIG III) Fabrina Cerf, 5. November 2015

Der Liverpool Care Pathway Ein Behandlungspfad in der Palliativmedizin

Gesundheit Institut für Pflege Edukation- die Rolle der APN

Pflege Führung Zukunft


Lösungsorientierte Gesprächsführung mit onkologischen Patienten

Was ist gute Didaktik in der Gesundheitsschulung?

Grundlagen der medizinischen Psychologie und Soziologie

Suchtgenesung Stationen, Motivationslagen, Hilfen Suchtberatungsstelle

Neue Aufgaben der MPA. SFD Conference Nicole Jud, Elfi Wandres, Dr. med. Marc Jungi

Handbuch zu Juvenile Justice : Grundlegende Prinzipien für eine kindergerechte Kommunikation

Betriebliche Suchtprävention & Gesundheitsförderung

Familienberatung bei elterlichen Krebserkrankung

Erfahrungen im Handlungsfeld Gerontopsychiatrie

KLAR-O. ein Gruppenmotivationsprogramm für Arbeitslose mit problematischen Alkoholkonsum. Fachverband Sucht 22. Heidelberger Kongress, Forum 4

CAS HES-SO IN PFLEGE, QUALITÄT UND BERATUNG

Motiviert, wieder zu arbeiten aber nicht motiviert genug, etwas für die eigene Gesundheit zu tun? Sonia Lippke, Bremen

MOVE Motivierende Kurzintervention am Arbeitsplatz. Motivierende KurzinterVention am Arbeitsplatz

Transkript:

Motivierende Gesprächsführung in der Kurzintervention Cécile Kessler Master of Advanced Studies Prävention & Gesundheitsförderung Fachtagung für Gesundheitsberufe 6. März 2010

Übersicht Ausgangslage Fragestellung Methode Motivierende Gesprächsführung (MI) Haupterkenntnisse aus der Theorie Resultate der Praxisbefragung Diskussion Schlussfolgerungen für die Kurzintervention (KI) Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 2

Ausgangslage Sekundärprävention: Beratung ist bedeutsam, da Risikofaktoren beeinflussbar Präventionsberatung wird gefordert Kardiologie: kein systematisches Ansprechen der Risikofaktoren Welche Beratungsmethode ist geeignet? Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 3

Fragestellung Überprüfen der Motivierenden Gesprächsführung (MI) als Beratungsmethode für die Kurzintervention (KI) auf fder Kardiologie i Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 4

Methode Grundlagenwerk Miller und Rollnick Ergänzende Literaturrecherche Gegenüberstellung g der Resultate mit der Befragung g von Patienten, Ärzteschaft, Pflegefachpersonen, Beraterinnen Theorie MI Praxis Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 5

Motivierende i Gesprächsführung (1) Definition: Eine klientenzentrierte, direktive Methode zur Verbesserung der intrinsischen i i Motivation für eine Veränderung mittels der Erforschung und Auflösung von Ambivalenz Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 6

Motivierende i Gesprächsführung (2) Grundhaltung: Partnerschaftlich Evokativ Autonomie Vier Prinzipien: Empathie ausdrücken Diskrepanzen entwickeln Widerstand umlenken Selbstwirksamkeit fördern Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 7

Motivierende i Gesprächsführung (3) Komponenten der Motivation: Absicht Fähigkeit Bereitschaft Strategien zur Förderung der Motivation: offene Fragen aktiv zuhören bestätigen zusammenfassen Change-Talk (selbstmotivierende Sprache) Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 8

Haupterkenntnisse t aus der Theorie MI geeignet für Kurzintervention MI auch für unmotivierte Patientinnen und Patienten geeignet Beginn der Beratung mit MI: weniger Abbrüche bessere Endresultate Verschiedene Risikofaktoren angehen Verschiedene Gespräche angehen Tempo der Veränderung bestimmen Beratene Schulungsaufwand unklar MI für alle lernbar Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 9

Resultate t der Praxisbefragung Herausfordernde Faktoren: Zeit Interesse der Patienten und Patientinnen Kurze Beziehung Schulung Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 10

Diskussion i 1 Theorie MI Praxis Zeit Interesse Beziehung Praxis Schulung Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 11

Diskussion i 2: Zeit Praxis Wenig Zeit für KI von Patientinnen, Patienten wie von Fachpersonen Theorie Zeit optimal nutzen Ermutigen Keinen Schaden anrichten Keinen Widerstand auslösen Kurze Zeit hilfreich 10 Min. (Perry et al. 2006) 15 Min. (Rubak et al. 2005) Mehrere e e Beratungen effek- e tiver (Rubak et al. 2005; Dunn et al. 2001) Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 12

Diskussion i 3: Interesse Praxis Patientinnen und Patienten wirken abgelenkt haben kein Interesse Keine Symptome der Risikofaktoren Denken, Arzt hat alles geflickt Wissen nicht, was sie nicht wissen Theorie Klientenzentriert Exploriert Gefühle Ist-Soll aufzeigen Türöffner (Britt et al. 2003) Vorspiel Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 13

Diskussion i 4: Beziehung Praxis Kurze Beziehung Keine tiefe Beziehung Theorie Vom ersten Moment Beziehung positiv prägen: Beratungskompetenz Grundhaltung Vier Prinzipien Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 14

Diskussion i 5: Schulung Praxis Beratende bisher ohne Schulung wünschen Schulung Theorie Schulung nötig Praxisnah,,prozesshaft Kompetenzzuwachs (Dunn et al. 2001) Technik schnell gelernt (Burke et al. 2004; Dunn et al. 2001) Gebrauch schnell ver- innerlicht (Perry et al. 2006) Kompetenzen, die Pflegen- de besitzen (Perry et al. 2006) Verschiedene Probleme und Gespräche angehen (Dunn et al. 2001) Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 15

Schlussfolgerung l für die KI Erwartungen der Mitarbeitenden entsprechen den Charakteristika der MI Grundsätzlich passt MI als KI auf Kardiologie Positive Effekte auf andere Risikofaktoren Aktuelle Betroffenheit nutzen oder auslösen Evidenz ist belegt (Vortrag, Moggi 2009) beider Geschlechter jeden Alters braucht weniger Zeit als andere Methoden eher ungeeignet für Gruppenbehandlung MI ist gleich wirksam wie andere wirksame Behandlungen Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 16

Rahmenbedingungen Zeit Schulung Sinn der Sekundärprävention muss klar sein. Alle Berufsgruppen arbeiten mit MI, ob Risiko- faktorenerfassung, Befundübermittlung, Beratung Nachbehandlung auch mit MI weiter beraten Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 17

Zukunftsperspektiven Kardiologie schult Pflegende in MI Hausarztprojekt: Schulung der Ärzteschaft in MI Health Promoting Hospitals (HPH) unterstützen KI Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 18

Take Home Message MI arbeitet an Motivation Motivation nicht Voraussetzung Wenig zeitaufwändig Verschiedene positive Effekte Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 19

Fragen Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Haben sie noch Fragen / Anmerkungen? cecile.kessler@insel.ch Fachtagung für Gesundheitsberufe - Cécile Kessler - 6. März 2010 20